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Frißt unser Alltag die Liebe?

11 Antworten1'011 AufrufeGestartet von SchnickSchnack ·

SchnickSchnackThemenstart
#1
Hallo miteinander!

Mein Freund und ich sind nun 1 Jahr und 8 Monate zusammen.

In letzer Zeit ist das Miteinander zwischen mir und meinem Freund liebloser geworden und ich mache mir ein wenig Sorgen deswegen.

Ich weiß noch nicht mal wie ich es beschreiben soll, es ist eher ein Gefühl, dass ich habe.

Wir streiten uns zur Zeit viel, die Freude aufeinander ist nicht mehr so groß, dass sexuelle Verlangen lässt nach.

Zudem ist es oft so, dass, wenn ich voll gut drauf bin und alles schön finde, er dann rum mault, ist er wiederum das pure Leben und glücklich, fange ich an zu zicken.

Ich denke, es liegt daran, dass sich ein gewisser Alltag eingetrudelt hat.

Nun versuche ich dem zu entgehen, indem wir uns weniger sehen, viel unternehmen, nur bringt es nicht viel.

Dennoch sind da diesen ständigen Streitereien, diese unterschwelligen Erwartungen die wir gegenseitig insgeheim aufbauen und die keiner von uns erfüllt.

Ich weiß gar nicht was ich so wirklich dagegen machen soll.

Es fühlt sich so lähmend an.

Ich liebe diesen Menschen sehr und mich beschleicht die Angst, dass es bei ihm langsam abebbt, dass dieses Wunderbare, was wir mal hatten, so langsam verloren geht.

Schon der Gedanke daran quält mich enorm.

Nun meine Frage an Euch...

Ist das normal?

Geht das wieder weg?

Was können wir/ich tun?

Es ist aber nicht das erste Zeichen vom nahenden Ende, oder?

Fühle mich hilflos...

Liebe Grüße

SchnickSchnack

#2
Hallo SchnickSchnack,

dieser schleichende Alltag ist leider nicht unbekannt,

durch Job, Stress, Gewöhnung verliert die Aufmerksamkeit an Wert,

was nun nicht heisst daß man weniger fühlt oder ausbrechen wöllte.

am anfang einer jeden Liebe steht ein extrem wundervolles Flirten, Umwerben, dann kommt eine Hochphase schlechthin, SEX, wann immer mann mag und man mag immer,

halt das extrem schöne.

Das ist aber eine Phase, die Nächste ist dann ruhiger und wenn man nicht aufpasst, macht diese alles kaputt.

Redet miteinander, versucht aufeinander zuzugehen, sagt euch, wie wichtig die Gesten und Nuancen sind, ich habs versäumt und verloren.

also allen Ernstes, wenn ihr Beide daran arbeitet, dann ist es nur eine Phase, die sehr wohl leicht gemeinsam bewältigt werden kann!

rené

#3
Liebe schnickschnack,

Sorgt für kleine,spezielle pfiffige Rituale. Eine "Insel Zweisamkeit" im Alltag, quasi :)

Zumindest hab ich es bis vor kurzem so gehandhabt.Sollte es bei ihm nicht ankommen, aus Desinteresse oder Blindheit oder Egoismus oder ..., dann haut wohl etwas mit seinen scheinbaren Gefühlen nicht hin! (Oder deinen?!) Was das reden betrifft: m.E bringt es nur die jeweilige Erwartungen zum Vorschein und am Ende kommen ein Haufen Bedingungen hinzu... Reden hilft, totreden aber nicht!

Lg

#4
Eine Beziehung ändert sich mit der Zeit, dies ist in Stein gemeisselt. "La vie en rose" ist nur am Anfang. Irgendwann klingt dies ab - Mutter Natur lässt grüssen - und dann kommt es ganz drauf an, wo Euer Schwerpunkt in der Beziehung liegt. Eines vorweg: Gemeinsame Interessen braucht es ! Wenn diese Interessen nur sexueller/freundschaftlicher Natur waren und nicht durch andere geimeinsame Interessen gestützt werden, ist die Chance gross, dass eine soche Beziehung nicht mehr lange überlebensfähig ist. Und wie meine Vorschreiber erwähnen: Sind keine sonstigen gemeinsamen Interessen vorhanden, kreiert Euch welche. Und Gespräche sind nötig, damit jeder des andern seine Ziele und Bedürfnisse kennt. Miteinander reden ist sehr wichtig ! Nie voraussetzen, dass der Andere bereits Bescheid weiss (... riechen sollte, wissen sollte oder dergleichen) ! Ausreissen aus dem alltäglichen Trott ist immer gut - vielleicht macht zwischendurch auch jeder mal was alleine, dann hat man sich was zu erzählen.

