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"Öffne endlich deine Augen"

0 Antworten508 AufrufeGestartet von Pain ·

PainThemenstart
#1
..hat er gesagt

Hallo erstmal..

Ich bin neu und ziemlich verzweifelt, sonst wär ich ja kaum hier.. ;)

Sowas in einem Forum niederzulegen ist mir völlig neu, ich hab Freunde mit denen ich reden kann, auch Familie mit Gehör und doch steh ich irgendwie allein und bin am Boden.

Nun erstmal fällt es mir schon schwer überhaupt zu beschreiben was mir passiert ist und wie es dazu kam. Denn es war keine "herkömmliche" Beziehung in dem Sinne..sollte es werden, aber alles kam anders.

Zur Vorgeschichte:

Mein Leben besteht aus einem ganzen Haufen verzwackten Beziehungskisten, ich hab mein ganzes Leben lang viel Energien aufgebracht mir nur Männer zu suchen die nur an meiner Oberfläche kratzen konnten, am besten nur fürs Bett aber bloß nicht nah an mich ranlassen.

Mit Mitte 20, also vor 10 Jahren hab ich eine Therapie gehabt da ich mit starken Schüben von Depression zu kämpfen habe, seid mir mit Anfang 20 ein Schleier von den Augen fiel und Kindheitserinnerungen in mir hochkamen die von da an ab mein Leben bestimmten.

Der erste Mann, der in meinem Leben wichtig war hat mein Vetrauen aufs tiefste mißbraucht.

Ich hab das zwar ganz gut verarbeitet, aber Beziehungsfähigigkeit ist auf der Strecke geblieben und doch in der Tiefe meines Herzens sehnt es mich nach einer stabilen Beziehung und nach einer Partnerschaft in der man Halt finden kann.

Nun stehe ich da im Leben, hab Arbeit, Freunde, Tiere und noch ein Hobby ein Onlinespiel.

In diesem Spiel lernte ich "ihn" kennen.

Man spielt also zusammen, entdeckt zusammen die pixelige Fabelwelt und unterhält sich dabei.

Auch Freunde spielen und es ist wie ein zweiter Freundeskreis, den man hegt und pflegt.

Ich mach das nun schon seid 6 Jahren Hobbymäßig wenn andere Abends in die Röhre gucken, daddel ich halt und er auch.

Weihnachten '09 hatten wir die ersten Gespräche persönlicher Natur, er ist ein interessanter Mensch, lebte zu dem Zeitpunkt im Ausland und hatte einfach viel interessantes zu erzählen, sein Humor, seine Einstellung zum Leben..seine Stimme dazu ..alles fesselte mich von Anfang an.

Ich kann das schwer beschreiben, aber es ist möglich nähe zu einem Menschen aufzubauen den man nie sah.

Er hat mir von Anfang an viel Interesse und Neugier entgegengebracht und dadurch das es auf so einer distanzierten Ebene war fühlte ich mich weniger bedroht durch ihn oder durch meine langsam aufkommenden Gefühle.

Wir haben Stunden und Stunden nur gequatscht, irgendwann ist man nicht mehr zum spielen online gegangen sondern nur um mit dem anderen was "zu unternehmen". Später weitete sich das aufs Festnetz aus und wir haben ganze Nächte telefoniert, sind zusammen eingeschlafen und wenn Wochenende war gleich morgends wieder angefangen. Monatelang..

Pläne kamen..er wollte im April zurück nach Deutschland in eine Stadt 2 St von mir entfernt. Wir wollten uns treffen und es war schon Rede von einer gemeinsamen Zukunft, wenn es so bliebe.

Je näher der Tag seiner Heimreise kam desto nervöser wurde ich, zickiger, nörgeliger, Ängste kamen auf über die ich nicht mit ihm reden konnte, hab mir aber auch keine Hilfe gesucht..und als er dann fragte ob er direkt von der Fähre quasie zu mir kommen könnte lehnte ich ab und stieß ihn das erste mal weg.

Er war sehr gekränkt, legte direkt auf und als wir einen Tag später drüber sprachen weinte er bitter, was mir sehr nah ging, mich aber irgendwie noch mehr unter Druck setzte. Was ich ihm auch nicht sagen konnte...

Ich hab gemeint er soll doch erstmal "ankommen", sich Zeit für seine Familie und Freunde nehmen, eine Wohnung finden. Wir hätten ja noch alle Zeit der Welt..

Ich war im Zwiespalt.

Ich liebte den Menschen dem ich nie in die Augen sah, hatte Angst wenn er vor steht ist auf einmal alles weg, hatte aber auch Angst das es noch da ist und was dann passieren würde.

Ich brauchte für mich noch Zeit und hab ihn immer vorgeschoben als Grund..hab ihm das Gefühl gegeben das es an ihm liegt.

Er wurde distanzierter, dazu kam das er nun voll eingebunden wieder in Freundeskreis und Familie weniger Zeit hatte.

Das nahm ich zum Anlass und hab das Nörgeln verstärkt.

