Er ist gegangen ! Ich bin schwanger ! Bitte Hilfe !

jacki

Neuer Benutzer
15. Sep. 2002
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Hallo !

Ich verfolge nun bereits seit einiger Zeit die Beiträge dieses Forums und muss dabei feststellen, dass sich die Geschichten alle wiederholen und die Muster und Gefühle der Trennungen doch alle sehr gleich ablaufen. Dennoch möchte ich hier gerne meine Geschichte niederschreiben in der Hoffnung, dass Ihr mir helfen könnt zu verstehen. Wenngleich mir nach vielen GEsprächen und Gedanken auch klar ist, dass man nicht alles verstehen kann, weil man nunmal leider nicht in den Kopf und das Herz des anderen hineinschauen kann. Wie bedauerlich....

Ich bin 33 Jahre, habe einen 8-jährigen Sohn. Vor 3 1/2 Jahren lernte ich meinen Freund, der jetzt 29 Jahre alt ist, auf einer 4wöchigen Auslandsproduktion kennen, auf der wir beide gearbeitet haben. Wir haben uns sehr schnell ineinander verliebt und waren beide von Anfang an sehr sicher, dass wir den Menschen gefunden haben, mit dem wir unser Leben teilen wollen. Auch mein Sohn wurde von ihm direkt sehr akzeptiert und ins Herz geschlossen. Zurück in Deutschland setzten wir unsere begonnene Beziehung weiter fort. Wir lebten in benachbarten städten und nach einem 3/4 Jahr sind wir zusammen gezogen. Ich habe schon einmal mit einem Freund zusammengelebt, für ihn war es das erste mal. Für ihn war es auch die zweite feste Beziehung überhaupt. Ich habe da ein paar Erfahrungen mehr sammeln können.

