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Es ist alles Eiter

0 Antworten1'314 AufrufeGestartet von Tatzi ·

TatziThemenstart
#1
Nachfolgendes Gedicht habe ich vor ein paar Wochen zum Ende meiner ersten Beziehung geschrieben. Das Schreiben hat mir geholfen, vielleicht hilft jemandem auch das Lesen. Das Gedicht ist eines von meinen wenigen "dunkleren", da ich sonst nur Liebesgedichte geschrieben habe. Kritik ist immer gern gelesen und wenn es Euch gefällt, veröffentliche ich gerne noch ein paar - auch mit weniger Ekel, Blut und Gewalt.

Es ist alles Eiter

Wenn alte Wunden neu aufreißen,

Sorgen in Dein Fleisch sich beißen,

die Vernunft auf fernen Reisen

und Gedanken um den Teufel kreisen.

Wenn alte Narben plötzlich platzen,

um Dich herum verfaulte Fratzen

und alles was Dir war hochheilig

ist heut' verderbt und eitrig.

Rinnt hinter Dir das blubbernd Blut,

kochend durch des Herzens Wut.

Dein Rücken zeugt von klaffend Malen,

doch unscheinbar zu Deinen inn'ren Qualen.

Suchst Du den letzten Hoffnungsfunken,

tief im blutgetränken Dunkeln.

So spülen wenigstens die Blutfontänen

hinweg die einst geweinten Tränen.

Und auch nach hundert Jahren Einsamkeit,

ist sie die einzige die übrig bleibt:

Unsre trock'ne Lache aus geplatzten Träumen,

die zu leben wir so bitterlich versäumten.

Quelle: Tatzi's Kugelschreiber

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