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ich liebe ihn - und war in meinem leben selten so unglücklich

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Alt 20.07.2010, 17:52   #1
 
Alter: 25
Beiträge: 11
Standard ich liebe ihn - und war in meinem leben selten so unglücklich

hallo leute

per zufall bin ich auf dieses forum gestossen und nuja .. da bin ich
ich habe von einigen von euch so viele schöne, aufmunternde, posotive, ratsame, gute und hilfreiche antworten auf fragen/probleme gelesen dass ich euch einfach mal schildern möchte was bei mir los ist, vielleicht sieht einer von euch klar durch.

ich bin 25, mein freund 33, wir kennen uns seit mittlerweile fast 11 jahren und zusammen sind wir 10 jahre. ohgott und jetzt weiß ich schon nicht mehr wo ich anfangen soll ... die einzige sache der ich mir total sicher bin: ich liebe ihn. er ist meine welt. und in vielen dingen ist er das beste was mir je passiert ist.
er ist ein ruhiger mensch, nicht aufbrausend, kein hitzkopf, aber leider auch nicht gerade sehr gefühlsbetont. er kann gefühle nicht gut ausdrücken undzeigt sie leider auch nicht so oft wie ich gerne hätte um aus ihm schlauer zu werden. zeitweise ist er manisch-depressiv, weswegen er sich auch mal von mir getrennt hatte (kurz dazu: er war mit seinem leben total unzufrieden, weil nichts so lief wie er sich das vorstellte und projezierte das dann auf unsere beziehung. er setzte mir ultimaten was abnehmen anging - ich wiege z.zt. ca 100kg - und unterbewusst schikanierte er mich indem er nachdem ich unsere gemeinsame wohnung aufgeräumt hatte sachen rumliegen ließ um mich dann daraufhin wieder fertigzumachen wie es denn hier wieder aussieht etcetcetc).
wir waren ca 1 jahr getrennt, ich hatte auch ein halbes ahr eine andere beziehung, konnte aber nie aufhören an ihn zu denken. kontakt hatten wir in dieser zeit kurz nach der trennung noch etwas, nach 1-2 monaten garkeinen mehr. nach ca einem jahr rief er bei mir an und es war wie als er mir ganz am anfang sagte, dass er mich mag und er mich näher kennenlernen möchte: ich hatte richtig schmetterlinge im bauch .
wir haben uns dann bei mir in der wohnung getroffen, haben zusammen gekocht und er hat die ganze nacht durch geredet. er war bei einem psychologen, der eben auch die manische depressivität feststellte und ihm auch zu der zeit sehr geholfen hatte. und er sagte mir unter tränen, dass ich das beste sei was er je hatte und dass er mich auch wenn wir nur wieder freunde würden in seinem leben haben will, weil er mich vermisst, wie noch nie was in seinem leben. er hat sich natürlich auch entschuldigt, wobei er gleich gesagt hat, dass man sich für das was er mit mir gemacht hat nicht entschuldigen kann.
alles in allem war es die schönste liebeserklärung die ich jemals gehört habe, ich muss auch heute noch lächeln wenn ich nur daran denke.
wir sind wieder zusammengekommen, wohnen auch wieder zusammen.
und der alltag ist da. da ich schon länger keine arbeit habe und meine bemühungen was passendes zu finden bis dato auch leider erfolglos waren, bin ich auch nicht gerade jemand der um 10 ins bett geht ich bin viel im internet unterwegs, vor allem in world of warcraft, wo ich manche leute seit mittlerweile 4 jahren kenne und ein paar davon auch als echte freunde bezeichne. er spielt übrigens auch wow, also das spiel an sich ist kein problem, was wahrscheinlich schon manche dachten
ich bin eher ne nachteule und er nicht. er würde am liebsten jeden tag (er hat im moment semesterferien und einen kleinen job von 17.00-21.00) um 23.00 ins bett gehen und um 7 aufstehen weil er angst hat sein leben zu verpassen, da er schon so lange studiert etc.
ok, ich komme mal langsam zum eigentlichen problem: er ignoriert mich fast völlig. er wirft mir vor ich würde (ob absichtlich oder nicht) sein studium und sein leben sabotieren weil ich nicht jeden tag um 23.00 ins bett gehe, um 7.00 aufstehe und man in unsrer wohnung nicht vom boden essen kann.
ich habe mich noch nie so alleine gefühlt. er beachtet mich kaum - klar wir reden miteinander, aber über belanglose dinge. er fasst seit wochen mich nicht mehr an, einen kuss vermisse ich ebenfalls seit wochen.
ein "ich liebe dich" habe ich glaub ich seit 2 monaten nicht mehr gehört. im moment ist es mehr ein nebeneinander her leben mit in einem bett schlafen statt ein zusammenleben.
a propos ein bett: da haben wir nie probleme jedenfalls HATTEN wir nie probleme, da er mich ja seit wochen nicht anfasst, fällt natürlich die bettegschichte ebenfalls flach - leider.

