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Mass zwischen Übertreibung und gerechtfertigter Wahrnehmung?

13 Antworten1'340 AufrufeGestartet von Sandrinchen ·

SandrinchenThemenstart
#1
Hallo liebe Liebeskummerforumsmitglieder,

Ich möchte euch kurz meine Geschichte und meine derzeitige Situation schildern, in der Hoffnung Gleichgesinnte, Erfahrungen oder Ratschläge zu finden...

Ich hatte eine wunderschöne Beziehung und (für mich) war alles perfekt. Aus heiterem Himmel machte mein Freund aber Schluss, war sich nicht mehr sicher, ob er mich liebte, wollte sich ausleben... Ich fiel aus allen Wolken. Es entwickelte sich ein dreijähriges Hin und Her, mein Ex konnte sich nie gegen aber auch nicht für mich entscheiden. Ich stürzte in Depressionen, wollte manchmal nicht mehr leben, hatte eine grosse Glaubenskriese, Magersucht...

Schliesslich, als ich genug gelitten hatte, raffte ich mich auf, kümmerte mich um mich und machte mich zum Mittelpunkt meines Lebens und stellte die Männer in den Hintergrund.

Und siehe es klappte, ich lehrte wieder jemanden kennen und wir kamen zusammen. Anfangs war -wie immer- alles toll. Doch mein neuer Freund war ein Einzelgänger, hatte einen besten Freund, sonst niemanden und bisher noch nie eine längere Beziehung geführt.

Ich spürte, dass er sich nach ca 2 Monaten von mir entfernte und schliesslich kam es wie es kommen musste, er sagte mir, dass er sein Leben gut ohne mich leben könnte. Ich habe sofort alles beendet, wollte kein weiteres Gespräch mehr, von mir aus war die Sache abgeschlossen (ich bn immer noch beeindruckt, wie ich das weggesteckt habe :] ) Es dauerte einen Tag, da bat er mich um ein Gespräch, er wäre an diesem Tag aufgewühlt gewesen, hätte mir nicht all seine Gefühle mitteilen können und er hätte wegen mir geweint, was ihm zeigen würde wie wichtig ich ihm doch sei.

Ich gabe ihm eine zweite Chance und seither ist er wie ausgewechselt. Nicht nur in Worten, sondern auch in Taten zeigt er mir, dass er es wirklich ernst meint. Wir sind nun ein halbes Jahr zusammen.

Klingt alles perfekt nicht? Nun, das Problem bin nun ich... Ich habe diesen Bruch noch nicht verarbeitet und falle zeitweise in mein altes Schema zurück. Wenn er nur einen ganz kleinen Fehler macht, nicht gerade das sagt/tut, was ich erwarte, drehe ich am Rad und mache ihm eine Szene. Ich denke dann gleich, so jetzt macht er wieder Schluss. Er hingegen entschuldigt sich hundertmal, versucht sich zu erklären und zu rechtfertigen. Ich fühle mich dann irgendwie lächerlich, weil ich wegen einer Nichtigkeit einen solchen Aufstand gemacht habe.

Viele meiner Freunde sagen, ich solle die Zeit mit ihm doch einfach geniessen. Aber mir kommt meine Vergangenheit manchmal einfach hoch. Ich habe solche Angst, dass wenn ich einfach nur geniesse, dass ich dann wieder plötzlich aus allen wWolken falle und hart auf dem Asphalt aufpralle. Dasmöchte ich auf keinen Fall!!

Und schliesslich soll man doch auf sein Bauchgefühl hören und wenn dies sagt, ich bin unglücklich, soll man doch darauf hören auch bei Nichtigkeiten oder nicht?

Und darüber reden kann ich mit ihm auch nicht. Ich würde dann so als Psycho dastehen, der wahrscheinlich noch klammert und das würde ihn dann ja sowieso abschrecken.

Was soll ich also tun?

Wie kann ich das Mass zwischen Übertreibung und richtigem Wahrnehmen finden?

Manchmal würde ich das mit den Männern am liebsten ganz sein lassen. :]

Vielen Dank fürs Lesen!

#2
Liebes Sandrinchen,

ich denke, Du solltest Deine Ängste ihm gegenüber ansprechen. Wenn Du das nicht dramatisierst, stehst Du bestimmt nicht als "Psycho" da. Du kannst ihm ja einfach sagen, dass Du diesen plötzlichen Trennungswunsch von ihm immer noch im Hinterkopf hast und Angst hast, dass das noch einmal vorkommt. Das ist sicher besser, als wenn Du wegen Kleinigkeiten "am Rad drehst" und er nicht weiss, warum.

