mein Lieblingspessimist
8 Antworten1'306 AufrufeGestartet von Samtkissen ·
SamtkissenThemenstart
Hallo, ich bräuchte bitte in bisschen Feedback. Ich bin seit langem in einen liierten Suchtkranken verliebt, der sich mir gegenüber stets korrekt verhalten hat (bis auf ein paar verpatzte Dates, da war er "dicht" und ist nicht aufgetaucht). Unser Kontakt war immer liebevoll und er hat diesbezüglich viel Streit mit seiner LG gehabt, jedoch immer zu mir gestanden. Vor einigen Monaten haben wir unsere Gefühle zueinander offenbart. Alles könnte so schön sein. Wir waren uns in der Zeit unserer reinen Freundschaft beiderseitig eine große Stütze, von daher würde sich dies nun ja nur intensivieren. Wir stimmen in sehr vielen Sachen überein und ergänzen uns bei dem Rest sehr gut.
Es gibt drei Probleme, von denen 2 lösbar sind. Das eine ist die Entfernung von 800 km, das andere das Finanzielle (beide arbeitslos). Er möchte nicht in meine Stadt ziehen, ich nicht in seine (Kleinstadt und seine LG lebt dort). Wir haben für uns eine Stadt zum leben gefunden, in der zumindest ich gute Jobperspektiven habe. Bezahlbare, schöne Wohnungen gibt es auch - Probleme gelöst. Theoretisch.
Das Hauptproblem ist, dass er mir sich nicht zumuten möchte. Ich vermute, er denkt, dass ich denke, dass er kein Suchtproblem mehr hat. Ich habe kein Problem damit, ich hatte genügend Zeit mich zu informieren und für mich selbst zu entscheiden, ob ich damit klarkommen kann oder ob ich das nicht möchte. Und ich habe für mich entschieden, dass ich ihn liebe und ihm dann selbstverständlich auch beistehe. Durch seine Sucht ist er psychisch sehr labil, was seine LG (die mich verabscheut) ausnutzt. Sie setzt ihn wann immer es geht unter Druck und er hat Angst vor der Konfrontation mit ihr. Er hat selbst Angst mir das zu sagen, weil er als Mann ja stark sein muss und so weiter.
Mich belastet diese Situation extrem. Ich verstehe nicht, warum er sich die Chance auf eine neue, glückliche Beziehung entgehen lässt. Ich habe den Fehler gemacht ihm zu viel über meinen Herzschmerz zu schreiben. Jetzt mag er mir erst recht nicht mehr schreiben, was ihn belastet, weil mich das noch mehr quälen würde, meinte er. Samstag war er wieder dicht und meinte in seinem Pessimismus, er hätte sich nie darauf einlassen sollen und es wird eh nichts. Er macht mir mit sowas immer so viel Angst! Ich habe mir die Finger wund geschrieben und von Momenten erzählt, in denen er mir geholfen und mich glücklich gemacht hat. Es endete wieder damit, dass er mich über alles liebt. Aber "Ich weiß nicht wie ich es machen soll." - und ich weiß nicht, was ich machen soll, um ihm entgegenzukommen und zu helfen.
Für Tipps wäre ich sehr dankbar, ich weiß echt nicht mehr weiter :(
Es gibt drei Probleme, von denen 2 lösbar sind. Das eine ist die Entfernung von 800 km, das andere das Finanzielle (beide arbeitslos). Er möchte nicht in meine Stadt ziehen, ich nicht in seine (Kleinstadt und seine LG lebt dort). Wir haben für uns eine Stadt zum leben gefunden, in der zumindest ich gute Jobperspektiven habe. Bezahlbare, schöne Wohnungen gibt es auch - Probleme gelöst. Theoretisch.
Das Hauptproblem ist, dass er mir sich nicht zumuten möchte. Ich vermute, er denkt, dass ich denke, dass er kein Suchtproblem mehr hat. Ich habe kein Problem damit, ich hatte genügend Zeit mich zu informieren und für mich selbst zu entscheiden, ob ich damit klarkommen kann oder ob ich das nicht möchte. Und ich habe für mich entschieden, dass ich ihn liebe und ihm dann selbstverständlich auch beistehe. Durch seine Sucht ist er psychisch sehr labil, was seine LG (die mich verabscheut) ausnutzt. Sie setzt ihn wann immer es geht unter Druck und er hat Angst vor der Konfrontation mit ihr. Er hat selbst Angst mir das zu sagen, weil er als Mann ja stark sein muss und so weiter.
