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Fühle mich traurig und weggeworfen

7 Antworten1'606 AufrufeGestartet von Rosenblatt ·

RosenblattThemenstart
#1
Hallo,

ich bin neu hier im Forum und dachte ich schreibe meine Geschichte nieder damit die Traurigkeit ein wenig vergeht.

Mein Freund und ich waren 4,5 Jahre ein Paar und haben eine harmonische glückliche Beziehung geführt. Vor ca. 2 Jahren habe sich durch seine Diabetes Typ1- Erkrankung erste Schäden an den Augen bemerktbar gemacht und wir dachten er erblindet. Ich bin während dieser Zeit immer zu ihm gestanden und habe mich sogar damit abgefunden dass er irgendwann erblindet aber es war für mich nie ein Thema ihn deshalb zu verlassen weil ich ihn ja liebe. Glücklicherweise haben wir mit Hilfe exzellenter Ärzte das Unglück abwenden können und er sieht wieder sehr gut. Ich dachte im Herbst ich könnte durchatmen und gemeinsam in eine gute Zukunft gehen und dann hat er sich verändert. Von einem Tag auf den anderen meinte er er liebe mich nicht mehr. Ich würde ihm nicht zuhören und er hätte sich von mir entfernt. Das war im November. Seitdem redete er immer wieder vom Auszug. Gerade zu dieser Zeit hat er auch eine Arbeitskollegin [es ist immer die gleiche Geschichte wenn ich so im Forum lese, eine die er eigentlich nie mochte] kennengelernt die ihm zuhört und ihm sagt dass sie sich verliebt hat. Obwohl ja nichts mit ihr ist wie er immer wieder betont.

Sechs Wochen ging es dann hin und her. Einen Tag liebt er mich, den anderen doch nicht. Einen Tag wollte er die Beziehung weiterführen dann doch wieder nicht. Na ja und am 21. Dezember hat er mir dann eröffnet, dass er sich eine teure Penthousewohnung mit 100 Quadratmeter gemietet hat und dort im Jänner einziehen wird. Ich habe natürlich getobt und geweint und er meinte eigentlich wollte er dort mit mir einziehen [es wäre eine riesige Weihnachtsüberraschung] aber wenn ich so undankbar bin dann zieht er alleine ein.

Ich bin wie von den Socken. Wir wollten uns bewußt so eine teure Wohnung auch gemeinsam nie leisten weil wir für die Zukunft sparen wollten.

Nun ist er zu seinen Eltern gefahren um dort Weihnachten zu feiern und ich sitze alleine hier. Verletzt und gekränkt und weggeworfen. Die letzten zwei Jahre waren nicht leicht für mich und ich fühle mich benutzt wie ein Gegenstand der nicht mehr funktioniert.

Ich kenne diesen Menschen auch nicht mehr. Er hat sich total verändert durch diese Arbeitskollegin. Ist oberflächlich und kalt geworden. Es ist zum Weinen und ich habe Angst dass ich niemals wieder einem Menschen vertrauen kann.

#2
Liebe Rosenblatt,

das ist bitter! Kein Wunder, dass Du Dich mies fühlst - das Problem ist nur: so einschneidende Erlebnisse, wie die Angst zu erblinden, können einen Menschen sehr verändern ...

also irgendwie kann ich nachvollziehen, dass man dann plötzlich nicht mehr sparen will, sondern das Hier und Jetzt genießen...

dieses Vertrauen, sich mit 'Sparen' eine schöne Zukunft zu sichern, ist weg. Er hat gemerkt, dass es von einem zum anderen Tag 'aus' sein kann mit der erträumten glücklichen Zukunft. Er hat sozusagen abgehoben - und es ist schwer abzuschätzen, wann, und ob er wieder auf den Boden zurückkommt - entweder Du hebst mit ihm ab, oder Du bleibst zurück.

Ich hatte mal nen Tumor, und als sich herausstellte, dass er gutartig ist, hab ich ähnlich abgehoben - die Welt war schöner, bunter , und ich hatte das Bedürfnis 'zu leben' ! Ganz intensiv! Jeden Tag!

- naja, kannst Dir denken, wieviel in dieser Zeit beim Studium weitergegangen ist ;)

Ich vermute aber mal, Du bist mit diesem Problem nicht die einzige - schau doch mal, ob's Selbsthilfegruppen gibt - ganz allgemein zu 'mein Partner war schwer krank - jetzt ist er gesundet und dreht irgenwie durch vor Glück, er ist mir jetzt fremd'

- wenn's Dich tröstet: ich war mir selbst damals auch fremd - bei mir hat sich das aber nach einiger Zeit wieder gegeben ....

Die Tatsache, dass Du ihn unterstüzt hast, ist leider kein Garant für Liebe - tut mir Leid. Und er kann sich ja auch nicht verbiegen für Dich - er ist jetzt eben 'high' - und egoistisch ist er jetzt auch unterwegs ... will vom Leben was haben-

Es tut mir echt sooo leid für Dich - Kopf hoch! Fahr zu ner Freundin und lass Dich trösten!

Alles Liebe,

S.

#3
PS: Ich schätze auch, dass Ihr Eure Beziehung neu definieren müßt - er war jetzt lange Zeit 'hilfsbdürfig' - und Du warst die Starke ...

das ist schwierig, da wieder die Rollen zu wechseln - Du müßtest ihn quasi wieder neu kennen lernen ....

#4
Hallo Spaziergängering,

vielen herzlichen Dank für Deine Antwort. Du hast natürlich vollkommen recht. Soetwas ist ein einschneidendes Erlebnis und ich verstehe den Drang leben zu wollen. Ich wäre ja auch mit ihm abgehoben aber er will mich nicht mehr in seinem Leben.

