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Mein Vater klammert wie ein Baby

9 Antworten2'164 AufrufeGestartet von Yvonne1976 ·

Yvonne1976Themenstart
#1
Manchmal weiss ich nicht mehr weiter...


Ich bin 36Jahre alt und wohne alleine. Das heisst noch lange nicht,dass ich alleine bin. 3mal die Woche geh ich meine Eltern besuchen.Vor allem Vater besteht darauf.Er meinte sogar,dass man seine Eltern jeden Tag besucht,wo ich nicht der Meinung bin.



Ich habe auch noch ein eigenes Leben,was mein Vater mir durch sein klammern nicht gönnt.Er ist tierisch eifersüchtig,das was er sagt stimmt.Zudem hat er auch ein Alkoholproblem,was er sich nicht eingesteht.Ich traue mich gar nicht ihm zu widersprechen,obwohl ich 36 bin und das ja mein Recht ist.



Zwischendurch geht noch Telefon wenn ich nicht besuche und er nervt.Ich gehe halt brav dreimal die Woche besuchen,ob ich mag oder nicht.Möchte ihn nicht weh tun obwohl es mich fertig macht,wie er mit mir umgeht.Manchmal abends hier sitze und weine,wütend bin oder nur aufatme dass Feierabend ist.



Das geht schon echt an der Substanz.Leider wohne ich sehr nah (10min.).



Habe schon mit vielen drüber gesprochen und sie meinten ich soll Kontakt abbrechen,was für mich aber nicht einfach ist,ich habe Angst.So blöd wie es klingt ich weiss.



Was meint ihr dazu ?





bearbeitet #2
Ich weiß wie schwirieg das ist, wenn die Eltern einen gar nicht loslassen wollen. Ich hab auch lange kämpfe müssen und kämpfe immer noch dagegen an das meine Familie mich mal endlich frei lässt. Ich denke du solltest dein Leben leben und nicht nach dem was dein Vater dir sagt. Zur Not musst du da auch etwas drastischer durchgreifen. Sag "einfach" mal Nein. Du musst mit mit 36 nicht darauf hören was dein Vater dir sagt. Ich würde erstmal sehen das du nur noch 2x mal die Woche zu deinen Eltern gehst für eine Zeit. Danach noch weniger usw. Ganz den Kontakt abbrechen muss ja gar nicht sein ... sei denn du bist mittlerweile so gefrustet das das für eine Option wäre. Eine Vergrößerung der räuml. Distanz würde ich nur in Betracht ziehen wenn es die anderen Umstände zulassen. Das würde ich als letztes Mittel sehen wenn gar nix mehr geht.

Klar, hast du Angst aus der gewohnten "Sicherheit" auszutreten da du es ja auch 36 Jahre mitgemacht hast, mal mehr mehr oder wenig unwissend und jetz scheint der Punkt gekommen zu sein an dem es dir einfach zu doof wird. Ich würde dich ermutigen über den Schatten zu springen, danach kannst du viel berfreiter Leben wenn du selbstbestimmter lebst. Das wirkt sich zudem positiv auf das Selbstbewusstsein aus.

Das Alkoholproblem wird dein Vater selber in den Griff kriegen müssen, denk ich mal. Aber dazu müsste er es erstmal eingestehen .... das kann er nur für sich selber entscheiden - sogern man da auch eingreifen würde.

Wünsche dir viel Kraft. Immer an dich glauben, dann schaffst du auch was du willst :)

#3
Blöd gefragt: Wovor hast du Angst?

Setz mal bei der Frage an, dann fällt dir das Loslassen vielleicht wesentlich leichter.

#4
Solltest Du alleine den Absprung nicht schaffen, was für Menschen in Deiner Situation nicht unüblich ist, such mal nach Selbsthilfegruppen für Angehörige und speziell für Erwachsene Kinder von Alkoholikern. Die Anonymen Alkoholiker bieten so etwas an, das Blaukreuz auch.

Daß Du es nicht aus eigenen Stücken schaffst, Dich von Deinem Vater abgrenzen ist realitv "normal", diese Verhaltensweisen wurden Dir von Kindheit an ja beigebracht. Außerdem empfehle ich Dir das Buch "die Liebe und der Suff".

#5
Zu der Frage wovor ich Angst habe: Mein Vater ist ein Mensch ,auch wenn ich erstmal Ruhe vor ihm hätte,er stellt nach.Das hat er bei meiner Mama auch oft gemacht.Versucht auch Kontakte zu versauen usw,nur um uns für sich zu haben.Meine Mama muss mit diesen Problemen alleine klar kommen,sie hat sich ja alles so ausgesucht.Ist bei mir was anderes.


Ich komm ohne ihn sehr gut aus.Montag und Dienstags wo ich nichts von ihm höre tut mir einfach nur gut.Mittwochs wird er per Telefon wieder unruhig.



Mal sehen,alleine werde ich es wohl nicht so schaffen und werde mir wohl Hilfe suchen müssen.



Danke für eure Tips,werde erstmal von 3 auf 2 Tage die Woche versuchen zu kürzen,halt langsam angehen lassen.





#6
Was würde denn passieren, wenn du jeden Tag in der Woche etwas vor hättest? Kämen da auch Kontrollanrufe? Oder würde er bei dir vor der Türe stehen?

#7
Wenn er wüsste ich bin beruflich unterwegs,was in mom noch nicht ist,bin noch auf der Suche,wäre er zufrieden.Ich denke erst ne Zeit lang Kontrollanrufe und dann würde er mal vorbei sehen bzw spazieren gehe nach Fenster usw sehen.


Er ist halt ein kranker schwieriger Mensch,der mich mit krank macht.



Montags und Dienstags hab ich Ruhe oder von 22-10Uhr morgens auch.