Mich belastet diese Situation extrem. Ich verstehe nicht, warum er sich die Chance auf eine neue, glückliche Beziehung entgehen lässt. Ich habe den Fehler gemacht ihm zu viel über meinen Herzschmerz zu schreiben. Jetzt mag er mir erst recht nicht mehr schreiben, was ihn belastet, weil mich das noch mehr quälen würde, meinte er. Samstag war er wieder dicht und meinte in seinem Pessimismus, er hätte sich nie darauf einlassen sollen und es wird eh nichts. Er macht mir mit sowas immer so viel Angst! Ich habe mir die Finger wund geschrieben und von Momenten erzählt, in denen er mir geholfen und mich glücklich gemacht hat. Es endete wieder damit, dass er mich über alles liebt. Aber "Ich weiß nicht wie ich es machen soll." - und ich weiß nicht, was ich machen soll, um ihm entgegenzukommen und zu helfen.
Für Tipps wäre ich sehr dankbar, ich weiß echt nicht mehr weiter :(
Ich verstehe nicht, warum er sich die Chance auf eine neue, glückliche Beziehung entgehen lässt.Das Problem an dieser Frage ist, das nur er die Antwort geben kann, wie ich leider momentan selber schmerzhaft feststellen muss.
Wie es aussieht hast du ihm ja genug Argumente geliefert, die dafür sprechen.
Er muss wohl erst verarbeiten, das du zu 1000% hinter ihm und seinen Problemen stehst.
Und die Frage bleibt, ob er bereit ist, sich von seiner jetztigen LG zu trennen.
Alles in allem kannst du ihm momentan nur zeigen, das du mit ofenen Armen vor ihm stehst. Er muss den entscheidenden Schritt machen.
lg
Thorsten
Original von thoddy1400Er muss wohl erst verarbeiten, das du zu 1000% hinter ihm und seinen Problemen stehst.Ich weiß halt nicht. wie ich das ansprechen soll. Er redet mit mir nicht über seine Sucht und ich weiß nicht, ob es klug ist ihn von mir aus darauf anzusprechen, dass ich auch in dieser Hinsicht zu ihm stehe. Ich komme halt so schlecht an ihn heran. Seine LG kennt ihn in allen Phasen der Sucht, ich nicht. Ich weiß nur, dass er in solchen Phasen sich über andere Leute tierisch aufregt und gleichzeitig mir gegenüber äußerst sentimental ist, alles schwarz sieht und er mich überhäuft mit "ich vermisse dich" und ähnlichen Dingen. Wie er live agiert, weiß ich nicht. Dass er mich davon möglicherweise fernhalten will, mag sein, nur u. U. bin ich ihm eine weit größere Stütze als er denkt. Ich halte mich für sehr ausgeglichen mit beruhigender Wirkung.
Original von SamtkissenUm ihm dabei zu helfen muss er dich natürlich an sich rankommen lassen. und um das zu erreichen muss er dir vertrauen können.
Ich weiß halt nicht. wie ich das ansprechen soll. Er redet mit mir nicht über seine Sucht und ich weiß nicht, ob es klug ist ihn von mir aus darauf anzusprechen, dass ich auch in dieser Hinsicht zu ihm stehe. Ich komme halt so schlecht an ihn heran. Seine LG kennt ihn in allen Phasen der Sucht, ich nicht. Ich weiß nur, dass er in solchen Phasen sich über andere Leute tierisch aufregt und gleichzeitig mir gegenüber äußerst sentimental ist, alles schwarz sieht und er mich überhäuft mit "ich vermisse dich" und ähnlichen Dingen. Wie er live agiert, weiß ich nicht. Dass er mich davon möglicherweise fernhalten will, mag sein, nur u. U. bin ich ihm eine weit größere Stütze als er denkt. Ich halte mich für sehr ausgeglichen mit beruhigender Wirkung.
