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Berührungen - total falsch interpretiert

14 Antworten2'356 AufrufeGestartet von PunkAnderson ·

PunkAndersonThemenstart
#1
Guten Tag,

bei mir (37) handelt es sich, gemessen an vielen anderen Threads, eher um ein harmloseres Problem, das mich dennoch zur Zeit beschäftigt und leider auch ziemlich traurig macht. Sofern "die" eine oder andere diese Geschichte liest, wäre ich froh, ein paar weibliche Sichtweisen dazu vernehmen zu können.

Vor einem guten Monat bin ich während eines Krankenhausaufenthaltes mit einer Krankenschwester ins Gespräch gekommen – zuerst habe ich mir nichts dabei gedacht, später fand ich sie aber sehr charmant, wohltuend natürlich und humorvoll. Mir ist dabei nicht entgangen, dass sie mir zumindest "wohlgesonnen" war, denn sie lächelte mich immer an und die Kommunikation ging durchaus auch von ihr aus.

Ich war mit meinem Single-Dasein bis dato sehr "zufrieden" und befand mich eigentlich mit mir im Einklang. Dazu muss ich sagen, dass ich normalerweise nicht auf Frauen zugehe, Frauen-Anquatschen zählt also nicht zu meinen Hobbys. Meine beiden Beziehungen, die ich hatte, sind jeweils entstanden, nachdem man sich bereits länger kannte… da habe ich mich dann allerdings auch weniger passiv verhalten, weil ich mir meiner Sache ziemlich sicher war.

Ich hatte nun also ein wenig Bammel, diese Frau vielleicht nicht mehr wiederzusehen. Um es kurz zu machen: Ich habe mich durchgerungen, ihr einen kurzen, unaufdringlichen Brief zu schreiben, in der ich ihr auch meine Handy-Nr. hinterließ. Wider Erwarten hatte ich die Gelegenheit, ihr den Brief persönlich zu geben, den sie mit dem Kommentar „wow“ entgegennahm. Einen Tag später reagierte sie und teilte mir in einer sms mit, dass sie den Brief mutig und nett empfunden habe und ihr dies so wohl lange nicht passiert wäre.

Es gab über einige Tage dann einen lockeren sms-Kontakt, wobei ich ehrlicherweise sagen würde, dass ihre sms eher ein wenig distanziert waren. Im Gegensatz dazu schrieb ich ihr ganz frei heraus, dass ich sie super gerne sehen würde. An einem Samstag (das war 5 Tage nach Erhalt des Briefes), rief sie mich dann abends an und wir hatten ein, wie ich finde, sehr schönes fast zweistündiges Gespräch. Dies gipfelte darin, dass sie spontan ein Treffen noch in der gleichen Nacht vorschlug… 30 Minuten später trafen wir uns in der Stadt.

Wir verbrachten einige schöne Stunden in einem Lokal, wo wir nebeneinander saßen. Ich erfuhr, dass sie noch verheiratet ist, aber bereits seit 2 Jahren getrennt lebt (über eine große Distanz). Es muss mir aus dem Gesicht gesprungen sein, dass ich sie gern habe und aus der einen oder anderen vorsichtigen Bemerkung, wird sie das auch erkannt haben – eine Frau funktioniert ja normalerweise wie ein Seismograph und nimmt jede noch so kleine Erschütterung wahr :) .

Während unserer Unterhaltung berührte sie mich kurz an Schulter und Oberschenkel – ich schreibe dies, weil ich denke, dass Berührungen (in so einer Situation) ja zumindest eine gewisse Aufgeschlossenheit andeuten. Ich verhielt mich in dieser Hinsicht jedoch passiv. Nach einiger Zeit nahm sie mit beiden Händen meinen Arm, streichelte ihn und hielt dann noch sekundenlang meine Hand, drückte und streichelte sie. Ich war in diesem Moment auf Wolke Sieben und fühlte mich dann auch ermuntert, immer wieder ihre Hand zu nehmen und so ging das dann weiter, bis der Laden dicht machte. Auf dem Weg zurück gingen wir Hand in Hand bzw. Arm in Arm und umarmten uns ein paar Male.

