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Hilfe, zunehmend innere Widerstände gegen körperliche Nähe!

32 Antworten7'101 AufrufeGestartet von Marlenchen ·

MarlenchenThemenstart
#1
Hallo, liebes Forum.

Ich heiße Marlene und bin 27 Jahre alt. Ich fühle mich hilflos und verzweifelt und wünsche mir dringend einen Rat.

Ich bin seit 7 Jahren mit meinem Partner liiert, seit 2 Jahren verheiratet und wir haben einen gemeinsamen Sohn, 5 Jahre alt.

Körperliche Nähe in einer Beziehung (aber auch, bei Umarmungen unter Freunden, auf diese Weise Trost geben, oder empfangen) war für mich noch nie ganz leicht. Auf diese Art Liebe zu geben floss einfach nicht so natürlich und ungezwungen aus mir heraus, wie es dass bei anderen tut, so auch bei meinem Mann. Es war schon immer ein "störanfälliger Bereich", sodass ich an dieser Stelle achtsam sein musste, damit mein "Unwohlsein" in solchen Momenten nicht überhand nimmt.

Ich glaube, ich kenne die Ursachen. Als ich ein Kind war, hatten es meine beiden Elternteile damit nicht so. Mein Vater, weil er einfach ein dominanter und beherrschter Mensch ist und meine Mutter, weil es ihr wohl ging wie mir jetzt. Irgendwann gab es wohl einen Moment, wo ich weniger kindlich wurde und es meiner Mutter, jedenfalls habe ich es so empfunden, einen regelrechten Ekel bereitet hat, mich auf liebevolle Weise zu berühren. Auch haben es meine Eltern miteinander nie vorgelebt.

Ich hatte schon mehrere Beziehungen, vor meiner jetzigen. Und ich muss zugeben, dass es selten war, dass ich mal wirklich Lust empfunden habe, in sexueller Hinsicht. Es blieben Ausnahmen. Es gab zwar immer ein reges Sexualleben, aber wohl eher, weil ich meinte zu wissen, dass gehöre dazu. Ich wäre gerne ungehemmt, eine Frau, mit der man gerne schläft, aber ich fürchte, dass ich dass selten war...

Mein erstes Mal erlebte ich mit meinem ersten festen Freund. Es war so lala, woe oft. Danach haben wir aber oft und gerne miteinander geschlafen- die einzige Zeit an die ich mich erinnere, in der ich wirklich soetwas wie eine Libido hatte. Allerdings wurde die Beziehung bald darauf so unglücklich und schrecklich, dass ich heute nicht mehr sagen kann, ob der Sex zu einer Verzweiflungstat wurde, mit der ich versucht habe, die Bindung zu erhalten...

Jedenfalls endete die Beziehung nach vier Jahren, die die reinste Hölle waren. Ich war gedemütigt und innerlich wie gestorben. Es folgten einige lockere Beziehungen, in denen meinen Partnern zumindest dem Anschein nach nichts aufgefallen sein dürfte. Aber innerlich hatte ich längst diese Widerstände, fast schon einen gewissen Ekel in mir.

Irgendwann lernte ich meinen jetzigen Partner kennen und anfangs schliefen wir oft miteinander und ich glaube, es begann auch ein bisschen, dass ich dieses sogenannte "sich fallen lassen" aufbaute. Dezent, aber es begann. Leider kam es dann dazu, dass mein Vertrauen in verschiedenster Weise ziemlich erschüttert wurde und wir hatten mit großen Beziehungsproblemen zu tun, die vielleicht viele Paare kennen: Wenn man gemeinsam Verantwortung trägt, dann ist es eine ganz andere Sache. Jedenfalls war es so bei uns.

Es riss einfach ein. Erst wurde der Sex weniger, dann die körperliche Nähe. Mein Partner bemühte sich darum, aber irgendwie gab es immer wieder neue Probleme und ich kam nicht dazu, mich wieder "einzulassen". Und je länger es dabei blieb, desto stärker spürte ich in mir diese inneren Widerstände, die mir ja nie ganz fremd waren.

