Nach Monaten immernoch nicht über Trennung hinweg
4 Antworten1'377 AufrufeGestartet von Bowlingkugel95 ·
Bowlingkugel95Themenstart
Hallo zusammen,
ich habe schon mal vor ein paar Monaten von meiner Trennung gepostet. Kurzfassung: Ich war in einer für mich wunderbaren, sehr harmonischen und innigen Beziehung, die mein Expartner völlig ohne Vorwarnung und ohne von ihm benennbaren Grund beendet hat. Es gab in der Beziehung nie Streit, keine grossen Meinungsverschiedenheiten oder Widersprüche bezüglich der Zukunft der Beziehung, nichts dergleichen. Ein paar Wochen darauf gab es ein erneutes Gespräch, wo ich meinen unsäglichen Schmerz in Worte fasste, was bei ihm eine sehr heftige Reaktion hervorrief: Er erniedrigte sich selber ("ich bin eh nicht gut genug für dich"), zeigte vollkommenes Unverständnis für meinen Schmerz und machte mir noch zum Vorwurf, dass ich ihn so offen wissen liess wie ich mich fühlte. Ich wiederum reagierte ebenfalls sehr aufgewühlt. Ich schrieb mir dann noch, wie sehr ihm selber dieser Schritt weh täte, und ass er es ja eigentlich gar nicht wolle sonder "müsse" etc. Das hat es für mich nicht einfacher gemacht. Wenn er es doch gar nicht wollte, wieso machte er es dann?
Anschliessend war mein herz komplett gebrochen. Ich habe mich wochenlang in den Schlaf geheult. Trotz kompletter Kontaktpause (von mir eingeleitet) kreisten meine Gedanken ständig um ihn und um das warum. Es wurde etwas besser, als ich mal mit einem Psychologen gesprochen habe. Dieser meinte, dass ich da wohl an einen extrem instabilen Menschen geraten sei, und dass mein Schmerz gerechtfertigt. Und das stimmt wohl auch; mir wurde erst nach der Trennung richtig bewusst, wie kaputt dieser Mensch ist. Er hat ein Kindheitstrauma (Missbrauch, Verlust eines Elternteils) und hat soweit ich weiss keine gesunden Beziehungen im direkten Umfeld vorgelebt bekommen, und war selber bisher nur in sehr instabilen Beziehungen. (Zwei längere Beziehungen, einmal mit einer Frau die ein Suchtproblem hatte, und einmal mit einer Frau, die eigentlich lesbisch ist und das zu verbergen versuchte). Er selber ist zwar arbeitend und abstinent, aber sein ganzer Freundeskreis besteht aus Leuten die entweder ein Suchtproblem haben, nicht arbeitend sind oder eine Kombination aus beidem.* Alle diese Menschen mit denen er interagiert haben gröbere Probleme im Leben. Mein Psychologe meinte, dass möglicherweise eine stabile Beziehung ihn da überfordert hat, weil das für Menschen in seiner Situation überfordernd sein kann. Dass er bei mir nicht ständig im Alarmmodus sein muss ihn womöglich verunsichert, weil er nicht wusste, ob er dem trauen kann. Das habe ich auch teilweise während der Beziehung gemerkt, als er sehr kurzlebige Freundschaften hatte, wo ich mir gedacht habe, das waren doch tolle, nette Leute, wieso bricht er mit denen Kontakt ab aber mit anderen die ihn nicht respektvoll behandeln nicht.
Seit ein paar Wochen haben wir wieder Kontakt. Meine Gefühle sind zwar unverändert da, aber ich sehe auch, dass ich mit jemand so instabilen keine Beziehung möchte. Ich bin auch jetzt die paar Treffen sehr gut mit meinen Gefühlen klar gekommen, hab während den treffen gar nicht daran gedacht, dass da mal "mehr" war. Das war auch mein Vorsatz: Er hat es beendet, er wollte nur noch Freundschaft, also lasse ich mir nicht anmerken und gebe ihm nur noch Freundschaft. Ich hatte in den letzten Wochen ein paar Momente, in denen ich wieder sehr traurig war, aber unterm Strich war es so okay.
Letzten Montag haben wir uns wieder getroffen und er erzählte mir von einem Malkurs, den er mit einer seiner Kolleginnen gegeben hat. Plötzlich hat er seine Erzählung unterbrochen: Er wisse nicht, ob ich die Gerüchte über ihn und diese Kollegin mitbekommen habe. Falls ja, das würde nicht stimmen, zwischen ihnen liefe nichts. Ich hatte keine Ahnung wovon er sprach. Etwas später fragte ich ihn, wieso er mir das wegen der Kollegin erzählt hat. Er meinte, er wolle nur klargestellt haben, dass da nichts ist, "einfach so".
