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Hilfe was geschieht mit mir...

16 Antworten1'320 AufrufeGestartet von silwar ·

silwarThemenstart
#1
Hallo liebeskummer.ch-Mitglieder, hallo offene Ohren

Ich wende mich an euch, weil ich nicht mehr weiter weiss. Ich weiss ich weiss: Standard-Floskel. Hätte nie gedacht dass es mir mal so ergehen würde. Aber mal von Anfang an - meine Geschichte:

Seit ich meine letzte, knapp 2-jährige Beziehung beenden musste (wurde dreist angelogen), gings mir ziemlich mies. Es dauerte ca. ein halbes Jahr bis ich mich von dieser Trennung erholt habe, obwohl ICH es beendet habe. Ich dachte, ich könnte nie mehr jemanden lieben. Während dieser Zeit waren mir Frauen so etwas von egal und ich hatte schlicht und einfach kein Interesse und vorallem kein Vertrauen mehr. Und dann geschah es: "E" trat in mein Leben. Was für eine Bombe. Ich wusste von anfang an: diese Frau, ist die, die ich mir immer gewünscht habe. Ehrlich. Aufrecht. Gebildet. Steht im Leben. Kann sich gegen meine vorlaute Klappe behaupten. Und vor allem: Sie ist nicht 0-8-15. Sie hat ihre Macken. Das ist genau das was ich mir immer gewünscht habe. Also teilte ich ihr mit, ich würde sie gerne näher kennen lernen. Ich war aufrecht und ehrlich zu ihr und sie erwiederte das. Knapp 2 Monate danach - das war im Februar 2011 - kamen wir dann zusammen. Wow! Einen glücklicheren Menschen als mich gabs nicht. Anfänglich hatte ich zwar noch häufig Bedenken und immer Angst. Aber das verstand sie. Mit der Zeit kam das Vertrauen. Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt sagen: Ich konnte mich noch NIE auf einen Menschen so verlassen wie auf E. Ich hatte noch NIE zuvor so starkes und inniges Vertrauen wie zu E. Und das schönste daran: Sie fühlte genau gleich. Alles passte. Wir verbrachten eine wunderschöne Zeit zusammen. Auch wir hatten unsere Tiefs aber wir kämpften uns immer gemeinsam da durch.

Im Oktober 2012 geschahs dann: Sie war auf einmal komisch und teilte mir mit sie wolle mit mir reden. Gesagt getan. Sie hat mir mitgeteilt, dass sie sich ihrer Gefühle nicht mehr sicher ist und dass sie nicht weiss, ob sie so weitermachen kann (dem Umfang halber gehe ich nicht auf weitere Details ein). Das war ein Schock. Aber für mich war eines sofort klar: Kampflos gebe ich nicht auf. Ich hatte weiss Gott ein schweres Leben (Vater verloren, Drogenprobleme, Selbstwertzweifel, extreme Schüchternheit, etc.). Daher wollt ich das nicht einfach so hin nehmen, dass ich nicht auch mal Glück erleben darf (ja meine vorherige Beziehung war nicht ganz so harmonisch). Ich habe E mitgeteilt dass ich für einen Quasi-Neuanfang bereit wäre und ich wolle mich ändern. Ich werde mich bemühen. Aber ich mache das nur, wenn sie mir verspricht, dass sie das wirklich auch will, denn: Ich will sie zu nichts verdonnern. Das hat sie nicht verdient.

Also packten wirs nochmal. Das war toll. Anfängliche Zweifel gestalteten die Sache zwar etwas schwierig aber es kam immer mehr. Und bald konnten wir sogar darüber lachen und waren uns sicher, dass wir kommende Probleme noch besser meistern können. Wir waren eine Einheit. Für mich gab es kein SIE und ICH - für mich gab es nur noch das UNS. Ich wollte mit dieser Frau meinen Lebensabend verbringen. Da war ich mit zu 100% sicher.

