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Beziehung für die zukünftige Familie geopfert

8 Antworten2'110 AufrufeGestartet von Sitzengelassene ·

SitzengelasseneThemenstart
#1
Hallo miteinander

Hab mich grade neu angemeldet hier und konnte keine ähnliche Geschichte wie die meine finden, drum erzähl ich euch, was mir passiert ist und wäre froh, wenn mir jemand eine Einschätzung oder noch besser einen Ratschlag dazu geben könnte.

Ich versuche mich kurz zu fassen.. Alles begann im Herbst 2012, als ich (jetzt 30) ihn (jetzt 33) kennenlernte. Er war zu diesem Zeitpunkt noch nicht allzu lange von seiner Ex-Freundin getrennt (er sagte mir aber von Anfang an, dass ich ja nicht denken solle, dass ich ein Ersatz sei und dieses Gefühl hatte ich auch nie), er hatte sie dazumal verlassen, da er sich nicht vorstellen konnte, eine Familie mit ihr zu gründen (ja, dazumal dachte ich mir noch nichts bei dieser Begründung). Während den folgenden 20 Monaten fühlte ich mich so glücklich wie nie zuvor, ich hatte in ihm meine grosse Liebe gefunden, denjenigen Menschen, den ich immer gesucht hatte. Es stimmte alles zwischen uns und wir hatten in der ganzen Zeit kein einziges Mal Streit oder auch nur Diskussionen. Nein, es war keine langweilige Eintracht oder so, wir waren einfach nur ein Herz und eine Seele, teilten die gleichen Ansichten und Werte und ergänzten uns wo nötig. Ich war so unbeschreiblich glücklich, dass es einen Menschen wie ihn gab und dieser so viel Zeit wie möglich mit mir verbringen wollte.

Dann, Ende Mai 2014 haben wir wieder einmal ein tolles Wochenende bei mir verbracht (er wohnt 1 Stunde weg von mir), wir haben Sachen unternommen, er hat für mich gekocht, wir gingen draussen spazieren, Hand in Hand wie immer, haben Tischtennis gespielt. Auf dem Nachhauseweg sind wir am See etwas trinken gegangen.  Als wir gemütlich da sassen, er hielt meine Hände fest, eröffnete er mir „wir müssen mal reden“. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nichts aber wirklich gar nichts gemerkt! Ich habe mir danach das Hirn zermartert, weshalb ich in den Tagen und vor allem Stunden davor nicht gemerkt habe, wie sehr er innerlich mit sich gekämpft haben musste (ja, er war gestresst aber von der Arbeit, wie er mir sagte..). Gut, wir sassen also da an der Sonne und ich sah, wie sich seine Augen mit Tränen füllten, die ihm über die Wangen liefen, noch bevor er was sagen konnte. Dann kam es; er habe sich Gedanken gemacht, ob das mit uns langfristig eine Zukunft habe. Es tue ihm weh. Er wolle eine Familie gründen. Es habe der letzte Zwick an der Geissel gefehlt. Ich habe nur Bahnhof verstanden und mir sind auch die Tränen gekommen, zusammen haben wir eine Stunde oder so geweint und ich konnte mir nur im Kopf zusammenreimen, dass er wohl diese Familie nicht mit mir zusammen gründen will. Dann zu mir nach Hause, er hat nur rumgeschluchzt und gesagt, wie gut ich sei. Er hat mich geküsst, zuletzt auf die Hand und ist gegangen.

