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Beziehung=viel Arbeit

18 Antworten3'263 AufrufeGestartet von lasola ·

lasolaThemenstart
#1
Hallo Forum.

Ich möchte hier eine Frage zur Diskussion stellen, die wahrscheinlich schadenfreudige Zeitgenossen auf den Plan ruft. Ich hoffe, dass dennoch konstruktive Beiträge kommen.

Mich beschäftigt seit Jahren folgende Beziehungsproblematik: Ich habe bislang nur erfahren, dass Beziehung sehr, sehr viel Arbeit bedeutet. Nicht in Form von "miteinander an der Beziehung arbeiten", sondern körperliche Arbeit. Von mir wird automatisch erwartet, dass ich beim Umzug die Waschmaschine runterschleppe, den Garten umgrabe, den Traktor mit 10-Tonnen-Maisladung in den nächsten Ort fahre, ein Gerüst zu zweit aufbaue, ein Boot auf den Anhänger verlade uvm. Nun, ich bin jetzt nicht gerade die weibliche Ausgabe von Hulk Hogan. Ich bin 1,64m groß und wiege 56 kg. Eher zierlich. Ich bin weder faul noch bequem - aber ich will einfach nicht mehr "so vor den Karren gespannt" werden. Natürlich mache ich nicht sang- und klanglos das, was man von mir verlangt. Ich bekomme dann eher zu hören: "Man, stell Dich nicht so an. Das wiegt doch nix/Das ist doch nicht schwer". Dann fangen Diskussionen an, was zur Folge hat, dass ich völlig entnervt von dannen ziehe. Denn es gibt zig männliche Freunde im Bekanntenkreis, die locker beim Umzug helfen könnten. Ich würde sogar für das Catering sorgen...

Das ist die körperliche Beschäftigung. Dann gibt es noch die geschäftliche. Ich bin selbstständig mit einer eigenen kleinen Medien- und Marketing-Agentur. Meine Auftragslage ist sehr gut; ich habe wirklich viel, viel Arbeit. Dann bin ich noch alleinerziehend, regle meinen Haushalt und habe auch noch Lust auf Zeit für mich allein. Eigentlich geht es mir ziemlich gut, ich kann mir hier und da kleine Extras leisten.

Nun kommt aber eine Beziehung - und dann geht der Stress buchstäblich los. Ich soll plötzlich die komplette Website des Partners umplanen und neu gestaltet ("Du bist doch Textprofi"), neue Kunden aquirieren ("Du bist so stark im Argumentieren"), Telefonate führen ("Bei Dir geht das so schnell"), Produktfotos anfertigen ("Du hast eh ne super Kamera"), Konzepte entwickeln, Bewerber aussuchen, Annoncentexte schreiben, Kunden besuchen usw. Irgendwie geht mir das gewaltig auf den Wecker, denn meine Arbeit müsste dafür ins Hintertreffen geraten. Und oft soll ich noch die Materialkosten tragen?! Beispielsweise das Porto bezahlen für "seine" Weihnachtspost an Kunden. Wenn ich dann mit dem Beleg ankomme und das Geld zurück verlange, schaut man mich groß an: "Wegen 80 Euro machst Du einen Aufstand??" Ich mache keinen Aufstand. Ich möchte nur das Geld zurück, das ich vorgestreckt habe. Und dabei habe ich 300 Weihnachtskarten durch meinen Drucker gelassen, habe die Umschläge bedruckt und den ganzen Mist auch noch zur Post gebracht, ohne ein Wort darüber zu verlieren. Ach, und wenn ich die Kleine vom Kindergarten abhole, soll ich noch schnell "seine" Einkäufe mitbringen: "Du fährst doch eh am Supermarkt vorbei." Auf das Geld, das ich für seine Lebensmittel vorgestreckt habe, kann ich wochenlang warten. Ich soll so eingespannt werden, dass meine Aufträge, die mir Geld zum Leben bringen, hinten anstehen würden. Denn die Partner bezahlen mich ja nicht, wollen mich aber regelmäßig mit Arbeit zuschaufeln, die ihr Business weiterbringt.

Zu meiner Situation muss ich sagen: Meine Tochter ist 4 Jahre alt, ich kriege das mit der Betreuung ganz gut hin, arbeite wirklich gerne und viel in meinem Job, habe da viel Erfüllung, muss aber hart für das Geld, das uns ernährt, arbeiten. Hin und wieder gibt es säumige Zahler, es kommt also nicht das Geld aufs Konto, das eingeplant ist. Unterhalt bekomme ich keinen. Wir sind also reine Selbstversorger.

