unbeholfen
New member
Hallo Community,
ich schreibe diesen Text, weil ich das Gefühl habe, dass ich mit allem, was passiert ist, nicht mehr allein im Kopf klar komme. Ich habe eine intensive, schöne, aber auch unglaublich schmerzhafte Beziehung erlebt, die mich verändert hat – mehr als jede andere. Ich habe Fehler gemacht, schlimme sogar. Und ich versuche jetzt, Verantwortung zu übernehmen – ehrlich und ernsthaft.
Vielleicht hilft mir dieser Text, das Vergangene zu sortieren. Vielleicht hilft er auch jemand anderem, der gerade ähnliche Wege geht.
------------------------------------------
Im April 2024, durch puren Zufall, begegnete ich meiner späteren Partnerin. Ich war IT-Mitarbeiter in einem Konzern, sie arbeitete dort in der Gastronomie. Es begann harmlos – sie brachte mir ab und zu eine Waffel. An einem Tag, als der Gastrobereich eigentlich schon zu war, machte sie mir trotzdem noch eine – diese Geste wurde zum Beginn von allem.
Sie beichte mir später, sie hatte mich schon länger im Visier, weil ich ihr wirklich sehr gefallen würde.
Ich nutzte die Gelegenheit, sprach sie an. Es funkte sofort. Am selben Abend oder Tag später trafen wir uns zum Feiern. Sie sagte mir ehrlich, dass sie in einer Beziehung war – aber diese sei längst nur noch ein Schatten. Kaum noch Kontakt, keine Gefühle mehr. Was sie mir sagte, hat sich eingebrannt: „Ich habe noch nie einem Mann in einer Beziehung meine Nummer gegeben – aber bei dir konnte ich nicht anders.“
Am Ende dieser Nacht übernachtete sie bei mir – aber ohne dass etwas passierte. Aus Respekt. Ich brachte sie am nächsten Tag heim.
Am 20. Mai 2024 wurden wir offiziell ein Paar. Sie beendete ihre alte Beziehung – schmerzlos und endgültig. Ihr vorheriger Partner hätte eh kein Interesse mehr an ihr gehabt. Wir begannen mit etwas Echtem.
Was dann folgte, war besonders. Wir verbrachten jede freie Minute miteinander. Ich lernte ihre Eltern kennen – ein sofortiges Gefühl von Zuhause. Lange Gespräche mit ihrer Mutter, ehrliche Nähe. Ich hatte schon Beziehungen – sogar eine, die vier Jahre dauerte. Aber so etwas wie mit ihr… das war neu.
Sie war tiefgründig, reflektiert, emotional reif. Und sie nahm das Wort „Liebe“ ernst. Es kam spät – aber als es kam, war es echt. Ihre Intention war klar: Keine Spielchen, keine wilden Phasen, sondern irgendwann ankommen. Familie. Sicherheit. Partnerschaft auf Augenhöhe.
Nach etwa drei Monaten Beziehung zogen wir zusammen. Ich hatte meine WG verlassen und konnte die neue Wohnung vorerst nicht allein tragen. Es war aber nicht nur Vernunft – wir wollten es beide. Die erste Zeit war schön. Es fühlte sich wie der nächste logische Schritt an. Und doch: Es war zu früh.
Ab August 2024 änderte sich etwas in mir. Ich verlor meinen Job zum 31.07., war aber schon seit Juni praktisch nicht mehr im Unternehmen. Ich fiel in ein Loch. Zu viel Zeit. Zu viele Gedanken. Und irgendwann: Ich begann, an allem zu zweifeln – auch an ihr. Ohne Grund.
Ich begann, sie respektlos zu behandeln. Ich suchte Fehler in ihr, wo keine waren. Ich war kalt, kritisch, impulsiv. Ich konnte meine Gedanken nicht mehr steuern. In einem Streit beleidigte ich sie schlimm. Es war, als hätte sich ein dunkler Teil von mir geöffnet – einer, den ich vorher selbst nicht kannte.
Im September 2024 holten wir uns zwei Kitten. Beide wollten wir mehr Leben um uns herum, etwas, das uns verbindet. Es half – kurz. Doch mein innerer Absturz war nicht aufzuhalten.
Sie gab nicht auf. Sie kämpfte, glaubte an mich. Doch ich war zu sehr mit mir selbst beschäftigt. Ich verstand nicht, was mit mir los war – also beendete ich die Beziehung im Dezember 2024. Ohne Lösung, ohne Klarheit. Einfach Flucht.