Als wir uns verabschiedeten, fragte ich sie (logischerweise), wann wir uns denn wiedersehen – ihre Antwort: „Wir schwierig vor dem Urlaub“ (sie fuhr eine Woche später in den Urlaub). Wir umarmten uns noch einmal und sie meinte, ich solle jetzt nicht betrübt sein, es wäre wirklich ein schöner Abend gewesen.

Ich hatte dabei ein ganz komisches Gefühl, weil ich es seltsam fand, dass sie offenbar kein Bedürfnis spürte, mich schnell nochmal treffen zu wollen. Ich schrieb ihr am nächsten Tag eine sms, dass ich den schönen Abend gerne wiederholen würde, aber es auch verstehen könnte, wenn sie u.U. ein bisschen Zeit braucht. Ihre Antwort war, dass sie mir nicht geben könne, was ich mir vielleicht wünsche und dass sie mich nicht verletzen wolle. Wir telefonierten daraufhin sehr kurz und ich hatte auch den Eindruck, dass sie allein bei dem Gedanken, ich könnte Gefühle für sie haben, sehr gereizt war. Sie meinte auch, dass das jetzt alles in eine falsche Richtung ginge - sie habe auf eine freundschaftliche Basis gehofft.

Gut. Ich gehöre nicht zu den Männern, die ein "Nein" als zusätzlichen Ansporn empfinden und dann den Jagdinstinkt entwickeln, weil sie hinter dem "Nein" eigentlich ein "Ja" vermuten. Nach einigen Tagen schrieb ich ihr aber dennoch eine sms, wo ich zum Ausdruck brachte, dass ich mich ziemlich missverstanden fühle. Zum einen hatte ich den Eindruck, sie dachte, ich hätte Hoffnungen/Wünsche, die ich alle auf sie projeziere... was ja nicht der Fall war. Ich fand sie wirklich sehr sympathisch und wollte sie kennenlernen. Zum anderen wollte ich auch nur nochmal loswerden, dass ihr ja von Anfang an mit Erhalt des Briefes klar gewesen sein muss, dass ich sie nicht aus platonischen Gründen treffen wollte. Und sie hätte ja einfach sagen können: Bist nicht mein Typ, ich will mich nicht mit dir treffen. Wär ich zwar enttäuscht gewesen, aber das hätte ich "sportlich" genommen.

Es vergingen wieder zwei Tage und obwohl ich eigentlich dachte, meine Nummer wäre längst im Datenmüll gelandet, antwortete sie. Wir hatten dann einen stundenlangen sms-Austausch (worin sie bemerkte, dass es ja heute ganz herrlich "unkompliziert" wäre), anschließend rief sie mich an, wir unterhielten uns wieder fast zwei Stunden über Gott und die Welt und lachten viel. Am Ende des Gesprächs kamen wir wieder auf unser Verhältnis zueinander... tja... und da kam dann wieder, dass sie mir nicht das geben könne, was ich mir wünsche (ich muss dabei betonen, dass ich zu keinem Zeitpunkt einen "Wunsch" geäußert hätte - außer, sie kennezulernen). Sie fände mich sehr nett, mein Lachen wäre ansteckend usw., aber es ginge ihr eben nur um eine platonische Freundschaft. Das war's, dann fuhr sie in ihren Urlaub.

Es sind jetzt drei Wochen ohne Kontakt verstrichen, was ja ziemlich eindeutig ist, auch, wenn ich es nicht wahrhaben möchte. Mein Problem: Die (zärtlichen) Berührungen und Umarmungen an dem einen Abend - und ihre Reaktion im Nachhinein, dass sie sich dabei nichts gedacht habe. Ich war mir wirklich tausendprozentig sicher, dass da etwas ist und es auf Gegenseitigkeit beruht. Wenn sie die Berührungen nicht gewollt hätte... ich hätte an ihrer Stelle die Hand weggezogen.

Wir leben in einem Kulturkreis, in dem bestimmte Berührungen ja die Grenze hin zur Intimität bedeuten. Als wir uns in der Stadt trafen, haben wir uns flüchtig umarmt - nie würde ich da etwas hinein interpretieren. Anfassen, streicheln, sich streicheln lassen (zumal, wenn man ja um das Interesse des anderen weiß)... einfach kitschig Händchenhalten... ich hätte nie für möglich gehalten, dass man sich so täuschen kann. Und ich meine, dass dies ja etwas anderes ist, als wenn sich zwei Menschen in einer Disco über den Weg laufen, einen ONS haben und einer der Beteiligten im Anschluss mehr empfindet, als der andere.