Dieses Vertrauen zu gewinnen wird etwas zeit in Anspruch nehmen, es sei denn du hast sein Vertrauen bereits gewonnen. dann musst du schritt für schritt ganz langsam ihm zeigen, das sein vertrauen belohnt wird. ihm bei dingen helfen, die dir bekannt sind, und dann langsam die dir unbekannten bereiche erfragen.
also ganz vorsichtig darum bitten deine hilfe anzunehmen
Vertrauen ist auf jeden Fall da, allerdings nicht in vollem Umfang. Er meinte mal, er macht vieles mit sich aus, was auch legitim ist - ich erzähle auch nicht alles, wer macht das schon. Gesteigert werden müsste das Vertrauen an dem Punkt, dass er mir zutraut, dass ich in seinem schlimmen Phasen mit ihm klarkomme und dass er mir hier vertraut, dass ich ihn nicht - im Gegensatz zu seiner LG - dann gleich aus Wut vor die Tür setze und aussperre. Vielleicht traut er mir altersbedingt nicht genügend zu, er ist 14 Jahre älter als ich. Ich glaube ich lass mir mal einen Termin in einer Beratungsstelle geben. Letztens habe ich bestimmt falsch reagiert und ihn mit zu vielen Fragen bombardiert. Der Weg mehr Vertrauen aufzubauen und dass er Hilfe annimmt ist vermutlich wirklich lang. Ich muss meine Ungeduldigkeit in den Griff bekommen. Er fehlt mir nur so sehr ;(
hallo!
also um mal anzudeuten, was ich für eine fragestellung habe, wenn ich das lese: ich glaube nicht, dass man sich vorher durch information über ein suchtproblem mit einer suchtproblematik in einer weise auseinandersetzen kann, die dann ausreichend ist, eine solche erkrankung des partners auszuhalten. das ist jetzt aber keine kritik, sondern nur eine feststellung (= meine erfahrung, aber das ist hier immer nur ein erfahrungsaustausch, vielleicht ist in deinem leben etwas ganz anders als in meinem, und das interessiert mich halt: wieso glaubst du, dass du es mit ihm aushältst? ). im leben ist die theorie immer nur die eine seite der medaille und die andere seite ist die praxis, und das gilt für das leben mit einem suchtkranken genauso wie für alle anderen dinge.
aber...: es ist meine erfahrung, dass der suchtkranke dich nicht erkennt. das bedeutet, er ist so sehr mit seiner sucht beschäftigt - die ja vor allem auch psychisch ressourcen blockiert oder auch zu viele gefühle freisetzt, die dann zum teil nur projeziert sind -, dass du nicht als person giltst, sondern als alles mögliche: therapeutin, erzieherin (nämlich in der hinsicht, dass er immer denken wird, dass er gegen regeln verstößt, die du dann verkörperst), äh ach ja und GLEICHBERECHTIGTE partnerin bist du auch.
meiner erfahrung nach verkommt die letztgenannte eigenschaft bei einer beziehung mit einem suchtkranken zu leeren phrase. zu viele tabus bricht der suchtkranke, und selbst wenn man der ausgeruhteste mensch auf diesem erdball ist, so ist man doch dauernd mit dem verzeihen und verstehen-wollen beschäftigt, während der andere den großteil der lebenszeit mit süchteln und nicht-da-sein verbringt.
also bitte sag mir, wie du das meinst: dass du dich auf das problem eingestellt hast, kann ich mir nicht vorstellen, weil ich selbst an eine beziehung mit einem exfreund, in der es NUR um cannabis-konsum seinerseits gegangen war (!), keine erfahrung knüpfen kann, die mir diese aussage von dir verständlich oder überhaupt (sorry) glaubhaft machen könnte.
anders gefragt: wie lange kennt ihr euch? wie habt ihr euch kennengelernt? pardon, aber meist ergibt sich die liebe zu einem suchtkranken in einem seiner lichten momente, aber ich fürchte, gerade wenn ihr auf distanz lebt bisher, dann ist deine wahrnehmung von ihm auf die besseren momente bisher beschränkt geblieben.
