Kein Kontakt zu meiner Mutter
4 Antworten1'309 AufrufeGestartet von Midna ·
MidnaThemenstart
Hallo,
ich habe mal wieder ein Problem mit meiner Familie, zu dem ich gerne euren Rat hätte. Vor einigen Wochen habe ich bereits über meinen Bruder geschrieben, der sich immer mehr aus unserem Familienleben zurückzieht. Heute geht es aber um meine Mutter, mit der ich bis vor ein paar Tagen einen sehr guten Kontakt hatte.
Zur Vorgeschichte: Ich befinde mich momentan wieder in der Prüfungszeit und investiere die meiste Zeit damit, meine Bücher zu wälzen, da ich ein Leistungsstipendium erhalte, welches jedes Jahr (bei entsprechendem Notenschnitt) verlängert wird. Die Verlängerung für dieses Jahr habe ich bereits erhalten und ich war sehr froh darüber, da es trotz elterlicher Unterstützung und Nebenjobs manchmal dünn bei meinen Studiengebühren wird. Trotz des Prüfungsstresses nehme ich mir für gewöhnlich immer die Zeit, meine Mutter kurz anzurufen, da sie allein lebt. Vor zwei Wochen war sie auch mal zwei Tage hier und wir hatten eine schöne Zeit. Sie sagt mir immer wieder, wie wichtig ich ihr bin und wie stolz sie auf mich sei.
Diese Woche kam es nun zum großen Knall. Die Woche war allgemein sehr stressig, da ich neben zwei Prüfungen und Vorlesungsbetrieb auch noch den gesamten Mittwoch bei der Verleihung meines Stipendiums war. Mein Vater war an diesem Tag auch mit da, da sein Unternehmen unsere mathematische Fakultät unterstützt. Er hat also das Unternehmen vertreten, dass er als mein Elternteil dort war, war aber eher Zufall, da ansonsten keine Eltern oder der gleichen eingeladen werden durften. Als ich abends meine Mutter anrief und ihr von der Verleihung erzählte, merkte ich schon, wie reserviert sie wurde, als ich erzählte, dass mein Vater ja auch da war. Ihr war aber klar, dass ich ihn nicht eingeladen hatte. Sie freute sich plötzlich auch gar nicht mehr und legte relativ schnell auf.
Bis Freitag hörte ich von ihr gar nichts weiter. Am Freitag hatte ich dann meine letzte Prüfung der Woche und bekam eine 1,3. Ich rief sie daraufhin an und sie meinte nur abfällig, dass ich ja auch schon bessere Noten hatte (?). Ich habe das Gespräch dann leicht irritiert beendet. Abends rief sie mich dann an und meinte, dass wir dringend was klären müssen. Und ab da gings los. Ich wäre so nichtsnutzig wie mein Bruder, würde mich von ihr distanzieren, ich wäre gehirngewaschen, irre, würde sie anlügen (das wisse sie ganz sicher), würde nur ihr Geld wollen (sie überweist mir jeden Monat das Kindergeld, was mir gesetzlich zusteht, da sie sehr wenig verdient, wünsche ich mir auch immer nichts von ihr [vielleicht mal ein paar Muffins aber nie große materielle Dinge, wozu auch?]), ich wäre so wie mein Vater und würde mein Stipendium nur bekommen "weil er dem Herrn X in den Arsch gekrochen ist". Dann hat sie noch irgendwas rumgebrüllt ich wäre neureich (ihr kennt mich nicht aber glaubt mir, das bin ich nicht). Immer wenn ich sie beruhigen wollte schrie sie nur noch lauter rum, ich habe das Gespräch daraufhin beendet.
Spät abends kam dann folgende SMS: "Hallo meine N., dich mit M. (mein Bruder) zu vergleichen war falsch. Das tut mir leid, aber ich dachte echt, ich werde jetzt auch langsam bei dir "ausgesperrt". Du warst und bleibst mein Lebensmittelpunkt, von ersten Tag an, seit du auf diese Welt gekommen bist und das wird nie anders werden. Deine Mutti, die dich dolle lieb hat."
Was denkt ihr darüber? Ich finde es der Hammer, dass sie eine "Beschimpfung" (wenn man den Vergleich mit meinem Bruder überhaupt so nennen kann!) revidiert und der ganze andere Mist in der Luft steht. Heute kam dann noch eine weitere SMS:
"Ich habe in meinen Sorgenfresser einen Zettel geworfen auf dem steht: N. ruft mich gar nicht mehr an."
Zur Erklärung: Sie war vor zwei Wochen so traurig als sie wieder nach Hause fahren musste, da habe ich ihr einen Sorgenfresser geschenkt, da sie immer viel Kummer mit sich herumträgt.