Und dann, letzten Freitag: der Supergau! Sie wollte wieder mit mir reden. Sie teilte mir mit, dass sie die Zweifel nicht ablegen konnte. Sie könne so nicht weiter machen. Sie sagte, sie wollte wirklich mit mir zusammen bleiben. Sie wollte diese Zweifel wirklich los werden und tat dafür alles mögliche (was für ein toller Mensch!!!). Doch leider, bemerkte sie, dass es nicht geht. Ich liess das alles nicht an mich heran und blieb ganz sachlich. Ich teilte ihr mit, dass ich das akzeptiere und dass ich nicht mehr kämpfen werde. Ich habe mir ein Bein ausgerissen um ihr ein besserer Freund zu sein. Gereicht hats leider nicht. Jetzt sind wir getrennt. Und für mich bricht eine Welt zusammen. Anfänglich konnte ich die Trauer noch gut wegdrücken aber mittlerweilen gehts nicht mehr. Anfänglich wars "bloss" eine tiefe Trauer wie wirs alle kennen. Doch mittlerweilen entwickelt sich das zu etwas, was mir Angst macht. In nichts sehe ich mehr einen Sinn. Ich weiss nicht wofür ich dies oder jenes tun soll. Ich kann mir nicht erkären, warum ich am Leben Freude haben soll. Der einzige Grund der mein Leben überhaupt lebenswert gemacht hat, hat mich verlassen. Ich fühle mich komplett anleine gelassen. Nachts kann ich nicht schlafen weil ich von Krämpfen geplagt werde und tagsüber ist mir speiübel weil ich keinen Bissen runterkriege. Ich habe noch nie eine solche Leere und Hilflosigkeit in mir gefühlt wie jetzt. Es war nicht mal so schlimm, als ich meinen Vater verloren habe.

Gestern Abend begann die ganze Situation zu eskalieren. Ich war mit ein paar Freunden aus und wollte mich ablenken. Ging nicht. Ich musste raus. Ich ging nach draussen und ging ein wenig spazieren. Ich kam an eine stark befahrene Schnellstrasse und hatte nur einen Gedanken: muss ich das verdeutlichen? Glücklicherweise ist irgedwo in meinem Kopf noch ein kleiner Teil meines alten Ichs vorhanden welches mich vor einer Dummheit bewahrte. Abends als ich dann im Bett lag, habe ich in einer endlosen Verzweiflung SMSen an all möglichen Leute versendet in der Hoffnung, irgendwo Gehör zu erlangen. Aber das einzige was ich hörte ist: "Gib dir Zeit" oder "Das wird schon" oder "Ich bin immer da für dich". Ist schon toll aber das hilft mir nicht. Ich weiss nicht mal was ich hören will. Ich bin völlig am Ende. Ich stehe komplett neben den Schuhen, ich habe heute morgen sogar vergessen wie mein Handy funktioniert (ich bin eigentlich ein totaler Technik-Freak). Wenn ich unter Leuten bin fühle ich eine Leere und eine nicht enden wollende Traurigkeit in mir. Sobald ich alleine bin, bin ich nur noch am heulen und würde mir am liebsten sonst was antun. Bloss dass es aufhört. Ich bin keine Heulsuuse und kann gut auf die Zähne beissen. Aber das was jetzt abgeht ist deutlich zu viel für mich. Und das schlimmste daran: Mein Zustand verschlechtert sich von Stunde zu Stunde.

Liebe Leute was geschieht da? Ich hatte auch schon meine Kriesen aber jetzt bin ich nicht mehr ich selbst. Wenn ich zurückdenke wie es mir das letzte Mal ging und wie lange das dauerte, dann habe ich jetzt einfach nur wahnsinnige Angst vor meinem Leben und vor mir selbst. Was soll ich tun? Ich hoffe, dass ich ihre auf Gehör stosse und das mir jemand helfen kann.

Bitte entschuldigt den ewig langen Text aber ich hätte noch viel mehr schreiben können. Danke denen, die bis hier gelesen haben!

#2
Lieber Silwar,

So wie du deine Gefühle schilderst hast du wohl sehr starken Liebeskummer. Ich kenne das nur zu gut von mir! Diese Leere,das nichts essen! Ich habe in der letzten Woche auch Liebeskummer gehabt und hab schon abgenommen und auch ich kam auf dumme Gedanken, nein nicht Selbstmord, andere. Auch wenn ich 9 Jahre jünger bin als du und sogesehen erst ein Teenager bin,kann ich mich sehr gut in deine Lage reinversetzen.

