Unglücklich verliebt (fast schon lustig...)
5 Antworten1'070 AufrufeGestartet von Almos ·
AlmosThemenstart
Hallo zusammen,
ich möchte euch an meinem Leid teilhaben lassen in der Hoffnung, dass ich hier geholfen werde:
Zunächst muss ich offen gestehen, dass ich auf Jungs stehe. Es gab da schon das eine oder andere Mädchen, aber irgendwie naja...passt nicht.
Geoutet bin ich nicht, einzig bei meiner Schwester. Der Rest der Familie wundert sich, weshalb ich solo bin.
Hauptsächlich geht es um mein Verhältnis zu einem Kollegen.
Wir kennen uns seit dem Tag vor fünf Jahren, als wir uns in der Berufsschule begegnet sind (vorbeigehen, Blickkontakt, lächeln). Am Nächsten Tag im Betrieb die Überraschung, dass er bloss ein Lehrjahr über mir war. Das Ganze entwickelte sich in ein kollegiales Verhältnis mit gelegentlichem Ausgang und gemeinsamen Pausenaktivitäten. Dazu kamen öfters Blickkontakt und flüchtige, wie zufällige Berührungen (Fingerspielchen, Anlehnen, Füsseln etc.) Auch war da immer eine gewisse Spannung, vielleicht auch gegenseitige Angst, zwischen uns. Gemeinsame Zeit alleine haben wir oftmals schweigend verbracht (dafür E-Mailkontakt), Tischfussball und "Blickduell" gespielt. Weiter ging es nie. Bis vor eineinhalb Jahren hatte er dann während zwei Jahren eine Serie von Freundinnen, die aus dem Nichts auftauchten und wieder verschwanden. Gegenüber allen, mir inklusive, vertrat er stets die Heterolinie. Ich hatte während dieser Zeit ebenfalls andere "Prioritäten".
Heute arbeiten wir Teilzeit zusammen in einer anderen Firma und er hat den selben Studiengang wie ich angefangen (jedoch an einer anderen Universität). Und es scheint, dass alles wieder von Vorne anfängt. Zwar sind wir nicht mehr so verkrampft, doch fällt es anderen nicht nur durch die gegenseitigen Neckereien auf ("Ihr lacht immer so, wenn ihr zusammen seid?") und belastet so das Arbeitsklima. Wir haben uns dann gelegentlich ausserhalb der Arbeit getroffen. Er ging jeweils weiter als "normal" wäre: Sein Knie und Schienbein unter dem Tisch gegen mein Bein zu reiben (Als wenn wir 16 wären?) oder dass er meine Hand genommen hat. Wir hatten jeweils eine gute Zeit zusammen, das nächste, von ihm initiierte Treffen hat er dann jeweils kurzfristig mit fadenscheinigen Ausreden abgesagt. In dieser Form ist das zwei mal innert kurzer Zeit passiert.
Vor drei Monaten habe ich eine Aussprache verlangt und wir haben beschlossen, uns in Ruhe zu lassen. Und kaum war nach 5 Wochen ohne einander (Ferien) alles wieder perfekt normal, ging es wieder los, gleiches Schema. Verzweiflung ist das falsche Wort (nicht verliebt, ein bisschen verschossen schon...) es ist jedoch frustrierend, sich im Kreis zu drehen.
Ich zermartere mir einfach zu sehr den Schädel darüber.
Entweder oder:
a) Er steht nicht auf Männer, ist aber unglaublich naiv
B) Ich bin eine Pfeife im Interpretieren von Verhalten
c) Er hat Angst oder ist überfordert
d) Er spielt mit mir
e) Ich spinne
Eure Meinung, wie ich damit umgehen soll? Für sachdienliche Detailfragen stehe ich zur Verfügung.
Grüsse,
Almos
ich möchte euch an meinem Leid teilhaben lassen in der Hoffnung, dass ich hier geholfen werde:
Zunächst muss ich offen gestehen, dass ich auf Jungs stehe. Es gab da schon das eine oder andere Mädchen, aber irgendwie naja...passt nicht.
Geoutet bin ich nicht, einzig bei meiner Schwester. Der Rest der Familie wundert sich, weshalb ich solo bin.
Hauptsächlich geht es um mein Verhältnis zu einem Kollegen.