Ok, das war jetzt leider ziemlich lang. Ich würde mich dennoch über den einen oder anderen Kommentar freuen. Klar - ich könnte versuchen, so eine "Lapalie" einfach abzuhaken... Schwamm drüber usw. Aber wenn man immer alles abhaken würde/könnte, gäbe es hier ja auch nicht so zahlreiche Einträge... ;)

#2
Tja, das klingt ziemlich verwirrend, da gebe ich dir recht, aber manchmal sind frauenhirne einfach nicht logisch (obwohl ich selbst weiblich bin;-))

Ich persönlich bin 100% überzeugt, dass deine Empfindungen bei der Berührung wahr waren und du das echte darin auch gespürt hast!! WAs schließlich zu dem "Umkehrschub" in ihr geführt hat, kann ich dir leider auch nicht sagen!

Vielleicht ist ihre Situation nicht so einfach, vielleicht hat sie Angst sich zu verlieben und fallen zu lassen, vielleicht braucht sie mehr nähe und vertrauen, aber es sind viele vielleicht......

Bin dir leider keine große Hilfe, wünsche dir aber trotzdem viel glück und alles liebe....

#3
Vielleicht ist ihre Situation nicht so einfach, vielleicht hat sie Angst sich zu verlieben und fallen zu lassen, vielleicht braucht sie mehr nähe und vertrauen, aber es sind viele vielleicht......

Bin dir leider keine große Hilfe, wünsche dir aber trotzdem viel glück und alles liebe....
Danke - und wie gesagt... ich bin ja über weibliche Betrachungsweisen froh, denn ich gehe bei meinen Versuchen, das Verhalten zu verstehen, wohl zu sehr von mir aus. Ich hätte mich nämlich nicht mit "so jemandem" getroffen, wenn ich mich nicht verlieben möchte und ich hätte auch niemanden angefasst, wenn ich, wenn überhaupt, nur platonisch interessiert wäre. Ich bemühe mich aber zu akzeptieren, dass man nicht immer alles im Leben kapieren kann.

#4
ach gottchen...., krankenschwestern.

ich darf "house of gods" empfehlen. zweitens ...., der stress in einem kh ist hoch, die zeit für patienten zum gespräch gering. da müssen berührungen das transportieren, was 100 liebe worte sonst ausdrücken würden. hab ich selber so gemacht als mann, ohne das da was war. selten gelang und gelingt es mir auch heute noch, nicht vorsichtig körperkontakt zu erlangen. sei es zum trösten oder weil man sich symphatisch ist. ich bin heute ganz wo anders tätig. ist ist aus meiner erfahrung bei vielen leuten aus der pflege so hängengeblieben. natürlich tatsch ich jetzt nicht jeden fremden oder fremde ungefragt an! scharfes auge und anstand sind ein muss.

die intimitäten in einem kh sind einfach sehr weit zurückgedrängt. vieles was man sieht, möchte man nicht sehen. peinliche situationen übertünchen.

was will ich dir sagen, du hast da mehr gesehen wie sie gemeint hat.

die schwestern die ich kennengelernt habe, haben sich bei mir genommen was sie brauchten. aber richtig.

ich fürchte da war nichts weiter.

#5
was will ich dir sagen, du hast da mehr gesehen wie sie gemeint hat.

die schwestern die ich kennengelernt habe, haben sich bei mir genommen was sie brauchten. aber richtig.

ich fürchte da war nichts weiter.
So, wie es gelaufen ist, bleibt mir kein anderer Schluss als der, den du gezogen hast.

Ich muss dem allerdings entgegenhalten, dass ich die von dir angesprochene Seite eines KH sehr gut kenne und mir die Bedeutung verbaler und non-verbaler Kommunikation vor diesem Hintergrund auch sehr bewusst ist.

Und gerade deswegen: Berührungen etc. haben ja nicht im KH stattgefunden. Gelegenheit, gar nicht auf mich bzw. meinen Brief einzugehen, gab es ja. Wieso trifft sie sich mit mir, wenn sie im Prinzip weiß, dass ich "mehr" gesehen habe?

