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Mein Abschluss mit Dir ...

16 Antworten3'049 AufrufeGestartet von Guilt ·

GuiltThemenstart
#1
Hallo I..

Mit diesem Schreiben möchte ich mich in aller Form aufrichtig und ehrlich bei Dir entschuldigen (und nicht so wie beim letzten Mal) - für alles, was ich Dir angetan habe, für mein hinterhältiges, widerliches Verhalten, das ich Dir gegenüber an den Tag gelegt habe. Ich möchte klar zum Ausdruck bringen, dass ich es zutiefst bereue und dass Du keine Schuld daran hast. Dieser Brief soll einen endgültigen Abschluss darstellen.

Das war die Essenz dieses Schreibens. Ich bin mir vollkommen bewusst, dass eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass der Rest ungelesen im Mülleimer landet. Aber dagegen kann ich nichts machen.

Wie dem auch sei, ich habe sehr lange nachgedacht, sehr lange mit mir gerungen, ob ich das hier tun soll. Belästige ich Dich damit nicht wieder? Wühle ich damit nicht wieder alles auf? Reiße ich damit nicht wieder gerade verheilte Wunden auf?

Aber dennoch gebietet es mir schlicht mein Anstand, an Dich ein angemessenes Wort der Entschuldigung zu richten. Und zwar so sachlich-nüchtern wie es in einem solchen Falle noch möglich ist - ohne Schock- und Panikzustand, ohne Nervenzusammenbruch, ohne emotionalen Ausnahmezustand und ohne unangebrachte Vorwürfe wie beim letzten Mal. Ich kann einfach nicht schweigen, es muss raus. Ich möchte irgendwie mit Dir ins Reine kommen. Das, was ich getan habe, bedrückt, belastet, peinigt und quält mich zutiefst. Ich mache mir unendliche Vorwürfe. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr es mir Leid tut.

Von diesem Brief hier verspreche ich mir nichts. Ich erwarte keine Antwort von Dir, noch nicht einmal, dass Du das alles überhaupt liest. Denn die perfekte Wellenlänge und die sehr gute Freundschaft, die unser zwischenmenschliches Verhältnis einst prägten, sind passé. Und reparabel ist dies nach solchen Vorfällen sicherlich auch nicht.

Ich möchte lediglich, dass Du zur Kenntnis nimmst, dass es mir fürchterlich Leid tut. Und das meine ich wirklich ernst, sonst würde ich den ganzen Aufriss hier nicht veranstalten. Es ist nicht nur so daher gesagt. Ich möchte Dir keine Vorwürfe machen. Ich möchte auch nicht Dein Verständnis, Deine Vergebung einfordern. Ich möchte keinen Persilschein ausgestellt bekommen. Und schon gar nicht möchte ich Dein Mitleid haben. Aber ich möchte mich bei Dir ehrlich entschuldigen und Dich in tiefer Demut um Verzeihung BITTEN.

Ich kann nicht verlangen, dass Du mir verzeihst, aber vielleicht kannst Du es ja irgendwann. Irgendwann. Es ist mir sehr wichtig - wenn Du es vielleicht nicht jetzt kannst - dass Du es vielleicht irgendwann in der Zukunft kannst. Und sei es in zehn Jahren. Aber ob Du mir verzeihen kannst, liegt natürlich ganz alleine in Deiner Hand.

Ich weiß, dass es mit einer einfachen “Entschuldigung” nicht getan ist, dass ich das nicht sagen kann und alles ist wieder gut. Es ist mir klar, dass das nicht funktioniert. Ich habe Dich bestohlen, belogen, betrogen, und W. übel beleidigt - und damit auch Dich. Ich weiß, dass das sehr starker Tobak war und dass ich damit sehr viel kaputt gemacht habe. Überhaupt habe ich bei Dir so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Du wirst das niemals vergessen können, es wird immer in den Kleidern hängen bleiben. Und die Schmerzen und das Leid, die seelischen Qualen und Belastungen, die ich Dir und W. aufgebürdet habe, kann ich nicht rückgängig machen. Aber wenn ich es könnte, würde ich es selbstredend tun. Das alles wird für immer Narben hinterlassen - bei Dir und bei W..