Ich möchte erstmal nicht darauf reagieren, da es wahrscheinlich in eine Machtdemonstration ihrerseits ausarten wird, wobei sie versucht, ihre Argumente auch noch zu begründen. Da ich viel Prüfungsstress habe, möchte ich mir das grad einfach nicht antun. Oder was meint ihr?
(Es tat übrigens gut, sich die Zeit zu nehmen und sich das von der Seele zu schreiben.)
ich habe mal wieder ein Problem mit meiner Familie, zu dem ich gerne euren Rat hätte. Vor einigen Wochen habe ich bereits über meinen Bruder geschrieben, der sich immer mehr aus unserem Familienleben zurückzieht. Heute geht es aber um meine Mutter, mit der ich bis vor ein paar Tagen einen sehr guten Kontakt hatte.
Zur Vorgeschichte: Ich befinde mich momentan wieder in der Prüfungszeit und investiere die meiste Zeit damit, meine Bücher zu wälzen, da ich ein Leistungsstipendium erhalte, welches jedes Jahr (bei entsprechendem Notenschnitt) verlängert wird. Die Verlängerung für dieses Jahr habe ich bereits erhalten und ich war sehr froh darüber, da es trotz elterlicher Unterstützung und Nebenjobs manchmal dünn bei meinen Studiengebühren wird. Trotz des Prüfungsstresses nehme ich mir für gewöhnlich immer die Zeit, meine Mutter kurz anzurufen, da sie allein lebt. Vor zwei Wochen war sie auch mal zwei Tage hier und wir hatten eine schöne Zeit. Sie sagt mir immer wieder, wie wichtig ich ihr bin und wie stolz sie auf mich sei.
Diese Woche kam es nun zum großen Knall. Die Woche war allgemein sehr stressig, da ich neben zwei Prüfungen und Vorlesungsbetrieb auch noch den gesamten Mittwoch bei der Verleihung meines Stipendiums war. Mein Vater war an diesem Tag auch mit da, da sein Unternehmen unsere mathematische Fakultät unterstützt. Er hat also das Unternehmen vertreten, dass er als mein Elternteil dort war, war aber eher Zufall, da ansonsten keine Eltern oder der gleichen eingeladen werden durften. Als ich abends meine Mutter anrief und ihr von der Verleihung erzählte, merkte ich schon, wie reserviert sie wurde, als ich erzählte, dass mein Vater ja auch da war. Ihr war aber klar, dass ich ihn nicht eingeladen hatte. Sie freute sich plötzlich auch gar nicht mehr und legte relativ schnell auf.
Bis Freitag hörte ich von ihr gar nichts weiter. Am Freitag hatte ich dann meine letzte Prüfung der Woche und bekam eine 1,3. Ich rief sie daraufhin an und sie meinte nur abfällig, dass ich ja auch schon bessere Noten hatte (?). Ich habe das Gespräch dann leicht irritiert beendet. Abends rief sie mich dann an und meinte, dass wir dringend was klären müssen. Und ab da gings los. Ich wäre so nichtsnutzig wie mein Bruder, würde mich von ihr distanzieren, ich wäre gehirngewaschen, irre, würde sie anlügen (das wisse sie ganz sicher), würde nur ihr Geld wollen (sie überweist mir jeden Monat das Kindergeld, was mir gesetzlich zusteht, da sie sehr wenig verdient, wünsche ich mir auch immer nichts von ihr [vielleicht mal ein paar Muffins aber nie große materielle Dinge, wozu auch?]), ich wäre so wie mein Vater und würde mein Stipendium nur bekommen "weil er dem Herrn X in den Arsch gekrochen ist". Dann hat sie noch irgendwas rumgebrüllt ich wäre neureich (ihr kennt mich nicht aber glaubt mir, das bin ich nicht). Immer wenn ich sie beruhigen wollte schrie sie nur noch lauter rum, ich habe das Gespräch daraufhin beendet.
Spät abends kam dann folgende SMS: "Hallo meine N., dich mit M. (mein Bruder) zu vergleichen war falsch. Das tut mir leid, aber ich dachte echt, ich werde jetzt auch langsam bei dir "ausgesperrt". Du warst und bleibst mein Lebensmittelpunkt, von ersten Tag an, seit du auf diese Welt gekommen bist und das wird nie anders werden. Deine Mutti, die dich dolle lieb hat."
Was denkt ihr darüber? Ich finde es der Hammer, dass sie eine "Beschimpfung" (wenn man den Vergleich mit meinem Bruder überhaupt so nennen kann!) revidiert und der ganze andere Mist in der Luft steht. Heute kam dann noch eine weitere SMS:
"Ich habe in meinen Sorgenfresser einen Zettel geworfen auf dem steht: N. ruft mich gar nicht mehr an."
