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Ich brauche dringend hilfe!

3 Antworten1'391 AufrufeGestartet von Chemical Vocation ·

Chemical VocationThemenstart
bearbeitet #1
Ich (16) bin am Ende mit meinen Nerven, wirklich!

Angefangen hat es vor ca. 2 Jahren... Durch einen Unfall ist meine Mutter krank geworden und musste in die Psychatrie. Ich musste also mit meinem Vater und meiner Schwester alleine zuhause wohnen... Ich hab mich noch nie wirklich gut mit meinem Vater verstanden, da er wirklich sehr streng ist. Das Jahr indem meine Mutter dort war, war die reinste Hölle...

Meine Schwester (damals 12) hat angefangen zu machen was sie will, mein Vater hat mir meine letzten Freiheiten genommen! Ich hatte zu der Zeit meinen ersten richtigen Freund und wollte natürlich auch Zeit mit Ihm verbringen! Pustekuchen. Mein Vater ist streng katholisch und hat uns auch so erzogen. Ich konnte also nur zu meinem Freund, wenn eine Freundin für mich gelogen hat. Wenn meine Mutter mal zuhause war, gab es immer Streit zwischen meinen Eltern. Einmal war es sogar so weit, das mein Vater meinte er will ausziehen. Meine Mutter war zu diesem Zeitpunkt noch krank und konnte nicht alleine bleiben!

Ich wollte mit Ihnen reden das sie sich wieder vertragen sollen. Doch sie meinten nur das wir Kinder doch an allem Schuld sind und in unser Zimmer gehen sollen. Kurz danach bin ich in die Küche und hab mit meiner Mama geredet... Sie hat zu mir gesagt wenn mein Vater geht, springt sie vom Balkon. Sie ist so verzweifelt, sie weiß sich nicht anders zu helfen. So ging das eine ganze Weile... Meine Mutter fing die Tagesteraphie an und konnte jetzt schon alleine zuhause bleiben. An einem Abend stritten sie mal wieder heftig...

Am nächsten morgen zog mein Vater aus. Zu allem übel hatte ich in der Zeit einen neuen Freund, der mich 12 mal betrogen hat, 4 mal am selben Tag mit mir schluss gemacht hat und mich auch so nicht zu schätzen wusste. In der Schule ging es wegen diesen Problem auch bergab... Meine ehemalige Beste Freundin. Der Mensch, der neben meinem jetzigem Freund am meisten über mich weiß, hat mich auch nur belogen. Sie hat Geschichten über mich weiter erzählt und meine Geheimnisse anderen erzählt. Und das sind nicht nur Sachen wie ''Ohh der Tim ist ja so süß!''. Nein, es waren Geschichten aus meiner Familie. Als ich in der 5ten Klasse war, wurde ich mal verprügelt. Mein Gesicht war gebrochen und was weiß ich noch alles. Ich wurde danach noch Jahre lang aufgezogen damit. Heute kann ich nichtmal mehr alleine auf die Straße gehen, weil ich so eine Angst habe!

Freunde hab ich vielleicht 2. Und davon wohnt eine 2 Stunden mit dem Zug weg, weil sie umgezogen ist. Die andere hat nie Zeit. Fast jedem Menschen dem ich bis jetzt vertraut habe, hat mich hintergangen. Es fällt mir so schwer anderen Menschen etwas über mich zu erzählen, zu vertrauen! In meinem Alter fängt man auf Party's zu gehen... Ich kann es nicht. Weil ich keine Freunde habe und weil ich mich nicht traue. Ich bin mit meinem Aussehen total unzufrieden. Ich fühl mich total unattraktiv! Mit meiner Familie wird es immer schlimmer... Wenn man es noch Familie nennen kann. Meine Schwester ist 14 und benimmt sich wie der letzte Dreck. Sie raucht, kifft, nimmt Drogen, kommt nachhause wann sie will, schläft wo sie will, behandelt meine Mutter wie sie will, klaut, fährt schwarz, bestielt sogar mich, macht Telefonrechnungen von 200 € und ist so schlecht in der Schule, dass sie meine Schwester runter schmeißen wollen.