Ist müßig... ich weiß.

#6
Ist in der Tat total müßig, weil unterschiedliche Menschen (egal ob gleichen oder unterschiedlichen Geschlechts) einfach total unterschiedlich ticken und man nie seinen eigenen Maßstäbe ansetzen sollte, um das Verhalten einer anderen Person zu interpretieren.

Das Einzige, was tatsächlich helfen könnte ist, Fragen. Vorausgesetzt, die Person ist 1. reflektiert und 2. bereit, die Wahrheit zu sagen.

In diesem Fall denke ich aber, das war's einfach, was auch immer das war, Interesse an einer Beziehung besteht da offensichtlich nicht.

#7
Ist in der Tat total müßig, weil unterschiedliche Menschen (egal ob gleichen oder unterschiedlichen Geschlechts) einfach total unterschiedlich ticken und man nie seinen eigenen Maßstäbe ansetzen sollte, um das Verhalten einer anderen Person zu interpretieren.
Richtig. Andererseits orientieren wir uns aber mit unserem eigenen Verhalten bzw. dem anderer Menschen an relativ allgemeingültigen Handlungsmustern.

Das Einzige, was tatsächlich helfen könnte ist, Fragen. Vorausgesetzt, die Person ist 1. reflektiert und 2. bereit, die Wahrheit zu sagen.

In diesem Fall denke ich aber, das war's einfach, was auch immer das war, Interesse an einer Beziehung besteht da offensichtlich nicht.
Das habe ich ja auch direkt gemacht - und die Antwort war eben, dass sie sich dabei nichts gedacht hätte. Ok, muss ich so hinnehmen.

Und "Beziehung"... ist ein großes Wort. Erstmal sollte man sich ja kennenlernen. Daran bestand offenbar tatsächlich kein weiteres Interesse - umso unverständlicher das Anfassen etc. Hätte sie sich ja auch "sparen" können.

Danke in jedem Fall für die ehrliche Einschätzung.

#8
ist nur ne vermutung, aber es klingt für mich so, als hätte sie ein problem mit sex. aus welchen gründen auch immer. der satz "kann dir nicht geben usw." geht auch mir seit einer vergewaltigung immer im kopf rum wenn ich angst habe, die erwartungen eines mannes in der beziehung nicht erfüllen zu können. aber wie gesagt, nur ne vermutung.

#9
Hallo PunkAnderson,

das kommt mir doch irgendwie bekannt vor... Habe gerade eine ähnliche Geschichte zum verdauen.

Bin auch ziemlich ratlos mit deiner Geschichte. Es spricht viel dafür, daß sie auch Interesse an dir hatte. Sonst hätte sie erstens nicht auf deinen Brief reagiert und zweitens hätte sie sich nicht mit dir außerhalb des KH getroffen und die Berührungen/Umarmungen zugelassen sondern diese wohl abgeblockt. Das ist schon alles sehr widersprüchlich.

Es muß ihr auf alle Fälle klar gewesen sein, daß du nicht nur freundschaftliches Interesse an ihr hast.

Daß sie auf deine Äußerungen nun gereizt reagiert hat, weil sie das alles nur freundschaftlich gesehen hat finde ich nicht in Ordnung.

Weißt du denn etwas über ihre früheren Beziehungen? Hat sie vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht in letzter Zeit?

Hast du sie denn schon mal direkt darauf angesprochen, warum sie die Berührungen/Umarmungen zugelassen hat bzw. diese aktiv von ihr ausgegangen sind? Würde sie das bei jedem zulassen, den sie ein paar Tage kennt und den sie freundschaftlich mag?

Manchmal muß man sich aber einfach damit abfinden, daß man das Verhalten von anderen einfach nicht deuten und nachvollziehen kann. Punkt. Jedes Grübeln sollte sich erübrigen. Tja, ich weiß, das geht nicht immer, ich kanns auch nicht lassen das Grübeln.

#10
@ Gemini

Danke für deine Meinung... sie deckt sich auffallend mit den Aussagen aus meinem direkten Umfeld.

Weißt du denn etwas über ihre früheren Beziehungen? Hat sie vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht in letzter Zeit?