Um es abzukürzen, wir haben nun seit 8 Monaten nicht miteinander geschlafen. Auch davor war es eher eine Ausnahme geworden. Und was mir noch mehr Leid tut ist, dass ich meinem Mann auch sonst kaum Nähe geben kann. Ich muss mich zu einem Kuss richtiggehend überwinden.

Ich kann mich berühren lassen, aber das ändert sich schnell wenn ich merke, dass er darauf hinaus will. Ihn zu streicheln etc. fällt mir auch so schwer.

Ich möchte aber, dass mein Mann sich geliebt und gewollt fühlt, deswegen versuche ich mich dazu zu zwingen, aber diese negativen Gefühle in mir sind einfach so groß, es kostet zuviel überwindung, sodass ich oft unglücklich die Hand zurück ziehe.

Ich habe mal versucht mit meiner Mutter darüber zu sprechen. Sie sagte soetwas wie erstmal Augen zu und durch und wenn man erst mal wieder ein bisschen "drin" ist, ist es auch wieder schön...

Ich habe es wirklich versucht. Aber es führt nur dazu, dass ich verzweifelt und hilflos und erschrocken bin, über meine eigenen Gefühle.

Ich weiß nicht, was ich tun kann, um diese Nähe zulassen zu können. Mein Mann hat verständlicherweise schon angedeutet, dass unsere Ehe sonst zerbrechen wird. Als er richtiggehend einforderte, worauf er seiner Meinung nach ein Recht hat, da bekam ich kaum Luft bei der Vorstellung ihm versprechen zu müssen, dass ich all dass in absehbarer Zukunft wieder mit ihm teile. Ich habe auch versucht ihm zu erklären, was ICH brauche, um diese Gefühle wieder mehr zu entwickeln. Nämlich nicht das Gefühl, seine Mama zu sein, ihn ständig antreiben müssen, an alles denken müssen, mir nicht ständig seinen Trotz zuziehen und einen gepflegten Körper. Aber zu ersterem sagt er nur, dass er es versucht hätte und sich da halt nicht ändern könnte und zu letzterem (er ist nicht ungepflegt, nur bequem) machte er zwei Versuche, nach dem Motto: So, jetzt hab ich mich extra zwei Abende gewaschen, aber Du hast mich nicht "angesprungen" und dann war es schnell wieder abgehakt.

Ich bin nicht völlig frigide, nein :( In meinem Träumen habe ich tollen Sex und zwar mit meinem Mann. Und wenn er ein paar Tage fort ist, dann ist es, als kämen meine Gefühle wieder hervor gekrabbelt und ich habe wirklich Lust, dass wir uns mal wieder näher kommen. Aber sobald er dann live zurück ist, überfällt mich nahezu Angst.

Gestern zog er sich aus und stieg zu mir ins Bett und ich habe nahezu Panik bekommen, obwohl er mich vorher ganz lieb massiert hatte. Ja ich dachte wohl sowas wie "Ja, aber nicht jetzt, bitte bitte nicht jetzt".

Ich bin so traurig. Was stimmt mit mir nicht? Und wie kann es wieder schön werden, wie kann ich es genießen und vor allem schenken?

Vielen Dank für eure Antworten, eure verzweifelte Marlene

#2
Hallo Milene,

ich stimme dir was deine Selbstbeobachtung geht zu. Folgendes halte ich auch für den Auslöser deines Verhaltens.

Ich glaube, ich kenne die Ursachen. Als ich ein Kind war, hatten es meine beiden Elternteile damit nicht so. Mein Vater, weil er einfach ein dominanter und beherrschter Mensch ist und meine Mutter, weil es ihr wohl ging wie mir jetzt. Irgendwann gab es wohl einen Moment, wo ich weniger kindlich wurde und es meiner Mutter, jedenfalls habe ich es so empfunden, einen regelrechten Ekel bereitet hat, mich auf liebevolle Weise zu berühren. Auch haben es meine Eltern miteinander nie vorgelebt.
Kein Wunder, dass du es jetzt nicht so geben kannst. Hast du denn noch einen starken innerliche Verbundenheit zu deinen Eltern oder eher nicht ? Ich würde, das zumindest nach der Schilderund deiner Probleme vermuten.
Ich denke, dass es für Beziehungen wichtig ist, sich von seinem Ursprung abzukapseln. "Einfach" das zu machen was man will. Aus Trotz das Gegenteil zu machen halte ich z.b. auch für falsch. [Nicht das ich das aus deinem Text gelesen habe, ich wollts nur ewähnen]

