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Irgentwann

1 Antworten895 AufrufeGestartet von Navarion ·

NavarionThemenstart
#1
Es gab Zeiten, da war es mir ungeheuer wichtig, jedes Wochenende wegzugehen;

Nur nicht zur Ruhe kommen, keinen Stillstand zulassen.

Heute genieße ich die Tage, an denen mich diese quälende innere Unruhe,

die mich früher antrieb und bis an meine körperlichen Grenzen brachte, in Frieden läßt,

mich einfach losläßt. Ich sitze unter meinem Dachfenster, lausche dem Zwitschern der Vögel,

die sich auf den dicht stehenden Bäumen vor meinem Haus niedergelassen haben, ich lese

und lasse meine Gedanken treiben. Meist kreisen sie um mich, um meine Vergangenheit

und die Zukunft. Was war und was wird kommen? Das sind wohl zwei Fragen, die den Menschen immer

schlaflose Nächte bereiten werden.

Und natürlich denke ich an Sie, frage mich, was sie macht, ob sie an mich denkt, und wenn sie es tut, was es für eine Art von an-mich- denken das ist. Denkt sie an mich und vermißt mich, oder denkt sie an mich, wie man an jemanden denkt, der das eigene Leben kurz betreten, aber keine deutlichen Spuren hinterlassen hat? Ich sehe tief in mich hinein, ob ich Spuren von ihr in mir entdecken kann und muss lächeln. Schon allein die Tatsache, daß ich hier unter meinem Dachfenster sitze und mir diese Fragen stelle, müsste Antwort genug sein.

Sind es Spuren, die einfach da sind, die aber meiner Art zu denken, zu fühlen und zu leben nichts anhaben können, weil sie mit der Zeit verblassen? Oder sind es Spuren, die nie verblaßt sein werden, eingebrannt wie Narben auf der Haut, nachdem man sich an Glas verletzt hat?

Ich habe mich zu sehr an den Abgrund begeben, ich konnte nicht mehr zurück. Und so bin ich gesprungen, und nun falle ich immer noch, eingehüllt in meine Gedanken, die mich sanft hinuntergleiten lassen. Ich halte sie fest, vielleicht aus Angst vor dem harten Aufprall.

Meine Gedanken sind wie ein Fallschirm, groß und weit. Deshalb zieht es mich auch nicht nach draußen, denn dort sind Menschen, die mit ihren eigenen Sorgen und Problemen an mich herantreten könnten und mir damit meine schützenden Hülle entreißen würden. Ich will alleine sein, will die Stille in mir aufsaugen. Ich lebe mit dem Schmerz, trage ihn tief in mir, um ihm dann einen Platz in meinem Inneren zuweisen zu können, damit er von der Oberfläche verschwindet. Im Moment taucht er aber noch zu oft ungefragt auf, bei einem Lied, das ich in ihrer Nähe gehört habe, wenn ich ihren Duft an einer anderen Person wahrnehme, wenn ich an ihrem Haus vorbeischlendere . All diese Kleinigkeiten, die unser kurzes Treffen wichtig gemacht hatten.

Es tut verdammt gut, dass sie nie bei mir wahr . Hier bin ich frei , sie ist nur in meinem Kopf, aber da draußen lauert sie an jeder Straßenecke.

Irgendwann werde ich dort hinausgehen, und es wird nicht mehr wehtun. Ich werde mir lässig durch meine Haare fahren, meine Sonnenbrille zurechtrücken, und ich werde die Welt wieder ganz cool betreten.

Irgendwann, nur jetzt noch nicht!

#2
das ist wirklich wunderschön geschriebn..genauso hab ich bis vor kurzem auch gedacht!

und jetz kann ich auch wieder draussen durch die gegend schlendern, ohne auch nur angst zu haben, dass er mir begegnen könnte, und ich wieder in ein tiefes loch falle!

jetz seh ich das was war, nur noch als schönste zeit meines lebens an, und ich weiß dass noch weitere schöne zeiten kommen!

es ist der wahnsinn,,, du psrichst mir wie man so schön sagt aus der seele!

ich wünsch dir viel glück...

liebe grüße

:trost:

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