Ich empfinde den Stil, den meine Partner betreiben, als abzapfen. Denn wenn mein Auto z.B. zum Tüv muss, muss ich das auch alleine machen. Wenn ich grippekrank zuhause liege, erledigt mir nur meine Mutter meine Einkäufe, die Expartner hatten nie Zeit oder sie hatten Angst, sich anzustecken.

Meine Frage: Wo fängt Einsatz in einer Beziehung an, wo hört er auf? Diese "Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen" gehen schon meist nach ganz kurzer Zeit des Kennenlernens los. Ruck-Zuck bekomme ich die Zugangsdaten für irgendwelche Websites geschickt mit dem Zuruf: "Mach mal neu". In der Regel sind diese "Aufträge" gepaart mit irgendwelchen Versprechungen im Stil von: "Wenn Du den Auftrag kriegst, machen wir halbe/halbe". Aber dieses Versprechen wurde nie eingehalten.

Ich wünsche mir, mit meinem Thread keine Zyniker auf den Plan zu rufen, die sich an der Schwäche einer eigentlich starken Frau laben. Für mich sind diese immer wiederkehrenden Rhythmen echt ein Problem. Sicher hängt es mit mir zusammen - aber ich finde keinen Ansatz, wie ich es ändern könnte. Natürlich lasse ich mich nicht mehr so einspannen wie früher. Ich mache schon ab und an etwas - aber ich mache es definitiv nicht mehr gerne. Weil ich spüre, dass es nur darum geht, sich durch mich zu bereichern. Wenn ich nicht so "ziehe", wie sich die Männer das vorstellen, zeigen sie mir die kalte Schulter.

#2
Hallo,

wie sagte Hape Kerkeling als Evje van Dampen: Eine Beziehung ist: Arbeit, Arbeit, Arbeit. ;)

Wo fängt Einsatz in einer Beziehung an, wo hört er auf?
Ich habe mir deinen Beitrag durchgelesen. Für mich hört es sich so an, als würdest du als "Dienstleistungsunternehmen" mißbraucht werden. Weil du selbstständig bist erwarten die Herren, dass du auch "selbstständig" anliegende Aufgaben übernimmst....

Ich setzte in meiner Beziehung nichts voraus. Damit meine ich z.B. auch ich bin in meinem Leben leider schon mehrmals umgezogen. Ich habe aber nie vorausgesetzt, dass meine Partner automatisch meine Aufgaben erledigen.

Wo es anfängt und wo es aufhört ist Ansichtssache. Viele Menschen merken nicht, dass sie ausgenutzt werden indem sie dem Partner alles abnehmen weil der vielleicht zu bequem und zu antriebslos ist. Es sollte sich die Waage halten. Eine Hand wäscht dir andere. Es fiel auch mal der Satz "Wenn du mich liebst, dann..." . Ich habe auch ein Problem damit, einmal "nein" zu sagen.

, dass es nur darum geht, sich durch mich zu bereichern.
Das kenn ich nur zu gut. Auch von "Freunden". Man ist der beste Freund, wenn es jemanden schlecht geht. Aber wenn so etwas in einer Partnerschaft vorkommt, sollte man noch einmal über den Sinn einer Beziehung nachdenken. Ob man wirklich verstanden hat, was eine Partnerschaft bedeutet. Oder ob "Partnerschaft" nur billige Arbreitskraft bedeutet.

Ich hab einem Ex öfters geholfen. Als es seiner Mutter nicht gut ging, als er keinen Führerschein hatte hab ich ihm geholfen, Waren auszufahren usw. Er wollte es mir "danken". Danken in dem Sinne, dass ich etwas mache, wovon er was hat. Und so lief es die ganze Zeit. Es kam nichts von ihm rüber, wenn er nicht auch irgendwie Nutzen aus einer Sache ziehen konnte.

"Wegen 80 Euro machst Du einen Aufstand??" Ich mache keinen Aufstand. Ich möchte nur das Geld zurück, das ich vorgestreckt habe.
Es geht nichtmal um die 80 Euro an Sich. Es geht ims Prinzip. Der Willen muss erkenntbar sein, dass man die Mühe des Anderen zu schätzen weiß. Es ist kein Kredit auf Lebenszeit. Auch wenn mir jemand 80 Euro in Raten geben würde (weil er nicht anders kann) ist es immernoch ein Zeichen guten Willens. Eine Freundin hat das durch. 350 Euro geliehen und nur rumgedruckse.

