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Gefühlsachterbahn

11 Antworten2'174 AufrufeGestartet von ~just~dreaming~ ·

~just~dreaming~Themenstart
#1
Hallo zusammen,

ich bin neu hier im Forum und zur Zeit ziemlich verwirrt. Ich fang einfach mal an zu erzählen, vielleicht hat ja der eine oder andere einen Rat für mich oder kennt diese Situation vielleicht sogar. Auf alle Fälle schon mal ein ganz großes Dankeschön im Voraus, an alle die sich die Mühe machen zu antworten.

Ich bin 27 und seit einem knappen Jahrzehnt in einer Beziehung mit meinem Freund. Wenn man sich die Beziehung anschaut, würde man feststellen, sie funktioniert… irgendwie. Schaut man aber tiefer unter die Oberfläche, dann bröckelt die Fassade schon ein wenig. Die Kommunikation zwischen uns ist mittelmäßig bis schlecht und war es auch schon immer. Gerade wenn es Probleme gibt, werden die eher totgeschwiegen als gemeinsam angegangen. Auf Interessensebene wird die Kluft auch zunehmend tiefer. Seine Eigenarten und Ansichten werden für mich immer merkwürdiger und unnachvollziehbarer. Ich denke, ich habe mich verändert… denn die Beziehung war eigentlich schon immer so. Für mich fühlt es sich nach Gewohnheit an, vielleicht irgendwas "platonisches", keine Ahnung. Und dennoch, zwischendurch gibt es Momente, in denen ich weiß ,dass wir zusammen gehören und das ich ihn nicht missen will… So unlogisch es vielleicht auch klingt ,aber irgendwas ist da, das ich nicht verlieren will.

Eigentlich schon genug Gefühlschaos, aber damit es nicht langweilig wird, geht das ganze noch weiter.

Vor etwa 4 Jahren hab ich meinen heute besten Freund kennengelernt. Er war damals noch selbst in einer sehr langen Beziehung. Nach dem Zerbrechen seiner Beziehung ist unser Kontakt immer stärker geworden, bis hin zu einer Freundschaft, die ich um keinen Preis der Welt missen möchte. Wir machen alles zusammen, können über alles(?) miteinander reden, haben Spaß, gehen aber auch durch dick und dünn. Ich hab ihm so viel zu verdanken. Er ist immer für mich da, wenn ich ihn brauche, wenn es mir schlecht geht… Naja, soviel dazu… Nachdem es da nichts zwischen uns gab und ich auch weiß (zumindest glaube ich das), auf welchen Typ Frau er steht, waren die Fronten diesbezüglich immer klar. Ich hatte mal eine Phase, in der ich mir nicht wirklich sicher war, was ich für ihn empfinde, aber auch die ging vorbei. Ich konnte mich sogar wieder mit ihm freuen, wenn er jemanden kennengelernt hatte. Es war halt immer noch diese Traumfreundschaft, auch wenn ich mir bis heute nicht klar darüber bin, was ich für ihn empfinde. Er löst Gefühle bei mir aus, die ich so nicht kenne

An einem Abend vor ein paar Wochen passierte dann was komisches. Irgendwie lag die ganze Zeit eine gewisse Spannung zwischen uns. Bis er (vielleicht alkoholbedingt, ich weiß es nicht) einen sehr merkwürdigen und eigentlich auch eindeutigen Spruch abgeben hat. Ich hab aus meiner Verblüffung heraus total verwirrt reagiert und bereue zutiefst, das ich nicht zumindest versucht habe rauszufinden, ob er es wirklich so meinte. Er selbst war über seinen Ausspruch glaub ich genauso überrascht. Seit dem ist es ein Spiel zwischen uns. Ich weiß nicht mal, ob er sich an den Spruch erinnern kann und keiner von uns beiden spricht es an. Vielleicht bilde ich mir das ja ein, aber irgendwas hat sich geändert. Was mich angeht… es kribbelt wieder und zwar viel zu sehr. Und es macht mich wahnsinnig, dass ich nicht weiß, woran ich bin. Was ihn angeht… hmm… entweder ich bilde mir alles ein oder er versucht genauso rauszufinden, was ich denke, wie ich es bei ihm versuche.

Tja.. und nun? Obwohl absolut nichts passiert ist, hab ich jetzt schon ein schlechtes Gewissen meinem Freund gegenüber. Und dennoch nutz ich jede Chance Zeit mit meinem besten Freund zu verbringen, das Zusammensein zu genießen und ständig was-wäre-wenn-Grübeleien nachzuhängen. In den letzten Tage steigt in mir immer mehr der Wunsch auf ihn einfach zu fragen, mit ihm zu reden. Aber ich kann's nicht. Ich hab so eine unheimliche Angst davor ihn irgendwie zu verlieren. Und selbst wenn ich ihn frage, was hab ich dann gekonnt? Egal welche Antwort dabei rauskommt, das Chaos kann nur noch größer werden :-( Zumal ich nicht mal genau sagen kann, was ich fühle. Vielleicht ist es ja auch gar nichts, sondern einfach nur das "etwas andere, als das was man hat", zu dem man sich hingezogen fühlt, ohne tiefere Bedeutung. Klar kann ich weiter heile Welt spielen, das was ich habe genießen und abwarten, was passiert. Aber ein Dauerzustand kann das doch auch nicht sein… oder?

