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5 1/2 jahre unglücklich verliebt, ein Fall für die Therapie?

1 Antworten1'776 AufrufeGestartet von Gras ·

GrasThemenstart
#1
Hallo,

Ich werde eine Kurzfassung schreiben und eine längere Fassung.

Die kurze schreibe ich für euch, die lange für mich, da ich mir mal etwas von der Seele schreiben muss.

Kurzfassung:Ich bin 19 Jahre alt und liebe ein Mädchen seit 5 1/2 Jahren. ich habe seit 2 Jahren keinen Kontakt mehr zu ihr, ich lasse keine andere an mich ran, ist das der Punkt an dem es krankhaft wird? An dem ich ernsthaft mal überlegen sollte zum Psychather zu gehen?

Langfassung:

Ich werde mir gewisse Detals sparen, zu groß ist meine Angst das irgednjemand der mich kennt dies liest und mich wiedererkennt

Alles begann im August 2005. Es war alles aufregend für mich. Ich bin dieses Jahr 14 Jahre alt geworden, fühlte das diese Zeit was besonderes sein sollte.Ich habe gerade mein Schwerpunktfach gewählt und kam in eine neue Klasse, und das beste war: Zuhause hatten wir zum ersten mal einen guten PC stehen, der auch noch Internet Anschluss hatte. Ich konnte endlich, als einer der letzten, herumsurfen und mich bei ICQ anmelden.

Ich war schon ein Jahr zuvor in einen Kurs gekommen, der zu 90% so wie er war als Klasse weiterlaufen würde. also kannte ich die meisten die mit mir die Aufregensten Jahre verbringen würden schon, also hatte ich keine Probleme mir in der 7ten einen neuen Freundeskreis aufzubauen, der bis heute fast unverändert bestehen blieb.

Aber genau dieser neue Freundeskreis handelte mir die wohl seltsamste Begegnung ein, die ich bis heute hatte.

Als ich mal wieder vorm Computer saß, meine Mutter und ihr Freund arbeiten waren, ploppte eine Anfrage auf meinem Desktop auf. Jemand wollte mit mir chatten, den ich vorher noch nicht kannte. Zumindestens sagte mir das mein Verstand. Es war ein Mädchen, sie sagte "Hallo, kennst du mich?" In meinem Kopf herrschte Ameisen Fußball. Kannte ich sie denn?

Ich erkannte ihren Namen, aber wo hab ich ihn schonmal gehört? Tatsächlich wusste ich ganz genau wer das war. Ich hatte ein Bild vor Augen, war fest der Meinung diesen Menschen, mit diesen Namen zu kennen. Es war ein Gefühl, als ob ich sie schon immer beobachtet hätte, als kannte ich ihren geheimsten Geheimnisse, also wäre ich ihr bester Freund. Ich wusste einfach nicht woher das Wissen kommt, dass ich sie kenne, oder woher das Bild in meinem Kopf kam. Es war einfach da, so als ob es schon immer da gewesen wäre.

Und was tat ich? Ja, ich antwortete! " Nein, wer bist du?"

Bescheuert, oder? Ich wusste Haargenau wer sie war und trotzdem log ich sie an. Ich wollte nicht so wirken, als hätte ich mich um sie gekümmert, sie beobachtet, ich fühlte mich ertappt. Aber wobei denn? ich habe sie ja nicht beobachtet......jedenfalls nicht wissentlich.

Es war nur klar: ich bin in dieses Mädchen verliebt.

Mir ist bis heute nicht ganz klar, wieso der Funke bei diesem ICQ Gespräch übersprang, wieso nicht vorher irgednwo auf dem Schulhof.

Die folgenden wochen waren irre. Ich habe sie auf den Schulhof selten gesehen, garnie mit ihr geredet. Ich habe bloss Stunden lang nach der Schule vor dem Kasten verbracht, darauf wartend das sie "On" kommt. Ich erinnerte mich an einen Samstag, da saß ich 12 Stunden vor dem PC und sie kam für 5 MInuten on. Ich habe bloss "Hallo" gesagt und sie "ich muss wieder weg". und wisst ihr was? Ich war glücklich. Ich war einfach Glücklich.

