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Beziehungsunfähig? zu hohe Ansprüche?

3 Antworten1'654 AufrufeGestartet von zamba ·

zambaThemenstart
#1
hallo,

ich habe schon viele Beiträge durch gelesen und möchte jetzt einmal von meinem Problem berichen:

Manchmal denke ich wirklich, dass ich unfähig bin eine Beziehung zu führen.. ich meine, ich bin inzwischen auch schon 23 und hatte noch keine "richtige" beziehung.

Es läuft immer nach demselben schema ab: interessiert sich jemand, sprich ein mann, für mich, dann habe ich schon mal sicher kein interesse. Ich suche mir meistens männer aus die anfänglich noch nicht offensichtlich interesse zeigen. der reiz ist da und wenn er dann auch anfängt interesse zu zeigen lasse ich mich bis zu einem bestimmten punkt darauf ein und hab spass und kann mir sogar vorstellen eine beziehung einzugehen. und wenn ich dann merke dass er mehr will ist fertig bei mir!! ich geh dann extrem auf abstand und würde am liebsten jeglichen kontakt abbrechen in dem moment. ich kann mir nicht erklären woran das liegt oder was falsch ist mit mir. mir tuts ja dann auch leid, ich möchte ja niemand verletzten dabei...

das ist mir jetzt schon x-mal passiert. was ich dazu noch sagen muss, wenn es dann wirklich darum geht ob bezihung oder nicht, fange ich an, jegliche schlechte dinge an ihm zu suchen. sei es an seinem charakter oder aussehen. ich sag mir dann immer: nee das geht ja gar nicht! ich meine ich bin nicht perfekt, mir mangeltes oft ziemlich an selbstbewusstsein und denke dass ich für niemand je gut genug sein werde. ich stelle an mich selber und auch an meine "zukünftige Partner" viiiel zu hohe ansprüche.. völlig dämlich. ich weiss nicht was ich tun soll, ich verbaue mir es jedes mal selber obwohl ich mir schon langsam mal eine beziehung wünsche. bei allen anderen siehts so einfach aus nur ich kriegs eeinfach nicht auf die reihe. ich habe es sogar einmal versucht trotzdem eine beziehung einzugehen weil ich mir einfach gesagt hab scheiss drauf vielleicht ergibt sich das alles von alleine trotz den zweifeln. denkste. nach ein paar wochen beendete ich die ganze sache weils einfach nicht funktionierte.

kennt jemand von euch dieses problem..?? :( oder könnt ihr mir villeicht sogar sagen was der grund ist warum ich mich so verhalte?ich bin echt am verzweifeln....... :(

#2
Ohhhhh ja, dieses Problem kenne ich nur zu gut. Das fing ungefähr mit 14 Jahren an und endete dann endlich mit 21. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich in ix Typen verliebt und die ganze Schwärmerei war einfach wunderschön. Hat sich dann der Typ für mich interessiert, war das im ersten Moment toll für mich aber sobald ich gemerkt habe, dass er sich verliebt hat, war ich weg! Wau, das hat mich oftmals fertig gemacht. Wie sehr hatte ich mir doch eine Beziehung gewünscht und wie sehr war ich doch in all diese Männer verliebt! Ja, ich dachte dazumal, dass ich nicht normal sei und im Laufe der Zeit habe ich mit vielen Frauen darüber gesprochen und alle kannten diesen Phänomen. Mit 21 lernte ich dann einen Mann kennen und als wir uns zum ersten mal verabredet hatten, wollte ich auch sofort abbrechen und gar nicht hingegen aber ich tat es dann doch und dann passierte das Unglaublichste! Zum ersten mal rannte ich nicht weg und wir wurden ein Liebespaar. Endlich war das Eis zwischen mir und den Männern gebrochen.

Noch heute als Singelfrau ergeht es mir leider so. All jene die mich wollen, will ich sobald ich merke dass sie mich wollen, nicht! Will mich einer nicht, will ich ihn umso mehr. Was genau dahinter steckt, weiss wohl nicht mal die Wissenschaft.

Ich kann Dich aber sehr, sehr gut verstehen, dass man mit 23 langsam aber sicher keine Lust mehr hat auf dieses Phänomen und es wird sich einfach zeigen ob irgendwann der Moment kommt, wo Du "ja" sagst und "er" auch ja sagt. Wünsche würde man es Dir auf jeden Fall.

Aber definitiv ist mit Dir alles in Ordnung.

#3
Möglicherweise ein Phänomen…. aber wohl nicht für alle.

Noch heute als Singelfrau ergeht es mir leider so. All jene die mich wollen, will ich sobald ich merke dass sie mich wollen, nicht! Will mich einer nicht, will ich ihn umso mehr.
So sind wir Menschen… dennoch so unterschiedlich ;)
Ich zb, fühle mich geschmeichelt, wenn mich jemand mag. Wenn ich den dann auch noch mag, könnte ich erst mal sehen, was daraus wird. Will mich einer nicht, hake ich den unter „Pech gehabt“ ab, auch wenn’s mir schmerzt. In der Pupertät war das anders. Da wär` ich am liebsten gestorben, wenn mich einer nicht mochte.

