Gefühlschaos (Trennung nach 9 Jahren)
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MC_5800Themenstart
Hallo zusammen!
Vor 5 Wochen hat meine "Freundin" mit mir Schluss gemacht. Die Anführungszeichen deshalb, weil sie dann doch viel mehr war, als nur eine Freundin.
Wir waren über 9 Jahre zusammen. Als ich Sie kennengelernt habe hat sie gerade ihr Abitur geschrieben, kaum war das bestanden wurden wir ein Paar - während ihrer Ausbildung haben wir eine Fernbeziehung (ca. 300 km) geführt, danach sind wir zusammen in eine kleine Wohnung in meiner Stadt gezogen und haben uns schließlich mit dem Geld, das wir uns gemeinsam gespart haben eben weil wir in einer wirklich kleinen Wohnung gewohnt haben, letztes Jahr gemeinsam eine eigene Immobilie gekauft. In all den Jahren waren wir wie Pech und Schwefel - wir haben eigentlich alles gemeinsam gemacht, unsere Beziehung war -trotz der doch argen Nähe auf gut 50 qm Wohnfläche- bis auf einige kleine Ausnahmen immer harmonisch. Wir waren uns sicher, wir haben beide den Partner für's Leben gefunden, wir wünschten uns beide Kinder, alles war nahezu perfekt.
Wenn wir dann doch mal gestritten haben ging es in der Regel um Sex - doch auch hier habe ich irgendwann akzeptiert, dass sie eben nicht so häufig in Stimmung dazu war und dass sie richtige Stimmung für sie wichtiger war, als für mich. Nachdem es mir nicht gelang, die richtige Stimmung jemals zu erzeugen mich hier angepasst und eben auf die Momente gewartet. Betrogen habe ich sie nie, einmal, vor gut 4 1/2 Jahren war ich nah dran, jedoch habe ich mich da rechtzeitig besonnen. Nachdem nichts passiert ist, habe ich nie jemandem davon erzählt.
Obwohl wir uns in meiner Heimatstadt befanden, habe ich den Kontakt zu vielen meiner Freunde eher abbrechen lassen. Nur mit wenigen gehe ich heute noch regelmäßig mal ein Bierchen trinken. Mein Freundeskreis wich also einem kleinen, aber erlesenen Freundeskreis den wir uns gemeinsam aufgebaut hatten.
Vor gut 1 1/2 Jahren sind wir also in unsere Immobilie gezogen, aus der kuschligen, manchmal fast erdrückenden Nähe unserer 2-Zimmer-Wohnung wurde ein kleines Haus mit Garten, Terrasse und entsprechenden Möglichkeiten für Entfaltung oder auch mal Rückzug für den Einzelnen.
Dies die Kurzfassung der Geschichte meiner Beziehung. Am 16. Oktober stand sie verheult in meiner Tür, sie müsse mit mir reden.
Der Fairness halber, auch die Trennungsgeschichte nur in der Kurzfassung: Sie wolle keine Kinder (wobei nicht klar ist, ob generell oder nur mit mir nicht), sie glaube wir wären eher gute Freunde als ein Paar, sie könne derzeit auch nicht an der Beziehung arbeiten, sie bräuchte Distanz und möchte ausziehen.
Das Ganze traf mich wie ein Hammerschlag.
Seitdem sind einige Wochen in‘s Land gezogen. Einige Tränen sind vergossen, jedoch, die anfängliche Verzweiflung ist mittlerweile der Wut gewichen und von der einstigen Liebe zwischen uns ist auch meinerseits nicht mehr viel übrig . Ausgezogen ist sie (noch) nicht, allerdings kann ich‘s mittlerweile kaum mehr erwarten. Wir wohnen immer noch beide in unserem gemeinsamen Haus. Ich werde es wohl allein behalten, ihr Auszug ist für 11. Dezember geplant.
Mittlerweile tut es auch fast nicht mehr weh, sie jeden Tag zu sehen. Sie hat sich in den letzten Wochen so viele Dinge herausgenommen, Dinge, die ich nie für möglich gehalten hätte. Ich war kurz davor, die Schlösser auswechseln zu lassen - da hätte sie sonstwo pennen können. Vielleicht hätte ich das tun sollen, vielleicht bin ich einfach zu gutmütig.
