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Liebe, Zorn und Tränen

3 Antworten1'431 AufrufeGestartet von Nitrogenium ·

NitrogeniumThemenstart
#1
Der Einzelgänger

Die Sonne brennt auf das staubige Tal;

Dort liegen verdorrt die Gebeine

Gefallener Helden.

Sie starben nicht der Ehre wegen,

Nicht dem Könige für,

Nicht ihrem Lande

Als ein getreuer Diener.

Sie schritten folgsam dem Tode entgegen,

Wie es jedoch nicht ein

Grausiger Feldherr, sondern

Die einfältigen Herzen

Der Narren gebeuten:

Zu werben um die Gunst eines Fräuleins,

Das unerreichbar zwar,

Dennoch aller selbstlosen

Verehrung wert,

Das holde Geschöpf!

Die kühnsten Taten,

Ein Schrei nach ihrer Bewunderung:

Man würde für sie

In den Schlund der Hölle hinabsteigen,

Einen Drachen ihr schlachten,

Nur um nach bestandener Prüfung

Gleich einem erbärmlichen Wurm

Zu ihren stinkenden Füßen

Zu kriechen!

Stets größer die Verzweiflung,

Noch mutiger so die Wagnisse,

Bis schließlich der Leichtsinn

Ein unwürdiges Grab

Dem Versuchenden bereitet.

Die Dirne aber, ach!

Hat euch betört, gebraucht,

Versklavt und bald vergessen,

Gedachte sie doch nie,

Einen von euch Narren

An den Platz ihres edlen Recken

Treten zu lassen!

Einsam und verirret

Durchstreife ich das Tal,

Mit schweren Schritten.

Und das Knacken eurer Knochen

Klingt euch da wie Hohn.

Die Sonne sinkt nieder,

Taucht eure Stätte in roten Schimmer.

Ich ziehe weiter meiner Wege;

Lieber einsam leben,

Als vergessen im Staube zu liegen!

#2
Todeshauch

Halb erfroren schreck ich auf,

Seh den Tod vor meinem Fenster,

Tanzen da wie Schreckgespenster

Nebel klamm im zähen Lauf.

Bäume wanken kahl, verloren,

Braunes Laub weht faul, vergoren,

Moderdampf treibt schwer hinauf.

Winde stürmen streng und kühl,

Über die verblühten Felder,

Durch die längst verstummten Wälder.

Fern zuckt grelles Lichterspiel.

Vögel vor der Kälte fliehen,

Kreischend Richtung Süden ziehen,

Finden Glück an ihrem Ziel.

Wer noch da, schläft zitternd ein,

Zehrt vom Fett aus bess'ren Zeiten;

Träumend mögen sie entgleiten,

Ich bleib traurig hier allein.

Rings umher naht Schmerz, Verderben,

Was noch lebt, wird bald schon sterben,

Unter blassem Mondesschein.

#3
Wohl bekomm's

Die Liebe ist wie Methanol:

Sie macht dich trunken, macht dich toll.

Sie trübt den Blick und treibt den Schweiß,

Im Herzen brennt sie feurig heiß.

Man lacht, man scherzt und tanzt und spinnt,

Die Liebe macht auch sehr schnell blind.

Gewinnt man ihr auch vieles ab,

Sie bringt dich irgendwann ins Grab.

Mein Rat an die trunk'nen Münder:

Ethanol trinkt sich gesünder!

#4
IhR lEtZtEr WiLlE

einsam steht sie auf dem Hügel

ihr weißes lange Kleid weht im Wind

sanft fährt der eiskalte Wind

auch durch ihr langes schwarze Haar

Tränen laufen über ihr Gesicht

wie winzige Diamanten

glitzern sie im Licht des Mondes

sie schließt ihre Augen

wider sieht sie all diese Bilder

immer fester kneift sie ihre Augen zu

in der Hoffnung

das all diese Bilder und Tränen verschwinden

doch sie tut dies vergeblich

langsam öffnet sie ihre Augen wieder

sie schaut hoch in die Sterne

leise fragt sie die dunkle stille Nacht

was sie nun tun soll

doch sie bekommt keine Antwort

die Sterne funkeln einfach still weiter

sie tun so als wäre nix geschehen

als wüssten sie von nichts

langsam verlässt sie ihre Kraft

sie hält die schmerzen nicht länger aus

langsam sinkt sie in die Knie

soll das jetzt wirklich alles sein

der Himmel wird nun von Wolken bedeckt

fast kein einziger Stern ist mehr zusehen

der Mond schimmert leicht durch die Wolken hin durch

es fängt an zu Regnen

dicke große Tropfen fallen vom Himmel

auch Blitze zucken am Himmel hell

eine ganze weile kniet sie einfach so auf diesem Hügel

sie kann es immer noch nicht fassen

das er ihr das angetan hat

langsam wird der Regen zu Schnee

und ein weißer Schleier bedeckt die Landschaft

sie schaut auf das Messer

welches sie in ihrer Hand hält

vorsichtig fährt sie mit dem Finger

über die scharfe Kante des Messers

um zu schauen ob es scharf ist

langsam tropf das Blut von ihrem Finger

hinunter in den weißen Schnee

rote punkte leuchten im weißem Schnee

wie versteinert schaut sie auf diese Bluttropfen

wieder fragt sie sich

ob sie es den wirklich wagen soll

soll sie nehmen sich ihr Leben

es bringt ihr doch aber auch nichts

wenn sie mit diesen Schmerzen weiter lebt

Tag für Tag quält sie sich

da ihr Herz nicht heilen will

ihre Seele weint auch schon bittre Tränen

wo ist da nur der sinn im Leben

wenn alles was man liebt verschwunden ist

man scheinbar nichts mehr hat

was einen glücklich macht

wieder sieht das Gesicht von ihm

sie sieht seine wunder schönen Augen

seinen Duft richt sie auch ganz nah

immer mehr Tränen laufen über ihr Gesicht

sie kann einfach die Erinnerungen nicht vergessen

wieder schaut sie auf das Messer

fest entschlossen es nun zu tun

setz sie das Messer an ihre Pulsader

kurz schließt sie noch mal ihre Augen

ihren letzten willen will sie sich erfüllen

nur noch sterben möchte sie

fort von dieser grausamen Welt

sie schneidet sich tief in ihren Arm

Blut fließt auf ihrer tiefen Wunde

nun ist sie erlöst von all diesen Qualen

nie mehr wird sie leiden

da ihr Geist unsere Welt verlassen hat

um jetzt im reich des Himmels glücklich zu sein…

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