Hast du sie denn schon mal direkt darauf angesprochen, warum sie die Berührungen/Umarmungen zugelassen hat bzw. diese aktiv von ihr ausgegangen sind? Würde sie das bei jedem zulassen, den sie ein paar Tage kennt und den sie freundschaftlich mag?
Ich bin ja leider nicht so wirklich weit gekommen. Wie oben beschrieben, ist sie zwar getrennt, aber immer noch verheiratet... und ihren Mann kennt sie immerhin seit 15 Jahren. Natürlich kann ich mich täuschen, aber sie machte nicht den Eindruck, als würde sie nach der Trennung nun von einer "Affäre" in die nächste stolpern.

Zu den Berührungen... ja, da habe ich sie direkt drauf angesprochen und sie meinte lediglich, sich dabei nichts gedacht zu haben. Sie wäre da vielleicht etwas lockerer und das hätte ihr auch noch niemand so gesagt (und angeblich wäre sie im Nachhinein ins Grübeln gekommen, was ihr "Tun" für eine Wirkung hätte). Nun, wie auch immer... auf mich hat es gewirkt, dass sie anders redet, als sie handelt.

Dass sie sich bei den Berührungen nichts gedacht habe, kann ich ihr allerdings beim besten Willen nicht abnehmen, da sie mir von einer bestimmten "Anmache" am Arbeitsplatz erzählte - die kurzen, knappen Berührungen schmeckten ihr nämlich gar nicht. Sie wird also ziemlich sicher ein Gespür dafür haben.

Es kann aber natürlich auch einfach sein, dass ihr in dem Augenblick unseres Zusammenseins nach Berührung war. Fertig, aus. Ohne große Interpretationen. Da wäre dann allerhöchstens die Frage, warum danach von ihr nochmal die Initiative für ein langen kommunikativen Austausch ausging. Wären die Berührungen nicht gewesen, hätte ich nur enttäuscht reagiert. So aber habe ich immer das Gefühl, dass da "was" war...

Manchmal muß man sich aber einfach damit abfinden, daß man das Verhalten von anderen einfach nicht deuten und nachvollziehen kann. Punkt. Jedes Grübeln sollte sich erübrigen. Tja, ich weiß, das geht nicht immer, ich kanns auch nicht lassen das Grübeln.
Das Grübeln gehört letztlich dazu, um das alles in irgendeiner Form für sich zu verpacken. Das Grübeln wird natürlich zum Teil auch dadurch ausgelöst, dass es immer wieder Geschichten gibt, in denen sich Menschen trotz großer Ungereimtheiten am Anfang doch noch gefunden haben. Ich versuche mir aber immer zu sagen, dass ich ja im Prinzip "Glück" gehabt habe, dass es zu diesem und nicht zu einem späteren, wesentlich schmerzvollerem Zeitpunkt so schlecht gelaufen ist.

#11
Hallo PunkAnderson,

u. ich denke, Tannhäuser hat Recht mit seiner Bemerkung: Ach herrje, Krankenschwester :)

Ich gehe mal davon aus das diese Frau so um dein Alter ist, also nicht erst seid gestern in ihrem Beruf. Ich werde einmal ein paar Zitate aus meiner Sicht, ich bin in der Altenpflege tätig, kommentieren.

denn sie lächelte mich immer an und die Kommunikation ging durchaus auch von ihr aus.
Genau das ist eine von vielen ihrer Aufgaben, genau wie meine. Patienten, Klienten aufzuheitern, zu aktivieren. Natürlich gibt es Patienten / Klienten bei denen es einem leichter fällt einen entspannten Umgang mit ihnen zu pflegen, erleichtert auch die Arbeit, aber......über tiefergehende Sympathie sagt das gar nichts aus.






Ich habe mich durchgerungen, ihr einen kurzen, unaufdringlichen Brief zu schreiben, in der ich ihr auch meine Handy-Nr. hinterließ.......... dass sie den Brief mutig und nett empfunden habe und ihr dies so wohl lange nicht passiert wäre.
Bitte lies dir genau durch was die dir geschrieben hat, mutig u. nett u. das ihr das so schon lange nicht mehr passiert ist.

Schon lange nicht mehr! Es ist ihr aber schon passiert.