Wir kennen uns seit dem Tag vor fünf Jahren, als wir uns in der Berufsschule begegnet sind (vorbeigehen, Blickkontakt, lächeln). Am Nächsten Tag im Betrieb die Überraschung, dass er bloss ein Lehrjahr über mir war. Das Ganze entwickelte sich in ein kollegiales Verhältnis mit gelegentlichem Ausgang und gemeinsamen Pausenaktivitäten. Dazu kamen öfters Blickkontakt und flüchtige, wie zufällige Berührungen (Fingerspielchen, Anlehnen, Füsseln etc.) Auch war da immer eine gewisse Spannung, vielleicht auch gegenseitige Angst, zwischen uns. Gemeinsame Zeit alleine haben wir oftmals schweigend verbracht (dafür E-Mailkontakt), Tischfussball und "Blickduell" gespielt. Weiter ging es nie. Bis vor eineinhalb Jahren hatte er dann während zwei Jahren eine Serie von Freundinnen, die aus dem Nichts auftauchten und wieder verschwanden. Gegenüber allen, mir inklusive, vertrat er stets die Heterolinie. Ich hatte während dieser Zeit ebenfalls andere "Prioritäten".
Heute arbeiten wir Teilzeit zusammen in einer anderen Firma und er hat den selben Studiengang wie ich angefangen (jedoch an einer anderen Universität). Und es scheint, dass alles wieder von Vorne anfängt. Zwar sind wir nicht mehr so verkrampft, doch fällt es anderen nicht nur durch die gegenseitigen Neckereien auf ("Ihr lacht immer so, wenn ihr zusammen seid?") und belastet so das Arbeitsklima. Wir haben uns dann gelegentlich ausserhalb der Arbeit getroffen. Er ging jeweils weiter als "normal" wäre: Sein Knie und Schienbein unter dem Tisch gegen mein Bein zu reiben (Als wenn wir 16 wären?) oder dass er meine Hand genommen hat. Wir hatten jeweils eine gute Zeit zusammen, das nächste, von ihm initiierte Treffen hat er dann jeweils kurzfristig mit fadenscheinigen Ausreden abgesagt. In dieser Form ist das zwei mal innert kurzer Zeit passiert.
Vor drei Monaten habe ich eine Aussprache verlangt und wir haben beschlossen, uns in Ruhe zu lassen. Und kaum war nach 5 Wochen ohne einander (Ferien) alles wieder perfekt normal, ging es wieder los, gleiches Schema. Verzweiflung ist das falsche Wort (nicht verliebt, ein bisschen verschossen schon...) es ist jedoch frustrierend, sich im Kreis zu drehen.
Ich zermartere mir einfach zu sehr den Schädel darüber.
Entweder oder:
a) Er steht nicht auf Männer, ist aber unglaublich naiv
B) Ich bin eine Pfeife im Interpretieren von Verhalten
c) Er hat Angst oder ist überfordert
d) Er spielt mit mir
e) Ich spinne
Eure Meinung, wie ich damit umgehen soll? Für sachdienliche Detailfragen stehe ich zur Verfügung.
Grüsse,
Almos
Ja fast schon lustig, stimmt.
Meine Fragen dazu: Habt Ihr bei Eurer Aussprache konkret über Homosexualität geredet? Hast Du ihm gesagt, dass Du schwul bist? Weisst Du, was Du von ihm willst?
Zu Deinen Fragen:
a) Nein er ist sicher nicht naiv
B) Ich denke, dass Du schon unterscheiden kannst, wie ein "normaler" Umgang unter Kollegen aussieht. Oder läuft es bei anderen Freunden und Kollegen gleich ab?
c) Es könnte sein, dass er sich seiner sexuellen Orientierung nicht sicher ist und nicht weiss, wie er damit umgehen soll. Vielleicht ziehen ihn Männer an und er probiert an Dir aus, ob er ev. schwul sein könnte.
d) Dazu müsste er wissen oder zumindest ahnen, dass Du auf Männer stehst, ansonsten macht dies keinen Sinn
e) Ja, aber spinnen tun wir alle irgendwo ;) , sicher aber nicht in Bezug auf dieses Thema
Hoffe, Du kommst einen Schritt weiter
Meine Fragen dazu: Habt Ihr bei Eurer Aussprache konkret über Homosexualität geredet? Hast Du ihm gesagt, dass Du schwul bist? Weisst Du, was Du von ihm willst?
