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völlige unklarheit

2 Antworten695 AufrufeGestartet von leaclara ·

leaclaraThemenstart
bearbeitet #1
hallo alle miteinander.

nun, ich weiß gar nicht so recht, wo und vor allem wie ich anfangen soll.

das ist das erste mal für mich, dass ich mein elend im internet preisgebe. aber ich weiß wirklich nicht mehr weiter.

ich bin nun 22. seit meinem 14. lebensjahr hatte ich nie probleme mit dem anderen geschlecht. immer ist mir alles zugefallen. und doch gab es traumatische erlebnisse, die mich heute sehr prägen. panische angst vor gefühlen und vor allem vor dem verlassenwerden. seit etwa zwei jahren höre ich mir ständig das gleiche an: ich bin unnahbar, ich habe eine dicke mauer um mich gebaut und mittlerweile bemerke ich es selbst nicht mehr, dass ich wie eine eisumgürtete prinzessin herumlaufe und zu keinerlei realistischer einschätzung einer bestimmten situation oder zur selbstreflexion in der lage bin, was mich einfach kaputt macht.

hinzu kommt, dass ich künstlerin bin und daher ohnehin ein sehr schwieriger mensch bin. mein letzter freund, den ich sehr geliebt habe, hat mir das herz gebrochen. es hat fast ein jahr gedauert, bis ich emotional ungebunden war. vor ein paar wochen hatte ich sogar wieder ein date, das aber leider nichts besonderes war.

da ich in den kommenden 6 monaten sehr viel zu tun haben werde, hatte ich mir geschworen, dass in dieser zeit kein mann in mein leben treten darf, da ich bei jedem mist immer vollkommen ausflippe und daran zerbreche (tagelang nichts essen, nicht schlafen können, ständig ausgehen und ablenken, viel alkohol und zigaretten).

ich beschloss also allein in den urlaub zu fahren. besuchte drei städte, in denen ich bei guten freunden übernachtete und wollte auch allein unterwegs sein, mich um mich kümmern.

gleich an meinem 2. "urlaubstag" lernte ich über freunde einen mann kennen. seitdem ging er mir nicht mehr aus dem kopf. ich fuhr weiter in die nächste stadt und wollte wie geplant seelisch allein sein. das war nicht mehr möglich. ständig hatte ich versucht, mir diesen mann aus dem kopf zu schlagen. desweiteren schlug mir unser gemeinsamer guter freund vor, uns zu verkuppeln. ich fuhr also extra schon zwei tage früher zurück. was mich wiederum aufregte, da ich mich schließlich von solch emotionalem gewusel fernhalten wollte. es gab eine party. da lernten wir uns richtig kennen und verstanden uns auf anhieb blendend. auch redeten wir in einer kleinen runde viel über zwischenmenschliche liebeleien, wie schwer es doch wäre, heutzutage jemanden zu finden, der es ernst meint und wie schüchtern man doch ist. außerdem sagte er, er wäre ein mensch, bei dem die frauen es nicht mitbekommen würden, wenn er interessiert wäre, weil er zu unsicher wirkt, meint er. er sei auf der suche nach etwas festem. einer bekannten sagte er nach diesem abend, dass ich eine kandidatin für eine feste beziehung wäre und er sich aber darüber im klaren sei, dass soetwas zeit brauche. im übrigen verwunderte mich das sehr, da er mehr den eindruck eines sonnigen surferboys gemacht hat.

