Eltern - Wie mit ambivalenten Gefühlen umgehen?
9 Antworten1'834 AufrufeGestartet von Thetis ·
ThetisThemenstart
Hallo in die Runde,
ich habe im Rahmen meiner partnerschaftlichen Neuorientierung langsam aber sicher einen ersten Durchblick was meine eigenen Eltern betrifft und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.
Das Eine:
Ich liebe meine Eltern. Meine Mutter hat mich immer als ihre beste Freundin bezeichnet, mein Vater und ich waren immer ein Herz und eine Seele. Das hat dazu geführt, dass ich mich emotional wohl nicht so weit löste wie es gut gewesen wäre.
Ich habe immer großen Wert auf die Meinung meiner Eltern gelegt und sie oft um ihre Ansichten gefragt, einfach weil ich glaubte das diese Ansichten mir helfen bei Entscheidungen das Richtige zu tun.
Das Andere:
Ich merke immer mehr wie meine Eltern, insbesondere meine Mutter, dazu neigen mich (durchaus gutgemeint, ich sprech ihr nicht mal böse Absichten zu) in eine Richtung zu manipulieren, die sie für richtig hält.
Wenn es dazu keinen wirklichen logischen Grund gibt, dann fährt sie auf der moralischen Schiene. Oder lässt durchblicken, wie enttäuschend ich handle.
Da das in den 36 Jahren meines Lebens nichts Neues ist habe ich, leider Gottes, ein ziemlich geringes Selbstwertgefühl und stelle oft die Meinung und den Wunsch anderer über meinen eigenen.
Im Moment habe ich verkündet das ich mich von meinem langjährigen (9 Jahre Beziehung, 7 Jahre Ehe) Partner und Vater meiner Kinder trenne. Sie ahnen, das der Grund ein anderer Mann ist. Dummerweise (Ironisch gemeint) ist dieser andere erst Anfang 20 und natürlich "kann ich das nicht machen", ist das "völlig falsch, moralisch gesehen unter aller Sau" und habe ich denn "wirklich solche Minderwertigkeitskomplexe das ich mir einen jungen Stecher suchen muß oder ist das eine verfrühte Mitlifecrisis? Tochter, das bist nicht du so wie ich dich erzogen habe!"
Ob meine Beziehung nun moralisch dem Standard der Gesellschaft entspricht ist mir aber inzwischen recht egal. Wir stehen seit einiger Zeit ziemlich schwere Zeiten miteinander durch. Darum geht es also garnicht, es geht mir darum, dass ich anhand dessen endlich mal merke wie ich auf einer Schiene laufen soll, auf der ich "spure" und auf der ich die Maßstäbe und moralischen Gesetze lebe die meine Eltern zu ihrer Zeit für gut befunden haben.
Strafen für Verfehlungen waren übrigens in den vergangenen Jahren dann Kontaktabbrüche bis ich zu Kreuze gekrochen bin weil ich zu merken glaubte, das ich die Böse bin, die alles falsch macht. Gründe dafür waren unter anderem solche Dinge wie ein paar Tage die ich bei ihnen verbringen sollte - mit Sohn - und wobei sie wünschten das ich eine Woche bleibe und ich habe mitgeteilt ich würde eher ein verlängertes Wochenende bevorzugen.
Ich fühle mich sehr ambivalent. Auf der einen Seite habe ich ein tolles Verhältnis solange alles ok ist. Auf der anderen Seite fühle ich mich bevormundet und unter Druck gesetzt sobald ich einen anderen Weg gehe als ich sollte.
Wie geht man mit so etwas um und löst sich im Alter von 36 Jahren so weit wie man es eigentlich schon lange getan haben sollte?
Ich habe im Moment wirklich das Gefühl, dass ich da ein paar Ratschläge brauche.
Vielen Dank. :)
Thetis
ich habe im Rahmen meiner partnerschaftlichen Neuorientierung langsam aber sicher einen ersten Durchblick was meine eigenen Eltern betrifft und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.
Das Eine:
Ich liebe meine Eltern. Meine Mutter hat mich immer als ihre beste Freundin bezeichnet, mein Vater und ich waren immer ein Herz und eine Seele. Das hat dazu geführt, dass ich mich emotional wohl nicht so weit löste wie es gut gewesen wäre.
Ich habe immer großen Wert auf die Meinung meiner Eltern gelegt und sie oft um ihre Ansichten gefragt, einfach weil ich glaubte das diese Ansichten mir helfen bei Entscheidungen das Richtige zu tun.
Das Andere:
Ich merke immer mehr wie meine Eltern, insbesondere meine Mutter, dazu neigen mich (durchaus gutgemeint, ich sprech ihr nicht mal böse Absichten zu) in eine Richtung zu manipulieren, die sie für richtig hält.
Wenn es dazu keinen wirklichen logischen Grund gibt, dann fährt sie auf der moralischen Schiene. Oder lässt durchblicken, wie enttäuschend ich handle.
Da das in den 36 Jahren meines Lebens nichts Neues ist habe ich, leider Gottes, ein ziemlich geringes Selbstwertgefühl und stelle oft die Meinung und den Wunsch anderer über meinen eigenen.
Im Moment habe ich verkündet das ich mich von meinem langjährigen (9 Jahre Beziehung, 7 Jahre Ehe) Partner und Vater meiner Kinder trenne. Sie ahnen, das der Grund ein anderer Mann ist. Dummerweise (Ironisch gemeint) ist dieser andere erst Anfang 20 und natürlich "kann ich das nicht machen", ist das "völlig falsch, moralisch gesehen unter aller Sau" und habe ich denn "wirklich solche Minderwertigkeitskomplexe das ich mir einen jungen Stecher suchen muß oder ist das eine verfrühte Mitlifecrisis? Tochter, das bist nicht du so wie ich dich erzogen habe!"