Auf jeden Fall ist es so, dass ich mit der Beziehung mittlerweile abgeschlossen habe, mir ist klar, dass die Beziehung nicht mehr zu retten ist, ich weiss nichtmal genau warum, aber ich weiss es einfach: Das war‘s!
Großen Rückhalt habe ich zum Glück bei meiner Familie gefunden. Und bei Menschen, von denen ich es nicht erwartet hätte: Ich habe meinem gesamten Adressbuch eine eMail geschrieben. Jedem eine persönliche natürlich und selbstverständlich habe ich nicht reingeschrieben, wie es in mir aussieht. Dass ich da ein recht großes Risiko eingegangen bin, das wurde mir erst hinterher bewusst. Es waren Leute dabei, ich hätte mich nicht beschweren können, wenn zurückgekommen wäre „Hey schau an, wer meldet sich denn da... weisst Du was? Du kannst mich mal, lass mich in Ruhe!“ was mich sicherlich noch weiter runtergezogen hätte. Im Nachhinein ist es wirklich überraschend, wie viele gute, aufbauende Gespräche ich seither mit alten Freunden geführt habe.
Natürlich war auch die eMailadresse von der Frau im Adressbuch, mit der ich meine jetzige Ex vor 4 Jahren beinah betrogen hätte. Ich muss dazusagen, diese Frau war meine allererste Freundin. Das ist mittlerweile gut 15 Jahre her und wir waren beide ja eigentlich noch Kinder.
Ich habe sie seitdem mehrmals via Skype gesprochen. Sie hat mich spontan für nächstes Wochenende eingeladen, zu ihr zu kommen, sie wohnt mittlerweile nicht mehr hier. Dieses Wochenende war sie in der Stadt, wir waren Samstag beim Essen, im Kino, danach noch auf ein Glas Rotwein. Ein wirklich schöner Abend.
Tja... und nun... jetzt bin ich völlig durcheinander.
Ich mein, ich hab‘ den Abend wirklich genossen. Es war wirklich toll. Wir haben den ganzen Abend geredet, im Kino hat sie sich mehrfach an mich gelehnt und umarmt haben wir uns auch - auch wenn ich insgesamt eher reserviert war. Natürlich habe ich ihre Einladung für das nächste Wochenende angenommen.
Trotzdem: Es fühlt sich irgendwie nicht richtig an. Ich habe furchtbare Angst, sie zu verletzen. Ich meine, ich bin mir über meine Gefühle ihr gegenüber überhaupt nicht im klaren, möchte ich mich in so ein Abenteuer oder gar in eine neue Beziehung stürzen? Ich weiss es nicht! Wir hatten uns 10 Jahre nicht gesehen, dann ein kurzer Kontakt, mehrmals telefoniert, dann landen wir beinah im Bett... dann 5 Jahre Funkstille und trotzdem ist sofort ist diese alte Vertrautheit wieder da - und die auch auf körperlicher Ebene- gibt es da noch viel worüber man nachdenken muss? Oder bilde ich mir das alles etwa nur ein? Hat sie das „Is endlich Schluss?!“ auf die erstbeste Andeutung meinerseits wirklich gesagt und am Ende auch noch ernst gemeint?
Ich habe in diesem Forum schon so viele gute Ratschläge und Hilfen, aufmunternde Worte gelesen... hat jemand einen Tipp für mich? Was soll ich tun?
Soll ich ihre Einladung ausschlagen um mir erstmal über mich selber klar zu werden? Oder ist es dafür jetzt schon zu spät? Kann ich das riskieren, dass doch was passiert (es gehören ja immer zwei dazu, also schuld bin ich ja nie alleine) und ich ihr früher oder später vielleicht wehtun muss? Kann man sich so kurz nach einer so langen Beziehung in eine „alte Freundin“ verlieben? Oder bildet man sich sowas dann doch nur ein?
Ich danke im Voraus für jeden noch so kleinen Ratschlag und auch für‘s lesen, is doch bissl länger geworden, als ich dachte.
Gruß,
mc
Vor 5 Wochen hat meine "Freundin" mit mir Schluss gemacht. Die Anführungszeichen deshalb, weil sie dann doch viel mehr war, als nur eine Freundin.