Wir hatten plötzlich Streit, was wir in den Monaten zuvor nie hatten.

Viele Krisengespräche folgten und die schönen Momente, die emotionalen Telefonate blieben aus.

Er fragte nochmal so um Pfingsten rum ob er nicht kommen könnte und wieder sties ich ihn fort. Diesmal war mein Vorgabegrund unsere Streitereien..

Und dann passierte das was passieren musste..ein Mann ständig zurückgewiesen und allein..er lernte eine andere kennen und trennte sich von mir.

Ich fiel in ein Loch, brauchte Monate um mich wieder aufzurappeln und wieder einen Lebenssinn zu finden.

Zum Herbst hin war es ok, ich hab wieder mehr mit Freunden unternommen, hatte wieder Spaß auf Arbeit, hab Sport gemacht, Haushalt Tiere alles im Griff und nur mäßig gezockt.

Es war einfach, weil er nicht mehr spielte und für mich "gestorben" war.

Absolut keinen Kontakt.

Dann kam Ende Oktober eine Email von ihm per Vz.

Darin die Botschaft das er mich vermissen würde, unsere Gespräche würden ihm fehlen und ob ich eine Möglichkeit sähe das wir erstmal wieder freundschaftlichen Kontakt aufnehmen.

Meine erste Reaktion war Wut.

Wir schrieben ein wenig hin und her, aber dann loggte er eines Tages im Spiel ein und das war der Moment wo ich auf ihn zuging. Da setzte irgendwas in meinem Hirn aus und ich hab ihn nach ein bisschen hin und hergechatte gebeten zu telefonieren.

Seine Stimme wieder zu hören war atemberaubend unbeschreiblich was da in mir vorging.

So verdrängte ich die Tatsache das seine Beziehung zwar am Kriseln war aber noch nicht vorbei.

Wir redeten stundenlang über das was gewesen ist, weinten beide und am Ende war klar, das wir uns noch wollen.

Aber da war ja noch diese Freundin, die Beziehung war unglücklich..sie liebte ihn aber er sie nicht, er mochte sie als Mensch...sagte er. Ich hab ihm gesagt das erst mehr ist zwischen und, wenn er das geklärt hat.

Er ließ es so zuende gehen das SIE gegangen ist.

Das war ein Punkt der mich schon wieder sehr verunsichert hat.

Ich hab versucht das zu übergehen und zum Alltag zurückzufinden, denn ich wollte das er schnell kommt, verpasstes nachholen und meine Fehler wieder gut machen.

Doch wieder kam es anders, er veränderte sich.

Er war launisch, schnell gereizt, schweigsam und fing an mich mehr und mehr zu kritisieren.

Kritisieren an dem was war, er konnte die ständigen Zurückweisungen nicht verzeihen oder vergessen.

Er behandelte und redete dann zwei Wochen nach dem "die andere" ihre Koffer gepackt hatte, mich mehr und mehr wie einen Kumpel.

Ich kam an ihn nicht mehr ran.

Wieder Streit, kein Wiedersehen..ich mehr und mehr verzweifelt, nur am weinen und unglücklich..er immer kälter, aber an seinen Aussagen konnte ich immer ablesen das er einfach zu verletzt war noch, das er mir nicht vertrauen konnte.

Das er hin und hergerissen war zwischen den Gefühlen zu mir und den Verletzungen durch mich.

Dadurch das er wenig von sich erzählte wurde ich auch mißtrauisch ob nicht doch noch was mit er Ex läuft, daraufhin war ich dann eine Spinnerin..etc pp..also alles sehr unschön

Ich schlug Abstand vor, das jeder erstmal zu sich findet und überlegt was er eigentlich will.

Er nahm das an, war aber auch sauer darüber und es kamen Aussagen wie " Mit dir hat es eh keinen Sinn" und " wenn es jetzt nicht geht wird es auch in zwei Wochen nicht gehen" ..

Ich hab die ganze Zeit den Menschen vermisst in den ich mich mal verliebt hatte, er war ganz anders als früher und ich hatte keine Lösungsstrategien für uns/ihn/mich. Ich wollte mit dem Kopf durch die Wand den Menschen sofort zurück den ich vertrieben habe, wollte alles nur gut machen und es war doch nie richtig was ich tat oder gesagt habe. Und ich hab sehr geklammert an der Vergangenheit..ich hab nie ihn gesehen, sondern nur mich und meine Fehler.

Er warf mir das schnell vor, das ich nur in der Vergangenheit hängen würde, das jetzt nunmal alles anders ist und wenn ich nicht darauf klar käme und weiter zwanghaft danach suchen würde, wäre er weg.

Dadurch das er extrem schnell auf die Palme zu bringen war, war es irgendwann egal wie ich was sagte, es war immer falsch.

Egal was ich versucht habe es war nie richtig und gut...zumindest hatte ich immer das Gefühl. Sehen wollte er mich unter den Umständen nicht. Diesmal war er derjenige der mich wegstieß.

Als er dann ein zweites mal ging, hab ich Panik bekommen..ich wollte das kein zweites mal durchmachen.