Zu Deinen Fragen:
a) Nein er ist sicher nicht naiv
B) Ich denke, dass Du schon unterscheiden kannst, wie ein "normaler" Umgang unter Kollegen aussieht. Oder läuft es bei anderen Freunden und Kollegen gleich ab?
c) Es könnte sein, dass er sich seiner sexuellen Orientierung nicht sicher ist und nicht weiss, wie er damit umgehen soll. Vielleicht ziehen ihn Männer an und er probiert an Dir aus, ob er ev. schwul sein könnte.
d) Dazu müsste er wissen oder zumindest ahnen, dass Du auf Männer stehst, ansonsten macht dies keinen Sinn
e) Ja, aber spinnen tun wir alle irgendwo ;) , sicher aber nicht in Bezug auf dieses Thema
Hoffe, Du kommst einen Schritt weiter
Auch ich würde erst mal gerne wissen was in dem Gespräch geredet wurde, in dem ihr beschlossen habt, "euch in Ruhe zu lassen" (interessante Aussage). Auf mich wirkt dies, so ganz spontan interpretiert, als wäre er in dich verliebt, aber verwirrt über den Zustand, da er sich eigentlich für hetero hält.
Aber das spekuliere ich jetzt so daher.
Also, weiss er dass du schwul bist, habt ihr irgendwie über Homosexualität geredet? Du meinst ja du hättest dich noch nicht geoutet, also nehme ich mal an, auch nicht bei ihm? Was habt ihr denn so geredet, bei diesem famosen Gespräch?
Aber das spekuliere ich jetzt so daher.
Also, weiss er dass du schwul bist, habt ihr irgendwie über Homosexualität geredet? Du meinst ja du hättest dich noch nicht geoutet, also nehme ich mal an, auch nicht bei ihm? Was habt ihr denn so geredet, bei diesem famosen Gespräch?
Über das "famose" Gespräch?
Da ging es um diese kleinen Flapsigkeiten und wie wir uns gegenseitig immer wieder beim Rüberschauen erwischt haben. An normales Arbeiten war nicht zu denken und langsam wurde es irgendwie unangenehm. Also habe ich ihn auf dem Heimweg darauf angesprochen. Das es in diese Richtung zu gehen schien, schien er zu ahnen bevor ich angefangen habe. "Du willst mir sagen, dass du schwul bist?"
Ich habe ihm die Frage nicht explizit beantwortet, sondern meinerseits gefragt, wie er das Ganze denn verstehe. Er:"Was genau?" Ich: "Du weisst schon...so wie wir uns anschauen und diese Neckereien zum Beispiel. Dass das Verhältnis zwischen uns ein ziemliches Unikum ist..."
Antwort: Wenn es mich störe, dann können wir ja aufhören, er habe da kein Problem damit. Ausserdem nehme ich alles so schnell persönlich, sei ja bloss Spass. Der Rest der Diskusion drehte darum, dass ich ihm nachlaufe und dass ich viel zu impulsiv sei, was ihm unheimlich ist.
Bevor es wirklich zum Streit kam, haben wir uns entschieden, Konversation aufs Nötigste zu beschränken, nicht mehr nebeneinander zu Sitzen und alleine zum Bahnhof gehen. Das hat eine Woche funktioniert, doch nach den 5 Wochen Ferien war wieder alles wie vorher.
Da ging es um diese kleinen Flapsigkeiten und wie wir uns gegenseitig immer wieder beim Rüberschauen erwischt haben. An normales Arbeiten war nicht zu denken und langsam wurde es irgendwie unangenehm. Also habe ich ihn auf dem Heimweg darauf angesprochen. Das es in diese Richtung zu gehen schien, schien er zu ahnen bevor ich angefangen habe. "Du willst mir sagen, dass du schwul bist?"
Ich habe ihm die Frage nicht explizit beantwortet, sondern meinerseits gefragt, wie er das Ganze denn verstehe. Er:"Was genau?" Ich: "Du weisst schon...so wie wir uns anschauen und diese Neckereien zum Beispiel. Dass das Verhältnis zwischen uns ein ziemliches Unikum ist..."
Antwort: Wenn es mich störe, dann können wir ja aufhören, er habe da kein Problem damit. Ausserdem nehme ich alles so schnell persönlich, sei ja bloss Spass. Der Rest der Diskusion drehte darum, dass ich ihm nachlaufe und dass ich viel zu impulsiv sei, was ihm unheimlich ist.
Bevor es wirklich zum Streit kam, haben wir uns entschieden, Konversation aufs Nötigste zu beschränken, nicht mehr nebeneinander zu Sitzen und alleine zum Bahnhof gehen. Das hat eine Woche funktioniert, doch nach den 5 Wochen Ferien war wieder alles wie vorher.