Ich war einfach nur geschockt. Nach einer Woche habe ich Kontakt aufgenommen und gefragt, ob wir uns treffen können, ich hätte tausende Fragen. Er war einverstanden, ich fuhr zu ihm, wir gingen draussen spazieren und redeten etwa drei Stunden. Er fing wieder an zu weinen, ich natürlich auch. Er sagte, dass er auf seinen Bauch hören müsse, dass es ein grosser Scheiss sei, dass er es doch auch nicht genau wisse. Entweder man heirate seine Freundin oder man warte auf die ganz grossen Emotionen, vielleicht sei einfach das Timing falsch gewesen. Ich hatte nur Fragezeichen in meinem Kopf, zumal er mir immer das Gefühl gegeben hatte, dass seine Gefühle genauso gross waren wie meine. Ich fragte ihn, ob er mit jemandem über seine Zweifel gesprochen habe – ja, mit zwei seiner Freunde und seinen Eltern. Ich fragte, ob die ihm nicht gesagt hätten, dass er mit mir sprechen müsse? Er sagte ja, aber er habe gedacht, er müsse für sich allein entscheiden. Die ganze Zeit während dem Gespräch küsste er mich, umarmte mich, zuletzt liefen wir Hand in Hand zum Bahnhof und verabschiedeten uns unter Tränen.

Ich hab ihm danach noch eine Mail geschrieben, da ich immer noch keine Antworten auf meine Fragen bekommen hatte. Es kam zurück, dass er sich nicht vorstellen könne, eine Familie mit mir zu gründen. Ich solle nicht nach den Gründen fragen, er könne es nicht genau erläutern. Er habe sich von der Angst statt der Hoffnung leiten lassen, was ein Fehler gewesen sei, bis es zu spät gewesen sei.

Seit diesen Tagen ist meine Welt nicht mehr wie sie war. Ich denke nur an ihn und alle Tipps, die es gegen Liebeskummer gibt, hab ich ausprobiert. Aber ich habe das Gefühl, auch jetzt, 9 Monate danach, ist es nicht besser. Mir kommen so oft die Tränen. Immer wenn ich etwas unternehme oder in die Ferien gehe holt es mich noch mehr ein als sonst schon. Ich vermisse ihn so unglaublich und ich komme mit der Situation nicht zurecht. Ich weiss, dass ich die Liebe meines Lebens verloren habe. Ich frage mich, wann es endlich besser wird, denn so kann es wirklich nicht weitergehen. Ich kann mit dem Ende nicht umgehen und weiss nicht, wie ich das verarbeiten könnte.

Übrigens ist keine andere Frau im Spiel. Und ich hab mich wirklich versucht zu beherrschen, ich habe nie einfach so wieder den Kontakt gesucht. Er hatte mir zum Geburtstag ne Sms geschrieben, ich ihm dann das Gleiche zurück. An Weihnachten kam eine Nachricht, darin schrieb er, dass er eine ambivalente Jahresbilanz ziehe. Unter anderem darum, wie er mit mir umgegangen sei. Es tue ihm sehr leid, dass er mich traurig gemacht und sitzen gelassen habe. Diese Nachricht gab mir zum ersten Mal die Gelegenheit, ihm zu schreiben, dass sein Vorgehen in der Tat unfair und unangebracht gewesen sei. Ich habe dies in anständigem aber unmissverständlichem Ton geschrieben, was ich zwar nicht bereue aber gehört habe ich daraufhin natürlich nichts mehr.

Niemand in meinem Umfeld kann sein Verhalten verstehen und auch für mich ist das etwas vom Schlimmsten, dass ich das Handeln des Menschen, den ich doch in- und auswändig kannte, seit diesem schrecklichen Ende nicht nachvollziehen kann. Unglaublich schwer ist auch, nicht zu wissen, wie es ihm geht und was er heute über seine Entscheidung denkt. Ich halte diese Funkstille fast nicht aus und frage mich wirklich, ob es mir nicht besser gehen würde, wenn ich wüsste, dass er absolut zufrieden mit seiner Entscheidung ist. Dann könnte ich vielleicht irgendwann mal abschliessen damit. Aber jetzt, wie es in diesen Monaten läuft, ist es einfach nur unglaublich kräftezehrend. All diese Gedanken und die fehlenden Antworten darauf zermartern mich und ich möchte einfach nur aus meiner Haut raus.