Das ist das Schlimmste an der ganzen Sache. Dass Menschen unter meinem Verhalten gelitten haben, und dass ich dies sogar billigend in Kauf genommen habe. Auch ich habe ein Gewissen - und dieses Gewissen kann es sich selbst immer noch nicht verzeihen, dass es Leid über zwei Menschen gebracht hat. Zumal der eine Mensch ganz und gar nichts dafür konnte, sein einziges “Vergehen” schlicht darin bestand, zufällig mit Dir liiert zu sein. Aber auch Du konntest nichts dafür. Das, was ich Dir angetan habe, steht in keiner Relation zu dem, was Du gemacht hast.

Ich bin wirklich nicht stolz darauf, dass ich mich in Dein Leben eingemischt habe. Das hattest Du nicht verdient. Es gibt andere Wege um mit innerer Leere, Einsamkeit, Verletzungen, Kränkungen, Depression, Angst, Trauer, Verzweiflung, Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit, Wut und Enttäuschung fertig zu werden, als diese Scheiße abzuziehen. Andere Menschen haben auch Liebeskummer und private und psychische Probleme und tun doch nicht solche Dinge wie ich. Ich weiß, dass es dafür keine Rechtfertigung gibt, nur Gründe, die es vielleicht erklären, aber eben nicht rechtfertigen können.

Selbstgerecht und selbstgefällig habe ich mich Dir gegenüber oft genug als moralische Instanz aufgespielt, Dir gesagt, wie man mit seinen Freunden umgeht und wie nicht, wie man Menschen generell behandelt und wie nicht. Dabei habe ich mich zuletzt am allerwenigsten an meine moralischen Imperative gehalten und Dinge getan, die man nicht tun sollte und schon gar nicht unter alten Freunden. Die moralische Schuld, die ich in diesem Zusammenhang auf mich geladen habe, wird nie verjähren.

Du bist m. E. ein Mensch, der nur äußerst schwer Vertrauen zu anderen fassen kann. Mir hast Du vertraut. Es tut mir sehr leid, dass ausgerechnet ich mich dieses Vertrauens nicht würdig gezeigt habe. Ich habe Dein Vertrauen instrumentalisiert und es aufs Schändlichste missbraucht. Das Gleiche gilt für die Verantwortung, die ich Dir gegenüber hatte, die Verantwortung, die Hand in Hand mit einer solchen Sache einhergeht. Man bekommt ein Potential, ein Wissen zugespielt, mit dem man den anderen tief verletzen kann. Auch in diesem Punkt habe ich versagt. Das Wissen war bei mir nicht gut aufgehoben.

In meiner I.-Verblendung war ich blind für das werdende Unrecht, das ich gerade im Begriff war zu begehen. Es war mein eigener Zwang, der mich dazu brachte. Dieses Schuldgefühl belastet mich als Schande. Es wird für mich immer mit der Frage verbunden sein: Hättest du zu dem Zeitpunkt nicht erkennen können, was da vor sich geht? Hättest du es nicht rechtzeitig stoppen können? ...

Das letzte Jahr und insbesondere die letzten Monate waren für Dich wahrscheinlich genauso schwierig wie für mich. Eigentlich habe ich jetzt erst wirklich begriffen, dass Du wohl auch sehr viel gelitten haben musst und mit vielen Dingen nicht klargekommen bist - Dingen, die ich Dir zugemutet habe. Auch war ich sehr oft sehr eklig zu Dir. Wir haben uns beide nicht viel genommen.

Es gibt ja diese schreckliche übertrieben geheuchelte Toleranz. Ich weiß, dass ich mir mit diesen Aktionen ein Glaubwürdigkeitsproblem geschaffen habe, dass ich meine früheren Äußerungen drastisch ad absurdum geführt habe. Ich habe gesagt, dass Du glücklich werden sollst mit W., dass ihr ein schönes Paar seid, usw. - aber diese Aussagen waren nicht nur so dahingesagt, sie waren in diesem Moment mein voller Ernst. Ich weiß, das klingt unglaubwürdig. Aber so ist es eben. Es ist kein simples Schwarz-Weiß-Denken, es sind mehr Grautöne.

Ich hoffe, dass Du mich - so schwer es Dir auch fallen mag - als Menschen nunmehr nicht nur vollständig auf diese Dinge reduzierst, mich deswegen nicht völlig moralisch verurteilst oder mich menschlich herabsetzt. Es ist zwar jetzt alles leider ein Teil von mir, aber eben nur ein Teil und längst nicht alles.