so und zu schluss noch ne ganz doofe frage: wieso ignorierst du eigentlich, dass er eine freundin HAT? ich meine das jetzt nicht mal moralisch, sondern einfach deshalb: ich glaube nicht, dass eure beziehung auf einem "gesettelten" boden gegründet wird, wenn er noch in einer beziehung ist.
also da sind meiner ansicht nach ein paar indizien, dass du eine kaputte beziehung ansteuerst, die von anfang an nicht in liebe und der freien entscheidung von zwei menschen entspringt, sondern alles anderes als das.
ich will dich aber nicht verletzen und möchte, dass du begreifst, dass es meiner ansicht nach wichtig ist, dass man sich nicht verschwendet an die probleme eines anderen menschen, so sehr man ihn auch liebt. denn liebe löst keine probleme, leider nicht. die probleme muss jeder von euch immer noch selbst lösen.
tja und ich hab vielleicht auch zu viel gelesen von co-abhängigen. =)
gruß
pupsup
Original von Samtkissen[...] Suchtproblem [...]. Ich habe kein Problem damit, ich hatte genügend Zeit mich zu informieren und für mich selbst zu entscheiden, ob ich damit klarkommen kann oder ob ich das nicht möchte. Und ich habe für mich entschieden, dass ich ihn liebe und ihm dann selbstverständlich auch beistehe.das klingt interessant. wie meinst du das eigentlich?
also um mal anzudeuten, was ich für eine fragestellung habe, wenn ich das lese: ich glaube nicht, dass man sich vorher durch information über ein suchtproblem mit einer suchtproblematik in einer weise auseinandersetzen kann, die dann ausreichend ist, eine solche erkrankung des partners auszuhalten. das ist jetzt aber keine kritik, sondern nur eine feststellung (= meine erfahrung, aber das ist hier immer nur ein erfahrungsaustausch, vielleicht ist in deinem leben etwas ganz anders als in meinem, und das interessiert mich halt: wieso glaubst du, dass du es mit ihm aushältst? ). im leben ist die theorie immer nur die eine seite der medaille und die andere seite ist die praxis, und das gilt für das leben mit einem suchtkranken genauso wie für alle anderen dinge.
aber...: es ist meine erfahrung, dass der suchtkranke dich nicht erkennt. das bedeutet, er ist so sehr mit seiner sucht beschäftigt - die ja vor allem auch psychisch ressourcen blockiert oder auch zu viele gefühle freisetzt, die dann zum teil nur projeziert sind -, dass du nicht als person giltst, sondern als alles mögliche: therapeutin, erzieherin (nämlich in der hinsicht, dass er immer denken wird, dass er gegen regeln verstößt, die du dann verkörperst), äh ach ja und GLEICHBERECHTIGTE partnerin bist du auch.
meiner erfahrung nach verkommt die letztgenannte eigenschaft bei einer beziehung mit einem suchtkranken zu leeren phrase. zu viele tabus bricht der suchtkranke, und selbst wenn man der ausgeruhteste mensch auf diesem erdball ist, so ist man doch dauernd mit dem verzeihen und verstehen-wollen beschäftigt, während der andere den großteil der lebenszeit mit süchteln und nicht-da-sein verbringt.
also bitte sag mir, wie du das meinst: dass du dich auf das problem eingestellt hast, kann ich mir nicht vorstellen, weil ich selbst an eine beziehung mit einem exfreund, in der es NUR um cannabis-konsum seinerseits gegangen war (!), keine erfahrung knüpfen kann, die mir diese aussage von dir verständlich oder überhaupt (sorry) glaubhaft machen könnte.
anders gefragt: wie lange kennt ihr euch? wie habt ihr euch kennengelernt? pardon, aber meist ergibt sich die liebe zu einem suchtkranken in einem seiner lichten momente, aber ich fürchte, gerade wenn ihr auf distanz lebt bisher, dann ist deine wahrnehmung von ihm auf die besseren momente bisher beschränkt geblieben.
