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Glas

0 Antworten1'013 AufrufeGestartet von Filopher ·

FilopherThemenstart
#1
Die Liebe gleicht einer dünnen Glasplatte.

Sie erweckt den Anschein, man könne sie durchschauen, man könne sie überblicken, man wüsste, welche Gefahren in ihr verborgen liegen. Doch es genügt ein kleiner, harter Stein des Schicksals, der unvorhergesehen aud das Glas trifft. Schon gerät die Welt aus den Fugen, zersplittert unwiderruflich in winzige, spitze Fragmente der Erinnerung. Sinnlos sich abzuwenden, Spiegelbilder alter Freuden lauern in jeder Ecke.

Dies ist die emotionale Grenze, die ich momentan überschritten habe. Langsam beginne ich, vereinzelte Splitter behutsam wieder aufzusammeln, ohne mich zu sehr an ihnen zu verletzen.

Gelegentlich schließe ich die Augen, weil ich nicht sehen möchte, was ich sehe, wenn die Scherben in meinen Körper schneiden, wenn das Blut meinen Arm hinunter läuft und mir die Wärme gibt, die mir die Liebe verwehrte.

Ich schließe die Augen und wandle über eine zweite Glasscheibe. Sollte diese ebenfalls zerbrechen, werde ich nie mehr über Liebeskummer schreiben müssen. Ist es das nicht wert?

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Das ist ein kleiner Text von mir, entnommen aus einem sehr schönen Kunst&Diskussionsforum auf www.der-elfenbeinturm.de.

Vielleicht sieht man sich ja mal. ;)

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