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Musste meine Freundin wegen Wahngedanken verlassen

1 Antworten1'855 AufrufeGestartet von marzotti ·

marzottiThemenstart
#1
Ich war schon immer ein Einzelgänger. Das war schon in der Schule so. Die Gesellschaft mochte ich nie besonders. Nach der Schule bekam ich psychische Probleme und erkrankte bipolar. Fortan war ich (seit dem 18. Lebensjahr) bei einem Psychiater in Behandlung. Kollegen hatte ich schon, aber das waren eher so Saufkollegen. Überhaupt trank ich zwischen 18 un 24 ziemlich viel, und danach immer noch genug Alkohol (so um die 1,5 l Bier durchschnittlich pro Tag). Das waren natürlich nicht die allerbesten Voraussetzungen, um eine Freundin kennenzulernen. Schüchtern war ich schon seit jeher, und danach war es mir schon egal, ob ich eine Freundin hatte oder nicht. Dies änderte sich schlagartig vorletztes Jahr. Wegen meiner bipolaren Krankheit bin ich als Behinderter bei einem Museum angestellt. Dort arbeiten auch, je nachdem, mehr oder weniger, Arbeiter auf Zeit (für ein Jahr oder so). Als ich also eines morgens in der Cafeteria war, sprach mich ein Mädchen ein, das so eingestellt war. Sie war 21, aber geistig zurückgeblieben. Sie war nicht dumm, das könnte man nicht behaupten, aber sie hatte die Psyche eines 10-jährigen Kindes. Vor allem hatte sie sehr wenig Geduld. Ich verliebte mich in sie. Sie war Waisenkind, ihre Eltern starben am Alkohol und an Drogen und sie war seit ihrem ersten Lebensjahr an von einer Familie adoptiert. Sie tat mir leid. Zuerst lebten wir noch bei den jeweiligen Eltern, danach mietete ich nach ein paar Monaten eine Wohnung, wo wir ungefähr 10 Monate lang lebten. Sicherlich, die Beziehung war nicht einfach. Waren machten alles zusammen. Sie liebte ihre Tiere, und es wurden immer mehr. Zuletzt hatten wir 12 Ratten, 6 Männchen und 6 Weibchen, getrennt in 2 Käfigen, 2 Kaninchen und 4 Wasserschildkröten. Ausserdem unterhielten wir 2 Pferde (Stute mit Fohlen). Das alles bezahlte ich. Ausserdem hatte sie ein Faible für Handys, und die 4-5, die sie in dem anderthalb Jahr, wo wir zusammen waren, kaufte, gehörten nicht zu den billigsten (zwischen 300 und 500 Euro). Dann nahm ich mir ein Darlehen auf 25 Jahre und kaufte ein Haus, wo ich mein Leben mit ihr verbringen wollte. Da lebte ich noch 3 Monate mit ihr, aber da fing es auch an. Des nachts lag ich oft stundenlang wach, sogar die ganze Nacht. Morgens klingelte um 6 Uhr das Handy, ich hatte überhaupt nicht geschlafen, und es kam mir vor wie nur eine Stunde. Aus purer Liebe zu ihr gab ich mich ihr ganz hin und unterwarf mich ihr, wurde ihr hörig. Ich lebte sozusagen in einer Trance. Tagsüber ging ich arbeiten und wurde (rückblickend) auch noch Opfer von sog. Psychoterror von schlechten Menschen im Museum, dann nahm ich wieder den Zug nach Hause und führte meine Beziehung. Sie arbeitete in einem Naturpark als Tierpflegerin, wo sie aber noch nicht richtig eingestellt war. Die letzte Woche der Beziehung dann wurde es immer schlimmer. Nicht die Beziehung mit ihr, sondern die Gedanken nachts. Es waren sogenannte Relativitätsgedanken, sage ich mal. Die letzte Nacht dann wurde es so schlimm, dass ich glaubte, ich müsse sterben, und ich sah schon meinen toten Grossvater mir die Hand aus dem Jenseits reichen. Alternativ glaubte ich auch, ein Asteroïd konnte auf die Erde knallen. Oder ich wäre Opfer einer spontaner Selbstentzündung. Ich wollte diese Gedanken überhaupt nicht. Ich war der Meinung dass wenn man zuviele solcher Erkenntnisse habe, man daran sterben könnte. Aber ich wollte nicht sterben. Ich hatte Angst vor dem Tod. Nicht jetzt mit erst 30 Jahren, jetzt wo ich das Haus erst gerade gekauft hatte und die Restaurationarbeiten noch in vollen Gange waren. Morgens klingelte das Handy wieder. Es war 6 Uhr, Zeit aufzustehen, um arbeiten zu gehen. Ich hatte die ganze Nacht nicht geschlafen. Ich schaute auf meine Freundin. Sie lag neben mir und schlief friedlich. Ich fürchtete sie. Ich zog mich schnell an, schnappte mir das Handy, sagte "Auf Wiedersehen" und flüchtete. Ich rannte zum Bahnhof und rief meine Eltern an. Ich weinte, weil mich diese Gedanken plagten. Ich musste sofort zum Psychiater. Er meinte, ich hätte eine affektive Krise und verschrieb mir ein Neuroleptikum, den Zyprexa. Zu meiner Freundin kehrte ich nicht mehr zurück. Meine Eltern benachrichtigten deren Eltern. Jetzt, etwa 3 Wochen danach, geht es mir wieder ziemlich gut. Ich gehe viel schwimmen. Die Freundin hat sich eine eigene Wohnung gemietet. Ich darf sie nicht mehr wiedersehen, ansonsten fangen die scheiss Gedanken wieder an. Was wird nun aus ihr, was wird aus mir? Werde ich jemals wieder eine Freundin finden, vielleicht eine, die besser zu mir passt? Oder muss ich jetzt mein ganzes Leben lang allein in meinem Haus fristen und auf eine Absolution warten, die nie kommt? Auf jeden Fall habe ich die Erkenntnis, dass zuviel Gutheit im Leben bestraft wird. Was meint ihr?

#2
oh mein gott!

ich weiss gar nicht was sagen!

erst einmal: mach bitte ein wenig mehr absätze, ist unglaublich mühsam zu lesen!

dann denke ich, ich kann dich einigermassen verstehen!

mein vater leidet auch an Bipolare Störungen und ich weiss wie schwer es manchmal ist, ihn zu verstehen und ich weiss auch dass er sich manchmal selbst nicht versteht! er ist jetzt 52 und kommt mit der Krankheit mal besser und mal schlechter klar! bist du in psychologischer Behandlung aufgrund dieser Krankheit?

Dass es dir schlecht geht verstehe ich, denn ich habe eine Tante die geistig auf dem Niveau einer 12 jährigen ist und es ist weisgott nicht einfach mit ihr klarzukommen!

ist klar, dass die Gefahr, in Depressive Anfälle zu geraten somit noch erhöht!

ich denke, es ist besser wenn ihr euch (du und deine Freundin) von aussenstehenden helfen lasst und erst mal ohne einander klarzukommen versucht!

es tönt echt hart!

aber glaub mir, du wirst eine Frau finden, die dir die Stärke gibt, die du brauchst um glücklich zu sein!

ich wünsche dir ganz viel Kraft und viele Freunde, die hinter dir stehen!

LG

marunggeli

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