Aber eines müsst Ihr Euch bewusst sein - das Liebesfeuer, wie es am Anfang mal war, kommt kaum mehr in dieser Form zurück, es ist/wird einfach anders - und dies ist nicht nur bei Euch so!

Lazarus2805
#5
Aber eines müsst Ihr Euch bewusst sein - das Liebesfeuer, wie es am Anfang mal war, kommt kaum mehr in dieser Form zurück, es ist/wird einfach anders - und dies ist nicht nur bei Euch so!
Und genau dass ist es was so viele Menschen immer wieder neu suchen. Die Veränderung der Gefühle reicht ihnen nicht mehr aus, sie wollen das Feuer immer wieder spüren. Ich glaube darum trennen sich so viele Menschen so schnell.

#6
Hi SchnickSchnack

So wie du deine Situation geschriben hast, habe ich den Eindruck das es sich um die ganz normale Beziehungskurve handelt. Das Feuer des Anfangs ist erlöschen und die unangenehmen Dinge das Partners nimmt man jetzt mehr und mehr wahr.

Die meistens Beziehungen scheitern in dieser Zeit leider. Viele Beziehungen werden zu dieser Zeit "weggeworfen" weil der leckere erste Kick des Drops gelutscht ist und jetzt nicht mehr schmeckt. Das hat mit sehr vielen Sachen zu tun. Das ist aber normal. Du hast Angst das es weniger wird und was nicht stimmt. Diese Angst kenne ich auch. Aber diese Phase der Beziehung ist die Chance für beide Seiten das man die Phase der richtigen, "wahren" Liebe erreichen kann. Das wird erreicht wenn beide Seiten, die "unangenehmen" Dinge des Partners, die ihr beide wohl jetzt immer mehr wahrnehmt akzeptiert. Dann geht die normale Beziehungskurve wieder nach oben wenn dieser Punkt überwunden ist und hält meistens dann auch dafür sehr lange.

Ja, wie diesen Punkt überstehen?

Auf keinen Fall sollte jemand von euch in diese "Aufopferungsrolle" schlüpfen. Das einer sich jetzt für den anderen "aufopfert" und der andere sich schön betüddeln lässt...hier hab ich gerade dich als "Opfer" im Auge

Du musst dir jetzt selber eingestehn SchnickSchnack das dieser Punkt jetzt bei euch erreicht ist. Ich kenne dein Freund nicht, ob man mit jemanden gut über solche Sachen reden kann.

Aber entweder ihr beide akzeptiert jetzt den anderen auch mit den negativen Dingen...oder es endet hier.

Versuchen über solche Sachen zu reden, hilft. Zu zweit erkennen das man hier einen sehr kritischen Punkt der Beziehung erreicht hat hilft. Aber was noch mehr hilft sind jetzt:

die langfristigen gemeinsamen Ziele zu haben, oder gemeinsame Ziele neu zu definieren oder auch alte gemeinsame Ziele zu "überarbeiten".

Aber vom neutralen Standpunkt des Betrachters ist es leider so:

Entweder ihr beide akzeptiert jetzt die negativen Dinge des Partners und findet einen Weg mit diesen Dingen umzugehn und glücklich zu sein oder die Beziehung endet leider...auf kurz oder lang.

Viele Menschen haben zu dieser Phase auch wieder das Bedürfnis sich ein wenig vom Partner zu distanzieren um sich wieder mehr selbst zu verwirklichen. Jeder ist da anders. Wichtig ist das man jetzt darüber redet um genau zu erkennen, zu reagieren und trotzdem die unangenehmen Sachen zu akzeptieren. Das geht nur in dem man zu zweit vernünftig erstmal darüber redet. Zu zweit erkennen das hier ein sehr kritischer Punkt ist. Zu zweit darüber zu reden ob man die negativen Dinge des anderen jetzt akzeptiert. Und den anderen seine Wünsche nach z.B. mehr Freiheit oder Luft (was auch immer es sein mag) nachzukommen ohne dabei die Grundsäulen eurer Partnerschaft wie Vertrauen, Treue und sich auch den anderen verlassen zu können, nicht zu verlieren.