Wahrscheinlich hab ich nicht mal zu einem Bruchteil das beschreiben können, was derzeit in mir vorgeht, aber vielleicht kennt dennoch jemand dieses Gefühl so hin- und hergerissen zu sein? Im Unklaren zu sein? Zu wissen, dass man alles verlieren kann, wenn man Klarheit will?

Freu mich über Meinungen, Ratschläge und vielleicht auch Erfahrungen…

VG

~just~dreaming~

#2
Tja, das hat das Risiko so an sich: irgendwas muss man aufs Spiel setzen. Du musst deinen Einsatz abwägen und entscheiden.

Da du ja den komischen Kommentar aussen vor lässt, solltest du für dich entscheiden ob du das (im Alkoholrausch) falsch verstanden hast bevor du dich da reinsteigerst.

Da du jedoch von deiner Beziehung nicht gerade positiv schreibst (es macht ja nur den Anschein als seihe alles in Ordnung), solltest du wohl schnellstmöglich Klarheit schaffen mit deinem Freund. Sprecht miteinander, was läuft falsch, habt ihr euch so verändert, dass ihr nicht mehr "zueinander passt"? Bevor du schon an die nächste Liebe denkst solltest du mal rausfinden was du überhaupt noch empfindest für deinen Freund! Mir scheint nämlich, du liebst ihn nicht mehr und hast einfach Angst alleine da zu stehen, also klammerst du dich an das was du ja hast bis du einen neuen auf sicher hast! Findest du das fair? Denke mal darüber nach wenn du ihm das nächste mal sagst du liebst ihn: meinst du das ehrlich? Du wirst schon herausfinden wie ehrlich du es meinst.

Wünsche dir die Klarheit die du brauchst, aber verarsche nicht deinen Freund. 10 Jahre sind mehr wert als das.

#3
Hey just-dreaming

Stell Dir vor, irgendwie weiss ich, wovon Du sprichst. Es ist kaum zwei Wochen her, da hab ich hier einen Thread eröffnet: "er hat mich unter Tränen aus dem Schlafzimmer geschmissen...". Ich habe keine langjährige Beziehung hinter mir, aber ich bin total verliebt, wie Du, falls Du möchtest, da nachlesen kannst. Ich konnte zwei Wochen lang keinen klaren Gedanken mehr fassen. Alles durcheinander.

Und eigentlich ist es immer noch so - aber: am letzten Freitag ist etwas komisches passiert. Ich hatte meinen letzten Arbeitstag und mein bester Kumpel hat mich von abends von der Arbeit abgeholt. Vor mehr als zwei Jahren war ich total verschossen in den Kerl, er führt allerdings eine Fernbeziehung mit einer Frau in Australien. Zirka ein halbes Jahr lang habe ich mich zurückgezogen und dann habe ich angefangen eine Freundschaft aufzubauen. Und was für eine. Wir können über alles (?) reden. Ich möchte ihn auf keinen Fall verlieren, die Freundschaft ist echt einmalig. Und nun...letzten Freitag, nachdem wir uns verabschiedet hatten, ist etwas sehr komisches passiert. Es ist normal, dass ich ihm nach unseren Treffen eine SMS hinterher schicke und wir noch zwei drei Mal hin-und-her smsn. Letzten Freitag hat er aber dann eine ganz eindeutige SMS geschickt, die weit über Freundschaft hinaus geht. Zuerst dachte ich, es sei ein Witz. Ich hab mitgezogen. Schon bald habe ich dann herausgefunden, dass er es ziemlich ernst meinte in dem Moment (war eben auch Alkohol im Spiel). Wir haben uns sofort wieder verabredet für nächsten Freitag. Und jetzt? Ich will die Freundschaft nicht auf's Spiel setzen. Aber ich kann auch nicht einfach weitermachen, dafür sind wir uns sowieso schon viel zu nahe.

Ich nehme schwer an, dass es Dir ähnlich geht. Ehrlich gesagt, weiss ich auch nicht, ob ich es riskieren soll. Auf der anderen Seite bin ich mir fast sicher, dass ich nicht widerstehen kann, wenn er den ersten Schritt macht... Ich an Deiner Stelle würde ihn fragen, wie er das gemeint hat? Du kannst ja auch über ein paar "dumme Sprüche" und Flirtereien schon einmal in die Nähe dieser Aussage hinkommen und dann im richtigen Moment die richtige Frage! Wahrscheinlich lässt es Dir sonst keine Ruhe, oder...?!

Ich wünsche Dir viel Glück!

#4
@purgatorio:

Danke für deine ehrliche Antwort.