Du trauerst um deine anscheinend verlorene Liebe, dich macht dies besonders fertig,weil sie die perfekte Frau war und du ohnehin schon schwere Schicksalsschläge ertragen musstest!

Ich weiß es ist schwer, aber versuch dich abzulenken! Und denk gar nicht daran dir etwas wegen einer Frau anzutun. Das ist es nicht wert! Falls diese Gedanke wieder und wieder kommen sollte,rate ich dir vielleicht drüber nachzudenken ob dir eine Therapie nicht gut tun würde!

Allgemein ist es wichtig, mit Menschen,denen du vertraust zu reden. Diese Sätze wie "Das wird wieder" sind im Moment nicht hilfreich aber du wirst in ein paar Monaten sehen,dass deine Freunde recht haben.

Du bist auch noch jung, hast also jede Chance noch die Richtige zu finden! Andere Väter haben auch schöne Töchter :)

Ich wünsche dir viel Glück!

#3
Genau so ging es mir auch. Das ist - wer hätte es gedacht - schlimmer Liebeskummer. Den hatte ich letztes Jahr das erste Mal und hätte mir davor nie vorstellen können, dass ein Mensch mir solche seelische Schmerzen zufügen kann. Ich habe nichts mehr gegessen und nur geweint, geschrien, erbrochen. Und ich weiss, wie das ist, wenn man nicht mehr weiss, warum man morgens aufstehen soll oder warum man eigentlich überhaupt noch lebt.

Erwarte nicht zu viel von dir. Der letzte Freitag ist doch wirklich erst ein paar Tage her. Und ausserdem ist diese Art der Trennung wohl extrem schwierig, da es schwer ist loszulassen. Sie hat keine grossen Fehler begangen, aus denen du dir zumindest einreden könntest, dass sie sowieso nicht die Richtige war. Sie hat dich nicht betrogen etc. Du wirst wohl noch eine Zeit lang leiden, aber es geht vorbei. Und das glaubst du jetzt nicht, aber irgendwann wird es plötzlich Tage geben, an denen du auch einmal an etwas anderes denken kannst. Und dann wird es Tage geben, wo du aufwachst und nicht an sie denkst. Und plötzlich merkst du abends "Oh, heute hab ich ja überhaupt nicht daran gedacht" :klatsch: . So war das bei mir.

Dafür ist wohl totale Kontaktsperre wichtig und dass mit der Zeit die letzten Hoffnungen wirklich schwinden. Versuche dich abzulenken, rede mit Freunden, deiner Familie darüber, aber verbringe auch mal mit ihnen Zeit, ohne dauernd darüber zu reden. Das waren die Zeiten, die mir am besten getan haben und manchmal hab ich sogar gelacht. Ich habe auch ganz oft irgendwelche doofen Samstagabendshows geschaut im Fernsehen. Und Arbeiten ist natürlich auch ne tolle Ablenkung. Und dann ist neben der Ablenkung wohl auch wichtig, dass du dich einfach mal hinsetzt und heulst (auch wenn du keine 'Heulsuse' bist ;) ). Alle Dinge, die dich irgendwie an sie erinnern (Bilder, Geschenke von ihr etc.) würde ich aber wegräumen. Das macht auch sonst momentan genug weh.

Mit jedem schrecklichen Tag momentan, bist du einen Tag näher an der Besserung! Ich wünsch dir ganz viel Kraft! :trost:

#4
Für mich gab es kein SIE und ICH - für mich gab es nur noch das UNS.
Dein Problem in einem Satz zusammengefasst...

Du siehst vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr, wenn du dich in den Beziehungsdetails verstrickst. Die Ursache deiner Misere liegt in deiner Abhängigkeit zur Partnerin. Du bist nicht in der Lage alleine ein zufriedenes und glückliches Leben zu führen. Solange du das nicht kannst, wirst du jedes mal einen Absturz haben, wenn dich eine Frau verlässt.