Trotz der Trennung lebten wir weiterhin zusammen – die Wohnung lief bis März. Es gab nochmal Nähe. Dann wurde sie schwanger.
Sie machte den Test, während ich zu Hause war, und sagte es mir sofort. Ich war überfordert, aber versuchte ruhig zu bleiben. Ich sagte, es sei ihre Entscheidung – ich stünde hinter ihr. Sie entschied sich für einen medikamentösen Abbruch.
Am Tag des Eingriffs war ich nicht für sie da. Ich war im Bewerbungsgespräch - zuhause. Ich vergaß es. Ich ließ sie auf der Toilette zurück – voller Schmerzen, allein. Auch wenn ich unter Emetophobie leide – das war keine Entschuldigung, sondern irgendwie keine Wahrnehmung meinerseits.
Später machte sie den zweiten Eingriff bei ihren Eltern. Ich verstand nicht, warum – dabei war es klar: Sie konnte sich bei mir nicht mehr sicher fühlen. Ich war nicht für sie da.
Am 14. Februar 2025 zogen wir aus. Es war emotional. Am nächsten Tag sahen wir uns wieder – Reinigung und Übergabe der Wohnung. Die Nähe war noch da, wir verstanden uns wirklich so, so gut.
Ich merkte: Ich will sie zurück. Ich kämpfte. Wir trafen uns wieder – und dann: der Unfall. Sie fuhr mir beim Abschied ins Auto. Fast Totalschaden. Ich blieb ruhig, kümmerte mich. Sie war unter Schock. Ich war einfach nur froh, dass ihr nichts passiert war. Es berührte sie sehr.
Sie sprach mit ihren Eltern. Sie erzählte alles. Der Vater war entsetzt, die Mutter neutral. Aber sie traf ihre Entscheidungen immer selbst, auch wo die Eltern eher dazu tendierten ihr davon abzuraten. Immer.
Am 20.02 kamen wir wieder zusammen und alles lief wirklich sehr gut. Doch dann zog ich – aus privaten Gründen – vorübergehend bei ihr im April ein. Und wiederholte exakt dieselben Fehler. Ich war fordernd, kontrollierend, emotionslos. ich verhielt mich nicht wie ein Gast, sondern wie der Hausherr. Ich ignorierte ihre Bedürfnisse. Ich drohte mit Trennung, gerade in impulsiven Situationen, wann immer es mir passte. Und sie? Sie zog sich zurück. Hatte Angst, mit mir offen zu reden. Fühlte sich nicht mehr wohl, nach Hause zu kommen.
Am 01.05.2025 kam es zum Bruch. Ich war am Vortag nicht nach Hause gekommen, weil ich glaubte, sie würde irgendwas tun, obwohl es zuvor in der gesamten Beziehung nie Zweifel zwischen uns beiden gab, gerade was das Vertrauen anging. Einfach ein alter Trigger – meine Ex hatte mich einmal betrogen. Doch sie war nur auf einem Fest – mit einer Freundin, die Unterstützung brauchte.
Am nächsten Tag machte sie mir eine klare, schmerzhafte, aber ehrliche Ansage, die ich zuvor noch nie erlebt habe. Von keinem Menschen. Es war das erste Mal, dass mir jemand so direkt und unverblümt den Spiegel vorhielt. Und es hat etwas in mir verändert. Das war der Moment, in dem ich aufwachte. Nicht nur verstand – sondern wirklich fühlte, was ich angerichtet hatte.
Ich konnte sie nicht loslassen. Ich schrieb ihr. Stellte kleine Aufmerksamkeiten hin. Am 06.05. schrieb sie mir nachts, es gehe ihr schlecht. Ich fuhr am nächsten Tag direkt zu ihr, um nach ihr zu schauen. Sie war körperlich und seelisch am Ende, also kümmerte ich mich erstmal um sie und fuhr anschließend wieder heim.
Bis zum 07.05. sahen wir uns noch, danach nur per Telefon. Ich schrieb ihr weiter, obwohl sie sagte, sie brauche Ruhe.
Am 12.05. zog ich dann bewusst die Grenze: Ich sagte ihr, dass ich ihr Zeit gebe – ohne Druck, ohne Forderung. Wenn sie zurückkommen wolle, dann nur aus freiem Willen. Ich möchte nur nicht länger im ungewissen hängen, einfach weil es mir selbst schon nicht gut ginge.
Am 11.05. fuhr sie mit ihrer Mutter in den Urlaub. Am 14.05. war sie plötzlich bei Snapchat aktiv – einer App, die wir bewusst gemieden hatten. Ich schrieb sie an, weil es mir sehr suspekt schien.