Ich empfinde den Stil, den meine Partner betreiben, als abzapfen.
Ja aber du suchst dir doch diese Männer aus und auch du läßt es mit dir machen. Es gehören immer 2 dazu. Einer, der ausübt und der Andere, der es immer wieder mitmacht. Solang man so einen Zirkus mitmacht, solang wird der Kreislauf nicht enden.

Ich mache schon ab und an etwas - aber ich mache es definitiv nicht mehr gerne.
Ich habe mir gesagt, wenn nichts von dem Anderen zurück kommt, dann komme ich demjenigen auch nicht mehr entgegen. Ich bin gerade selbst dabei "nein" sagen zu können.

#3
Liebe Stralsunderin.

Danke für Deine Zeilen, danke fürs Lesen.

Ich gebe Dir mit Deiner Aussage, dass ich mir die Männer aussuche, vollkommen recht. Leider weiß ich nicht, warum das so ist. Welche Muster da im Unterbewusstsein ablaufen. Ich will es nicht - aber es passiert dennoch.

Eigentlich bin ich schon eine grandiose Nein-Sagerin. Ich habe gelernt aus der Vergangenheit. Und eigentlich würde ich ja wahnsinnig gerne mit einem Partner etwas Tolles aufziehen, privat und auch geschäftlich. Ich denke schon, dass mann mit mir etwas erreichen kann. Die Begeisterung von den Männern ist ja anfangs auch ganz stark. "Endlich eine Frau, mit der man auch mal über was anderes reden kann als Soaps" usw. Angeblich bin ich die Frau, auf die sie seit Jahren gewartet haben. Und dann geht die Arbeit auch schon los. Immer nach dem Motto: "Wenn Du das machst, dann..." oder "Das ist doch nur eine Kleinigkeit für Dich." Ich hasse das einfach...weiß aber nicht, wie es aufhören kann. Ich sage recht früh nein, wäge ab und beobachte. Und erkenne meist nach ganz kurzer Zeit, dass ich wieder nur das Dienstleistungsunternehmen gewesen sein soll. Anscheinend sende ich falsche Signale aus. Aber welche nur??? Wenn ich es wüsste - ich würde es sofort ändern!

#4
Anscheinend sende ich falsche Signale aus. Aber welche nur??? Wenn ich es wüsste - ich würde es sofort ändern!
Ich kanns dir nur aus meiner Sicht sagen. Ich hatte immer das Muster: Ich habe Idioten magisch angezogen. Bei denen am Ende immer rauskam, dass sie gelogen haben, betrogen haben, die mich nur auf Distanz hielten usw. Aber den Mann, der nett war vielleicht etwas sensibler als andere Männer war, der aufmerksam war... den verletzte ich. Ich weiß nicht, ob ich damit richtig liege... aber in der Beziehung zu meinem Vater war ich ähnlich. Ich habe mir verbale Attacken gefallen lassen... Stichelein usw. meine Mutter war genauso - sie hielt es 24 Jahre bei meinem Vater aus. Ich habe genauso einen leichten Hang zum Alkohol - wie mein Vater.

Ein Unterschied zu meinem jetzigen Freund und zu einigen mein Ex ist, dass er keine Forderung stellte am Anfang der Beziehung. Ich habe mich mal ihm gegenüber als innerlich tot dargestellt und er meinte, er möchte mir wieder beibringen, dass ich liebe und vertrauen kann.

#5
Liebe Lasola!

Das mit der "körperlichen Arbeit" kenne ich auch sehr gut - weiß aber auch keine richtige Antwort drauf.

Ich denke, es ist unsere Ausstrahlung. Wir werden auf unser Umfeld sehr selbständig wirken. Und da nun mal viele Leute so gepolt sind, so wenig wie möglich zu machen, überlassen sie dann viele Sachen den anderen - eben solchen Leute wie uns.

Ich kann auch nicht genau diese Ausstrahlung definieren. Ich hab´s aber schon erlebt, ich stand inmitten einer Gruppe wildfremder (!) Leute und es wurde irgendeine Frage gestellt - zu wem schauten sie alle? Zu mir! Sie kannten mich gar nicht, aber ich sollte die Erste sein, die dazu ein Statement abgibt. Tja, verrat mir warum?