Wer als Individuum nicht glücklich sein kann, wird es in einer Partnerschaft erst recht nicht.

#5
Hallo Silwar,

ich kann nachvollziehen was derzeit in dir vorgeht, dass kannst du mir Glauben. Ich stecke in einer ähnlichen Situation wie Du derzeit. Bei mir ist es eine Ehe zu meiner Traumfrau inklusive einer Tochter die zu Ende zu gehen droht bzw. Zu Ende ist. Ich kenne das Gefühl, wie es ist nichts zu wissen wie man den nächsten Tag überleben soll. Ich kenne das Gefühl, wie es ist, Angst vor der Nacht und vor den Träumen zu haben. Ich weiß, wie es ist wenn man keinen Bissen runterbekommt und wie man lieber sterben will, als noch weiter diesen Schmerz ertragen zu müssen.

Glaube mir, ich bin noch meilenweit, wenn nicht sogar Lichtjahre davon entfernt, stark sein zu können. Aber das was dir die Leute hier geraten haben, ist das einzig richtige. Ich würde mir so manches Mal wünschen, dass ich es so einfach wie Du machen könnte. Versteh mich jetzt nicht falsch, aber "außer" eurer Beziehung hattet ihr nichts miteinander und könnt euch aus dem Weg gehen. Bei mir geht das leider nicht so einfach, schon alleine wegen dem Kind habe ich ständig Kontakt mit meiner Frau. Wir müssen halt einfach noch als Eltern funktionieren und können uns nicht so einfach aus dem Weg gehen. Desweiteren kommt dazu, dass wenn Du gut als Eltern funktionierst, es ganz schnell passieren kann, dass Du wieder mehr reininterpretierst als was da eigentlich ist.

Lange Rede kurzer Sinn, nutze die Abwesenheit von Ihr um Dein Leben zu ordnen. Sei stark, auch wenn du im Moment schwach bist. Versuche aus dem Alptraum herauszukommen. Mit jeden Tag wird es besser. Es wird ein langer und steiniger Weg, aber frei nach Steve Jobs, bedenke einfach mal:

Alles hat im Leben etwas Gutes. Mir fehlt zwar auch noch der Weitblick, aber dafür ist nach knapp zwei Monaten noch alles viel zu frisch. Zeit heilt die Wunden und man gewöhnt sich an den Schmerz.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft,

Norris

#6
Hi ihre tollen Leutchen,

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt um meine Geschichte zu lesen und mir zu antworten. Es tut gut zu wissen, das man mit seinen dunklen Gefühlen nicht alleine ist. Auch wenn es mich nicht über meinen Schmerz hinweg tröstet.

@ cantbreath:

Das Alter spielt doch überhaupt keine Rolle. Wir sind alles Menschen mit Gefühlen und wenn mir beispielsweise ein 12-jähriger helfen könnte, würde ich diese Hilfe dankbar annehmen. Viele Menschen haben auch schon in sehr jungen Jahren einiges durchgemacht. Ich finde man sollte den Faktor "Alter" nicht auf die Goldwage legen. Etwas möchte ich dich fragen: Du hast geschrieben: [...] Du trauerst um deine anscheinend verlorene Liebe [...] Ich verstehe dabei nicht, was du mir mit dem Wort anscheinend sagen willst? Kannst du das weiter ausführen?

@ Scratty:

[...] Sie hat keine grossen Fehler begangen, aus denen du dir zumindest einreden könntest, dass sie sowieso nicht die Richtige war. Sie hat dich nicht betrogen etc. [...] Danke Scratty, du schreibst mir aus der Seele. Genau das ist es, was so verdammt schmerzt. Das schlimmste daran ist ja, dass sie sich das auch anders gewünscht hat. Ich verstehe einfach nicht, warum es so kommen musste. Ich geh kaputt an dem Gedanken, dass wir beide wollen, aber es einfach nicht klappen will. Noch nie zuvor war ich so ratlos. Welche "höhere Macht" hat das bestimmt? Warum ist uns das vergönnt?

