Total verliebt, total verwirrt
15.12.2009, 12:12
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#36
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Na ja, wenn ich jemanden kennen lerne und mich verliebe, bin ich natürlich erst mal wie Menschen ohne Bindungsangst und habe dann auch - für meine Verhältnisse - ein recht großes Bedürfnis nach Nähe. Aber ich war noch nie der Mensch, der den anderen ständig sehen, berühren oder spüren musste.
Meine längste Beziehung war eine Fernbeziehung, die ganz schnell vorbei war, als es ernster wurde und der Mann plötzlich ständig in meiner Nähe sein wollte. Bis dahin war es eine ganz normale Beziehung, wenngleich ich zugeben muss, dass ich meinen Freund nur sehr selten vermisst habe.
Solange eine gewisse Distanz herrscht und alles noch nicht allzu ernst ist, bin ich zu völlig "normalen" Beziehungen fähig. Aber wenn es dann wirklich nah und verbindlich wirkt, packt mich die Panik. Die Vorstellung, mit dem Falschen zu "enden" - ein einziger Horror.
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15.12.2009, 12:22
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#37
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Gesperrt
Ort: Oceanus Procellarum
Alter: 36
Beiträge: 2.396
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Eins würde mich interessieren, und das ist vor allem Neugier, da Bindungsangst für mich ein verständliches, aber nicht nachvollziehbares Konzept ist und Du die einzige mir bekannte Person, mit der man selbstreflektiert darüber reden kann.
Ich glaube, da Du reflektiert mit der Sache umgehst, dass Dir bewusst ist, dass es "den Falschen" gar nicht gibt. Auch nicht dieses - "mit dem Falschen enden". Da man eine Beziehung ja immer beenden kann. Gut, dieses Bewusstsein hilft Dir nicht weiter, weil es ja die Nähe ist vor der Du Angst hast, die ja letzten Endes auf der Verlustangst basiert und genau dieses Problem durch Nähe nicht zu heilen ist.
Was mich aber interessieren würde. Bist Du tatsächlich lieber allein als das Risiko einzugehen evntl. mit "dem Falschen zu enden" oder bist Du allein, weil Dich Deine Angst dazu zwingt?
Oder mit anderen Worten - leidest Du selbst unter Deiner Bindungsphobie?
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15.12.2009, 13:46
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#38
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Ich leide definitiv unter meiner Bindungsphobie, weil ich mir tief im Innern natürlich schon eine feste Beziehung wünsche. Aber ich habe leider auch eine Vorstellung, von einer Beziehung, eine Vorstellung, wie der Richtige sein sollte, die derart weit von der Realität entfernt ist, dass kein Mann sie erfüllen kann.
Mir ist auch völlig bewusst, dass das so ist und ich weiß auch, dass ich nicht den Rest meines Lebens mit einem Mann verbringen muss, mit dem es nicht klappt, aber alleine die Vorstellung, irgendwann mal echte Zukünftspläne zu schmieden, ist für mich der absolute Horror. Ich kann dann immer nur an eines denken: Was, wenn ich morgen meinem Traummann begegne und dann mit einem anderen Mann "festsitze"? Dabei ist mir natürlich klar, dass ich dieselben Zweifel bei meinem "Traummann" hätte.
Ich habe keine Probleme damit alleine zu sein, aber wenn ich z.B. höre, dass eine Freundin heiratet, ein Kind bekommt etc. versetzt es mir einen Stich.
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15.12.2009, 15:20
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#39
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Gesperrt
Ort: Oceanus Procellarum
Alter: 36
Beiträge: 2.396
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Mmmh, schwer das nachzuvollziehen, wenn man es nicht nachfühlen kann. Würde Dir gern etwas Hilfreiches sagen, kann ich aber nicht weil mir nichts Sinnvolles einfällt. Ich stell's mir ziemlich hart vor so in sich selbst gefangen zu sein.
Du bist zwar schon weiter als manch Anderer, alleine weil Du es realisiert hast und Dich selbst und Andere vor daraus resultierenden Verletzungen schützt, dennoch löst das Dein Problem ja nicht.
