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manchmal habe ich das gefühl alles ist sinnlos

13 Antworten2'193 AufrufeGestartet von lagrima ·

lagrimaThemenstart
#1
eigentlich ist mein problem gar kein richtiges problem, eher ein problem das ich mir selbst wohl mache...

ich bin 29 jahre jung, habe job, freunde, treibe viel sport,...

und trotzdem nagt in mir oft das gefühl der einsamkeit (trotz party und menschen um mich rum) und der sinnlosigkeit.

einerseits ist es sicherlich auch eng mit meinem job verbunden, in dem mir die herausforderung fehlt bzw. der mir das gefühl gibt, dass ich "verblöde", andererseits ist es mein privatleben - das ich seit über 2 jahren mehr oder weniger allein bestreiten. zudem schleicht sich noch dieser gedanke an den 30er und dass alles nicht so ist, wie ich mir das einst eingebildet habe.

ich will hier kein drama drauß machen, denn mir ist sehr wohl bewusst, dass es anderen viel schlechter geht...

die freiheit zu machen was man will ist schön, aber ich fühle mich damit völlig davon überfordert. hab momentan einfach das gefühl, wenn ich aufstehe, dass es keinen sinn macht... ich liege teilweise die ganze nacht wach und überlege, was ich ändern könnte, doch nichts scheint das richtige zu sein...

ich überlege die stadt zu wechseln, eine weltreise zu machen (fluchtgedanken?!), einen lehrgang zu beginnen (zeitfresser?!), job zu wechseln,... ich überlege alles immer wieder und wieder durch und komme zu keiner entscheidung. momentan hab ich gerade eine phase in der ich wieder etwas besser "drauf" bin, aber manchmal macht es mich so fertig, dass ich richtig traurig werde und mich einfach am liebsten auflösen würde.

Keine Ahnung was das ist, keine Ahnung wie man mit 30 so kein Ziel vor augen haben kann...

es tut mir direkt leid, dass ich mein leben nicht mehr genießen kann und auch noch euch hier zumülle... aber ich trau mich das gar niemandem zu sagen.

#2
die freiheit zu machen was man will ist schön, aber ich fühle mich damit völlig davon überfordert.
Dir fehlt ein Ziel. Wenn du ein Ziel hast, wirst du darauf hinarbeiten. Und dann wirst du deine Möglichkeiten erkennen - und auch nicht mehr überfordert sein.

Das Überfordertsein kommt daher, weil du einfach so durch die Welt irrst und nicht so richtig weißt, wohin du gehörst und wohin du willst. Ein Ziel gibt dir eine Richtung vor. Damit wird es besser.

ich überlege die stadt zu wechseln, eine weltreise zu machen (fluchtgedanken?!), einen lehrgang zu beginnen (zeitfresser?!), job zu wechseln,...
Ja, klingt wie Flucht (aber negativ) - sieh es doch mal positiv: Du suchst damit auch eine neue Herausforderung. DAS fehlt dir.

Wie schon geschrieben: Mit einem Ziel vor Augen wirst du auch nicht wieder alles verwerfen. Setz dich hin und schreib deine Wünsche und Träume auf. Schreib sie so UNrealistisch wie möglich. In der Phantasie ist alles möglich. Und dann such dir einige heraus und überleg, wie du sie verwirklichen kannst. Das wird Kraft in dir freisetzen und du wirst deine Möglichkeiten erkennen. Versuch es!!! Hab keine Angst vor den Veränderungen. Es kann mit dir nur aufwärts gehen. Der Preis dafür ist, dass du dich wohlfühlen wirst. :klatsch:

bearbeitet #3
Hallo Lagrima,

schon mal was von der "Quarterlife-Crisis" gehört??? Ich auch erst vor kurzem. Lies dir mal den Artikel auf der Neon-Internetseite durch. Ich glaube, das könnte dir weiterhelfen.

Viele Grüße!

#4
ich kenne diese Gedanken auch...... Bei mir ist auch der Job der Hauptgrund und natürlich auch das Singleleben! Das Problem liegt daran, dass der Alltag dich gefangen hält!

weiss du wie ich es jetzt löse?

