Liebe zurückbringen?
5 Antworten1'920 AufrufeGestartet von wirklich_ratlos ·
wirklich_ratlosThemenstart
Hallo zusammen
Ich bin 35 und seit über 12 Jahren mit meinem Freund zusammen (wir wohnen seit 10 Jahren zusammen, sind aber nicht verheiratet und haben keine Kinder). Wir führen eine sehr harmonische Beziehung, streiten uns kaum, haben gemeinsame Hobbys, die gleichen Erwartungen/Vorstellungen von unserem Leben und können uns auch intellektuell austauschen (was mir in einer Beziehung sehr wichtig ist). Auf dem Papier sind wir ein perfektes Paar - und trotzdem stimmt im Moment einfach gar nichts mehr… Ich weiss nicht wirklich, wo anfangen und vermutlich kommt alles etwas wirr daher - aber das trifft meine momentane Gefühlslage sehr gut. Ich weiss im Moment nämlich nicht mehr, wie es weiter gehen soll.
Ich habe seit Jahren keine Lust mehr auf Sex mit meinem Freund. Und das obwohl ich durchaus Lust auf Sex hätte, er sich auch Mühe gibt und auf meine Wünsche eingeht - am Ende ist der dominierende Gedanke immer "geschafft - nun habe ich wieder eine Weile meine Ruhe". Wir haben das vor allem anfänglich thematisiert und auch versucht Lösungen zu finden, ohne grossen Erfolg und irgendwann haben wir uns einfach damit abgefunden… ich denke, es war auf den ersten Blick die einfachste Lösung… Ich habe mir immer gesagt, dass das in einer langjährigen Beziehung nun mal einfach so ist… die Schmetterlinge halten nicht ewig an und die physische Anziehung tritt in den Hintergrund, dafür entsteht eine Vertrautheit auf einer ganz anderen Ebene. Unterbewusst wusste ich wohl aber, dass die Probleme tiefer liegen und ich wollte es einfach nicht wahrhaben… Schritt für Schritt haben wir uns so wohl immer etwas weiter voneinander entfernt. Vor einigen Monaten habe ich mich jedenfalls in einen anderen Mann verliebt. Es hatte keine Zukunft und ich habe es auch sehr schnell abgehakt - aber hat es mich gezwungen aufzuwachen, meine Augen zu öffnen und mir einzugestehen, dass das in einer gesunden Beziehung nicht passieren könnte. Seither frage ich mich, was ich noch für meinen Freund empfinde und wie es mit uns weiter gehen soll. Bevor wir ein Paar wurden, war er mein bester Freund - und ich befürchte, das ist er nun wieder. Ein sehr guter Freund, der mir viel bedeutet - aber den ich nicht mehr liebe. Wir reden immer noch zusammen, haben immer noch gemeinsame Hobbys, aber wir leben eher als WG als in einer Beziehung. Körperlicher Kontakt ist für mich inzwischen wirklich schlimm. Es kommt mir vor, wie das Beispiel mit dem Frosch und dem kochenden Wasser... die kleinen Veränderungen nimmt man nicht wahr und irgendwann blickt man zurück und fragt sich, wieso man nichts unternommen hat.
Im Moment würde ich am liebsten einfach von allem weg - ich habe das Gefühl, mich zu verstellen und eine Rolle zu spielen und ich hasse es. Aber ich will gleichzeitig unsere Beziehung nicht einfach aufgeben. Eigentlich will ich, dass ich ihn ganz einfach wieder von ganzem Herzen liebe. Aber wie gelingt mir das? Wie holt man die Liebe zurück, wenn sie mal weg ist? Im Internet findet man viele gute Tipps bei Beziehungsproblemen - gemeinsame Hobbys finden, wieder mehr miteinander reden etc. Aber das scheint mir bei uns nicht das Problem zu sein. Ich habe mir lange überlegt, was denn das Problem ist…. was anders sein müsste… was ich bei meinem Freund vermisse… Ich bin ein sehr aktiver Mensch mit einem ziemlich "starken" Charakter (was garantiert nicht immer einfach ist). Mein Freund ist hingegen ein gemütlicher Mensch und sehr harmoniebedürftig. Das führt dazu, dass meistens ich diejenige bin, die die Initiative ergreift, etwas organisiert, sich um vieles kümmert… ich wünsche mir einen Mann, zu dem ich aufschauen kann, der mich beschützt, bei dem ich mich auch mal ausruhen und anlehnen kann… und dieses Gefühl kann mir mein Freund nicht geben. Aber genau diese Dinge kann man m.E. doch gar nicht ändern - das gehört nun mal zu seinem Charakter. Alles andere ist dann nicht mehr ER, das wäre nur eine Rolle und das will und kann ich nicht von ihm verlangen…
Ich weiss, dass ich so schnell wie möglich mit ihm über all das sprechen sollte - aber ich weiss im Moment ja nicht mal, ob ich überhaupt daran glaube, dass es weitergehen kann oder nicht. Kann man die Liebe zurückholen oder klammere ich mich nur an einen Strohhalm? Was sind Eure Erfahrungen?
Vielen Dank für Eure Hilfe!
