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Flugangst

4 Antworten1'987 AufrufeGestartet von werther ·

wertherThemenstart
#1
Zu meinem Thread "Hoffen und warten, glauben und zweifeln, Lust und Frust "im Liebeskummer-Forum ein lyrischer "Nachschlag" von heute.

Werther

- Flugangst -

Wolltest so gerne und konntest es nicht,

fliegen mit mir zu unserem Glück.

Hast dir die Flügel stutzen lassen,

hälst dich selbst am Boden, bei ihm gefangen.

Möchtest so sehr, dass es wieder Liebe sei;

möglich - auch Zwänge, Gewohnheit, Ängste sind's

dich haltend; dazu ein Kompromiss, der keiner ist.

Was wir hatten war viel, war alles für mich,

mit dir sein, dich zu berühren ein Stück vom Glück.

Soviel haben wir uns gesagt und versprochen,

alles und mehr schien möglich zu sein,

ewig gesucht, unsere Seelen sich endlich gefunden,

zu allem und so viel mehr waren wir bereit:

Und doch blieb uns nur kurze, gestundete Zeit.

Hast deinen Traum verraten - für den Moment,

hast unsere verliebten, verschenkten Herzen gebrochen,

und hast gehauen in unsere Seelen tiefe Kerben -

ohne es zu wollen. Wie hälst du es nur ohne mich aus?

Komm' zurück, komm' endlich an, komm' nach Haus!

Wirst flügge werden, irgendwann, zu irgendeiner Zeit,

und dich selbst befreien für deinen Traum vom Glück.

Warten werde ich und weiter hoffen, warten auf dich,

nicht für immer - aber für eine lange Zeit gewiss.

Hoffe so sehr für dich, dass du deine Angst verlierst

vor'm Fliegen, dass du dich endlich traust zu leben,

Mut hast abzuheben, wegzuschweben und zu fliegen,

dorthin, wo du wirklich glücklich wirst.

Lass' deine Flügel wieder wachsen - ich warte auf dich.

#2
Hallo werther

Schön geschrieben ist das von Dir ????

Liebe grüße christopher

#3
Hi Christopher,

danke für's Kompliment; ja, es ist von mir - heute geschrieben.

Gruß

Werther

#4
Lieber werther

...mir hat für einen Moment der Atmen gestockt - und ich musste mir Dein Profil anschauen gehen. Ob DU nicht ER bist? Ich bin nämlich die mit der Flugangst .....

Wenn Du wüsstest, wie sehr sich auch jemand mit Flugangst nach Flügeln sehnt, die tragen, denen auch der grösste Orkan nichts anhaben kann.

Meine sind nicht mal wasserdicht - vollgesogen mit meinen Tränen .. sag mir, wie sollten sie mich tragen...?

Mir kommt immer wieder die Geschichte mit IKARUS in den Sinn - kennst Du sie vielleicht? Auch er wollte fliegen - "bastelte" sich ein Federkleid aus Wachs und Federn - und je näher er der Sonne kam, umso mehr schmolz der Wachs, die Federn fielen ab - er stürzte ins Bodenlose....

Ein wunderschönes Gedicht, danke werther. Es hat mich Tränen gekostet! Denn auch ich möchte sooo gerne fliegen - wäre nur diese Angst nicht.

Nur einmal die Sterne von nahe sehen...

Ich fühle mit Dir. :trost:

Grüsse aus tiefstem Herzen und in Verbundenheit ;(

Sternenzauber

#5
Hallo sternenzauber,

vielen Dank für dein tiefes Mitgefühl - es tut gut wirklich verstanden zu werden, wenn man spürt, da fühlt jemand wirklich mit, kennt diese furchtbaren Schmerzen der Seele, die vielen Tränen. Und schön, dass dich mein Gedicht so berührt hat. Wie gerne würde ich es ihr schicken; doch ich denke, noch ist nicht der richtige Moment gekommen - wieder könnte sie sich unter Druck gesetzt fühlen und sich dadurch noch weiter von mir entfernen. Ich gebe ihr und uns weiter Zeit. Und doch möchte ich ihr nah sein, mehr als nah - nahnah.

Oh ja, Ikarus und sein Schicksal kenne ich gut, komme mir im Moment auch so vor, war zu nahe am Feuer, der Sonne; aber wie heißt es in Grönemeyers "Zum Meer"?: "Nur wer fallen auch fliegen kann".

Was macht dir so große Angst, dass du deinen großen Traum nicht wahr werden lässt? Was hält dich so am Boden und in Tränen gefangen? Wohin möchtest du? Ich würde es gerne erfahren - dir gerne zuhören; vielleicht können wir uns gegenseitig eine Stütze sein!?

Liebe Grüße von

Werther

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