Ich hatte schon mehrere Beziehungen, vor meiner jetzigen. Und ich muss zugeben, dass es selten war, dass ich mal wirklich Lust empfunden habe, in sexueller Hinsicht. Es blieben Ausnahmen. Es gab zwar immer ein reges Sexualleben, aber wohl eher, weil ich meinte zu wissen, dass gehöre dazu. Ich wäre gerne ungehemmt, eine Frau, mit der man gerne schläft, aber ich fürchte, dass ich dass selten war...
Willst du es für dich sein oder weil es "die Gesellschaft" so haben möchte ? Ich denke, dass du das für dich machen solltest - nicht für irgendjemand anderen - nur für dich.

Irgendwann lernte ich meinen jetzigen Partner kennen und anfangs schliefen wir oft miteinander und ich glaube, es begann auch ein bisschen, dass ich dieses sogenannte "sich fallen lassen" aufbaute. Dezent, aber es begann. Leider kam es dann dazu, dass mein Vertrauen in verschiedenster Weise ziemlich erschüttert wurde und wir hatten mit großen Beziehungsproblemen zu tun, die vielleicht viele Paare kennen: Wenn man gemeinsam Verantwortung trägt, dann ist es eine ganz andere Sache. Jedenfalls war es so bei uns.
Ohne Vertrauen ist Nähe auch nur begrenz möglich. Kannst du deinem Mann nun wieder 100%ig vertrauen ?

Um es abzukürzen, wir haben nun seit 8 Monaten nicht miteinander geschlafen. Auch davor war es eher eine Ausnahme geworden. Und was mir noch mehr Leid tut ist, dass ich meinem Mann auch sonst kaum Nähe geben kann. Ich muss mich zu einem Kuss richtiggehend überwinden. Ich kann mich berühren lassen, aber das ändert sich schnell wenn ich merke, dass er darauf hinaus will. Ihn zu streicheln etc. fällt mir auch so schwer.Ich möchte aber, dass mein Mann sich geliebt und gewollt fühlt, deswegen versuche ich mich dazu zu zwingen, aber diese negativen Gefühle in mir sind einfach so groß, es kostet zuviel überwindung, sodass ich oft unglücklich die Hand zurück ziehe.
Mit Zwang funktioniert sowas nicht. Das ganze solltest du für dich tun - nicht für deinen Mann.

Ich habe mal versucht mit meiner Mutter darüber zu sprechen. Sie sagte soetwas wie erstmal Augen zu und durch und wenn man erst mal wieder ein bisschen "drin" ist, ist es auch wieder schön...
Ich glaube, dass es bessere wäre dieses mit Freunden zu besprechen. Deine Mutter macht es so wie sie es gemacht hat - und somit wie du es jetzt machst. Sie hat das ja quasi an dich weitergegeben.

Ich weiß nicht, was ich tun kann, um diese Nähe zulassen zu können. Mein Mann hat verständlicherweise schon angedeutet, dass unsere Ehe sonst zerbrechen wird. Als er richtiggehend einforderte, worauf er seiner Meinung nach ein Recht hat, da bekam ich kaum Luft bei der Vorstellung ihm versprechen zu müssen, dass ich all dass in absehbarer Zukunft wieder mit ihm teile. Ich habe auch versucht ihm zu erklären, was ICH brauche, um diese Gefühle wieder mehr zu entwickeln. Nämlich nicht das Gefühl, seine Mama zu sein, ihn ständig antreiben müssen, an alles denken müssen, mir nicht ständig seinen Trotz zuziehen und einen gepflegten Körper. Aber zu ersterem sagt er nur, dass er es versucht hätte und sich da halt nicht ändern könnte und zu letzterem (er ist nicht ungepflegt, nur bequem) machte er zwei Versuche, nach dem Motto: So, jetzt hab ich mich extra zwei Abende gewaschen, aber Du hast mich nicht "angesprungen" und dann war es schnell wieder abgehakt.
Das kein Bock hast mit deinem "Sohn" (natürlich mein ich deinen Mann, aber wenn schon das Wort "Mutter" fällt ...) ins Bett zu steigen ist völlig verständlich. Ich denke du darfst ihn nicht mehr bemuttern (sofern du es tust) und er muss von selbst merken, dass er nicht mehr das Kind in der Beziehung sein darf.
#3
Hallo Marlene