Und das mit der Firma sehe ich mehr als "gesellschaftliches Problem" an. Es heißt doch immer, dass die, die ne eigene Firma haben, Geld wie Heu haben und alles über die Steuer absetzen können. Tja, und da kann doch derjenige dann auch mal was für mich umsonst machen. Dabei sehen sie nicht, dass z.B. bei dir eine ungeheure Kreativität dahinter stecken muss, um etwas "umsonst" zu machen.

Tja, und wo fängt der Einsatz an und wo hört er auf?

Aufhören vielleicht dort, wo man sich langsam ausgenutzt vorkommt.

Aber anfangen? Ich hab es mir mittlerweile abgewöhnt, am Anfang auf persönliche Belange zu sehr einzugehen. Was aber auch nicht die beste Lösung ist, denn dann wirkt man auch sehr verschlossen. Hab mir auch abgewöhnt, am Anfang zu erzählen, was ich beruflich mache. Hab ich schon manchem erzählt, dass ich "so ein bissel Büroarbeit" mache (was ja auch an sich nicht falsch ist :D :D). Meist sind dann die Männer erst einmal zufrieden damit.

Vielleicht liegt´s auch daran, was für einen Stellenwert wir den einzelnen Werten, die unser Leben bestimmen, beimessen. Früher hab ich auch oft gleich gesagt, dass ich gerne Single bin und auch sehr selbständig bin. Tja, bloß mal ehrlich, wie wirkt das denn? Da würde ich doch auch sagen, dass sie ja schon alles kann und keine Hilfe braucht. Und dass man sie ja mal für eine Bettgeschichte gebrauchen kann, denn eine Beziehung will sie ja nicht, wenn sie gerne Single ist.

Naja, und da gäbe es unzählige Beispiele. Letztendlich ist es ja auch so, dass wir nach außen hin unsere Werte auch vermitteln. Eigentlich logisch, dass wir das dann auch zurückkriegen. Wie man aber damit umgehen soll, weiß ich leider auch nicht.

#6
also du solltest einfach mal beobachten, du kannst ja ruhig geben in einer beziehung aber es muss auch zurückgegeben werden. und berufliches mal außen vor lassen. du bist fachfrau in deinem beruf und müsstest für solche arbeiten bezahlt werden. oder du gewöhnst dir an einen kostenvoranschlag zu machen und die männer müssen bezahlen bevor du die arbeit machst. die würden augen machen ;)

ich denke du bist ne starke frau, du weißt auch wo deine grenzen sind, also überschreite sie nicht für einen mann. derjenige der dich liebt wird dies akzeptieren.

und wenn du wirklich ne waschmaschine schleppen musst dann ist das unter aller sau. also ich bin auch kein jammerlappen und schlepp auch schweres zeug, aber ne waschmaschine???? nein danke! solche sachen entweder zu zweit oder gleich den ach so starken mann schleppen lassen.

ich bin genau so groß und schwer wie du, aber irgendwo hats auch seine grenzen.

oft hab ich den satz gehört "stell dich nicht an wie ein mädchen" meine antwort "ich bin ein mädchen"

tja und wenn ich merke dass der mann mal wieder faulig wird, dann bin ichs auch. mach meinen kram und fertig.

#7
Hi Ihr!

Hm, ich weiß schon, dass ich nach außen ziemlich taff rüberkomme. DAs, was ich beruflich mache, ruft sehr oft Bewunderung hervor - für mich ist das ganz normal. Ich muss tagelang bei einem MIssbrauchsprozess sitzen und mir die ekligen Details eines Gestörten anhören. Und am gleichen Abend muss ich bei einer Gala über die VIPs schreiben - das ist mein Job. Ich sehe das relativ unemotional. Aber irgendwie locke ich das Gesindel an - und ich will es gar nicht! Es sind gut getarnte Faulpelze und insolvente Idioten, die nicht mal offen und ehrlich zugeben können, dass sie Mist gebaut haben. Ich steige wie Tylli auch nicht mehr auf deren Belange so ein. Da sagt man mir nach, ich sei egoistisch, eingebildet. Bei meinem Ex (auch so eine flügellahme Ente) habe ich mich ein wenig zusammengerissen und mich wirklich für seine Probleme interessiert, hier und da meine Meinung, wie ich es machen würde, gesagt. Dann warf er mir vor, dass ich ihm immer seine Fehler vorhalten würde. Äh??? Wie soll man es denn nun machen??? Ich habe sogar schon Konflikt-Kommunikationsseminare besucht, um den gescheiten Mittelweg zu finden. Ich rede immer Klartext, flenne nicht rum, verfolge niemanden mit SMSsen. Eigentlich helfe ich schon gerne und löse auch gerne Probleme - aber eben nicht allein! Ich will immer sehen, dass der andere sich auch anstrengt.

