In der Zwickmühle ...
1 Antworten632 AufrufeGestartet von BradyPittchen ·
BradyPittchenThemenstart
Hallo allerseits.
Ich bin neu hier, habe aber in den letzten Wochen fleißig viele Postings hier gelesen und wollte nun einfach mal sehen, was andere Leidgeprüfte von meiner derzeitigen Situation halten.
Um es vorweg zu nehmen ... ich bin schwul und hab' im letzten Jahr - wahrscheinlich - einen sehr großen Fehler gemacht: Ich hab' mich nämlich dummerweise in einen Arbeitskollegen von mir verknallt. :mauer:
Auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so schlimm, aber der Typ war bis vor 6 Jahren verheiratet und hat eine 8jährige Tochter. Wir sind schon seit mindestens 2 Jahren neben der Arbeit sehr gut befreundet und irgendwie hat er wohl bei mir so eine Art Helfersyndrom geweckt, so dass ich irgendwann angefangen hab', ihm auch privat zur Seite zu stehen und zu mental zu helfen wo ich nur konnte. Unter anderem hab' ich letztes Jahr dafür gesorgt, dass er seinen Job nicht verliert und arbeitstechnisch nicht nur einmal die Kohlen für ihn aus dem Feuer geholt.
Das hat unsere Freundschaft sehr stark gefestigt und irgendwann im letzten Herbst hatte er die bahnbrechende Idee, dass wir doch auch mal zusammen in Urlaub fahren könnten. Gesagt, getan und während diesem Urlaub kamen wir uns dann auch sexuell näher. Alles wunderbar ... dachte ich mir, aber weit gefehlt; denn er suchte weiterhin nach einer Freundin, mit der er sein Leben teilen wollte und kurz nach Neujahr eröffnete er mir, dass er mit seiner Ex-Frau wieder zusammen sei. Bis dahin sahen wir uns regelmäßig und das eine oder andere Mal ließ er es sich nicht nehmen, mit mir in die Kiste zu steigen.
Nach dieser Neuigkeit war ich zwar total geschockt, aber ich ließ mich von ihm dazu überreden, die Freundschaft aufrecht zu erhalten, da er mich als Freund ja nicht verlieren wollte. Ein folgenschwerer Fehler, denn auf diese Weise half ich ihm beruflich weiter wo ich nur konnte, er heulte sich regelmäßig über die Beziehung zu seiner Ex-Frau bei mir aus und wenn es für ihn nicht mehr auszuhalten war, übernachtete er bei mir und verbrachte die Nacht mit mir. Ansonsten unternehmen wir privat kaum noch etwas gemeinsam, weil er ja seine Beziehung pflegen muss und meine Belange interesieren ihn inzwischen auch kaum noch. Also bin ich nun sozusagen sein Verhältnis. Wunderbar. ;(
Ich hab' oft in den letzten Wochen mit ihm darüber geredet, dass das so nicht weitergehen kann und das ich mir eigentlich zu schade dafür bin, den Lückenbüßer zu spielen und er gelobt jedes Mal Besserung. Dann läuft's wieder mal ne Woche besser und ähnlich wie früher und danach ist wieder alles vergessen.
Nun hatte ich letzte Woche wirklich ernsthaft Probleme mit unserem Chef, die daraus resultieren, dass ich meinem Kollegen wieder mal geholfen habe und es sieht so aus, als wenn ich auf Grund dieser Sache mit nachhaltigen Repressalien rechnen muss. Das scheint ihn reichlich wenig zu kümmern. Er beteuert zwar, dass es ihm leid tut, mich in diese Lage gebracht zu haben und sagt mir schon seit Tagen, dass ich mich nicht so hängen lassen soll, aber er hat sich noch nicht mal die Zeit dazu genommen, mir wirklich zu zuhören.
Ich muss gestehen, dass ich jetzt überhaupt nicht mehr weiß, wie ich mit der Situation und ihm weiter umgehen soll. Ich hab' schon darüber nachgedacht, ihm die Freundschaft zu kündigen, aber das würde nichts daran ändern, dass wir weiterhin beruflich miteinander arbeiten und kooperieren müssen. Und ich kann's mir jetzt beruflich wirklich nicht leisten, die Situation noch zu verschlimmern.
Andererseits ... und das muss ich leider zugeben ... liebe ich ihn sehr; auch wenn ich instinktiv weiß, dass er für mich unerreichbar bleiben und sich niemals offen für mich entscheiden wird.
Was meint Ihr dazu?
Ich bin neu hier, habe aber in den letzten Wochen fleißig viele Postings hier gelesen und wollte nun einfach mal sehen, was andere Leidgeprüfte von meiner derzeitigen Situation halten.
Um es vorweg zu nehmen ... ich bin schwul und hab' im letzten Jahr - wahrscheinlich - einen sehr großen Fehler gemacht: Ich hab' mich nämlich dummerweise in einen Arbeitskollegen von mir verknallt. :mauer:
Auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so schlimm, aber der Typ war bis vor 6 Jahren verheiratet und hat eine 8jährige Tochter. Wir sind schon seit mindestens 2 Jahren neben der Arbeit sehr gut befreundet und irgendwie hat er wohl bei mir so eine Art Helfersyndrom geweckt, so dass ich irgendwann angefangen hab', ihm auch privat zur Seite zu stehen und zu mental zu helfen wo ich nur konnte. Unter anderem hab' ich letztes Jahr dafür gesorgt, dass er seinen Job nicht verliert und arbeitstechnisch nicht nur einmal die Kohlen für ihn aus dem Feuer geholt.
