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Bin ich beziehungsunfähig...lebensunfähig

2 Antworten1'590 AufrufeGestartet von firefoxx ·

firefoxxThemenstart
#1
Hallo liebe Leute,

ich weiss noch nicht, ob es mir hilft, aber ich mchte euch meine Gedanken trotzdem mal darlegen:

Ich, 29, bin vor gut 2 Monaten nach 2,5 Jahren Beziehung verlassen worden. Die Frau, welche mir das angetan hat ist in meinen Augen das wundervollste Geschöpf, welches mir je begegnet ist. Klug (sie hat einen akademischen Abschluss, ich nicht), hübsch und auf wunderbare Weise natürlich und naiv-verträumt.

Kleine Vorgeschichte:

Ich habs mir selbst im Leben nicht immer leicht gemacht - hab meine Jugend verkifft, mein Potential vergeudet und bin kurz vorm Abschluss deswegen aus dem Gymnasium geflogen. Was folgte, war ein depressiver Winter und ein Jahr darauf (ich mittlerweile in der Berufsausbildung) eine ausgewachsene Psychose. Hab meine Lehre danach durchgezogen (Abschluss mit 26 Jahren) und danach schön brav meine Sporen in einer kleinen Web-Agentur abverdient. Sah mich als endgültig beziehungsunfähig, bis zu dem Zeitpunkt, als sie in mein Leben trat...

Wir verstanden uns von Anfang an blendend. Ich spürte, dass sie mich wollte, habe mir und uns aber Zeit lassen wollen, uns während 2 Monaten näher kennen zu lernen. Am 29. Februar kamen wir dann zusammen. Sie, frisch ab Studium sah in mir wohl den Rebellen, der sich nicht von allen etwas vorschreiben lässt und ich konnte sie auch teils in meine Welt entführen. Irgendwann nach einem wunderbollen Sommer fand Sie aber mehr über meine dunkle Seiten heraus: So sah Sie die ungeöffnete Post vom Betreibungsamt in meinem Zimmer liegen und sprach mich darauf an. Ich hatte damals keine Ahnung, wie hoch meine Schulden effektiv sind und spielte die Sache herunter, versuchte mit ihr das Leben zu geniessen. Nach einem Jahr Beziehung (sie war von einem Monat Auslandaufenthalt zurückkehert) verliess sie mich zum ersten mal. Ich nahm die Trennung mit einem Schulterzucken zur Kenntnis, obwohl es mich die drauffolgenden 2 Wochen beinahe verriss. Wir trafen uns zu einem Gespräch und fanden heraus, dass es auch ihr so ging. So fanden wir wieder zusammen...der dunkle Schatten meiner Schulden und meinem Hang zum ekzessiven Pokerspiel blieb jedoch immer präsent.

Nun, eineinhalb Jahre fuhr sie erneut ins Ausland, einen Monat Meditation in einem buddhistischen Tempel plus Yoga in Thailand. Kaum zurück, verlässt sie mich erneut...mitten im Winter, in meiner dunklen Zeit. Begründung: "Ich sei nicht mehr der Mann an ihrer Seite, sie habe einen Fremden neben sich liegen gespürt in der Nacht nach ihrer Rückkehr".

Je mehr ich über die 2,5 Jahre reflektiere, desto stärker wird bei mir das Gefühl, dass mich immer noch die Dämonen aus meiner schwer-depressiven Zeit verfolgen...ich alleine verantwortlich bin für den Bruch in der Beziehung. Sei es, weil ich meine Probleme und Sorgen (und das sind viele) nicht konsequent angegangen bin od. weil ich ihr nie genügend Liebe schenken konnte, weil immer eine diffuse Angst vor dem verlassen werden da war. Wir haben ab und zu über Visionen und Pläne (Zusammenziehen, Reisen ev. später Familie) gesprochen, aber alles scheiterte bereits im Ansatz an meiner Scham betreffend meiner finanziellen Situation od. an den hohen Ansprüchen an mich selber bezüglich Weiterbildung (wohl als Kompensation für mein Scheitern am Gymnasium).