Ich glaube, eigentlich wäre es auch gut, darüber zu reden, dass Du das schon einmal erlebt hast und deshalb sensibler reagierst. Aber das kommt natürlich auf ihn an, ob er das dann vielleicht als Druck empfindet (falls Du das bisher noch nie angesprochen hast). Ich würde ihm wie gesagt zu erklären versuchen, warum Du manchmal unsicher bist - bezogen auf sein damaliges Verhalten - seine Reaktion auf das Thema abwarten und dann schauen, wieviel mehr Du ihm (jetzt schon) erzählen willst.

Liebe Grüsse

missie

#3
guten morgen sandrinchen,

ich bin en der genau gleichen situation wie du.. nur hat mein freund mich damals betrogen.. und dann hat er mit mir schluss gemacht...

was ich dir eigentlich raten soll, mmh.. keine ahnung.. den ich hab mich heute morgen vor den pc gesetzt, und wollte eigentlich einen ähnlichen Thread eröffnen..

bei mir sind es immer phasen, mal geht es mir gut, ich hab keine probleme, dann wieder phasen wie jetzt, drehe ich am rad und verhalte mich wie ein psycho.. sagt er mal nicht, was ich erwarte, oder ist er einfach mal gestresst von der arbeit, hat er m al das handy aus.. etc.. ich könnte dir noch eine menge beispiele nennen.. die du sicherlich auch kennst..

ich habe mich halt gefragt, hab ich ihm nicht verziehen, das ich mich so verhalte? wie kann man überhaupt so etwas verzeihen und vergessen?

wir sind inzwischen wider 1 jahr zusammen, und er reisst sich ein bein aus für die beziehung.. nur kommt dies in meinem herzen nicht mehr an.. ich habe eine schutzmauer um mich gebaut, und durch diese schutzmauer verhindere ich wieder das eben seine aufmerksamkeiten nicht bei mir ankommen, und dies verunsichert mich wieder.. es ist wie ein teufelskreis..

hast du auch angst, ihn zu vertreiben, mit deinem verhalten?

ich konnte dir zwar nicht wirklich weiterhelfen.. aber vielleicht können wir uns ein wenig austauschen..

liebi grüesslini

#4
;(Vielen lieben Dank für eure Antworten.

@missie

Ich hab einfach so meine Mühe damit, da ich gerne die Selbstsichere sein möchte. Ich habe das Gefühl, dass wenn ich ihm sage, dass ich unsicher bin, dass ich dann extrem unselbstsicher dastehe und das dies eben auch abrschreckend sein kann... :rolleyes:

@Nina22

Schön, von dir zu hören. Es tut schon mal gut mit diesem Problem nicht alleine zu sein :)

Ich sage immer, dass ich zwar verzeihen kann, aber vergessen kann ich es bestimmt nicht. Deshalb kommen mir diese Dinge auch immer wieder hoch.

Ja, ich habe auch grosse Angst ihn mit diesem Verhalten zu vertreiben. Ich werfe ihm auch jedes Mal vor, dass er ja nur wieder an der Beziehung zweifle und hinterher habe ich dann Angst, dass er genau wegen solchen Aussagen wieder anfängt zu zweifeln... ;( Es ist zum verrückt werden!

Kannst du mit deinem Freund denn darüber sprechen? Ich mach das ja gar nicht...

Liebe Grüsse

Sandrinchen

#5
hey sandrinchen,

ja, ich kann mit meinem freund darüber sprechen... gottseidank. aber weisst du, genau darum habe ich angst ihn zu vertreiben.. weil ich immer, und immer mit der gleichen story anfange..

er gibt sich wirklich mühe, ruft mich mehrmals am tag an, ist wie gesagt, in "mein" dorf gezogen um mehr zeit mit mir zu verbringen.. etc..

und ich blöde kuh, komme immer, und immer wider mit diesem misstrauen..

ich rate dir wirklich mit ihm über deine ängst zu reden.. den sonst kann und wird er dich und dein verhalten nie verstehen, und da sehe ich es eher als "gefahr" das er einfach mal "genug" hat.. denn er weiss ja nicht, aus welchem grund du so reagierst..

liebi grüesslini

#6
Ich habe Angst, dass ich ihn dadurch von mir wegtreibe, in dem ich ihm davon erzähle. Irgendwie klingt doch das alles ziemlich nach klammern und da er mehr der Einzelgänger ist, kommt das nicht wirklich gut an... Ausserdem redet er auch nicht wirklich über seine Gefühle und ich bin auch nicht gerade eine Heldin darin :tink:

Ich möchte immer die starke und selbstbewusste sein, nicht nur um ihm, sondern auch um mir zu gefallen. Und dazu passt leider kein Bekennen zur eigenen Unsicherheit. Ich weiss, das hört sich alles ziemlich unnachvollziehbar an, aber ich möchte wirklich alles dafür tun, um nicht wieder in ein solches Loch wie oben beschrieben zu fallen.

