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Er kann sich nicht entscheiden - und ich kann nicht mehr so weitermachen


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11 Antworten in diesem Thema

#1 himbeerle

himbeerle

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Geschrieben 13. Januar 2006 - 10:34

Hi!
Ich hab ein großes Problem in meiner Beziehung und hoffe sehr, dass mir hier jemand einen guten Rat geben kann oder mir zumindest sagen kann, ob ich richtig gehandelt hab.

Ich hab seit März 2004 einen sehr lieben Freund. Davor hatte ich immer nur Pech mit Männern, deshalb war ich überglücklich, als ich ihn kennengelernt hab. Zu seiner Beschreibung: Er ist unglaublich lieb, hat sehr gute Vorstellungen von einer Beziehung (Treue, Ehrlichkeit, viel Zeit zusammen verbringen), was in der heutigen Zeit auch keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Dazu ist noch zu sagen, dass er vor mir noch nie mit einer Frau zusammen war. Seit September 05 sind wir verlobt. Er ist damals vor mir auf die Knie gegangen und hat um meine Hand angehalten. Ich fand es zwar etwas früh, aber da ich mir sicher war, dass ich mit dem Menschen mein Leben verbringen will, habe ich ja gesagt. Heiraten wollten wir, wenn ich mit meinem Studium fertig bin. Zur zeit wohnen wir 500 km auseinander, weil ich studieren gegangen bin. Das haben wir aber damals zusammen entschieden. Wenn er gesagt hätte, ich soll bleiben, dann hätte ich mir ein Studium in meinem Heimatsort gesucht, so sehr liebe ich ihn. Aber er hat mir immer versichert, dass er bald nachkommen will, weil wir beide und einig waren, dass wir auf lange Sicht keine Fernbeziehung wollen.

Nun ist es so, dass es bei ihm beruflich sehr schwierig ist. Er ist selbstständig, kann aber kaum davon leben. Die Arbeit macht ihm aber Spaß und er würde sie gerne weitermachen. Früher dachten wir, das wäre kein Problem, weil er im Prinzip überall selbstständig sein kann, also auch hier bei mir. Vor ein paar Monaten hat er aber einen großen Auftrag aus der Schweiz bekommen. Mit der Möglichkeit irgendwann dahin zu ziehen und dort zu arbeiten. Wir haben damals lange darüber geredet, ich hab ihm gesagt, dass ich nicht in die Schweiz ziehen will, weil ich mitten in der Ausbildung stecke und in der Schweiz vermutlich keinen Job finden werde, der meiner Ausbildung entspricht. Die Emotionen kochten damals sehr hoch. Ich war traurig und verletzt, weil er unsere Pläne mit dem Zusammenwohnen einfach zerplatzen wollte. Wir haben dann einen Kompromiss gefunden mit dem wir beide leben konnten. Er wollte spätestens nächsten Herbst zu mir ziehen und nach Beendigung meiner Ausbildung wollte ich versuchen, einen Job zu finden, der meiner (übrigens sehr anstrengenden) Ausbildung entspricht, und wenn ich den in der Schweiz oder Umgebung finden würde, wollten wir zusammen dahin ziehen. Er hat mir dann hoch und heilig versprochen, dass er mit dem Thema nie mehr zu mir kommen würde, und dass er auf jeden Fall zu mir ziehen wollte. Er hat es mir nicht nur einmal versprochen sondern sehr oft, weil wir beide eine Fernbeziehung einfach nicht mehr aushalten.

Gestern hatte er dann eine Besprechung in der Schweiz. Was dabei herausgekommen ist: Die Leute von denen er den Auftrag hat wollen ihn jetzt fest anstellen, solange seine Firma nicht so gut läuft und ihm ein sehr gutes Gehalt zahlen. Unter der Vorraussetzung, dass er hinzieht. Gestern nacht haben wir lange telefoniert. Ich hab ihm gesagt, dass er hier genauso eine Anstellung finden würde. Vielleicht wäre der Job nicht so gut bezahlt wie in der Schweiz, aber Geld ist nicht alles im Leben und wenn er jetzt in die Schweiz zieht, sehen wir uns noch weniger und er setzt damit unsere Beziehung aufs Spiel. Von dem Versprechen, das er mir gegeben hat ganz zu schweigen... Ich wurde dann sehr wütend, weil er gesagt hat, dass er nicht weiß, was ihm wichtiger ist. Ich - oder der Job. Ich hab ihm dann gesagt, dass ich das nicht ertrage, ich will nicht ewig dasitzen und darüber nachdenken, wie er sich wohl entscheiden wird. Deshalb hab ich ihm gesagt, dass ich noch heute eine Entscheidung von ihm will. Und zwar bevor die Post zumacht, weil ich ihm dann den Ring noch heute zurückschicken will, weil ich ihn nicht mehr sehen kann.