Was meinst du wie viele, gerade junge Schwestern u. Pfleger, Briefe u. Tel - Nummern zugesteckt bekommen? Warum? Weil eben diese Menschen für einige Zeit die Bezugsperson für den Patienten / in sind u. dadurch eine Nähe entsteht die draussen nicht so schnell entstehen würde u. viele Patienten / innen sehen, wie du, darin mehr, einfach weil sie durch ihre Situation anfälliger für jedes nette Wort, jede nette Geste sind als im gesunden Zustand in dem keine Hilfestellungen nötig sind.

Ich habe schon erlebt, dass in Schwesternzimmern solche Zettelchen offen auf den Tischen herumliegen, nicht, weil darüber gelästert wird o.ä., sondern einfach, weil es für sie so wenig Wert hat als das sie überhaupt darauf kommen ihn gleich wegzuschließen.






Während unserer Unterhaltung berührte sie mich kurz an Schulter und Oberschenkel – ich schreibe dies, weil ich denke, dass Berührungen (in so einer Situation) ja zumindest eine gewisse Aufgeschlossenheit andeuten.
Wie Tannhäuser schreibt, typische Berührungen einer Person in einem medizinischen oder pflegerischen Beruf, die in Fleich u. Blut als besänftigende, beruhigende Berührungen übergegangen sind. Sie wird nicht einmal darüber nachdenken, ich glaube nicht einmal, wahrnehmen das sie diese Berührungen überhaupt ausübt.

Und wäre sie kein aufgeschlossener Mensch hätte sie ihren Beruf verfehlt. Brummbären u. verschlossene Gemüter gehen können nicht positiv auf Menschen wirken die Aufhellung dringend nötig haben.

Nach einiger Zeit nahm sie mit beiden Händen meinen Arm, streichelte ihn und hielt dann noch sekundenlang meine Hand, drückte und streichelte sie.
Selbiges wie ein Zitat drüber.

Ich selber bin zum Beispiel eine Frau die es nicht mag Händchenhaltend durch die Gegend zu gehen oder ähnliches. Ich bin eher der Typ Frau, der eher leichte Schubser verteilt oder einen Klaps auf dem Po gibt oder in die Rippen boxt um Emotionen wie Freude oder andere Emotionen zu vermitteln...bin nun mal keine Schmuserin...aber solche Berührungen wie von deiner Bekannten bekommen meine Bewohner wie selbstverständlich von mir u. ich habe selber schon an mir bemerkt das ich auch die von dir o.g. Berührungen sowie leicht über den Kopf oder über die Wange streichen oder ein Gesicht in beide Hände halten u. dem Bewohner ruhig zuzureden u. ihm dabei in die Augen schauen zu können, auf meine Familienmitglieder u. gute Freunde übertrage.

Ich habe mich letztens über mich selber erschrocken u. wirklich am Abend Daheim gesessen u. darüber nachgedacht das ich meinem Vater genauso mitfühlend über den Kopf gestreichelt habe wie irgendeinen Bewohner. Da diese Gesten auch viel mit Mitleid zu tun haben musste ich ernsthaft über mich nachdenken warum ich meinen Vater denn dann solche eine Geste zukommen ließ.

Auch daran merkst du, man könnte es direkt schon eine Berufskrankheit nennen :rolleyes:

Ich war in diesem Moment auf Wolke Sieben und fühlte mich dann auch ermuntert, immer wieder ihre Hand zu nehmen und so ging das dann weiter, bis der Laden dicht machte. Auf dem Weg zurück gingen wir Hand in Hand bzw. Arm in Arm und umarmten uns ein paar Male.
Gut, dass hätte sie sich sparen können. Ich denke, da sie sehr aufgeschlossen ist u. sie dich ja auch nett u. sympathisch findet, der Abend leicht u. flockig war, kam dieses Verhalten von ihr aus der Leichtigkeit der Situatin heraus. Könnte mir auch passieren u. ich würde anderntags aus sämtlichen Wolken fallen wenn derjenige welche meint, aus diesem Abend könnte mehr als Freundschaft resultieren.

Ich war vor drei Wochen auf einer Hochzeit. Dort war auch ein Typ den ich seid Jahren kenne, vielleicht einmal im Jahr irgendwo auf einer Festlichkeit treffe, von meinem Bruder weiß, dass der Typ sich auch genauso seid Jahren nach eben solcher Festlichkeit darüber ausweint das er einfach nicht an mich herankommt, keine Essenseinladung, nichts würde fruchten.