Ich werde auf jeden Fall Hilfe annehmen müssen,denn alleine fehlt mir die Kraft.








bearbeitet #8
Liebe Yvonne,

ich kann mich insoweit in Dein Thema einfühlen, dass ich zur Zeit auch mit "Klammerversuchen" von meinem Vater umgehen muss, wenn auch nicht in diesem Ausmaß und der Intensität, wie Du es beschrieben hast.

Es sollte Dir einfach klar und bewusst sein, liebe Yvonne, dass sich Liebe (also die väterliche) zwar durchaus darin ausdrücken kann, dass er so klammert- Es aber NICHT die Art und Form ist, die gesund für Dich ist.

Auch, wenn Eltern es oftmals behaupten werden, und vielleicht nie etwas Anderes sagen werden: Sie wissen eben NICHT immer alles besser und vorallem wissen sie nicht immer, was gut für Dich ist und was nicht!

Du bist vor diese "Aufgabe" gestellt, also lass Dir sagen, dass Du Sie auch lösen oder bewältigen kannst!

Ich kenne das Gefühl, was einem einfach "die Luft zum atmen" nimmt, oder eben Dich nicht sein lässt. Ich weiss, wie wertvoll diese Ruhe ist.

Sie steht Dir zu, diese Ruhe. Vergiss das nicht! Es steht Dir genauso zu, wie die Luft, die Du atmest. Du hast deine DA - SEINS - Berechtigung, also nimm Sie Dir, wenn Sie Dir Jemand nehmen will. Auch wenn das Dein Vater und ein Mensch (wie Du sagst) ist!

Zieh einen "Schlussstrich", eine klare Linie. Setze eine klare Grenze: So, und nicht weiter! Ich würde nicht erst versuchen, den Kontakt zu reduzieren, er wird nämlich schnell genug merken, dass es in die Richtung geht, dass Du Dich von ihm "entfernst"-und dann wird er noch mehr klammern, Macht ausüben und Dich in dieser Hinsicht bedrängen oder einengen!

Dieser Mensch (dein Vater) hat diese Lektion zu lernen. Ganz einfach. Es ist nicht Deine Aufgabe, das für Ihn zu übernehmen. Ausserdem "muss" man ja keine Kinder in die Welt setzen, wenn man zu gegebener Zeit nicht bereit ist, diese gehen zu lassen!

Du hast auch in dem Sinne nichts zu verlieren!

Seine Liebe verlierst Du nicht.

deine "Ruhe" kannst Du auch nicht verlieren, höchstens zurückgewinnen!

Darum eben, die Daseinsberechtigung! Ist Dein Recht, nicht? ;)

Und Du brauchst Dich nicht so mit den Fragen "Was passiert dann und wann" beschäftigen, denn diese Fragen erübrigen sich, wenn Du die Entscheidung für Dich getroffen hast! "Nein, es reicht!"

Egal, was da von seiner Seite kommt, es sind übrigens alles "Machtausübungen", die er da praktiziert- können Dich nicht beeindrucken!

Ich beispielsweise werde heute eine dieser Linien ziehen, indem ich meinem Vater sagen werde, dass es so nicht ein weiteres Mal geht. (Er kam eben wieder zur Tür hinein, nachts um 4??? wohl gemerkt, um meine "Nachtkerze" auszupusten (steht in feuerfestem Behälter) und mich mit seinem Lärm "aus Versehen" zu wecken. (werde demnächst weg ziehen und meine beruflichen Vorstellungen nach meinen Ansichten umstellen- seit er das weiss, verhält er sich so)

Ich will überhaupt nicht die Wirkung einer Selbsthilfegruppe oder professioneller Hilfe untergraben, doch als weitere Möglickeit: wieso nicht ein einfaches Ultimatum! "Lieber Papa, ich habe ein Recht auf Freiheit und ich habe ein Recht auf ein eigenes Leben. Danke für Alles, doch wenn Du mich nicht in Ruhe lässt und mich SEIN lässt, wirst Du überhaupt nichts mehr von mir haben."

So in der Art. Eine erstaunliche Wirkung hat ein solches Ultimatum, wenn Du bereit bist, es zu stellen! Wobei klar sein sollte, für Dich, dass es nur darum geht, eine Grenze zu ziehen. Eurer Liebe wird das keinen Abbruch tun.

Machst Du mit? ;)

Liebe Grüsse!

Rosenkatze

P.S. Danke! Tat mal gut, dass nieder zu schreiben! ;-)

#9
Und mir tat es gut den letzten Beitrag zu lesen,das hat mir schon mehr Kraft gegeben. :)


Und schön dass es noch andere mit den Problem in der Art gibt.



Und so eine Art Selbsthilfegruppe finde ich gar nicht so schlecht,wäre dabei sofort.
;)


Danke fürs Verständnis:)



Nun gehts mir gleich was besser:)








#10
Hallo Yvonne,

sowas nennt sich Co-Abhängigkeit... Dein Vater projeziert seine Krankheit auf Dich und Du machst das Spielchen mit und leidest ohne Ende unter seinem Verhalten. Hallo, Du bist keine 12 mehr! Er verhält sich wie ein Kind und nicht wie ein Vater! Er sollte sein eigenes Leben leben und sich nicht so an Dich klammern.

Allerdings hat es auch was gutes: Du kannst versuchen, daß er gegen seine Krankheit ankämpft, in dem Du die Regeln aufstellst. Wenn er darauf eingeht, daß Du Dich öfters bei ihm blicken lässt, wenn er sich in Gegenzug Hilfe holt, kann er vielleicht einen Schritt zurück in ein normales Leben gehen und Du hast gleichzeitig mehr Freiheit, weil er sich nicht so an Dich klammert....versuch es mal. Hol Dir profesionelle Hilfe!

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