wir reden auch öfters was wir alles ändern können, aber ich habe im moment das gefühl dass er wieder in diese schei* manische depression reinfällt weil bei ihm vieles andere auch nicht läuft wie es soll.
und ich habe angst.
angst den menschen zu verlieren dessen ich mir so sicher bin dass ER es ist. mein deckelchen sozusagen. und ich weiß das er mich liebt. ich sehe es in seinen augen. aber ich fühle es nicht mehr von ihm.
ich liege jeden abend neben ihm im bett und weine mich leise in den schlaf und jeden morgen wache ich auf und kriege wieder tränen in die augen wenn ich gerade einen traum hatte in dem er mich einfach mal nur in den arm nahm und ich mich erinnere wie wunderschön sich das anfühlt.

falls jemand eine idee hat, eine ahnung, bitte helft mir.

ich habe langsam richtige schmerzen im herz wenn ich an ihn oder an uns "zusammen" denke. es sticht. und es tut richtig physisch weh. ich habe sonst leider niemanden mit dem ich so offen darüber reden könnte.

eine sache im voraus an alle: DANKE!!!
trauriges_ich ist offline   Mit Zitat antworten

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Alt 20.07.2010, 18:06   #2
 
Ort: Hannover
Alter: 30
Beiträge: 98
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Hallo trauriges-ich,

wirklich lieben und lange Zeit unglücklich sein passt für mich nicht zusammen.
Wenn ich liebe, dann bin ich nicht dauerhaft unglücklich mit meinem Partner.
Ich kann niemanden lieben, mit dem ich mich unglücklich fühle.
Und ich höre auf zu lieben, wenn ich dauerhaft unglücklich bin.

Nehmen wir an, dieser Zustand würde sich nie mehr ändern...was würdest du tun?
cure ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.07.2010, 18:12 Themenautor Themenautor     #3
 
Alter: 25
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die frage habe ich mir auch schon oft gestellt ...
und habe in meinem kopf kurzschlussantworten von "schluss machen" über "nichts" bis "von der brücke springen" gefunden, weil ich es kurz gesagt einfach nicht weiß.
es ist ja auch nicht so dass ich immer unglücklich war in dieser beziehung. er hat so viele schöne dinge für mich gemacht und er hat mir durch eine zeit geholfen die ich ohne ihn nie geschafft hätte und wenn es mir z.b. wegen der anhaltenden arbeitslosigkeit wiedermal richtig scheiße geht versucht er auch mir zu helfen. nur es fehlt die zärtlichkeit, die berührungen und seit ein paar wochen ist einfach garnichts mehr da von seiner seite.
trauriges_ich ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.07.2010, 18:16   #4
 
Ort: Sachsen
Alter: 39
Beiträge: 7.633
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Zitat:
er wirft mir vor ich würde (ob absichtlich oder nicht) sein studium und sein leben sabotieren weil ich nicht jeden tag um 23.00 ins bett gehe, um 7.00 aufstehe und man in unsrer wohnung nicht vom boden essen kann.
Den Vorwurf kann ich teilweise verstehen. Aber auch dich, wenn du so spät ins Bett gehst. Wie wäre es, wenn ihr in getrennten Zimmern schlaft?