Ich brauch nicht darüber nachzudenken. Ich weiß es schon. Irgendwie ist fast jedes "Ich liebe dich" eher eine Floskel als wahres Gefühl. Es tut mir in der Seele weh, das es so ist und ich wünschte, ich könnte es ändern. Aber dazwischen gibt es auch andere Momente, leider selten, aber sie sind da. Momente, in denen ich weiß, dass er es ist, Momente, in denen unsere Beziehung auf die Probe gestellt wird, Momente, die mich an den Anfang unserer Beziehung erinnern. Ob er sich verändert hat, weiß nicht, glaube ich aber nicht. Die Beziehung an sich ist auch eher unverändert. Bei mir hingegen bin ich mir sicher, dass ich mich verändert habe. Auch wenn's jetzt vielleicht blöd klingt, aber aufgrund vieler Probleme in der Vergangenheit war das notwendig und ich glaube auch, dass ich mich zum Positiven verändert habe. Nur eine Änderung zieht oft weitere nach sich und es ist wahrscheinlich vermessen zu glauben, das alles beim Alten bleibt, wenn ich auf der anderen Seite mein Leben ändern möchte. Glaub mir, mir geht es nicht gut bei dem Gedanken. Es ist nichts passiert und ich weiß auc nicht, ob irgendwann etwas passiert, aber mein schlechtes Gewissen frisst mich jetzt schon auf. Klar könnte einiges besser sein, aber eigentlich sollte ich froh über meine Beziehung sein. In der Theorie passt das alles und ich hasse mich selbst für dafür, das ich solche Seiten an den Tag lege. In der Praxis kann man aber nicht immer alles kontrollieren und Gefühle erst recht nicht. Nichts liegt mir ferner als meinem Freund weh zu tun oder ihn zu verarschen und wenn mir die vielen Jahre egal wären, würd ich nicht drüber nachdenken, sondern würde gehen. Es ist aber nicht so, mir ist es nicht egal und ich weiß, das man das man so eine lange Beziehung nicht einfach wegwirft, noch dazu für etwas ungewisses… aber all das ändert nichts, sondern verstärkt das Chaos in meinem Kopf nur noch mehr.

PS: Der Kommentar fiel unter Alkoholeinfluss, das ist richtig. Ich war jedoch nüchtern… das schließt Fehlinterpretationen nicht aus, aber mein Bauchgefühl und sein darauffolgendes Verhalten sind passen irgendwie nicht zu dem sonstigen Verhalten in der Freundschaft.

@Laia:

Auch wenn es keinem von uns beiden weiterhilft, so ist es doch irgendwie gut zu wissen, das man mit seinen Problemen nicht allein dasteht. Deine Wortwahl ist meiner sehr ähnlich, wenn du über deine Freundschaft schreibst. Wenn man nur wüsste, wie man es richtig macht. Bei mir ist da ja noch meine Beziehung, die unklarer nicht sein könnte. Im Gegenteil dazu steht die Freundschaft, die sich nicht schöner anfühlen könnte. Ich genieße momentan einfach nur die Zeit, die ich mit meinem besten Freund hab und versuche dieses Kribbeln im Bauch auszublenden. Aber dann… dann kommen immer wieder Situationen, die es früher in der Form zwischen uns nie gab. Er ist recht schüchtern und hat mir immer gesagt, dass er auf "Zeichen" von Frauen wartet, bevor er den ersten Schritt tun könnte. Nun bin ich auch nicht gerade die, die sich in irgendwas verrennen will, sondern warte auch auf "Zeichen"… Wie gesagt, vielleicht ist alles Einbildung, aber es fühlt sich so verdammt real an. Irgendwie, als ob man zurück ins Teeniealter geschickt wird, Spannung in der Luft, unklare verstohlene Blicke, zweideutige Aussagen und Verhalten,…man man und ich dachte, aus dem Alter wäre ich raus :-)

Irgendwie hat die Situation, die du da beschreibst schon so eine gewisse Ähnlichkeit. Und wie du, war ich genau so überrascht und total perplex, nur das ich ihm noch gegenüberstand. Er schien im selben Moment gemerkt zu haben, was er da gesagt hat und wahrscheinlich hat sich dann bei ihm auch der Kopf wieder eingeschaltet und erstmal auf die Bremse getreten. Bei dir scheint die Situation noch ein Stück klarer zu sein. Du weißt zumindest schon mal woran du wirklich bist und nun ist es "nur" noch an dir, was du daraus machst. Ich weiß, das klingt verdammt einfach, aber ist so unheimlich schwer.

Wenn ich daran denke, was ich alles zusammen mit meinem besten Freund durch hab, wie er mich immer wieder aufgebaut hat, was er alles von mir weiß und mich trotz allem nie im Stich gelassen hat… dann kann ich mich einfach nicht Knall auf Fall für eine offene "Diskussion" entscheiden. Es steht viel zu viel auf dem Spiel. Diese Freundschaft ist einfach unbezahlbar…

Ja, auf die Idee bin ich auch schon gekommen. Meine allererste Reaktion war "wir müssen reden"… aber das hab ich mir dann doch erstmal verkniffen und hab das nächste gemeinsame Wochenende abgewartet. Es fiel kein Spruch mehr, aber dennoch war es eigenartig, als wir so nebeneinander gesessen habe… so als ob wir beide auf etwas warten. Und auch das Wochenende darauf und dazwischen und das nächste … immer diese Uneindeutigkeiten… hmm…