Das hat unsere Freundschaft sehr stark gefestigt und irgendwann im letzten Herbst hatte er die bahnbrechende Idee, dass wir doch auch mal zusammen in Urlaub fahren könnten. Gesagt, getan und während diesem Urlaub kamen wir uns dann auch sexuell näher. Alles wunderbar ... dachte ich mir, aber weit gefehlt; denn er suchte weiterhin nach einer Freundin, mit der er sein Leben teilen wollte und kurz nach Neujahr eröffnete er mir, dass er mit seiner Ex-Frau wieder zusammen sei. Bis dahin sahen wir uns regelmäßig und das eine oder andere Mal ließ er es sich nicht nehmen, mit mir in die Kiste zu steigen.
Nach dieser Neuigkeit war ich zwar total geschockt, aber ich ließ mich von ihm dazu überreden, die Freundschaft aufrecht zu erhalten, da er mich als Freund ja nicht verlieren wollte. Ein folgenschwerer Fehler, denn auf diese Weise half ich ihm beruflich weiter wo ich nur konnte, er heulte sich regelmäßig über die Beziehung zu seiner Ex-Frau bei mir aus und wenn es für ihn nicht mehr auszuhalten war, übernachtete er bei mir und verbrachte die Nacht mit mir. Ansonsten unternehmen wir privat kaum noch etwas gemeinsam, weil er ja seine Beziehung pflegen muss und meine Belange interesieren ihn inzwischen auch kaum noch. Also bin ich nun sozusagen sein Verhältnis. Wunderbar. ;(
Ich hab' oft in den letzten Wochen mit ihm darüber geredet, dass das so nicht weitergehen kann und das ich mir eigentlich zu schade dafür bin, den Lückenbüßer zu spielen und er gelobt jedes Mal Besserung. Dann läuft's wieder mal ne Woche besser und ähnlich wie früher und danach ist wieder alles vergessen.
Nun hatte ich letzte Woche wirklich ernsthaft Probleme mit unserem Chef, die daraus resultieren, dass ich meinem Kollegen wieder mal geholfen habe und es sieht so aus, als wenn ich auf Grund dieser Sache mit nachhaltigen Repressalien rechnen muss. Das scheint ihn reichlich wenig zu kümmern. Er beteuert zwar, dass es ihm leid tut, mich in diese Lage gebracht zu haben und sagt mir schon seit Tagen, dass ich mich nicht so hängen lassen soll, aber er hat sich noch nicht mal die Zeit dazu genommen, mir wirklich zu zuhören.
Ich muss gestehen, dass ich jetzt überhaupt nicht mehr weiß, wie ich mit der Situation und ihm weiter umgehen soll. Ich hab' schon darüber nachgedacht, ihm die Freundschaft zu kündigen, aber das würde nichts daran ändern, dass wir weiterhin beruflich miteinander arbeiten und kooperieren müssen. Und ich kann's mir jetzt beruflich wirklich nicht leisten, die Situation noch zu verschlimmern.
Andererseits ... und das muss ich leider zugeben ... liebe ich ihn sehr; auch wenn ich instinktiv weiß, dass er für mich unerreichbar bleiben und sich niemals offen für mich entscheiden wird.
Was meint Ihr dazu?
Hallo BradyPittchen,
ich finde, dein Kollege nutzt dich nur aus, lass dir das nicht länger bieten. Eine Freundschaft ist ein geben und nehmen, er nimmt aber nur.
Auch wenn du ihn liebst, musst du ihm jetzt klar machen, dass er auf dich nicht mehr zählen kann. Schau nach dir, bevor du auch noch Ärger am Hals hast wegen ihm.
Kann ihm ja seine Frau bei seinen Problemen helfen, aber doch nicht du. Du machst dich kaputt bei der Sache, kannst nicht offen für Neues sein und wirst immer nur der "Lückenbüser" sein. Was erhoffst du dir davon?
Ich denke, wenn du auf Abstand gehst und ihm nicht mehr hilfst, wird es dir auf länger Sicht besser gehen. Dass ihr Kollegen seid, macht die Sache nicht unbedingt einfacher, aber da musst du einen Weg finden, dich ihm gegenüber als Kollege normal zu verhalten und als Freund zurück zu ziehen. Sag ihm das und er muss es akzeptieren.
Ich wünsch dir viel Glück und hoff, dass sich das mit deinem Job wieder einrenkt.
LG
Trude
ich finde, dein Kollege nutzt dich nur aus, lass dir das nicht länger bieten. Eine Freundschaft ist ein geben und nehmen, er nimmt aber nur.
Auch wenn du ihn liebst, musst du ihm jetzt klar machen, dass er auf dich nicht mehr zählen kann. Schau nach dir, bevor du auch noch Ärger am Hals hast wegen ihm.
Kann ihm ja seine Frau bei seinen Problemen helfen, aber doch nicht du. Du machst dich kaputt bei der Sache, kannst nicht offen für Neues sein und wirst immer nur der "Lückenbüser" sein. Was erhoffst du dir davon?
Ich denke, wenn du auf Abstand gehst und ihm nicht mehr hilfst, wird es dir auf länger Sicht besser gehen. Dass ihr Kollegen seid, macht die Sache nicht unbedingt einfacher, aber da musst du einen Weg finden, dich ihm gegenüber als Kollege normal zu verhalten und als Freund zurück zu ziehen. Sag ihm das und er muss es akzeptieren.
Ich wünsch dir viel Glück und hoff, dass sich das mit deinem Job wieder einrenkt.
LG
Trude
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