Meine Depression fing wieder an, ich war auf Arbeit nur noch krank, hab mich an den Rechner verkrochen und ihn zugemüllt mit Briefen, Erklärungsversuchen, Liebesgeständnissen und dann doch wieder Hatemails.

Hab nur geweint und war nur am Boden.

Er hat dann alles geblockt, je mehr er geblockt hat desto mehr bin ich durchgedreht. Hab seiner Ex einen Brief geschrieben und ihr alles erzählt, daraufhin ging sie zu ihm und hat ihm Stress gemacht und darauf hat er mir nen Hassbrief geschrieben..wir sind alle durchgedreht.

Ich saß an Weihnachten Nachts nach der Feierei auf dem Sofa und hab üble Gedanken in mir getragen, verzweifelt, allein..meine Tiere sind meine Stütze mein Halt gewesen. Nicht meine Freunde, ich hab mich nicht getraut das wem zu erzählen..wieder diese Fragen wie man denn zu einem Menschen den man nie sah so tiefe Gefühle aufbauen kann.

Hab allen immer gute Laune vorgespielt, aber mich gleichzeitig stark zurückgezogen und alles auf meine Gesundheit geschoben.

Ständig diese Bilder im Kopf wie er vielleicht wieder mit "ihr" rumbandelt, auf der anderen Seite diese Riesensehnsucht nach dem Menschen den ich mal kennen und lieben gelernt habe, dann die Angst den Tatsachen ins Gesicht zu sehen.

Ich bin mittlerweile wieder klarer, aber leider nicht ganz ohne Hilfe.

Tatsächlich hat mich diese Geschichte 10 Jahre psychsich gesehen zurückgeworfen und ohne Hilfe komm ich da nicht wieder raus.

Wir haben wieder Kontakt über das Spiel, hatten im Februar und Anfang März auch ein paar Telefonate, die ganz angenehm waren.

Ich hab ihm endlich von meiner Depression endlich erzählt was große Überwindung war für mich und eigentlich ein großer Vertrauensbeweis meinerseits, damit er vielleicht nachvollziehen kann, warum ich manchmal so oder so gehandelt habe und das es nicht seine Schuld war. So richtig ernstnehmen kann er das nicht.

Neue Hoffnung keimte in mir auf..natürlich, musste ja so kommen...vielleicht klappte es ja jetzt wo er an seine Ex einen Haken gemacht hat, sich in die deutsche Arbeitswelt eingewöhnt hat und völlig frei ist, wo ich ihm alles erzählt habe und wir wieder wenigstens freundschaftlich miteinander umgehen konnten.

Diese Hoffnung hab ich ihm gestanden und nun kommt der Satz den ich nie hören wollte..

" Mach endlich die Augen auf, unsere Zeit ist vorbei.

Ich liebe dich nicht mehr das ist mir klar geworden, wir können spielen, aber alles andere wird es nicht mehr geben zwischen uns.

Wir hatten eine zweite Chance, eine Dritte wird es nicht geben. Es sollte nicht sein, ich hab mich schon vor 3 Monaten damit abgefunden also finde dich auch damit ab, leb damit wie du willst aber lass mich da raus. Die Dinge die du getan hast sind unverzeihlich für mich"

Wie soll ich mit der Schuld leben einen Menschen zutiefst verletzt und vergrault zu haben, den ich so sehr liebe..

Ich hab mir selber eine große Chance im Leben versaut und den ersten Mann mit dem ich eine ernste Perspektive in einer Beziehung sah, von mir weggestoßen.

Der Kontakt den wir noch haben über das Spiel, ich weiss nicht ob das für mich eine gute Idee ist.

Auf der anderen Seite hängen da eben jahrelange Freunde mit zusammen, einfach aufhören ist nicht. Es ist nicht "nur" ein Spiel.

So hab ich mir für April eine Auszeit gesucht, die ich auch Nutzen werde.

Aber ich hab Angst das ich nie vergessen kann, was ich getan habe und das ich auch in nochmal 3 Monaten aufwache mit der erschreckenden Erkenntnis ihn verloren zu haben.

Vor allem hab ich Angst das er es wirklich ernst meint..

Er hat gesagt, er würde sich noch auf bestimmte Sachen einlassen, aber nicht wenn diese auf meine Kosten gehen und es mir damit nicht gut geht.

Sowas sagt man doch wenn einem ein Mensch zwar nicht gleichgültig ist, aber man sicher auch nicht mehr von ihm will.

Es ist fair das er das sagt, aber es trifft mich weil es so ernst und abgeklärt klingt. Ich hab verloren und stehe allein.

Da wo ich stehe, das hab ich selbst zu verantworten.

Ich habe immer Angst vor dem einschlafen, weil aufzuwachen und immer wieder die Augen zu öffnen tut sehr weh..aber dank Mothers little helpers und einer netten Gesprächstherapie find ich da wieder raus.

Danke fürs durchhalten und mitlesen.

Für Kritik, Fragen oder Anregungen bin ich sehr offen und dankbar.

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