Was kann passieren? Ich mach den ersten Schritt und hab alles falsch interpretiert --> daran möchte ich gar nicht denken. Ich mache den ersten Schritt und wir sind auf einer "Wellenlänge" --> auch dann wüsste ich nicht, wie es weitergehen sollte. Er macht den ersten Schritt --> davon abgesehen,d as ich daran nicht glaube, wären wir dann am gleichen Punkt wie bei Alternative 2. Und egal, welche dieser Möglichkeiten eintritt, die Freundschaft ist in jedem Fall gefährdet :-( Irgendwie verfahren... Ich wünschte ich wäre in der Lage mich einfach zu entscheiden, mit allen Konsequenzen, die daraus folgen mögen… aber leider fehlt mir der Mut. Bleibt wohl nur weitermachen wie bisher, Gefühle verdrängen, Gedanken wegschieben… aber geht das? Und wäre das fair? Ihm gegenüber? Mir selbst gegenüber? Und nicht zuletzt meinem Freund gegenüber? Aber ja, du hast recht… es wird mir keine Ruhe lassen. Aber die Sprüche und "Flirtereien" sind schon an der Tagesordnung. Zumindest von meiner Seite her… und gefühlt auch von seiner. Aber wie geht's weiter?

Ich drück dir auf alle Fälle ganz fest die Daumen, dass du für dich einen geeigneten Weg findest. Würd mich freuen, wenn du mich auf dem laufenden hältst, wie es sich bei dir entwickelt. :-)

VG

~just~dreaming~

#5
Hey Du

Da bin ich noch einmal. Ja, ich glaube auch, dass man unsere beiden "Beziehungen" relativ gut miteinander vergleichen kann. Ich kann mit meinem guten Freund echt über alles quatschen, wir sind total auf einer Wellenlänge, was fast alle Themen angeht. Wir finden die gleichen Leute aus den gleichen Gründen nett oder dann eben auch nicht, wir lachen über den gleichen Mist, wir haben eigentlich immer Spass und uns wird auch zu zweit nie langweilig. Im Gegenteil: Manchmal wären wir fast froh, wenn "die anderen" sich dann irgendwann verdrücken würden. Worüber wir aber nie reden, ist seine Beziehung. Dummerweise sind wir uns vor zweieinhalb Jahren einmal etwas zu nahe gekommen - danach war ich total am Ende. Darauf hin habe ich mich eben zurückgezogen. Es war schwer, die Freundschaft wieder so hinzubekommen, aber wir haben es geschafft. Und nun? Nein, ich glaube nicht, dass es nur an mir liegt. Soweit ich informiert bin, hat er seine Freundin noch. Mein schlimmster Gedanke ist, dass ihm unsere Freundschaft nicht so viel bedeutet wie mir, und er für ein bisschen Spass oder meinetwegen auch Nähe und Zärtlichkeit alles auf's Spiel setzen würde. Ich habe keine Lust auf die Lückenbüsser-Nummer oder die Affäre auf Platz 2. Dafür mag ich ihn und unsere gemeinsame Zeit viel zu sehr. Aber er vielleicht nicht??...das gibt mir zu denken und macht mich traurig. Andererseits kann ich mir das irgendwie auch nicht vorstellen. Wann immer ich ihn gefragt habe, ob wir was zusammen machen, hat er sofort "ja" gesagt. Wann immer bei uns im Büro ein Anlass stattgefunden hat und ich ihn als ehemaligen Mitarbeiter eingeladen habe, ist er vorbei gekommen. Meinetwegen. Er hat selber am letzten Freitag gesagt, dass er nun wohl auch keinen Grund mehr hat, für seine regelmässigen Besuche, wo ich doch nun auch weg bin. Ich weiss nicht, ob ihn tatsächlich die Angst ein bisschen gepackt hat, als ich gesagt habe, dass ich in Zukunft nur noch selten in der Gegend sein werde. Ich ziehe weg. Er fragte dann sofort, ob ich ihn denn einmal dahin einladen würde. Ja natürlich werde ich das tun, aber hat ihn diese angekündigte Veränderung tatsächlich irgendwie geschockt?! Keine Ahnung. Er hat noch nie solche Anspielungen gemacht, wie Freitagnacht per SMS. Ich verstehe es echt irgendwie nicht. Ist da von seiner Seite her vielleicht doch mehr??...oder bleibe ich danach (wonach auch immer) wieder alleine und heulend zurück. Die Freundschaft wäre dann erstmal kabutt. Nicht zwingend für immer, aber weiss, wie lange ich brauchen würde, um mich wieder normal mit ihm treffen zu können. Das Kribbeln ist jedesmal da, wenn ich ihn sehe. Aber er war tabu - war?! Ich freue mich riesig auf unser Treffen am kommenden Freitag - er hat eine Verabredung mit einem Kumpel abgesagt, um sich mit mir treffen zu können, als "Wiedergutmachung" für den letzten Freitag, hat er gesagt - aber ich habe auch Angst. Kann ich ihm widerstehen?? So wie ich mich kenne: Nein. Will ich ihm widerstehen? Eigentlich ja nicht, aber ich will nicht alles verlieren. Werde ich endtäuscht sein, wenn da am Freitag gar nichts mehr ist oder wenn er die Verabredung gar noch platzen lässt? Ja ja ja ja...ganz sicher. Sch...