#7
mmhh... ich weiss genau was du meinst, betr. der "starken fassade aufrecht erhalten".. aber weisst du, ich denke mir einfach dein freund kennt dich doch, und er sollte dich lieben mit deinen ecken und kanten.. mit deinen sorgen und ängsten, man kann doch nicht immer stark sein?!

und genau in schwachen phasen bräuchtest du seine unterstützung..

wenn du es jetzt nicht herausfindest, ob er mit dir über probleme/krisen etc reden kann, wan willst du das den herausfinden? wen ihr verheiratet seid und kinder habt? und dann gehts in die hosen?

nein, das ist jetz überspitzt gesagt, aber du weisst schon wie ich das meine?! oder? ich probiere auch immer wider die starke herauszu hängen, obwohl das ich mich ab und zu frage was mir das bringt.. ausser das ich mich selber in meinen sorgen und gedanken verliere und verlaufe..

ich finde es ist gefährlich, denn für mich heisst "die starke heraushängen" vielmals : verdrängen meiner ängste etc... und das kommt auf dauer nie gut..

das vertrauen, die geborgen - und die sicherheit kommt nur durch gespräche mit ihm.. das auch er mit dir über seine ängste und sorgen redet..

:schmatz:

#8
Ja damit hast du natürlich vollkommen recht... Mal sehen, ob ich den Mut finde, ihn darauf anzusprechen.

Meine Angst geht ja auch schon so weit, dass ich mich zum Beispiel nicht traue ihn zu fragen, was er denn an Silvester macht. Einfach aus Angst, er könnte sich dann eingeengt fühlen, dass ich schon so "weit" voraus denke und voraussetze, dass wir dann noch zusammen sind. Ich weiss, das klingt alles irgendwie total bescheuert, aber trotzdem kommen solche Gedanken immer wieder auf.

#9
Hallo Sandrinchen,

ich verstehe Deine Befürchtungen gut, aber ich glaube, ob das als „Klammern“ rüberkommt, kommt sehr darauf an, WIE man so etwas anspricht.

Wenn Du z.B. Angst hast, er könne sich eingesperrt fühlen, wenn Du ihn fragst wegen Silvester: Du musst das ja nicht so fragen, dass er das Gefühl bekommt, Du nimmst es ihm übel, wenn er nichts mit Dir zusammen machen will, oder Du nimmst es als selbstverständlich, dass Ihr den Abend zusammen verbringt. Eine Möglichkeit damit umzugehen ist z.B. zu sagen, Du überlegst gerade, was Du an Silvester sollst, letztes Jahr habest Du xy gemacht, das käme wieder in Frage – oder Du seist zu einer Party eingeladen oder könnest zu Deiner Familie oder was halt auch immer zutrifft ;-) - Du würdest aber auch sehr gern was mit ihm machen; was denn seine Pläne sind.

Genauso Deine Ängste. Das kann verzweifelt und klammernd wirken, aber Du kannst bei Gelegenheit auch einfach ruhig erklären, dass Du gemerkt hast, dass Du in einer bestimmten Situation gereizt reagiert hast, dass Dir das leid tut und Du glaubst, das hänge damit zusammen, dass Du manchmal befürchtest, das Geschehene könne sich wiederholen. Das wirkt überhaupt nicht unselbstsicher, im Gegenteil! Das wirkt ehrlich und souverän.

Eine Dauerlösung ist es aber glaube ich nicht, denn irgendwann wirst Du Dich ihm ja auch mehr öffnen wollen. Wenn Du damit noch warten willst, bis Du Dich sicherer fühlst, halte ich das oben Beschriebene für eine sinnvolle Übergangslösung – und vielleicht hilft es ja gerade, Vertrauen zu schaffen, wenn Du siehst, dass er verständnisvoll damit umgeht.

Liebe Grüsse

missie

#10
Liebe missie,

Vielen Dank für deinen Beitrag, deine Sicht und Darstellung der Dinge hat mir sehr geholfen. Und WIE du die Dinge aufschreibst klingt das wirklich nicht mehr nach klammern.