Ach ja, vielleicht noch etwas zu ihm: Er ist beruflich sehr erfolgreich, steht entsprechend unter ziemlich grossem Arbeitsstress. Er hat aber ein gutes Umfeld und Bilderbucheltern sowie einen älteren Bruder, der lange schon eine eigene Familie hat und sicher als Vorbild dient. Seine Freunde sind zum Teil verheiratet, sein bester Freund hat aber nur einige Wochen, bevor er mich verliess, seine langjährige Freundin verlassen und auch andere Freunde trennten sich, als wir noch zusammen waren.

Also liebe Leser (falls das jemand bis zum Ende gelesen hat), das war die Kurzfassung. Kann mir irgendjemand einen Rat geben oder sich das erklären? Wie hättet ihr an meiner Stelle reagiert? Und was mache ich gegen dieses Verlangen, endlich zu wissen, wie es ihm geht? Ich hatte ihm am Valentinstag schon einen ellenlangen Brief geschrieben aber hab ihn nicht abgeschickt, da ich Angst vor seiner Reaktion hatte. In zwei Monaten, wenn sich unsere Trennung jährt, wird sich mir wieder die Frage stellen, ob ich ihm schreiben soll. Ich kann ihn anscheinend einfach nicht loslassen und es wäre hilfreich zu wissen, wie ich das ändern könnte.

Vielen Dank und liebe Grüsse in die Nacht

bearbeitet #2
Diese Nachricht gab mir zum ersten Mal die Gelegenheit, ihm zu schreiben, dass sein Vorgehen in der Tat unfair und unangebracht gewesen sei.
Unfair und unangebracht?

Ich finde Eloquenz ja eine tolle Sache - aber eben dann wenn sie angebracht ist. Für die Nummer die er da mit Dir abgezogen hat, fallen mir viele Worte ein die sich aber mehr auf verschiedentliche Ausscheidungen und den daran beteiligten Organen beziehen.

Ich würde ja sagen, sei froh den los zu sein, denn wenn jemand so widerlich hinterhältig einen anderen Menschen abservieren kann und dann auch noch so verlogen feige solche Sülznummern vor Dir abzieht um auch noch sonst wie gut dabei da zu stehen - also da brauchst kein Botox mehr so ziehts Dir die Falten aus dem Antlitz!

Wird Dir nur alles nix helfen, Dein Gefühl muss da erstmal nachkommen. Dass Du erstmal im totalen Schockzustand bist ist nur normal. Mach Dich mal nicht verrückt wegen Liebeskummerhilfetexten, die können auch bewirken, dass man sich völlig unsinnig unter Druck setzt.

Ich würde sagen - in den nächsten Wochen, lass mal passieren was passiert. Vom Schockzustand bis Heulkrampf und Wutanfall sollte alles vertreten und genossen werden. Mach Dir mal nicht so den Kopf wie Du Dich fühlen solltest, sondern lass Dich mal so wie Du bist. Jeder Gefühlszustand ist da Willkommen und Gut.

Was den angeblichen ach so famosen Herrn angeht - blockiere am besten jeden kontakt. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der wieder angekrochen kommt, solche feigen Rotzlümmel ohne jedes Rückgrat etnscheiden sich gerne jede Woche neu. Du wirst da nicht stabil genug sein um ernsthaft zu überlegen ob Du Dich nochmal auf so eine Lachnummer einlässt. Erstmal solltest Du Dich davor schützen bis Du eine gewissen Stabilität gefunden hast.

Wo Du aber noch irgendwie angenehme Worte für ihn hernimmst, will sich mir nicht erschliessen. Im Schock bist aber entschuldigt.