Okay, meine Grundvoraussetzung ist eine ganz andere, als Deine. Ich habe keine feste Beziehung, aber eigentlich habe ich mein Herz gerade verschenkt. Es ist zwar auch da irgendwie hoffnungslos, aber trotzdem. Will und kann ich das überhaupt aufgeben, was sich da die letzten drei Wochen entwickelt hat? Wenn das Ganze endet, wie es bei mir normalerweise endet, steh ich spätestens in einem Monat mutterseelenalleine da, der Liebeskummer ist noch grösser als er jetzt schon ist und ich habe mindestens eine, wenn nicht gar zwei meiner besten Freunde verloren. Ich habe echt Angst...

Was kann ich Dir noch raten - schwierige Sache. Ich bleibe dabei: Finde heraus, was er damit gemeint hat. Deine momentane Beziehung scheint nicht jene für die Ewigkeit zu sein, so hört es sich zumindest an. Ich habe keine Ahnung, wie es ist, wenn man so lange mit jemandem zusammen war. Aber ich stelle es mir sehr schwierig vor, sich ein Leben ohne denjenigen Menschen auszumalen. Trotzdem: Sei ehrlich zu Dir selber und sei ehrlich zu Deinem jetzigen Freund! Da ist etwas, was nicht einfach wegzudiskutieren ist!! Riskiere es! Das bist Du wahrscheinlich Dir selber schuldig, oder nicht?! Wenn Du es nicht tust, wirst Du Dir vielleicht ewig reuig sein...

Viel Glück und Kraft, Laia

#6
...heute Morgen hat mein guter Freund unser Treffen für Freitag abgesagt. Seine Begründung klingt sehr plausibel und eigentlich bin ich mir sogar sicher, dass sie stimmt. Und trotzdem tut es weh... Aber vielleicht ist auch einfach besser so! Echt bescheuert, dass mir das jetzt weh tut!!...

#7
Hey…

ich glaub, ich muss mich erstmal entschuldigen. Bin zur Zeit total unkonzentriert und total verwirrt. Muss wohl überlesen haben, dass dein bester Freund in einer Fernbeziehung steckt. Damit hast du natürlich recht und die Sache ist auch alles andere als klar. Kann dich auch gut verstehen, das du Angst davor hast zum Lückenbüßer zu werden, weil ihm die Freundschaft unter Umständen nicht ganz so viel wert ist, wie dir. Geht mir auch irgendwie ähnlich. Wie ich unsere Freundschaft sehe, weiß er. Ob er es genau so wichtig sieht, weiß ich leider nicht. Von ihm kommt wirklich viel, mehr als ich mir je zuvor aus einer Freundschaft erträumt hätte, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich für ihn nicht "austauschbar" bin. Einfach nur EINE Freundin… Habs schon mal versucht rauszufinden. Fehlanzeige, auf solche Gespräche lässt er sich nicht ein. Also nehm ich das, was ich kriegen kann… vor einem ziemlich unsicherem Hintergrund. Und dennoch ist es einfach nur toll!

Ich kann nicht sagen, das meine Beziehung schlecht ist. Wahrscheinlich seh ich an meinem besten Freund nur, dass es auch bei alltäglichen Dingen andere Herangehensweisen gibt. Und wenn ich mir unsere Freundschaft so betrachte, seh ich da sehr vieles sehr positiv und dann fallen im gleichen Atemzug in der Beziehung einige Dinge irgendwie negativ auf. Ist ja dann doch so, dann man sich manchmal nach den Dingen sehnt, die man nicht hat. Ich wüsste nicht mal, ob ich mir mit meinem besten Freund eine Beziehung vorstellen könnte oder ob da andere Sachen nicht passen würden. Ich will da aber auch momentan gar nicht drüber nachdenken. Wenn ich einmal anfange zu grübeln, krieg ich das so schnell nicht wieder abgestellt ;-)

Ein weiteres ganz großes Problem von mir ist, dass ich Menschen nicht wehtun kann und es auch nicht will. Umso wichtiger mir die Menschen sind, umso weniger geht das. Ist zwar total widersinnig, aber egal um was es geht, ich entscheide mich dann lieber in den sauren Apfel zu beißen, als das ich irgendjemandem wehtue. Und wenn das für mich "emotionales Leiden" bedeutet, dann tut mir das sehr weh, aber Hauptsache den anderen geht es gut. Also so oder so, ob nun aus diesem Antrieb heraus, aus der langen Beziehung heraus oder woraus auch immer, sollte es mir sehr schwer fallen mit meinem Freund Klartext zu reden.

Problematisch wird die Sache dann, wenn egal wie man sich entscheidet jemandem "wehgetan" wird… Oje… warum mach ich mir eigentlich das Leben selber schwerer als es eigentlich ist.

Irgendwie sollte ich einfach die Freundschaft genießen… wenn man nur wüsste, was die Gegenseite denkt… diese Ungewissheit macht mich verrückt…

Vielleicht wäre alles viel einfacher, wenn man das "Interpretieren" von Worten und Taten einfach abstellen könnte, nichts dabei denken…. aber gibt's da ein Hausmittel ;-) ? Etwas, was einen nicht ständig grübeln lässt, wie das nun gemeint war?