Du siehst es schon ganz richtig, dass es sein kann, dass er wieder in eine Depri-Phase hineinrutscht. Ein Heilmittel für dich ist da, nicht alles persönlich zu nehmen. Das ist natürlich sehr, sehr schwer, denn zu aller erst bringst du ja seine Äußerungen mit dir in Verbindung - auch wenn sie gar nicht für dich bestimmt sind.

Würde es dir denn helfen, wenn DU mal zu seinem Psychologen gehst und dir diese Krankheit erklären lässt? Vielleicht kannst du dich dann besser in ihn hineinversetzen.

So eine Depression kannst du dir in etwa so vorstellen, dass sein Körper anfängt, vermehrt bzw. in veränderter Menge Hormone (z.B. Serotonin) auszuschütten. Dadurch kommt es zu diesen Stimmungsschwankungen ("himmelhoch jauzend - zu Tode betrübt" - das wird das sein, was du so bei ihm erlebst). Die veränderte Hormonlage kann er aber nicht beeinflussen. Und dadurch kann er auch - relativ wenig - sein Verhalten dir ggü steuern und kontrollieren.
Du müsstest dir das aber von einem Fachmann erklären lassen. Er kann dir sicherlich auch sagen, wie du damit umgehen kannst. Eine "ultimative Lösung" gibt es dafür sicherlich nicht. Angehörige und Partner leiden bei so einer Krankheit immer mit.

Oder du suchst mal im Netz nach betroffenen Partnern oder in Selbsthilfegruppen. Ein aktiver Austausch mit anderen Betroffenen würde dir ebenso eine gewisse Stabilität und ein Verständnis sowie Einblick in alles geben.

Schlussmachen bringt eigentlich in dem Sinne nix. Du musst verstehen, dass du zwei Partner hast: einmal den Partner, der lieb, nett und zärtlich zu dir ist und einmal den Partner, der seine dunklen Seiten hat. Dort musst du eine Balance finden, wie du mit beiden zurecht kommst.
Wenn du ihn liebst, wirst du auch versuchen, damit umgehen zu können. Zumal du ja auch schon 10 Jahre zuvor mit ihm zusammen gewesen bist. Wie hast du es da gehandhabt, dass du mit seinen Phasen klar kamst?
Tylli ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.07.2010, 18:34 Themenautor Themenautor     #5
 
Alter: 25
Beiträge: 11
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also erstmal an euch beide (cure und tylli) danke, dass ihr mir helft!!!

@ tylli: das mit dem i getrennten zimmern schlafen oder sich aus dem weggehen ist in einer ein-zimmer-wohnug leider nicht möglich :-(
ich bin früher mit seinen "anfällen" garnicht klargekommen, ich hatte mich dann meistens irgendwohin eingeigelt (da hatten wir noch eine größere wohnung) und ihn allein gelassen. mit dem psychologen hatte ich auch mal geredet, was da dann alles passiert bei ihm, was ich tun kann und was ich machen kann um nicht daran kaputt zu gehen. mein freund hat mich auch gebeten, dass ich ihn am besten in ruhe lassen soll wenn ich merke dass er wieder so ne phase hat, er geht dann meistens alleine spazieren oder fahrrad fahren um sich abzulenken oder nachzudenken.
das problem ist nur, dass er die momentane "phase" seit wochen hat und ich einfach nicht mehr weiß ob das jetzt eine art rückfall ist (es wurde eigentlich ab ca einem halben jahr nachdem wir wieder zusammen waren immer mal wieder schlechter und häufiger) oder ob ich tatsächlich so unausstehlich bin und ihm sein leben ruiniere und er mich berechtigterweise dafür hasst.
auch wenn er diese krankheit hat - ich verlange nicht so viel, ich bin aber ein mensch der nähe und zärtlichkeit braucht und ich glaube (so blöd sich das jetzt auch anhört, sorry) ich wurde seit wochen nicht mal mehr in den arm genommen.
auch wenn er diese krankheit hat, heißt doch gerade eine beziehung dass man gibt und nimmt. und ich weiß nicht mehr ob ich ihm überhaupt etwas gebe, ansonsten würde er doch wenn er mich wirklich liebt vielleicht merken dass ich seit 2-3 wochen jeden abend neben ihm weinend im bett liege (obwohl ich nach gerade der schweren anfangszeit die wir hatten gelernt habe sehr sehr leise zu weinen, damit er nicht deswegen noch später aus dem bett kommt ... ) und mich vielleicht fragen was los ist? ich kann langsam nicht mehr mit ihm darüber reden, weil wir immer nur wenn wir diskutieren auf dieselben themen kommen (ins bett gehen, seine uni, der zustand der wohnung, das sich was ändern muss etc), ich habe ihm auch schonmal (ca 3-4 monate her) gesagt dass ich mehr nähe brauche und er meinte er kann mir die nicht geben wenn es nicht rundrum gut läuft, weil er dann zusehr mit den ganzen problemen beschäftigt ist.
trauriges_ich ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.07.2010, 18:47   #6
 