Aber oft ist es so, dass ich den Mist hingeknallt kriege nach dem Motto: "Mach mal!!!" Sicher fällt mir sofort was ein. Ich weiß immer einen Weg, etwas konstruktiv zu lösen. Aber ich bleibe damit immer allein. Der andere bedient sich meiner Lösung und schmückt sich damit noch.

Mein Ex wollte unbedingt einen neuen Slogan. Ich habe mich bewusst mit der Entwicklung eines Werbespruchs zurück gehalten. Ständig rief er mich an, jammerte herum und was weiß ich. Und dann rutschte mir der Slogan raus, der mir nebenbei so eingefallen war. "Boah, das ist es. Super! Genial!" sprach's, sicherte sich die Domain, leitete diese Domain auf seine Website um und meldete sich nicht mehr. Obwohl irgendwann mal besprochen war, dass wir gemeinsam was Tolles aufziehen... Aber vielleicht bilde ich mir das alles nur ein...diese Gespräche über die gemeinsame Zukunft.

Ich bin echt selbst schuld. Ich würde gerne Schulter an Schulter mit jemanden durchs Getümmel stürmen. Ich gehe durchs Feuer für Menschen, für die mein Herz schlägt. Aber ich bin diesen Idealismus leid geworden. Ich habe angefangen, nur noch an mich und mein Kind zu denken - das hat mich bislang echt weit gebracht. Dieses leidenschaftliche Feuer in mir, das für einen geliebten Menschen lodern könnte, ist echt ziemlich abgekühlt. Es ist bedauerlich. Aber für mich und mein Kind echt gesünder. Warum das so ist, dass wir so ausgenommen werden - ich weiß es nicht!

#8
Da sagt man mir nach, ich sei egoistisch, eingebildet.
Ja, das kenn ich... :D Ich glaube aber, dass das die Leute nur sagen, weil sie merken, dass sie anders nicht weiterkommen. Einfach gesagt: Sie beleidigen einen, damit man einlenkt - und nachgibt.

Hättest du deinem Ex nicht im Nachhinein eine Rechnung schreiben können?

Ich habe angefangen, nur noch an mich und mein Kind zu denken
Das ist ja sozusagen eine kleine Welt für sich. Ich denke, der neue Partner sollte aktiv versuchen, in diese Welt einzudringen. Zum einen mit Akzeptanz und zum anderen mit Kreativität die Welt selbst mitgestalten. So mache ich es zumindest. Wer bei mir über bestimmte Interessen oder Dinge gleich am Anfang die Nase rümpft, der geht. Wenn er sich nicht mal dafür mit begeistern kann (ohne gleich irgendwas zu übernehmen), der ist bei mir fehl am Platz. Denn umgedreht gehe ich ja auch auf ihn ein. Ich stell mich am WE auch mal mit auf den Fußballplatz. Und ich erfriere dort bestimmt nicht vor Langeweile!

So was verstehe ich unter gegenseitigem Geben und Nehmen.

Tja, und wenn man dann nach einem halben Jahr trotzdem reinlangt - ja, das ist halt das Leben. Wo hat man bei der ersten Chance gleich einen Glücksgriff? Das gibt es doch kaum...

PS: @Kleines Mädel: Das mit der Waschmaschine war bestimmt bloß ein Bild. Selbst zwei Männer haben mit einer Maschine zu kämpfen, weil sie ungeheuer schwer ist. Das das Lasola schafft, glaube ich nicht. Hat ja auch was mit der Körpergröße zu tun.

#9
hallo lasola,

vielleicht würde es dir nützen, wenn du am anfang einer (geschäftlichen) beziehung die spielregeln festlegst. dass du, was das geschäft anbelangt genau sagst, wie du dir die zusammenarbeit vorstellst, wer was macht usw. und auch was die konsequenzen sind, wenn diese (gemeinsam aufgestellten) punkte nicht eingehalten werden. dasselbe im privaten, wer macht was im haushalt, wer macht wessen weihnachtskarten und was gibts als gegenleistung.

das klingt jetzt alles bieder und unromantisch, aber so wissen die herren auch gleich woran sie sind. und du erlebst vielleicht nachher weniger enttäuschungen.

betr. umzug: organiser doch einfach selbst ein paar freunde, die helfen kommen und dir dann sicher das waschmaschinentragen abnehmen...!

und wenn du merkst, dass du wieder ausgenutzt wirst, sofort die notbremse ziehen. denn wie stralsunderin sagt, es braucht immer 2, einer der ausnützt und einer der sich ausnützen lässt...

alles gute!