Zur Erklärung: Sie war vor zwei Wochen so traurig als sie wieder nach Hause fahren musste, da habe ich ihr einen Sorgenfresser geschenkt, da sie immer viel Kummer mit sich herumträgt.
Ich möchte erstmal nicht darauf reagieren, da es wahrscheinlich in eine Machtdemonstration ihrerseits ausarten wird, wobei sie versucht, ihre Argumente auch noch zu begründen. Da ich viel Prüfungsstress habe, möchte ich mir das grad einfach nicht antun. Oder was meint ihr?
(Es tat übrigens gut, sich die Zeit zu nehmen und sich das von der Seele zu schreiben.)
Deine Ma klingt unheimlich allein und eventuell auch ein bisschen gelangweilt und einsam. Wie sieht denn ihr Leben so aus? Hat sie einen neuen Partner? Mag sie ihren Job? Hat sie viele Freunde? Hobbies?
Ich könnte mir vorstellen, dass sie sich vielleicht außen vor und eifersüchtig gefühlt hat, als dein Vater zur Verleihung dabei war und sie hat zuhause einsam Däumchen gedreht.
Auf der anderen Seite ist das nicht deine Baustelle. Sie ist die Mutter, du das Kind. Ihr Wohlbefinden liegt nicht in deiner Verantwortung und du solltest dich in die Richtung auch nicht emotional erpressen lassen.
Aber wäre ein Mittelweg nicht gangbar? Z.B. dass du ihr schreibst "Sorry, dass ich gerade so im Lernstress bin, ich meld mich nach den Prüfungen und dann machen wir uns einen schönen Tag. Genieß das tolle Wetter! Drück dich! N." oder so. Ich weiß ja nicht, wie du so mit ihr schreibst...
Nach den Prüfungen kannst du ja mal mit ihr reden und ihr dann sagen, was du in dieser Situation gedacht und empfunden hast und wie du euer Verhältnis verbessern möchtest (falls du das möchtest).
Ich könnte mir vorstellen, dass sie sich vielleicht außen vor und eifersüchtig gefühlt hat, als dein Vater zur Verleihung dabei war und sie hat zuhause einsam Däumchen gedreht.
Auf der anderen Seite ist das nicht deine Baustelle. Sie ist die Mutter, du das Kind. Ihr Wohlbefinden liegt nicht in deiner Verantwortung und du solltest dich in die Richtung auch nicht emotional erpressen lassen.
Aber wäre ein Mittelweg nicht gangbar? Z.B. dass du ihr schreibst "Sorry, dass ich gerade so im Lernstress bin, ich meld mich nach den Prüfungen und dann machen wir uns einen schönen Tag. Genieß das tolle Wetter! Drück dich! N." oder so. Ich weiß ja nicht, wie du so mit ihr schreibst...
Nach den Prüfungen kannst du ja mal mit ihr reden und ihr dann sagen, was du in dieser Situation gedacht und empfunden hast und wie du euer Verhältnis verbessern möchtest (falls du das möchtest).
Hi,
ich glaube, dass deine Mutter äußerst ernsthafte Probleme hat und du dringend Distanz zu ihr brauchts. Es scheint zwischen deinen Eltern eine riesen Kluft zu bestehen und deine Mutter ist meines Erachtens eifersüchtig - ich kenne das von meiner Mutter, die reagiert auch derartig drastisch.
Insbesondere die Äußerung über den Lebensmittelpunkt halte ich für absolut grenzwertig. Ich vermute, dass sie sich sehr schwer damit tut, euch loszulassen und ganz arg klammert.
Mein Vorschlag wäre, mit ihr ein Gespräch zu führen und ihr die eigenen Äußerungen noch einmal vorzulegen. Du kannst ihr dann in dem Gespräch auch klar sagen, dass du immer zu ihr stehen wirst und sie auch liebst, sie dich aber ebenso eigene Entscheidungen treffen lassen muss.
Sie muss lernen loszulassen und ebenso wichtige andere Zentren in ihrem Leben finden.
ich glaube, dass deine Mutter äußerst ernsthafte Probleme hat und du dringend Distanz zu ihr brauchts. Es scheint zwischen deinen Eltern eine riesen Kluft zu bestehen und deine Mutter ist meines Erachtens eifersüchtig - ich kenne das von meiner Mutter, die reagiert auch derartig drastisch.
Insbesondere die Äußerung über den Lebensmittelpunkt halte ich für absolut grenzwertig. Ich vermute, dass sie sich sehr schwer damit tut, euch loszulassen und ganz arg klammert.
Mein Vorschlag wäre, mit ihr ein Gespräch zu führen und ihr die eigenen Äußerungen noch einmal vorzulegen. Du kannst ihr dann in dem Gespräch auch klar sagen, dass du immer zu ihr stehen wirst und sie auch liebst, sie dich aber ebenso eigene Entscheidungen treffen lassen muss.