Ich plane den Job zu künden und im September für ein paar monate nach Neuseeland zu gehen. Einerseits ich sicher au Fluchtgedanke der Grund, andererseits möchte ich auch noch die Sprache besser lernen, mein Englisch aufpolieren.

Seit ich diesen Gedanke gefasst und mich entschieden habe, hat sich alles total verändert, die Ordnung die ich vorher in mir hatte war zerbrochen... nenne das auch, aus dem Alltag ausbrechen. Jetzt da du noch Single bist und somit keine Verpflichtungen hast, ist das einiges besser möglich!

Klar hier fragt sich natürlich auch die finanzielle Situation. Auf was ich aber hinaus will, dass man denn Alltag durchbrechen muss, dass ist auch anders möglich, zum beispiel würde einen anderen Job finden schon vieles bringen. Oder fange ein total neues Hobby an...

Wünsch dir viel Glück

Arkinli

#5
vielen dank, ihr lieben...

ich weiß das ist jammern auf höchstem niveau.

Habe den artikel gelesen ... ganz interessant, aber bei mir ist es glaub nicht unbedingt der verlust an werten. ich habe eben sehr hohe werte und sehe mich nun mit fast 30 einer situation gegenüber, wo ich nie gedacht hätte, dass ich jemals landen werde. hatte früher das ziel nach meinem studium den job hier so 3 jahre zu machen und dann mit meinem freund zusammen eine familie zu gründen. für sowas wäre auch dieser job ideal gewesen... doch dann brach erst die beziehung auseinander und dann kamen probleme in der arbeit (unterforderung) dazu und das gefühl der machtlosigkeit dabei was ändern zu können.

natürlich fehlt es mir an zielen.

ich schlafe ja genau aus diesem grund nicht mehr... habe inzwischen schon angefangen listen zu schreiben, was ich mir alles vorstellen könnte, was für neue ziele ich haben könnte,... aber kaum kommt mir was in den sinn bekomm ich eine art panik, dass es nicht gut sein könnte... so als ob ich einfach keinen plan b hätte... es gab einfach den einen plan a und der ist so schwer abzulegen.

danke fürs mitlesen!

#6
hallo lagrima!

ich bin noch recht neu im forum. ich kann das ganze auch sehr gut nachempfinden. da ist einfach ein gefühl der leere.. ich bin auch alleine und damit bin ich überhaupt nicht glücklich.. klar sind auch nicht alle, die einen partner oder kinder haben glücklicher.

nur liegt es ja auch nicht immer im eigenen ermessen, diesen zustand zu ändern.

ich versuche mich immer damit etwas aufzubauen, dass alles schon einen sinn hat und wir versuchen sollen, daraus zu lernen und uns weiterzuentwickeln.

ein ziel zu haben halte ich auf jeden fall für sehr wichtig, das muss ja auch nicht nur im job liegen.. vielleicht kannst du dich ehrenamtlich engagieren (das habe ich mir für mich vorgenommen) und auf diese weise das gefühl bekommen, einen wichtigen beitrag zu leisten - außerdem kommt man so wieder mit anderen leute in kontakt und gewinnt neue einblicke. wichtig ist, dass man irgendwie selbst aktiv wird (ich weiß, ist manchmal leichter gesagt als getan).

#7
Liebe Alienor...

wahrscheinlich ist es ja gerade die tatsache, dass ich seit 2 jahren mir immer wieder neue ziele stecke und neue dinge beginne, der grund wieso ich jetzt grad so deprimiert bin. ich versuche seit 2 jahren immer wieder einen schritt zu machen und mach ihn auch und schließlich land ich immer wieder am selben punkt. ich helf freunden von mir ständig, habe angefangen kiten letzten sommer, ging canyoning, hab wieder angefangen zu musiziern, malen und häkeln... geh jetzt auch noch3 mal die woche zum sport und am wochenende skifahren... aber all das hat immer noch nichts gebracht. ich fühl mich trotz menschenmassen und vielen freunden einsam und verlassen und vor allem eben sinnlos...

das ist ja genau DAS problem! ich weiß nicht mehr, was ich noch tun könnte!