Dann kam vorgestern unerwartet eine längere Sprachnachricht auf WhatsApp, als Antwort auf meine Frage hin, ob er diesen Dienstag mit gemeinsamen Freunden an ein Konzert kommen möchte. Darin sprach er davon, dass unsere Freundschaft für ihn wieder zu eng sei und dass er wieder etwas Abstand seiner mentalen Gesundheit zuliebe brauche. Mich hat das wieder sehr aufgewühlt, und ich habe ihm gesagt, dass ich das nicht verstehe. Wir haben uns nur im öffentlichen Raum getroffen und primär über unser gemeinsames Hobby, Musik und Gesellschaft/Politik unterhalten, nichts persönliches. Ich habe ihm das genau so gesagt, dass ich nicht verstehe, warum die Ansage nötig ist. ich habe ihn gefragt, ob er denn den Eindruck habe, dass ich unseren Kontakt nicht als rein Freundschaftlich sehe. Er meinte daraufhin dass er von mir nicht den Eindruck habe, dass ich "mehr" wolle, er einfach nochmal klarstellen wolle, dass da nie nie nie wieder "mehr" sein kann.
Mich hat diese "Klarstellung" verletzt und eher wieder zu neuen Unsicherheiten. Wir hatten als wir wieder anfingen uns zu treffen ausgemacht, dass das nur Freundschaftlich ist. Und diese Ansage von ihm lässt mich jetzt eher wieder zweifeln, ob das so ist. Weil ich verstehe nicht, wieso man das Bedürfnis hat, so etwas aufzurollen, wenn das Verhältnis geklärt ist und die andere Person sich entsprechend verhält. Ich hatte in Vergangenheit nur solche "Klarstellungsbedürfnisse", wenn ich mir selber eigentlich nicht sicher war und quasi Bestätigung von ausser brauchte. Z.B. bei einer guten Freundin, mit der ich die Freundschaft beendet hatte, aber eigentlich mir dem allem gar nicht sicher war, und darum das Bedürfnis hatte, zu ihr hinzugehen, das aufzurollen und von ihr Bestätigung zu holen dass die Freundschaft wirklich beendet ist.... Das hat mich jetzt alles wieder aufgewühlt, und meine Gefühle für ihn wieder an die Oberfläche befördert....
*Ich verurteile Menschen mit Suchtproblem oder Arbeitslose/Erwerbsunfähige nicht. Das sind einfach oft Menschen mit gröberen Problemen, wie sein Umfeld.
ich habe schon mal vor ein paar Monaten von meiner Trennung gepostet. Kurzfassung: Ich war in einer für mich wunderbaren, sehr harmonischen und innigen Beziehung, die mein Expartner völlig ohne Vorwarnung und ohne von ihm benennbaren Grund beendet hat. Es gab in der Beziehung nie Streit, keine grossen Meinungsverschiedenheiten oder Widersprüche bezüglich der Zukunft der Beziehung, nichts dergleichen. Ein paar Wochen darauf gab es ein erneutes Gespräch, wo ich meinen unsäglichen Schmerz in Worte fasste, was bei ihm eine sehr heftige Reaktion hervorrief: Er erniedrigte sich selber ("ich bin eh nicht gut genug für dich"), zeigte vollkommenes Unverständnis für meinen Schmerz und machte mir noch zum Vorwurf, dass ich ihn so offen wissen liess wie ich mich fühlte. Ich wiederum reagierte ebenfalls sehr aufgewühlt. Ich schrieb mir dann noch, wie sehr ihm selber dieser Schritt weh täte, und ass er es ja eigentlich gar nicht wolle sonder "müsse" etc. Das hat es für mich nicht einfacher gemacht. Wenn er es doch gar nicht wollte, wieso machte er es dann?