Als Wir kurz nach unserem virtuellen kennenlernen wieder miteinander chatteten, kamen wir auf das offensichtliche. Das wir uns garnicht kannten. Und so forderte sie mich auf sie auszufragen, damit ich sie doch besser kennenlernen würde. Und das tat ich, ich stellte ihr Fragen, die nicht ausließen. Man muss sich vorstellen, dass ich ein halbes jahr lang damit zubrachte, ihr die seltsamsten Fragen zu stellen: Was sie am liebsten auf ihrem Brötchen ist, welches ob sie lieber DReikorn- oder Vollkorn Toast ist, ob sie Sport macht ob sie Geschwister hat, Wie ihr Zimmer aussieht, ob sie gerne Fernsieht, ob sie Schmuck trägt und natürlich, wenn ja, was für einen.

Und mir fielen immer mehr Fragen ein, und mir wurde nie Langweilig.

Im Januar trafen wir uns dann. Nicht zu zweit, mit Freunden. es war der 5. Januar 2006. Ein Donnerstag. Der Winter lag noch vor dem Häusern, ich hatte bald Geburtstag, und zog mir meinen guten weißen Fila Pulli an. sie trug Weiß/Schwarz gestreift.

Sie so zu sehen, live und in farbe, ganz Privat und nicht auf dem Schulhof, dass war weit besser als .....naja, als alles einfach! Es war die Wahrnehmung die mir ihren Dienst versagte.

Alles was ich sah zersprang in Scherben die auseinander drifteten, ich sah alles doppelt. ausgenommen von ihr. Sie stand inmitten diesem Chaos und schin alle Sinne zu überreizen. Einfach nur durch ihre Anwesenheit erdrückte sie mich. Die Welt lag in scherben da, zersprungen in Scham, ihr nicht das Wasser reichen zu können. Und ihre Schenkel, ihre Arme ihr Nacken IHRE AUGEN waren so gestochen scharf. Sie griff dem Full HD+ Fernsehen einiges vorweg. Es war auch das erste mal das ich fühlte, wie es ist wenn Zeit driftet.

Wir gingen raus, einige Freunde wollten noch Böllern. Wir gingen an einen Parkteich, auf einen Spielplatz. Es war dunkel und auch wenn ich mich an vieles erinner, ich weiss nicht mehr wie wir zum Spielplatz gekommen sind. Das gibt mein Gedächtnis nicht her, es war einfach zu viel für mich.

Was ich aber noch weiss ist, dass unsere Freunde losgingen um eine Runde um den Teich zu drehen. Aber wir blieben am Spielplatz. Keine ahnung ob mein Körper einfach nicht mitwollte, bei ihr bleiben wollte, uns isolieren wollte. Aber auf einmal waren wir zu zweit, auf diesen Spielplatz.

Wir unterhielten uns. Über Gott und die Welt, ich stellte ihr weiter Fragen, so wie ich es immer im Chatt tat. Ich weiss nicht was ich genau gefragt habe, dass spielte auch damals schon keine Rolle, ich wollte einfach nicht das sie aufhört zu reden. Diese Stimme, die Art und Weise wie sie Worte aneinanderreiht und daraus einen satz bildete. Sie zeigte eine fähigkeit die ich bis in die Jahre noch zu schätzen wusste, nämlich alles aus so einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten als ich, mir ihre Augen zu leihen, so wundervoll alles erklären, dass mir die Welt auf einmal so einfach erschien.

Ihre Stimme drang bis ganz tief in mich vor, es war einfach....anders.