Ob meine Beziehung nun moralisch dem Standard der Gesellschaft entspricht ist mir aber inzwischen recht egal. Wir stehen seit einiger Zeit ziemlich schwere Zeiten miteinander durch. Darum geht es also garnicht, es geht mir darum, dass ich anhand dessen endlich mal merke wie ich auf einer Schiene laufen soll, auf der ich "spure" und auf der ich die Maßstäbe und moralischen Gesetze lebe die meine Eltern zu ihrer Zeit für gut befunden haben.
Strafen für Verfehlungen waren übrigens in den vergangenen Jahren dann Kontaktabbrüche bis ich zu Kreuze gekrochen bin weil ich zu merken glaubte, das ich die Böse bin, die alles falsch macht. Gründe dafür waren unter anderem solche Dinge wie ein paar Tage die ich bei ihnen verbringen sollte - mit Sohn - und wobei sie wünschten das ich eine Woche bleibe und ich habe mitgeteilt ich würde eher ein verlängertes Wochenende bevorzugen.
Ich fühle mich sehr ambivalent. Auf der einen Seite habe ich ein tolles Verhältnis solange alles ok ist. Auf der anderen Seite fühle ich mich bevormundet und unter Druck gesetzt sobald ich einen anderen Weg gehe als ich sollte.
Wie geht man mit so etwas um und löst sich im Alter von 36 Jahren so weit wie man es eigentlich schon lange getan haben sollte?
Ich habe im Moment wirklich das Gefühl, dass ich da ein paar Ratschläge brauche.
Vielen Dank. :)
Thetis
Nun wenn Du für Dich plausible Gründe hast, zum Beispiel warum Du Dich von Deinem Mann getrennt hast, und weisst, was Du an Deinem neuen Freund hast, und warum er Dir wichtig ist, ist es Ok. Es ist Dein Leben. Erkläre den Anderen die Dinge. Wenn es nachvollziehbar ist, ist es in Ordnung. Es spielt dann auch keine Rolle ob Du Zustimmung findest. Es genügt wenn Du sagst "Ich habe es euch erklärt, ich weiss nicht, was es da nicht zu verstehen gibt, es ist mein Leben. Es ist mein Glück, ihr könnt es mir nicht nehmen, ich wünsche mir nur das ihr daran teilnehmt."
Wenn Du die Dinge, in Deinem Kopf, für Dich klärst, und Dich dabei wohl fühlst, darfst Du in dieser Hinsicht alles machen. Es Dein Leben, Deine Welt.
Bedenke halt wenn man Dir Vorwürfe macht,... sind sie vielleicht gerechtfertigt? Stimmt zumindest ein Teil? Natürlich musst Du bei allen Dingen die Du tust auch immer selbstkritisch sein. Aber wenn Du Deinen Weg gefunden hast, ist es OK. Du wirst dann auch sicherlich Leute finden, die Dir recht geben, was ja auch gut tun kann, auch wenn es manchal ohne die Zustimmung von Anderen im Leben gehen muss.
Wenn Du die Dinge, in Deinem Kopf, für Dich klärst, und Dich dabei wohl fühlst, darfst Du in dieser Hinsicht alles machen. Es Dein Leben, Deine Welt.
Bedenke halt wenn man Dir Vorwürfe macht,... sind sie vielleicht gerechtfertigt? Stimmt zumindest ein Teil? Natürlich musst Du bei allen Dingen die Du tust auch immer selbstkritisch sein. Aber wenn Du Deinen Weg gefunden hast, ist es OK. Du wirst dann auch sicherlich Leute finden, die Dir recht geben, was ja auch gut tun kann, auch wenn es manchal ohne die Zustimmung von Anderen im Leben gehen muss.
bearbeitet #3
Hm, naja, ich würde mal sagen, so wie deine Eltern dich erzogen haben, so hast du deine Eltern erzogen.
Sie sind es einfach gewöhnt, dass du früher oder später immer kleinbei gibst und das tust, was sie gerne hätten.
Wenn du dich mit ihnen nicht vernünftig auseinandersetzen kannst und ihnen nicht bergeiflich machen kannst, dass du an deine neue Beziehung glaubst, dann musst du es auf die etwas kindische Art machen.
D.h. Themenwechsel, sobald sie mit der Kritik beginnen oder ggf. auflegen oder weggehen, ja nach Situation.
Ich kann dich sehr gut verstehen, ich hab es aus irgendeinem Grund auch nicht geschafft, mich so von meinen Eltern abzunabeln, wie ich es in meinem Alter hätten tun sollen und stand dann irgendwann genau dort, wo du jetzt stehst: eine Beziehung zu einem jüngeren Mann und deswegen unter ständiger Kritik.
Mein Vater hat da gottseidank geschwiegen, aber meine Mutter hat die gesamten acht Jahre, die die Beziehung gedauert hat, gegen meinen Freund geschossen und die Trennung dann mit "na, das wurde auch Zeit." kommentiert.
Ich habe danach drei Wochen lang nicht mehr mit ihr geredet.
Überhaupt versuche ich mehr und mehr Entscheidungen eigenständig zu treffen und nicht von ihrem Wohlwollen abhängig zu machen, denn gerade mene Mutter redet mir sehr gerne in alles rein, egal ob sie was davon versteht oder nicht.
Ja, sie meint es nur gut, aber das ist nur eine Entschuldigung für ihr mangelndes Vertrauen in meine Entscheidungen.
Bei mir hat das Verhalten meiner Eltern auch dazu geführt, dass ich ein sehr geringes Selbstwertgefühl habe/hatte und die Konsequenzen haben sich ein wie ein Rattenschwanz durch mein Leben gezogen und es in vielen Dingen sehr negativ beeinflusst.
Irgendwann wurde mir dann klar, dass meine Eltern nur deswegen kein Vertrauen in mich setzen, weil sie kein Vertrauen in sich selber haben. Sonst wären sie ja der Überzeugung, sie hätten ales richtig gemacht, mich gut erzogen und würden meinen Entscheidung vertrauen.
Die Sache ist: Daran müssen sie etwas ändern, wenn sie es denn wollen und können. Ich weiß, mein Vater ist bereit dazu, kann aber nicht immer aus seiner Haut (halt auch Erziehungssache).