Es ist so, dass mein Freund sehr lieb, sensibel, harmoniebedürftig und gefühlsbetont ist und ein sehr grosses Bedürfnis nach Nähe hat. Daraus entstanden auch unsere Probleme. Ich habe dieses Bedürfnis nach Nähe nicht erfüllen können. Und je mehr er das eingefordert hat, umso mehr habe ich mich nach und nach zurückgezogen. Das hat ihn sehr verletzt, weil er es natürlich auf sich als Person bezogen hat. Ich habe ihm jedoch oft versucht zu erklären, dass wenn er mir ein bisschen Raum für mich lässt und nicht so sehr einfordert, dass mein Gefühl auch von selbst kommen kann und wird. Ich habe keine besonders schönen Erfahrungen in der Vergangenheit und Kindheit gemacht und weiss, dass mein Problem des nicht so viel Nähe zulassen könnens hieraus rühren. Ich war jedoch bemüht, das zu ändern, weil er der Mann ist, der es mir wert war, da auch mich zu gucken und diesen Änderungsprozess auch durchzumachen und weil ich ihm vertraut habe. Er hat mich immer sehr, sehr geliebt, mir dies auf alle möglichen Arten auch gezeigt und zum Ausdruck gebracht. Aber er hat auch immer mehr unter der Situation gelitten. ich muss dazu sagen, dass er chronisch krank ist (er hat einen Tinnitus) und hinzu kommen Symthome wie Schlafstörungen, Depressionen, Angstzustände, etc.. Daraus entwachsen ist auch sein grosses Bedürfnis nach Zuneigung und Nähe. Die hat er immer wieder eingefordert, weil er der Meinung war, nur das könne ihm helfen, auch mit seiner Krankheit gut umzugehen. Jegliche Form von psychischem Stress kann er nicht ertragen. Je mehr wir also aus dieser Situation heraus gestritten haben (es ging dann immer um Kleinigkeiten, die Ursache lag aber im o.g. Problem) umso schlechter ging es ihm. Und ich bin nicht darauf eingegangen - oder viel zu wenig. Hinzu kommt, dass wir beide beruflich sehr unter Stress standen und nur wenig Zeit für uns hatten. D.h. wenn ich mal Zeit und Ruhe hatte, wollte ich die möglichst auch für mich alleine haben, da wir uns im Job den ganzen Tag zusammen gesehen haben. Dabei habe ich jedoch vernachlässigt, dass wir auch als Paar eben unsere Zeit zusammen schön verbringen müssen. Ich habe viele Fehler gemacht, ihn unzählige Male zurückgestossen und ihm weh getan. Er hat dann auch im Winter letzten Jahres bereits versucht, sich zu trennen aus diesen Gründen. Nach drei Tagen kam er jedoch zurück und wir wollten es noch einmal versuchen. Wir haben über uns gesprochen und woltlen in Zukunft mehr zeit miteinander sinnvoll verbringen und ich wollte eine Therapie beginnen, um meinem Gefühl nach so wenig Nähe auf die Spur zu kommen. Ich habe jedoch nicht sofort einen Therapieplatz bekommen. Im April hat es dann erneut gekracht. Er ist wieder für 3 Tage gegangen, kam wieder zurück und meinte, dass sei es auch ncith, was er will und dass wir zusammen kämpfen müssen, dass wir uns nicht verlieren. Wir haben dann eine Paartherapie begonnen. Beim ersten Mal dort hat er nur geweint. Beim zweiten Mal hat er auch geweint, ich hatte aber gleichzeitig das Gefühl, dass er schon sehr auf Abstand zu mir geht. Eine Stunde nach diesem Termin hat er mir gesagt, dass er sich zunächst räumlich trennen will. Dass er mich immer noch über alles liebt, aber einfach nicht mehr kann, weil ich ihm zu oft weh getan habe, indem ich ihn so oft zurückgewiesen und zurückgestossen habe und seine Bedürfnisse nicht respektiert und ihnen nachgekommen bin. Zwei Tage später hat er mir gesagt, dass er sich doch ganz trennen will. Ich bin damals total zusammen gebrochen. Wir haben viel geredet. Aber er blieb bei seinem Entschluss. Es sind viele Tränen geweint worden. Auch von ihm und seine Entscheidung ist ihm nicht leicht gefallen. Dennoch hat er sie sehr konsequent durchgezogen. Eine Woche später habe ich erfahren dass ich schwanger bin. Das war Ende Mai. Für ihn hat das nichts geändert. Er wollte nur noch weg. Hat dann 4 Wochen später auch eine Wohnung gefunden und ist ausgezogen. Am Tag als er sein Bett hier aus der Wohnung holte, habe ich die Nacht darauf eine Fehlgeburt gehabt. Ich bin damals total am Rande der Verzweiflung gewesen, vor allem weil ich das Kind verloren habe. Aber auch die Trennung hat mir den Boden unter den Füssen weggezogen. Ich wusste, dass wir uns noch immer sehr, sehr lieben, ihm dieser Entschluss superschwer fällt und dennoch musste ich mitansehen, dass ich ihn verliere. Ich hatte verdammt besch...Monate. Ich habe alles getan, um ihn nicht zu verlieren. Und dabei genau das falsche. Ich habe ihm den totalen Horror bereitet, habe ihn nicht in Ruhe gelassen. Aus Verzweiflung. Für ihn war es Respektlosigkeit vor seiner Entscheidung. Wir haben uns immer wieder mal gesehen, waren auch intim. Dann habe ich mir Anfang August selbst eine Kontaktsperre auferlegt, weil es so nicht weitergehen konnte. Mitte August hat er mich aus seinem Urlaub angerufen , fing an zu weinen und sagte, dass er gerne ein paar Tage mit mir wegfahren würde, wenn er wieder da ist. Dass er uns so vermisst und uns jetzt gerne bei sich hätte. Er hat auch vor diesem Urlaub oft angerufen, war total verzweifelt, weil er seine Entscheidung eben manchmal auch nicht versteht und nicht weiss, ob sie wirklich richtig ist, obwohl er andererseits davon überzeugt ist. Nach seiner Rückkehr haben wir lange telefoniert. Er sagte in diesem Telefonat auch, dass er nicht wisse, warum das alles soweit gekommen ist. Zwei Tage später wollten wir dann zusammen ans Meer fahren. Morgens rief er an und sagte ich solle mir aber keine Hoffnungen machen, es würde an seinem Entschluss nichts ändern. Wir sind dann trotzdem gefahren. Haben 3 superschöne entspannte Tage zusammen verbracht, aber gleichzeitig hätte ich mir das auch schenken können, weil es an seiner Entscheidung eben nichts ändert. Danach haben wir dann wieder den Kontakt abgebrochen, weil es ja zu nichts führt. Vor 2 Wochen war er dann für ein paar Tage im Ausland (dort wo wir uns kennengelernt haben). Dort musste er eine Produktion vorbereiten , die er ab nächster Woche dort umsetzt. Tja, und was habe ich getan...? Ich bin ihm nachgeflogen. Am Strandcafe habe ich ihn dann "überrascht". ER war mit seinem Freund dort. Er hat erstmal angefangen zu weinen, war total verwirrt. Dann wollte er mit mir spazieren gehen. Das haben wir auch gemacht. In den Dünen hat er mich dann ganz fest in den Arm genommen, geweint und gefragt, warum ich gekommen sei. Ich habe ihm dann gesagt, dass ich die Trennung einfach nicht akzeptieren kann und immer noch auf einen Neubeginn hoffe und wir einfach über alles reden sollten und gucken können, ob wir irgendwo wieder anknüpfen können, weil wir uns ja nunmal auch beide noch lieben. Ich wollte am nächsten Tag wieder nach Hause fliegen. Er bat mich noch einen Tag länger zu bleiben. Das tat ich auch. Wir haben viel und gut geredet. Er hat mir aber auch gesagt, dass er mich zwar immer noch liebt, aber dass seine Gefühle für mich so oft von mir verletzt worden, dass sie zur Zeit nicht mehr für eine Beziehung reichen und dass ich die ganze Zeit nicht seinen Wunsch nach Ruhe akzeptiert habe. Und die bräuchte er, um seine Gedanken und Gefühle zu ordnen.