Beiträge: 46
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Hallo trauriges ich,
du versaust ihm nicht sein leben, er sieht das einfach im moment nur so.
Er kann dir wahrscheinlich zur zeit einfach nicht die nähe geben, die du dir von ihm wünschst. Versuche ihm doch ein wenig entgegen zu kommen, du schriebst ja, das er sich ständig darüber aufregt, wie die wohnung aussieht, mach doch einfach mal mehr als sonst und schaue mal wie er darauf reagiert.
Also ich kann nicht sagen das du jetzt alles so machen solltest, wie er das gerne hätte, klar, er ist depressiv, was aber wohl im allgemeinen nichts mit dir zu tun hat oder mit dem was du in seinen augen nicht tust.
Ich kann dir in vielen dingen nachfühlen, ich bin auch arbeitslos und mein freund macht mir das auch oft zum vorwurf. Oder teilt mir mit, das, wenn ich eine arbeit hätte vieles besser laufen könnte ind der beziehung.
Aber jeder weiß, das es heute nicht wirklich einfach ist, eine feste arbeitsstelle zu bekommen.
Und zum thema, "wie die wohnung wieder aussieht" , mein freund hat mir schonmal gesagt, ich sei eine schlampe, was nicht stimmt, ich habe nur eine andere auffassung von sauberkeit. Vielleicht solltest du von deiner seite her auch mal ein paar kleine dinge klären, ihm trotz seiner depression, auch mal klar machen, das du auch ein mensch bist, mit fehlern und bedürfnissen. Ich finde es kann nicht sein, das in einer beziehung nur ein partner immer alles gibt. Krankheit hin oder her.

lg Nicki
DieNicki39 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.07.2010, 18:54   #7
 
Ort: Sachsen
Alter: 39
Beiträge: 7.633
Standard

Zitat:
oder ob ich tatsächlich so unausstehlich bin und ihm sein leben ruiniere und er mich berechtigterweise dafür hasst.
Warum solltest du dich ausgerechnet jetzt geändert haben, wenn es die letzten 10 Jahre gut geklappt hat? Dann würde ich es schon mehr auf so eine Phase von ihm schieben.
Zitat:
und ich weiß nicht mehr ob ich ihm überhaupt etwas gebe
Du gibst ihm sehr, sehr viel. Nämlich z.B. Verständnis und Rücksichtnahme. Auch wenn es dir jetzt nicht so vorkommt, aber ich finde schon, du nimmst sehr, sehr viel auf ihn Rücksicht.
Such bitte nicht die Schuld bei dir. Das liegt nicht an dir.
Zitat:
würde er doch wenn er mich wirklich liebt vielleicht merken dass ich seit 2-3 wochen jeden abend neben ihm weinend im bett liege
Das glaub ich nicht. Wenn er wirklich in so einer "dunklen Phase" ist, schaltet er alles um sich herum aus und lebt nur noch so vor sich hin. Er bekommt teilweise sein Umfeld entweder gar nicht mit oder nur verzerrt. D.h. er empfindet "alles schlecht". Und dann auch dich, wenn du heulend da liegst.
Zitat:
und er meinte er kann mir die nicht geben wenn es nicht rundrum gut läuft, weil er dann zusehr mit den ganzen problemen beschäftigt ist.
Damit sagt er genau das aus, was ich meine.