Und dann sagt meine Mutter zu mir, Du bist nicht besser! Ich habe mich immer zusammengerissen. Ich bin pünktlich nachhause gekommen, habe gelernt, ich rauche nicht, ich trinke nicht. Ich habe mein Zimmer aufgeräumt, hab im Haushalt geholfen und war für meine Mutter da, wenn sie mich brauchte. Ich habe das Gefühl wir Kinder sind meiner Mutter inzwischen egal! Sie hatte 1nen Monat nach meinem Vater einen neuen Freund. Das letzte asoziale Schwein! Tut mir leid, aber anders kann man es nicht sagen. Er ist ja total Kinderlieb. Aber echt asozial! Er benimmt sich wie ein Urwaldmensch. Isst mit Fingern, rülpst und furzt rum. Er kommt nachhause und das erste was er macht ist den Pc an. Er zieht sich nicht mal die Jacke und Schuhe aus! Mit Ihm komm ich auch nicht klar. Und mit meiner Schwester auch nicht. Was warscheinlich verständlich ist.

Ich fühle mich echt ungerecht behandelt. Wie schon gesagt, macht meine Schwester was sie will. Bekommt trotzdem alles in Ihren Po geschoben! Sie hat letztens erst ne Mahnung von der Bahn bekommen, dass sie noch 80 € für's Schwarzfahren zahlen muss. 200 € Telefonrechnung. Als Belohnung bekommt sie nen Nagelneuen Pc! Ein sehr gutes Beispiel ist auch, vor einem Jahr war nen Geburtstag. Da war ich so alt wie meine Schwester jetzt. Ich durfte mit rieden Ausnahme und weil mein Papa nicht da war bis um 12. Da hat meine Mutter mich sogar noch abgeholt. Um die gleiche Zeit dieses Jahr wollte meine Schwester auf einen Geburtstag... Wann sie nachhause gekommen ist? Um 6 Uhr morgens. DAS MÄDCHEN IST 14!!! :mauer:

Ich denke sehr oft daran mir das Leben zu nehmen. Einfach schluss zu machen! Ich hab auch einige Versuche hinter mir. Tabletten, Alkhol. Das einzigste was im Moment einen Sinn macht ist mein Freund. Er ist immer für mich da und ich liebe Ihn so sehr! Er hilft mir bei meinen Problemen... Ohne Ihn wüsste ich nicht weiter. Nur so kann das ja nicht weiter gehen. Es ist eine Qual für mich in dieser Familie zu leben. Meine Mutter ignoriert mich, intressier sich nicht für mich. Ich darf machen was ich will! Bitte sagt mir was ich machen soll...

bearbeitet #2
Du kannst nichts machen kleines.

16 ist minderjährig und deine Eltern sind deine gesetzliche Vertretung. Eine Möglichkeit, die besteht wäre auszuziehen. Wenn du aus Problemgründen nicht mehr in deiner Familien leben kannst und noch in der Ausbildung stehst, kannst du eine Wohnun beziehen. Die Eltern müssen dich aber finanziell unterstützen oder die Gemeinde kommt auf.

In deinem Fall aber unwahrscheinlich. Du hast 2 verschiedene Elternteile, die getrennt leben. Somit könntest du ein anderes Domizil beziehen.

Doch die andere Seite des geschehens ist auch interessant. Du erachtestdich selber injeder Situation als Opfer. Ich finde in gewissen Teilen kannst du dich gar nicht als Teil des Geschehens erachten. Zum Beispiel deine Schwester, die Krankheit deiner Mutter und ihr Freund - Der ja kinderlieb ist.

In deinem Fall gibts nur eins: Zusammenreissen 2 Jahre und dann ganz schnell verduften. Ich schreibe später nochmals. Muss Zug wechseln.

--

So, sitze nun im Büro.