Im Moment bin ich einfach nur verzweifelt. Ich weiß nicht, wie ich ohne ihn weiterleben soll. Er bedeutet mir einfach alles, ich will ihn nicht verlieren. Aber genauso wenig will ich noch weiter in einer Fernbeziehung leben, vor allem nicht dann, wenn die Entfernung jetz noch größer wird. Ich ertrage das alles nicht mehr. Ich will einfach so weitermachen können wie bisher. Ich will meine Pläne und Träume zurückhaben. Natürlich verstehe ich, dass es für ihn verlockend ist, endlich wieder ein festes Einkommen zu haben, aber wie kann er damit glücklich sein, wenn er mich nicht mehr hat? Er sagt mir immer, wie sehr er mich liebt, wie gerne er mit mir zusammen ist und wie glücklich ich ihn mache. Wie kann Geld ihn glücklicher machen? Warum sieht er nicht ein, dass viel Geld nicht das Wichtigste im Leben ist? Warum steht er nicht zu seinem Versprechen und zu unseren Plänen? Ich weiß einfach nicht mehr was ich tun soll. Ich weiß auch nicht, ob es richtig war, ihn zu einer Entscheidung zu zwingen. Was meint ihr dazu?

#2 Lisabel

Lisabel

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Geschrieben 13. Januar 2006 - 12:33

Liebe himbeerle,
deine Verzweiflung verstehe ich gut und es tut mir auch sehr leid für dich :trost:

An deinem trotzigen letzten Absatz ist gut zu erkennen, woran es liegt: du willst, dass alles so weitergeht, wie es geplant war. Dass er sich nicht so entwickelt und nicht so verhält, wie es dem Plan entspricht, ändert alles und alle Änderungen verlangen das, was so schwierig ist im Leben und in Beziehungen und überhaupt: Flexibilität und Kompromisse und die Erkenntnis, dass Liebe - auch wenn sie noch so groß und absolut ist - nicht immer ausreicht für eine harmonisches Miteinander ohne Zwischenfälle.

Auf der anderen Seite hätte ich auch Verständnis für ihn: vll geht es ihm nicht nur um Geld, sondern auch um seine Entwicklungsmöglichkeiten. Schließlich ist die Arbeit, die Berufung, schon ein wichtiger Bestandteil im Leben und wenn man jung ist, muss man doch erst herausfinden, was und wo das Beste für einem selbst ist.
Das ist doch der Hintergrund, dass man glücklich werden kann mit einem Partner: seinen Platz im Leben finden, sich etablieren, sich wohl fühlen und genügend Kraft haben, um auch welche geben zu können.

Dass du ihm in deiner Verzweiflung ein Ultimatum gestellt hast, ist nachvollziehbar, wenn auch nicht besonders gut gewählt. Aber du hattest ja nicht nachgedacht, sondern dich impulsiv und spontan verhalten, nicht?
Und genau aus diesem Grund würde ich dir raten, diese erzwungene Entscheidung noch einmal zu überdenken und ihn um ein Gespräch bitten - eines in Ruhe, das lieber verschoben werden sollte, wenn die Emotionen wieder überkochen.

Er muss seinen Weg finden dürfen ohne Druck. Wenn er wieder zu dir finden soll, dann soll er das doch gern und aus eigener Überzeugung tun, oder?
Auch wenn es schwer fällt: lass ihn seine Möglichkeiten in Betracht ziehen, ausprobieren und in Ruhe überlegen. Wenn es so sein sollte, dass du ihm das Wichtigste im Leben bist, kommt er wieder. Wenn es aber so ist, dass du nicht das Wichtigste für ihn bist, würdest du dann wirklich dein Leben mit ihm verbringen wollen?

Alles Gute für dich! :trost:
Lisabel

#3 HappySoul

HappySoul

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Geschrieben 13. Januar 2006 - 12:42

Sei nicht böse, aber an Deinem trotzigen Verhalten merkt man Deine Jugend und Deine Unerfahrenheit.
Job, Sicherheit und ein geregeltes Einkommen ist so wichtig und nicht mehr selbstverständlich in der heutigen Zeit und diese Möglichkeit willst Du dem Mann, den Du angeblich sooo liebst nehmen?
Wenn Du mich derart unter Druck setzen würdest, wüßte ich wofür ich mich entscheide und GEGEN wen!
Und selbst wenn ich mich für Dich entscheiden würde (was sicher nach Deiner Aktion nicht mehr der Fall wäre) würde ich Dich still ein Leben lang verachten, weil Du mich meiner Möglichkeiten beraubt hast...