Oh Mann, das ist wirklich schwer zu beschreiben. Mir fällt eigentlich kein Vergleich ein. Ich weiß nicht, wie man eine psych. Erkrankung beschreibt.

Kann es sein, dass die Phasen von ihm in unterschiedlicher Länge auftreten?
Oder mach dir mal Gedanken drum, WANN sie auftreten. Kann es jetzt sein, dass er mehr Stress an der Uni hat (Prüfungszeit)? Stress bewirkt auch eine Veränderung des Hormonhaushalts im Körper. Das könnte dazu führen, dass seine Depris verstärkt auftreten. Oder eben auch länger.

Weißt du, in welchen Phasen die Depris auftreten? Ist das regelmäßig alle paar Monate? Oder ist das nur in bestimmten Lebensumständen? D.h. entweder unter Stress oder bei zu viel Freizeit (Unterforderung kann auch dazu führen!)?

Wenn du das wüsstest, könntest du auch besser abschätzen, ob es wirklich nur "schlechte Laune" und Frust auf dich ist oder ob er wieder in so eine Phase reinrutscht bzw. drin ist. Du könntest dich auch selbst besser dagegen wappnen, wenn du in etwa weißt, was die Auslöser sind (oder gibt es überhaupt welche? ). Du kannst dir dann sicher sein, dass seine Lieblosigkeit und "Kritiksucht" nichts mit dir zu tun hat. Könntest du solche Situationen also mit mehr Gleichgültigkeit angehen.
Tylli ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.07.2010, 19:02   #8
 
Beiträge: 46
Standard

also ich möchte gerne etwas zu deiner antwort schreiben tylli, also ich finde nicht, das man sich voll und ganz auf alles einlassen muss, ist das nicht ein wenig viel verlangt, rauszufinden, was den partner von trauriges ich in die depression stürzt? Klar, wenn man jemanden liebt, versucht man alles was möglich ist, aber wäre es nicht vielleicht besser, wenn der partner dann nochmals in eine therapie geht und vielleicht dann auch in erwägung zieht medikamente zu nehmen?
Ich habe selber eine psychische erkrankung und mein partner versucht auch vieles, aber irgendwo sind grenzen. Und ich finde schon, das man von dem partner nicht soooooo viel verlangen darf.

sorry, wollte das nur loswerden
lg Nicki
DieNicki39 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.07.2010, 19:08 Themenautor Themenautor     #9
 
Alter: 25
Beiträge: 11
Standard

ihr wisst garnicht wie gut mir eure worte tun ... nochmal DANKE!!!

einen bestimmten auslöser für seine phasen kann ich nicht festmachen, die uni hat er für dieses semester geschmissen (er war direkt zu semesterbeginn 2 wochen mit grippe im bett und hat dadurch alleine 2 vorlesungen wegen nicht-anwesenheit knicken können, die andere weil er eine bestimmte anzahl an "übungen" wöchentlich abgeben musste und diese eben nicht mehr einhalten konnte).
was die wohnung angeht: es sieht ok aus. ich hab vorhin nochmal gesaugt und wäsche eingeräumt etc, wenn ich dann sehe dass er an seinem schreibtisch wenn er müll hat den einfach nur neben sich auf den boden wirft und ich das dann wegräumen "darf" ....
dadurch dass er im moment außer des aushilfsjobs abends nichts weiter zu tun hat, könnte deine vermutung zutreffen dass er im moment einfach unterfordert ist und nicht weiß was er machen soll. ich habe ihm ja auch schon vorgeschlagen dass wir zusammen ins fitnesstudio könnten - er möchte bissl muskulöser sein und ich abnehmen, also wär das beschäftigung + was gutes für uns tun in einem. ich hab mir sogar extra sportsachen gekauft obwohl ich es hasse klamotten zu kaufen (wenn man 4 jahre lang gesagt bekommt, dass man zu fett ist, und seit dem kindergarten bis in die 13te klasse wegen ein paar kilo mehr gehänselt und gemieden wird setzt sich das fest >.< ).
ich versuche heute abend mal mit ihm zu reden wenn er von der arbeit kommt, vielleicht hab ich ja eine chance ihn trotz depri-phase irgendwie dazu zu bringen etwas mit mir zu unternehmen damit er nicht in einem "freizeitloch" hängt...