MfG

Oliver

#7
Hallo Ihr Lieben!

Zunächst einmal vielen vielen Dank für Eure Antworten!

Sie helfen mir sehr!

Hellsbells hat für mich eine wichtigen Punkt angeschnitten der die gemeinsamen Zeile betrifft.

Das ist bei mir ein ganz wunder Punkt, wo ich bei ihm allerdings nicht wirklich rankomme ohne ihn bedrängen zu wollen.

Ich für mich hab das Gefühl, dass ich jetzt sowas wie eine Sicherheit bräuchte, etwas worauf ich mich stützen kann, etwas wo ich weiß, okay, jetzt grad ist es vielleicht ein wenig schwer bei uns, aber es lohnt sich sich da durchzuboxen und weiterzumachen, denn wir haben ein Ziel.

Nur haben wir kein Ziel.

Wir "lieben" uns praktisch in den Tag hinein. Und dadurch entsteht glaub ich der Alltag.

Wenn ich ihn nun frage, was er über gemeinsame Kindern denkt oder heiraten oder eine gemeinsame Praxis aufmachen oder zusammenziehen oder oder oder... kommen halt nur solche PauschalAntworten à la "Bestimmt, irgendwann".

Es geht mir nicht darum JETZT zu heiraten, Kinder zu kriegen, zusammenzuziehen oder eine gemeinsame Existenz zu schaffen, es geht mir darum, zu wissen, dass wir beide die gleiche Vorstellung von Zukunft haben und bestimmte Sachen zusammen erreichen möchten. Der Zeitpunkt ist mir letztendlich egal. Aber diese Sicherheit fehlt mir irgendwie.

Er hat einen stressigen Alltag, ich hab einen stressigen Alltag, aber manchmal denke ich, mir würden bestimmte Sachen leichter fallen, wenn ich wüsste es lohnt sich nicht nur für mich, sondern auch für uns. Ein Wir-Gefühl entstehen lassen.

Irgendwie sind wir wie zwei Einzelkämpfer nebeneinander.

Aber sowas kann man nicht erzwingen.

Ich wüsste auch nicht ob ich in sowas sagen könnte.

Das wäre ja dann irgendwie unter Druck setzen und etwas fordern, was eigentlich von selbst entstehen sollte und dann empfände ich es nicht mehr als echt.

Und HellsBells hat auch ein wneig recht mit meiner Opferrolle.

Herrje.

Allet net so einfach ;-)

Liebe Grüße

SchnickSchnack

#8
Wenn ich ihn nun frage, was er über gemeinsame Kindern denkt oder heiraten oder eine gemeinsame Praxis aufmachen oder zusammenziehen oder oder oder... kommen halt nur solche PauschalAntworten à la "Bestimmt, irgendwann".
Ich denke mal da liegt ein sehr grosser Hund begraben. Ihr könnt darüber nicht reden. Oder anders formuliert: Er will darüber nicht reden. Du hast gemeinsame Ziele aber du hast Angst das diese nicht wirklich erwidert werden. Das verstehe ich.

Du schreibst du wünschst dir Sicherheit, aber wie du abschliessend geschrieben hast, befindest du dich schon in der "Aufopferungsrolle" und der Schuss geht dann leider meistens genau nach hinten los.

Ja, wie kann man dir am besten helfen das ist sehr schwer.

Ich schätze eure Situation ehrlich gesagt als sehr, sehr kritisch ein ...da möchte ich erstmal 1-2 Tage in Ruhe darüber nachdenken bevor ich dir Ratschläge gebe. Oder anders herum gefragt: Ich interpretiere

"... kommen halt nur solche PauschalAntworten à la "Bestimmt, irgendwann"."
das als "Ich will nicht". Wenn du ganz ehrlich mit dir selbst bist...wie siehst du das SchnickSchnack? Hast du das Gefühl der er es auch ernst meint?

MfG

Oliver

#9
Uiiihhh Oliver... Deine Worte sind wahr, treffend und tun weh.

Doch, doch, er meint es ernst mit mir (zumindest hat er es mal ernst gemeint).

Anfangs war er ganz wild auf Zukunft mit Zusammenziehen und Pipapo, während ich mich zwar geschmeichelt fühlte, aber blockte, weil es mir zu früh war. Nun blockt er bei diesen Themen, wenn ich sie anspreche.