Dann kam folgte irgendwann eine Antwort. Sie schrieb "Sie wollte nur schauen, ob ich hier aktiv wäre", was natürlich nicht stimmte. Also sagte ich erneut, sie wäre nicht nur wegen mir hier. Sie erzählte mir dann den Grund und teilte zugleich mit "Wenn wir schon dabei sind",
„Mir geht es seit dem letzten Gespräch richtig scheiße. Ich weiß nicht, ob meine Entscheidung richtig war. Ich bin den ganzen Tag in Gedanken und am weinen.“
Am 15.05. rief ich sie dann einfach an. Ich wollte wissen, was lost ist. Sie war erschöpft, aber liebevoll. Sagte, sie könne aktuell keine Beziehung führen – einfach weil wir uns beide erstmal weiterentwickeln müssen, da wir uns sonst nur im Kreis drehen. Sie wüste aber nicht was in der Zukunft kommen würde, wäre aber nicht abgeneigt. Sie meinte sie glaube daran, wenn zwei Menschen füreinander bestimmt sind, das sie auch wieder zusammenfinden würden. Sie wolle meine Veränderung nicht beobachten, sondern erleben, wenn sie sich jemals nochmal melden würde. Denn sie würde sich nie wieder bei mir melden, wenn sie es nicht nochmal ernsthaft wollen würde. Sie möchte wenn eine Veränderung spüren, dass ich wieder genau so bin, wie ich zu Anfang war, bevor ich in ein Loch viel und co.
Sie hat Angst, dass ich mich neu verlieben könnte. Dass ich dann vergeben bin, wenn sie sich doch nochmal meldet. Sie sagte, sie wolle momentan keinen neuen Menschen in ihrem Leben – aber natürlich müsse jeder seinen Weg gehen.
Beim Telefonat trug sie meine Jacke. Hatte meine alte Kette um. Sie war emotional – wir beide. Ich sagte ihr, ich entferne sie von Social Media – nicht aus Trotz, sondern weil es so einfacher für mich wäre. Um sie nicht mehr ständig vor Augen zu haben bzw. zu schauen, was sie macht.
Ich habe alles zerstört. Einfach weil ich leider zuvor noch nie gemerkt habe, was wirklich Liebe ist, weil ich so zuvor noch nie behandelt und geliebt wurde.
ich schreibe diesen Text, weil ich das Gefühl habe, dass ich mit allem, was passiert ist, nicht mehr allein im Kopf klar komme. Ich habe eine intensive, schöne, aber auch unglaublich schmerzhafte Beziehung erlebt, die mich verändert hat – mehr als jede andere. Ich habe Fehler gemacht, schlimme sogar. Und ich versuche jetzt, Verantwortung zu übernehmen – ehrlich und ernsthaft.
Vielleicht hilft mir dieser Text, das Vergangene zu sortieren. Vielleicht hilft er auch jemand anderem, der gerade ähnliche Wege geht.
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Im April 2024, durch puren Zufall, begegnete ich meiner späteren Partnerin. Ich war IT-Mitarbeiter in einem Konzern, sie arbeitete dort in der Gastronomie. Es begann harmlos – sie brachte mir ab und zu eine Waffel. An einem Tag, als der Gastrobereich eigentlich schon zu war, machte sie mir trotzdem noch eine – diese Geste wurde zum Beginn von allem.
Sie beichte mir später, sie hatte mich schon länger im Visier, weil ich ihr wirklich sehr gefallen würde.
Ich nutzte die Gelegenheit, sprach sie an. Es funkte sofort. Am selben Abend oder Tag später trafen wir uns zum Feiern. Sie sagte mir ehrlich, dass sie in einer Beziehung war – aber diese sei längst nur noch ein Schatten. Kaum noch Kontakt, keine Gefühle mehr. Was sie mir sagte, hat sich eingebrannt: „Ich habe noch nie einem Mann in einer Beziehung meine Nummer gegeben – aber bei dir konnte ich nicht anders.“
Am Ende dieser Nacht übernachtete sie bei mir – aber ohne dass etwas passierte. Aus Respekt. Ich brachte sie am nächsten Tag heim.
Am 20. Mai 2024 wurden wir offiziell ein Paar. Sie beendete ihre alte Beziehung – schmerzlos und endgültig. Ihr vorheriger Partner hätte eh kein Interesse mehr an ihr gehabt. Wir begannen mit etwas Echtem.