Sexualität und Erotik spielt sich im Kopf ab. Von dem her ist es kein Wunder, dass Du verkrampfst, wenn Du es als eine Art Pflichterfüllung wahrnimmst. Das ist, wie Du beschreibst, ein Muster welches bei Dir schon länger vorhanden ist. Du sagst, er sei bequem. Offenbar erwartest Du von ihm, dass er durch sein Verhalten besagtes Muster nicht noch bedient, sondern es löst. Du erhoffst Dir insgeheim, erobert zu werden. Wie ist Dein Mann in Deinen Träumen? Eventuell gelingt es Dir, einen Teil davon auf ihn zu projizieren. Rede mit ihm darüber. Zu erfahren, dass Du von ihm träumst, wird ihm gut tun und kann ihm helfen, seine Verunsicherung abzubauen.

Hast Du Dich jemals selber befriedigt? Intimität mit sich selber erachte ich für eine gesunde Sexualität als zentral. Es kann auch dabei helfen, sich fallen lassen zu lernen.

B52
#4
Ich glaube, dass dieses forum und ihre nutzer mit deinem problem überfordert sind. Denke du solltest dir bei einem fachmann hilfe suchen, der die ursachen deiner "unlust " und "abwehr" eher erkennen kann und mit dir zsuammen an einer lösung arbeitet. Denke nicht, dass du das alleine hinbekommst.

B.

#5
Da kann ich B52 nur zustimmen.

Deine Geschichte hat nichts mehr mit Herzschmerz oder Liebeskummer zu tun, sondern erfordert angemessene professionelle Hilfe.

LG RP

#6
Hallo Crying Soul,

danke für deine Antwort. Meine Eltern und ich nehmen am gegenseitigen Leben rege teil, aber wir sehen uns selten. In wichtigen Situationen "sichere" ich mich immer noch gerne bei Ihnen ab, indem ich um ihre Meinung bitte. Darüber hinaus lebe ich aber mein eigenes Leben.

Ich möchte schon einen besseren Umgang mit Körperlichkeit finden- ich glaube, da würde mir etwas schönes entgehen und ich finde auch, dass es zu einer Beziehung dazugehört.

Leider ist das Vertrauen doch immer noch sehr angeschlagen. Ich weiß, wenn etwas ist ist er für mich da. SO ein Vertrauen habe ich schon. Aber in Sachen Ehrlichkeit etc, hat er es lange Zeit nicht so genau genommen.

Ich versuche aus dieser Rolle "Bemuttern lassen/ Bemuttern" auszubrechen. Ich bin dafür überhaupt nicht der Typ, ich fühle mich regelrecht dazu gezwungen. Eigentlich ist es mir zuwider, aber scheinbar habe ich da trotzdem eine Rolle bedient, denn dazu gehören wohl immer 2.

Liebe Grüße Marlene

Hallo Pantera,

danke für deine Antwort. Ich habe ihm von diesen Träumen erzählt. Soetwas möchte ich ihm natürlich nicht vorenthalten, wenn ich schon andererseits wenig geben kann. Erobert werden.. Die Begriffe kann ich mit meinem Mann eigentlich gar nicht mehr in Einklang bringen. Soweit denke ich gar nicht mehr. Ich würde gerne mal wieder Frau sein, nicht Mama. Sich auf Augenhöhe fühlen, auch mal zu ihm aufschauen (ich hoffe, dass klingt jetzt nicht abwertend, denn so ist es nicht gemeint. Mein Mann tut viel für die Familie)

Nein, ich habe dass noch nie richtig getan. Es gab ein paar halbherzige Versuche, weil ich ja wußte, dass man es für gewöhnlich tut und Spass daran hat. Aber es hat mir leider nichts "gebracht" und so habe ich es irgendwann aufgegeben, obwohl ich natürlich auch gehört habe, dass es vielleicht ein weg sein könnte wieder mehr zugang zu diesen Gefühlen zu bekommen.