so und zu schluss noch ne ganz doofe frage: wieso ignorierst du eigentlich, dass er eine freundin HAT? ich meine das jetzt nicht mal moralisch, sondern einfach deshalb: ich glaube nicht, dass eure beziehung auf einem "gesettelten" boden gegründet wird, wenn er noch in einer beziehung ist.
also da sind meiner ansicht nach ein paar indizien, dass du eine kaputte beziehung ansteuerst, die von anfang an nicht in liebe und der freien entscheidung von zwei menschen entspringt, sondern alles anderes als das.
ich will dich aber nicht verletzen und möchte, dass du begreifst, dass es meiner ansicht nach wichtig ist, dass man sich nicht verschwendet an die probleme eines anderen menschen, so sehr man ihn auch liebt. denn liebe löst keine probleme, leider nicht. die probleme muss jeder von euch immer noch selbst lösen.
tja und ich hab vielleicht auch zu viel gelesen von co-abhängigen. =)
gruß
pupsup
Danke dir für dein ausführliches Posting. Ich habe mich ehrlich gesagt einige Tage lang nicht getraut hier nachzuschauen, deshalb antworte ich jetzt erst.
Ich denke ich verstehe worauf du hinaus willst. Es ist die gleiche Frage, die mir seine LG in ihrer Wut gestellt gestellt hat: Wie kann ich wissen, wie er ist, wenn er dicht ist.
Ich weiß es nicht. Ich habe ihn live nie so erlebt, das ist richtig.
Die einzigen Reaktionen die ich kenne sind, dass er Dates verbummelt oder abgesagt hat und dass er dann in Communities sehr provozierend schreibt. Er hat sich aber definitiv nie mir gegenüber im Ton vergriffen. Er hat mir dann privat geschrieben, dass es ihm schlecht geht und er mich vermisst und wie schön alles sein könnte. In der Community aggressiv, mir gegenüber sentimental.
Wieso ich glaube es mit ihm und seiner Krankheit auszuhalten.
Ich meine das so, dass ich mich davon nicht abschrecken lasse. Dass ich nicht sage "Oh er ist süchtig, von solchen Menschen lasse ich die Finger." Ich kann es nicht so gut formulieren und seine LG hält mich diesbezüglich für völlig naiv - Ich liebe ihn als Menschen und halte lieber das Problem aus als mich von ihm deswegen abzuwenden, weil ich mich mit den unangenehmen Seiten der Beziehung nicht auseinander setzen möchte. Es gibt ihn eben nur mit diesem Problem und deswegen laufe ich nicht davon. Mich gibt es auch nur mit meinen Problemen, wenngleich seines deutlich ausgeprägter ist.
Dein Posting sagt mir das, was mir auch andere Menschen bereits gesagt haben, nämlich dass die Krankheit eine Nummer zu groß für mich sei (doch woher wissen, wenn nie ausprobiert) und mein Verstand die Oberhand gewinnen sollte. Nur kann ich mein Herz nicht ignorieren, meine Wünsche nicht einfach so abstellen. Ich kann meine Sehnsucht nach genau diesem Menschen nicht ausschalten, ich kann ihn nicht vergessen und auch nicht einfach so zur Tagesordnung (platonische Freundschaft) übergehen. Alles was ich will ist bei ihm sein, ihn sehen, in seinen Armen liegen. Er ist der einzige Mensch, bei dem ich mich jemals richtig wohl und geborgen gefühlt habe, der mich in den traurigsten Momenten zum lachen gebracht hat, der mir Kraft gegeben hat und Zuversicht. Der einzige Mensch, bei dem ich über einen so langen Zeitraum das Gefühl hatte: dieser Mensch hat keinen Grund dich zu verarschen, der hat dich wirlklich gern. Der einzige Mensch, dem ich vertraue.
Vor 3 Jahren hat er seine letzte Therapie beendet (es war nicht die erste) und ist keine 2 Wochen später schon wieder rückfällig geworden. Ich hatte mir gewünscht, dass er die Therapie schafft, aber ich habe es bezweifelt. Ich habe mir für nächste Woche einen Termin in einer Suchtberatung besorgt, weil es mir nicht ausreicht nur über die Krankheit zu lesen, ich brauche ein Gespräch mit einem diesbezüglich erfahrenden Menschen.