Ich bin 35 und seit über 12 Jahren mit meinem Freund zusammen (wir wohnen seit 10 Jahren zusammen, sind aber nicht verheiratet und haben keine Kinder). Wir führen eine sehr harmonische Beziehung, streiten uns kaum, haben gemeinsame Hobbys, die gleichen Erwartungen/Vorstellungen von unserem Leben und können uns auch intellektuell austauschen (was mir in einer Beziehung sehr wichtig ist). Auf dem Papier sind wir ein perfektes Paar - und trotzdem stimmt im Moment einfach gar nichts mehr… Ich weiss nicht wirklich, wo anfangen und vermutlich kommt alles etwas wirr daher - aber das trifft meine momentane Gefühlslage sehr gut. Ich weiss im Moment nämlich nicht mehr, wie es weiter gehen soll.
Ich habe seit Jahren keine Lust mehr auf Sex mit meinem Freund. Und das obwohl ich durchaus Lust auf Sex hätte, er sich auch Mühe gibt und auf meine Wünsche eingeht - am Ende ist der dominierende Gedanke immer "geschafft - nun habe ich wieder eine Weile meine Ruhe". Wir haben das vor allem anfänglich thematisiert und auch versucht Lösungen zu finden, ohne grossen Erfolg und irgendwann haben wir uns einfach damit abgefunden… ich denke, es war auf den ersten Blick die einfachste Lösung… Ich habe mir immer gesagt, dass das in einer langjährigen Beziehung nun mal einfach so ist… die Schmetterlinge halten nicht ewig an und die physische Anziehung tritt in den Hintergrund, dafür entsteht eine Vertrautheit auf einer ganz anderen Ebene. Unterbewusst wusste ich wohl aber, dass die Probleme tiefer liegen und ich wollte es einfach nicht wahrhaben… Schritt für Schritt haben wir uns so wohl immer etwas weiter voneinander entfernt. Vor einigen Monaten habe ich mich jedenfalls in einen anderen Mann verliebt. Es hatte keine Zukunft und ich habe es auch sehr schnell abgehakt - aber hat es mich gezwungen aufzuwachen, meine Augen zu öffnen und mir einzugestehen, dass das in einer gesunden Beziehung nicht passieren könnte. Seither frage ich mich, was ich noch für meinen Freund empfinde und wie es mit uns weiter gehen soll. Bevor wir ein Paar wurden, war er mein bester Freund - und ich befürchte, das ist er nun wieder. Ein sehr guter Freund, der mir viel bedeutet - aber den ich nicht mehr liebe. Wir reden immer noch zusammen, haben immer noch gemeinsame Hobbys, aber wir leben eher als WG als in einer Beziehung. Körperlicher Kontakt ist für mich inzwischen wirklich schlimm. Es kommt mir vor, wie das Beispiel mit dem Frosch und dem kochenden Wasser... die kleinen Veränderungen nimmt man nicht wahr und irgendwann blickt man zurück und fragt sich, wieso man nichts unternommen hat.
Im Moment würde ich am liebsten einfach von allem weg - ich habe das Gefühl, mich zu verstellen und eine Rolle zu spielen und ich hasse es. Aber ich will gleichzeitig unsere Beziehung nicht einfach aufgeben. Eigentlich will ich, dass ich ihn ganz einfach wieder von ganzem Herzen liebe. Aber wie gelingt mir das? Wie holt man die Liebe zurück, wenn sie mal weg ist? Im Internet findet man viele gute Tipps bei Beziehungsproblemen - gemeinsame Hobbys finden, wieder mehr miteinander reden etc. Aber das scheint mir bei uns nicht das Problem zu sein. Ich habe mir lange überlegt, was denn das Problem ist…. was anders sein müsste… was ich bei meinem Freund vermisse… Ich bin ein sehr aktiver Mensch mit einem ziemlich "starken" Charakter (was garantiert nicht immer einfach ist). Mein Freund ist hingegen ein gemütlicher Mensch und sehr harmoniebedürftig. Das führt dazu, dass meistens ich diejenige bin, die die Initiative ergreift, etwas organisiert, sich um vieles kümmert… ich wünsche mir einen Mann, zu dem ich aufschauen kann, der mich beschützt, bei dem ich mich auch mal ausruhen und anlehnen kann… und dieses Gefühl kann mir mein Freund nicht geben. Aber genau diese Dinge kann man m.E. doch gar nicht ändern - das gehört nun mal zu seinem Charakter. Alles andere ist dann nicht mehr ER, das wäre nur eine Rolle und das will und kann ich nicht von ihm verlangen…
Ich weiss, dass ich so schnell wie möglich mit ihm über all das sprechen sollte - aber ich weiss im Moment ja nicht mal, ob ich überhaupt daran glaube, dass es weitergehen kann oder nicht. Kann man die Liebe zurückholen oder klammere ich mich nur an einen Strohhalm? Was sind Eure Erfahrungen?