Es wird mich immer beschäftigen, immer präsent sein. Es ist mir alles sehr peinlich und ich schäme mich enorm dafür. Ich bin mir meiner Schuld bewusst. Ich habe es getan und dazu muss ich stehen. Mein zukünftiges Leben wird stetes von dieser Scham gezeichnet sein, es wird immer ein großer brauner Fleck auf der weißen Weste sein. Ich werde es immer als Makel empfinden, über den ich aus Pein und Scham nicht sprechen kann.

Denn eigentlich bin ich ja erwachsen, reif und intelligent genug, um zu wissen, was ich tue. Aber auch intelligente Menschen scheinen in tiefer emotionaler Aufruhr manchmal Dinge zu machen, ohne eigentlich darüber nachzudenken, was sie gerade tun. Ich muss das wegstecken. Ich muss mit dem Wissen um meine Schuld und meine Verantwortung weiter leben.

Ich habe Dir oft genug alles Gute und dergleichen gewünscht. Deshalb wünsche ich Dir nun stattdessen, dass Du nie mehr in Deinem Leben von einem Menschen so sehr enttäuscht und verletzt wirst wie von mir.

Falls Du es tatsächlich gelesen hast: Vielen Dank!

#2
Abschicken oder nicht?

#3
haha,fühle mich fast angesprochen,smile.naja man weiss ja nicht was alles passiert ist und kann sich kaum ein bild machen.aber es ist sehr schön geschrieben und hört sich wirklich nach reue an.mehr kann ich leider nicht zu sagen.was hast du ihr angetan?

#4
ich finde es krass, dass du dich als intelligenten menschen bezeichnest. grossartige rechtschreibfehler kann ich nichtz feststellen, also...weg damit

#5
Na, es geht um ihn und die klassische Dreiecksbeziehung.

Er verliebt sich, hat seit ewigen Tagen aber eine Freundin, die er über alles liebt, weiß gut ein Jahr lang nicht, was er möchte, entscheidet sich dann für seine Freundin - und ich kann es nicht hinnehmen, und versuche die beiden auseinanderzubringen. Auf diesem Wege erfährt seine Freundin auch von mir.

Mit dem Resultat, dass seine Beziehung jetzt ein Scherbenhaufen ist und vor dem Ende steht.

#6
Wie also du warst mit deinem freund zusammen und er hatte nebenbei ne freundin hat dich also betrogen mit der anderen oder wie?

#7
Blöde Dreiecksgeschichte eben ...

Er hat schon eine Freundin.

Dann laufe ich ihm über den Weg, und er verliebt sich nebenbei in mich, bleibt aber weiterhin bei seiner Freundin

Deshalb waren wir nie richtig zusammen, eine Affäre hatten wir auch nicht.

War mehr so eine "platonische Liebe" ........

#8
Okay gut das ist natürlich echt beschissen.

Ich würde sagen schick den brief ab. Es ist dann seine entscheidung ob er ihn liest oder nicht. Mehr als ihn wegschmeißen kann er nicht tun.

Jane
#9
ich würde das abschicken, es sei denn, du hegst damit die hoffnung, dass du ihn wieder für dich gewinnen kannst. wenn du die hoffnung hast, dass er sich nach dem ende seiner jetzigen beziehung vielleicht doch noch für dich entscheidet, wo du ja jetzt so reif geworden bist und dich entschuldigt hast, dann solltest du es lassen bzw. dann kannst du den brief zwar abschicken, aber solltest ihn danach nicht kontaktieren. da wrde ich dir generell von abraten, denn zwischene uch scheint eine menge passiert zu sein und ich denke, dass seine beziehung nur dann bestand haben kann, wenn du erst mal außen vor stehst. und auch wenn die beziehung kaputt geht, solltest du ihn in ruhe lassen. jeder braucht zwit für sich, vielleicht auch du...

ich finde den brief sehr ehrlich und wenn du dahinterstehst, schick ihn ab. und meld dich mal, ob und wie er reagiert hat

#10
Zitat von Guilt:

Abschicken oder nicht?
Abschicken!

Falls du alles du schreibst so meinst kann es nur gut und heilsam sein wenn du ihm eine Chance gibst dich zu verstehen.

Liebe Grüße

Thought

Leah74
#11
...hm - er wird auch nicht ganz unschuldig sein... - schwierig

zu sagen...

wie lange ist es denn her und was hast du angestellt, um die beiden auseinander zu bringen - habt ihr seither wieder miteinander gesprochen?

lg

leah

#12
Hallo Guilt,

ich habe nur eine ganz blöde frage: wie bekomme ich mein thema ins netz ? kannst du mir sagen, was ich wo anklicken muß ?

