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keine Ahnung

3 Antworten946 AufrufeGestartet von goldschatz ·

goldschatzThemenstart
#1
Hallo an alle,

bin das 1. Mal in diesem Forum...

Dachte auch dass ich eine glückliche Beziehung habe....

Vorgestern hat mir mein Freund nach 3 Jahren Beziehung erklärt, dass er auf Männer steht...

Ich kann das alles nicht glauben, wir hatten eine so schöne Zeit wir hatten noch so viel vor, wir wollten zusammenziehen. Ich dachte echt wir lieben uns.

Das kam voll von einer Sekunde auf die Nächste.

Ihr denkt vielleicht wie kann man so blöd sein 3 Jahre mit einem Schwulen zusammen zu sein. Aber er war so nett zu mir - wir hatten eine super tolle Beziehung, mir will das alles nicht in den Kopf.

Mein Leben macht irgendwie keinen Sinn mehr. Ich würd so gern mit jemand reden, der das gleiche erlebt hat, aber so was passiert doch nur in einer schlechten Soap oder mir...

Vielleicht kann mir jemand von euch helfen - ich weiß echt nimmer weiter

#2
Mir ist das nicht passiert, aber vielleicht magst Du ja trotzdem lesen was ich schreibe.

Ich kann mir gut vorstellen, daß es ein Schock ist. Und für Dich sehr sehr schmerzhaft. natürlich mußt Du um Eure Liebe trauern und es wird sicher nicht schön.

Aber Vorwürfe brauchst Du Dir nicht zu machen. Und für ihn was es sicher auch nicht leicht, Dir die Wahrheit zu sagen. Wenn ihr eine so tolle Zeit zusammen hattet, dann hat er Dich sicher furchtbar lieb.

Und da sehe ich auch Deine Chance. Dieses innige Mögen, daß muß bei EUch nicht aufhören. Wenn Du es schaffst nach Deiner Trauer und WUt weder auf ihn zuzugehen und ihn so zu akzeptieren wie er ist, dann könnt ihr vielleicht eine wunderebare Freundschaft aufbauen und Euch so sehr nah sein.

Versuch nur nicht ihn umzupolen. Wenn er Männer liebt, dann lass ihn Männer lieben. Du liebst ja schließlich auch Männer. :]

Er muß sich in der neuen Situation auch erst Mal zurecht finden. Aber wenn ihr Euch dann noch sehr mögt, hast Du ihn nicht für Dein Leben gewonnen, sondern kannst ihn als Freund für immer in Dein Leben nehmen.

#3
Hallo Goldschatz,

mir ist soetwas auch mal passiert, ist zwar schon 20 Jahre her und wir waren auch nicht mal annähernd 3 Jahre zusammen, aber was für ein Schock das für Dich ist, das kann ich noch immer nachvollziehen.

Irgendwie wirst Du wohl im Augenblick meinen, Du seist die ganze Zeit blind gewesen, vielleicht fühlst Du Dich verarscht und dennoch kann ich Dir nur sagen: Du warst weder blind, noch dürfte er Dich verarscht haben.

Ziemlich sicher wird er zwar auf den Gedanken, homosexuell zu sein, schon vor einiger Zeit gekommen sein, aber es dürfte wohl auch für ihn nicht so leicht gewesen sein, sich dieser Erkenntnis zu stellen. Dich schon vorher langsam und "schonend" darauf vorzubereiten, war ihm wohl kaum möglich, war er sich doch selbst noch nicht so ganz im Klaren über alles und wollte Dich nicht unnötig verunsichern, hätte er doch auf Deine Fragen selbst keine Antworten gewußt.

Nun, da er offenbar soweit ist, ist es für Dich natürlich ein "Boden unter den Füßen verlieren", Du bist fassungslos und fragst Dich, wieso Du das die ganze Zeit über nicht auch nur andeutungsweise bemerkt hast.

Doch dies ist in der Tat nicht immer zu bemerken, denn viele Homosexuelle haben zwar eine deutlich spürbarere ausgelebte weibliche Komponente an und in sich, als dies bei Heteromännern der Fall ist - und dies ist oft auch etwas, was uns Frauen anzieht, denn das gegenseitige Verständnis ist hier häufig höher... deshalb auch Dein Eindruck, er sei so lieb gewesen - ja, diese Männer sind schon wirklich besonders lieb, verständnisvoll und geben einem das Gefühl, mit einem Menschen zu leben, der einen behutsam behandelt und einen hundertprozentig versteht.

