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bin durcheinander

9 Antworten1'413 AufrufeGestartet von amazone34 ·

amazone34Themenstart
#1
Hallo, ich bin neu hier im forum und möchte einfach einmal mein herz ausschütten. Ich meine einmal ganz ehrlich das niederschreiben, was ich denke und fühle, an einem ort, wo mich niemand kennt. Ich bin mit meinem freund seit fast drei jahren zusammen. Am anfang war alles sehr schwierig, aber noch schön. Dann was es lange zeit nur noch schwierig...auf beiden seiten gab es immer wieder schlimme schicksalsschläge, die uns soviel kraft kosteten, dass die liebe auf der strecke blieb. Anfangs machte ich immer wieder schluss. Dann haben wir uns im letzten herbst getrennt. Was heißt wir?...er hat mit mir schluss gemacht, gesagt, er liebt mich nicht, empfindet nur freundschaft, wünscht mir, dass ich einen mann kennenlerne, der mich so liebt, wie ich es verdient habe. Ich war sehr fertig und habe noch einige monate um ihn gekämpft. Bis zum letzten märz. Da habe ich es aufgegeben. Ich lernte einen anderen mann kennen, wo sich auf beiden seiten etwas an gefühlen aufgebaut hatte. Da hat mein freund mit dem kämpfen angefangen. er sagte, er hätte mich immer geliebt, nur so große angst gehabt mich zu verlieren, dass er lieber schluss gemacht hätte, als darauf zu warten, dass ich ihm den laufpass gebe (so wie seine exfrau). Er hat die folgenden monate sehr romantisch um mich gekämpft und mir seine liebe gezeigt, wie in den ganzen jahren zuvor nicht. Ich habe ihm eine chance gegeben. Es lief so gut, dass wir sogar beschlossen haben zu heiraten. Dann kamen die alten probleme wieder durch. Ich fühlte mich nicht ausreichend geliebt, er verfiel wieder in alte verhaltensmuster, ich wohl auch, wir haben wieder viel gestritten. Ich war ziemlich oft gemein zu ihm. Nun hat er vor fast zwei wochen gesagt, dass es nicht mehr geht. Ich wollte noch eine chance. seitdem sind wir zwar noch zusammen, aber alles ist anders. Er ist sehr auf abstand. Okay beim sex ist er ziemlich aktiv, aber alles an liebevollen dingen muss von mir kommen. Kommt aber auch immer weniger, weil ich nicht wieder das gefühl haben möchte, dass nur ich liebe investiere! Wegen der hochzeit. Die ist bald. freunde sprechen uns dauernd drauf an. Wir reagieren kaum drauf. Ich glaube er will mich nicht mehr heiraten. Und ich weiss auch nicht, ob ich es noch kann. Ich meine ich liebe ihn. er hat mir vorgeworfen, ich würde immer alles viel zu schnell machen. Er hat recht. Ich bin 34, will jetzt auch familie, kinder und und und...er hatte das alles schon mal und verloren. Deshalb sieht es bei ihm anders aus. Ich frage ihn nicht direkt wegen der hochzeit, er mich auch nicht. Wir fassen uns mit samthandschuhen an. Ich meine, ich weiss nicht, ob dass richtig ist?...Einerseits schon, ich denke, wir müssen beide die nächsten wochen gucken, was passiert. Andererseits kommt mir das alles so oberflächlich und verlogen vor. Ich sage kaum noch was ich denke und fühle, das kann doch auch nicht richtig sein?....oder bin ich wieder zu ungeduldig????...Was meint ihr?

#2
Hallo Amazone,

ich hab gleich mal eine direkte Frage: Meinst du, es ist richtig zu heiraten? Frag dich mal ganz ehrlich, ob du es nur tust, weil es erwartet wird oder ob du es wirklich willst. Für mich hört es sich so an, als ob du nicht wirklich aus Liebe heiratest.

Ich finde, so wie Eure Beziehung aussieht, ist es falsch, in die Ehe zu gehen. Denn mit einem Trauschein oder noch schlimmer, Kindern, kittet man nichts.

ich kann mich natürlich auch täuschen, weil ich ja nicht in euch reinsehen kann, aber ich würde dir den Rat geben, mit deinem Freund offen über die Hochzeit zu sprechen und dann gemeinsam überlegen, ob es wirklich einen Sinn macht.

Ich wünsch dir alles Gute.