Viele liebe Grüße

Hallo B52,

ich weiß nicht, ob ich einen "Fachmann" brauche. Ich dachte ich könnte es hier herausfinden und mich austauschen mit Menschen, die diese Barrieren in sich vieleicht kennen und Wege gefunden haben, sie aufzulösen.





EDIT (automatische Beitragszusammenführung)





Hallo Rising Phoenix,

Dein Vorschla wäre es also, das Thema schliessen zu lassen und zum Therapeuten zu gehen?

Ich will keine Sexualkunde erhalten, oder mein (nicht vorhandenes) Sexleben ausbreiten. Ich möchte mich nur austauschen um Wege zu finden, meine inneren Barrieren gegen Körperlichkeit abzubauen.

#7
Hallo Marlenchen

ich kann es wirklich gut verstehen, dass dir dieses Thema Sorgen bereitet. Es ist aber nicht so selten wie du denkst...

Ich glaube auch, dass es nicht einen guten Rat gibt sondern es scheinen mehrere Faktoren sein, die zu deiner Unlust führen.

Hauptfaktor ist wahrscheinlich deine Vergangenheit und deine prägenden Erlebnisse...hier kann dir wirklich nur ein Experte helfen.

Zweiter wichtige Faktor ist die mangelnde Attraktivität deines Mannes. Hey auch nach all den Jahren sollte man sich bemühen für den Partner attraktiv zu bleiben. Und sorry Körperhygiene ist ja wohl etwas sehr einfach umzusetzendes...

Anderer Faktor könnten Hormone sein? Meine Ex hat durch die Spirale und die damit extrem wirkenden Hormone sowas wie akute Unlust bekommen. Nach Entnahme war alles wieder okay...

#8
Hallo Timobwl,

vielen dank für deine Antwort. Danke für den Hinweis mit den Hormonen- ich werde mal meine Frauenärtztin ansprechen.

Ja, vielleicht sollte ich wirklich Richtung professionelle Hilfe gehen :( Liebe Grüße

#9
Hallo liebe Marlenchen,

ich bin der Meinung, dass deine Unlust durch mangelnde Phantasie hervorgerufen wird. Zur Sexualität gehört immer auch ein gutes Vorstellungsvermögen. Probiere den Vorschlag von Pantera, und du wirst sehen, wenn du keine Bilder im Kopf hast, passiert nicht so viel. Das Gehirn ist unser größtes Sexualorgan. Wenn das auf Trapp ist, funktioniert alles blendend. Wenn du dir überall schöne Eindrücke sammelst, wirst du auch guten Sex haben.

Allerdings gehört der Wunsch nach Nähe auch dazu.

Und hier liegt meines Erachtens dein größeres Problem. Du möchtest keine Nähe. Das solltest du evtl. mit Psychologen bearbeiten, bzw. besprechen. Denn der Sex mit einem geliebten Partner, der einem Nähe schenkt und die man auch annehmen kann, ist um einiges schöner.

Du mußt nun erstmal lernen, Zärtlichkeit als wohltuend, bereichernd und angenehm zu empfinden. Danach setz die Erotik oben drauf, und dann hast du`s und kannst es auch als wundervoll empfinden und genießen.

#10
Hallo Crying Soul,
danke für deine Antwort. Meine Eltern und ich nehmen am gegenseitigen Leben rege teil, aber wir sehen uns selten. In wichtigen Situationen "sichere" ich mich immer noch gerne bei Ihnen ab, indem ich um ihre Meinung bitte. Darüber hinaus lebe ich aber mein eigenes Leben.
Warum ? Du bist 27 und ich alt genug "dein Ding zu machen". Ich denke der Rat bei deinen Eltern wird dich nur mehr in dein bekanntes Muster drängen. Ich würde mich bei wirkl. harten Entscheidungen an Freunde wenden.