Aber es geht ja nicht um mich, sorry. Wollte nur sagen, dass das Phänomen zwar häufig anzutreffen, aber nicht einfach hinnehmbar ist (sein sollte). Ein wenig Einstellungssache, ein wenig Erfahrungssache, Charaktersache... Kann aber auch eine Seelensache sein ;)

Was genau dahinter steckt, weiss wohl nicht mal die Wissenschaft.
Na ja, ich kann Euch mal wieder volltexten wie die Psychologie das erklärt, ohne den Anspruch der Absolution natürlich. Aber eine mögliche Erklärung ist es allemal:

Die Psychologie geht davon aus, dass das ein Überbleibsel unserer Kindheit ist. Nicht alle, aber sehr (zu) viele Kinder werden nun mal so erzogen, dass sie sich den Eltern anpassen müssen, deren Wünschen vom Sein unterwerfen… gerade wenn sie geliebt werden wollen, Anerkennung wünschten uvm (ausführliches würde zu weit führen).

So entstehen Konflikte in dem Kind, auch was das Selbst betrifft, und es verinnerlicht diese Muster. <- Das ist nun ganz grob gesagt. Wer sich dafür interessiert, kann ellenlange Bücher zum Thema lesen.

Es kann passieren, dass diese Menschen sich während der Kindheit und später den –echten- Gefühlen verschließen, weil sie die Liebe, die sie eigentlich ja suchen, so fürchten. Dann vermeiden sie die Liebe. Nun entsteht in dem Menschen ein Konflikt. Wie habe ich Liebe verinnerlicht? Habe ich es gehasst, wegen guten Betragens geliebt zu werden (Das Kind ist meist das Aushängeschild der Eltern, das kann man auf jedem Spielplatz beobachten). Habe ich mich wegen dieser Liebe Unterworfen? Habe ich die Liebe als gut oder schlecht empfunden? Oder wurde ich überhaupt wegen meines Selbst geliebt? Wollten die Eltern die Liebe erkaufen (<- ja, gibt’s ganz viele. Wenn Eltern kaum Zeit und Liebe für ihre Kinder haben, diese dann mit materiellen Dingen überhäufen. Damit haben sie aber nur ihr eigenes Schuldgefühl befriedigt und das Kind verletzt)

Das Kind hat nur eine Chance: seine Gefühle möglichst unterdrücken oder erst gar nicht an sich lassen, damit es den Schmerz so wenig wie möglich fühlt.

Da ist also eine Bedrohung (<- die Liebe. Das Bedürfnis zu lieben und geliebt zu werden). Und was lernen wir? Uns von Bedrohungen fern zu halten.

So, jetzt kann der Mensch als Erwachsener immer wieder nach der Liebe jagen. Er könnte glauben, dass die Liebe genau da ist, wo er sie nicht bekommen kann. So wird wiederholt, was er schon (möglicherweise) schon als Kind kannte -> Ablehnung. So hat er den „Beweis“, dass wohl für ihn nichts da ist. Und wenn ihn diese Liebe mal doch begegnet, weist er ihn zurück, weil, warum sollte ihn denn jemand lieben (verinnerlichtes Gefühl) ????

Zugegeben, eine extrem zusammengefasste Erklärung. Das Thema an Sich ist eine sehr Komplexe(re)...

#4
Vielen Dank für eure Antworten. Ich bin froh, dass es auch noch andere Menschen gibt denen es ähnlich geht.... Nilay, schön dass es bei dir dann doch geklappt hat. aber wie schon gesagt, ich habe es ja auch versucht eine Beziehung einzugehen, es ist ja nicht so dass ich dem ganzen überhaupt nie eine Chance gegeben habe. Obwohl, diese Beziehung hätte nicht klappen können, wir waren so verschieden.

momentan bin ich genau wieder in so einer Lage: Mit mir studiert ein Typ, er ist mir schon am ersten Tag aufgefallen. Das ist jetzt bald ein Jahr her, er hatte in dieser jetzt sogar kurz mal eine Beziehung mit einer anderen und mir hat er halt die ganz Zeit über gefallen. ich hätte mir auch durchaus mehr vorstellen können. und jetzt zeigt er auch interesse, jedoch ist mein interesse und die Zuneigung ihm gegenüber so ziemich weg. ich bin sicher, wenn er dann nicht mehr will, sind meine gefühle wieder schnell zurück.

@taurinschen: interessante Theorie. Ich glaub schon auch, dass man als kind vieles erleben kann (vlt auch unbewusst), was dann im eewachsenenalter Auswirkungen auf eben Sachen wie zum Beispiel eine Bezihung haben kann.

Von meiner Kindheit kann ich sagen, dass sie ziemlich perfekt war. Meine Eltern erlaubten mir viele Dinge, aber haben mir im gegensatz zu den Eltern meiner Freundinnen, auch vieles verboten. ich hab jetzt auch nicht das gefühl, dass ich nur geliebt bzw belohnt wurde bei gutem verhalten oder was auch immer. Zu meinen eltern ist zu sagen, dass sie eine Bilderbuch-Ehe führen, sie streiten sich nie und sind sich in 99% der Fälle einig. sie haben mich immer gut behandelt. . ich habe mir oft überlegt, ob ich einfach jemanden suche der so perfekt für mich ist, wie meine eltern für einander. ich könnte z beispiel nie mit jemandem zusammen kommen, bei dem nicht von anfang an alles stimmt. ich bin auch der überzeugung, dass ich, falls ich dann mal eine Bezihung eingehe, mit diesem mann zusamen bleiben werde, für immer (oder sicher sehr lange zeit ;) ) könnte die Beziehung meiner eltern ein möglicher (Mit-)Grund sein dass ich solch hohe ansprüche an mich selber und andere stelle..?

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