Kann Dir nur die Daumen drücken, dass Dir Deine Therapie da so nach und nach weiterhilft und die zugrunde liegenden Verletzungen so nach und nach abheilen können. Verdient hast Du eine schöne Beziehung, so wie jeder Andere auch!
Wünsche Dir von Herzen allles Gute und viel Erfolg auf diesem harten und steinigen Weg!
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15.12.2009, 16:01
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#40
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Kaleu, alleine die Tatsache, dass Du versuchst zu verstehen, was in mir vorgeht, ist unheimlich hilfreich für mich.
Viele Menschen tun Bindungsangst als Blödsinn ab; sie denken, dass schon alles wird, wenn nur der Richtige vor der Tür steht, und dass es soooo schlimm ja nicht sein kann. Andere wiederum meinen, dass Bindungsphobie bedeutet, dass man keine Beziehung möchte und die ganz "Schlauen" sind der Ansicht, dass ich einfach nicht auf Männer stehe.
Ich bin ein optimistischer Mensch und deshalb recht zuversichtlich, dass ich meine Angst besiegen werde. Wahrscheinlich werde ich niemals die Sorte Frau sein, die in 20 Jahren nicht einen Tag von ihrem Partner getrennt war, aber ich glaube fest daran, dass ich eines Tages zumindest so weit sein werde, eine verbindliche Beziehung einzugehen.
Vielen Dank für Deine Worte, sie haben mir sehr gut getan!
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15.12.2009, 16:11
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#41
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Gesperrt
Ort: Oceanus Procellarum
Alter: 36
Beiträge: 2.396
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Jederzeit gerne.
Ich kann nachvollziehen, dass es auf Dauer extrem nerven muss, wenn diese in der Tat völlig reale Angst überhaupt nicht anerkannt wird. Ich bekomm regelmäßig Plaque wenn ich hier iM Forum von Menschen lese, die an einen Bindungsängstler geraten und anschliessend völlig aus den latschen kippen warum es nicht funktioniert während sie den Bindungsängstler mit Nähe geradezu erwürgen. Immer natürlich mit dem Spruch auf den Lippen " Vor mir brauchst Du doch keine Angst haben".
Leider lässt genau diser Narzissmus (Mit mir klappt es schon) den Bindungsängstler ja noch mehr zurückschrecken. Kurioserweise machen sich viele nichtmal die Mühe sich auch nur im Ansatz damit zu beschäftigen. Man könnte es am Wort Bindungsangst ja schon merken, dass die Angst vor der Bindung besteht - nicht vor dem Menschen!
Ist ja keine Menschenangst
Ich kann mir vorstellen, dass gerade dieses Unverständnis und die (aus falschem Verständnis) Ignorranz der Problematik es für einen Phobiker noch viel schwieriger macht zu lernen wie er vielleicht besser damit umgehen kann. Wer wird schon gerne als Spinner angesehen?
Ich habe die größte Hochachtung vor Dir Sydney, dass Du Dich diesem schwierigen Thema und dieser zwar irrationalen, aber dennoch realen Angst entgegen stellst und versuchst sie irgendwann zu überwinden. Da gehört sehr viel Mut dazu! Respekt!
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15.12.2009, 17:38
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#42
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Jetzt musste ich gerade doch wirklich sehr lachen - es ist genau so, wie von Dir beschrieben.
Ich hatte mal einen Freund, den ich bat, es langsam angehen zu lassen. "Kein Problem", hieß es. Keine 24 Stunden später stand er unangekündigt vor meiner Wohnungstür und wollte Reisepläne mit mir schmieden.
Eine Bekannte meiner Eltern (die nichts von meiner Phobie weiß, aber es langsam reichlich merkwürdig findet, dass ich noch nicht verheiratet bin) denkt, dass ich einfach nur total schüchtern bin (wenn die wüsste) und hat mich letztens tatsächlich gefragt, ob ich denn überhaupt mit Männern reden würde.
Ja, ich fürchte, dass mich tatsächlich viele für eine Spinnerin halten oder aber jemanden, der nur Aufmerksamkeit erregen will.
Und dann immer diese Mutmachsprüche: "Du bist doch soooooo ein hübsches Mädchen; die Männer trauen sich bestimmt einfach nur nicht, Dich anzusprechen".