Ihr seid euch schon mal etwas "zu nahe" gekommen? Und habt aber trotzdem die Freundschaft irgendwie gerettet gekriegt? Davor hab ich auch ziemliche Angst, das ich am Schluss ohne alles dastehe… ohne Beziehung, ohne Freundschaft. Wie habt ihr das hingekriegt? Oder wurden da auch einfach Gefühle runtergeschluckt und so getan, als ob nie etwas passiert wäre?

Dein Umzug scheint beschlossene Sache zu sein. Bin mal gespannt, wie sich deine Freundschaft entwickelt und wie er damit umgeht. Ich hab auch schon manchmal überlegt den Kontakt zumindest ein bisschen zu reduzieren… aber ich schaff es nicht, weil es sich doch so gut anfühlt. Vielleicht tut euch ja eine "Zwangspause" ganz gut? Auf der anderen Seite wofür? Um die Freundschaft zu stabilisieren? Oder um zu merken, dass da doch mehr ist? Ich drück dir die Daumen, dass du für dich rausfindest, wie es um euch steht. Und das ihr auch beide das gleiche füreinander empfindet, alles andere ist wahrscheinlich sehr schwierig.

Autsch… ich weiß… es sollte nicht stören, aber irgendwie tut es das doch. Er sagt ab und auch wenn es plausibel, vielleicht sogar wichtig ist, tut es trotzdem weh. Ich schätze du wirst Freitag an ihn denken, aber versuch dir nichts desto trotz einen schönen Abend zu machen. Geh weg. Hab Spaß. Und versuch dir selbst zu zeigen, dass du auch ohne ihn gut drauf sein kannst… (ich weiß, dass das viel viel leichter gesagt als getan ist)… Übrigens… ohne dir zu viel Hoffnung machen zu wollen, aber die Erfahrung hat mir gezeigt, das "Termine" erst aufgegeben werden sollten, wenn sie vorbei sind. Kam bei mir schon öfter vor, dass es dann doch hieß "ich hab bissel Zeit, wollen wir nicht doch noch was machen, falls du noch nichts anderes vor hast". ;-)

Viele Grüße und viel Glück

~just~dreaming~

#8
Guten Morgen

Tja, bei mir hat sich schon wieder alles verändert. Das Treffen mit meinem guten Freund ist auf Montag verschoben worden - wir haben gestern Abend noch telefoniert. Ich konnte überhaupt nicht einschätzen, wie er nun zu der Sache steht. Aber er wollte dieses Treffen auch unbedingt...also, dann machen wir das doch. Ich will ihn als Freund nicht verlieren, niemals.

Wie wir das damals hingekriegt haben: Wie gesagt, ich habe mich zurückgezogen. Es durfte nicht sein und er wollte nicht. Wir sprechen viel über diesen Abend, sobald wir aber zu jener Stelle kommen, wo wir beide die Grenze überschritten haben, verläuft sich das Gespräch. Er hat mir kurz danach gesagt, dass er das nicht könne und wolle. Dass er eine Freundin habe und ihr gegenüber jetzt auch dementsprechend ein schlechtes Gewissen. Das wars. Ich habe ihn ein halbes Jahr nicht mehr gesehen. Danach habe ich mich bei ihm gemeldet und ein Treffen nach der Arbeit vorgeschlagen. Er hat zugesagt. Ich war wahnsinnig nervös und anfangs war es auch irgendwie komisch. Aber wir haben über alles andere gesprochen. Die Zeit ist wie im Flug vergangen. Von da an haben wir uns immer wieder getroffen und einfach geredet und Spass gehabt. Das Kribbeln in meinem Bauch war immer da und ich glaube, dass er das auch weiss. Jedesmal wenn wir uns verabschieden gibt es mir einen kleinen Stich ins Herz...aber das habe ich immer gerne in Kauf genommen. Die zwei drei SMSn nach unseren Treffen waren auch immer normal. Ich habe nie wieder weiter überlegt. Er war tabu. Wir haben kaum jemals über seine Beziehung gesprochen, ich glaube er weiss, dass ich darüber nicht reden kann und will mit ihm.

Aber wir sind echt wie Pech und Schwefel. Bei Anlässen sind wir beide immer beisammen, wir verstehen uns blind und wir wurden auch schon oft gefragt, ob wir denn zusammen wären. Es sieht wohl von aussen alles sehr vertraut aus.

Und nu?! Ich habe im Moment eigentlich echt andere Probleme. Aber ich krieg den Gedanken nicht mehr ganz aus meinem Kopf raus...

Und dir lässt das Ganze auch keine Ruhe. Hast Du denn jetzt schon einmal etwas wirklich offensives unternommen um der Sache auf die Spur zu kommen?

Liebe Grüsse, Laia

#9
Liebe Just Dreaming,

was mir sehr stark auffällt, wenn ich deine Beiträge lese ist, dass du dich hauptsächlich mit deinem besten Freund beschäftigst, der geht dir den ganzen Tag wohl nicht so recht aus dem Kopf - und dein Partner?

Wo steht der in deinen Gedanken und Gefühlen?

Wie willst du dein Leben weiter gestalten?

Zusammen bleiben? oder: deinen eigenen Weg alleine und neu gestalten?

Ich habe nicht den Eindruck, dass eure Beziehung noch eine Chance hat!