eigentlich wollte ich am nächsten tag wieder fahren. doch aus diesem vorhaben wurde nichts: volle sechs tage bin geblieben. wir haben uns jeden tag gesehen. am tag nach der party sind wir alle gemeinsam in ein museum gegangen (eigentlich wollte ich nur mit unserem guten freund hin, aber dieser mann - ich nenne ihn jetzt einfach mal L*- wollte mitkommen). auch als es darum ging, was in der innenstadt wo gegessen wird, sind wir zu zweit losgezogen. zum ersten mal wirklich allein. ein wenig angespannt. L* stellte mir kaum fragen, also fragte ich ihn nach dieser stadt aus. wir verabredeten uns für den abend, an dem wir etwas zu dritt (mit "M*" - so heißt unser gemeinsamer freund) unternehmen und in eine bar gehen wollten. L* rief M* an und schlug vor, eine dvd zu schauen, was uns sehr verwundert hatte, da ich von L* bisher nur gehört hatte, dass es ein sehr aktiver mensch sei, der ein ausgehen niemals für einen dvd abend eintauschen würde. wir schauten und haben ständig faxen gemacht. als wir dann für eine zeit allein waren, fragte ich ihn, was er am kommenden abend vorhätte, da M* für eine nacht weg müsse. L* sagte, er wäre am abend verabredet, aber da könnte ich mitkommen. nach einer kurzen zeit fragte ich nocheinmal, ob es denn auch wirklich nicht blöd wäre, wenn ich mitkäme (...) . daraufhin verneinte er und sagte mir sofort, ich solle seine nummer notieren.

er erschien mir außerdem ein wenig aufgedreht wenn andere im raum waren, was mir durch dritte, die ihn länger kennen auch bestätigt wurde. mit einem längeren blick und einem lächeln und der abmachung, dass wir telefonieren verabschiedeten wir uns. ihm die hand zu geben, geschweige denn ihn freundschalflich kurz zu umarmen tat ich gleich ab

am nächsten tag rief ich ihn an- er wisse noch nich genau, fragte mehrmals nach meiner handynummer und meinte, er würde mich nocheinmal anrufen. ich war an diesem tag sehr aufgeregt da ich weder ihn wirklich kannte, noch all die anderen. aber es war ein netter abend, ein paar annäherungsversuche hatte er gestartet, mit denen ich aber eben mittlerweile auf meine art und weise nicht umgehen konnte. desweiteren sagte er, er hätte niemanden, mit dem er mal in ein klassisches konzert gehen könne und schaute mich an. ich schlug ihm vor, mal gemeinsam zu gehen. als der abend dem ende zuging, wollten seine freunde und ich gehen - er unterhielt sich noch mit anderen leuten. auf die frage eines kumpels, ob er noch bleiben würde, sagte er "ja", aber mich fragte er, was ich noch vorhätte. ich sagte, ich müsse erstmal raus und sei eigentlich müde. er verabschiedete sich von allen und wir gingen zusammen.

ich erzählte ihm, dass meine neue übernachtungsmöglichkeit bei meiner freundin S* ein wenig unbequem wäre, da sie krank sei. sofort bot er mir an, dass ich bei ihm übernachten könnte, was ich im raum stehen ließ. letztlich fragte er mich an einer zweigstelle nochmal und ich sagte zu. unser gespräch auf dem heimweg war wieder ein bisschen abgehackt. mir fiel auf, dass wir zu beginn eines themas gut ins rollen kommen, doch wenn ich dann ein längeres kommentar gebracht habe, sagte er nichts dazu. das kam oft vor. selbst bei dingen, bei denen ich genau wusste, dass wir diese sache gemeinsam haben, schaute er mich nur verwundert an und sagte nichts dazu, obwohl man eben genau in diesem moment aufgrund von erfahrungsaustausch ein gespräch entwickeln konnte. auf dem heimweg begegnete uns noch eine gruppe versoffener jugendlicher und aus spaß fragten wir uns, was man machen müsste, um dazuzugehören. ich sagte ein paar lustige sachen - unter anderem auch, dass man sich nackig machen müsste. er sponn weiter und sagte "jippie! nackig machen! machst du mit?" mich schockierte dieser satz, obwohl er im spaß gemeint war und ich war mir plötzlich unsicher, ob es wirklich eine so gut war, bei ihm zu nächtigen und ließ auch diese aussage im raum stehen.

als wir bei ihm waren unterhielten wir uns kaum. er gab mir ein tshirt. als ich aus dem bad kam, lag er schon im bett. wir wechselten noch drei sätze und das war´s. mit einem halben meter abstand haben wir geschlafen.

am nächsten tag wollte ich eigentlich gehen, doch er bot mir an,im park zu frühstücken.