Ich versuche aus dieser Rolle "Bemuttern lassen/ Bemuttern" auszubrechen. Ich bin dafür überhaupt nicht der Typ, ich fühle mich regelrecht dazu gezwungen. Eigentlich ist es mir zuwider, aber scheinbar habe ich da trotzdem eine Rolle bedient, denn dazu gehören wohl immer 2.
Na sicher gehören dazu immer 2. Du hälst denk ich an deinen familiären Gegebenheiten fest, darum halte ich es für für dich und generell wichtig eine gesunde Distanz zu den Eltern aufzubauen. Du bist erstmal nur dir selbst gegenüber verpflichtet - Niemand sonst.
Deine Mutterrolle möchtest du beibehalten, weil du in ihr Sicher bist, auch wenn sie unangenehm ist. Deine sexuellen Gefühle für deinen Mann, haben sie aber denk ich oft zerstört. Ich glaube, dass es schwer ist zu einem "Partnerkind" sexuelle Gefühle aufzubauen. Ist dein Mann in deinen Träumen erwachsen oder ist er so kindlich wie du in real auch erlebst ?

Ich glaube auch, wie schon gesagt wurde, dass es für dich alleine zuviel ist. Ich würde mir an deiner Stelle auch prof. Hilfe suchen.

Liebe Grüße

#11
Hallo Schneeweißchen,

vielen Dank für deine Antwort. Ich habe sie aufmerksam gelesen. Ich habe einen Termin mit einem Therapeuten vereinbart und habe ein erstes Gespräch, nächsten Monat. Vielen Dank für deine Anregungen!

Lg Marlenchen

Hallo Crying Soul,

Dir auch vielen Dank für deinen Beitrag. In meinen Träumen ist mein Mann nicht kindlich. Ich habe mir einen Termin bei einem Therapeuten besorgt und werde nächsten Monat erfahren, ob dieser Anlass sieht das Thema gemeinsam zu bearbeiten. Vielen Dank für deine sehr guten Gedankenansätze. Lg Marlenchen

#12
Hallo Marlenchen,

es ist sicher ein Ansatz Dir zu raten therapeutische Hilfe zu holen, dennoch denke ich das in Deiner Geschichte trotzdem Ansätze drin sind, die Du mit Hilfe anderer user besprechen kannst, einfach auch einen neuen Blickwinkel zu finden.

Ich habe mich beim Lesen Deines Textes gefragt ob Du die körperliche Nähe im allgemeinen bei Deinem Kind und bei Dir selbst zulassen kannst.

Kannst Du Dein Kind knuddeln, herzen, küssen? Mit ihm unbeschwerte Nähe zulassen?

Und zum sexuellen Teil- kennst Du Dich und Deinen Körper? Kannst selber Deine Lust anheizen und kennst das Gefühl des absoluten Fallen lassens, wenn Du selber Hand anlegst?

Die Tatsache, dass Deine Eltern wenig liebevoll miteinander waren oder auch zu Dir, ist zwar eine Möglichkeit, dass Du im allgemeinen keine Nähe zulassen könntest, muss aber nicht unbedingt zu "Ekelgefühlen" führen. Ich denke, dass man eher im seltensten Fall die Eltern als sexuelle Wesen wahrnimmt.

Was auch immer dieses Gefühl bei Dir ausgelöst hat, mag es durch die schwierigen, lieblosen Beziehungen verstärkt haben und dann auch der Tatsache, dass Du gegen Dein inneres Gefühl gehandelt hast.

Es gab zwar immer ein reges Sexualleben, aber wohl eher, weil ich meinte zu wissen, dass gehöre dazu.
#13
Liebe Justine,

vielen Dank für deine Antwort :)

Meinem Kind kann ich körperliche Nähe und Liebe schenken und tue es auch gern. Hätten sich an dieser Stelle innere Widerstände eingeschlichen, dann hätte ich mir sofort Hilfe gesucht! Ich lebe selbst an mir keine Sexualität aus. Das habe ich noch nie getan. Nicht, weil ich das für etwas "Schlechtes" halte, im Gegenteil, ich habe schon oft gelesen, dass es einem selbst helfen kann, sich in diese Richtung zu finden. Aber es ist einfach kein Verlangen danach da. Natürlich habe ich es mal versucht- allein schon, weil es meine Freundinnen berichteten. Aber es hat mir nichts gegeben, dabei sind einfach keine Gefühle erwacht.