Also. Auf alle Fälle gibts in deiner Problematik gewisse Dinge, die du nicht erachten darfst.

Deine Schwester kann machen was sie will, wird aber wohl böse auf die Schnauze fliegen später. Du kannst, wenn sie dir wichtig ist, natürlich mit ihr darüber sprechen. Aber in ihrem Alter, wird sie dich nicht verstehen.

Deiner Mutter kannst du selber nicht helfen, sonst wäre sie in keiner Klinik gewesen oder bei Tagestherapie. Das einzige, dass du tun kannst, ist den 'Stress' unterbinden und Verständnis für ihre Person und Situation zeigen. Es ist sehr schwer, aber solche Personen finden selber keinen Halt wenn alles schief gegangen ist. Ein Gespräch über die Krankheit würde sie nur kränken. Der neue Freund ist an sich ja kein Problem, auch wenn er dich nicht so anspricht. Asozial bedeutet übrigens was ganz anderes als rumfurzen und rumrülpsen. Das ist nur unanständig. Du kannst ihm das ja mal sagen, dass es dich stört. Ausserdem ist es nicht dein Haus/Wohnung, du kannst ihm also nicht vorschreiben, dass er Schuhe oder Jacke ausziehen muss wenn es deine Mutter nicht stört.

Wie ich dein wahres Problem sehe, stützt du dich zu sehr darauf, dass es Probleme gibt, die es gar nicht gibt. Jedenfalls keine Probleme für dich. Du hast ein Dach über dem Kopf, du hast einen Freund, 2 Kumpels (Mehr als das wird man wohl nie haben im Leben - Alles andere sind Bekannte) und wirst gemobbt in der Schule (wenn ich da mal hineininterpretiere. Du fühlst dich unattraktiv - Warum eigentlich?

Das sind deine eigentliche Probleme im Leben. Alles andere sind Vergangenheitsklauseln oder nicht deine Angelegenheit.

#3
Liebe Chemical Vocation,





Du kannst was machen. Da muss ich Scooptrx vehement widersprechen. Allerdings musst du dich dazu ans Jugendamt wenden. Die sind dafür zuständig. Und mit deren Hilfe kann man auch mit 16 schon Zuhause ausziehen. Eventuell wäre sowas wie betreutes Wohnen für Jugendliche etwas für dich. Da bist du nicht alleine und da gibt's dann bestimmt auch Jugendliche die Ähnliches erlebt haben. Es könnte zwar sein, dass du zum Psychologen musst, aber so schlimm wie das klingt ist das nicht. Wenn man einen guten hat, hat man jemanden zum Reden, Wut über die Ungerechtigkeit der Welt loswerden und jemanden, der einen wieder aufbaut. Muss aber auch nicht sein. Einen Betreuer in irgendeiner Art wirst du aber wahrscheinlich kriegen. Jetzt zu sagen, "Schätzchen, ist dein Pech. In 2 Jahren kannst du da raus und du seist zu sehr in der Opferhaltung" ist absolut daneben, meiner Meinung nach. In deiner Situation ist man glaube ich schon ziemlich am Ende und weiß nicht mehr weiter, und dann zu sagen, es sei deine Schuld, dass es so ist, ist falsch. Es ist nicht deine Schuld! Ich hab eine Freundin, die ist mit 14 aufgrund von familiären Problemen und darausfolgenden psychischen Problemen von Zuhause weg und die hat ihr Abitur jetzt gemacht und bezieht eine eigene Wohnung und hat wieder Lebensfreude etc. Auswegslos ist deine Situation nicht, auch wenn sie dir so erscheinen mag. Ansonsten, hast du schon mal die Telefonseelsorge angerufen (kostet nichts, selbst vom Handy aus nicht)? Die können die bezüglich Jugendamt vielleicht Tipps geben. Ich weiß, es ist seltsam dort anzurufen und es hat mich auch echt Überwindung gekostet, aber da hört dir wer zu und stellt keine dummen Fragen. Aber ich würde dir echt raten, dich ans Jugendamt zu wenden, nicht nur deinetwegen, du scheinst dir ja auch etwas Sorgen um deine Schwester zu machen, auch wenn ich verstehen kann, dass du schrecklich neidisch darauf bist, dass sie so viele Freiheiten hat. Aber du überblickst ja auch, was da schief geht. Es ist wahrscheinlcih schwierig für dich, weil du dir vorkommst als müsstest du erwachsen sein, weil sonst nichts funktioniert und keiner sagt nur irgendwas nettes für deine Mühe. Und ich fände es schade, wenn du wegen unglücklicher Umstände (sry, das klingt wahrschienlich zu milde) mit der Schule (noch mehr) Probleme bekommst. Du scheinst sehr ehrgeizig zu sein. Wenn du dich nicht alleine zum Jugendamt oder so traust, nimm deinen Freund mit. Der scheint dir ja eine gute Stütze zu sein.