Bei dem Gespräch hat ja nur er dich befragt, und das ziemlich direkt. Vielleicht wäre es an der Zeit, ihm die Gegenfrage zu stellen. Denn so kann es ja nicht ewig weitergehen. Ich würde ihm von deinen Gefühlen erzählen. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass er damit nicht so gut zurecht kommt, da er sich offenbar selber nicht für schwul hält. Aber wenn du offen zu ihm bist, wird wenigstens diese Spielerei aufhören.
Auf so eine direkte und persönliche Frage kann man eigentlich keine ehrliche Antwort erwarten...würdest du die Wahrheit sagen? Ich habe ja auch gefragt, bloss auf indirektere Art: Wie er darüber denke. Frontal drauf ansprechen wird sicher vieles nachhaltig ändern, ist ein klarer Sprung in unbekanntes, kaltes Wasser. An einer Nutzen-Kostenanalyse wird gearbeitet.
Heute wäre sowieso mit Reden nichts geworden, er hat das Labor fluchtartig verlassen und mir einen Saustall zum Aufräumen hinterlassen -.-
In der Pause noch hat er mir einen Teil seines mitgebrachten Mittagessens angeboten und mich beim Schwatz danach mit gelegentlichen Kommentaren (Seitenblick, grinsen, "Wirklich?" "Finde ich auch!")* ein bisschen provoziert. Er meint es wirklich nicht böse, aber manchmal reagiere ich je nach Stimmung anstelle mit einem lockeren Spruch auch etwas gereizt darauf.
Körperliche Nähe macht ihm nichts aus (er scheint sie sogar zu suchen), kommt dann noch Blickkontakt oder ein Spruch dazu (oder bloss letztere zwei), ist das der Moment, in dem er nervös wird und wenn ein bisschen weiter getrieben, ausweichen möchte.
Gegenüber anderen Menschen wahrt auch er einen gewissen Abstand, wieso tut er es dann bei mir nicht? Er kann mir bei einem Computerproblem auch helfen, wenn ich meine Hand zuerst von der Maus nehme und dabei kein fremdes Haar im Gesicht habe.
Das Ganze ist, wie gesagt...inzwischen hauptsächlich mühsam.
Dass ich es nicht nachvollziehen kann oder irgend etwas falsch verstehe macht es jedoch gerade interessant. Wahrscheinlich leide ich bloss gerne.
*Es mag der Eindruck entstehen, ich erzähle nur langweiliges Zeug und dann erst noch viel davon, aber hier ist niemand gezwungen es zu lesen. Und in dieser Pausenunterhaltung ging es um Zivildienst, Analogkäse auf Tiefkühlpizzen und das Kinoprogramm, Redezeit gerecht verteilt. Beim Analogkäse fand er es trotzdem am lustigsten...
Heute wäre sowieso mit Reden nichts geworden, er hat das Labor fluchtartig verlassen und mir einen Saustall zum Aufräumen hinterlassen -.-
In der Pause noch hat er mir einen Teil seines mitgebrachten Mittagessens angeboten und mich beim Schwatz danach mit gelegentlichen Kommentaren (Seitenblick, grinsen, "Wirklich?" "Finde ich auch!")* ein bisschen provoziert. Er meint es wirklich nicht böse, aber manchmal reagiere ich je nach Stimmung anstelle mit einem lockeren Spruch auch etwas gereizt darauf.
Körperliche Nähe macht ihm nichts aus (er scheint sie sogar zu suchen), kommt dann noch Blickkontakt oder ein Spruch dazu (oder bloss letztere zwei), ist das der Moment, in dem er nervös wird und wenn ein bisschen weiter getrieben, ausweichen möchte.
Gegenüber anderen Menschen wahrt auch er einen gewissen Abstand, wieso tut er es dann bei mir nicht? Er kann mir bei einem Computerproblem auch helfen, wenn ich meine Hand zuerst von der Maus nehme und dabei kein fremdes Haar im Gesicht habe.
Das Ganze ist, wie gesagt...inzwischen hauptsächlich mühsam.
Dass ich es nicht nachvollziehen kann oder irgend etwas falsch verstehe macht es jedoch gerade interessant. Wahrscheinlich leide ich bloss gerne.
*Es mag der Eindruck entstehen, ich erzähle nur langweiliges Zeug und dann erst noch viel davon, aber hier ist niemand gezwungen es zu lesen. Und in dieser Pausenunterhaltung ging es um Zivildienst, Analogkäse auf Tiefkühlpizzen und das Kinoprogramm, Redezeit gerecht verteilt. Beim Analogkäse fand er es trotzdem am lustigsten...
Seite 1 von 1 · 6 Beiträge in diesem Thema