2× hilfreich
bearbeitet #3
[SIZE=10pt]Liebe Charlies_Berta[/SIZE]

[SIZE=10pt]Vielen Dank für deine ungeschminkten Worte und deine Ratschläge.[/SIZE]

[SIZE=10pt]Die Situation ist für mich u.a. auch darum nicht einfach, da ich nicht weiss, was ich aus dieser Geschichte mitnehmen kann. Mir ist bewusst, dass es für Beziehungen keine Garantien gibt. Aber mich hat das Ende aus heiterem Himmel getroffen und ich frag mich, ob ich das wirklich abhaken kann, wenn ich ohne Antworten zurückgelassen werde und mir Dinge selber zusammenreimen muss. Und dann kommen auch die Gedanken, dass er vielleicht ein Problem hat sich zu binden oder sich voll und ganz auf eine gemeinsame Zukunft einzulassen, da es jetzt schon das zweite Mal war, dass er eine funktionierende Beziehung fortgeworfen hat. Ich habe einfach das Gefühl, dass es mir helfen würde, wenn ich wüsste, dass ich nichts hätte tun können, um die Beziehung zu retten. Kannst du das verstehen? Oder denkst du wirklich, dass einfach er das Problem hatte, nämlich z.B. mit der Kommunikation? Ich stelle mir diese Fragen täglich und komm einfach nicht weiter und frag mich, ob die plötzlich einmal unwichtiger werden.[/SIZE]

[SIZE=10pt]Seitdem es passiert ist, lass ich passieren was passiert und geb mir Zeit, egal was andere Leute sagen und die von dir beschriebene Gefühlspalette spielt sich täglich mehrmals ab. Seit seiner Entschuldigungs-Sms und meiner angriffigen Antwort besteht kein Kontakt. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass er zurückkommt (er ist die Konsequenz in Person und bisher immer zu allen Entscheiden gestanden).[/SIZE]

[SIZE=10pt]Die angenehmen Worte rühren wohl daher, dass bis zum Ende für mich alles gestimmt hatte und er mir das Gefühl gab, dass es für ihn auch so war. Aus diesem Grund habe ich lange Zeit gedacht, dass er sich wohl einfach nicht anders zu helfen wusste und deshalb diesen Weg wählte.[/SIZE]

[SIZE=10pt]Liebe matilda77[/SIZE]

[SIZE=10pt]Auch dir vielen Dank für deine Antwort. Die Zeit gebe ich mir, im Moment hat noch immer nichts anderes Platz in meinem Kopf als die Vergangenheit.[/SIZE]

[SIZE=10pt]Ich wünsche euch ein schönes Wochenende,
liebe Grüsse
[/SIZE]

Guest
#4
Liebe Sitzengelassene,

mir ist nicht klar, warum du dir diese Gedanken um deinen Ex machst. Anscheinend hat er kein Bedürfnis, mit dir Kontakt aufzunehmen. Warum willst du dann wissen, wie es ihm geht? Wenn du ihm irgendwas bedeuten würdest, würde er sich melden. Das ist Gewissheit genug, wenn es auch schmerzt.

Und eine funktionierende Beziehung gab es ja auch nur aus deiner Sicht. Was interessiert es dich, ob er ein Bindungsproblem hat? Es gibt nichts, womit du ihn bewegen könntest, wieder mit dir zusammen zu sein. Wenn der schlimmste Schmerz vorüber ist, wirst du das auch nicht wollen. Du hast ihm vertraut.

Dir ging es gut mit ihm. Und er macht aus heiterem Himmel Schluss. Willst du wirklich so einen Partner?

bearbeitet #5
[SIZE=10pt]Die Situation ist für mich u.a. auch darum nicht einfach, da ich nicht weiss, was ich aus dieser Geschichte mitnehmen kann.[/SIZE]
Spielt das wirklich eine Rolle? Was wenn Du einfach gar nichts daraus mitnehmen könntest?

Das würde am Vergangenem nichts ändern - an heute auch nicht.

[SIZE=10pt]r ist bewusst, dass es für Beziehungen keine Garantien gibt. Aber mich hat das Ende aus heiterem Himmel getroffen und ich frag mich, ob ich das wirklich abhaken kann, wenn ich ohne Antworten zurückgelassen werde und mir Dinge selber zusammenreimen muss.[/SIZE]
[SIZE=10pt]Bei einem solch aprubten Ende ist es relativ normal, dass die Verarbeitung länger dauert. Deswegen lass Dir auch die entsprechende Zeit dafür. Allerdings suchst Du die Antworten nicht zum Verarbeiten - sondern um's Verarbeiten zu vermeiden.[/SIZE] Das ist schon okay, doch je eher Du zulassen kannst, dass es Aus ist - um so eher kannst Du auch durch den Schmerz gehen. Im Moment weigerst Dich. Wie gesagt - das ist schon okay. Gehört auch dazu.

