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Braucht mein Mann fachmännische Hilfe??

7 Antworten1'065 AufrufeGestartet von VIANETTA ·

VIANETTAThemenstart
#1
Bis gestern meinte ich mich mit meinem Mann in einer glücklichen, intakten Beziehung mit unseren zwei Girls. Nun weiss ich nicht mehr weiter. Gestern war kein normaler Abend, denn ich habe bei meinem Mann von anderen Frauen Nachtbilder gefunden, die er vollgespritzt hat mit seinem Sperma. Wir haben lange darüber geredet und er sagt klipp und klar, dass dies weder an mir noch an unserer Beziehung liege sondern einfach damit, dass er stets einen Leistungsdruck hat, und dies auf diese Weise irgendwie verarbeiten kann - quasi mit der Erniedrigung eines Frauenbildes.

Er ist beruflich Chauffeur und springt den ganzen Tag hin- und her und leidet schlussendlich ende Monat darunter, dass er wieder nicht was zum sparen auf die Seite legen kann für uns. Auch ich arbeite - jedoch nur teilzeit wegen den Kidis - und er leidet darunter, dass ich bei einer 100% Tätigkeit unterm Strich ein paar hundert Franken mehr verdienen würde. Er will immer perfekt sein, will uns alles immer recht machen und setzt sich somit selber stark unter Druck.

Ich habe meinen Mann gestern so erlebt wie noch nie - wie ein Häufchen Elend sass er auf dem Sofa, redete wild durcheinander und weinte bis im zur späten Stund fast die Augen zugefallen sind.

Mein Herz zerspringt fast, weil es mich einerseits so stark beschäftigt, ich ihm helfen will, da ich ihn über alles liebe. Andererseits schmerzt mein Herz, weil er erst jetzt mit diesem Problem kommt und Frauenbilder besuddeln muss um dies alles etwas verarbeiten zu können.

Nun ist er der Meinung, dass er dies alles nur verarbeiten kann mit fachmännischer bzw. psychologischer Hilfe. Kann mir in dieser Hinsicht jemand weiterhelfen? Hat jemand ähnliches erlebt und kann mir einen Tipp geben, wie wir das Problem lösen können?

Ich bin um jeden guten Vorschlag/Meinung aus tiefstem Herzen dankbar.

VIANETTA

#2
Huiui, auch wenn ich Deine Verunsicherung verstehe, nach Schritt 1 kommt Schritt 2, nicht Schritt 17 für den sich überhaupt erst noch zeigen muss, ob der nötig ist und auch das ist nichtmal Deine Entscheidung oder die Dritter, sondern seine.

Das Wichtigste ist erstmal anzuerkennen was ist und daß davon nicht die Welt untergeht. Ist ja nicht so, daß das jetzt was Neues wär, es ist nur endlich an die Oberfläche gekommen. Und solang er nur ein paar Fotos nass macht entsteht ja kein wirklicher Schaden. Verarbeitung ist zwar was Anderes, aber darum geht's erstmal noch gar nicht.

Wenn Dein Mann dazu neigt sich so sehr unter Druck zu setzen um alles perfekt haben zu wollen, dann wirst Du mit Verunsicherung das Gegenteil erreichen von dem was Du möchtest. Versuch erstmal das ganze ein bisschen zu verdauen, das wäre viel wichtiger. Kommst Du ihm jetzt damit, daß er psychologische Hilfe bräuchte, dann hält er sich für völlig unfähig und würde den Druck auf sich extrem erhöhen.

Wenn Du Dich ein bisschen gefangen hast, redet drüber. Nicht über die nassen Fotos, die sind total unwichtig, akzeptiert die erstmal einfach. Redet darüber wie ihr euch jeweils fühlt. Zum Beispiel, daß der extreme Druck den er sich macht aus Deiner Sicht überhaupt nicht nötig ist. Da lässt sich schon eine Menge lösen. Wenn Dein Mann auf Dauer weiter drunter leidet und ihr das zusammen nicht lösen könnt, kann er sich immer noch überlegen mal 'n Profi um Rat zu fragen. Lass das aber von ihm kommen.

#3
Liebe Charlies Berta

Vielen lieben Dank für Dein schnelles Feedback :) das ist sehr lieb von Dir. Die Idee war von ihm betreffend einer Psychologien, da er anscheinend nicht weiter weiss. Er stellt auch oft in Frage, ob er ein guter Papi ist, da er niemals einen gehabt hat. Doch bekommt er dies mehrmals von uns (mir und den Mädchen) bestätigt. Er hinterfragt alles - ist unzufrieden mit dem, was er bis heute beruflich errecht hat und wünscht sich unserer Familie mehr bieten zu können.

Gestern sagte ich ihm, dass das wo wir haben unbezahlbar ist - eine gesunde, glückliche Familie zu haben. Einander zu lieben und füreinander da zu sein ist der grösste Schatz, den ich mir vorstellen kann. Wir brauchen nicht mehr!!

Denkst Du, dass es reicht, wenn ich ihm dies immer und immer wieder sage und bestätige?