Ich weiss, dass für einen Menschen da sein kein Garant für Liebe ist und ich würde es wieder tun weil eine Beziehung halt nun nicht nur als guten Zeiten besteht.

Verstehen tue ich einfach diesen kalten Menschen nicht mehr. Er hat sich verändert. Nur mehr diese Arbeitskollegin die leider sehr oberflächlich ist, ist ihm wichtig.

Ich muss jetzt aber nach vorne sehen und versuchen wieder ein bissi Fuss zu fassen.

Er wird Anfang Jänner ausziehen. Das wird noch ganz schwer für mich und dann möchte ich mal den Kontakt abbrechen. Mal sehen vielleicht bringt ja 2008 doch auch was gutes für mich.

P.S.: Mit dem Stark sein hast Du sicher recht. Ich habe auch das Gefühl er geniesst es wenn ich so leide wegen der Trennung. Dann ist er in seinem Element. Er kocht, kümmert sich etc.

#5
Liebe Rosenblatt - ein Vorschlag:

werde ihm fremd - überrasche ihn. Geh Fallschirmspringen, oder irgentd so was schräges - mach nen Tauchkurs, fahr allein auf Urlaub - zeig, dass Du eine eigenständige Person bist - weder seine Betreuerin, noch ein armes Hascherl ....

Nur auf gleichem Niveau können sich zwei Liebende begegenen, sodass es prickelt - alles andere ist irgendwie , naja, eben nicht prickelnd ...

Kopf hoch,

das könnte sich durchaus wieder einrenken, aber jetzt ist für's erste mal ne Veränderung fällig -

alles Liebe,

S.

#6
PS:

Ihr könntet doch gemeinsam nen Hochseilgarten besuchen, oder so was ähnliches .... wo man sich gegenseitig helfen muss, aber eben auch Leistung bringen - ihr müßt Euch gegeseitig wieder 'faszinieren', beeindrucken -

er ist jetzt ganz hin und weg, weil die Arbeitskollegin so von ihm fasziniert ist - und dass Gefühl kannst Du ihm nach der langen Betreuungsphase wohl nicht so geben ....

#7
liebe rosenblatt......ich kann dich leider nicht trösten...nur kurz zu meiner geschichte....mir ging es ähnlich wie dir.....wir zogen im mai zusammen....es war himmlisch....das erste mal in meinem leben habe ich geliebt...so richtig....ich habe vertraut, ich wurde geschätzt, ich war mit ihm "eins"...(wenn du magst lies unter gedichte verliebt verloren von lionel nach) ich bin andrea! jedes einzelne gedicht wo lionel @ andrea steht.....so tief war unsere liebe von seiner und meiner seite aus......tja dann wurde bei ihm zum zweiten mal ein gehrintumor festgestellt.....(anscheinend anfang mai?)...ich wollte an seiner seite sein, wie auch beim ersten mal.....doch er nahm seine sachen ( ne die nahm er eigentlich nicht mal mit....er ging....) ich saß in der schei...teuren wohnung....nicht mal fertig eingerichtet....er bat mich ihm seine klamotten zu senden....er will sich keine neuen mehr kaufen.........und im laufe der inzwischen sechs monate vergangenen monate...........wurde er für mich zum ....? mr hyde??? kein fragen wie es mir geht, keine hilfe bei wohnungsauflösung,- suche, bankangelegenheiten......er war weg.......und ich weiß er lebt noch!....und zwar nicht so wie er meinte!!!! sondern sehr gut:-) ironisch gell?? diese erfahrung ist für mich die schlimmste die ich in meinem leben gemacht habe......doch ihm scheint es egal! obwohl er auch so viel bezüglich meinen bisherigen erfahrungen und verletzungen wusste...er meinte mal....*mein schatz....soetwas wird dir nie mehr widerfahren* ich passe auf dich auf! jetzt verhält er sich widerlicher als manch anderer mann in meinem leben?!

ja fühle mich auch traurig und weggeworfen.........ich habe auch geholfen, habe die krankheit akzeptiert........und wurde weggeworfen!

mehr möchte ich im moment nicht in meinen gefühlen wühlen........aber ich kann dich aus vollstem herzen verstehen, liebes rosenblatt!

lg andrea

#8
Hallo Spaziergängerin und ForYou,

herzlichen Dank für Eure Antworten.

ForYou: es tut mir so unendlich leid, dass Du was ähnliches erleben musstest. Ich weiss auch nicht warum Menschen auf diese Weise reagieren aber offensichtlich muss so ein Erlebnis einen unglaublich prägen.

Spaziergängerin: du hast natürlich recht. Es ist eine Veränderung fällig und ich bin auch froh, dass er mal auszieht. Und ich muss auch an mich denken und mal Dinge tun die ich brauche. Ich war die letzten zwei Jahre mehr Krankenschwester als alles andere und vielleicht wollte er das nicht mehr und will einfach unbeschwert weiterleben wie Du ja auch geschrieben hast. Ich muss aber sagen ich habe ihn nie irgendwie gehemmt seine Wünsche auszuleben. Den Sportwagen, von dem seine neue Flamme so beeindruckt ist, hat er schon länger. Er konnte Kite Surfen und gönnte sich schnelle Modellautos gerade weil ich dachte er muss auch seine Freizeit gniessen.

Hoffen tue ich natürlich noch immer dass sich alles wieder einrenkt aber das kann ich nicht abstellen. Ich denke es wird bergauf gehen wenn er mal ausgezogen ist und die gegenseitigen Vorwürfe etc. aufhören.

Danke auf alle Fälle für Eure tollen und netten Antworten.

lg

rosenblatt

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