Meine Mutter will das Problem nicht einmal angehen. Sie will nicht hinterfragen, warum sie so ist, wie sie ist und warum sie bestimmte Dinge vielleicht nicht ganz so richtig gemacht hat, sie macht sich lieber schwammige Vorwürfe und redet sich Schuldgefühle ein, dass ich ja ach-so-falsch geraten bin.
Also kann ich gewungenermaßen nur bei mir selber ansetzen. D.h. ich zwinge mich dazu, Entscheidungen ohne Absprache mit menen Eltern zu treffen und halte den Kontakt zu ihnen auch relativ gering. Bei längerem und intensiveren Kontakt fallen wir nämlich ganz schnell in alte Verhaltensmuster zurück, was unweigerlich zu Streit führt.
So traurig es ist: Wenn du mit ihnen nicht logisch argumentieren kannst und sie es nicht schaffen, dich einfach dein Leben leben zu lassen, musst du dich distanzieren. Auf Durchzug stellen so gut es eben geht.
Es ist ja nun mal so: Wenn alles seinen normalen Weg geht, wird dein Partner noch lange an deiner Seite sein, wenn deine Eltern schon nicht mehr da sind und ggf. dir vorher schon mit ihrer Betreuung helfen.
Es bringt dir doch rein gar nichts, wenn du ihretwegen alleine bleibst.
Und ihnen auch nicht!
Sie sind es einfach gewöhnt, dass du früher oder später immer kleinbei gibst und das tust, was sie gerne hätten.
Wenn du dich mit ihnen nicht vernünftig auseinandersetzen kannst und ihnen nicht bergeiflich machen kannst, dass du an deine neue Beziehung glaubst, dann musst du es auf die etwas kindische Art machen.
D.h. Themenwechsel, sobald sie mit der Kritik beginnen oder ggf. auflegen oder weggehen, ja nach Situation.
Ich kann dich sehr gut verstehen, ich hab es aus irgendeinem Grund auch nicht geschafft, mich so von meinen Eltern abzunabeln, wie ich es in meinem Alter hätten tun sollen und stand dann irgendwann genau dort, wo du jetzt stehst: eine Beziehung zu einem jüngeren Mann und deswegen unter ständiger Kritik.
Mein Vater hat da gottseidank geschwiegen, aber meine Mutter hat die gesamten acht Jahre, die die Beziehung gedauert hat, gegen meinen Freund geschossen und die Trennung dann mit "na, das wurde auch Zeit." kommentiert.
Ich habe danach drei Wochen lang nicht mehr mit ihr geredet.
Überhaupt versuche ich mehr und mehr Entscheidungen eigenständig zu treffen und nicht von ihrem Wohlwollen abhängig zu machen, denn gerade mene Mutter redet mir sehr gerne in alles rein, egal ob sie was davon versteht oder nicht.
Ja, sie meint es nur gut, aber das ist nur eine Entschuldigung für ihr mangelndes Vertrauen in meine Entscheidungen.
Bei mir hat das Verhalten meiner Eltern auch dazu geführt, dass ich ein sehr geringes Selbstwertgefühl habe/hatte und die Konsequenzen haben sich ein wie ein Rattenschwanz durch mein Leben gezogen und es in vielen Dingen sehr negativ beeinflusst.
Irgendwann wurde mir dann klar, dass meine Eltern nur deswegen kein Vertrauen in mich setzen, weil sie kein Vertrauen in sich selber haben. Sonst wären sie ja der Überzeugung, sie hätten ales richtig gemacht, mich gut erzogen und würden meinen Entscheidung vertrauen.
Die Sache ist: Daran müssen sie etwas ändern, wenn sie es denn wollen und können. Ich weiß, mein Vater ist bereit dazu, kann aber nicht immer aus seiner Haut (halt auch Erziehungssache).
Meine Mutter will das Problem nicht einmal angehen. Sie will nicht hinterfragen, warum sie so ist, wie sie ist und warum sie bestimmte Dinge vielleicht nicht ganz so richtig gemacht hat, sie macht sich lieber schwammige Vorwürfe und redet sich Schuldgefühle ein, dass ich ja ach-so-falsch geraten bin.
Also kann ich gewungenermaßen nur bei mir selber ansetzen. D.h. ich zwinge mich dazu, Entscheidungen ohne Absprache mit menen Eltern zu treffen und halte den Kontakt zu ihnen auch relativ gering. Bei längerem und intensiveren Kontakt fallen wir nämlich ganz schnell in alte Verhaltensmuster zurück, was unweigerlich zu Streit führt.
So traurig es ist: Wenn du mit ihnen nicht logisch argumentieren kannst und sie es nicht schaffen, dich einfach dein Leben leben zu lassen, musst du dich distanzieren. Auf Durchzug stellen so gut es eben geht.
Es ist ja nun mal so: Wenn alles seinen normalen Weg geht, wird dein Partner noch lange an deiner Seite sein, wenn deine Eltern schon nicht mehr da sind und ggf. dir vorher schon mit ihrer Betreuung helfen.
Es bringt dir doch rein gar nichts, wenn du ihretwegen alleine bleibst.
Und ihnen auch nicht!
bearbeitet #4
Hallo Medeor,
ich habe in den letzten Monaten, als es um die Entscheidung ging wie ich weiter mache, sehr selbstkritisch beleuchtet was alles vorgefallen ist.
In der ganzen Geschichte hatte ich mich selbst auch nicht mit Ruhm bekleckert (nachdem ich die Ehe schon abgeschrieben hatte und aus dem Schlafzimmer auszog hab ich praktisch eine Zeitlang mit meinem jetzigen Freund eine heimliche Affäre gehabt weil ich durch den Druck von außen Angst hatte die Fakten auf den Tisch zu legen. Unter anderem weil die Aussage im Raum stand und steht das meine Eltern, sollte ich mich wegen eines anderen von meinem Mann trennen solange meine Kinder noch klein sind, den Kontakt zu mir abbrechen werden.) und das eine Beziehung nicht mehr funktioniert, das liegt in vielen Fällen an beiden Partnern.
