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Muss ich wieder lernen Single zu sein

5 Antworten1'768 AufrufeGestartet von nilo ·

niloThemenstart
#1
So ziemlich genau nach acht Jahren stehe ich jetzt wieder ohne Partnerin da. Meine grösste Angst ist die Einsamkeit die nun unmittelbar bevor steht. Zudem leide ich noch mehr unter der Trennung als Sie, weil es einfach die Frau ist, mit welcher ich mein restliches Leben verbringen wollte. Nun liegt alles zerstört am Boden und nach Ihrer Aussage besteht keinerlei Hoffnung. Ich wollte die Zeilen mir nur mal von der Seele schreiben und ich weiss auch das es vielen so geht wie mir, aber vielleicht hilft es mir ein wenig. Was mir aber am meisten fehlt, sind Freunde mit denen man darüber reden kann, da ich Sie in Deutschland zurück gelassen habe, als wir in die Schweiz gezügelt sind. Ich hoffe das dieses Forum so eine kleine Art von Therapie für mich wird und ich wünsche allen auch Betroffenen schnelle Besserung.

Danke

mydarkangel
#2
Hey Nilo

Du bist genau richtig hier ... ich kann aus eigener Erfahrung sagen wie gut es tut sich alles von der Seele zu schreiben ...

Hier wirst du viele Leidensgenossen kennenlernen und von ihren Erfahrungen profitieren ...

Und macnhmal sieht man selbst ja auch schon ein bisschen klarer wenn man seine Gedanken niederschreibt ...

Also schreib so viel und sooft du willst ... wir hören dir gerne zu :trost:

Wünsche dir ganz viel Kraft :schmatz:

#3
Hi Nilo!

Es tut mir sehr leid, was dir passiert ist und ich kann sehr gut nachempfinden, wie du dich im Moment fühlst. Auch ich wurde vor knapp zwei Monaten von der Frau verlassen, mit der ich mein Leben verbringen wollte.

Aber du hast mir gegenüber einen entscheidenden Vorteil: sie hat dir gesagt, dass es keinerlei Hoffnung gibt. Das tut zwar im ersten Moment bzw. in der ersten Zeit furchtbar weh, aber du weißt an was du bist und kannst die Sache so nach dem ersten Schock anfangen zu verarbeiten. Meine Ex macht mir immer noch Hoffnungen und hat sich aber offenbar bereits in einen anderen verguckt. Trotzdem sagt sie, sie könne für die Zukunft nichts ausschließen und nähert so die Hoffnung in mir, dass aus uns nochmal was wird. Aber es geht hier nicht um mich...

Nimm dir die Zeit der Trauer und auch der inneren Leere, aber sorge dafür, dass diese Zeit nicht zu lang wird. Man darf und muss trauern und sich hängen lassen, aber irgendwann musst du anfangen, dein Leben wieder in die Hand zu nehmen. Versuche jeden Tag, den Blick wieder ein bisschen mehr nach vorne zu richten und nicht so sehr zurück und du wirst merken, dass es dir mit jedem Tag ein bisschen besser gehen wird. Sicherlich wird es vor allem in der ersten Zeit immer wieder Rückschläge geben, weil dich gewisse Dinge wie Lieder oder Plätze oder gewisse Situationen an sie bzw. euch erinnern werden. Aber auch diese Rückschläge werden seltener werden.

Es mag sich lächerlich anhören und du kannst das jetzt im Moment sicherlich nicht so sehen, aber im Hinblick darauf, wie es mir im Moment geht möchte ich dir sagen: lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!

Ich wünsche dir ganz viel Kraft, die Sache durchzustehen. Schreib hier, wenn dir danach ist, denn hier sind viele Menschen, denen es ähnlich geht wie dir und die genau wie du froh sind, dass ihnen hier zugehört wird.

Alles Liebe und Gute,

Tomcat13

#4
Lieber nilo

Es tut mir sehr leid, was Dir passiert ist. Und gut, hast Du zu uns hierher gefunden. Denn hier wirst Du die Freunde finden, welche Du damals zurücklassen musstest.

Wegbegleiter, Tröster, Aufsteller, Fragesteller - die ganze wichtige Palette.