Ich möchte Dir Mut machen - nicht so, wie Du das jetzt bestimmt gern hören möchtest (ich versteh Dich durchaus, in Dir muß der Schmerz über den Verlust jetzt nur so toben, es tut furchtbar weh, gerade einen solch wunderbaren Partner zu verlieren und es tut ebenso weh, sämtlichen gemeinsamen Zukunftsplänen adieu sagen zu müssen - fühl Dich an dieser Stelle herzlich und tröstend in den Arm genommen!!! :trost: ) - und ich weiß auch, daß Dir meine Worte im Augenblick noch kein Trost sein können, weil der Schmerz noch überwiegt.

Jedoch kann ich Dir im Rückblick der Jahre sagen, daß der Mann, mit dem ich dies erlebt habe, nachdem ich den größten Schmerz überwunden hatte, mein bester Freund wurde, ein Freund, wie man ihn sich als Frau vielleicht "normalerweise" gar nicht vorstellen kann. Wenn ich einen neuen Freund hatte, konnte ich alles, was mir auf der Seele lag, mit diesem besten Freund besprechen und er sah vieles viel genauer und klarer, als das eine meiner Freundinnen vermocht hätte. Und dies tat er sehr gewissenhaft, hatte er mich doch einmal geliebt und liebte mich irgendwie noch immer, wenn nun auch auf andere Weise.

Auch Dein Freund hat Dich geliebt, da bin ich sicher und auf seine Art tut er dies noch immer. Leider nicht mehr so, wie Du Dir das wünscht und es brauchst und wie man es von einem Partner ja auch erwarten kann. Aber ich glaub nicht, daß er Dich verarscht hat.

Wie gesagt, im Moment kann das kein Trost für Dich sein, aber ich hoffe und wünsche Dir, daß Du diesen Schock schneller überstehen wirst, als Du jetzt noch glaubst und daß Du dann eine Freundschaft mit ihm annehmen kannst, so Du denn die Kraft dafür aufbringst.

Sei lieb gegrüßt,

Saraid

Unknow2
#4
Hallo goldschatz,

ich kenne schwule Männer, aber wie es dazu gekommen ist, dass sie schwul wurden bzw. ob sie es schon immer waren oder nicht, das weiß ich nicht. Die ganzen Coming-Out-Geschichten sind für Homosexuelle sicher ein sehr entscheidende Weggabelung in ihrem Leben, aber für die Betroffenen stellt sich das Ganze etwas komisch (oder wie sage ich es korrekt: "unverständlich" vielleicht? ) dar, denn sie sind ja nicht homosexuell, zumindest meistens nicht.

So ganz latent glaube ich jedoch, dass in uns allen ein Fünkchen Homosexualität wohnt. Trotzdem ist es vermutlich wie Schwangersein: Wer es noch nie war, weiß nicht, wie es ist.

Ich weiß nicht, ob ich richtig liege, aber für mich ist die Geschichte von dir unbedingt vergleichbar mit allen anderen kleinen Katastrophen, die hier im Forum beschrieben werden: Da geht der Partner seinen Weg und wir können ihm nicht (mehr) folgen.

Ich hoffe, du findest hier ein wenig Trost, denn es hilft eigentlich sehr, wenn man sich austauscht und Gleichgesinnte findet.

Schämen mußt du dich sicher nicht, bitte beginne nicht, deinen Kummer so zu betrachten. Wenn dir etwas peinlich sein sollte an dieser Geschichte, dann finde heraus, was es ist. Am Ende kannst du dann den Kummer verarbeiten, aber mit Scham bringst du dich nur in Teufels Küche.

Neugierig wäre ich jetzt aber schon und möchte gern wissen, wie es sexuell lief zwischen euch? Ich habe so meine Theorie, dass es nicht mehr so rasig intim wurde, was frau ja manchmal sehr mag... lieber Streicheln als Poppen... hab ich zumindest gehört. :rolleyes: :) )

Aber ich denke, ein klein bißchen war da sicher auch schon was zu merken und wenn auch nicht zu erahnen, so doch im Rückblick wohl nachvollziehbar.

Ich finde gut, was die anderen Poster geschrieben haben und meine dennoch, dass es ein Riesenkunststück ist, zum Ex-Partner eine Freundschaft aufzubauen. Wenn du dich hiervon nicht besonders angetan fühlst oder wenn du Zeit brauchst, dann suche auf jeden Fall erstmal Distanz.

dropje

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