Wir waren über 9 Jahre zusammen. Als ich Sie kennengelernt habe hat sie gerade ihr Abitur geschrieben, kaum war das bestanden wurden wir ein Paar - während ihrer Ausbildung haben wir eine Fernbeziehung (ca. 300 km) geführt, danach sind wir zusammen in eine kleine Wohnung in meiner Stadt gezogen und haben uns schließlich mit dem Geld, das wir uns gemeinsam gespart haben eben weil wir in einer wirklich kleinen Wohnung gewohnt haben, letztes Jahr gemeinsam eine eigene Immobilie gekauft. In all den Jahren waren wir wie Pech und Schwefel - wir haben eigentlich alles gemeinsam gemacht, unsere Beziehung war -trotz der doch argen Nähe auf gut 50 qm Wohnfläche- bis auf einige kleine Ausnahmen immer harmonisch. Wir waren uns sicher, wir haben beide den Partner für's Leben gefunden, wir wünschten uns beide Kinder, alles war nahezu perfekt.
Wenn wir dann doch mal gestritten haben ging es in der Regel um Sex - doch auch hier habe ich irgendwann akzeptiert, dass sie eben nicht so häufig in Stimmung dazu war und dass sie richtige Stimmung für sie wichtiger war, als für mich. Nachdem es mir nicht gelang, die richtige Stimmung jemals zu erzeugen mich hier angepasst und eben auf die Momente gewartet. Betrogen habe ich sie nie, einmal, vor gut 4 1/2 Jahren war ich nah dran, jedoch habe ich mich da rechtzeitig besonnen. Nachdem nichts passiert ist, habe ich nie jemandem davon erzählt.
Obwohl wir uns in meiner Heimatstadt befanden, habe ich den Kontakt zu vielen meiner Freunde eher abbrechen lassen. Nur mit wenigen gehe ich heute noch regelmäßig mal ein Bierchen trinken. Mein Freundeskreis wich also einem kleinen, aber erlesenen Freundeskreis den wir uns gemeinsam aufgebaut hatten.
Vor gut 1 1/2 Jahren sind wir also in unsere Immobilie gezogen, aus der kuschligen, manchmal fast erdrückenden Nähe unserer 2-Zimmer-Wohnung wurde ein kleines Haus mit Garten, Terrasse und entsprechenden Möglichkeiten für Entfaltung oder auch mal Rückzug für den Einzelnen.
Dies die Kurzfassung der Geschichte meiner Beziehung. Am 16. Oktober stand sie verheult in meiner Tür, sie müsse mit mir reden.
Der Fairness halber, auch die Trennungsgeschichte nur in der Kurzfassung: Sie wolle keine Kinder (wobei nicht klar ist, ob generell oder nur mit mir nicht), sie glaube wir wären eher gute Freunde als ein Paar, sie könne derzeit auch nicht an der Beziehung arbeiten, sie bräuchte Distanz und möchte ausziehen.
Das Ganze traf mich wie ein Hammerschlag.
Seitdem sind einige Wochen in‘s Land gezogen. Einige Tränen sind vergossen, jedoch, die anfängliche Verzweiflung ist mittlerweile der Wut gewichen und von der einstigen Liebe zwischen uns ist auch meinerseits nicht mehr viel übrig . Ausgezogen ist sie (noch) nicht, allerdings kann ich‘s mittlerweile kaum mehr erwarten. Wir wohnen immer noch beide in unserem gemeinsamen Haus. Ich werde es wohl allein behalten, ihr Auszug ist für 11. Dezember geplant.
Mittlerweile tut es auch fast nicht mehr weh, sie jeden Tag zu sehen. Sie hat sich in den letzten Wochen so viele Dinge herausgenommen, Dinge, die ich nie für möglich gehalten hätte. Ich war kurz davor, die Schlösser auswechseln zu lassen - da hätte sie sonstwo pennen können. Vielleicht hätte ich das tun sollen, vielleicht bin ich einfach zu gutmütig.
Auf jeden Fall ist es so, dass ich mit der Beziehung mittlerweile abgeschlossen habe, mir ist klar, dass die Beziehung nicht mehr zu retten ist, ich weiss nichtmal genau warum, aber ich weiss es einfach: Das war‘s!