[SIZE=10pt]Und dann kommen auch die Gedanken, dass er vielleicht ein Problem hat sich zu binden oder sich voll und ganz auf eine gemeinsame Zukunft einzulassen, da es jetzt schon das zweite Mal war, dass er eine funktionierende Beziehung fortgeworfen hat.[/SIZE]
[SIZE=10pt]Und? Das hat nur mit Dir absolut nichts zu tun. Hier versuchst einfach auch nur das Geschehene igrendwie verändern zu wollen.[/SIZE]

[SIZE=10pt]Ich habe einfach das Gefühl, dass es mir helfen würde, wenn ich wüsste, dass ich nichts hätte tun können, um die Beziehung zu retten. Kannst du das verstehen?[/SIZE]
Ja, sehr gut sogar. Ich denke jeder hat mal sowas erlebt und kann das nachvollziehen. Trozdem schiebst Du das nur vor. Denn die Antwort kann ich Dir sofort geben:

Gar nichts hättest Du tun können - nichts. Hättest Du was tun können, wärt ihr jetzt noch zusammen. Da ihr es nicht mehr seid, ist klar - Du hättest nichts tun können.

Klar liegt Dir sofort ein Aber auf den Lippen. Die Ursache dafür ist aber immer die gleiche. Solange Du Dich mit den Fragen zermartern kannst - brauchst Du nicht akzeptieren, dass es vorbei ist. Solange Du auch nur eine einzige unbeantwortete Frage findest (und Fragen finden sich immer, der Verstand ist so aufgebaut, dass er immer eine Frage findet und niemal mit einer Antwort zufrieden sein kann) solange brauchst Du nicht wirklich an Dich heranlassen, dass es vorbei ist.

Vielleicht hast Du das Gefühl, der Schmerz der da auf Dich zukäme, würdest Du nicht aushalten. Aber wenn Du wirklich Hilfe suchst kann ich Dir nur sagen - Du wirst es aushalten. Und in gewisser Weise kann man Liebeskummer sogar geniessen. Auch wenn das schon ein bisschen die Königsklasse ist in der man sein gebrochenes Herz nicht mehr als stummen Vorwurf oder Schutzschild vor sich her trägt, sondern als eindeutigen, klaren, offenen und wunderbaren Beweis am Leben zu sein und lieben zu können.

Und das ist das Einzige was eine Bedeutung für Dich hat und haben sollte. Hätte, könnte, würde, wäre ist bedeutungslos. Nur Worte.

Nach all der Zeit wird es Zeit für Dich den Schritt zu gehen. Oder nicht?

Und solltest Du ihn wirklich noch lieben - lass ihn gehen. Wirkliche Freiheit liegt darin sich selbst das Herz zu brechen. Nicht als Opfer. Sondern als Geschenk das man sich selbst macht.

Gibt ein paar Tränen die da geweint werden wollen. Das macht nichts. Alles ist gut so :)

1× hilfreich
#6
Liebe Sitzengelassene,

Fühl Dich mal gedrückt!

So blöde wie es klingt, gibt es für den Verlassenen meistens keine Erklärung, die einem hilft eine (gleich wie überraschende) Trennung zu erleichtern.

Er hat Dir geschrieben, dass er sich nicht vorstellen kann, mit Dir eine Familie zu gründen. Das kommt öfter vor, sogar dann, wenn beide grundsätzlich einen Kinderwunsch haben.

Sei dankbar, dass er Dir überhaupt etwas genannt hat. Mehr wirst Du aber nicht erfahren ... und würde Dich auch nicht weiterbringen.

