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..und wenn man einfach nicht mehr weiter weiss?!?

6 Antworten1'728 AufrufeGestartet von flügellos ·

flügellosThemenstart
#1
Hei Leute..

Ich weiss nicht genau, weshalb ich hier schreibe, vielleicht, weil ich etwas hinauszögern will, das sowieso bald geschehen wird, vielleicht aber auch, weil ich einfach noch jemanden haben möchte, der mir "zuhört", mich vielleicht versteht.

Ich bin an einem Punkt in meinem Leben angekommen, an dem ich sage, jetzt geht es nicht mehr, jetzt habe ich keine Kraft mehr.

In meinem Leben ist schon vieles schief gelaufen, schon früh muesste ich lernen, wie schwer das Leben sein kann.

In der Schule hatte ich nie Freunde, bis zur sechsten Klasse wurde ich sogar richtig bösartig gemobbt. Selbst die Lehrer halfen mit. Zuhause war es damals auch nicht besser. Immer war ich die "Böse", weshalb ich oft grün und blau geprügelt wurde.

Selbst als sich meine Mutter scheiden liess und einen neuen Freund nach Hause brachte, wurde es nicht besser. Wohl eher schlimmer.

Er schickanierte mich, demütigte mich und schlug mich, wann immer sich ihm eine Gelegenheit dazu bot. Und dabei war ihm egal, ob wir uns gerade in der Öffentlichkeit oder bei Freunden befanden, es gab keinen Tag, an dem ich verschont blieb. Und meine Mutter? Schaute zu und unterstützte ihn, liess mich den Haushalt schmeissen, ebenso wie die Erziehung von meinem Bruder und meiner Schwester. Schlief bis Mittags, obwohl sie wusste, dass ich riesen Stress hatte, nach der Schule noch Mittagessen zuzubereiten. Doch immer war es jedem egal.

Bis ich mich schliesslich weigerte, rausgeschmissen wurde, einige Zeit auf der Strasse leben musste.

Da war ich gerade mal 16 Jahre alt und frisch von der Schule. Und die Ausbildung konnte ich so natürlich vergessen, weshalb ich dann schliesslich auch kein Geld hatte. Ich musste wie ein Penner leben, den Freunde hatte ich ja keine.

Und immer blieb ich stark, schwor mir, nicht aufzugeben, ihnen diese Genugtuung nicht zu geben.

Die Probleme mit meiner Familie haben sich in der zwischenzeit noch verhärtert. Der Freund meiner Mutter prügelt mich zu Tode, wenn er mir begegnet, meine Mutter selbst verbietet mir den Kontakt zu meinen Geschwistern.

Ich lebe mittlerweile auch in einem Internat, bereits fünf lange Jahre. Eigentlich geht es mir hier auch gut, nur scheinen die Probleme mich nicht los zu lassen.

Mobbing ist leider immer noch ein Thema, wenn auch nicht mehr so schlimm wie damals. Zudem scheint es, als hätte ich ziemliche Probleme, was Vertrauen angeht. Ich kann nur schwer Vertrauen, bin misstrauisch und unzufrieden mit mir und der ganzen Welt. Zudem scheint mein Selbstbewusstsein nur gering vorhanden zu sein, von Selbstliebe wollen wir gar nicht erst anfangen..

Und andere Liebe gibt es nicht mehr in meinem Leben.

Der einzige Mensch der mich verstand und mich geliebt hatte, hat mich nun auch verlassen.. :(nicht nur verlassen, er ist jetzt auch noch so dreist, mit mir zu spielen und mich absichtlich zu verletzen. Und das nach 2 Jahren Beziehung.. :( das Schlimmste; es gibt keine Möglichkeit ihm Auszuweichen, da wir in derselben Institution sind..

Und genau deswegen geht es mir auch so beschissen. Mein Leben ist ein einziger Kackhaufen, etwas, das niemand haben will und niemand braucht, genauso wenig wie mich. Niemand will mich und niemand braucht mich..

Und niemand auf dieser Welt würde mich vermissen..

Und jetzt bin ich genau an diesem Punkt, an dem ich damals dachte, nie zu kommen. Weil ich dachte, ich bin und bleibe stark, doch das geht jetzt nicht mehr.. Ich will auch gar nciht mehr. Weshalb sollte ich kämpfen um mein Leben, wenn doch sowieso nur Scheisse heraus kommt? Wenn ich am Schluss wieder heulend in der Ecke sitze und mich Stunden nicht bewege.. wofür, wenn es doch sowieso jedem egal ist.. weil niemand bemerken würde, das ich nicht mehr da bin.. Weil ich ein Nichts und ein Niemand bin.. :(

#2
Hey du :) Es sind nicht alle Menschen so ! Und je aelter du bist, desto mehr kommst du aus dieser Situation heraus. Ich finde deine Geschichte schrecklich und bewundere, dass du solange durchgehalten hast, das schafft kaum jemand!

Hast du schon einmal an psychologische Hilfe gedacht ? Ich hab selber solche Hilfe und auch wenn man wenig Vertrauen in Menschen hat, kann es einen weiterbringen.