Das knallen holte uns wieder zurück in die Realität. Wir gingen an den Teich und spähten in die Dunkelheit. "Wo sind die anderen?" Fragte sie. Ich sah die Funken der Böller und der Lunten. ich zeigte auf die Stelle auf der gegenüberliegenden Uferseite. "Da!" Und als sie fragte, wo denn genau, sie könne nichts erkennen, versuchte ich ihr zum ersten mal näher zu kommen. Ich lehnte mich zu ihr rüber, versuchte ihr mit dem Gesicht näher zu kommen und zeigte auf die Stelle. Sie erkannte die anderen und ich lehnte mich wieder zurück. Ich war aber.....ganz woanders. Ich habe sie zum ersten mal gerochen, ein Geruch der mich die nächsten Jahre noch begleiten sollte, der an besonderheit nicht zu übertreffen war. Er nahm von einem Begriff, schleuderte einen durch den Himmel und zerlegte die Welt in ihre Elemente.

Wir sahen den Abend noch einen Film, nichts spektakuläres, einfach nur ein drittklassigen Horrorfilm. Nichtmal wirklich gruselig. aber ich saß neben ihre und das war es was mir wirklich Angst eingejagt hat. Ich wusste nicht was ich tun sollte, ich war schüchtern. Ich setzte mich von ihr weg, mit nur noch einer Arschhälfte auf dem Sofa wurde es schnell ungemütlich, mein stützendes und belastetes Bein fing schnell an zu zittern, aber ich hatte wirklich Angst ihr zu nahe zu kommen. Ich traute mich nicht so cool zu sein wie die Helden in all den Filmen, sie ind en Arm zu nehmen, ihr die Angst vor den "Werwölfen" zu nehmen und sie dann ganz lässig zu küssen. Ich war das genaue Gegenteil eines solchen Helden.

Bis sie mich bat näher zu kommen. Ich meine nicht das "näher" im sinne von beschütz mich, sie hatte einfach nur bemerkt wie unbequem ich mich inzwischen neben ihr platziert hatte. Aber immerhin, ich durfte ihr nahe sein. Und ich kam dabei nicht zu kurz. Auf dem kleinen Sofa saß ich so nah an ihr, dass sich unsere Schenkel längsseits berührten. Es war aufregend. Mein Bein schmilzte wie Wachs, die Wärme drang in mich ein, so tief das sie meine Seele erreichte. Und sie nahm meinen Arm, hielt ihn sich vors Gesicht und schütze sich vor dem, was im Fernsehen passierte. Und ich, ich war im Gegensatz schutzlos. Ich wollte meine Uhr nehmen und sie gegen die Wand schleudern, in der hoffnung die Zeit bliebe still stehen.

Sie blieb es nicht. Und so ging dieser abend auch zuende.

Aber Wir trafen uns im Januar wieder. Sie und ihre Freundin kamen zu einem Freund. Es war so spontan, sie fragte mich bloss ob ich Lust hätte mich zu treffen, zu einer Uhrzeit zu der es für mich in dem Alter neu war überhaupt noch rauszugehen. Und erstrecht so spontan!

Ich durfte sie zum ersten mal kraueln! Sie hat mich gefragt und ich war so aus dem Häuschen, dass ich alles gegeben habe was meine Fingerspitzen hergaben. Wir saßen auf ´ner Couch und waren zugecket. Sie lehnte sich nach vorne und genoss, worauf ich so lange gehofft hatte. Es war und ist ein besonderer Abend für mich gewesen.

Der letzte Abschnitt in diesem Winter war mein Geburtstag und seine Folgen. Ich bekam ein Handy, ein kleines unscheinbares damals schon veraltetes handy. Ich empfand es eher als störend. Die einzige Nummern die da drin waren, war die von meiner Mutter und meinem Opa "Wenn mal was ist" hieß es damals. Aber mir wurde schnell bewusst wie schnell das Guthaben eigentlich alle sein kann. Als "Sie" mir ihre Nummer gab und sagte ich sole ihr mal schreiben, wenn sie in ihrem Ferienhaus an der Ostsee ist hab ich ihr direkt eine SMS geschrieben. der Haken an der Sache war nur, dass sie 1) niemand ist der schnell antwortete und 2) sie noch beim Tanzen war. Also schrieb ich ihr natürlich direkt nochmal da sie nicht antwortete, weil ich ja schließlich keine Ahnung hatte wie diese Dinger funktionierten und dem ganzen auch nicht traute. Vielleicht ist die SMS ja nicht angekommen?