Für ihn ist alles in Ordnung, klar nerven die Streitereien, meine Launen nerven, aber für ihn ist sonst alles schick, wir reden viel, lachen viel, sehen uns auch nicht so oft und dennoch hab ich ein ungutes Gefühl.

Wir kommen nicht weiter. Es passiert nichts.

Es zieht sich hin wie so ein endloser Kaugummi...

Zudem merke ich, wie ich immer mehr in eine Art Abhängigkeit gedrückt werde und eigentlich will ich da nur raus, weiß aber nicht wie.

Dann wiederum such ich diese Abhängigkeit ja selber auf, manchmal erwische ich mich dabei, wie ich wie eine Katze auf der Lauer sitze und auf sowas wie eine Absolution von ihm warte.

#10
Zudem merke ich, wie ich immer mehr in eine Art Abhängigkeit gedrückt werde und eigentlich will ich da nur raus, weiß aber nicht wie.
Also empfinde es da jetzt sehr schwierig dir einen Ratschlag zu geben, weil man deinen Freund sehr schlecht mit deinen Aussagen interpretieren kann.

Als erstes möchte ich dir sagen das ich mein o.g. Zitat so interpretiere das es da momentan kein gesundes Gleichwicht an Gefühlen, an sich um den anderen kümmern, an Bestätigung dem Partner gegenüber, zwischen euch gibt. Woher das kommt weiss ich nicht. Das kann dir auch keiner hier beantworten.

Gemeinsame Ziele müssen auch gemeinsam gelebt werden, nicht einsam. Sonst ist einer, du in dem Fall, unglücklich.

Wenn er so, ich sag jetzt mal antriebslos, mit dir über diese Ziele redet teilt er sie (momentan) nicht mit dir. Vielleicht hast du dich dann auch in diese undankbare Rolle begeben, weil du vorher schon gefühlt hast ihn dafür begeistern zu wollen.

Ja, aber wie sollst du herausfinden wie er eure Beziehung sieht wenn man nicht richtig reden kann? Das geht leider nicht.

Doch, doch, er meint es ernst mit mir (zumindest hat er es mal ernst gemeint)
Zitat: Du bist dir einfach nicht mehr sicher. Und damit bist du unglücklich. Irgendwie scheinst du keinen richtigen Zugang mehr zu deinem Partner zu haben. Und darüber sollte man reden. Du musst ihm bewusst machen das du mit seiner Halbherzigkeit, was eure Zukunft, Ziele usw. betrifft nicht glücklich, sondern unglücklich bist. Du musst herausfinden wie er sich momentan seine Zukunft vorstellt...

MfG

Oliver

#11
Hey Oliver!

Du brauchst mir gar nicht unbedingt einen Ratschlag geben, dass was du schreibst hilft mir enorm zu verstehen.

Ich danke Dir dafür!!!

Heute hatte er mich ganz spontan von der Arbeit abgeholt und nach Hause begleitet, damit ich nicht alleine laufen muss. Wie früher als wir uns kennengelernt hatten, es ist ewig her, dass er das getan hat. Es kam ein leichter Anflug von Leichtigkeit bei unserem abendlichen Spaziergang herübergeweht, wie damals. Voll schön.

Kein Nölen, kein Kabbeln, kein Gegifte, gar nichts, nur positive Schwingung.

Wenn ich ihn das nächste Mal sehe und unsere Stimmung wieder so entspannt ist, werde ich mit ihm reden, ihn fragen wie er sich seine Zukunft vorstellt, was seine Pläne sind, was er sich vom Leben wünscht und ich werde ihm sagen, dass ich momentan unglücklich bin so wie es ist, dass mich sein Desinteresse kränkt und ich lieber mehr Wir statt Ich von ihm hätte.

Einfach ein lockeres und konstruktives Gespräch ohne Streit im Hintergrund.

Das wird schon.

Ich berichte was dabei herausgekommen ist :-)

Danke Dir nochmals für Deine Anteilnahme, lieber Oliver!

Ps.: Ich liebe 300! Schon zig mal gesehen! Vor allem die Szene: "Das ist Sparta!" Grandios!

#12
Hey SchnickSchnack

ja ...gerne. Lass von dir hören falls du nochmals das Bedürfnis zum reden hast.

MfG

Oliver

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