ich schreib euch dann morgen weiter.

und nochmal DANKE :-)
es tut so gut im moment aufmunternde worte zu lesen und es fühlt sich fast nach einer umarmung an (auch wenn sie nicht von ihm ist ;-) ).
trauriges_ich ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.07.2010, 19:19   #10
 
Ort: Sachsen
Alter: 39
Beiträge: 7.633
Standard

@DieNicki
Ich kann dir echt nicht sagen, wo die Grenze mit dem Verständnis ist. Mir geht´s aber um das Verstehen der Krankheit. Dieses "Zusammenspiel der zwei Persönlichkeiten". Aber wenn hier schon Trauriges_Ich die "Fehler" bei sich selbst sucht, wird es arg böse. Ich seh sein Verhalten und sein Genörgel, seine Lieblosigkeit in der Krankheit begründet. Dann liegt es aber nur indirekt an ihm. Aber so etwas muss man sich ja als Betroffener auch erst einmal verinnerlichen. Und ich denke mal, dass es am besten geht, wenn man sich mit der Krankheit intensiv auseinandersetzt.

Ich weiß aber auch, dass es eine sehr große Belastung ist, wenn man so einen Partner hat.

Wenn du selbst eine psych. Erkrankung hast, wäre es doch schön, wenn du hier das mal aus deiner Sicht schreiben könntest, wie dein Partner damit umgeht.
Tylli ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.07.2010, 15:35 Themenautor Themenautor     #11
 
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Beiträge: 11
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so, ich hab vorhin versucht mit ihm zu reden, dass ich mehr nähe brauche etc.

ergebnis: "du bist im moment der größte klotz am bein den ich nur haben könnte und der grund warum wir hier noch zusammen sitzen ist das ich dich liebe" und auf meine vorherige frage ob er mich hasst kam ein "ja"
ich weiß echt nicht mehr was ich machen soll. um ihm zu zeigen dass ich ihm ein stück entgegenkomme mach ich seit tagen regelmäßig die hausarbeiten, koche was extra leckeres was er gerne isst (auch wenn ich selbst kaum was runterkriege) und es kommt nichtmal ein "ui die küche ist aber sauber" oder "das essen war lecker" - nichts.

als ich ihn vorhin bat mir doch auch ein wenig entgegenzukommen kam lediglich ein "ich schau mal". im großen und ganzen bin ich nach dem gespräch so schlau wie vorher nur noch verletzter wegen der aussage dass ich ihm ein klotz am bein sei :-(
trauriges_ich ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.07.2010, 15:53   #12
 
Ort: Sachsen
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Beiträge: 7.633
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Aber wäre es denn nicht einfacher, du gehst ihm mal aus dem Wege? D.h. du sprichst keine Beziehungssachen an, gehst nicht weiter auf persönliches ein, sprichst nicht viel von deinem Zeug? D.h. du ziehst dich ein ganzes Stück von ihm zurück.