Zum Thema Kontaktsperre: Wenn das nur so einfach wäre. Ende März ziehe ich um ... und wohne dann 1km von ihr entfernt. Zudem haben wir viele gemeinsame Freunde und ich pflege ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Familie und umgekehrt. Wie gesagt: Es wäre alles perfekt. *heul*

Freude find ich zur Zeit gar keine mehr. Erst heute morgen hat ein Arbeitskollege von mir eine Aussage gemacht, die lustiger nicht sein könnte (er ist ein ziemlicher Clown und hat es drauf die Menschen aufzumuntern). Ich habe gefühlt, dass ich das eigentlich lustig finde, aber konnte nicht lachen. Nicht mal lächeln. Einfach nichts.

@ Grit:

Möglicherweise hast du recht. Aber wenn ich mich auf eine Beziehung einlasse - und dazu brauchts wirklich viel - dann mit allem was ich habe. Ich mache keine halben Sachen. Wenn ich merke, dass ich geliebt werde so wie ich bin, dann möchte ich das auch zurück geben. Ansonsten macht das alles gar keinen Sinn für mich.

@ Norris1981:

Tut mir wirklich leid, das zu hören. Diese Dunkelheit wünsche ich niemandem. Das ich es "einfacher" habe als du, ist leider ein geringer Trost. Wie du vielleicht weiter oben gelesen hast, wird es für sehr schwierig werden, E aus dem Weg zu gehen. Stubenhocker ist so gar nicht mein Ding und ihres eben auch nicht. Aber ich verstehe was du meinst. Ich kann mir gut vorstellen, dass es noch um einiges schwieriger ist, wenn du die verflossene Liebe sehen MUSST. [...] Mit jeden Tag wird es besser. [...] Das habe ich mir anfänglich auch gesagt. Leider beobachte ich aber genau das Gegenteil. Es geht mir zusehends schlechter und sogar meine Freunde (zum Glück hab ich die) bemerken das. Obwohl ich mich eher verschlossen gebe.

Edit: Ui was ich unbedingt noch loswerden wollte: Ich wünsche dir alle Kraft der Welt und einen super Durchhaltewillen. Ich weiss es klingt bescheuert, das von jemandem zu hören, der selbst am verzweifeln ist. Ich möchte nur dass du fühlst, du bist nicht alleine. Es gibt andere Menschen die deinen Schmerz kennen und genau so leiden.

@ alle:

Nochmals vielen Dank euch! Ich weiss jetzt dass es die richtige Entscheidung war, mich hier zu registrieren. Normalerweise stehe ich schwere Zeiten alleine durch. Ich bin eine starke Persönlichkeit und lass mich nicht so schnell aus der Bahn werfen. Aber die Tatsache, dass ich jetzt bereits nach wenigen Tagen komplett neben den Schuhen stehe und völlig verzweifelt irgendwelche komischen Gedankengänge in meinem Kopf beobachte, macht mir zu schaffen. Das bin einfach nicht mehr ich.

#7
Lieber Silwar

Für mich klingt das Ganze sehr gefährlich. Du hast Selbstmordgedanken, fürchtest dich vor Dir selber und vor deinem Leben. In meinen Augen steckt da mehr dahinter als "nur" Liebeskummer.

Hast Du mal überlegt, dir Hilfe von aussen zu holen?

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft. :trost:

#8
@ Grit:

Möglicherweise hast du recht. Aber wenn ich mich auf eine Beziehung einlasse - und dazu brauchts wirklich viel - dann mit allem was ich habe. Ich mache keine halben Sachen. Wenn ich merke, dass ich geliebt werde so wie ich bin, dann möchte ich das auch zurück geben. Ansonsten macht das alles gar keinen Sinn für mich.
Und wozu soll diese Selbstaufgaben gut sein? Dass du damit Schiffbruch erleidest, spürst du ja jetzt am eigenen Leib. Warum an etwas festhalten, das dich so quält?

Merke dir eins: Partnerinnen können kommen und gehen. Aber mit dir selber musst du bis ans Ende deines Lebens klar kommen! Bevor du also deine Freundin mit Liebe überschüttest, solltest du zuerst schauen, dass es dir selbst gut geht!