Für mich war das ein Segen. ich lag von nun an immer in meinem Bett mit meinem handy auf der Brust uns simste mit ihr, wenn sie an der Ostsee war. Das vibrieren und das Piepen des Gerätes hat mich immer ganz weit nach oben gebracht. ich war es der mit ihr schreiben durfte und kein anderer. Ich fühlte das erste mal, dass ich für jemanden auch etwas.....naja, vielleicht ein klein wenig besonders war.

Die Monate vergingen und es änderte sich vieles. Meine Noten wurden schlechter und ich wurde von meinem Lehrer gefragt ob ich Probleme hätte, ob ich verliebt seie. Ich antwortet damals "HerrG., ich bin 14 Jahre alt, was erwarten sie? Natürlich bin ich verliebt, das ist doch wohl Normal!"

Tatsächlich habe ich bis zu diesem Zeitpunkt niemandem was davon erzählt, ich hatte schon einmal schlechte erfahrungen mit Geheimnissen teilen gemacht, ich wollte nicht das sich das wiederholt.

Meine Freunde fingen an zum ersten mal Alcopops zu trinken und ich sagte damals nein. Ich wollte meine Sinne nicht benebeln, ich wollte immer für sie da sein wenn sie mich braucht, wollte mich immer berauschen lassen, aber nur von ihr.

Nicht zu trinken ist eine Eigenschaft die ich mir bis heute gewahrt habe. Immernoch aus den selben Gründen und noch einige mehr.

Wir schrieben weiter und unterhielten uns in der Schule fast nie, seltsamerweise. Über das "Hallo" kamen wir nie hinaus. Das ist auch zum erheblichen Teil mir geschuldet, ich wollte sie ab und zu mal ansprechen, aber stand vor ihr mit offenem Mund ohne mich zu erinnern was ich sagen wollte. Ich habe auf dem Absatz kehrt gemacht, um die Erfahrung reicher das Filme doch nicht so unrecht hatten, wie einschüchternt so ein Mädchen sein kann.

Im Sommer kam es zum ersten Eklat. Ganz spontan. wir waren am See, hatten eine gute Zeit. Mit dabei war ein Typ der unsere Beziehung noch einschneident verändern sollte. Ich lernte ihn ohne Hintergedanken nur flüchtig kennen. Ich weiss noch das die Sonne den Himmel in vielen Farben zeichnete, als wir uns verabschiedeten und sie mich mit einem bezaubernden lächel bat mich umzudrehen, dass sie sich mit ihrem Rock aufs fahrrad setzen wolle.

Als ich zuhause war, überkam mich so ein Gefühl, so ein gefühl von...."es muss raus". Ich setzte mich hin und tippe mir alles von der Seele, ganz ohne script, so wie ich es jetzt gerade tue. 14 Seiten entstannden, adressiert an sie. Nur an sie. Ich setze mich an den Rechner und wartete bis sie nachhause kam und ihren anmachte. Und dann....naja, ich schickte ihr diesen Brief. Es gab nur einen sehr kurzen Disput bei MSN, was eigentlich gerade geschehen würde( das wusste sie genau so wenig wie ich) aber was wurde sehr schnell klar, dass es nicht gut für mich ausgehen würde. Das ich nicht so gewollt werde, wie ich es erhofft hatte. Sie sagte mir das sie noch nicht dafür bereit seie, dass ich jemand fürs Leben bin und das sie es nicht verdient hätte. All das hat es natürlich nicht besser gemacht. ich wurde abgelehnt.

Wer das auch immer bis hier hin durchgelesen hat.....Respekt.

Das war bloss das erste Jahr. ich werde, wenn es mir von Mods und Community erlaubt wird, nächstes Wochenende noch mehr Luft machen. Aber erstmal muss ich zur Arbeit.

Ich wünsche euch eine schöne Woche.

Gruß

Gras

#2
lieber gras,

ich finde deine geschichte bezaubernd und wunderschön geschrieben.

ich freue mich schon auf die fortsetzung.

alles liebe

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