Vergiss den Typen, es kommen neue !

Ich kenne die Gedanken nur zu gut, dass man nicht mehr weitermachen will. Dabei ist man aber selten realistisch, denn vieles ist auch besser geworden, auch bei dir. Warum sollte es dann nicht auf Dauer nicht hundertmal besser werden??

Deine alten Wunden schleppst du natuerlich schon eine Weile mit, aber mit Hilfe kannst du sie loswerden, glaub mir :)

#3
Ja.. Hab schon bei mehreren Psychologen "angeklopft", versucht, mir von ihnen helfen zu lassen.. Keine Ahnung, vielleicht bin ich zu schwierig oder wählerisch, vielleicht liegt es ausnahmsweise auch mal nicht an mir, doch irgendwie scheint mich niemand von denen - wirklich niemand - so richtig zu verstehen.. Wie denn auch, hatten sie doch das "perfekte" Leben bereits in die Wiege gelegt bekommen.. :(

#4
Hallo flügellos

Das du ein nichts und niemand bist stimmt nicht. Das kommt Dir nur so vor weil Du im mom Kummer hast.

In dem Moment wo ein Mensch anfängt seine Geschichte aufzuschreiben verarbeitet er auch schon.

Die Psyche eines Menschen is von Geburt an positiv,durch Lernen und Erfahrungen kann diese jedoch verkümmern durch Leid Narben erhalten.

Auch das dient der Lebenserfahrung. Häufig ist es so, das die durch Leid gepeinigten Menschen nach Verarbeitung der selben, in meinen Augen die "besseren" Menschen sind. Menschlicher halt^^sensibler.

Dadurch hat Leid auch schon wieder etwas Positives ,es kommt ein neuer,stärkerer Mensch heraus. Mann/Frau lernt lebenslänglich!

Villt hast Du Dich nur an Deinen ex geklammert weil ihr beide in der Zeit nix verarbeiten brauchtet ,wolltet???

lg Granny

Guest
#5
Wie Elvis schon schreibt, ist es in der Tat so, dass es mit zunehmendem Alter besser wird. Die Perspektive auf Dinge verschiebt sich und was mir mittlerweile fast am allerwichtigsten erscheint - dein Selbstvertrauen wächst. Mag es im Moment noch so aussehen, als ob du eher darauf vertrauen könntest, dass du dich schlecht behandelst, so kommt bestimmt eine Zeit, in der du das besser gelernt hast. Selbstliebe ist für uns Alle eine Lebensaufgabe. Und ein natürliches Bedürfnis.

Momentan geht es in meinen Augen nicht darum, dass dich Andere vermissen, sondern dass du dein Leben als lebenswert ansiehst und es so gestaltest. Ich habe schon so manchen Menschen verloren, der von Vielen vermisst wird. Sie haben die Chance versäumt, aus ihrem Leben etwas zu machen.

Es ist auch spannend, zu sehen, dass sich Dinge verändern und wie sie sich verändern. Und obwohl dir so viel Schlimmes zugestoßen ist, bist du kein Opfer. Jedenfalls kannst du das beenden, wenn du bislang so gedacht hast. Die Geschundenen des Lebens empfinden das Glück tiefer und sind dafür äußerst dankbar. Ohne Letzteres geht Glück gar nicht.

#6
Ja.. Hab schon bei mehreren Psychologen "angeklopft", versucht, mir von ihnen helfen zu lassen.. Keine Ahnung, vielleicht bin ich zu schwierig oder wählerisch, vielleicht liegt es ausnahmsweise auch mal nicht an mir, doch irgendwie scheint mich niemand von denen - wirklich niemand - so richtig zu verstehen.. Wie denn auch, hatten sie doch das "perfekte" Leben bereits in die Wiege gelegt bekommen.. :(
Ja, wahrscheinlich kann man es tatsaechlich nicht KOMPLETT verstehen, wenn man das nicht auch so erlebt hat. ABER: man kann trotzdem helfen, da man etwas ueber die Mechanismen weiss, die dem menschlichen Denken zugrundeliegen.

Was meinst du mit angeklopft? Hast du schonmal eine laengere Zeit versucht, eine Therapie zu machen?

#7
Liebe flügellos

Niemand auf dieser Welt ist wertlos. Auch Du nicht. Weisst Du, ich befinde mich momentan in einer Phase wo ich auch denke dass alles schief läuft. Aber es gibt immer irgendetwas, woran ich mich erfreuen kann. Gerade eben lief mein kleiner Kater über die Tastatur und setzte sich danach auf meinen Schoss. Für mich ein unglaublich tolles Gefühl.. :)

Aber ich weiss, wenn man Kummer hat scheint alles verloren.. aber glaube mir, es wird eine Zeit kommen wo es Dir wieder besser gehen wird. Hast Du keine Bezugsperson im Internat?

Wie ist die Beziehung zu deinen Verwandten? Grosseltern?

Ich drücke Dich, :schmatz:

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