Gleichzeitig weiss ich aber auch, dass er sich seit unserer Trennung mit einer anderen FRau trifft, die zwar noch in einer Beziehung steckt, abe rsich von ihrem FReund nach 9 Jahren trennen will. Ich weiss nicht, was genau da an Gefühlen da ist, aber es scheint auch nicht ganz ohne Belang zu sein. ER selbst hat mir so gut wie nichts davon erzählt. Ich weiss das alles durch Dritte bzw. durch "eigene Nachforschungen".

Ich bin dann wieder zurückgeflogen.

Letzten Freitag habe ich erfahren, dass ich wieder schwanger bin. Ich muss jetzt glaube ich nicht erwähnen, wie ich mich zur Zeit fühle.... ?!

Ich habe ihm am Dienstag per mail davon berichtet. Konnte ihm dabei einfach nicht in die Augen sehen, da er beim letzten Mal so abweisend auf diese Nachricht reagiert hat und ich im Moment nicht die Kraft habe, schon wieder solche REaktionen zu verkraften. Er hat dann mehrfach versucht, mich telefonisch zu erreichen. Am Mittwoch haben wir dann telefoniert. Und das einzige was er sagte war, dass ihm sehr viele Gednaken durch den Kopf gehen, aber die würde er mir lieber ein anderes mal mitteilen. Dass er die Nachricht aber positiver fände, als ich vielleicht glauben mag. Ich solle ihm einfach mal etwas Ruhe für sich geben. Damit konnte ich nun übrhaupt nichts anfangen. Was heisst denn dass: "Positiver, als ich annehmen mag ?". Was ist denn daran positiv, dass ich ein Kind von ihm erwarte, wir aber getrennt sind und es mir auch nicht den Anschein macht, dass sich daran noch einmal etwas ändert, so sehr ich darauf auch hoffe ?!

Seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört. Er hat mir nur gestern nach eine sms geschickt, weil er nicht wusste wo das wahllokal für die wahl heute ist. Kein persönlicher Gruss, keine Nachfrage, wie es mir geht. Er wollte nichtmal wissen, in welcher Woche ich bin oder wie ich die Dinge sehe. Gar nichts! ER weiss, dass ich gesundheitlich sehr angeschlagen bin, und psychisch sehr angeschlagen bin, aber es kommt keine Nachfrage, nichts.

Ich verstehe das alles nicht. Ab Donnerstag ist er jetzt erstmal bis 14.10. nicht in Deutschland. Ich finde es unnachvollziehbar, dass ich bis dahin offenbar keine Meinung, keine Nachfrage von ihm bekommen soll. ER muss sich sehr auf seinen Job konzentrieren das weiss ich. Und ich weiss, dass alle Kraft jetzt erstmal von ihm für diesen Job draufgeht. Aber ich bin halt auch noch da.

Wisst Ihr Rat ? Versteht ihr ihn ?

Glaubt ihr, dass wir noch einmal eine Chance haben ?

Könnt ihr verstehen, was in ihm vorgeht ?

Vielleicht habt ihr da mehr Durchblick als ich zur Zeit.

ich wäre euch für eure meinungen und ratschläge sehr dankbar.

viele liebe grüsse

jacki

 
Hallo Jacki

Deine Geschichte kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich bin nämlich auch schwanger ;-) un wurde verlassen ;-(

Vielleicht hast Du meine Geschichte ja auch gelesen.

Da hast Du ja echt schlimme Monate hinter Dir! Tut mir sehr leid, dass das mit Deinem ersten Kind nicht geklappt hat. Das ist sehr hart, das alles zusammen. Auszug von ihm und Fehlgeubrt! Keine Ahnung was da in den Männern vorgeht, ich kann es selbst auch nicht verstehen.

Und dann eine solange Zeit immer wieder hin und her.... .Hoffnungen kommen und gehen, puh das hatte ich "nur" 1 Monat lang, als wir noch zusammen gewohnt haben........ aber das war echt der Horror. Dann redet man miteinander, beide sehen die Probleme die man miteinander hatte, beide weinen den alten Zeiten nach und dann, am nächsten Abend ist der andere völlig kalt und lässt einem links liegen. Das ist echt schlimm.

Nun, was soll ich Dir raten, bis mitte Oktober ist er weg, sagst Du? Vielleicht ist es wirklich das beste, wenn Ihr bis dahin keinen Kontakt zueinander habt, vielleicht merkt er ja, dass er Dich vermisst, oder wird sich seiner Gefühle bewusst. Er hat ja mehr als einmal gesagt, dass er Zeit braucht, jetzt wahrscheinlich umso mehr. Und das ewige hin und her ist doch wirklich nicht auszuhalten, oder?

Nein, ich weiss nicht was in ihm vorgeht, habt ihr denn früher, als noch alles i. O. war zwischen Euch mal über das Thema Kinder geredet? Wolltet ihr mal Kinder haben?

Ob ihr noch eine Chance habt? Das kann ich auch nicht sagen. Einiges spricht dafür, einiges auch dagegen. Vielleicht hilft die nächste Zeit Euch wieder zu finden, oder damit Du Dich mehr von ihm lössen kannst, wenn ihr Euch nicht sieht. Ich weiss das ist verdammt hart, ich mache es selbt ja grad durch. Wir haben nun seit mehr als 3 Wochen nichts mehr voneinander gehört. Und irgendwie tut es mir verdammt weh, dass es ihn scheinbar NICHT interessiert wie es mir oder dem Baby geht, dass er sich ja selbst auch so sehr gewünscht hat.............

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, für Dich und Dein Kind, damit Du das richtige für Dich tun kannst.

Alles Gute

Kleiner und Grosser Käse

 
Liebe jacki,

das ist eine wirklich lange und komplexe Geschichte, die sicherlich nicht mit wenigen Sätzen die Gedanken widergeben kann, die einem dabei durch den Kopf gehen.