Was dann folgte, war besonders. Wir verbrachten jede freie Minute miteinander. Ich lernte ihre Eltern kennen – ein sofortiges Gefühl von Zuhause. Lange Gespräche mit ihrer Mutter, ehrliche Nähe. Ich hatte schon Beziehungen – sogar eine, die vier Jahre dauerte. Aber so etwas wie mit ihr… das war neu.
Sie war tiefgründig, reflektiert, emotional reif. Und sie nahm das Wort „Liebe“ ernst. Es kam spät – aber als es kam, war es echt. Ihre Intention war klar: Keine Spielchen, keine wilden Phasen, sondern irgendwann ankommen. Familie. Sicherheit. Partnerschaft auf Augenhöhe.
Nach etwa drei Monaten Beziehung zogen wir zusammen. Ich hatte meine WG verlassen und konnte die neue Wohnung vorerst nicht allein tragen. Es war aber nicht nur Vernunft – wir wollten es beide. Die erste Zeit war schön. Es fühlte sich wie der nächste logische Schritt an. Und doch: Es war zu früh.
Ab August 2024 änderte sich etwas in mir. Ich verlor meinen Job zum 31.07., war aber schon seit Juni praktisch nicht mehr im Unternehmen. Ich fiel in ein Loch. Zu viel Zeit. Zu viele Gedanken. Und irgendwann: Ich begann, an allem zu zweifeln – auch an ihr. Ohne Grund.
Ich begann, sie respektlos zu behandeln. Ich suchte Fehler in ihr, wo keine waren. Ich war kalt, kritisch, impulsiv. Ich konnte meine Gedanken nicht mehr steuern. In einem Streit beleidigte ich sie schlimm. Es war, als hätte sich ein dunkler Teil von mir geöffnet – einer, den ich vorher selbst nicht kannte.
Im September 2024 holten wir uns zwei Kitten. Beide wollten wir mehr Leben um uns herum, etwas, das uns verbindet. Es half – kurz. Doch mein innerer Absturz war nicht aufzuhalten.
Sie gab nicht auf. Sie kämpfte, glaubte an mich. Doch ich war zu sehr mit mir selbst beschäftigt. Ich verstand nicht, was mit mir los war – also beendete ich die Beziehung im Dezember 2024. Ohne Lösung, ohne Klarheit. Einfach Flucht.
Trotz der Trennung lebten wir weiterhin zusammen – die Wohnung lief bis März. Es gab nochmal Nähe. Dann wurde sie schwanger.
Sie machte den Test, während ich zu Hause war, und sagte es mir sofort. Ich war überfordert, aber versuchte ruhig zu bleiben. Ich sagte, es sei ihre Entscheidung – ich stünde hinter ihr. Sie entschied sich für einen medikamentösen Abbruch.
Am Tag des Eingriffs war ich nicht für sie da. Ich war im Bewerbungsgespräch - zuhause. Ich vergaß es. Ich ließ sie auf der Toilette zurück – voller Schmerzen, allein. Auch wenn ich unter Emetophobie leide – das war keine Entschuldigung, sondern irgendwie keine Wahrnehmung meinerseits.
Später machte sie den zweiten Eingriff bei ihren Eltern. Ich verstand nicht, warum – dabei war es klar: Sie konnte sich bei mir nicht mehr sicher fühlen. Ich war nicht für sie da.
Am 14. Februar 2025 zogen wir aus. Es war emotional. Am nächsten Tag sahen wir uns wieder – Reinigung und Übergabe der Wohnung. Die Nähe war noch da, wir verstanden uns wirklich so, so gut.
Ich merkte: Ich will sie zurück. Ich kämpfte. Wir trafen uns wieder – und dann: der Unfall. Sie fuhr mir beim Abschied ins Auto. Fast Totalschaden. Ich blieb ruhig, kümmerte mich. Sie war unter Schock. Ich war einfach nur froh, dass ihr nichts passiert war. Es berührte sie sehr.
Sie sprach mit ihren Eltern. Sie erzählte alles. Der Vater war entsetzt, die Mutter neutral. Aber sie traf ihre Entscheidungen immer selbst, auch wo die Eltern eher dazu tendierten ihr davon abzuraten. Immer.
Am 20.02 kamen wir wieder zusammen und alles lief wirklich sehr gut. Doch dann zog ich – aus privaten Gründen – vorübergehend bei ihr im April ein. Und wiederholte exakt dieselben Fehler. Ich war fordernd, kontrollierend, emotionslos. ich verhielt mich nicht wie ein Gast, sondern wie der Hausherr. Ich ignorierte ihre Bedürfnisse. Ich drohte mit Trennung, gerade in impulsiven Situationen, wann immer es mir passte. Und sie? Sie zog sich zurück. Hatte Angst, mit mir offen zu reden. Fühlte sich nicht mehr wohl, nach Hause zu kommen.