LG

Trude

sine
#3
hallo

ich finde, ihr habt eine sehr turbulente beziehung. eine heirat in der momentanen talfahrt ist eine pharce, das spürst du selbst.

ich habe nie geheiratet und weiß nicht, wieviel geld daran hängt, wenn ihr den termin auf ungewiss verschiebt. aber mir wäre es wurscht.

ausserdem hätte ich eine idee, wie ihr eure beziehung vielleicht in den griff bekommen könntet: ab zur paartherapie. oder jeder einzeln zum psychologen.

nicht erschrecken, ich betrachte euch nicht als "sonderlinge", sondern will nur etwas raten, was mir auch geholfen hat.

denn ich vermute ganz stark, dass weder du noch er die fähigkeit in sich trägt, sich einzulassen auf den anderen. du hast geschrieben, du fühltest dich ungeliebt. und dass du zuständig für "alle liebevollen sachen" gewesen wärst. lass dich doch nicht manipulieren, damit heizt zu die spirale des gegenseitigen missverstehens und nicht klarkommens nur zusätzlich an. sei du selbst.

gruß

sine

#4
hallo trude, erstmal danke für deine antwort. Und jetzt zu deinen fragen. Wenn wir heiraten dann wäre es aus liebe. Ich denke die liebe ist nicht unser problem, eher sie dem anderen in der form und dem maß zu zeigen, wie er/sie es braucht. ein thema ist bei uns nähe/distanz. Wieviel ist richtig und gut und wieviel ist zuviel. Dann glaube ich war das mit dem heiraten etwas zu schnell nach dem wieder versöhnen. Ich habe geglaubt, jetzt haben wir alles an schlimmen dingen hinter uns, was einem paar passieren kann (krankheit, tod, trennung und und und). Wir haben das geschafft und sind noch zusammen und haben unser gefühl nie ganz füreinander verloren. Wir wollen für immer miteinander leben, deshalb lag der schluss zu heiraten nahe. Für mich wäre es das erste mal. Ein stückweit auch ein ankommen, ein zuhause fühlen. Ich weiß im prinzip auch, dass er mich liebt, aber ich stell es immer wieder auf die probe. Ich habe ihm noch eine chance gegeben vor einigen monaten. Ich war aber noch sehr sehr verletzt und verunsichert wegen seinem verhalten der zeit davor. Ich habe ihn immer wieder auf die probe gestellt, alles was er gesagt/getan oder nicht gesagt/getan hat auf die goldwaage gelegt und oft überreagiert. Als er nun vor zwei wochen sagte, dass er mich zwar liebe, es so aber mit uns nicht weiter geht, habe ich zunächst nur gehört. Okay, ich hatte also recht, seine liebe reicht also doch nicht. Er meinte auch, dass ich alles so schnell will, Kinder, famlie etc. da hat er das gefühl es gehe nicht um ihn, sondern er sei nur mittel zum zweck. Aber das stimmt so nicht wirklich. Ich liebe ihn. Ja, ich möchte schon ziemlich bald familie haben, am liebsten sofort. Ich meine ich bin immerhin schon 34. Auch ich möchte endlich ankommen. Aber ich will es mit ihm! Er ist der erste mann, wo ich diese wünsche so konkret habe. Was mich verletzt ist, dass er eben alles schon einmal gehabt hat und deswegen vorsichtiger ist. Vom verstand her erscheint mir das logisch und nachvollziehbar, aber mein herz ist enttäuscht und verletzt.

#5
Hallo sine, auch dir erstmal danke für die antwort. Zu deinem vorschlag mit der therapie. Ich habe da keine vorurteile. Komme selber aus dem therapeutischen bereich und habe ja auch schon überlegt. Ich selber war auch schon in therapie, mein freund auch. Ging gar nicht anders, bei dem was alles passiert ist. Natürlich werde ich nur heiraten, wenn ich mir sicher bin. Aber ich denke dann auch vielleicht ist es genau das, was wir brauchen. Sicherheit! Ein symbolischer akt, der ihm und mir zeigt, dass wir uns für den anderen entschieden haben und gemeinsam alt werden. Klar, werden wir dann auch noch krisen haben, aber dann hat man eher die verpflichtung sich da durchzukämpfen und stellt nicht immer alles gleich in frage. Weißt du, ich bin da noch eher altmodisch, bis dass der tod euch scheidet....ich entscheide mich für einen menschen und muss mit ihm durch die schlimmen zeiten und darf mit ihm die schönen erleben....so wünsch ich mir das!

sine
#6
Original von amazone34Auch ich möchte endlich ankommen.
wo möchtest du denn ankommen? ich denke, es wäre gut, wenn du deinen lebenstraum nicht der realität überstülpst. du brauchst das gefühl, anzukommen, auch ohne kinder und tamtam.

wenn du das gefühl nicht hast - und dafür spricht eure zerrissenheit -, dann obacht mit der externalisierung von verantwortung und wunschglauben.

die heirat erscheint in deinem letzten post als etwas statisches, habe ich das gefühl.