#8
das ist ja genau DAS problem! ich weiß nicht mehr, was ich noch tun könnte!
Ziele setzen und - anfangen!!! ;)

aber all das hat immer noch nichts gebracht.
Na, weil das bloß irgendwelche Ersatzhandlungen sind, die dich nicht vorwärts bringen. Wenn du Sport machen würdest um abzunehmen, würde dich das vorwärts bringen. Machst du aber bloß Sport, um irgendeine Leere zu füllen, ist es verschwendete Zeit.

#9
ich kenne das alles auch aus eigener erfahrung, ich habe auch schon einiges ausprobiert, aber bin auch nicht wirklich bei einer sache geblieben.. auch sport, vhs-kurse, yoga - irgendwie hatte ich aber nach einer gewissen zeit immer das gefühl, da eher aus verpflichtung hinzugehen statt aus eigenem antrieb.

ok, ich denke bei mir liegt es daran, dass ich mit meiner allgemeinen situation so unzufrieden bin, dass da auch ein hobby allein nicht alles ändern kann, höchstens für den moment ablenkt. warum hast du denn so oft neues angefangen und nicht länger durchgezogen?

kann dir noch ein buch empfehlen: "ich könnte alles tun, wenn ich wüsste was ich will." (auch wenn ich selbst noch nicht ganz damit durch bin).

#10
liebe leute...

ich habe viel überlegt... lange mich gewälzt und gerungen mit mir innerlich.

ich habe den entschluss gefasst mutig zu sein und mir 3 monate auszeit zu gönnen in denen ich mich auf reisen mache.

habe bereits gestern mit meiner chefin geredet. es geht in ordnung. ich kann gehen...

nun bleibt es an mir gut zu überlegen, wohin ich will und was mir wichtig ist in den drei monaten zu machen...

wird erst noch eine spannende reise in mich selbst hinein.

alles liebe

lagrima

ps: ich gehe zur psychologin (seit 2 jahren) und sie hat mir empfohlen eventuell anti-deprissiva (ganz leichte) zu nehmen. hat jemand erfahrung damit?

#11
hallo lagrima,

wann soll es denn losgehen mit der reise (und wohin)? finde die idee gut!

ich habe mal ein pflanzliches antidepressivum genommen (johanniskraut aus der apotheke) und das hat damals ganz gut geholfen.

lg alienor

#12
ich denke die Hauptproblematik liegt wohl darin, dass du immer noch deiner Erwartungshaltung von früher nachhängst, mit 30 Jahren eine Familie mit deinem Freund zu gründen. Dies ist wohl aber in der aktuellen Lebenssituation wohl gar nicht mehr möglich und das führt zu Frust. Alle Ziele, die du dir in der Zwischenzeit gesteckt hast, helfen hier ja nur sehr bedingt diese Erwartung zu erfüllen, und deshalb erachtest du diese dann als sinnlos.

Wahrscheinlich wird das Schlauste sein, sich von dieser alten Erwartung von dir zu verabschieden und sich ein neues (Lebens-)Ziel zu stecken. Und für das ist die Reise wirklich eine gute Sache um sich klar zu werden was man sich noch vom Leben wünscht oder von ihm erwartet.

#13
Danke für die Antworten.

Ja, das mit Johanniskraut werde ich probieren. Habe ich grad auch irgendwo gelesen, dass es helfen soll.

Seit ich meine Reisepläne habe bin ich allerdings wieder sehr guter Dinge. Ich versuche, wie Mikasch meint, mich von meine Vorstellungen damit ein wenig zu lösen. Es wird Zeit mir ein neues Konzept zurecht zu legen. Diese Erwartungshaltung hat sich einfach seit Kleinauf in mir entwickelt (Erziehung, Umfeld,...) und lässt sich nur ganz schwer ablegen. Daher meine Entscheidung alleine zu reisen mit Zwischenstopps bei Bekannten. :)

Die Reise startet Anfang Juni und wird ca. 3 Monate dauern. Ziele sind Dubai, HK, Australien, Bolivien/Peru ;)

also eine weite Rute

#14
Manchmal muss man einen weiten Weg hinter sich bringen um den Sinn der Reise zu erkennen.

Manchmal findet man auch auf der Reise etwas, was man gar nicht gesucht hat.

...

*Dir die Tickets klauen, damit ich selbst fahren kann -.-'*

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