Sie hat mir mit dieser erneuten Trennung gnadenlos den Spiegel vorgehalten und mir bewusst gemacht, dass ich geistig irgendwo stehen geblieben bin. Ich fühle mich sowas von unreif und minderwertig und habe keine Ahnung, wie ich nun mein Leben auf die Reihe kriegen soll. Alles, was ich nun, da meine Visionen und Träume mit dieser Frau zusammengebrochen sind, sehe, ist mein mich nicht erfüllender Job, meine Unfähigkeit, neue Kontakte zu knüpfen und meine Schulden, die mich noch ca. 2 Jahre begeleiten werden...and theres no way out :mauer: Ich werde ihr wohl nie wieder in die Augen sehen können, ohne dass es mit mir durchbricht...

Kennt jemand von euch dieses Gefühl solch gnadenloser, brutaler Selbsterkenntnis?

#2
Hi.

Kennt jemand von euch dieses Gefühl solch gnadenloser, brutaler Selbsterkenntnis?
Wenn es dir hier um gemeinsames Gejammere geht, erhältst du das, was dir überhaupt nicht weiterhelfen wird. Artet der Thread in diese Richtung aus, bedeutet das für dich und deine Reflexionen hier ebenfalls Stillstand, wenn nicht sogar Rückschritt.

Im Gegensatz zu vielen anderen bist du einige Schritte weiter. Deine Selbsterkenntnis hat dir genau die Ansätze gebracht, die jetzt in deiner Hand liegen und du sie nicht einfach ungenutzt brach liegen lassen darfst. Das ist ein ausschlaggebender Vorteil und daher eben vielen dieser Weicheier hier im Voraus.

Ich fühle mich sowas von unreif und minderwertig und habe keine Ahnung, wie ich nun mein Leben auf die Reihe kriegen soll.
Völlig unangebrachte Selbsteinschätzung.

Pack die Dinge an, indem du dir einen Plan erstellst und diesen weiterverfolgst. Du bist beruflich unglücklich, dann kümmere dich weiterhin um deine Fortbildungen. Du hast finanzielle Probleme, dann beende deine Pokerabhängigkeit, such dir entsprechende Hilfestellung und Unterstützung. Du hättest gerne neue Bekanntschaften, dann kümmere dich erst mal um dich selbst und die Bekanntschaften kommen von alleine.

and theres no way out :mauer:
Okay, du kriegst jetzt ein wenig Kopftätscheln:

Falsche Sichtweise. Du hast gesagt, dass du deine Schulden in zwei Jahren abbezahlt hast. Das ist also ein Problem, das abgehakt werden kann.

Du kümmerst dich um deine Fortbildungen und auch das wird dir kontinuierlich neue Perspektiven eröffnen. Ja, deine Vergangenheit hat dich um einige Jahre zurückgeworfen und ja, du hast Fehler gemacht, aber du hast immerhin die Einsicht gewonnen, das auszubügeln und daran zu arbeiten. Das braucht Zeit und kommt nicht von jetzt auf morgen.

Über deine Exfreundin brauchen wir uns hier gar nicht groß unterhalten, weil das jetzt irrelevant ist. Wichtig ist, dass du zuerst dein Leben auf die Reihe bekommst, bevor du dich um eine zweite Person kümmerst. Das Letztere kann warten, das Erstere nicht.

#3
hallo,

herzlichen glückwunsch zu dieser sternstunde.

sie hat dir diesen spiegel vorgehalten, du siehst dich also so wie du denkst dass sie dich sieht? oder siehst du dich wirklich selbst so? wenn ja, was spricht dagegen dieses bild zu nehmen und es in das zu verwandeln, wie du es gerne sehen würdest, in der zukunft.

sie hat dir vielleicht zu erkenntnis geholfen, war dein wegbegleiter, aber sie ist es nicht mehr. das musst du akzeptieren aber auch erkennen, dass du so viel durch sie gewonnen hast! sei ihr dankbar und mach was aus dir.

nimm dies als chance für DICH!!

keine scham, du hast ihr viel gegeben, du hast sie genauso an erfahrung und schönen momenten bereichter wie sie dich. mach dich nicht kleiner, sondern wachse!

ich wünsche dir alles liebe

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