In meiner Ehe war ich nicht unfehlbar, ich bin nicht die perfekte lächelnde Ehefrau die alles mit links erledigt und dabei mit rechts den Kindern noch ein Bütterchen schmiert. ;) .
Das habe ich auch immer offen eingestanden. Nachdem ich mich trennte - ich habe um Eheberatungen, um gemeinsame Abende, um Reden und was weiß ich was alles gebeten und auch dann in letzter Instanz eine Auszeit ausgerufen, in der Hoffnung das vielleicht doch noch was käme - weil die Liebe nach Jahren der Kommunikationslosigkeit, des Alleingelassen werdens (nicht räumlich aber mit allem was anfällt) und des "Gegen Wände rennens" irgendwann weg war, da habe ich lange erläutert und erklärt.
Allerdings haben meine Eltern ihre eigene Meinung und für sie ist es so wie sie glauben dass es ist. Und nicht so wie es für mich war. :rolleyes:
Ich habe plausible Gründe für meine Trennung. Und ich fühle mich bei meinem neuen Freund geborgen. Wir führen eine Fernbeziehung auf mehrere 100 Km, ich habe also alle Zeit der Welt für mich und die nutze ich um auf eigene Füße und mit mir ins Reine zu kommen. Nochmal mich so sehr binden und abhängig machen, das kommt auch nicht in Frage.
Deshalb finde ich es zwar schade, das wir uns nur alle ein bis zwei Monate für ein paar Tage sehen, aber andererseits gibt mir genau dies die Möglichkeit MEIN Leben zu regeln und erstmal zum atmen zu kommen.
Ich muß gestehen, wenn ich mich so lese, dann frag ich mich selbst was mein Problem ist. Andererseits krampfts mir den Magen vor jedem Telefonat mit meinen Eltern.
Es belastet mich weil ich mich einfach nicht "frei" fühle.
Freunde, die meine Ehe erlebt haben und die sowohl mich als auch meinen Noch-Gatten und meinen Freund kennen, geben mir übrigens Recht, erzählen mir ich würde aufblühen, wirke garnicht mehr depressiv und habe das Recht glücklich zu sein.
Mein Kopf sagt mir das auch aber ich schaffe es nicht, dieses "Ich muß es ihnen Recht machen" - Gefühl in den Griff zu bekommen.
Klingt das schräg?
@Roya:
Genauso wie du das beschreibst, so ist es bei mir auch. Ich selbst bin derzeit auch dabei nicht mehr die Meinung einzuholen sondern sie vor vollendete Tatsachen zu stellen. Und das in so vielen Dingen. Ich habe mit meiner Mutter früher über alles geredet.
Heute fange ich langsam an erst mich zu melden wenn es etwas zu berichten gibt weil die Entscheidung schon gefallen ist.
Aber der Umschwung von "Ich überlege an XY, was haltet ihr davon?" zu "Ich werde XY machen." ist schon nicht einfach.
Heute hat meine Mutter mir mitgeteilt wie falsch sie es doch findet, das mein Freund mich jetzt besuchen kommt. Ich antwortete ihr: "Mama, du mußt es auch nicht richtig finden. Ich muß damit leben, nicht du." Und das tat ich ruhig und lächelnd. (Am Telefon sieht sie das ja nicht aber es ändert die Stimme und keiner kann mir das beliebte "Du reagierst ja so trotzig, kein Wunder das wir dich wie ein Kind behandeln!" vorwerfen.)
Aber es war so verdammt schwer.
ich habe in den letzten Monaten, als es um die Entscheidung ging wie ich weiter mache, sehr selbstkritisch beleuchtet was alles vorgefallen ist.
In der ganzen Geschichte hatte ich mich selbst auch nicht mit Ruhm bekleckert (nachdem ich die Ehe schon abgeschrieben hatte und aus dem Schlafzimmer auszog hab ich praktisch eine Zeitlang mit meinem jetzigen Freund eine heimliche Affäre gehabt weil ich durch den Druck von außen Angst hatte die Fakten auf den Tisch zu legen. Unter anderem weil die Aussage im Raum stand und steht das meine Eltern, sollte ich mich wegen eines anderen von meinem Mann trennen solange meine Kinder noch klein sind, den Kontakt zu mir abbrechen werden.) und das eine Beziehung nicht mehr funktioniert, das liegt in vielen Fällen an beiden Partnern.
In meiner Ehe war ich nicht unfehlbar, ich bin nicht die perfekte lächelnde Ehefrau die alles mit links erledigt und dabei mit rechts den Kindern noch ein Bütterchen schmiert. ;) .
Das habe ich auch immer offen eingestanden. Nachdem ich mich trennte - ich habe um Eheberatungen, um gemeinsame Abende, um Reden und was weiß ich was alles gebeten und auch dann in letzter Instanz eine Auszeit ausgerufen, in der Hoffnung das vielleicht doch noch was käme - weil die Liebe nach Jahren der Kommunikationslosigkeit, des Alleingelassen werdens (nicht räumlich aber mit allem was anfällt) und des "Gegen Wände rennens" irgendwann weg war, da habe ich lange erläutert und erklärt.
Allerdings haben meine Eltern ihre eigene Meinung und für sie ist es so wie sie glauben dass es ist. Und nicht so wie es für mich war. :rolleyes:
Ich habe plausible Gründe für meine Trennung. Und ich fühle mich bei meinem neuen Freund geborgen. Wir führen eine Fernbeziehung auf mehrere 100 Km, ich habe also alle Zeit der Welt für mich und die nutze ich um auf eigene Füße und mit mir ins Reine zu kommen. Nochmal mich so sehr binden und abhängig machen, das kommt auch nicht in Frage.
Deshalb finde ich es zwar schade, das wir uns nur alle ein bis zwei Monate für ein paar Tage sehen, aber andererseits gibt mir genau dies die Möglichkeit MEIN Leben zu regeln und erstmal zum atmen zu kommen.