Wir kennen uns seit 4 Jahren, haben uns über eine Community kennengelernt und ich wusste von seiner Sucht bereits vor unserem ersten Treffen. Den Fakt, dass er mit der anderen Frau zusammenlebt, kann ich nicht ignorieren, natürlich nicht. Über die Zeit unserer Freundschaft habe ich immer wieder extreme Schwierigkeiten dieser Partnerschaft mitbekommen. Zu Sommerbeginn erzählte er mir, er habe keine Gefühle mehr für sie, aus seiner Sicht leben sie nebeneinander her. Aus welchem Grund sollte er mir so etwas erzählen? Zu dem Zeitpunkt wusste er noch nichts von meinen Gefühlen für ihn, die hatte ich erfolgreich versteckt. Im Gegenteil, er hatte mir (trotz seiner Beziehung) über die Jahre immer mal einen Wink mit dem Zaunspfahl verpasst, den ich nicht als solchen wirklich angesehen hatte, da er ja in der Beziehung war.
Ich habe mich ihm gegenüber zuerst offenbart in einem leider sehr schwachen Moment und dazu gesagt, er soll es mir nicht übel nehmen, ich wisse ja, dass er a) vergeben ist und B) ich sowieso nicht sein Typ bin. Im Grunde genommen hätte er nur sagen müssen, dass ich ja von allein Bescheid weiß und mir keine Chancen ausrechnen soll. Nur kam da nichts, er meinte stattdessen, er hätte nie damit gerechnet, ihm gehe es ebenso und er dachte, ich will ihn nicht als Partner aufgrund seiner Krankheit. Unser Kontakt ist seither wesentlich intensiver und liebevoller geworden, von ihm ausgehend. Während eines Telefonats bekam ich mit, wie er ihr sagte, ich bedeute ihm mehr als sie. Solange nichts gegenteiliges kommt, betrachte ich diese Beziehung als Zweckgemeinschaft.
Du hast mir mit deinem Posting den Anlass gegeben, dass ich mir seine Mails aus den ersten Monaten unserer Bekanntschaft durchgelesen habe. Dort fand ich ein paar in Vergessenheit geratene Aussagen von ihm, an die ich bei unserem nächsten Kontakt anknüpfen werde. Ich werde ihn zudem um ein Treffen bitten, da ich für mich selbst eine klare Aussage brauche, wie seine, meine, unsere Zukunft aussieht. Solche Punkte sollten persönlich und live besprochen werden.
Ich denke ich verstehe worauf du hinaus willst. Es ist die gleiche Frage, die mir seine LG in ihrer Wut gestellt gestellt hat: Wie kann ich wissen, wie er ist, wenn er dicht ist.
Ich weiß es nicht. Ich habe ihn live nie so erlebt, das ist richtig.
Die einzigen Reaktionen die ich kenne sind, dass er Dates verbummelt oder abgesagt hat und dass er dann in Communities sehr provozierend schreibt. Er hat sich aber definitiv nie mir gegenüber im Ton vergriffen. Er hat mir dann privat geschrieben, dass es ihm schlecht geht und er mich vermisst und wie schön alles sein könnte. In der Community aggressiv, mir gegenüber sentimental.
Wieso ich glaube es mit ihm und seiner Krankheit auszuhalten.
Ich meine das so, dass ich mich davon nicht abschrecken lasse. Dass ich nicht sage "Oh er ist süchtig, von solchen Menschen lasse ich die Finger." Ich kann es nicht so gut formulieren und seine LG hält mich diesbezüglich für völlig naiv - Ich liebe ihn als Menschen und halte lieber das Problem aus als mich von ihm deswegen abzuwenden, weil ich mich mit den unangenehmen Seiten der Beziehung nicht auseinander setzen möchte. Es gibt ihn eben nur mit diesem Problem und deswegen laufe ich nicht davon. Mich gibt es auch nur mit meinen Problemen, wenngleich seines deutlich ausgeprägter ist.