Ich wünsch dir alles Gute und Stärke das durchzustehen.

Liebe Grüße,

Jeannie

http://www.liebeskummer.ch/members/chemical-vocation_id18714.html]

#4
Hallo liebe Chemical Vocation,

ich kann mich Jeannie nur anschließen! Du kannst und solltest auch etwas machen!

Bestimmt hast du mit deiner Mutter oft genug über die Situation geredet. Ihr erzählt, was mit dir los ist, was dich traurig macht und wie schlecht es dir geht?! Du schreibst, sie interessiert sich gar nicht für dich, ignoriert dich, lässt dich tun was du willst. Sie hat sehr viel mit sich selbst zu kämpfen durch ihre Krankheit. Anscheinend so sehr, dass sie mit euch und der gesamten Situation nicht mehr zurechtkommt. Nur ist es ihre Aufgabe für euch stark zu sein, nicht anders herum. Du kannst nichts dafür und ja, es ist ungerecht. Aber irgendwie klingt es nicht, als würde sich noch etwas daran ändern...

Zu sagen, du fühlst dich in der Opferrolle, klingt so... vorwurfsvoll, finde ich. Und einen Vorwurf kann man dir ganz sicher nicht daraus machen. Das Problem ist nur, dass es dich auch nicht weiter bringt immer mehr daran zu verzweifeln. Fang an etwas dagegen zu tun! Dich wird keiner aus der Lage retten, das musst du schon selbst in die Hand nehmen.

Ich denke, in diesem Fall ist das Jugendamt wirklich die beste Adresse. Erklär ihnen deine Situation, deine Probleme, wie es dir geht und frag was sich machen lässt!

Du hast die Unterstützung von deinem Freund. Das ist wirklich sehr viel wert! Ihn mitzunehmen zum Jugendamt finde ich eine gute Idee! Du weißt was du willst im Leben, bist ehrgeizig, hilfbereit und nie in eine falsche Richtung geraten. Ich finde das super! Und ich denke, du bist ein toller Mensch, der viel mit sich selbst anfangen könnte, wenn er mal auf sich schaut!

Im Moment versinkst du in deinen ganzen Problemen. Schaff erst einmal die Basis, sie von sicherem Boden aus zu betrachten. Vielleicht gelingt es dir mithilfe des Jugendamts wirklich aus dem Umfeld herauszukommen. In einer eigenen Wohnung oder beim betreuten Wohnen hättest du viel mehr Zeit dich auf dich selbst zu konzentrieren. Und ich denke, dadurch könntest du vielleicht auch wieder mehr Sicherheit und Zuversicht gewinnen.

Wenn du das geschafft hast (und erst dann) kannst du dich um die Probleme aus deiner Vergangenheit kümmern. Selbstvertrauen muss wachsen können. Aber auch dafür braucht es eine Ausgangsbasis. Geh das ganze Stück für Stück an, betrachte ein Problem nach dem anderen, nicht alle auf einmal! Und dann schau nach und nach, was du dagegen tun kannst!

:trost:

Ich wünsch dir ganz viel Kraft dafür!

Amidala

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