Fühl Dich herzlich willkommen und mit offenen Armen aufgenommen.

Wenn die Wellen der Einsamkeit, der Traurigkeit über Dich schwappen, dann setz Dich hin und schreib Dir alles von der Seele. Hier sind unglaubliche Menschen mit unglaublichem Potential an Hoffnung, Wärme, Trost und Freude. Und ab und an finden sich auch wahrhaftig richtige Freunde.

Es wird kein Spaziergang, die nächste Zeit. Eher ein Marsch durch Täler, über Berge, verschlungene Pfade, quer Feldein über Stock und Stein, durch Gebüsche voller Dornen - aber auch Wege mit weichem, warmem Moos finden sich.

Und irgendwo, ganz weit hinten an diesen Wegen, wird sich für Dich der Horizont aufmachen, der Weg wird zur Strasse - und Du wirst sogar Blumen am Wegesrand finden.

Die Menschen hier werden Dich begleiten, mit Dir die Dornenbüsche stutzen, Steine zur Seite räumen, Dir aufhelfen, wenns Dich mal in die Knie gezwungen hat.

Das Wichtigste, was Du jetzt, in diesem Moment wissen solltest: Auch in der Mitte der dunkelsten Nacht beginnt der neue Tag.

In diesem Sinne - viel Kraft, viel Mut, viel Glück!

Es wird wieder besser.

Alles Liebe

Sternenzauber

#5
Danke an Euch alle!

Aber bei mir kommt noch erschwerend dazu, das wir noch eine ganze Weile den Haushalt teilen müssen. Wir haben uns jetzt darauf geeinigt wie in einer Art WG zusammen zuleben, ob ich das durchstehen kann weiss ich auch noch nicht.

Ich versuche positiv zu denken und meinen eigenen Weg zu gehen.

Nilo

#6
Hi Nilo!

Das mit dem gemeinsamen Haushalt habe ich im Moment auch noch mit meiner Ex. Sie zieht nächsten Samstag aus bzw. um.

Und obwohl ich furchtbare Angst habe vor dem Moment, in dem sie quasi zum letzten Mal die gemeinsame Wohnung verlässt weiß ich doch, dass es sein muss. Wir haben die letzte Woche hier gemeinsam in der Wohnung verbracht bzw. verbringen müssen und die nächste Woche wird das auch noch so sein.

Ich kann dir nur sagen, wie es mir bis jetzt ergangen ist. Es ist ein sehr seltsames Gefühl, mit dem Gerade-erst-Ex-Partner in einer "WG" zu wohnen. Es gibt so viele Dinge, die einem vertraut sind, und doch ist nichts, wie es einmal war. Man muss sich ständig mit der Trennung auseinandersetzen weil man ständig damit konfrontiert wird. Ich habe festgestellt, dass ich mit jedem Tag, den wir hier gemeinsam in der Wohnung waren, ein Stück meiner inneren Ruhe verloren habe, die ich mir davor mühsam erkämpft habe. Solltest du die Möglichkeit haben zu einem Freund oder zu Bekannten zu gehen und dort unterzukommen dann würde ich dir dringend empfehlen, das auch zu tun. Das ständige Beisammensein ist eine Qual, und die solltest du dir in deinem eigenen Interesse ersparen. Wenn du niemanden hast, zu dem du gehen kannst, dann solltet ihr versuchen, dass sie irgendwo unterkommt. Glaub mir, es ist besser so. Ich hatte leider niemanden zu dem ich gehen konnte...

Eine gute Voraussetzung ist auf jeden Fall, dass du deinen eigenen Weg gehen willst! Das macht die Sache sicherlich etwas einfacher. Nur musst du ihn dann auch wirklich gehen. Ich habe das auch gesagt - und im Stillen doch immer gehofft, dass sich vielleicht doch noch was dreht. Lass dir gesagt sein, dass diese Hoffnung dein schlimmster Feind werden kann. Sie kann dir auch Kraft geben, aber wenn sie enttäuscht wird, dann gibt sie dir den Rest.

In diesem Sinne wünsche ich dir viel Kraft die ganze Sache durchzustehen und deinen eigenen Weg zu gehen!

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