Das erste was mir durch den Kopf ging: Habt ihr die Paartherapie dann sogleich abgebrochen, nachdem er die Entscheidung fällte auszuziehen?

Die Geschichte ist so verzwickt, weil ihr euch irgendwie nie ruhe gegönnt habt 'mal wirklich mit den GEfühlen, die offensichtlich da sind zu arbeiten.

Das primär unwichtigste ist glaube ich diese andere Frau, den wenn die geschilderte Situation der Realität entspricht, dann hat er für Dich viel zu viele Gefühle, als dass das ernsthaft ein Thema füt ihn zur Zeit sein kann (und du hast die Infos auch nur über Hören-Sagen)

Widmen wir uns nun den anderen Dingen:

Was bedeutet für Dich die Schwangerschaft, ein Kind, dass Du unabhängig von eurer Partnerschaft auf die Welt bringst?

Es ist ja vollkommen richtig, dass Du ihm diese Nachricht mitgeteilt hast aber im Grunde mußt Du ihm wirklich die Chance geben diese Nachricht für sich wohlüberlegt einzuordnen; es kann ja nicht das Ziel sein, dass das Kind der Grund zur "Wiedervereinigung" sein und ich denke das weißt Du auch.

Im Prinzip fällt mir nur folgende Lösung ein:

Du mußt erstmal in Ruhe für Dich überlegen, was Du für Dich mit der Schwangerschaft und Deinem Leben unabhängig von ihm anfangen willst.

Hast Du Dich denn weiterhin um ein Gespräch bei einem Therapeuten bemüht?

Dann könntest Du Dir überlegen was jetzt genau an GEfühlen für ihn noch da ist, du hast unglaublich viel Energie darauf verbracht um ihn "einzukreisen" und ihn von einer gemeinsamen Beziehung zu überzeugen ohne, dass sich bei euch wirklich was verändert hat.

Es geht, glaube ich bei euch nicht darum, ob Du ihn jetzt vergessen oder abschreiben sollst, dafür ist da noch zuviel auf beiden Seiten da, aber es gilt mal dieses Durcheinander zu entwirren.

Erstmal Du, Deine Gefühle, Deine Kinder!

Gleichzeitig - er für sich , seine Gefühle, sein Kind.

Dann- 'mal sehen.

Das fällt mir spontan dazu ein, später angeregt durch die anderen im Forum bestimmt noch mehr, aber ich denke fürs Erste ist's genug. Mir bleibt nur noch eine Frage, wie kommt denn Dein Sohn damit zurecht-oder bekommt er das nicht mit- ist Dein Freund für ihn weg??

Liebe Grüße,

justine

 
hallo ihr beiden,

zunächst mal zu dir justine: ich weiss nicht, ob mein freund für meinen sohn weg ist. mein sohn möchte ihn derzeit nicht sehen, weil er bis heute nicht versteht, warum er weg ist. mein freund hat so lange sich mühe gegeben, dass mein sohn ihn als vaterersatz akzeptiert. das hat ganze 2 jahre gedauert. und jetzt, wo er ihm völlig vertraut hat, ist er plötzlich weg. der auszug ging ja auch sehr schnell und es war vorher kein für meinen sohn spürbarer krach oder streit da. ich habe ihm natürlich erklärt, warum er gegangen ist etc., aber akzeptieren tut er es trotzdem nicht. er ist furchtbar enttäuscht und hat genau wie ich einige sehr traurige wochen hinter sich. er klammert sich jetzt umso mehr an seinen leiblichen vater, zu dem er ja nach wie vor - wenn auch keinen regelmässigen - kontakt hat.