Ich glaube, dadurch dass meine Mutter einen regelrechten Ekel hatte, mich zu "herzen und zu küssen" habe ich es als Kind auf mich projeziert. Man hat ja als Kind noch keine Ressourcen, die einem sagen "das Problem liegt bei Mama, nicht bei Dir" sondern ich hatte einfach das Gefühl, ich bin abstoßend. Diese Gedanken kommen mir jetzt zwar nicht in den Sinn, wenn mein Mann die Nähe sucht- ich denke nicht "fass mich nicht an, ICH fühle mich eklig und bin es nicht wert", sondern es entsteht einfach eine totale Blockade "lass dass!!!" möchte ich dann schreien. Zudem habe ich auch unheimliche Probleme mit den normalen körperlichen Gegebenheiten. Dem Geruch, den Ausscheidungen, damit kann ich einfach nicht so natürlich umgehen, wie ich es gerne möchte. Aber speziell das hat auch sehr zugenommen, dass war früher einfacher. Vor allem, wenn ich die Männer schön und attraktiv fand. Ob es jemals wirklich um MEINE Lust dabei ging, oder nur darum, mich diesen Menschen "näher zu bringen", die ich so toll fand weiß ich nicht.

Einmal war ich bei einer Klopftherapeutin, wegen Ängsten. Sie rückte ganz nah an mich heran, um mein Gesicht zu beklopfen. Ich sagte" sie müssen mir nicht zu nahe kommen" und hatte sofort das Gefühl, dass sie es bestimmt nicht gerne täte. Die Behandlungen waren sehr "nahe", durch die Methode. Ich habe hinterher oft geweint, weil ich daran denken musste, wie selten meine eigene Mutter mir so nah gekommen ist. Irgendwann bin ich nicht mehr hin, weil es mir zu unangenehm war.

Wenn mein Mann mich streichelt kann ich das durchaus genießen und mich sehr entspannen. Nur, wenn ich merke, dass er auf etwas anderes hinaus will, oder zum Beispiel traurig ist und meinen Trost will, dass ist mir einfach zuviel, ab diesen Moment. Auch bei meinem besten Freund- ich fühle mich sofort bedrängt, wenn er ich merke, dass er sich wünscht in den Arm genommen zu werden.

Einmal war meine Katze beim TA und bekam eine Narkose. Hinterher kam er immer wieder zu ir getorkelt, wollte auf meinen Schoß, suchte ganz arg meine Nähe. Komischerweise hätte ich ihn auch da am liebsten weggeschoben, obwohl wir sonst sehr gerne zusammen schmusen. Aber dieses "angekrochen" kommen, dieses etwas von mir wollen, ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll- dass erweckt bei mir sofort den Wunsch, eine ganz klare Grenze zu ziehen und denjenigen zurück zu stoßen. Man sagt ja in der Psychotherapie, dass es mit den eigenen Wünschen zu tun hat, die man nicht ausleben konnte/durfte. Ach ich weiß nicht. Ich komm mir gestört vor. Dabei bin ich ein Mensch der sehr offen ist, ehrlich an anderen Anteil nimmt und selbst Fremde gerne im vorbeigehen anlächelt. ?(

Viele liebe Grüßen Marlenchen

#14
Hallo Crying Soul,

Dir auch vielen Dank für deinen Beitrag. In meinen Träumen ist mein Mann nicht kindlich. Ich habe mir einen Termin bei einem Therapeuten besorgt und werde nächsten Monat erfahren, ob dieser Anlass sieht das Thema gemeinsam zu bearbeiten. Vielen Dank für deine sehr guten Gedankenansätze. Lg Marlenchen
Hallo Marlene,

da du mittlerweile oft schriebst, dass du dich so unnormal empfindest. Ich empfinde dein Verhalten unter deinen Erfahrungen als normal. Ich kann zumindest verstehen, dass du dich so verhälst.