Am 01.05.2025 kam es zum Bruch. Ich war am Vortag nicht nach Hause gekommen, weil ich glaubte, sie würde irgendwas tun, obwohl es zuvor in der gesamten Beziehung nie Zweifel zwischen uns beiden gab, gerade was das Vertrauen anging. Einfach ein alter Trigger – meine Ex hatte mich einmal betrogen. Doch sie war nur auf einem Fest – mit einer Freundin, die Unterstützung brauchte.
Am nächsten Tag machte sie mir eine klare, schmerzhafte, aber ehrliche Ansage, die ich zuvor noch nie erlebt habe. Von keinem Menschen. Es war das erste Mal, dass mir jemand so direkt und unverblümt den Spiegel vorhielt. Und es hat etwas in mir verändert. Das war der Moment, in dem ich aufwachte. Nicht nur verstand – sondern wirklich fühlte, was ich angerichtet hatte.
Ich konnte sie nicht loslassen. Ich schrieb ihr. Stellte kleine Aufmerksamkeiten hin. Am 06.05. schrieb sie mir nachts, es gehe ihr schlecht. Ich fuhr am nächsten Tag direkt zu ihr, um nach ihr zu schauen. Sie war körperlich und seelisch am Ende, also kümmerte ich mich erstmal um sie und fuhr anschließend wieder heim.
Bis zum 07.05. sahen wir uns noch, danach nur per Telefon. Ich schrieb ihr weiter, obwohl sie sagte, sie brauche Ruhe.
Am 12.05. zog ich dann bewusst die Grenze: Ich sagte ihr, dass ich ihr Zeit gebe – ohne Druck, ohne Forderung. Wenn sie zurückkommen wolle, dann nur aus freiem Willen. Ich möchte nur nicht länger im ungewissen hängen, einfach weil es mir selbst schon nicht gut ginge.
Am 11.05. fuhr sie mit ihrer Mutter in den Urlaub. Am 14.05. war sie plötzlich bei Snapchat aktiv – einer App, die wir bewusst gemieden hatten. Ich schrieb sie an, weil es mir sehr suspekt schien.
Dann kam folgte irgendwann eine Antwort. Sie schrieb "Sie wollte nur schauen, ob ich hier aktiv wäre", was natürlich nicht stimmte. Also sagte ich erneut, sie wäre nicht nur wegen mir hier. Sie erzählte mir dann den Grund und teilte zugleich mit "Wenn wir schon dabei sind",
„Mir geht es seit dem letzten Gespräch richtig scheiße. Ich weiß nicht, ob meine Entscheidung richtig war. Ich bin den ganzen Tag in Gedanken und am weinen.“
Am 15.05. rief ich sie dann einfach an. Ich wollte wissen, was lost ist. Sie war erschöpft, aber liebevoll. Sagte, sie könne aktuell keine Beziehung führen – einfach weil wir uns beide erstmal weiterentwickeln müssen, da wir uns sonst nur im Kreis drehen. Sie wüste aber nicht was in der Zukunft kommen würde, wäre aber nicht abgeneigt. Sie meinte sie glaube daran, wenn zwei Menschen füreinander bestimmt sind, das sie auch wieder zusammenfinden würden. Sie wolle meine Veränderung nicht beobachten, sondern erleben, wenn sie sich jemals nochmal melden würde. Denn sie würde sich nie wieder bei mir melden, wenn sie es nicht nochmal ernsthaft wollen würde. Sie möchte wenn eine Veränderung spüren, dass ich wieder genau so bin, wie ich zu Anfang war, bevor ich in ein Loch viel und co.
Sie hat Angst, dass ich mich neu verlieben könnte. Dass ich dann vergeben bin, wenn sie sich doch nochmal meldet. Sie sagte, sie wolle momentan keinen neuen Menschen in ihrem Leben – aber natürlich müsse jeder seinen Weg gehen.
Beim Telefonat trug sie meine Jacke. Hatte meine alte Kette um. Sie war emotional – wir beide. Ich sagte ihr, ich entferne sie von Social Media – nicht aus Trotz, sondern weil es so einfacher für mich wäre. Um sie nicht mehr ständig vor Augen zu haben bzw. zu schauen, was sie macht.
Ich habe alles zerstört. Einfach weil ich leider zuvor noch nie gemerkt habe, was wirklich Liebe ist, weil ich so zuvor noch nie behandelt und geliebt wurde.
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