#4 La_Penna

La_Penna

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Geschrieben 13. Januar 2006 - 12:45

Hallo Himbeerle,

Lisabel hat so gut und umfassend geantwortet... ich habe es erst entdeckt als ich dir diese Antwort tippen wollte. Es gibt dem kaum etwas hinzu zufügen.

Mir ist spontan dazu eingefallen, dass wir zwar unsere Vorstellungen zu einer Beziehung in uns tragen, die Realität jedoch von uns etwas anderes verlangt.
Ihr habt bereits einen Kompromiss gefunden, warum sollte es dann nicht auch einen weiteren geben. Warum fürchtest du um den Verlust deiner Liebe, wenn du ihn nicht mehr siehst?
Liebe ist etwas, das sich über Jahre und Distanzen hält bei der die Strecke Östereich/ Schweiz ein Klacks ist.
Wer sagt denn, dass ihr euch nicht wieder sehen werdet? Was läßt dich glauben, dass ihr euch von einander partnerschaftlich entfernt, wenn er in die Schweiz geht?
Ich kenne die Sehnsuch bei jemanden (körperlich) sein zu wollen. Was ich damals nicht begriff ist, wie sehr ich mich auch selbst in eine Abhängigkeit zu ihm gestellt hatte. Ist das bei dir auch so?

Atme bitte einmal tief durch und versuche deine Situation mit etwas Distanz zu betrachten. Meinst du wirklich, dass du die Benachteiligte in der Beziehung bist?
Geht es bei euch auch um "Machtausübung"? Das würde nämlich zu deinem letzten Absatz genauso passen.

Lieben Gruß
La_Penna
Gerade wenn man glaubt etwas zu wissen, muß man es aus einer anderen Perspektive betrachten.
Wir sollten nur danach trachten, die Menschen zum Nachdenken anzuregen, nicht, sie zu überzeugen.

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#5 himbeerle

himbeerle

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Geschrieben 13. Januar 2006 - 12:53

Hallo Lisabel!

Danke für deine Antwort.
Naja, trotzig bin ich eigentlich nicht. Eher enttäuscht und traurig. Es waren ja nicht nur meine Pläne sondern unsere. Und das mit der Verlobung war seine Idee. Ich bin der Meinung, dass man so eine Frage nur dann stellen sollte, wenn man Zukunftsvorstellungen hat und sich auch daran halten will.
Das Thema gab es - in abgeschwächter Form - schon vorher zwischen uns und wir haben uns oft darüber unterhalten. Er sagt selbst, dass es für ihn nicht darum geht sich zu entwickeln. Die Arbeit macht ihm Spaß, aber er kann sich auch vorstellen, etwas anderes zu machen. Vor kurzem hat er sich sogar mal hier in der Nähe beworben, weil er unbedingt zu mir wollte. Der Job in der Schweiz bietet aber mehr Geld und Sicherheit für ihn, deshalb will er ihn machen. Ich ertrage es einfach nicht, dass er mich schön wieder hinhält und schon wieder seine Meinung geändert hat. Er hat schon oft ähnliche - weniger schlimme Dinge gemacht. Es war schon immer so, dass er meinte, etwas versprechen zu können und sich danach nicht daran halten zu müssen. Für mich steht der Entschluss fest. Ich kann nicht mit ihm zusammen sein, wenn ich mich auf das was er sagt nicht verlassen kann. Es tut einfach nur weh, dass er mich aufgeben würde. Die letzten Male hab ich ihm keine Ultimatum gestellt und ihm nur gesagt, dass er sich in Zukunft überlegen soll, was er mir verspricht, ich habe ihm aber auch gesagt, dass ich das auf Dauer nicht aushalten werde. Dieses Mal war es einfach zuviel. Mein Entschluss steht fest, ich weiß, dass es das Gesündeste für mich ist, weil ich mich sonst auf Dauer nur psychisch zugrunde richten würde. Trotzdem tut es einfach verdammt weh. Wir hatten alles geplant. Hochzeit, Haus bauen, Kinder,... und er sagt ja auch, dass er sich das immer noch wünschen würde. Ich hab für diesen Plan alles getan. Ich strenge mich in meiner Ausbildung sehr an, damit ich einen guten Job finde und wir unser Traumhaus bauen können. Mein Problem ist einfach, dass er alles das was ich will auch will... Trotzdem verhält er sich so, als ob ihm das alles egal wäre und ich leide sehr darunter. Er ändert dauernd seine Meinung und das finde ich einfach unfair. Naja, wie gesagt, mein Entschluss steht fest. Der Ring liegt neben mir. Heute abend wird die endgültige Entscheidung fallen, was mit ihm passiert.