Ich denke, ich werde versuchen Schritt für Schritt auf ihn zu zu gehen und dabei die Sachen so zu formulieren, dass sie nicht nach klammern und Unsicherheit klingen. An seinen Reaktionen werde ich wahrscheinlich schnell sehen, wie weit ich mich ihm öffnen kann.

Vielen lieben Dank für deine Hilfe!

Und drück mir die Daumen, dass ich den Mut finde :hey: :banana:

#11
Ich glaube auch, du solltest dich auf jeden Fall öffnen. Im Grunde hast du eh keine andere Wahl, denn sonst machst du die Beziehung schleichend kaputt, weil da immer was ist, was du sagen solltest, was dein Verhalten beeinflusst, was er aber nicht verstehen kann. Es ist gut wenn du über deine Gefühle mit ihm reden kannst und wenn er zuhören kann. Was bei mir schlecht ankommt in "Beziehungsgesprächen": Tränen, Wut, Vorwürfe, Schuldzuweisungen. Pass einfach auf, dass du ihn nicht angreifst, sondern über Dich redest. Es tönt zwar eh nicht so, als ob du ihm Vorwürfe machen würdest, aber die von dir geschilderten "Szenen" sind sowas, dass kann eine Beziehung zerstören. Wenn er nicht tut was du erwartest und es dich stresst solltest du auch drüber reden. Nicht in der Erwartung, dass er sich ändert und tut was du erwartest, aber du solltest wenigstens sagen, wieso dir was nicht passt und probieren eine Einigung zu erreichen, ein Kompromiss mit dem Beide einverstanden sind. Wenn das aber Verhaltensänderungen erfordert glaube nicht dass ein Gespräch ausreicht, Verhalten ist schwer zu ändern und vielleicht stellt sich auch raus, dass einer von beiden die Einigung nicht einhalten kann. Daraus kein Vorwurf machen! sondern halt neu verhandeln.

#12
Vielen lieben Dank für deine Hilfe!

Und drück mir die Daumen, dass ich den Mut finde :hey: :banana:
Gern geschehen *daumendrück* Er klingt doch ehrlich bemüht, klappt bestimmt!

Und setz Dich nicht zuuu sehr unter Druck. Wenn Du das weglässt, was pinky erwähnt hat (Tränen, Wut, Vorwürfe, Schuldzuweisungen), bist Du so oder so "stark", auch wenn - oder sogar gerade - Du unsicher bist.

#13
@pinky

Vielen Dank für deine Wortmeldung.

Nein, Vorwürfe mache ich ihm bestimmt nicht, im Gegenteil! Ich möchte deshalb auch nicht, dass er meint mich in Watte packen zu müssen, den das ist überhaupt nicht nötig. Aber ich denke, auch dem kann entgegengewirkt werden, wenn ich mich sachlich und nicht emotional verhalte, wie du sagst. Nur tu ich mich (noch) nicht so leicht über diese Dinge zu sprechen ohne emotional zu werden. Dafür ist wohl noch immer noch nicht genug Zeit vergangen.

@missie

Danke fürs Daumendrücken, ich geb mir Mühe :]

Nur, wie schon erwähnt, ist es für mich immer noch schwierig darüber zu sprechen ohne emotional zu werden und das löst bei meinen Mitmenschen (erfahrungsgemäss) immer Mitleid hervor, dass ich schon lange gar nicht mehr brauche und welches mich dann unsicher wirken lässt.

Na, ich denke, ich werde einmal beim "Silvesterproblem" beginnen und mich dann "hocharbeiten" =)

Vielen Dank für eure Tipps! Die sind mir eine grosse Hilfe! :schmatz:

#14
Nur, wie schon erwähnt, ist es für mich immer noch schwierig darüber zu sprechen ohne emotional zu werden und das löst bei meinen Mitmenschen (erfahrungsgemäss) immer Mitleid hervor, dass ich schon lange gar nicht mehr brauche und welches mich dann unsicher wirken lässt.
Ich verstehe das voll und ganz, aber soweit es geht, würde ich mir so oft wie möglich vor Augen halten: Er ist Dein Freund; er ist mit Dir zusammen, weil er Dich gern hat. Sonst würde er sich nicht seit Monaten solche Mühe geben.

Sicher ist es gut, sich vorzunehmen, das "beherrscht" zu besprechen - aber wenn Du mal "versehentlich" emotional und unsicher wirst, bricht die Welt deshalb nicht zusammen.

Na, ich denke, ich werde einmal beim "Silvesterproblem" beginnen und mich dann "hocharbeiten" =)
Finde ich einen guten Plan!

Kommt bestimmt gut *ganz sicher bin*

missie

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