B52
#9
Wenn ich zurückdenke wie es mir das letzte Mal ging und wie lange das dauerte, dann habe ich jetzt einfach nur wahnsinnige Angst vor meinem Leben
Du hast damals ein halbes jahr gebraucht? Aber das ist doch nicht wirklich lange. Du solltest dir einfach zeit geben, zu trauern. Denn sowas ist einfach nur traurig. Setz dich nicht unter druck, dass es dir gleich morgen besser gehen soll. Das wird schon eine ganze weile brauchen. Nimm dir die zeit, bade ruhig in selbstmitleid etc. und falls du wirklich gar nicht mehr klarkommst (also nicht mehr arbeiten gehen kannst oder weiterhin selbstmordgedanken hast etc.) dann solltest du dir professionelle hilfe suchen, manchmal reichen schon 2 -3 std darüber zu reden und sich richtig auszuheulen, die richtigen fragen gestellt zu bekommen und die richtigen dinge gesagt bekommen, dass es einem besser geht. Das hat auch nichts mit schwäche zu tun, wenn du dir ein bein brichst gehst du ja auch zum arzt...

B.

#10
Hi Leute,

Nochmals für eure Antworten und die Tips. In der Zwischenzeit konnte ich mich etwas fangen. Es geht mir zwar immer noch hundselend, aber ich bin nicht mehr ganz so endlos-verzweifelt (zumindest nicht wenn ich unter Leuten bin).

Zur Zeit macht mir etwas wahnsinnig zu schaffen: Ich bin irgendwie total überzeugt davon, dass Sie mich plötzlich anruft und mir sagt, sie habe jetzt eingesehen, dass sie einen Fehler gemacht hat und sie würde das alles gern rückgängig machen. Ich bin so überzeugt davon, dass es mir richtig gut geht und das ich mich darauf freue. Wieso geschieht das? Dann mache ich mir gewaltige Hoffnungen und irgendwann werde ich sie sehen mit einem anderen oder höre von Freunden, dass sie glücklicher ist ohne mich. Dann fängt die ganze Sch**** wieder von vorne an.

Wieso tu ich mir das an? Wieso glaube ich so sehr, dass sie zurück kommt? Mein Kopf sagt mir, dass es wirklich aus ist. Mein Kopf sagt, ich solle es akzeptieren und ihr alles Gute wünschen. Aber mein Herz sagt mir, dass da noch etwas ist. Es sagt mir, dass das einfach nicht alles gewesen sein kann.

Kennt irgend jemand von euch dieses Gefühl? Es verwirrt mich und macht mir ziemlich Angst. So werde ich mich nur selbst wieder runter ziehen...

#11
Kennt irgend jemand von euch dieses Gefühl?
Hallo Silwar

Ohja, ich kenne dieses Gefühl nur zu gut. Hab mich auch immer darauf verlassen, dass er irgendwann wieder zurückkommen wird. Ich hab lange mit diesem Gefühl gelebt und es ging mir gut bei diesem Gedanken.

Ich konnte erst richtig akzeptieren, dass es vorbei ist, als wir uns getroffen haben. Da hat er mir knallhart ins Gesicht gesagt, dass es nie wieder was werden wird mit uns, dass er nicht mehr zurückkommen wird und dass es ihm besser geht ohne mich.

Dies zu hören war sehr sehr schwer für mich. Aber schlussendlich muss ich sagen, dass es mir die Augen geöffnet hat. Ich konnte dann endlich mit der Verarbeitung beginnen. Es brauchte einfach diesen definitiven Schlusstrich!

#12
Hi tobelovedreturn

Vielen Dank für deine schnelle Antwort. Das tut gut zu hören, dass es noch andere Menschen gibt, die so ein Gefühlschaos erleben. Das brutalste ist ja folgendes: Als ich ihr kürzlich eine SMS geschrieben habe und ihr mitteilte, wie schlecht es mir geht und dass ich hoffe, es gehe ihr besser, hat sie mir mitgeteilt, dass sie für mich dasein möchte, wenn mir das helfe. Das schürt doch die Hoffnung nur noch an. Ausserdem hat sie mir bei der Trennung gesagt, sie wünschte, es stünde anders um ihre Gefühle, weil sie mich als Mensch extrem schätzt und extrem gern mag. Ich kann mir einfach nicht erklären, warum das so enden muss...