#6 himbeerle

himbeerle

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Geschrieben 13. Januar 2006 - 12:58

Hallo La Penna!
Hab deine Antwort auch gerade gesehen.
Naja, ich hab darüber nachgedacht, was du gesagt hast. Aber um Machtausübung geht es hier garantiert nicht. Im Gegenteil. Ich hab ihm immer seinen Freiraum gelassen, ihn bei seinen Projekten unterstützt, bin in den Ferien stundenlang in seinem Büro gesessen und hab mitgeholfen.
Ich war immer bereit, alles für diese Beziehung zu tun, hab ihm gut zugeredet wenn es ihm schlecht ging, ihn aufgefangen wenn er in ein Loch fiel.
Wir führen jetzt schon eine Weile eine Fernbeziehung und wir haben beide gemerkt, dass wir das nicht mehr wollen. Es wäre ein weniger großes Problem, wenn er von Anfang an klar gesagt hätte, was er will. Er hat mir oft genug gesagt, dass er nicht in die Schweiz gehen wird. Und kaum bietet sich die Gelegenheit, wirft er alles über den Haufen...
Ich bin ein sehr verlässlicher Mensch, habe aber immer toleriert, dass es bei ihm nicht ganz so ist, und nun ist es mir einfach zuviel geworden. Tut mir leid, wenn ihr das nicht versteht, trotzdem vielen Danke für eure Antworten, wie gesagt, bin für jede Meinung dankbar!

#7 Unsure

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Geschrieben 13. Januar 2006 - 12:59

Hallo Himbeerle

Dass Du enttäuscht und traurig bist, verstehe ich nur zu gut. Und es ist bestimmt auch nicht einfach, wenn der Partner immer wieder was verspricht und dann doch alles wieder über den Haufen wirft. Aber vielleicht will er ja den Job in der Schweiz annehmen, damit Ihr schneller an Euer Ziel gelangt? Wie Du sagst, würde er in der Schweiz mehr verdienen als in Österreich. Und dann könntet Ihr Euer Traumhaus eher bauen. Ich denke einfach, Ihr solltet Euch länger Zeit lassen mit der Entscheidung!! Im Moment sind bei beiden die Emotionen zu extrem.

Alles Gute!

Unsure

#8 La_Penna

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Geschrieben 13. Januar 2006 - 13:07

Hallo Himbeerle (auch wenn die Antwort an Lisabel ging :) ),

das Bild von deinem Freund gefällt mir mit der Zeit gar nicht mehr so recht.
Das er gerne einen sicheren Job und gutes Einkommen haben möchte ist mir sehr verständlich.
Ich habe jetzt einen anderen Eindruck von der Situation gewonnen und auch wenn deine Verhalten trotzig war, es steckt was sehr entscheidendes darin.
Der Mann mag zwar sagen das er dich liebt und auch körperlich deine Nähe suchen, die Frage die sich mir aber stellt ist, wie bequem er es sich macht. Ich habe noch nicht ganz die Trennlinie gefunden, die er zieht.
Denn einerseits macht er Versprechungen, die er nicht einhält (nicht nur in Bezug auf seinen Beruf) und mißachtet damit deine Person. Es klingt schon fast respektlos, was er da macht mit dir.
Zum anderen will er gar keine eigenen Gedanken zu der Zukunft äußern, sondern paßt sich nahtlos an deine Vorstellungen an. Gehören nicht zur Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft zwei Menschen mit ihren eigenen Vorstellungen? Ist eine Übernahme dieser (deiner Vorstellungen) der richtige Weg?
Scheinbar nicht, denn andernfalls würden jetzt nicht seine wirklichen, eigenen Vorstellungen deine über den Haufen werfen. Es sollte seine eigene Entscheidung sein sich in deiner Nähe zu bewerben und nicht eine Bewerbung dir zu liebe.
Warum er dann eine Verlobung wollte, kann ich nicht verstehen. Es ist schon ein großes Versprechen, was er damit abgibt.

Ich denke, du wirst nicht umhin kommen mit ihm darüber nochmal zu sprechen und dann achte genau darauf wo er wieder Versprechen abgibt. Viele davon hat er bestimmt schon im voraus gebrochen. Psychisch mußt du dich damit nicht fertig machen.