#10
wenn du am anfang einer (geschäftlichen) beziehung die spielregeln festlegst
Nein, so läuft das nicht. Erst lernt man jemanden privat kennen und DANN wollen sie etwas Geschäftliches von einem. Umgedreht ist das natürlich klar, dass man bei einer geschäftlichen Beziehung die Spielregeln festlegt. Aber solche Spielregeln wird man ja wohl kaum im Privaten festlegen können... ;)

#11
Hi...

Danke, petit soleil, für Deinen Tip. Aber wie Tylli schon sagt: Es fängt ja immer privat an und gleitet dann ab ins Geschäftliche. Und dann ist es für mich schwierig, rechtzeitig die Notbremse zu ziehen. Ich ziehe sie auf alle Fälle, stoße dann aber auf Unverständnis. Immer so nach dem Motto: "WAs soll der Stress? Wir sind ja schließlich ein Paar!" Und eben deshalb meine Frage: Wo fängt man an, in eine Beziehung zu investieren, und wo hört man auf???!

Meinem Ex habe ich eine Rechnung wegen der blöden Weihnachtskarten gestellt. Allerdings habe ich nur das Material berechnet. Korrekt wie ich bin. Es drehte sich um rund 150 Euro für Karten, Umschläge und Porto. Obwohl er angeblich Großunternehmer ist, konnte die Sekretärin die Kohle nicht überweisen, weil das Konto völlig überzogen ist. Sie musste auf sein Privatkonto zurück greifen - das hat er mir sogar noch selbst erzählt...

Und noch einem Verflossenen habe ich mal eine Rechnung gestellt über 7500,00 Euro, weil er mich über Wochen hinweg mit seinem Mist beschäftigt hat. Wobei ich zugeben muss, dass er in einer interessanten Branche unterwegs ist. Das Marketing ist nicht uninteressant. Auch hier: "Ich liebe Dich. Du bist eine Traumfrau. Auf Dich habe ich gewartet" - mich weichgesülzt und dann kamen die Aufträge. Immer mit der Maßgabe, dass ich beteiligt werde. Er wollte eine eigene Radioshow (er hatte eine beratende Tätigkeit ausgeübt, für die er Geld bekam) - er hat sie durch mich bekommen. Ich habe das Sendungskonzept entwickelt, die Kontakte zu den Sendern geknüpft und war sogar bei der Vertragsunterzeichnung dabei. Am Tag danach der ernüchternde Anruf: "Mit einer Frau, die um das Sorgerecht streiten muss, will ich nichts zu tun haben. Mit der kann ja was nicht stimmen." (Zur Info: Mein Exmann hatte damals das alleinige Sorgerecht beantragt; es gab aber nie Gründe dafür. Es ist auch hier eine rein finanzielle Sache, weil er keinen Unterhalt zahlen will). Kontakt abgebrochen. Gut - dann eben nicht. So schrieb ich meine Rechnung. Er schaltete einen REchtsanwalt ein. DAs ganze ging vor Gericht. Er hat vor Jahren die eidesstattliche Versicherung abgelehnt und lernt durch seine Tätigkeit als Astrologe Unmengen von unglücklichen Frauen kennen, die ihn alle durchfüttern... Die 7500 Euro bekam ich nicht. Aber immerhin 1500,00 Euro (verteilt auf drei Raten, das Geld bezahlte eine Mäzenin). Das war alles, was er mit Müh und Not aufbringen konnte und musste. Der Richter sah es als erwiesen an, dass ich abgezockt wurde. Mir ging es nicht ausschließlich ums Geld, aber einen gewissen Teil wollte ich zurück haben, weil durch ihn viele Kosten entstanden waren. Es ging mir auch damals ums Prinzip.

In heutigen Beziehungen - auf die ich mir nur sehr schwerlich einlasse - sage ich von vorneherein, dass ich selbst genug zu tun habe. Ich brauche keine Beschäftigungstherapie innerhalb einer Beziehung. Das wird anfangs auch akzeptiert. Aber dann driftet das immer ab.