Sie muss lernen loszulassen und ebenso wichtige andere Zentren in ihrem Leben finden.
starrily
Guten Morgen Midna,
ich denke, dass dies, was Du beschreibst, nichts mit Dir als Person zu tun hat, sondern eine Sache zwischen Deiner Mutter und
Deinem Vater ist.
Ich würde an Deiner Stelle jetzt erstmal keinen Kontakt zur Mutter haben wollen und ihr genügend Bedenkzeit geben um in
sich zu gehen. Mit ein wenig Abstand auf beiden Seiten könnte sich die Lage entspannen.
Als Du ihr die 1,3 gesagt hattest und sie negativ reagierte, denke ich, hat sie den Sinn und die Tatsache garnicht gecheckt und
wollte gemein zu Dir sein. Weil sie etwas sehr beschäftigt, was nicht mit Dir zu tun hat.
Also lass sie erstmal in Ruhe und nähere Dich ihr erst wieder, wenn Du denkst, es ist richtig.
Alles Gute
ich denke, dass dies, was Du beschreibst, nichts mit Dir als Person zu tun hat, sondern eine Sache zwischen Deiner Mutter und
Deinem Vater ist.
Ich würde an Deiner Stelle jetzt erstmal keinen Kontakt zur Mutter haben wollen und ihr genügend Bedenkzeit geben um in
sich zu gehen. Mit ein wenig Abstand auf beiden Seiten könnte sich die Lage entspannen.
Als Du ihr die 1,3 gesagt hattest und sie negativ reagierte, denke ich, hat sie den Sinn und die Tatsache garnicht gecheckt und
wollte gemein zu Dir sein. Weil sie etwas sehr beschäftigt, was nicht mit Dir zu tun hat.
Also lass sie erstmal in Ruhe und nähere Dich ihr erst wieder, wenn Du denkst, es ist richtig.
Alles Gute
Was denkt ihr darüber? Ich finde es der Hammer, dass sie eine "Beschimpfung" (wenn man den Vergleich mit meinem Bruder überhaupt so nennen kann!) revidiert und der ganze andere Mist in der Luft steht.Sie hat nicht wirklich was revidiert, in der SMS von ihr steckt die gesamte Erklärung die Du suchst.
Ihr Bruder ist ein Bösewicht weil er sich ihrem Einfluss entzieht. Du bist noch übrig und jetzt ihr Ein- und Alles (wobei das nicht positiv zu werten ist). Wenn Du Dich ansatzweise wie Dein Bruder verhälst wirst Du das zu spüren bekommen. Deine Mum droht Dir ganz offen, daß Du ihr Leben keinesfalls verlassen darfst und immer die kleine Tochter bleiben musst.
Eltern die ihre Kinder nicht loslassen können und zudem auch noch sonstige Probleme in ihrem Leben haben und die nicht lösen, werden immer versuchen das über ihre Kinder auszutragen. Den Preis wirst letzten Endes Du zahlen müssen indem Du kein eigenes Leben führen darfst. Oder nur in den Grenzen wie es Deiner Mum recht ist. Für sie bist Du nach wie vor das Kind mit dem Unterschied, daß dieses Kind heute Leistungen erbringt auf die sie stolz sein kann und gewissermaßen Deine Leistungen ihr Gefühl davon selbst nichts auf die Reihe zu bringen etwas kompensieren können - natürlich nur wenn die Leistungen auch gut genug sind und das Kind zusätzlich Partnerersatz, beste Freundin, Haustier und Zeitvertreib, Pausenclown und Seelentröster ist.
Ihr Lebensmittelpunkt zu sein ist nichts schönes, denn es erlaubt Dir nicht irgendwas Anderes zu sein. Als der Lebensmittelpunkt plötzlich bedroht war, weil plötzlich andere Menschen (Dein Vater) in Deinem Umfeld waren ist einfach mal die Fassade des ach so tollen Mutter-Tochter Verhältnisses zusammengekracht und es wurde für einen kurzen Moment sichtbar wie es darunter wirklich aussieht. Nur für einen Augenblick, dann wurde die Fassade schnell wieder errichtet.
Deine Mum hat ein ziemliches Problem. Den schlimmsten Fehler den Du machen kannst ist dieses Problem zu Deinem zu machen. Wenn Du Dich in der Lage dazu siehst und wieder ein bisschen Luft hast gehört hier ein ernstes Gespräch hin, aber kein "Liebe Mum, wenn ich Zeit habe bin ich immer für Dich da" Gespräch sondern ein "Mum - ich kann nicht Dein Lebensmittelpunkt sein und wills auch nicht" Gespräch. Das kann aber ziemlich heftig werden weil dann die Fassade wieder zusammenkracht.
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