Auf der Hochzeit, als dann so des Nachts die Tresenversammlungen losgingen, stand er auch gleich wieder prompt an meiner Seite u. sagte diesmal ganz direkt: Du bist nur am herumhopsen u. flirten, flirte doch auch einmal mit mir. Ich: Warum? Er: Wir sind beide Single, warum sollen wir uns nicht zusammentun, ich bin der Meinung, wir würden ein Super - Team abgeben.

Naja, genau das will ja auch jede Frau hören :eek:

Ich dann zu ihm: Das flirten können wir uns dann ja sparen. Sag Bescheid wenn du einen Termin beim Standesamt ausgemacht hast :cool:

Mennooo, für mich war klar das kein Mann dieser Erde solch einen Spruch für bare Münze nehmen wird. Bis mein Bruder auf mich zukam u. mich fragte was ich da denn nun schon wieder verzapft hätte. K. hätte ihn gerade gefragt ob ich das wohl ernst gemeint haben könnte :confused:

PunkAnderson, auch das kam bei mir nur aus der lockeren, gelösten Stimmung heraus. Zuhause war das schon nicht mehr in meinem Kopf. Nicht mal nichts habe ich mir dabei gedacht. Und ich denke, ähnlich wie mir erging es deiner Krankenschwester. Sie wird nicht gross über ihr Verhalten nachgedacht haben, sondern für den Moment war es einfach richtig.






Ich hatte dabei ein ganz komisches Gefühl, weil ich es seltsam fand, dass sie offenbar kein Bedürfnis spürte, mich schnell nochmal treffen zu wollen.
Eben, weil der Augenblick schön war, mehr aber auch nicht.

Ihre Antwort war, dass sie mir nicht geben könne, was ich mir vielleicht wünsche und dass sie mich nicht verletzen wolle. Wir telefonierten daraufhin sehr kurz und ich hatte auch den Eindruck, dass sie allein bei dem Gedanken, ich könnte Gefühle für sie haben, sehr gereizt war. Sie meinte auch, dass das jetzt alles in eine falsche Richtung ginge - sie habe auf eine freundschaftliche Basis gehofft.
Klarer u. deutlicher geht es nicht. Sie kann sich dir als den vielgerühmten guten Freund vorstellen, mehr nicht. Und dein Eindruck, dass sie gereizt reagiert wenn du ihr den Eindruck vermittelst du möchtest mehr, wird dich nicht trügen. Denk andersrum, da ist eine Frau von der du merktst sie möchte mehr von dir, dir selber ist aber klar, mehr kannst u. willst du ihr nicht geben....kannst du dann gleichbleibend freundlich bleiben oder versuchst du es dann schon, ihr das irgendwie klarzumachen....und wenn durch deutliche Gereiztheit?







Sie fände mich sehr nett, mein Lachen wäre ansteckend usw., aber es ginge ihr eben nur um eine platonische Freundschaft. Das war's, dann fuhr sie in ihren Urlaub.
Und noch einmal hat sie es deutlich gesagt, Freundschaft, mehr liegt nicht drin. Ich denke auch nicht das von ihr noch etwas kommt, einfach, weil sie gemerkt hat das du dir mehr vorstellen kannst als sie.

Ich zumindest würde mich in solch einem Fall nicht mehr melden. Auch wenn es schade wäre um vielleicht eine wunderbare zukünftige Freundschaft.

Ich denke, ja, am Besten ist, du hakst sie ab. Sie will nicht u. das hat sie deutlich gesagt. Der berühmte Funke ist bei ihr einfach nicht übergesprungen. Und glaub mir, falls nun die Argumentation kommen sollte, dass sie das noch gar nicht wissen kann in solch einer kurzen Zeit, um zu wissen ob sie sich mehr als nur Freundschaft vorstellen kann brauchen die meisten Frauen nur winzige Sekundenbruchteile.

Herzlicher Gruss v. sageslaut2002!

#12
Hallo punk,

natürlich haben wir hier alle das Problem, dass wir nur eine Sicht der Dinge zu lesen kriegen. Und dass, auch wenn man sich bemüht, die andere Seite zu spiegeln, man nie ganz drumherum kommt, die Situationen einzufärben.