Ich muß gestehen, wenn ich mich so lese, dann frag ich mich selbst was mein Problem ist. Andererseits krampfts mir den Magen vor jedem Telefonat mit meinen Eltern.
Es belastet mich weil ich mich einfach nicht "frei" fühle.
Freunde, die meine Ehe erlebt haben und die sowohl mich als auch meinen Noch-Gatten und meinen Freund kennen, geben mir übrigens Recht, erzählen mir ich würde aufblühen, wirke garnicht mehr depressiv und habe das Recht glücklich zu sein.
Mein Kopf sagt mir das auch aber ich schaffe es nicht, dieses "Ich muß es ihnen Recht machen" - Gefühl in den Griff zu bekommen.
Klingt das schräg?
@Roya:
Genauso wie du das beschreibst, so ist es bei mir auch. Ich selbst bin derzeit auch dabei nicht mehr die Meinung einzuholen sondern sie vor vollendete Tatsachen zu stellen. Und das in so vielen Dingen. Ich habe mit meiner Mutter früher über alles geredet.
Heute fange ich langsam an erst mich zu melden wenn es etwas zu berichten gibt weil die Entscheidung schon gefallen ist.
Aber der Umschwung von "Ich überlege an XY, was haltet ihr davon?" zu "Ich werde XY machen." ist schon nicht einfach.
Heute hat meine Mutter mir mitgeteilt wie falsch sie es doch findet, das mein Freund mich jetzt besuchen kommt. Ich antwortete ihr: "Mama, du mußt es auch nicht richtig finden. Ich muß damit leben, nicht du." Und das tat ich ruhig und lächelnd. (Am Telefon sieht sie das ja nicht aber es ändert die Stimme und keiner kann mir das beliebte "Du reagierst ja so trotzig, kein Wunder das wir dich wie ein Kind behandeln!" vorwerfen.)
Aber es war so verdammt schwer.
Hallo Thetis,
du scheinst, wenn du das wirklich konsequent durchziehst, auf dem Besten Weg zu sein dich von deinen Eltern abzunabeln.
Dies ist sowohl für dich, als auch für deinen jetzigen (oder auch evtl. späteren neuen) Partner enorm wichtig.
Ebenso, dass du dich, sollten deine Eltern -und ich gehe davon aus, dass dies passieren wird- gegen deinen Freund "schießen" du dich "schützend" vor ihn stellst und deinen Eltern DIE Grenze aufzeigst, die sie unter keinen Umständen zu überschreiten haben.
Solltest du es nicht schaffen dies zu tun, sehe ich schwarz für diese und auch jede weitere Beziehung.
Mein EX (35) hat das gleiche Problem wie du (hat -und tut es vermutlich immer noch- sich sehr von seinen Eltern beeinflussen lassen) - sie konnten mich von Anfang an nicht leiden - und er hat sich leider nie wirklich so schützend vor mich gestellt, dass ich das Gefühl hatte er "steht felsenfest zu mir".
Ich wünsche dir viel Glück und Kraft dich von deinen Eltern "abzunabeln" und erwachsen zu werden.
du scheinst, wenn du das wirklich konsequent durchziehst, auf dem Besten Weg zu sein dich von deinen Eltern abzunabeln.
Dies ist sowohl für dich, als auch für deinen jetzigen (oder auch evtl. späteren neuen) Partner enorm wichtig.
Ebenso, dass du dich, sollten deine Eltern -und ich gehe davon aus, dass dies passieren wird- gegen deinen Freund "schießen" du dich "schützend" vor ihn stellst und deinen Eltern DIE Grenze aufzeigst, die sie unter keinen Umständen zu überschreiten haben.
Solltest du es nicht schaffen dies zu tun, sehe ich schwarz für diese und auch jede weitere Beziehung.
Mein EX (35) hat das gleiche Problem wie du (hat -und tut es vermutlich immer noch- sich sehr von seinen Eltern beeinflussen lassen) - sie konnten mich von Anfang an nicht leiden - und er hat sich leider nie wirklich so schützend vor mich gestellt, dass ich das Gefühl hatte er "steht felsenfest zu mir".
Ich wünsche dir viel Glück und Kraft dich von deinen Eltern "abzunabeln" und erwachsen zu werden.
Hallo Engel,
das konsequente Durchziehen ist halt das, wo ich noch immer nicht weiß ob ich es schaffe.
Das es auch für meinen Partner wichtig ist, darüber habe ich noch garnicht nachgedacht. Das gibt mir allerdings gerade wieder einen Schub standhaft zu bleiben.
Ich möchte nicht, das mein Partner sich im Stich gelassen fühlt. Genau das hab ich ja lange genug mitgemacht. Dieses Gefühl allein da zu stehen und niemand stellt sich vor einen oder unterstützt einen...
Meine Mutter wird auch gegen den Partner schießen. Insbesondere wenn es wirklich etwas ganz offizielles wird, mit uns. Sie findet ihn für mich nicht passend und nicht gut genug. Dazu muß ich sagen, das meine Mutter hochbegabt getestet ist (sie hat auch mich testen lassen und ich war auch über der Norm, allerdings ist das nichts, worauf ich mir was einbilde. Im Gegensatz zu ihr, wie ich manchmal glaube). Das ist aber nichts was ich jetzt besonders toll finde, das ist halt ein Wert und ein Potential. Es ist nichts was einen besser macht. Sie aber meinte zu mir, dieser Typ (Sie nennt nicht mal seinen Namen, es ist nur "der".) sei in ihren Augen zu dumm.
(Was er im übrigen nicht ist, er ist nur nicht so überzwerg wie sie. Und an Allgemeinbildung schlägt er so einige aber sie hat jetzt ihre Meinung und fertig.)
Das Schlimmste ist, dass ich den Drang hab mich zu rechtfertigen. Grad im Moment, man merkts vielleicht auch hier?