Und: Es drehte sich bislang nicht um meine Umzüge. Sondern um die der anderen. Und ich weigere mich, auch zu zweit eine Waschmaschine zu schleppen. Ich kann das einfach nicht. Ich kann zwar sicher viel - aber schwere Dinge heben geht bei mir aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Das sage ich auch klipp und klar - und ernte nur Hohn und Spott.

Ich habe oft Sorge, zu kleinlich zu sein. Aber das, wie ich heute reagiere, ist das Ergebnis der Vergangenheit und der schlechten Erfahrungen.

#12
Und: Es drehte sich bislang nicht um meine Umzüge. Sondern um die der anderen. Und ich weigere mich, auch zu zweit eine Waschmaschine zu schleppen. Ich kann das einfach nicht. Ich kann zwar sicher viel - aber schwere Dinge heben geht bei mir aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Das sage ich auch klipp und klar - und ernte nur Hohn und Spott.
Hä, wie können den Leute bloß so sein? Ich meine, ich hab ja meinen Bandscheibenvorfall auch nicht umsonst gehabt :D , aber bei meinem Umzug war es das Einzige, was ich nicht fortbewegen konnte, die Waschmaschine. Ich hatte echt gedacht, du hast das als Vergleich gemeint.

Wo fängt man an, in eine Beziehung zu investieren, und wo hört man auf???!
Ich mache einfach nix Geschäftliches mehr für jemanden. Dort ist meine Grenze. Sobald es etwas wäre, womit ich Geld verdienen könnte, was mein Geschäft betrifft, sage ich: "No!". Jeder macht das so, warum nicht auch ich?

Ich hab mich schon mit Autowertstätten rumgestritten, dass sie mal ne Glühbirne am Auto auf Kulanz wechseln. Nein, da geht kaum ein Weg rein. Und wenn es 7 EUR sind, was sie einem berechnen. Tja, und warum soll ich dann anders sein?

Da zahl ich lieber den Preis dafür, dass ich alleine lebe, als mich auch noch mit geschäftlichen Dingen ausnehmen zu lassen.

#13
Und dann ist es für mich schwierig, rechtzeitig die Notbremse zu ziehen.
That's it!

Nicht rasen, öfters mal auf die Bremse treten... und Schulterblick nicht vergessen! ;-))

#14
Ohne irgendwelche Beiträge ausser deinem gelesen zu haben, muss ich wohl nur eins dazu sagen:

Privat und Geschäft gehören getrennt, vor allem in Beziehung.

Dein Geschäft ist dein Geschäft und sein Geschäft ist sein Geschäft.

Du musst nicht noch zusätzliche Arbeit unternehmen, dass ist Blödsinn. Wenn du aber einmal so was vorgeschlagen hast, bist du selber schuld. Wenn Sie dich einfach so einspannen, musst du halt klipp und klar sagen, dass wenn sie ihre Arbeit nicht erledigen können sind sie am falschen Ort.

Sagen ihnen ganz klar, sie sollen sich mal verpissen mit der Arbeit, du willst sie für ein Privatleben und bist nicht eine Sekräterin für sie. Passt das ihnen nicht? Dann schiess Sie kaltherzig in den Wind. Du willst Liebe, nicht Kälte. Sex = Wärme. Arbeit = Kälte.

Und nebenbei wegen der Post und den Einkäufen, sag ihnen next time: "Klar, wenn du mir das Geld gibst." Oder mach mit den Partnern ab, dass ihr gegenseitig einkauft. Mal er, mal du. Und dann gleich für beide.

...

Wenn du dich aber so wie beschrieben behandeln lässt, machste was falsch.

So!

#15
Hi ScoopTRX.

Danke für Dein Posting. Ich verstehe Deine Kritik. Jetzt drehe die Situation aber mal um:

Angenommen, Du bist Automechaniker von Beruf. Dann lernst Du ein auf den ersten Blick nettes Mädel kennen. Ihr kommt super aus, habt ähnliche Interessen, gleiche Ziele. Du denkst: Wow, volltreffer.

Ihr kommt zusammen. Deine Freundin hat jetzt dauernd Probleme mit ihrem Auto. Mal funktioniert dies nicht, mal das nicht.