#13
Lieber Silwar! Du bist gar nicht alleine; ich habe das jahrelang gelebt und er ist immer wieder zurück gekommen - nur unsere Probleme blieben die gleichen. Im Prinzip haben wir uns laufend immer die Chance auf "etwas gesundes, anderes" genommen. Sicher schürt das jetzt Deine Hoffnungen und wer würde nicht gerne daran glauben, daß "alles gut wird". Aber sie sagt Dir selbst, sie diese bestimmten Gefühle nicht. Das tut verdammt weh, versuche auf Abstand zu gehen und dann, vielleicht in einiger Zeit, kann es sein, daß Ihr ohne weitere Verletzungen Freunde seid. Wünsche Dir ganz viel Kraft!

#14
Als ich ihr kürzlich eine SMS geschrieben habe und ihr mitteilte, wie schlecht es mir geht und dass ich hoffe, es gehe ihr besser, hat sie mir mitgeteilt, dass sie für mich dasein möchte, wenn mir das helfe..
Wieso hast du ihr diese SMS geschrieben? Was hast du dir dabei erhofft?

Natürlich möchte sie für dich da sein, kann ich verstehen. Aber sie ist im Moment die falsche Person. In deiner Situation legt man jedes Wort auf die Goldwaage und klammert sich an jedem einzelnen Strohhalm fest, ich kenne das. Darum ist es besser, wenn ihr erst wieder Kontakt habt, wenn du über die Trennung hinweg bist (falls du dann noch Interesse am Kontakt zu ihr hast).

Verstehst Du? Kontakt tut dir nicht gut im Moment.

#15
Hallo,dieses Gefühl,der Überzeugung der Ex Partner kommt zurück,kenne ich auch.Man glaubt ganz fest daran die nächsten Std einen Anruf oder ne Sms zu kriegen.Dabei hat man richtig Glücksgefühle.Mittlerweile glaube ich, das macht das Gehirn ,um diesen tiefen Schmerz zu lindern und die Situation besser auszuhalten ist.Ich hatte auch während der Trennung teilweise heftige Lachflashs,das tat richtig gut. :D

#16
Hallo silwar

Ich kann Dich sehr gut verstehen, ich stecke momentan in der gleichen Situation fest und habe auch diesen Gedanken das alles wieder gut wird.

Das Rezept zu schnellen Heilung gibt es wohl nicht und das man sich an allem versucht festzuhalten was noch Hoffnung bringt ist auch "normal"

Ich weiss aber auch aus eigener Erfahrung das Du auf jeden Fall den Kontakt für eine Weile abbrechen solltest, ansonsten wirst Du den Hoffnungsgedanken nicht wirklich los.

Mir hilft als Ablenkung viel Sport zu treiben auf mich zu hören und Dinge machen die mir gutun.

Ich weiss wie schwer es ist und ich habe auch Angst vor der Zukunft und vor der Dauer dieser Traurigkeit.... Gib nicht auf!! Irgendwann wird es besser... bestimmt.

#17
Ich kann mich den anderen nur anschliessen. Das ist ganz normal. Vor allem ist die Trennung ja noch überhaupt nicht lange her. Du solltest aber wirklich keinen Kontakt mit ihr haben, sonst dauert der Schmerz nur noch viel länger an. Nach der Trennung habe ich auch dauernd geschaut, wann mein Ex das letzte Mal online war etc. Aus Facebook habe ich ihn aus Selbstschutz gelöscht. Seine Nummer wusste ich leider auswendig, aber ich habe ihm nie mehr geschrieben. Trotzdem habe ich zu Beginn noch gehofft, dass er alles bereut und sich meldet. Aber hat er nicht getan und das war gut so :] . Und nur durch den Abstand war es mir möglich loszulassen. Das Einzige, was es wirklich besser macht, ist Zeit. Irgendwann werden die Hoffnungen weniger - vorausgesetzt du hast keinen Kontakt zu ihr und die Hoffnung wird nicht dauernd wieder angefacht.

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