Ich werde mir deine Worte zu Herzen nehmen. Wenn er ein Fehler sein sollte - oder ich für ihn einer bin, weiß mans? - dann ist er jedenfalls MEIN Fehler und nicht der meiner Mutter.
Und ich glaub, es wird mir gut tun hier niederzuschreiben. Das gibt mir grad ziemlichen Aufwind. :)
das konsequente Durchziehen ist halt das, wo ich noch immer nicht weiß ob ich es schaffe.
Das es auch für meinen Partner wichtig ist, darüber habe ich noch garnicht nachgedacht. Das gibt mir allerdings gerade wieder einen Schub standhaft zu bleiben.
Ich möchte nicht, das mein Partner sich im Stich gelassen fühlt. Genau das hab ich ja lange genug mitgemacht. Dieses Gefühl allein da zu stehen und niemand stellt sich vor einen oder unterstützt einen...
Meine Mutter wird auch gegen den Partner schießen. Insbesondere wenn es wirklich etwas ganz offizielles wird, mit uns. Sie findet ihn für mich nicht passend und nicht gut genug. Dazu muß ich sagen, das meine Mutter hochbegabt getestet ist (sie hat auch mich testen lassen und ich war auch über der Norm, allerdings ist das nichts, worauf ich mir was einbilde. Im Gegensatz zu ihr, wie ich manchmal glaube). Das ist aber nichts was ich jetzt besonders toll finde, das ist halt ein Wert und ein Potential. Es ist nichts was einen besser macht. Sie aber meinte zu mir, dieser Typ (Sie nennt nicht mal seinen Namen, es ist nur "der".) sei in ihren Augen zu dumm.
(Was er im übrigen nicht ist, er ist nur nicht so überzwerg wie sie. Und an Allgemeinbildung schlägt er so einige aber sie hat jetzt ihre Meinung und fertig.)
Das Schlimmste ist, dass ich den Drang hab mich zu rechtfertigen. Grad im Moment, man merkts vielleicht auch hier?
Ich werde mir deine Worte zu Herzen nehmen. Wenn er ein Fehler sein sollte - oder ich für ihn einer bin, weiß mans? - dann ist er jedenfalls MEIN Fehler und nicht der meiner Mutter.
Und ich glaub, es wird mir gut tun hier niederzuschreiben. Das gibt mir grad ziemlichen Aufwind. :)
Ne, klingt nicht schräg. Ich denke das Problem liegt in erster Linie in Deinem Verhältnis zu Deinen Eltern. Du hast diese Partnerschaft wohl nicht nach ihren Vorstellungen geführt. Musst Du ja auch nicht. Ich möchte die ganze Sache mit Deinem Ex jetzt auch nicht beurteilen, dafür müsste man euch kennen. Ich verstehe, das Dich das Problem mit Deinen Eltern belastet. Du kannst natürlich ganz hart zu ihnen sein, aber das ist ja auch keine Lösung. Ich kann Dir da leider nicht helfen, das Thema ist komplex. Ich drücke Dir nur ganz fest die Daumen, das es sich alsbald wieder ein bischen bessert. Sie sind und bleiben Deine Eltern und lieben Dich, es wird wieder, ganz sicher, dauert vielleicht nur ein bisschen.
Guten Abend,
das trifft es genau. Es geht nicht nach ihren Vorstellungen.
Heute kam nochmal eine moralische Keule. Ich mach alles falsch, ich mach das nicht sauber, ich würd direkt von einem zum anderen fliegen, das sei alles verwerflich und ich sorg dafür das meine Kinder einen Knacks fürs Leben bekommen.
Das die Kurzfassung. Ich bin ruhig geblieben, hab mir verbeten das auch noch mein neuer Partner beschimpft wird (der ist doch nicht mehr ganz sauber, der hat einen an der Waffel!) und muß sagen:
Ich fühl mich müde. Und mir ist übel. Aber wenigstens hab ich es geschafft ruhig und souverän zu bleiben und das Gespräch relativ freundlich aber bestimmt udn kurz zu halten.
Warum muß das nur so übelst schwer sein? :(
das trifft es genau. Es geht nicht nach ihren Vorstellungen.
Heute kam nochmal eine moralische Keule. Ich mach alles falsch, ich mach das nicht sauber, ich würd direkt von einem zum anderen fliegen, das sei alles verwerflich und ich sorg dafür das meine Kinder einen Knacks fürs Leben bekommen.
Das die Kurzfassung. Ich bin ruhig geblieben, hab mir verbeten das auch noch mein neuer Partner beschimpft wird (der ist doch nicht mehr ganz sauber, der hat einen an der Waffel!) und muß sagen:
Ich fühl mich müde. Und mir ist übel. Aber wenigstens hab ich es geschafft ruhig und souverän zu bleiben und das Gespräch relativ freundlich aber bestimmt udn kurz zu halten.
Warum muß das nur so übelst schwer sein? :(
Mensch Thetis,
die Parellelen sind gruselig.
Mein Ex hatte "nur" einen Realschulabschluss, während ich studiert habe.
Meine Mutter ritt auch ständig darauf herum, dass wir doch in ganz anderen Welten leben würden, mit ganz anderen Hintergründen. Was sie meinte war "Er hat kein Niveau."
Und wie ich mir das vorstellen würde, er würde doch nicht bei mir bleiben bei dem Altersunterschied. (Ist er auch nicht, hat aber nichts mit dem Alter zu tun.) Ich würde nur meine Zeit verschwenden.
Mich hat es auch sehr sehr angestrengt, immer dagegen halten zu müssen und ich habe mich in der Zeit sehr von meinen Eltern bzw. meiner Mutter distanziert. Vorher habe ich ihnen sehr viel anvertraut, das hat sich jetzt geändert.
Es ist schlimm genug, dass ihr Verhalten dazu geführt hat, dass ich - wie du - immer die Schuld erst einmal bei mir Suche, ständig in Verteidigungsposition gehe, mich für Dinge entschuldige, derer es keine Entschuldigung bedarf oder für die ich nichts kann.