Und ich würde dir dringend raten erst einmal mit deiner Beziehung aufzuräumen - mit deinem Partner reden, ich kann kaum glauben dass er zufrieden ist so wie du eure Situation schilderst.

Du suchst bei deinem besten Freund die Schmetterlinge und die Aufregung die dir dein Partner nicht mehr bieten kann - auf Dauer wirst du aber eine Entscheidung treffen müssen.

Lg,

Wirbelwindchen

bearbeitet #10
Hallo Laia…

wow und ich dachte meine Gefühle fahren Achterbahn, aber umso mehr ich von dir erfahre, umso mehr glaub ich, dass es bei dir noch viel heftiger sein muss. Ich wünsch dir alles Gute für Montag…

Offensiv? Hmm… irgendwie ja, aber gleichzeitig wohl so indirekt, dass es auch nichts bringt. Hab versucht die Situation "zu rekonstruieren" und es wurde auch wieder schöne Abende daraus… so ein Spruch fiel nie wieder, aber ich hab trotzdem das Gefühl (oder ich bilde es mir ein), das es da irgendwie knistert… Offensiv und direkt vorgehen? Ich kann es einfach nicht. Ich hab zu viel Angst das Falsche zu tun, Angst alles kaputt zu machen, Angst ihn zu verlieren.

Von seiner Seite kommt aber auch nichts oder zumindest nicht viel… also eigentlich kommt da jede Menge rüber, aber nicht was auch nur im geringsten Klarheit verschaffen würde…

Mir werden langsam einige Sachen bewusst. Auch wenn nichts passiert, so mute ich meinem Freund schon recht viel zu. Er nimmt das alles hin, obwohl ich ständig Kontakt zu meinem besten Freund hab, telefoniere oder ihn treffe. Vielleicht hat mein Freund Angst mich zu verlieren, wenn er es nicht "duldet", aber irgendwie könnt ich ihn verstehen… Fühl mich deswegen echt mies. Das hat er nicht verdient. Und auch wenn es vielleicht am Anfang anders klang, aber wir haben auch schöne Zeiten und ich weiß, was ich an ihm hab… (aber leider auch, was mir an ihm fehlt)...

Auf der anderen Seite merk ich immer deutlicher, wie wichtig mir diese Freundschaft ist und das ich sie einfach nicht aufs Spiel setzen will. Diese riesengroße, nahezu unbeschreibliche Angst, die da in mir ist…

Also warum noch lange nachdenken, wenn ich beides nicht verlieren will, bleibt nur alles so zu lassen und zu hoffen, dass es gut geht… dieses hin und her macht mich wahnsinnig. Mein Kopf gibt klare Anweisungen… aber wenn ich ihn dann Wiedersehen, geht die Achterbahnfahrt von vorn los…

Wir haben uns heut schon gesehen… und wo ich mir vorher noch sicher war, dass ich versuche alles wieder auf die freundschaftliche Schiene zu schieben, so war im Gespräch jeder gute Vorsatz wieder vergessen. Es fühlt sich einfach toll an, wir liegen auf einer Wellenlänge, können uns gut unterhalten, haben Spaß, können die Zeit miteinander genießen (selbst wenn wir uns vielleicht schweigend gegenübersitzen)… was passiert hier? Alles weg… Kopf nur noch im StandBy, alle Vorsätze weg und dabei war ich mir so sicher nichts riskieren zu wollen…

Liebe Grüße

~just~dreaming~

Hallo wirbelwindchen...

Hab deine Nachricht gerade erst gelesen. Vielen Dank für deine Meinung. Ich glaube ein Teil der Antwort ist auch schon in der Antwort an Laia enthalten. Ich kann es voll und ganz nachvollziehen, wie mein Verhalten nach außen hin wirken muss. Mich plagt ein extrem schlechtes Gewissen meinem Freund gegenüber, auch wenn "nichts" passiert, so ist es doch ziemlich hart für ihn. Er hat eigentlich was besseres verdient und ich wünschte ich könnte ihm das mit ganzem Herzen geben...

Du hast recht, früher oder später werd ich mich entscheiden müssen... und eigentlich wäre es nur fair es bald zu tun, aber für mich ist das leider alles andere als klar und einfach. Wahrschienlich ist es das nicht wert, Beziehung und Freundschaft wegen irgendwas aufs Spiel zu setzen... und dann auch noch wegen etwas so ungewissem. Wie bereits geschrieben, eigentlich will ich zurück auf diese Freundschaft, aber es ist irgendwie keine Kopfentscheidung... (zumal ich selbst mit der Freundschaft meinem Freund sehr viel zumute, aber wahre Freunde haben bei mir immer einen sehr hohen Stellenwert und das muss er irgendwie akzeptieren).

Tja, was soll ich sagen... wahrscheinlich wirke ich wie das Monster schlechthin. Ich kann nur sagen, dass ich mich selbst auch ziemlich mies bei der ganzen Sache fühle, mir selbst gegenüber, meinem besten Freund gegenüber und selbstverständlich auch meinem Freund gegenüber...

Liebe Grüße

~just~dreaming~

#11
Mich würde interessieren was du mit deiner Beziehung anstellen würdest, wenn es deinen besten Freund nicht geben würde... Wärst du dann auch unzufrieden? oder würdest du einfach die Situation als gegeben hinnehmen und dein Leben mit diesem Partner weiterführen?