nein, er hat die paartherapie sofort nach seiner entscheidung abgebrochen. ich selbst bin nach wie vor seit 4 monaten in therapie. meine gefühle ordnen brauche ich nicht, ich weiss, dass ich ihn liebe, dass ich mir ein leben mit ihm vorstellen konnte und vorgestellt habe und bin mir meiner gefühle für ihn sehr, sehr sicher. ich habe auch bereits genug anderweitige erfahrungen sammeln können, um zumindest das mit bestimmtheit sagen zu können. was das kind betrifft, so möchte ich es gerne bekommen. dies stand schon bereits bei der ersten schwangerschaft für mich fest. er selbst wollte eigentlich keine kinder. jetzt hat er in den vergangenen wochen jedoch mal gesagt, dass er sich das schon vorstellen könnte. und dass er die jetzige schwangerschaft eher positiv sieht, sagt ja auch was aus, wenngleich ich nicht weiss, was das aussagen soll. ???

ich weiss, dass ein kind bzw. eine schwangerschaft kein grund ist, wieder zusammen zu finden. aber ich weiss auch, dass für mich beziehung bedeutet, dass man daran arbeitet, solange noch gefühle füreinander da sind. dass man nicht wegrennt, wenn es mal kompliziert wird oder man bislang vielleicht nicht die richtigen wege gefunden hat oder gegangen ist, die vielleicht eine wendung hätten bringen können. für mich heisst beziehung: arbeit! und zwar nicht wenig und nicht nachlassend.

und genau das denke ich auch im zusammenhang mit der schwangerschaft. wenn man sich wirklich noch liebt, dann sollte es doch zumindest aufgrund dieses umstands möglich sein, wieder gemeinsame wege zu finden, die eine bessere und zufriedenere beziehung ermöglichen können. das ist man doch auch dem kind gegenüber schuldig. ich finde sein verhalten zusehends verantwortungsloser und unverständlicher. ich kann verstehen,w enn man mal ruhe braucht, aber das sollte man dann auch so untereinander kommunizieren, dass es für den anderen verständlich wird und er damit umgehen kann ohne gleich gedanken an eine komplette trennung haben zu müssen. und davon ist ja nunmal bei ihm auszugehen.

wie ihr seht, ich weiss nicht, was ihn bewegt, sich so zu verhalten wie er es jetzt seit 4 monaten tut. er wird mir immer fremder.

gestern nach hat er mir ja eine sms geschickt von wg. wahllokal. da ich noch wach war, habe ich ihm auch sogleich die adresse geschickt. das war alles. weder kam von ihm ein persönlicher gruss, noch heute ein "danke" oder irgendwas, was danach aussehen könnte, dass er sich gedanken zu mir oder zur schwangerschaft macht. was erwartet er ? denkt er, dass ich jetzt für mich alleine mich mit der entscheidung für/gegen das kind auseinandersetze und die damit jeweilig verbundenen konsequenzen und zukunftsgedanken und er kommt dann in 3-4 wochen wieder und hört sich an, was ich zu sagen habe und sagt dann - vielleicht - selbst etwas dazu ? das ist nicht das, was ich mir unter einer gemeinsamen entscheidung, verantwortung oder gar beziehung vorstelle. wisst ihr was ich damit meine ?

viele grüsse

eure jacki

 
ehrlich gesagt, mach dir keine hoffnungen... ihr passst nicht zueinander, genauso wenig wie ich und meine ex-ex... die konnte mir auch nie die harmonie und zärtlichkeiten geben, die ich für eine glückliche bezihung brauche... ihr müsst beide voneinander loskommen... und euer glück in einer neuen beziehung finden, denn so konntet und werdet ihr nie glücklich werden können... in einer beziehung muß es von anfang an klappen!

mfg, BMC

 
Lieber BMC,

ich glaube, da hast du nicht ganz verstanden, was beziehung eigentlich heisst....vielleicht solltest du da noch einmal drüber nachdenken.

beziehung heisst nicht gleich verliebtsein. beziehung heisst arbeit. immer und immer wieder und niemals nachlassend.

von selbst kommt da nichts, was auf dauer für beide befriedigend ist.

lieben gruss

jacki

 
hi ihr beiden.