Das laugt im täglichen Leben schon genug aus, ich muss das nicht immer wieder durch intensiven Kontakt zu ihnen verstärken.
Für meine Eltern gibt es halt meistens nur eine Wahrheit. Was sie denken, gilt. Handelt man anders und nicht wie erwartet, erntet man mindestens eine hochgezogene Augenbraue, wenn nicht gar direkte Kritik. Selbst mein neuer Freund hat das schon zu spüren bekommen.
Mir fällt es langsam schwer wohlwollend auf "Sie sind deine Eltern und sie lieben dich." zu reagieren. Natürlich stimmt das, aber ist das eine Entschuldigung dafür, wie schwer sie es einem machen? Ja natürlich ist die Lösung, sich von ihnen abzunabeln, aber sie haben mit ihrer Art ja auch gleichzeitig dafür gesorgt, dass einem dass so höllisch schwerfällt. Und trotzdem ist es auch wiederum nicht ihre Schuld, sie sind ja auch nur ein Produkt ihrer Erziehung und Sozialisierung...
Ist echt ein sehr sehr schwieriges, kompliziertes Thema! Und normalerweise muss man sich damit in unserem Alter nicht mehr so wirklich rumschlagen, da nabelt man sich als Teenager ab.
Wie war das bei dir als Teenager? Wieso hat es da nicht geklappt?
Ich bin mit 16 von zuhause ausgezogen, so fehlten dann Reibungsflächen und Konfrontationen, dazu kam es dann erst mit Mitte/Anfang 20 und jetzt hinke ich der normalen Entwicklung einer Eltern-Kind-Beziehung bestimmt locker 10 Jahre oder mehr hinterher.
Hat dein neuer Freund eigentlich von all dem etwas mitbekommen? Oder dein Ex? Wurde das mal thematisiert? Hast du eigentlich Geschwister? Wie ist das Verhältnis deiner Eltern zu ihren Eltern?
die Parellelen sind gruselig.
Mein Ex hatte "nur" einen Realschulabschluss, während ich studiert habe.
Meine Mutter ritt auch ständig darauf herum, dass wir doch in ganz anderen Welten leben würden, mit ganz anderen Hintergründen. Was sie meinte war "Er hat kein Niveau."
Und wie ich mir das vorstellen würde, er würde doch nicht bei mir bleiben bei dem Altersunterschied. (Ist er auch nicht, hat aber nichts mit dem Alter zu tun.) Ich würde nur meine Zeit verschwenden.
Mich hat es auch sehr sehr angestrengt, immer dagegen halten zu müssen und ich habe mich in der Zeit sehr von meinen Eltern bzw. meiner Mutter distanziert. Vorher habe ich ihnen sehr viel anvertraut, das hat sich jetzt geändert.
Es ist schlimm genug, dass ihr Verhalten dazu geführt hat, dass ich - wie du - immer die Schuld erst einmal bei mir Suche, ständig in Verteidigungsposition gehe, mich für Dinge entschuldige, derer es keine Entschuldigung bedarf oder für die ich nichts kann.
Das laugt im täglichen Leben schon genug aus, ich muss das nicht immer wieder durch intensiven Kontakt zu ihnen verstärken.
Für meine Eltern gibt es halt meistens nur eine Wahrheit. Was sie denken, gilt. Handelt man anders und nicht wie erwartet, erntet man mindestens eine hochgezogene Augenbraue, wenn nicht gar direkte Kritik. Selbst mein neuer Freund hat das schon zu spüren bekommen.
Mir fällt es langsam schwer wohlwollend auf "Sie sind deine Eltern und sie lieben dich." zu reagieren. Natürlich stimmt das, aber ist das eine Entschuldigung dafür, wie schwer sie es einem machen? Ja natürlich ist die Lösung, sich von ihnen abzunabeln, aber sie haben mit ihrer Art ja auch gleichzeitig dafür gesorgt, dass einem dass so höllisch schwerfällt. Und trotzdem ist es auch wiederum nicht ihre Schuld, sie sind ja auch nur ein Produkt ihrer Erziehung und Sozialisierung...
Ist echt ein sehr sehr schwieriges, kompliziertes Thema! Und normalerweise muss man sich damit in unserem Alter nicht mehr so wirklich rumschlagen, da nabelt man sich als Teenager ab.
Wie war das bei dir als Teenager? Wieso hat es da nicht geklappt?
Ich bin mit 16 von zuhause ausgezogen, so fehlten dann Reibungsflächen und Konfrontationen, dazu kam es dann erst mit Mitte/Anfang 20 und jetzt hinke ich der normalen Entwicklung einer Eltern-Kind-Beziehung bestimmt locker 10 Jahre oder mehr hinterher.
Hat dein neuer Freund eigentlich von all dem etwas mitbekommen? Oder dein Ex? Wurde das mal thematisiert? Hast du eigentlich Geschwister? Wie ist das Verhältnis deiner Eltern zu ihren Eltern?
Hallo Roya,
viele Fragen. :)
Ich versuch mal drauf einzugehen. Mal sehen wie ich das mit dem Zitieren hinbekomme. ;)
Dann kam eine Schulfreundin, deren Vater Alkoholiker war. Die zog praktisch bei uns ein und meine Eltern haben sich um sie gekümmert. Alle waren und sind begeistert wie toll meine Eltern das doch alles gemacht haben.
Bei all dem versucht er mir zuzuhören, mir ein wenig Ruhe zu geben und mir zu helfen mich nicht zu sehr aufzuregen. Das tut mir gut. :)
Bei meiner Mutter: Meine Ma ist immer ihrem Vater sehr hörig gewesen. Mein Opa war sowas wie das Familienoberhaupt und auch ich habe sehr viel Wert auf seine Meinung gelegt. Mein Vater sagt immer das meine Mutter getan hat was mein Opa ihr sagte.
Meine Oma mütterlicherseits hatte nicht sehr viel zu sagen, glaub ich. Ich kenn sie nur als lieb und verständnisvoll aber das Sagen hatte Opa...