Vielen Dank für Eure Hilfe!
ich wünsche mir einen Mann, zu dem ich aufschauen kann, der mich beschützt, bei dem ich mich auch mal ausruhen und anlehnen kann… und dieses Gefühl kann mir mein Freund nicht geben. Aber genau diese Dinge kann man m.E. doch gar nicht ändern - das gehört nun mal zu seinem Charakter. Alles andere ist dann nicht mehr ER, das wäre nur eine Rolle und das will und kann ich nicht von ihm verlangen…Hmm... warst Du jetzt 12 Jahre mit ihm zusammen, obwohl er nicht Deinen hier geschilderten Vorstellungen entspricht oder falls nicht, wann hast Du gemerkt, dass er nicht Deinen Vorstellungen entspricht?
Hi!
Jeder Mensch ist ambivalent. Der eine mehr der andere weniger. Vielleicht solltet ihr mal gemeinsam einen Weg suchen, wie man die Verhältnismäßigkeit wieder herstellen kann.
Allerdings glaube ich, es wird nur die Radikalkur helfen.
LG
Grillcat
Jeder Mensch ist ambivalent. Der eine mehr der andere weniger. Vielleicht solltet ihr mal gemeinsam einen Weg suchen, wie man die Verhältnismäßigkeit wieder herstellen kann.
Allerdings glaube ich, es wird nur die Radikalkur helfen.
LG
Grillcat
Ich glaube, es ist für mich schon seit längerem ein Problem. Wirklich realisiert resp. mir auch eingestanden habe ich es aber erst vor ein paar Monaten. Nachdem ich mich in diesen anderen Mann verliebt hatte, wurde mir klar, dass ich meinen Freund nicht mehr so liebe, wie es mal getan habe und ihn nur noch als guten Freund sehe. Aber Liebe geht ja nicht einfach so ohne Grund weg. Und ich habe mich gefragt, was sich denn ändern müsste, damit er für mich wieder der "Mann meiner Träume" ist. Und das, was ich oben geschildert habe, ist einfach das einzige, was ich in unserer Beziehung vermisse. Zu Beginn war das sicher noch nicht so. Ich denke, vor allem seit ich beruflich immer mehr Verantwortung trage, wird es für mich immer wichtiger, privat auch mal zurücklehnen zu können. Und das kann ich nicht - wir haben beide sehr anspruchsvolle Jobs und er braucht in seiner Freizeit viel mehr "Regenerationsphasen" als ich, was halt dazu führt, dass vieles an mir hängen bleibt. Das ist von ihm keine Rücksichtslosigkeit oder Vernachlässigung - das ist einfach so und genau deshalb finde ich es so verdammt schwierig... wie soll ich das ändern können...?!? :(
liebe wirklich ratlos.
ich weiss ganz gut wovon du schreibst, meine situation ist ein bißchen ähnlich.
beziehung ist arbeit. ein fortwährendes immer aneinander wachsen. kein mensch hat einen feststehenden charakter und muss/will bis ans lebensende genauso bleiben. wäre ja auch langweilig. wenn du nicht so einfach aufgeben willst, kämpfe. ich habe angefangen zu lesen :elke vesper"ist unsere liebe noch zu retten?" -das hilft mir gerade, kann ich empfehlen.. mein mann macht eine gestalttherapie und es ist auf dem tisch, dass es probleme gibt. seitdem es offen vor uns liegt, ist es schon ein bißchen leichter und kleine veränderungen sind da. ich kann mir auch vorstellen, dass wir noch eine paartherapie machen werden.
reden,reden, reden. der mensch gewöhnt sich so schnell an das gute und hält es für selbstverständlich. liebe braucht aber immer bemühung. wahrscheinlich weisst du gar nicht, was deinem freund alles fehlt. ihr werdet beide unausgesprochene sehnsüchte haben.
ich weiss ganz gut wovon du schreibst, meine situation ist ein bißchen ähnlich.
beziehung ist arbeit. ein fortwährendes immer aneinander wachsen. kein mensch hat einen feststehenden charakter und muss/will bis ans lebensende genauso bleiben. wäre ja auch langweilig. wenn du nicht so einfach aufgeben willst, kämpfe. ich habe angefangen zu lesen :elke vesper"ist unsere liebe noch zu retten?" -das hilft mir gerade, kann ich empfehlen.. mein mann macht eine gestalttherapie und es ist auf dem tisch, dass es probleme gibt. seitdem es offen vor uns liegt, ist es schon ein bißchen leichter und kleine veränderungen sind da. ich kann mir auch vorstellen, dass wir noch eine paartherapie machen werden.
reden,reden, reden. der mensch gewöhnt sich so schnell an das gute und hält es für selbstverständlich. liebe braucht aber immer bemühung. wahrscheinlich weisst du gar nicht, was deinem freund alles fehlt. ihr werdet beide unausgesprochene sehnsüchte haben.
meine gedanken: liebe kann man nicht zurückholen, von wo denn? welche liebe? du sagst doch selbst schon, dass dein mann nicht der ist, den du dir wünschst. es ist einfach so.
ich würde offen zu meinem partner seien, zusammen für jeden einzelnen und hoffentlich für beide eine lösung finden.
ich würde offen zu meinem partner seien, zusammen für jeden einzelnen und hoffentlich für beide eine lösung finden.
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