Klar, das ist es - wieso bin ich da bloß nicht schon selber drauf gekommen ;-).
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15.12.2009, 17:56
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#43
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Ort: Saarland
Alter: 38
Beiträge: 279
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Hm, Sydney: Denkst du dass du weißt, woher diese Bindungangst rührt? Ich meine, war sie schon immer da? Ich habe auch etwas Bindungangst (das ist ein Aspekt, den ich bei der ganzen Sache mit "meinem" Mädel eigentlich immer außer acht gelassen habe). Bei mir ist das so, dass man es irgendwie als Erwartungangst bezeichnen könnte, das heißt, ich habe Angst, wenn in einer Beziehung zu große Erwartungen an mich gestellt werden.
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15.12.2009, 18:25
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Themenautor  
#44
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Ich denke, dass jeder diese Erwartungsangst kennt...ist bei mir nicht anders. Naja, andererseits weiß ich, dass es ja "perfekt" - sei es jetzt der Mensch an sich oder die Lebensumstände, also externe Faktoren - in der Summe nicht gibt und dennoch verlieb ich mich ja schon mal und "unperfekt" ist dann für mich "genau richtig"...man muss wohl drauf vertrauen, dass es auch nen Menschen gibt, für man selbst auch so, wie man ist "genau richtig" ist...
Aber das mit der Nähe ist schon ne schwierige Sache. Mich würden auch die Ursachen interessieren...ich dacht immer, dass diese besondere Nähe das ist, was Freundschaft und Beziehung voneinander unterscheidet, bzw. den Wunsch nach dem einen oder anderen. Wie kann man sich also ne Bez. einerseits wünschen und dann so einen wesentlichen Teil davon nicht wollen? Ich möchte das gerne verstehen.
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15.12.2009, 18:33
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#45
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Ort: Saarland
Alter: 38
Beiträge: 279
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Oder umgekehrt, wie in meinem Fall, dass man sagt man möchte keine Beziehung, aber diese Nähe die über Freundschaft hinausgeht dennoch sucht und gibt.
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15.12.2009, 18:40
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#47
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Ort: Saarland
Alter: 38
Beiträge: 279
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Hmpf, also bei dem was wir bisher hatten, war das kaum weniger Nähe.
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15.12.2009, 19:03
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#50
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Ort: Saarland
Alter: 38
Beiträge: 279
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Du, das ist gar nicht so leicht zu beantworten und das verstehen auch viele in meinem Umfeld nicht, warum ich das nicht ganz so sehen kann, wie sie.
Denn eigentlich kam von ihr mehr, als von mir, von Anfang an. Nur ich habe ihr gesagt, was ich empfinde! Sie hat das aber dann abgebrochen, weil sie der meinung war, es tut mir zu sehr weh.
Und am Samstag ging das auch erstmal von ihr aus. Und sie meldet sich seitdem von sich aus, ich halte mich noch schön zurück.
Ich weiß nicht, ob sie die Nähe genauso empfindet, vielleicht schon, nur die Etikette "Beziehung" und "Liebe" scheinen ihr Probleme bereitet zu haben.
Ach ja, sie hat ja nicht von Anfang an gesagt, dass sie keine Beziehung mit mir will, sie hat ja nur gesagt, dass wir uns besser kennen lernen sollten und dann mal sehen werden wie es läuft. Das Interesse war also schon da!
Geändert von didgeridoo (15.12.2009 um 19:20 Uhr).
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15.12.2009, 21:59
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#51
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Ich habe lange über die Ursachen nachgedacht und denke, dass die Beziehung meiner Eltern hier zu nennen ist. Meine Mutter hatte ständig etwas an meinem Vater auszusetzen. Das fing schon morgens an und zog sich bis spät abends. Und mein Vater hat gemacht und getan, um es ihr rechtzumachen, aber gereicht hat es eigentlich nie. Darüber hinaus musste er dauernd über alles Rechenschaft ablegen. Feste Beziehungen verbinde ich also mit zwei Dingen: Das Gefühl, dass der Partner nicht gut genug ist oder nicht genügend tut und das Gefühl, eingeengt zu sein bzw. nicht zu genügen.