So, ich hab eine miese Nacht hinter mir. Ständig hab ich mich hin- und hergewälzt. Und das kotzt mich grad an. Andauernd diese Argumente, die mir durch den Kopf gingen und mein halbunbewußter Versuch drauf zu antworten und zu reagieren.
Mir grausts vor den nächsten Tagen. :(
Interessanterweise hat bei uns mein Freund übrigens den höheren Schulabschluß mit Abitur. Diesen Sommer wird er sein Studium beginnen.
Ich bin ein sogenannter "Underachiever" mit viel Potential aber ohne es einzusetzen. Ich habe "nur" den Realschulabschluß weil ich das Abitur garnicht erst versucht habe sondern nach der Realschule abging und eine Berufsausbildung machte.
Auf das Argument "der bleibt doch eh nicht bei dir, so alt wie du bist" und " hast du das denn echt nötig?" warte ich noch, das ist noch nicht ausgereizt.
viele Fragen. :)
Ich versuch mal drauf einzugehen. Mal sehen wie ich das mit dem Zitieren hinbekomme. ;)
Wie war das bei dir als Teenager? Wieso hat es da nicht geklappt?Es hat eigentlich geklappt. Allerdings denke ich im Nachhinein das es irgendwie "Falsch" geklappt hat. Meine Eltern hatten ein offenes Haus. Ständig waren irgendwelche Leute da. Freunde von mir entpuppten sich als Freunde weil sie meinen Dad "Cool" fanden. Der war damals Biker, fuhr einen Chopper, trug Lederweste und lange Haare.Zudem gab es immer mal wieder Kinder, die sie aufgenommen haben. Erst meinen Cousin weil seine Mutter eine Ausbildung machen wollte. Der wurde die ersten jahre von uns aufgezogen. Ist auch heute noch sowas wie der Liebling meiner Mutter, auch wenn sie das pikiert leugnet wenn ich es sage. Dann bin ich eifersüchtig.
Dann kam eine Schulfreundin, deren Vater Alkoholiker war. Die zog praktisch bei uns ein und meine Eltern haben sich um sie gekümmert. Alle waren und sind begeistert wie toll meine Eltern das doch alles gemacht haben.
Hat dein neuer Freund eigentlich von all dem etwas mitbekommen?Ja, hat er. Ich rede mit ihm offen darüber. Wir führen eine Fernbeziehung und zudem haben wir es noch nicht wirklich offiziell gemacht sondern tasten uns langsam vor. Da ist Reden für uns beide sehr, sehr wichtig. Gestern abend haben wir telefoniert und er meinte - er ist ein eher ruhiger Mensch im Gegensatz zu mir, die ich sehr emotional werden kann - das er meine Mutter ja nicht zwingen könne ihn zu mögen. Aber er fände es gut wie ich, unabhängig davon das er das Thema war, ruhig und souverän geblieben sei.
Bei all dem versucht er mir zuzuhören, mir ein wenig Ruhe zu geben und mir zu helfen mich nicht zu sehr aufzuregen. Das tut mir gut. :)
Oder dein Ex?Der kennt das auch und sagt immer nur: Ist ja eh nur ein Sturm im Wasserglas. in ein paar Tagen oder Wochen ist eh wieder alles beim alten. So richtig zugehört hat er mir da selten.
Wurde das mal thematisiert?Richtig thematisiert wird es erst jetzt zwischen meinem Freund und mir. Außerdem habe ich eine sehr gute Freundin die sich das seit Jahren anhört. Sie hat da nie viel zu gesagt aber heute, wo ich nach ihren Worten langsam aufwache, hilft sie mir indem sie mir sagt: Ja, das ist alles auch früher schon so gewesen, denk mal zurück. Sie entkräftet auch die rhethorischen und psychologischen Argumente meiner Mutter, wenn sie kann. Das sind ja meist solche Sachen gegen die man nicht halten kann. Sowas wie: "So habe ich dich aber nicht erzogen. Was habe ich nur falsch gemacht?"
Hast du eigentlich Geschwister?Nein, ich bin Einzelkind. Nach mir konnte meine Mutter nicht mehr risikolos weitere Kinder bekommen.
Wie ist das Verhältnis deiner Eltern zu ihren Eltern?Bei meinem Vater: Der Vater starb als mein Dad noch ein Kind war. Zu seiner Mutter hatte er nie ein gutes Verhältnis. (Vorwurf gestern war auch von meiner Mutter aus: "Denkst du deinem Vater ging es gut damit als seine Mutter ständig Liebhaber mit ins Haus brachte?")
Bei meiner Mutter: Meine Ma ist immer ihrem Vater sehr hörig gewesen. Mein Opa war sowas wie das Familienoberhaupt und auch ich habe sehr viel Wert auf seine Meinung gelegt. Mein Vater sagt immer das meine Mutter getan hat was mein Opa ihr sagte.
Meine Oma mütterlicherseits hatte nicht sehr viel zu sagen, glaub ich. Ich kenn sie nur als lieb und verständnisvoll aber das Sagen hatte Opa...
So, ich hab eine miese Nacht hinter mir. Ständig hab ich mich hin- und hergewälzt. Und das kotzt mich grad an. Andauernd diese Argumente, die mir durch den Kopf gingen und mein halbunbewußter Versuch drauf zu antworten und zu reagieren.
Mir grausts vor den nächsten Tagen. :(
Interessanterweise hat bei uns mein Freund übrigens den höheren Schulabschluß mit Abitur. Diesen Sommer wird er sein Studium beginnen.
Ich bin ein sogenannter "Underachiever" mit viel Potential aber ohne es einzusetzen. Ich habe "nur" den Realschulabschluß weil ich das Abitur garnicht erst versucht habe sondern nach der Realschule abging und eine Berufsausbildung machte.
Auf das Argument "der bleibt doch eh nicht bei dir, so alt wie du bist" und " hast du das denn echt nötig?" warte ich noch, das ist noch nicht ausgereizt.
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