Kinder sind etwas schönes, etwas wunderbares. Um so schlimmer ist es, wenn eine Liebe genau in der Zeit zerbricht. Gerade dann braucht man Zuneigung und liebe. Es ist sehr traurig, wenn dann der Freund weggeht. Dann kommt der Kummer.

jacki ich kann dir nur sagen, daß du alles gegeben hast. Ich bin auch anhänglich und kann das auch nicht unterdrücken. Aber ich habe wie du auch mit der Zeit gelernt meine Gefühle zu zeigen und auch jemand anderes Nähe zu geben. Es liegt dann aber am Partner ob er das akzeptiert oder nicht. Du hast aber schon in der Hinsicht alles unternommen. Da ihr ja sogar versucht habt fremde Hilfe anzunehmen merke ich, dass du alles tun wolltest. Auch wenn es nicht geklappt hab, brauchst du dir keine Vorwürfe machen.

Besonders schwer ist es auch für das Kind, wenn es nun dann ihn als Papa annimmt. Das vertrauen ist dann auf einmal weg und das schlimme ist nun bei euch beiden, dass sich keiner von euren beiden sich meldet. Sie hätten ja wenigstens ein bisschen Unterstützung geben können. Sich mal erkundigen oder auch mal helfen. Es ist dann immer sehr schwer zu hören, wenn sich niemand dann mehr um euch kümmert. So etwas macht mich auch sehr traurig.

Kinder können aber ein viel Kraft geben. Die liebe die von ihnen ausstrahlt ist sagenhaft. Sie ist so stark, daß man seine Sorgen vergessen kann und die Kraft zurückbekommt die man verlohren hat. Nutzt sie.... dann geht es euch bestimmt besser.

Ich wünsche euch für die Zukunft alles gute und es wird auch schon alles besser werden. Ich weis, dass ihr sehr traurig seid aber das wird schon klappen :trost:

TheBlackSheep<----

 
Liebe jacki,

deine geschichte klingt nach ganz langem hadern und unglaublich viel energieverbrauch und -verlust auf beiden seiten. ihr liebt euch. ihr seid beide komplizierte persönlichkeiten (du erträgst keine nähe) und er erträgt keine "nicht-nähe". entschuldige meine s/w-zusammenfassung. ihr habt euch zusammengerauft, gestritten, verletzt und wieder zusammengerauft. er versucht von dir loszukommen aus was für gründen auch immer. er versucht es schon zum x-ten mal. und er schafft es aber nicht, weil er es wahrscheinlich auch nicht will.

man sagt ja immer dass ungewollte schwangerschaften immer dann eintreten, wenn die frau unbewusst ihr leben verändern will. ich denke du bist sehr wohl auf der suche nach einem veränderten leben, man wird tatsächlich nicht 2mal in so kurzer zeit ungewollt schwanger. vielleciht wolltest du es ja? das ist ja auch gar nicht der punkt. ich denke du sehnst dich jetzt nach unglaublicher fürsorge und willst jetzt ellenlange gespräche darüber führen wie die schwangerschaft dein/euer leben verändert und wie ihr beiden nun weitermachen sollt.

ich kann das sehr gut verstehen. ich kann ihn aber auch gut verstehen. er liebt dich offensichtlich wirklich sehr, aber vielleicht ist das alles (das ganze letzte halbe jahr) zuviel und die schwangerschaft ist jetzt das letzte was er braucht. ich glaub du und er, ihr könnt die zeit jetzt ganz nutzen, während ihr beide gezwungenermassen örtlich getrennt seid. ich denke auch - ganz vorsichtig - dass da durchaus noch eine chance besteht dass ihr euch wiederfindet. ich glaub das geht aber nur, wenn er freiwillig zurückkommt. aus freien stücken. nicht weil du ihn nicht loslässt.

ganz ganz ganz wichtig. lass ihn jetzt in ruhe. mach keinen terror. keinen telefonterror, kein "du lässt mich jetzt allein". lass ihn jetzt mal innerlich ein stück von dir gehen. wie heissts so schön? "true love will find its way". entweder kommt er nach dem abstand zurück oder eben auch nicht. dass müsstest du dann aber auch akzeptieren, auch wenns dir unermässlich schwer fallen wird.

lieben gruss

vreni