Was fehlt denn in eurer Beziehung?

Es hat doch wenig Sinn sich zu wünschen wieder auf eine normale Freundschaft mit deinem besten Freund hinzukommen, wenn doch dennoch eure Beziehung unter der Fassade bröckelt.

Du hast zwei Baustellen in deiner Gefühlswelt und du solltst beide angehen, dringenst vor allem deine Beziehung. Du bist darin offensichtlich nicht mehr glücklich: sprich mit ihm oder wenn deine Gefühle ohnehin schon nur mehr aus der Gewohnheit ihre Nahrung beziehen, dann beende dies, so hart es nach dieser langen Zeit auch sein wird.

Lg,

Wirbelwindchen

#12
Hey wirbelwindchen,

guter und vor allem berechtigter Kommentar.

Ich bin schon lange unzufrieden mit vielen Dingen. Hauptsächlich aber mit meinem Leben und mit mir selbst, aber durchaus auch mit meiner Beziehung. Ich hab mich angefangen zu verändern und fühl mich das erste Mal wirklich einigermaßen wohl in meiner Haut. Klar sind da noch viele Dinge, an denen es zu arbeiten gilt, aber ein Anfang ist gemacht. Ich glaube, damit kommt mein Freund nicht so richtig klar… ich bin halt nicht mehr die, die ohne Rücksicht auf sich selbst alles für andere macht… und irgendwie hat das auch dazu geführt, dass mir die Schwachstellen unserer Beziehung immer deutlicher wurden. An einer guten Kommunikation scheitert es vollkommen. Früher war mir das egal, heute seh ich ein, dass es eigentlich das A und O einer Beziehung sein sollte. Hinzu kommen aber auch noch jede Menge Kleinigkeiten. Eigentlich hat es mich schon (fast) immer gestört, aber ich bin erst jetzt soweit auch mal meinen Mund aufzumachen und meine Meinung zu äußern. Man könnte dran arbeiten… aber jedes Mal, wenn ich versuche irgendwas anzusprechen kommt nur ein "du willst mich verlassen" als Antwort und dann setzt das schlechte Gewissen ein, ich brech die Diskussion ab und alles ist wie immer. Tja, irgendwie nicht die beste Basis… aber die, auf der es über 9 Jahre mal mehr mal weniger gut funktioniert hat.

Mein bester Freund hat auch schon mehrfach versucht meine Beziehung zu kitten. Hat mich teilweise sogar unter Druck gesetzt, damit ich nicht aufgebe sondern weiter versuche zu retten, was noch zu retten ist. Schon irgendwie komisch, wenn ich das Ganze vom jetzigen Standpunkt aus betrachte.

Irgendwie fällt es mir schwer den Dingen, die mir fehlen Namen zu geben. Das Gesamtpaket wackelt ziemlich bedrohlich. Gewohnheit ist dabei aber sicher auch ein großes Thema.

Auf der anderen Seite weiß ich, dass es schon mehr als einmal der Fall war, das ich für diese Beziehung gekämpft hab, wenn es wirklich hart auf hart kam. Vielleicht merkt man wirklich immer erst dann was man im Begriff ist zu verlieren, wenn es schon fast zu spät ist.

Um deine Frage zu beantworten… ja, ich denke diese Baustelle wäre auch ohne meinen besten Freund akut. Und wahrscheinlich würde ich es genauso hinnehmen, wie ich es jetzt auch tue, hinnehmen mit dem gelegentlichem Versuch etwas zu ändern.

Und um jetzt den Bogen zu spannen. Mein bester Freund gibt mir halt das was mir in der Beziehung fehlt, Spaß, Verständnis, alltägliche Sachen… ich denke auch, dass das keine schlechte Basis für eine Freundschaft ist, aber es sollte auch irgendwo Teil der Beziehung sein. Somit ist das momentan so eine Art Konsens mit mir selbst… sicher kein Dauerzustand, aber ok. Dieses Kribbeln muss weg. Das darf da nicht sein, dann wäre doch alles einigermaßen in Ordnung. Ich versuch ja schon es zu unterdrücken, aber es holt mich ein, verwirrt mich. Ich weiß, dass der Tag kommen wird, an dem mein bester Freund eine Frau findet, mit der zusammen sein will. Ich werd wahrscheinlich ersmtal in ein Loch fallen, aber vielleicht wäre es auch für die ganze Situation die beste Lösung. Die Freundschaft hätte eine "normale" Distanz, auch wenns weh tut und dann könnt ich auch mit meinem Freund "neu" beginnen ohne jedesmal den Vergleich zu ziehen, wie es sein könnte (z.B. wie gut man sich mit anderen unterhalten kann).

Falls das jetzt alles total durcheinander wirk, dann ist das, weil ich selber nicht weiß, wo mein Standpunkt momentan ist. Ich versuche echt dauerhaft an einer Entscheidung zu arbeiten, wie es bei beiden Baustellen weitergehen soll… aber je nach Kontakthäufigkeit und Situation (bei beiden) wankt meine Meinung ständig hin und her…

Liebe Grüße

~just~dreaming~

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