Was du schreibst, klingt nach seiner Depri-Phase. Nur wirst du nichts dagegen machen können. Ich denke, du musst seine Krankheit, die Symptome, verstehen, um mit ihm klar zu kommen. Dann wirst du auch verstehen, dass es nichts mit dir zu tun hat. Das es keine mangelnde Liebe oder Absicht ist, wenn er sich so verhält.
Tylli ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.07.2010, 16:11 Themenautor Themenautor     #13
 
Alter: 25
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ich weiß nicht wieweit ich mich noch von ihm zurückziehen kann.
ich rede schon fast nicht mit ihm über persönliches, über dinge die mich beschäftigen oder meine probleme.
ich versuche auch seit wochen nicht mehr mich abends im bett an ihn zu kuscheln damt ich ruhig einschlafen kann.
das heute mittag war ein verzweifelter versuch ihn mal zum reden zu bringen.

außerdem befürchte ich dass er sich garnicht bewusst ist dass er z.zt. wieder so eine depri-phase hat. kurz nachdem er bei diesem psychologen war hatte er auch mal eine längere depri-phase wegen ner sache mit seinem vater - da hat er das allerdings selbst bemerkt und sich eingestanden und mir oft gesagt dass er zu der zeit manchmal dinge sagt und macht die er nicht so meint und er hat sich sogar entschuldigt dafür.
(dazu kurz zur erklärung: in den mittlerweile fast 10 jahren beziehung sind die worte "es tut mir leid" von ihm ca 5 mal gekommen - und nein das ist keine untertreibung ;-) er sagt das wirklich ausschließlich wenner es auch zu 100000% so meint)
nur im moment hab ich den eindruck dass er WIRKLICH glaubt dass ich an allem schuld bin und ihn daran hindere sein leben so hinzukriegen wie er es will. er sieht garnicht was er da tut ...
dazu kommt dass ich ihn im moment eigentlich noch mehr bräuchte, ich hab seit ca 4 tagen wieder alpträume von einer sache die gut 8 jahre zurückliegt und weswegen ich auch ne zeitlang beim psychologen war. ich wurde vergewaltigt. an sich bin ich drüber weg, nur wie bei allen bösen dingen die einem im leben passieren erinnert man sich ab und an daran und braucht dann jemanden der einem die hand auf die schulter legt. außer ihm, meiner damaligen hausärztin und eben dem psychologen weiß davon auch niemand, was ich im nachhinein auch gut so finde (ich sehe diese tat nicht mehr als tat an MIR als person, als mensch, sondern an meinem körper und der hat sich verändert, also bis auf die alpträume ab und an juckt mich de ganze geschichte eigentlich nicht mehr).

wenn ich ihm das jetzt sage, glaubt er ich will sein mitleid oder seine aufmerksamkeit und ihn als den "bösen" hinstellen der sich nicht um seine freundin kümmert. übrigens eine sehr gern genutzte schuldzuweisung von ihm: ich würde ihn wenn ich ihm sage dass es mir so wie es im moment ist schlecht geht als den schuldigen abstempeln.

was soll ich machen?
trauriges_ich ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.07.2010, 16:37   #14
 
Ort: Sachsen
Alter: 39
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Standard

Lassen wir ihn mal außen vor.

Wie wäre es, wenn du dir mal im realen Leben jemanden suchst, dem du dein Herz ausschütten kannst? Pfarrer, Seelsorger oder ähnliche Menschen. Einfach die zuhören können, die auch mal einen ganz allgemeinen Ratschlag geben können.

Was du im Moment brauchst, ist ein Mensch, der auch mal FÜR DICH da ist. Das vermisst du seit Wochen. Deswegen fangen auch deine Albträume wieder an. Du suchst Geborgenheit und da scheint dein Unterbewusstsein tief in deinem Inneren auf die Suche zu gehen, wo du diese Geborgenheit noch finden kannst. Und da kommt so ein "Schmutz" wie die Vergewaltigung mit hoch.

Oder kannst du mal für ein paar Tage wegfahren oder zu jemand anderes ziehen? Damit zu mal aus dem bedrückenden Umfeld herauskommst. Du brauchst Abstand. Den findest du nicht zu Hause.

