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Männer, wie geht ihr mit räumlicher Trennung um?

4 Antworten985 AufrufeGestartet von dimitry ·

dimitryThemenstart
#1
Hallo,

nach unendlich vielen Frauengesprächen muss ich jetzt mal wissen, wie Männer mit Veränderungen in der Beziehung umgehen:

Ich war 5,5 Jahre mit meinem 14 Jahre älteren Freund zusammen.

4 Jahre haben wir zusammen gewohnt.

Es war toll. Wir hatten eine wunderschöne Zeit, haben teilweise zusammen gearbeiten (sind beide Freiberufler in der selben Branche), haben uns gemeinsam einen Hund angeschafft...

Einziges Problem: ich bin ein Workoholic, plane gerne meine Zukunft, träume gerne meine Zukunft, übernehme Verantwortung und erwarte somit viel von meinem Freund, der nix plant, keine Träume hat, sein Leben von heut auf morgen lebt.

Wir sind da extrem unterschiedlich.

Seit langer Zeit fühle ich mich unglücklich. Zu wenig Feedback in der Beziehung, überfordert im Job, immer wieder Tiefschläge durch Unzuverlässigkeit und Egoismus seitens meines Freundes.

Eine Trennung kam für mich nie in Frage, aber der Wunsch nach eigenen 4 Wänden wuchs.

Meine Hoffnung war, dass jeder wieder etwas mehr Ruhe und zeit für sich findet und wir dem eingefahrenen Alltag so entkommen. Ich hatte geglaubt, das hilft uns, wieder mehr zueinander zu finden.

Er war nie begeistert von der Idee, hat aber auch nie etwas unternommen, um mich am Auszug zu hindern.

Mit dem Tag des Auszugs ging es ihm extrem schlecht. Unkonzentriert, zurückgezogen, überfordert....kurz um: einen neben sich laufen.

Ich weiss nicht, wie oft ich ihm gesagt habe, ich bin nicht weg, ich will dich nicht verlassen, ich will weiter mit dir leben und mit dir arbeiten....

Absoluter Rückzug mit den Worten: ich brauche Zeit!

Kein einziges Mal hat er mich in meiner Wohung besucht, mich gefragt wie es mir geht....hab ich ihn besucht, war es nett, aber er hat mich nie angerufen, angesimst oder eben besucht....

Nebenbei bemerkt: mir ging das ganze auch sehr nah und mir ging es extrem schlecht.

Nach 4 Wochen habe ich im Streit und aus der Not heraus gesagt, dass ich mich unter den Umständen dann ganz trennen möchte. Ganz heisst privat wie beruflich.

Die nächsten 4 Wochen haben wir uns gehört oder gesehen, wenn es um die Wohnungsauflösung etc ging.

Seit 4 Wochen nun haben wir die Schlüssel übergeben und uns verabschiedet mit den Worten, er braucht zeit.

Jetzt haben wir funkenstille!

Liebe Männer, wenn er mich schon vorher nicht mehr geliebt hat, hätte er nicht sagen können: ich finde das eine gute Idee, ich glaube, dass ist besser so für uns....

Wenn er mich geliebt hat und nicht wollte, dass ich ausziehen, hätte er dann nicht kämpfen können und mir eindeutig sagen oder zeigen können, was ich ihm bedeute?

Welche Signale habe ich evtl übersehen?

Er sagte immer, ich bin zu ungeduldig, wenn ich auf meine vielen Fragen Antworten hören wollte....

Das schlimmste für mich ist, dass wir nie geredet haben.

Warum reden Männer nicht, wenn ihnen was nicht passt oder nicht gefällt?

Warum gehen sie jedem Konflikt aus dem Weg?

Es ist verrückt, ich wollte uns helfen und ihn nicht verlieren.

Jetzt ist alles anders und ich weiss nicht, ob es gut oder schlecht ist.

Ich vermisse ihn so unendlich und ich bin gleichzeitig so wahnsinnig wütend auf ihn. Mir fallen so viele Dinge ein, bei denen er sich meiner Meinung nach alles andere als korrekt verhalten hat und doch wünsche ich mir nichts mehr, als dass er anruft, eine sms schickt oder einfach vor meiner Türe steht....

Ob unsere Beziehung überhaupt noch einen Sinn hatte, weiss ich nicht, aber wie kann man so schweigend, tatenlos alles hinnehmen....

Liebe Männer, gebt mir einen Rat!

Was ist es, dass es euch so schwer macht, über eure Gefühle zu reden?

Ich danke euch für die Zeit und die Geduld.

Dimi

#2
Ich ("leider" auch Frau) kann dir nur sagen dass ich den Eindruck hab er fühlt sich extrem zurückgewiesen UND er tut sich schwer darüber zu reden. Kann sein dass ihm ähnliches schon mal passiert ist und egal was du gesagt hast er die erlenten Gründe angewendet hat.

Tut mir leid dass es so gekommen ist.