Ich denke, dass man das sexuelle lösen kann, wenn du aufhörst "typische" mütterliche Moralpredigten und sonstiges mütterliches Verhalten unterlässt. Natürlich muss dein Mann dann auch erwachsener werden (in einem gewissen Punkt seit ihr beide glaub ich noch zu sehr von den jeweiligen Werten eurer Eltern geprägt) dann kannst du ihn auch wieder als einen Mann erleben den du sexuell begehrst. Da sprechen ja deine Träume eine eindeutige Sprache. Allerdings musst du ihm auch die Chance geben erwachsen zu werden und ihm nicht dauernd vor den Latz knallen wie kindlich er doch sei. Du kannst ihn nicht erwachsen machen, du kannst du deinen Teil dafür beitragen, dass er es ist nicht mehr ist. Ob er erwachsen werden will, dass ist dann seine Entscheidung.

Geb dir und ihm Zeit aus der kindlicheren Rolle auszubrechen.

Liebe Grüße

Crying Soul

#15
Hallo Crying Soul,

danke, dass Du gesagt hast, dass Du meine Sorgen nicht als gestört empfindest :) Ich werde mich bemühen, meinen Mann nicht mehr so mütterlich zu behandeln- Du hast sicher recht. Nur wenn ich diesen Kreislauf von Mütterlichkeit fordern und selbiges geben unterbreche, kann sich etwas ändern.

Lg Marlenchen

#16
Hallo Crying Soul,
danke, dass Du gesagt hast, dass Du meine Sorgen nicht als gestört empfindest :) Ich werde mich bemühen, meinen Mann nicht mehr so mütterlich zu behandeln- Du hast sicher recht. Nur wenn ich diesen Kreislauf von Mütterlichkeit fordern und selbiges geben unterbreche, kann sich etwas ändern.

Lg Marlenchen
Hallo Marlene,

was mir noch in den Sinn gekommen ist : Du könntest als positives Beispiel vorran gehen. Er könnte ja theoretisch dir auch ankreiden, dass du noch zuviele wichtige Entscheidungen mit deinen Eltern anstatt mit ihm oder Freunden besprichst.

#17
Hallo Crying Soul,

danke für den Gedankenansatz, aber soviel Einfluss haben meine Eltern nicht auf mein Leben. Über wichtige Entscheidungen tausche ich mich mit Ihnen aus, aber ich stehe nicht unter ihrem Pantoffel. Lg Marlenchen

#18
Hallo Marlene,

das hab ich auch nicht behauptet. Deine Eltern können dir aber nur den Weg zeigen, welchen sie gegangen sind - Sollte das Beziehungsdinge betreffen läuft es darauf hinaus, dass sie dir Tipps geben wie du deine Beziehung so führst wie sie es tun.

#19
Wahre Worte, Crying Soul. Das ist ganz genau auf den Punkt gebracht, danke. Das werde ich in Zukunft berücksichtigen. Eigentlich war mir auch klar, was meine Mutter auf dieses Thema antwortet. Vielleicht habe ich dennoch gefragt weil ich in mir spüren wollte, dass ich es anders möchte. Dank Dir

Marlenchen

#20
Wahre Worte, Crying Soul. Das ist ganz genau auf den Punkt gebracht, danke. Das werde ich in Zukunft berücksichtigen. Eigentlich war mir auch klar, was meine Mutter auf dieses Thema antwortet. Vielleicht habe ich dennoch gefragt weil ich in mir spüren wollte, dass ich es anders möchte. Dank DirMarlenchen
Ich denke du wolltest / willst sie dazu bringen, dass sie evtl. mal die zärtlichen und liebevollen Eltern sind die sich "jeder" wünscht. Ich denke, deine Unfähigkeit im Bezug auf Nähe beruht darauf, dass du so nicht spüren musst, dass deine Eltern dich diesbezüglich vernachlässigt haben. Damit weichst du halt dem ganzen Konflikt aus aber u.a. deine Träume zeigen, dass du Sex und Nähe willst. Ich denke dein Ekel davor beruht auf der Angst vor der Auseinandersetzung, dessen das deine Eltern nicht so toll zu dir waren wie du es dir gewünscht hast und du hast mit dem nachfragen bei wichtigen Sachen die [nicht wirklich] realistische Hoffnung, dass sie dir nun genau das geben können, was sie aber noch nie konnten und auch nie können werden.

Indem Sinne stehst du vlt. nicht unter ihren Pantoffeln, aber sie haben noch zuviel [gewollten] Einfluss auf dein Leben.

LG

Crying Soul

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