#4
Nein. Es bringt was, aber es reicht nicht. Allerdings was Dich selbst angeht - doch. Da bringt es schon viel und reicht auch. Mehr kannst Du nicht machen, als schlicht und einfach an seiner Seite stehen und ihm dadurch zeigen, daß es das ist was für Dich zählt. Ein Partner kann nur diese Aufgabe erfüllen, mehr nicht. Für mehr ist er aber auch nicht da und doch tut er damit mehr, als jeder andere Mensch.

Was ihn angeht, wird es jedoch vermutlich nicht reichen. Es gibt nämlich etwas was ihn daran hindert, das zu glauben. Und das zu finden ist sein Job. Nicht Deiner. Wenn er will, kann er dafür psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Das bedeutet nicht, daß mit ihm nicht was stimme, sondern nur, daß er eine Blockade hat die er nicht findet. Und genau dafür sind Psychologen und Therapeuten da. Die helfen nur suchen.

Wenn er's von sich aus möchte, dann soll er diesen Schritt ruhig gehen. Zeig Du ihm, daß er dadurch in Deinen Augen nicht an Wert verliert. Das ist für ihn am wichtigsten. Sagen und zeigen. Zeigs ihm am Besten in dem Du Interesse an ihm zeigst und wie es ihm geht, Dich sonst ihm gegenüber aber ganz normal verhälst und ganz normal mit ihm umgehst und mit ihm in emotionalem Kontakt trittst und bleibst. Lass ihn das "heilen" selbst übernehmen. Darin bestärkst Du ihn in seinem Vertrauen in sich selbst und er fühlt sich nicht bevormundet.

Wenn ihr das auf diese Art zusammen macht, dann habt ihr richtig was von und auch eure Ehe wird davon enorm profitieren.

Auch wenn's komisch klingt, sei froh was da passiert ist, da lässt sich richtig was draus machen und ihr könnt eure Ehe auf eine Ebene heben von der ihr nichtmal wusstet, daß es das gibt :)

#5
Erst mal vielen Dank - es tut gut mit Dir darüber Schreiben zu dürfen. :)

Er hat mich auch gefragt ob ich zu einer Psychologin mitkommen würde. Hast DU mir velleicht hier auch noch einen Tipp ob ich ihn besser alleine zur ersten Sitzung schicken soll, damit er dann dieser Person völlig uneingeschränkt erzählen kann - oder soll ich auf seine Anfrage eingehen und ihn begleiten?

Ich denke, dass ihm ein Therapeut oder Psychologe wirklich ganz fest helfen könnte - helfen kann diese Blockade zu lösen und zu realisieren, dass er ein toller Mensch, Ehemann und Papi für uns ist und wir glücklich mit ihm sind und er niemandem gerecht werden muss.

#6
Ich würde ihm das Ruder dabei überlassen. Du solltest eigentlich gar keinen Einfluss drauf nehmen sondern für Dich entscheiden. Will er, daß Du mit sollst - entscheide ob Du mit willst! Willst Du mit, geh mit. Willst Du nicht, geh nicht. Beredet das ganz einfach.

Such keine Anleitungen, finde heraus was für Dich richtig ist, lass ihn herausfinden was für ihn richtig ist und findet gemeinsam heraus was für euch richtig ist.

Es gibt kein richtig oder falsch. Wenn es sich passend anfühlt, passts.

#7
Ich denke für ein erstes Gespräch wärs vielleicht besser, wie Du auch vermutest, das er alleine ungezwungen reden kann. Vielleicht hat er Angst, das er es alleine nicht packt, dann könntest Du zum Beispiel mit ihm gehen und draussen warten - und falls es Dich braucht, bist Du da und wenn nicht, dann ists auch ok. Oder Du gehst erst mit rein und nachher wieder raus. Finde es aber noch wichtig, das er zumindest eine Zeit alleine mit dem Therapeuten/Therapeutin ist. Ich denke, er braucht Dich als Stützpfeiler, aber er muss merken und lernen, das er es alleine schaffen kann ;-) Dass Du zwar für ihn da bist, wann immer er Dich braucht, aber Du ihm seine Probleme/Ängste nicht abnehmen/ausreden kannst. Da muss er "alleine" durch und an sich arbeiten.

#8
Schon ist eine Woche um und unternommen hat er noch nichts. Ich glaube, dass mich das ganze mehr beschäftigt als ihn und ich wünsche mir, dass er das Problem anpackt. Eine Lösung finde für dieses Problem, dass es uns allen wieder besser geht. Ich will ihn auf keinen Fall drängen, doch möchte ich auch nicht, dass er das Ganze jetzt wie im Sandhaufen verwehen lässt. Ich glaube am liebsen möchte er einfach wegschauen und der Realität nicht ins Gesicht schauen. So tun als wenn nix gewesen wäre...

Soll ich ihn einfach sein lassen oder kann ich ihm auf seinen Weg helfen und sagen, er solle sich jetzt beim Arzt melden für die Weiterleitung an einen Therapeuten/Psychologen?

Denn ich möchte nicht, dass er sich plötzlich wieder in etwas hineinsteigert und schlussendlich noch ein Burnout oder ähnliches ausbricht....

Wie kann ich ihm bloss weiterhelfen? Ich bin völlig ratlos...

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