Äh - was würdest Du tun? Für Dich ist es eine Kleinigkeit, den Reifen zu tauschen oder den Keilriemen zu wechseln. Deine Freundin kann das halt nicht. Also hilfst Du ihr gerne. Oder?

Und dann stellt sich raus: Die Alte hat eigentlich seit Jahren einen Freund, hat Dir aber schöne Augen gemacht und letztendlich einen Haufen Geld gespart, weil sie mit der Schrottkarre nicht in die Werkstatt musste.

Wie findest Du denn den richtigen Mittelweg???

#16
Privat und Geschäft gehören getrennt, vor allem in Beziehung.
@Lasola: Ich glaube, dass kann niemand verstehen, wie es ist, der nicht auf eigenen Füßen steht.

@SC00PTRX: Es wäre ja schön, wenn man das so einfach trennen könnte, aber wenn man selbständig ist, ist man das nicht nur 8 Std. und danach denkt man nicht mehr dran - man ist es 24 Std. am Tag!!! DAS macht den Unterschied. Und das macht ein Privatleben eben auch so schwer.

#17
@Die Ladies

Also, ich selber bin Kaufmann, wohne auch alleine und stehe auf beiden Beinen alleine. Frühauszieher, wenn man so will.

In meinem Job (jetzt ist das irgendwie ironisch) beurteile ich selbständigerwerbende und gewähre den Status oder nicht. Naja, auf alle Fälle, verstehe ich das eine eigene Firma 24 Stunden auf Trab hält, aber irgendwo stellt man ja auch mal ab.

Und das mit dem Automechaniker, dass verstehe ich, dass Beispiel. Aber so was ist ja Privatleben und nicht Geschäftsleben? Du hast für ihn quasi einen Job übernommen, der sein Job wäre.

Und ich helfe ja meiner Freundin auch wenn ihr Laptop bockt oder ich reparier ihrer Familie den Fernseher (Wenns geht). Aber naja... Da weiss ich, dass ich es auf einer Basis tue, auf der ich nicht ausgenutzt werde...

Ist wohl eine Sache des Vertrauens. :schief:

#18
Ist wohl eine Sache des Vertrauens.
Womit wir wieder bei Lasola Frage wären... :rolleyes:

eine eigene Firma 24 Stunden auf Trab hält
Es ist die VERANTWORTUNG, die man hat und die man nicht nach 10 Std. abstellen kann. Vor allem wenn man Mitarbeiter hat... Und dann muss man auch im Privatleben anders handeln. Weil man sich da ganz anders absichern muss gegen alles, was so kommen kann.

#19
@ Scoop

Hm, Du schreibst, das mit dem Auto wäre nicht ihr Job...?! Sie kann es halt nicht reparieren, weil sie kein Werkzeug/Fachwissen hat.

Und genau das passiert bei mir: Die Jungs haben scheinbar kein Werkzeug (Kamerasysteme) und kein Fachwissen (über Marketing). Wo fängt man jetzt also an, Job und Privatleben zu trennen?

Sie kommen und wollen etwas, wofür andere bezahlen müssen. Eigentlich ist es selbstverständlich, dass man dem anderen hilft. Bei mir ist es aber so, dass mann nur so lange von Liebe spricht, so lange ich gefällig wirke. Es ist ja nicht so, dass ich die Sachen anbiete oder mich aufdränge, im Stil von: "Ich mach das für Dich". Ich habe kein Liebesdefizit, das ich versuche, durch Anbiedern auszugleichen. Im Gegenteil. Ich bin sehr zurück haltend. Aber irgendwann fasse ich eben auch mal Vertrauen - denn ich will ja eigentlich eine vertrauensvolle Basis. Und immer wieder passiert es mir, dass ich einfach "reintappe", der andere zieht seinen Vorteil und tut so, als ob er mich nicht mehr kennt und erzählt dann anderen Frauen, was für einen tollen Werbeslogan er entwickelt hat (dabei stammt er aus meiner Textschmiede)... Ganz schön abgefahren ist das. Und dann geht es auch um Kleinigkeiten: "Schreib doch mal schnell den Text für den Brief", "Übersetz das doch mal". Würde ich ja gerne machen - aber wofür??? Gleichzeitig fände ich es schön, wenn ich einen Partner hätte, zu dem ich sagen könnte, "Schatz, machst Du mir mal das Regal dort an die Wand?" Naja.

Inzwischen habe ich mir eine Schlagbohrmaschine gekauft und mache es selbst. So bleibe ich niemandem etwas schuldig.

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