Anschliessend war mein herz komplett gebrochen. Ich habe mich wochenlang in den Schlaf geheult. Trotz kompletter Kontaktpause (von mir eingeleitet) kreisten meine Gedanken ständig um ihn und um das warum. Es wurde etwas besser, als ich mal mit einem Psychologen gesprochen habe. Dieser meinte, dass ich da wohl an einen extrem instabilen Menschen geraten sei, und dass mein Schmerz gerechtfertigt. Und das stimmt wohl auch; mir wurde erst nach der Trennung richtig bewusst, wie kaputt dieser Mensch ist. Er hat ein Kindheitstrauma (Missbrauch, Verlust eines Elternteils) und hat soweit ich weiss keine gesunden Beziehungen im direkten Umfeld vorgelebt bekommen, und war selber bisher nur in sehr instabilen Beziehungen. (Zwei längere Beziehungen, einmal mit einer Frau die ein Suchtproblem hatte, und einmal mit einer Frau, die eigentlich lesbisch ist und das zu verbergen versuchte). Er selber ist zwar arbeitend und abstinent, aber sein ganzer Freundeskreis besteht aus Leuten die entweder ein Suchtproblem haben, nicht arbeitend sind oder eine Kombination aus beidem.* Alle diese Menschen mit denen er interagiert haben gröbere Probleme im Leben. Mein Psychologe meinte, dass möglicherweise eine stabile Beziehung ihn da überfordert hat, weil das für Menschen in seiner Situation überfordernd sein kann. Dass er bei mir nicht ständig im Alarmmodus sein muss ihn womöglich verunsichert, weil er nicht wusste, ob er dem trauen kann. Das habe ich auch teilweise während der Beziehung gemerkt, als er sehr kurzlebige Freundschaften hatte, wo ich mir gedacht habe, das waren doch tolle, nette Leute, wieso bricht er mit denen Kontakt ab aber mit anderen die ihn nicht respektvoll behandeln nicht.
Seit ein paar Wochen haben wir wieder Kontakt. Meine Gefühle sind zwar unverändert da, aber ich sehe auch, dass ich mit jemand so instabilen keine Beziehung möchte. Ich bin auch jetzt die paar Treffen sehr gut mit meinen Gefühlen klar gekommen, hab während den treffen gar nicht daran gedacht, dass da mal "mehr" war. Das war auch mein Vorsatz: Er hat es beendet, er wollte nur noch Freundschaft, also lasse ich mir nicht anmerken und gebe ihm nur noch Freundschaft. Ich hatte in den letzten Wochen ein paar Momente, in denen ich wieder sehr traurig war, aber unterm Strich war es so okay.
Letzten Montag haben wir uns wieder getroffen und er erzählte mir von einem Malkurs, den er mit einer seiner Kolleginnen gegeben hat. Plötzlich hat er seine Erzählung unterbrochen: Er wisse nicht, ob ich die Gerüchte über ihn und diese Kollegin mitbekommen habe. Falls ja, das würde nicht stimmen, zwischen ihnen liefe nichts. Ich hatte keine Ahnung wovon er sprach. Etwas später fragte ich ihn, wieso er mir das wegen der Kollegin erzählt hat. Er meinte, er wolle nur klargestellt haben, dass da nichts ist, "einfach so".
Dann kam vorgestern unerwartet eine längere Sprachnachricht auf WhatsApp, als Antwort auf meine Frage hin, ob er diesen Dienstag mit gemeinsamen Freunden an ein Konzert kommen möchte. Darin sprach er davon, dass unsere Freundschaft für ihn wieder zu eng sei und dass er wieder etwas Abstand seiner mentalen Gesundheit zuliebe brauche. Mich hat das wieder sehr aufgewühlt, und ich habe ihm gesagt, dass ich das nicht verstehe. Wir haben uns nur im öffentlichen Raum getroffen und primär über unser gemeinsames Hobby, Musik und Gesellschaft/Politik unterhalten, nichts persönliches. Ich habe ihm das genau so gesagt, dass ich nicht verstehe, warum die Ansage nötig ist. ich habe ihn gefragt, ob er denn den Eindruck habe, dass ich unseren Kontakt nicht als rein Freundschaftlich sehe. Er meinte daraufhin dass er von mir nicht den Eindruck habe, dass ich "mehr" wolle, er einfach nochmal klarstellen wolle, dass da nie nie nie wieder "mehr" sein kann.
Mich hat diese "Klarstellung" verletzt und eher wieder zu neuen Unsicherheiten. Wir hatten als wir wieder anfingen uns zu treffen ausgemacht, dass das nur Freundschaftlich ist. Und diese Ansage von ihm lässt mich jetzt eher wieder zweifeln, ob das so ist. Weil ich verstehe nicht, wieso man das Bedürfnis hat, so etwas aufzurollen, wenn das Verhältnis geklärt ist und die andere Person sich entsprechend verhält. Ich hatte in Vergangenheit nur solche "Klarstellungsbedürfnisse", wenn ich mir selber eigentlich nicht sicher war und quasi Bestätigung von ausser brauchte. Z.B. bei einer guten Freundin, mit der ich die Freundschaft beendet hatte, aber eigentlich mir dem allem gar nicht sicher war, und darum das Bedürfnis hatte, zu ihr hinzugehen, das aufzurollen und von ihr Bestätigung zu holen dass die Freundschaft wirklich beendet ist.... Das hat mich jetzt alles wieder aufgewühlt, und meine Gefühle für ihn wieder an die Oberfläche befördert....