Dein Posting sagt mir das, was mir auch andere Menschen bereits gesagt haben, nämlich dass die Krankheit eine Nummer zu groß für mich sei (doch woher wissen, wenn nie ausprobiert) und mein Verstand die Oberhand gewinnen sollte. Nur kann ich mein Herz nicht ignorieren, meine Wünsche nicht einfach so abstellen. Ich kann meine Sehnsucht nach genau diesem Menschen nicht ausschalten, ich kann ihn nicht vergessen und auch nicht einfach so zur Tagesordnung (platonische Freundschaft) übergehen. Alles was ich will ist bei ihm sein, ihn sehen, in seinen Armen liegen. Er ist der einzige Mensch, bei dem ich mich jemals richtig wohl und geborgen gefühlt habe, der mich in den traurigsten Momenten zum lachen gebracht hat, der mir Kraft gegeben hat und Zuversicht. Der einzige Mensch, bei dem ich über einen so langen Zeitraum das Gefühl hatte: dieser Mensch hat keinen Grund dich zu verarschen, der hat dich wirlklich gern. Der einzige Mensch, dem ich vertraue.
Vor 3 Jahren hat er seine letzte Therapie beendet (es war nicht die erste) und ist keine 2 Wochen später schon wieder rückfällig geworden. Ich hatte mir gewünscht, dass er die Therapie schafft, aber ich habe es bezweifelt. Ich habe mir für nächste Woche einen Termin in einer Suchtberatung besorgt, weil es mir nicht ausreicht nur über die Krankheit zu lesen, ich brauche ein Gespräch mit einem diesbezüglich erfahrenden Menschen.
Wir kennen uns seit 4 Jahren, haben uns über eine Community kennengelernt und ich wusste von seiner Sucht bereits vor unserem ersten Treffen. Den Fakt, dass er mit der anderen Frau zusammenlebt, kann ich nicht ignorieren, natürlich nicht. Über die Zeit unserer Freundschaft habe ich immer wieder extreme Schwierigkeiten dieser Partnerschaft mitbekommen. Zu Sommerbeginn erzählte er mir, er habe keine Gefühle mehr für sie, aus seiner Sicht leben sie nebeneinander her. Aus welchem Grund sollte er mir so etwas erzählen? Zu dem Zeitpunkt wusste er noch nichts von meinen Gefühlen für ihn, die hatte ich erfolgreich versteckt. Im Gegenteil, er hatte mir (trotz seiner Beziehung) über die Jahre immer mal einen Wink mit dem Zaunspfahl verpasst, den ich nicht als solchen wirklich angesehen hatte, da er ja in der Beziehung war.
Ich habe mich ihm gegenüber zuerst offenbart in einem leider sehr schwachen Moment und dazu gesagt, er soll es mir nicht übel nehmen, ich wisse ja, dass er a) vergeben ist und B) ich sowieso nicht sein Typ bin. Im Grunde genommen hätte er nur sagen müssen, dass ich ja von allein Bescheid weiß und mir keine Chancen ausrechnen soll. Nur kam da nichts, er meinte stattdessen, er hätte nie damit gerechnet, ihm gehe es ebenso und er dachte, ich will ihn nicht als Partner aufgrund seiner Krankheit. Unser Kontakt ist seither wesentlich intensiver und liebevoller geworden, von ihm ausgehend. Während eines Telefonats bekam ich mit, wie er ihr sagte, ich bedeute ihm mehr als sie. Solange nichts gegenteiliges kommt, betrachte ich diese Beziehung als Zweckgemeinschaft.
Du hast mir mit deinem Posting den Anlass gegeben, dass ich mir seine Mails aus den ersten Monaten unserer Bekanntschaft durchgelesen habe. Dort fand ich ein paar in Vergessenheit geratene Aussagen von ihm, an die ich bei unserem nächsten Kontakt anknüpfen werde. Ich werde ihn zudem um ein Treffen bitten, da ich für mich selbst eine klare Aussage brauche, wie seine, meine, unsere Zukunft aussieht. Solche Punkte sollten persönlich und live besprochen werden.