Original von amazone34Aber ich denke dann auch vielleicht ist es genau das, was wir brauchen. Sicherheit! Ein symbolischer akt, der ihm und mir zeigt, dass wir uns für den anderen entschieden haben und gemeinsam alt werden.
so so... *lächelt* ich glaube nicht, dass symbolik etwas schaffen kann, was bisher nicht da gewesen ist.

mit verlaub erscheint mir dein letztes posting so, als würdest du ein bild vom leben haben, bei dem man sich nur zu einem status quo durchringen muss und dann die kleinen krisen meistert.

ich glaubte auch lange zeit, dass das leben so sei und ich war also genauso gestrickt. jetzt glaube ich nicht mehr daran, dass irgendetwas statisch ist. also sehe ich in deinem heiratswunsch einen ziemlich hilflosen versuch, euren problemen beizukommen.

ich glaube, die lösung liegt woanders.

meine therapie hat mir übrigens nicht gezeigt, wo der für mich richtige weg "zum glück" langführt, sondern lediglich, wie ich mit mir selbst zurecht komme. aus deinen gefühlen, nicht geliebt zu werden, entnehme ich, dass du irgendwelche defizite spürst. wenn du dem gegenüber stellst, dass ihr euch soooo liebt, dann bildest du dir offensichtlich ein, dass du nicht geliebt wirst. dann löse dieses problem! es wird dir kein versprechen von wem auch immer deine probleme lösen oder wenigstens erleichtern können. du musst es selbst schaffen.

gruß

sine

#7
Hi Amazone,

ich denke einfach, ihr solltet reden. Du schriebst, dass du das Gefühl hast, er ist sich auch unsicher. Mit einem offenen Gespräch könnt ihr die Unsicherheit vllt. auch klären.

Als meine Freundin heiratete hatte sie panische Angst davor. Wir bewegten sie dazu sich mit ihrem zukünftige zusammen zu setzen und sie haben nächte lang geredet und es hat viel gebracht. Sie haben geheiratet und sind super glücklich und die Ängste sind verflogen. Und das witzige war, beide hatten die gleichen Ängste und Sorgen nur sie sprachen es nicht aus.

Aber wie Sine sagt, kannst nur du selber deinen Weg finden. Der Hafen der Ehe wird dich nicht ans Ziel führen und auch kein Kind wird dich "nach Hause" bringen. Du mußt für dich deine Heimat finden.

Vllt. bin ich da etwas "härter" eingestellt als andere, weil ich ein Scheidungskind bin weiß, wie es ist. Und auch in meinem Bekanntenkreis gab es einige, die geheiratet haben, weil sie dachten, dann kommen sie irgendwo an. Und jetzt stehen sie mit ihren Kindern vor den Trümmern.

Versteh mich nicht falsch, es muss nicht heißen, dass es bei euch so läuft, aber wenn du dich jetzt ungeliebt fühlst, wird sich dass durch den Trauschein nicht ändern. Setzt euch zusammen und redet (sorry, dass ich mich ständig wiederhole) und findet gemeinsam eine Lösung. Denn auch dass ist "Ehe", gemeinsam die Probleme zu bewältigen.

Ich drück dir die Daumen, dass du einen für dich richtigen und glücklichen Weg findest.