Die Schilderungen von sageslaut klingen einleuchtend, sie hat viel Erfahrung im Pflegeberuf und ich glaube tatsächlich, dass es da diese "Berufskrankheit" des harmlosen Berührens geben kann.

Trotzdem habe auch ich bei Deiner Schilderung mehr so etwas im Kopf gehabt, wie Leonarda angedeutet hat.

Gerade, wenn jemand die Erfahrung aus dem job hat, dass sowas häufig passiert, ist die professionelle Haltung dann, glaube ich, oft eher: "Ok, ist ja süß, ich sage danke, aber ich treffe mich nicht. Wird eh missverstanden."

Natürlich kann man trotz solcher Denke eine schwache Phase haben, in der man solches Interesse fürs Ego braucht. Dann geht man viell. hin, weil man locker ist und weil es halt guttut.

Auch Berührungen an Schulter oder Arm halte ich da noch für im harmlosen Sinn möglich.

Aber Händchenhalten geht da meines Gefühls nach eindeutig drüber hinaus. Du lagst ja nicht mehr im Krankenbett und littest so vor Dich hin.. da hätten viele einen "Kümmerer-Reflex" gehabt... :-)

Ich kenne das, dass man jem. trifft, im Laufe des Abends noch recht nett ist, obwohl man da schon merkt, "ich will nicht mehr, er aber schon". Aber diese Entscheidung fällt eigtl. sehr schnell -unbewusst, und dann halte ich meine Finger bei mir.

Viell. ist es aber doch so, wie sageslaut sagt. Oder sie wollte ein wenig Ablenkung, evt. einen ONS, und hat im Lauf des Gesprächs gemerkt, dass Du da was ernster unterwegs bist. Und das unterbindet jetzt für sie alles weitere.

Oder sie hat tatsächlich ein Problem. Auch das Stichwort "Angst vor Nähe" saust mir durch den Kopf (da ich da ja vorbelastet bin) - da handelt man schonmal sehr irrational und widersprüchlich.

Ich weiß aber gar nicht, ob dieses Thema für Dich noch von Interesse ist.. bin nur neugierig gewesen auf Dein Thema und da das ja nicht solange her ist, habe ich mir erlaubt, was zu schreiben ;-) Ich lass es deshalb erstmal hierbei und überlasse Dir die Entscheidung. Kannst den thread ja auch "nach unten fallenlassen" oder schließen lassen, wenn das für Dich durch ist.

Wenn es noch Thema ist, wie gehts Dir denn gerade damit so?

Erstmal viele Grüße von

Katha

#13
Hallo PunkAnderson,

genau wie Katharina würde auch mich interessieren ob sie sich noch einmal bei dir gemeldet hat nachdem sie aus dem Urlaub zurück war.

Oder ob die Angelegenheit, so wie ich eher vermutet habe dazumal, einfach so im Sande verlaufen ist.

Herzlicher Gruss v. sageslaut2002!

#14
@ sageslaut2002

Bei aller Irritation und Traurigkeit, die mich zu diesem Thread veranlasst haben, wollte ich in erster Linie versuchen, diese Geschichte irgendwie besser einordnen und verpacken zu können. Wie beschrieben ist das NEIN ja durchaus bei mir angekommen, ich habe aber Mühe gehabt, diese unterschiedlichen Verhaltensweisen, vernünftig zu interpretieren... um es auch abschließen zu können. Denn eine Sache ist ja auch klar: So holprige "Starts" oder ein gewisses Hin- und Her sind ja nicht wirklich vielversprechend. Du und vor allem Tannhäuser per PN haben mir aber ziemlich gute Denkanstöße gegeben.

Richtig verstanden habe ich es immer noch nicht, zumal sie sich tatsächlich nochmal gemeldet hat. Allerdings habe ich dann eben auch zu verstehen gegeben, dass ich ihr auf der anderen Seite (zumindest zur Zeit) nicht dieses platonische Irgendwas bieten kann, was sie sich wohl erhofft hat. Damit ist das dann auch auch im Sande verlaufen.

Danke nochmal.

#15
Hi - ganz kurz am Ende deiner Antwort dachte ich:

Oha, noch so eine! :-)

Rest steht in PM

Alles Beste

Katha

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