Lieben Gruß
La_Penna
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#9 La_Penna

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Geschrieben 13. Januar 2006 - 13:14

Original von himbeerle
Hallo La Penna!
Hab deine Antwort auch gerade gesehen.
Naja, ich hab darüber nachgedacht, was du gesagt hast. Aber um Machtausübung geht es hier garantiert nicht. Im Gegenteil. Ich hab ihm immer seinen Freiraum gelassen, ihn bei seinen Projekten unterstützt, bin in den Ferien stundenlang in seinem Büro gesessen und hab mitgeholfen.
Ich war immer bereit, alles für diese Beziehung zu tun, hab ihm gut zugeredet wenn es ihm schlecht ging, ihn aufgefangen wenn er in ein Loch fiel.
Wir führen jetzt schon eine Weile eine Fernbeziehung und wir haben beide gemerkt, dass wir das nicht mehr wollen. Es wäre ein weniger großes Problem, wenn er von Anfang an klar gesagt hätte, was er will. Er hat mir oft genug gesagt, dass er nicht in die Schweiz gehen wird. Und kaum bietet sich die Gelegenheit, wirft er alles über den Haufen...
Ich bin ein sehr verlässlicher Mensch, habe aber immer toleriert, dass es bei ihm nicht ganz so ist, und nun ist es mir einfach zuviel geworden. Tut mir leid, wenn ihr das nicht versteht, trotzdem vielen Danke für eure Antworten, wie gesagt, bin für jede Meinung dankbar!


Wie du gesehen hast, habe ich ja meine Anicht schon etwas angepaßt.
Mal andersherum gefragt, wenn du dir schon *sorry* den "Arsch aufreißt" für diesen Mann, was hat er dir dafür gegeben?
Was ich mich auch noch frage ist, meinst du, dass du (bei aller Liebe) mit einem Mann zusammen sein willst, der dich sooft enttäuscht hat?

Lieben Gruß
La_Penna
Gerade wenn man glaubt etwas zu wissen, muß man es aus einer anderen Perspektive betrachten.
Wir sollten nur danach trachten, die Menschen zum Nachdenken anzuregen, nicht, sie zu überzeugen.

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#10 Lisabel

Lisabel

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Geschrieben 13. Januar 2006 - 13:18

Liebe himbeerle,
doch, doch, du hast mein (unser) Verständnis. Es wäre aber auch wichtig, dass du versuchst ihn zu verstehen, denke ich.

Ich schätze einmal, es geht hier nicht wirklich um die Schweiz oder um eine Fernbeziehung, sondern vermute ein ganz anderes Problem dahinter:
Du bist ein Mensch, der planen muss, um sich im Leben zurechtzufinden. Das ist gut und nachvollziehbar, aber nicht jeder ist so.

Kann es sein, dass dein Freund eben etwas anders gestrickt ist? Dass er seine Versprechungen in dem Moment, in dem er sie gibt, auch genauso meint, das bezweifle ich gar nicht, aber er ändert dann schneller seine Meinung als du. Er plant weniger und überlegt eher für den Augenblick. Er ist das spontaner, wenn nicht sogar sprunghafter als du.
Hier wäre für mich der Ansatzpunkt: einen Kompromiss zu finden über grundlegende Dinge wie Pläne und Spontanität, ist eine wichtige Voraussetzung für ein gemeinsames Leben.

Wenn sich einer einseitig durchsetzen will mit seiner Auffassung von Richtigkeit, dann ist das durchaus ein Machtspiel. Das ist jetzt aber nicht negativ gemeint, denn jede Beziehung ist auch ein Machtverhältnis. Auf die Ausgewogenheit kommt es an, wenn sie auf Dauer glücklich sein soll.

Ein Satz von dir fällt mir sehr auf:

Original von himbeerle
Er sagt selbst, dass es für ihn nicht darum geht sich zu entwickeln.


Das ganze Leben ist Entwicklung. Das ist nicht an eine Arbeit, einen Job oder an einen Ort gebunden. Was immer du (oder er) machst - auch deine Ausbildung, die du gerade besuchst - prägen und entwickeln dich in einer Weise, die konträr zu der des Partners steht. Eine schwierige Aufgabe, wenn man miteinander leben will, ist einen gleiche oder zumindest ähnliche Geschwindigkeit dieser Entwicklungen zu erreichen.

Aber ich schweife zuviel ab.

Und bitte dich nur noch, nicht in dieser Stimmung den Ring zu verschicken, du könntest es bereuen. Überschlaf es noch einmal, komm zur Ruhe und sprich doch noch mal mit ihm. Vll sieht die Welt schon morgen wieder ganz anders aus, hältst du das für möglich?

Einen lieben Gruß von
Lisabel





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