LG

Trude

#8
hallo sine, ja das mit dem ankommen ist bei ein ziemliches problem. habe so eine große sehnsucht in mir nach heiler welt, nach sich geborgenfühlenkönnen und fallen lassen. Aber dann ist da immer wieder diese scheiss unsicherheit, die mir einen strich durch die rechnung macht. Die angst, die mir sagt, ich solle aufpassen und sich fallenlassen ist viel zu riskant. Im prinzip weiss ich ,dass er mich liebt, zumindest lieben kann. Ich mach es dann immer wieder kaputt, ich stell ihn solange auf die probe bis für mich wieder bewiesen ist, dass er mich also doch nicht bedingungslos liebt. Aber eigentlich zeigt er mir nur seine grenzen, dinge, die er eben nicht mit sich machen lassen will. Was auch vollkommen richtig ist. Denke, das mein problem nicht direkt mit ihm zu tun hat, sondern sich eben nur bei ihm am deutlichsten zeigt, weil wir eben so eng zusammen sind. Bin viel zu empfindlich und schnell enttäuscht, wenn er sich nicht genau so verhält, wie ich es mir vorstelle. Das problem ist nur, als er vor einigen monaten mit dem kämpfen angefangen hat, da war er ganz genauso, wie ich es brauchte. Nun ist wieder normalität und das reicht mir nicht. Denke aber auch oft, dass jeder ein stückweit auch normalität braucht um auch ein normales leben führen zu können. Als er wieder weniger "kämpferisch" wurde, sich etwas entspannter zurück gelehnt hat, da habe ich dann gleich gedacht, aha, jetzt hat er dich zurück und jetzt kommt wieder diese gleichgültigkeit. Habe ihn dann ziemlich beschissen behandelt, dadurch wurden seine "Liebesbeweise" natürlich noch rarer, das bestätigte mich wieder in meiner meinung, er liebt mich nicht richtig und und und...eben ein kreis. Bin wie der titel meines postings sagt, oft durcheinander. Im mom läuft es eigentlich ganz gut zwischen uns, wenn ich nicht andauernd grübeln würde...

#9
hallo trude, das mit dem reden ist ja mein problem. Ich meine, normalerweise bin immer ich diejenige, die probleme anspricht, manchmal auch da, wo keine sind. Meine damit, mein freund sagte mir schon öfter, ich würde dinge, gefühle zerreden. Habe jetzt das gefühl es wieder getan zu haben. Eigentlich weiss ich, dass er mich liebt und auch mit mir zusammen sein möchte, wenn ich nicht so anstrengend und teilweise gemein zu ihm bin. Ist manchmal wie ein austesten von mir. Wie weit ich gehen kann, was ich tun und sagen kann und ob er mich dann immer noch liebt. Ich weiss, dass ich in meinem alter solch ein pubertäres verhalten abgelegt haben sollte. Ärgert mich dann hinterher selbst. Jetzt habe ich es wieder geschafft, dass er sich wahrscheinlich fragt, ob er mit so einem menschen den rest seines lebens verbringen kann. Dass es gut zwischen uns läuft ist erst seit zwei wochen (wo ich ihn so behandel, wie ich es auch erwarten würde). Deshalb denke ich, dass ein gespräch wegen hochzeit noch zu früh ist. Jetzt wäre es so, dass wir beide nicht wissen, was geht. Das würde mich wieder verletzen, ich mich wieder bestätigt fühlen, dass er mich eben doch nicht richtig liebt. Weil er mich ja nicht heiraten will! Ich weiss das ist irgendwie schräg, weil ich es ja provoziert habe. Aber ich will jetzt erstmal sehen, was passiert. Nächste woche kommen die antworten auf unsere einladungen, da wird es dann ja wohl ne reaktion geben müssen, denke ich....

#10
hi amazone34

dein thread heisst ja beinahe so wie ich :)

bei dir ist ja alles noch mehr drucheinander. da hatte ich beim überfliegen sogar das gefühl bei mir ist alles glasklar (was nicht stimmt).

ihr habt offenbar andere vorstellungen von der zukunft. ich glaube das kann eines der grössten hindernisse einer beziehung sein.

du hast torschlusspanik (ich bin nun etwas direkt). das kommt meist nicht so gut. cool bleiben ist in jeder situation von vorteil. aber ich kann dich verstehen, denn ich habe das auch schon ein bisschen. und sage mir bitte nicht ich sei aber ein mann, denn bis jetzt stehe ich echt NICHT so auf jüngere frauen. ich will kinder.

ich habe nun auch etws zum vorstellen für dich (so wie du bei mir). stell dir vor ihr heiratet und alles geht so weiter wie bis jetzt. längere schwierige zeiten mit kürzeren ganz schönen. stell dir weiter vor ihr habt noch kinder dazu. stell dir vor es ändert sich nichts! würdest du dich ärgern, dass du nicht jetzt schluss gemacht hast? so kannst du dir vieleicht etwas klarheit darüber verschaffen woran du für dich selbst bist. wie wäre es für dich eine scheidung zu haben, wie würdet ihr es mit den kindern machen? etc.

vieleicht könntet ihr auch mal was ganz anderes versuchen: bewusstes ausbrechen aus den alten mustern. oder paarberatung wenn euch die beziehung sehr wichtig ist. dieses forum ist zwar gut aber eben nicht professionell.

durcheinander

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