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Ein Suchender

1 Antworten889 AufrufeGestartet von Tux ·

TuxThemenstart
#1
Ein Suchender

Der einsame alte Mann schlendert die Strasse entlang. Kein Lebenszeichen

meilenweit und er fühlt sich einsam aber irgendwie sicher. Die Landschaft

ist trist und langweilig. Verdorrte Gräser in der kahlen Einöde biegen sich

durch den Wind, der leise eine Geschichte erzählt, die nur er verstehen

kann. Nach einiger Zeit kommt er an einer Tankstelle vorbei.

Die Leuchtreklame flackert und die Zapfsäulen scheinen schon seit Jahren

unbenutzt. Verrostet und verdreckt. Die Ladenfenster sind undurchsichtig,

weil es ewiglich niemand für nötig gehalten hat sie zu putzen. Er betritt

den Laden und mit dem knarren der Tür wird Jack, der Tankwart, von seinem

Buch abgelenkt und schaut einerseits genervt aber andererseits erfreut

endlich wieder einen Menschen zu sehen, hoch.

,Was kann ich für sie tun?'.

Der alte Mann schweigt. versucht die richtigen Worte zu finden. Er will Jack

nicht enttäuschen und ihm direkt sagen, dass er eigentlich gar nichts für

ihn tun kann. Denn er weiß es nicht. Aber er kann es wenigstens versuchen,

denn alleine wird er es nie finden.

,Haben sie mein Herz gesehen?'

Jack schaut total verdattert und weiß nicht, was er darauf antworten soll.

,Kann ich ihnen helfen? Wollen sie jemanden anrufen?'

Der alte Mann schaut traurig, schüttelt den Kopf und verlässt mit gesenktem

Haupt die Tankstelle. Er macht sich wieder auf den Weg gen Horizont.

Die Sonne geht unter und er hat schon seit Stunden keine Menschenseele

getroffen. In der Ferne zaubern Blitze ein faszinierendes und fast nicht

irdisch wirkendes Farbenspiel auf das Gemälde, das zu schön ist, als dass es

wirklich sein könnte.

Er ist schon oft und schon weit gegangen, aber diesmal schmerzen seine Füße

nicht und er kann einfach nicht still stehen. Er muss es einfach finden. Er

weiß nicht mehr genau, wer es ihm genommen hat. Er weiß nur, dass es weg

ist. Und das macht ihn trauriger als er je zuvor war.

Wie aus dem nichts taucht plötzlich eine alte Frau auf. Sie geht in die

gleiche Richtung wie er, ein wenig langsamer und vielleicht schon ein

weniger länger. Als er auf Rufweite heran ist, fragt er ,Haben sie es

gefunden?'

Die alte Frau dreht sich um und er erkennt ihr tränenüberströmtes faltiges

Gesicht. Es fällt ihm wieder ein. Alles was er vergessen hatte, fällt ihm

wieder ein und er fängt an zu weinen. Er fällt vollkommen kraftlos und

weinend auf seine Knie und vergräbt sich wie ein Kind in seinen Armen.

Mitten auf der Straße, wimmernd einsam und traurig.

Sie beugt sich zu ihm herunter. Eine Träne kullert von ihrer Wange herunter

und trifft seine Hand. Der alte Mann blickt auf und schaut in ein junges

wunderschönes Gesicht und fühlt sich hilfloser denn je zuvor. Es zerstört

ihn, er kann nichts dagegen tun.

Sie streichelt ihm sanft über die Wange und wischt seine Tränen weg. Mit

zitternder Stimme versucht sie ihn zu retten:

,Es tut mir Leid! Es tut mir so unendlich Leid!!'

Ein Auto nähert sich schnell. Dann wird es still....

Quelle: http://www.storyparadies.de

#2
Eine schöne Geschichte!

Aber ganz hab ich sie nicht verstanden...

plofre

Seite 1 von 1 · 2 Beiträge in diesem Thema