Hm, wie kann man sich eine Beziehung wünschen, aber einen wesentlichen Teil davon nicht wollen? Ich glaube, das ist nicht rational zu erklären. Im Prinzip wünsche ich mir einen Partner, bei dem ich mich komplett fallen lassen kann. Aber fallen lassen kann ich mich dann nie, weil ich immer schon 20 Schritte voraus denke. Was, wenn er der Falsche ist? Was, wenn der Alltag eingekehrt ist und wir uns nichts mehr zu sagen haben? Was, wenn wir uns streiten? Was, wenn dies und was, wenn jenes?
Und dann fallen mir umgehend zig Sachen ein, die mich am anderen stören - und wenns nur die Nase ist, die ja so komisch aussieht. Traurig, aber wahr.
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16.12.2009, 12:16
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#53
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Ehrlich gesagt, gab es da nur einen, der jedoch ebenfalls unter Bindungsangst litt (die meine wohl noch übertroffen hat), sodass ich nie fürchten musste, dass er mir zu nahe kommen könnte. Das ist wohl das merkwürdige: Begegnen sich zwei Menschen mit Bindungsangst, hebt sich die Angst desjenigen mit weniger Angst auf.
Bei allen anderen war meine Angst irgendwann so groß, dass ich nur noch weg wollte.
Je geringer meine Gefühle, desto geriner auch meine Angst. Aber eine Beziehung mit einem Mann, für den ich nichts empfinde, steht auf meiner Prioritätenliste auch nicht gerade ganz oben.
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16.12.2009, 15:45
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#55
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Na ja, das war alles, bevor mir klar wurde, dass ich unter Bindungsangst leide.
Insofern: Lass den Kopf nicht hängen, denn ich denke, dass bei Euch die Chancen wirklich ganz gut stehen. Ich habe da schon von ganz anderen Fällen gehört, in denen der Bindungsphobiker immer wieder tief verletzend wurde, fremdgegangen ist, ohne einen Hehl daraus zu machen, und ähnliches.
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24.12.2009, 15:34
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Themenautor  
#59
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Ach, es ist alles so schwierig irgendwie...
In letzter Zeit hatte sie sich sehr um mich bemüht, war so unendlich lieb, hat immer so liebe Sachen gesagt, die zeigten, dass ich mehr als nur ne Freundin bin und ich war total happy. Und nun wieder das, was kommen musste...wieder son Rückschlag, wieder dieses Gefühl der Hoffnungslosigkeit.
Früher habe ich die kleinen "Rückzüge", die kleinen Distanzschübe, die die Hoffnung vorübergehend auf Eis gelegt haben, irgendwie verkraften können. Da hatte ich Kraft, um diese kleineren Rückschläge zu verdauen.
Seit sie mich anfang November hatte sitzen lassen, als es offenkundig ernst wurde, kann ich das nicht mehr. Das tat so weh und hat mich jeglicher Kraft beraubt.
Und das merke ich jetzt, wo die alte Story weitergeht und die kleinen Rückschläge genauso weh tun wie das im November.
Ich habe keine Hoffnung mehr und keine Kraft. Kann mich gar nicht mehr aufraffen und es wirkt sich auch alles so auf die anderen Lebensbereiche aus, bin wie gelähmt und uff...ich beginne mir durch meine Kraftlosigkeit auch im Beruf zu schaden, im sozialen Leben usw...
Bin jetzt zum Schluss gekommen, dass mir nichts anderes übrig bleibt, als sie zu vergessen, meine Gefühle irgendwie loszuwerden. Aber ich weiß nicht, wie ich das tun soll, wenn ich es doch eigentlich nicht will.
Sie ist mir als gute Freundin sehr wichtig und ich will sie nicht komplett aus meinem Leben raus haben.
Wie kann man das schaffen? Ich muss meine Gefühle irgendwie wegkriegen. Ich darf sie nicht mehr lieben, wenn mir mein eigenes Wohlergehen irgendwas wert ist.
Sie wird sich, wenn ich jetzt "normal freundschaftlich" werde, wieder ins Zeug legen. Wie wird man immun dagegen, dass man daraus wieder neue Hoffnungen und Enthusiasmus schöpft, die einem eh wieder weggenommen werden???
Heute schreibt eine zutiefst deprimierte Goneril *heul*
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