Dann schreibst du, dass ihr eine 1-Raum-Wohnung habt. Kann es vielleicht auch daran liegen, dass seine Depris wieder angefangen haben? In einer sehr kleinen Wohnung leben, belastet die Psyche. Oft fühlt man sich da wie im Hamsterrad. Immer wieder die gleichen vier Wände.
Zitat:
nur im moment hab ich den eindruck dass er WIRKLICH glaubt dass ich an allem schuld bin und ihn daran hindere sein leben so hinzukriegen wie er es will. er sieht garnicht was er da tut ...
Da kommen wir wieder an den Punkt, an dem du seine Krankheit verstehen musst. Dadurch wirst du erkennen, warum er so ist und wie er in solchen Phasen tickt. Und dann wirst du auch diesen Schuldzuweisungen ggü Abstand finden. Einfach weil du weißt, dass es wirklich nicht an dir liegt und das es nur Wahrnehmungen sind, die aus seinem kranken Geist kommen.
Ich glaube nicht, dass er wirklich so über dich und deine Schuld denkt. In einer Depri-Phase hat man eine verzerrte Wahrnehmung, ohne das man das selbst mitbekommt. Ich kann dir leider nicht erklären, womit das zu vergleichen ist.
Zitat:
außerdem befürchte ich dass er sich garnicht bewusst ist dass er z.zt. wieder so eine depri-phase hat.
Stimm ich dir zu. Deswegen kommt es ja auf dich an. Normalerweise ist sein Verhalten so daneben, dass man schon an ein Beziehungsende denken könnte. Liegt es aber an der Krankheit, musst du den Grund darin sehen und dir bewusst machen, dass diese Phase auch wieder vorbeigeht. Und eine Krankheit ist kein Grund für ein Beziehungsende. Es sei denn, sie belastet dich so, dass du selbst genug Gründe hast, die Beziehung zu beenden.

Ach Mensch, irgendwie hab ich den Eindruck, dass ich dir nicht helfen kann. Würde ich aber gerne. Ich kann mir vorstellen, wie es ihm geht, wie er sich fühlt - ich kann mir aber auch vorstellen, wie du dich fühlst. Nur wie man das hier beides zusammenbringen soll, weiß ich nicht.
Tylli ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.07.2010, 18:38 Themenautor Themenautor     #15
 
Alter: 25
Beiträge: 11
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Zitat:
Zitat von Tylli Beitrag anzeigen
Ach Mensch, irgendwie hab ich den Eindruck, dass ich dir nicht helfen kann. Würde ich aber gerne. Ich kann mir vorstellen, wie es ihm geht, wie er sich fühlt - ich kann mir aber auch vorstellen, wie du dich fühlst. Nur wie man das hier beides zusammenbringen soll, weiß ich nicht.
du kannst dir garnicht vorstellen wie sehr du mir schon geholfen hast

ich hab mich durchgerungen meine ehemals beste freundin anzurufen (der kontakt ist abgebrochen weil sie wegzog vor 5 jahren und sie ist grad erst vor 1 monat wieder hergezogen. ich hab mich nicht so recht getraut anzurufen weil ich angst hatte dass wir uns nicht mehr viel zu sagen haben, da ise seit dem abi durch die welt jettet, auslandssemester in australien, spanien, amerika, brasilien etc hinter sich hat (ich will auch reiche eltern !!!) und ich nach dem abi "nur" aushilfsjobs hatte um die wohnung zu bezahlen).
nuja, sie hat gleich gesagt dass ich mich net gut anhöre und zu ihr kommen soll sie hat auch angeboten dass ich ne woche dableiben kann wenn ich mag.

tylli nochmals ein dickes DANKE!!!
ich werd mich wieder melden wenn es was neues gibt.
trauriges_ich ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.07.2010, 18:53   #16
 
Ort: Sachsen
Alter: 39
Beiträge: 7.633
Standard

Zitat:
sie hat auch angeboten dass ich ne woche dableiben kann wenn ich mag.
Absolut perfekt!!!

Ich wünsch dir eine schöne Zeit. Und vor allem wieder süße Träume. Wenn die schlimmen weggehen, kannst du dir sicher sein, dass du auf dem Weg nach oben bist.

Viel Spaß also!
Tylli ist offline   Mit Zitat antworten

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