Ich stimme mit Charlies- Berta überein, dass Du die Trennung nicht hättest verhindern können. Dieses zu akzeptieren und Deinen Frieden damit zu machen, wäre jetzt eine gute Idee.

Vielleicht hilft Dir dafür folgendes. Um Dir eine Chance zu geben, hätte er Dich an seinen Gedanken teilhaben lassen müssen bevor er eine Entscheidung getroffen hat. Dass er die Tipps seiner Vertrauten, mit Dir zu reden, ignoriert hat, könnte Dir deutlich machen, dass er Dir gar keine Chance geben wollte. Da konntest und kannst Du nichts tun. Je eher Du damit Deinen Frieden schließt, desto eher kannst Du loslassen.

Du möchtest aus der Beziehung etwas mitnehmen? Vielleicht ist es die Verbesserung Deiner Resilienz? ;-)

Alles Gute, pitsch

2× hilfreich
#7
Liebe alle

Danke für eure Antworten, die ich mir in den nächsten Tagen sicher noch einige Male durchlesen werde.

Mir ist klar, dass in diesem Forum die Mittel begrenzt sind, um auf eure Einwände und Rückfragen einzugehen. Was aber vielleicht wichtig festzuhalten ist, ist Folgendes: Dass es aus ist und ich ihn verloren habe, habe ich realisiert und akzeptiert (dass es unglaublich weh tut ist eine andere Sache) und ich bin der Meinung, schon lange mit dem Verarbeitungsprozess angefangen zu haben. Ich habe zu keinem Zeitpunkt meine Gefühle verdrängt, das hätte ich auch nicht gekonnt, und ich habe noch nie einen nur annähernd vergleichbaren Schmerz oder eine grössere Trauer erlebt als in der vergangenen Zeit. Es sind unzählige schlaflose Nächte vergangen. Als ich im Zug auf dem Weg zur Arbeit war oder im Büro sass und jeweils plötzlich die Tränen kamen und ich nichts dagegen tun konnte, habe ich mich gefragt, wie ich überhaupt noch einen weiteren Tag überstehen soll. Ich habe grossen Rückhalt erfahren und konnte jederzeit mit verschiedenen Leuten über meine Gefühle sprechen. Und natürlich, dazu gehörte auch die Wut über den Vertrauensbruch.

Weshalb ich mich hier überhaupt angemeldet habe, ist die Tatsache, dass nun wie gesagt fast 10 Monate seit der Trennung vergangen sind und ich noch immer sehr darunter leide. Ich kann ihn nicht loslassen, weil mich die Gedanken an dieses unverständliche Ende quälen. Meine Freunde sagen "ach es ist doch jetzt schon lange her" und fragen, ob es nicht endlich besser sei und weshalb ich nicht mit ihnen feiern mag. Und ich, ich habe das Gefühl, dass ich mit der Verarbeitung nicht weiterkomme, weil ich im Endeffekt gar nicht weiss, was hier überhaupt passiert ist. Ja es ist aus und das habe ich verstanden - ich versuche nicht in Erinnerungen zu schwelgen, habe alle Andenken längstens weggeschafft. Und ja, mir ist klar dass immer Fragen übrig bleiben aber trotzdem glaube ich, braucht es doch gewisse Anhaltspunkte, so dass man sich nicht tausend Dinge einredet und eben auf diese "hätte, wäre.."-Sachen kommt. Ich habe meinen Ex-Freund einmal nach den Gründen gefragt, weshalb er sich von seiner Ex-Freundin genau getrennt hatte und es war zwar ein schwieriges Gespräch aber ich wusste danach, was für ihn den Ausschlag gegeben hatte und was für ihn wichtig ist (übrigens hatte er da davon gesprochen, dass es sich um eine "funktionierende Beziehung" gehandelt hat, deshalb hab ich diese Bezeichnung nun auch für unsere Geschichte übernommen serene). Als er sich dann von mir getrennt hatte und ich ihn um ein Gespräch gebeten habe, hat er ja fast die ganze Zeit nur geweint. Da jetzt einige Zeit vergangen ist und ich denke, dass er emotional mit unserer Geschichte abgeschlossen hat, bin ich eben auf den Gedanken gekommen, ihm die paar Fragen zu stellen, deren Beantwortung mir meiner Vermutung nach helfen würde. Mir erschien dies als beste Lösung, da ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass es plötzlich besser wird und die Fragen verschwinden. Aus diesem Grund habe ich euch nach eurer Meinung gefragt. Und ja, es interessiert mich, wie es ihm geht, weil er noch immer eine wichtige Person in meinem Leben ist und aus seiner Sms zu Weihnachten deutlich rauszulesen war, dass es ihm nicht besonders gut ging. Nicht, dass ich dadurch Mitleid gehabt hätte aber mich würde es interessieren, wie er heute zur Sache steht.