#3
hi,

ja, da liegst du wohl sehr richtig!

genau den eindruck vermitteln er bzw hat es in der Art geäussert.

einmal sagte er sogar, er habe das alles genauso schon einmal erlebt.

ich weiss, dass er sich mit einigem schwer tut und beziehungstechnisch scheinbar Defizite hat.

Ich muss auch sagen, er hat sich nicht negativ geändert in den Jahren. Er war immer so zurückgezogen bzw hat wenig bis gar nicht über seine Gefühle gesprochen. Und ich behaupte, ich habe alles getan um an ihn ranzukommen.

Habe viel geredet und versucht, um meine Gefühle bzw meinen Frust verständlich zu machen und genau das, wie es jetzt ist, zu verhindern!

Aber was bedeutet "dass er die erlernten Gründe angewendet hat"?

Das habe ich nicht verstanden.

Bei all meinem Schmerz habe ich nun pausenlos das Gefühl, ich habe versagt und aufgegeben. Ich schlafe kaum eine Nacht durch, weil ich immer denke, ich hätte nicht so reagieren dürfen und hätte ihm mehr Zeit geben müssen.

Dabei habe ich dann meine Freundinnen, die alle sagen, so viel hätte sie nicht so lange "ausgehalten".

Ich habe ihn so verdammt geliebt und das getragen und geglaubt, wir schaffen das! Ich habe ihm noch kurz nach meinem "Schluss" gesagt/gestanden, dass ich ihn nach wie vor liebe und ihn nie verliehren wollte.

Gibt er mit die Schuld?

*heul*

#4
Naja das erste mal zB war der Grund dass seine Damalige sich räumlich getrennt hat um fremdzugehen/weil sie sich eigentlich trennen wollte aber alle Optionen offen halten/sich noch nicht sicher war und es ein ewiges hin und her war. Und jetzt hat er automatisch den damaligen Grund auf dich übertragen.

Das verlangt sehr viel Selbstreflexion nicht in dieses Schema F zu kippen...

Wenn ich du wär UND ihn wiederwollen würde, würd ich einen Brief schreiben - der hat den Vorteil du kannst ihn so oft ändern bis er dir passt. er muss nicht direkt darauf antworten. Er kann ihm immer wieder lesen so lang bis er "checkt" was du wirklich sagen willst und warum du das tust. Und gerade LEute die nicht so gern reden bzw. emotionell ein bisschen langsamer ticken fühlen sich dadurch oft weniger bedrängt und können sich eine ernsthafte Antwort richten ohne Bedrängnis.

#5
hi, du bist gut!

bist du psychologin? http://www.liebeskummer.ch/images/smilies/wink.gif

nNur das mit dem fremdgehen schliesse ich aus, da ich das wohl mal mitbekommen hätte, und wenn über Freunde.

Aber ich denke aufgrund seiner Unverantwortlichkeit in manchen Dingen ist er nicht gerade der Mann, der Frau einen Ernährer miemt.

Seine letzte lange Beziehung ist mittlerweile verheiratet und hat Kinder.

Er weiss, dass ich mir das auch sehr wünsche - von ihm; zumindest die Kinder.

Er ist für mich der Vater meiner Kinder (gewesen?). Auch wenn er weder kranken- noch rentenversichert ist, kein Geld zurücklegt, nie an morgen denkt und sämtlichen Unanehmlichkeiten aus dem Weg geht und sie einfach wegignoriert und verdrängt bis alle wieder lachen, hat er so viel Gutes und ist ein herzlich ehrlicher Mensch, der mich zum Lachen bringt und mir meine schlechten Gedanken nimmt.

Ich hatte gedacht, ich kann ihm in manchen Sachen helfen, die ihn überfordern. Hätte sie ihm gerne abgenommen.

Leider hatte ich nur die Erwartung, dass er sich mir gegenüber darüber äussert und öffnet und quasi seine Schwächen eingesteht bzw einsieht, was ich für ihn tue.

Statt dessen brauchte er immer Zeit für sich und hat mir kaum geholfen in Sachen Haushalt, Job oder Nähe.

Ist das wirklich der Vater meiner Kinder? Wer hilft mir, wenn ich mal nicht mehr geben kann?

Genau da bin ich jetzt und er lässt mich gehen...

Vielleicht kann ich ihm einfach nicht helfen und ich bin nicht die Richtige an seiner Seite.

Ja, der Brief ist wohl auch der richtige Gedanke. Hatte einen geschrieben und ihm auch davon erzählt. Er wollte ihn lesen. Doch dann war er mir manchmal zu nett, manchmal zu hart...aber im Grunde ist er genau das, was aus meinem Herzen kommt.

Ich habe ihn bisher nie abgeschickt.

Sollte ich wohl mal tun, oder?

Ich mache mir nur manchmal auch so Sorgen, dass es ihm gut geht...

Danke, Liebe IrreVernunft, für Deine Zeilen.

Tagsüber geht es mittlerweile fast und meine Selbstständigkeit hält mich in Bewegung. Aber Nachts geht das Kopfkino an und ich merke, dass ich jede Stunde, jeden Augenblick nach dem WARUM frage...

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