Das paradoxe an uns ist: ich trinke so gut wie gar nicht. Bin maximal drei-, viermal "partybesoffen" im Jahr. Ich habe keinen Alkohol im Haus, das weiß er. Seine LG selbst trinkt Alkohol in seiner Gegenwart. Bei mir wäre das in einer Beziehung nicht der Fall. Ich dachte bisher, das könnte etvl. motivierend sein. Ich glaube ihm, dass er aufhören möchte. Der Knopf im Kopf, es wirklich zu wollen, ist allerdings noch nicht betätigt. Ich habe ihn nie auf sein Trinkverhalten angesprochen, im Prinzip auch nicht auf die Gründe, weswegen er zur Flasche greift. Ich weiß nicht, ob das korrekt war, das will ich u. a. in dem Beratungsgespräch nächste Woche abfragen.
hi ho
ja du hörst dich "gut" an. :) ich weiß nur leider auch nicht, wie man es schaffen kann, mit einem menschen zusammenzubleiben, der suchtkrank ist.
es muss seine sache sein, die sucht zu beenden. sobald du involviert wirst, verlierst du deine rolle als lebenspartnerin. das wäre mein votum: misch dich nicht in seinen alkoholismus ein. nicht nur zum selbstschutz! auch, um ihn nicht indirekt zu decken und zu beschützen.
es tut mir so leid, dass du dich für ihn innerlich entschieden hast. denn dann wirst du einen weg finden, mit ihm zusammenzukommen, vermute ich, aber der weg, der dann beginnt, wird nicht einfach sein. vermutlich tritt diese herausfordernde liebe in dein leben, damit du selbst auch etwas bei dir erneuerst und / oder etwas festigst.
ich glaube, man interessiert sich für problematische menschen, wenn man selbst seine probleme nicht gelöst bekommt oder glaubt, keine probleme zu haben. der stress, der dann jedoch auftritt, rührt an inneren problemen und dazu ist es ja in gewisser hinsicht auch "richtig", sich in probleme zu stürzen.
probleme lösen bedeutet leben.
ähm aber ich nehme an, ich bin jetzt ein bissi zu allgemein. will dir aber weder den mut nehmen noch dich ermuntern. zumal ich nach wie vor die sache mit der aktuellen lg net verstehe.
bin gespannt, was du ihn für fragen stellst. du sagtest, du möchtest aussagen von ihm aus dem beginn eurer freundschaft / beziehung ansprechen...?
viel glück ich drück dir bestimmt die daumen. du klingst nicht so, als wärst du auf den kopf gefallen. also ohren steif halten, gell.
gruß
pupsup
ja du hörst dich "gut" an. :) ich weiß nur leider auch nicht, wie man es schaffen kann, mit einem menschen zusammenzubleiben, der suchtkrank ist.
es muss seine sache sein, die sucht zu beenden. sobald du involviert wirst, verlierst du deine rolle als lebenspartnerin. das wäre mein votum: misch dich nicht in seinen alkoholismus ein. nicht nur zum selbstschutz! auch, um ihn nicht indirekt zu decken und zu beschützen.
es tut mir so leid, dass du dich für ihn innerlich entschieden hast. denn dann wirst du einen weg finden, mit ihm zusammenzukommen, vermute ich, aber der weg, der dann beginnt, wird nicht einfach sein. vermutlich tritt diese herausfordernde liebe in dein leben, damit du selbst auch etwas bei dir erneuerst und / oder etwas festigst.
ich glaube, man interessiert sich für problematische menschen, wenn man selbst seine probleme nicht gelöst bekommt oder glaubt, keine probleme zu haben. der stress, der dann jedoch auftritt, rührt an inneren problemen und dazu ist es ja in gewisser hinsicht auch "richtig", sich in probleme zu stürzen.
probleme lösen bedeutet leben.
ähm aber ich nehme an, ich bin jetzt ein bissi zu allgemein. will dir aber weder den mut nehmen noch dich ermuntern. zumal ich nach wie vor die sache mit der aktuellen lg net verstehe.
bin gespannt, was du ihn für fragen stellst. du sagtest, du möchtest aussagen von ihm aus dem beginn eurer freundschaft / beziehung ansprechen...?
viel glück ich drück dir bestimmt die daumen. du klingst nicht so, als wärst du auf den kopf gefallen. also ohren steif halten, gell.
gruß
pupsup
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