Ok, ich hör lieber auf, vielleicht haltet ihr mich auch für einen hoffnungslosen Fall und ich kann auch verstehen, wenn ihr meine Gedanken nicht nachvollziehen könnt. Ich danke euch aber für eure Anmerkungen und kritischen Einwände.

Schlaft gut und liebe Grüsse

#8
Liebe Sitzengelassene

Ich habe deine Texte gelesen und bin sehr traurig geworden. Ich habe so ziemlich genau die gleiche Geschichte erlebt wie du. Es ist einfach unbegreiflich eine Beziehung aufzugeben wobei doch alles dem anschein nach gut war. Ich kann das auch nicht nachvollziehen und die guten Erinnerungen sind leider viel zu dominant. Allerdings ist es bei mir so, dass er mich nicht loslässt und sich sozusagen die Hintertür offen lässt oder mit mir kollegialen Kontakt will. Sei also froh wenn er so konsequent ist und sich nicht mehr meldet. Ich musste nun noch so stark sein und mich von ihm verabschieden. Das tut so weh, weil ich ja mit ihm zusammen sein möchte. Ich habe mir schon endlos den kopf zerbrochen und das mit Freunden immer wieder thematisiert. Es hilft alles nichts. Menschen sind teilweise unerklärliche Geschöpfe und manchmal gibt es Dinge im Leben die unerklärlich und unlogisch sind.

Ich glaube was wichtig ist, ist dich auf deine innere Kraft zu fokussieren, es ist dein Leben. Ich versuche jeden Tag liebevoll mit mir umzugehen, und mir bewusst zu sein, das ich es verdient habe richtig geliebt zu werden. Ich versuche meine Kraft in die Zukunft zu investieren und nach vorne zu schauen und die Vergangenheit hinter mir zu lassen. Ich habe auch noch viele Fragen aber auf die weiss er selber auch keine Antwort. Wenn es mich überkommt mit Gefühlen versuche ich etwas anderes zu denken was mir gefällt.

Trotz guten Ratschlägen und vier Monaten leide ich immer noch sehr. Aber das braucht Zeit. Ich denke es hat nicht gross mit dir zu tun, dass das passiert ist. Deshalb versuch dein Leben wieder zu leben und stolz auf dich zu sein. Nach vorne zu schauen, deine Energie im Sport oder sonst wie einzusetzen.

Es braucht einfach noch Zeit.

Ich leide mit dir, aber wir schaffen das! Alles Liebe Vitry

#9
Liebe Vitry

Danke vielmals für deine Worte. Sie haben mich auch traurig gestimmt, deinen Schmerz kann man gut rauslesen. Dass du so stark sein konntest, zeigt mir, wie viel wir zu überstehen in der Lage sind. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies ganz besonders schlimm gewesen sein muss. Vielleicht gibt es für euch ja irgendwann in der Zukunft doch noch eine Möglichkeit, er hat dir so doch immerhin gezeigt, dass du ihm noch immer sehr wichtig bist. Aber im Moment Abstand zu halten ist sicher die beste Idee. Ich wünsche dir von Herzen, dass du bald wieder richtig glücklich sein kannst. Und in der Zwischenzeit setzen wir beide deine Tipps um!

Alles Liebe und viele Grüsse

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