Großen Rückhalt habe ich zum Glück bei meiner Familie gefunden. Und bei Menschen, von denen ich es nicht erwartet hätte: Ich habe meinem gesamten Adressbuch eine eMail geschrieben. Jedem eine persönliche natürlich und selbstverständlich habe ich nicht reingeschrieben, wie es in mir aussieht. Dass ich da ein recht großes Risiko eingegangen bin, das wurde mir erst hinterher bewusst. Es waren Leute dabei, ich hätte mich nicht beschweren können, wenn zurückgekommen wäre „Hey schau an, wer meldet sich denn da... weisst Du was? Du kannst mich mal, lass mich in Ruhe!“ was mich sicherlich noch weiter runtergezogen hätte. Im Nachhinein ist es wirklich überraschend, wie viele gute, aufbauende Gespräche ich seither mit alten Freunden geführt habe.
Natürlich war auch die eMailadresse von der Frau im Adressbuch, mit der ich meine jetzige Ex vor 4 Jahren beinah betrogen hätte. Ich muss dazusagen, diese Frau war meine allererste Freundin. Das ist mittlerweile gut 15 Jahre her und wir waren beide ja eigentlich noch Kinder.
Ich habe sie seitdem mehrmals via Skype gesprochen. Sie hat mich spontan für nächstes Wochenende eingeladen, zu ihr zu kommen, sie wohnt mittlerweile nicht mehr hier. Dieses Wochenende war sie in der Stadt, wir waren Samstag beim Essen, im Kino, danach noch auf ein Glas Rotwein. Ein wirklich schöner Abend.
Tja... und nun... jetzt bin ich völlig durcheinander.
Ich mein, ich hab‘ den Abend wirklich genossen. Es war wirklich toll. Wir haben den ganzen Abend geredet, im Kino hat sie sich mehrfach an mich gelehnt und umarmt haben wir uns auch - auch wenn ich insgesamt eher reserviert war. Natürlich habe ich ihre Einladung für das nächste Wochenende angenommen.
Trotzdem: Es fühlt sich irgendwie nicht richtig an. Ich habe furchtbare Angst, sie zu verletzen. Ich meine, ich bin mir über meine Gefühle ihr gegenüber überhaupt nicht im klaren, möchte ich mich in so ein Abenteuer oder gar in eine neue Beziehung stürzen? Ich weiss es nicht! Wir hatten uns 10 Jahre nicht gesehen, dann ein kurzer Kontakt, mehrmals telefoniert, dann landen wir beinah im Bett... dann 5 Jahre Funkstille und trotzdem ist sofort ist diese alte Vertrautheit wieder da - und die auch auf körperlicher Ebene- gibt es da noch viel worüber man nachdenken muss? Oder bilde ich mir das alles etwa nur ein? Hat sie das „Is endlich Schluss?!“ auf die erstbeste Andeutung meinerseits wirklich gesagt und am Ende auch noch ernst gemeint?
Ich habe in diesem Forum schon so viele gute Ratschläge und Hilfen, aufmunternde Worte gelesen... hat jemand einen Tipp für mich? Was soll ich tun?
Soll ich ihre Einladung ausschlagen um mir erstmal über mich selber klar zu werden? Oder ist es dafür jetzt schon zu spät? Kann ich das riskieren, dass doch was passiert (es gehören ja immer zwei dazu, also schuld bin ich ja nie alleine) und ich ihr früher oder später vielleicht wehtun muss? Kann man sich so kurz nach einer so langen Beziehung in eine „alte Freundin“ verlieben? Oder bildet man sich sowas dann doch nur ein?
Ich danke im Voraus für jeden noch so kleinen Ratschlag und auch für‘s lesen, is doch bissl länger geworden, als ich dachte.
Gruß,
mc
Hallo MC_5800 ... interessanter Nick ;-)
Deine Geschichte ist eigentlich meine Geschichte, nur dauerte meine doppelt so lang. Ich kann dir jetzt nur raten, dich erstmals zurückzuziehen, dh keine neue Beziehung zu beginnen. Es ist genau so, wie du beschreibst, es fühlt sich nicht echt an, wenn du eine andere Frau berührst. Und aus Fairness zu deiner Bekanntschaft von früher..., mach ihr keine unnötige Hoffnungen.
Deine Geschichte ist eigentlich meine Geschichte, nur dauerte meine doppelt so lang. Ich kann dir jetzt nur raten, dich erstmals zurückzuziehen, dh keine neue Beziehung zu beginnen. Es ist genau so, wie du beschreibst, es fühlt sich nicht echt an, wenn du eine andere Frau berührst. Und aus Fairness zu deiner Bekanntschaft von früher..., mach ihr keine unnötige Hoffnungen.
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