#13
@seelenvogel

du musst rechts oben auf "neues Thema" klicken dann erscheint n fenster in das du schreiben kannst.

#14
Danke für eure Antworten ....

ich warte, ob mir noch was einfällt oder ich was umschreiben möchte, und den schicke den Brief dann in den nächsten Tagen ab.

ja, zwischen ihm und mir ist schon ziemlich viel passiert. Ich würde sagen, zu viel, damit es irgendwie für jegliche Art zwischenmenschlícher Beziehung wieder langen würde.

Zu viel Porzellan zerdeppert.

Was passiert ist?

Ich habe ihm unter falschen Namen ein paar doofe mails geschrieben und seiner Freundin ne Affäre angehängt :schief:

Daraufhin ist er völlig durchgeknallt und hat mich angezeigt.

Ich habe mich dann - als es rausgekommen ist - sofort entschuldigt, na ja, war zeimlich chaotisch, weil ich dabei einen richtigen Nervenzusammenbruch hatte. Ich habe ihm dabei noch Vorwürfe gemacht. War eine ziemlich beschissene Entschuldigung ...

Dann hat er gemeint, dass er mich verachtet und mich für armselig hält.

Und nie mehr was von mir hören möchte. Er war ziemlich wütend, so habe ich ihn noch nie erlebt. Das war Ende Mai. Aber es ist ja nur verständlich ...

Auf jeden Fall hat durch diese Mails seine Freundin erst von mir erfahren. Mitte Juni hat sie mir dann Mails geschrieben und mich gefragt, warum ich das gemacht habe und was denn zwischen ihm und mir gelaufen sei. Ich habe gesagt, dass wir keine Affäre hatten ... und den FRest habe ich weggelassen. Dann hat sie mir erzählt, dass ihr Vertrauen in ihn ziemlich zerstört sei und dass es im Moment nicht so scheint, als ob es sich je wieder regeneriert.... und dass sie uns nicht wirklich glaubt, dass zwischen ihm und mir nicht mehr gelaufen ist.

Aber ich war echt glücklich, als sie gemeint hat, dass sie mir bereits verzeihen hat, weil sie mir glaubt, dass ich das alles bereue :)

Ich habe aber keine Ahnung, ob die beiden jetzt noch zusammen sind oder nicht .......

#15
Wow, das ist schon heftig. Mein Mitgefühl, Guilt.

Aber schick es ab und lass ihn dann in Ruhe! Vielleicht meldet er sich noch mal bei dir ... Ich drücke dir die Daumen, dass er dir wenigstens verzeiht!

Ich drücke dich!

#16
Hallo,

ich wollte euch mal ein kleines Feedback geben.

Jane, du wolltest ja damals wissen, ob und wie er reagiert hat.

Ich habe den Brief also vor gut 4 Monaten abgeschickt.

Reagiert hat er in der Form, dass er nicht reagiert hat.

Wahrscheinlich hat er ihn noch nicht mal gelesen.

Ich weiß auch gar nichts über ihn.

Keine Ahnung, ob er mit seiner Freundin noch zusammen ist,

oder nicht.

Die einzigen Freunde von ihm, die ich kenne, haben auch schon seit ewigen Zeiten nichts mehr von ihm gehört.

Ich mache mir total die Sorgen um ihn, weil ich weiß, dass er der Typ ist, der sich bei Problemen alleine in sein Zimmer setzt und seinen Kummer im Alkohol ertränkt.

Mein kleiner Psycho, auch wenn ich dich hassliebe, hoffe ich, dass es dir dennoch gut geht.

Ich habe ihn aber seit dem Brief auch nicht mehr weiter kontaktiert.

Ich denke, das war's eben. Selbst schuld.

Ich wünsche euch mehr Glück im Leben. Und mir ein kleines Weihnachtswunder.

Liebe weihnachtliche Grüße

Jane
#17
man muss die Vergangenheit ruhen lassen. So geht es mir auch mit zwei meiner Lieben.

Mit mir hat jemand mal ein böses Spielchen gespielt, auch ein Psycho. Ich habe monatelang nichts von ihm gehört, letztens kam aber eine sms.Ich habe sie auch beantwortet, in der Form, dass ich ihn gebeten habe, mich in Ruhe zu lassen. Seitdem ist nichts mehr gekommen. Und das finde ich auch gut so. Vielleicht war das seine Entschuldigung.

lass ihn ziehen, such dir nen anderen Psycho:-)

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