*Ich verurteile Menschen mit Suchtproblem oder Arbeitslose/Erwerbsunfähige nicht. Das sind einfach oft Menschen mit gröberen Problemen, wie sein Umfeld.
Du hast noch deutliche Gefühle für ihn. Da nur eine Freundschaft aufrecht erhalten zu wollen, ist mit solchen Gefühlen schwierig. Du verletzt dich so nur selber. Vielleicht schwingte noch ein bisschen die Hoffnung auf eine zweite Chance. Die solltest du dir nun deutlich abschminken. Der Typ ist in dem Sinne instabil, in dem er dir nicht von Anfang an klar sagen konnte, was Sache ist. Ihr hattet nie Streit, alles war ja supi. Ich nehme aber an, dass seine Gefühle für dich nicht mehr da sind und genau das konnte/wollte er dir (warum auch immer) so nicht sagen.
Sei traurig darüber. Das ist wohl mehr als nur verständlich, aber meide bis auf Weiteres den Kontakt zu ihm. Dieses Theater musst du dir wirklich nicht noch zusätzlich zu deinem Schmerz antun.
Sei traurig darüber. Das ist wohl mehr als nur verständlich, aber meide bis auf Weiteres den Kontakt zu ihm. Dieses Theater musst du dir wirklich nicht noch zusätzlich zu deinem Schmerz antun.
Ist er auch in psychologischer Behandlung? Da gehört er dringend hin. Ich sehe es so: er hat hat auf jeden Fall Gefühle für dich und eine wahnsinnige Angst dich zu verletzten. Er traut sich selbst nicht. Das ist ein sehr extremes Schutzschild das er sich da aufbaut. Willst du auf Dauer damit konfrontiert werden? Es ist Schade das er sich selbst so im Weg steht. Mit dir hätte er eine verständnisvolle Partnerin gehabt.
Ich kann halt irgendwie schwer glauben, dass seine Gefühle nicht mehr da sind. Dann würde es ihn doch nicht mehr beschäftigen. Heute kam noch ein Brief, in dem er noch einmal extrem ausführlich erklärt wieso das alles sooo schwierig für ihn sei, wie viel Stress der Kontakt mit mir ihm bereite, aber dass er trotzdem uuunbedingt die Freundschaft bewahren möchte.
Er ist in psychiatrischer Behandlung. Ich würde ihn so gerne einfach ganz direkt fragen, vor was er solche Angst hat....
Er ist in psychiatrischer Behandlung. Ich würde ihn so gerne einfach ganz direkt fragen, vor was er solche Angst hat....
bearbeitet #5
Ich kann halt irgendwie schwer glauben, dass seine Gefühle nicht mehr da sind. Dann würde es ihn doch nicht mehr beschäftigen. Heute kam noch ein Brief, in dem er noch einmal extrem ausführlich erklärt wieso das alles sooo schwierig für ihn sei, wie viel Stress der Kontakt mit mir ihm bereite, aber dass er trotzdem uuunbedingt die Freundschaft bewahren möchte.
Er ist in psychiatrischer Behandlung. Ich würde ihn so gerne einfach ganz direkt fragen, vor was er solche Angst hat....
Er hat Gefühle für dich, aber vielleicht nur freundschaftliche Gefühle und darum möchte er auch die Freundschaft aufrecht erhalten. Das wäre jedenfalls eine Möglichkeit. Schlussendlich kann ich das aber sicher zu wenig einschätzen, auch klar.
Ich kenne nur das Verhalten und den Umgang mit beziehungsgestörten Menschen. Wenn sie sich unsicher sind und sie irgendwie eine Art von Liebe und Verliebtheit spüren, suchen sie trotzdem auf irgend eine Art den intensiveren Kontakt und belassen die Sache nicht auf einer rein freundschaftlichen Ebene (auch wenn sie das im ersten Moment sagen). Beziehungsgestörte Menschen habe zusätzlich das Problem, Freundschaften richtig einzuordnen und sie mit ihren Gefühlen in Einklang zu bringen. Ab wann ist es Liebe, wo nur Sympathie, wie geht man damit um, was verletzt die anderen, wie geht man damit um, welche Erwartungen haben die anderen mir gegenüber, welche muss/kann ich überhaupt erfüllen? ect... Alles Fragen, mit denen sich Beziehungsgestörte schwer tun und darum ein normaler Kontakt zu anderen schnell zu viel werden kann.
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