wieder ein wenig abgehackt unterhielten wir uns. ich bin kein mensch, der besonders viel von sich preisgibt. ich bleibe lieber neutral und sage nichts zu meiner person. wir kamen schließlich bei mir auf ein thema, was mir sehr naheging. ich umriss kurz und wollte nicht weiter darüber reden. doch er fragte doch wieder nach. wir lagen dann nebeneinander und er schaute mich an. ich schaute zurück und er lächelte. da war es endgütlig um mich geschehen. am ende sagte ich zum ihm, dass ich noch nicht wissen würde, ob ich bereits am abend oder doch erst am nächsten tag fahren würde. am abend war auch eine party geplant. er bot mir an, auch an diesem tag nochmal bei ihm zu schlafen. ich sagte "mal sehen". als ich ihn dann anrief und ihm meinen entschluss, noch einen tag zu bleiben mitteilte, hatte ich den eindruck, dass er sich freut. wir redeten ganz normal miteinander und planten den abend. er sagte, er würde später kommen.

es war ein wunderbarer abend. ich saß mit freunden da, und strahlte, wie schon lange nicht mehr. als L* endlich da war, war ich schon ein wenig sauer, da ich davon ausgegangen war, er würde gar nicht mehr kommen. als er endlich da war, freute ich mich einerseits, behielt aber meine unbegründete zickigkeit bei. es leerte sich m.d. zeit und wir begrüßten uns alle. seine freunde, die ich am abend davor kennengelernt hatte, waren auch schon vorher da. eine freundin von ihm freute sich, mich zu sehen und fragte mich, ob ich mit L* da sei. ich sagte, dass ich mit freunden hier sei und dass L* später käme und tat diese frage leichtfertig ab. mit seinen freunden hatte ich mich blendend verstanden. L* brachte uns alle gemeinsam an einen tisch. mit ihm selbst habe ich kaum geredet. irgendwann fragte er mich, ob wir tanzen gehen würden und ich sagte "gleich". wir gingen auf die tanzfläche, ich vorneweg direkt in die mitte, doch er ist am rand geblieben. ich fand es merkwürdig. ich bin schließlich nicht so bescheuert und renne wieder zurück zu ihm.

nach einer weile ging ich raus, wo ich mich mit seinen freunden unterhielt. er kam mit meiner guten freundin S* hinaus. irgendwann kam da ein typ. kurz darauf bin ich weggegangen, um mich zu setzen, als irgendwann plötzlich meine freundin zu mir kam und meinte, sie müsse mir ganz dringend etwas sagen. dieser typ, der dazu kam, fragte L*, während er auf S* schaute (ich war bereits weg), ob das seine neue freundin wäre. L* reagierte: "noch nicht. achso. das hier ist ihre freundin, S*." und grinste dabei. als ich das hörte bin ich aus unerklärlichen gründen sauer geworden. L* stand ein paar meter weiter und unterhielt sich mit leuten, während ich da fast ausgerastet bin. desweiteren fiel meine laune ein wenig in den keller, ich wurde (warum auch immer) kühl.

oft ging ich hinaus, um ruhe zu haben, nachzudenken. ein mal kam ich hinein und L* stand auf der bühne und sang. ein liebeslied. er hatte nach mir gesehen, wo ich denn war. als er mich gefunden hatte, schaute er mich lange an und bot mir dann das mikrofon an, was ich mehr o weniger mit einem lächeln freundschaftlich ablehnte. die weitere zeit stand er auf der bühne. ich bin nach einer zeit wieder hinaus. als ich wieder hineinkam schaute er mich bereits durch die glastüren an. es war schön, eindeutig aber ich tat das wieder ab. S*, mit der er sich unterhielt, erzählte mir, dass er hinterher wollte, aber sie wusste, dass ich für einen moment meine ruhe brauchte und hat ihn in ein gespräch verwickelt. sie erzählte mir auch, dass L* sagte, dass er müde sei und sich scheinbar nicht getraut hatte, mir das zu sagen. wenn ich recht überlege, war von da an alles komisch. wir sind zu ihm, kein wort geredet, außer blödsinn gefaselt und sind dann wieder schweigend nebeneinander ins bett gegangen. das einzige, was ich noch herausbrachte, war "gute nacht", er ebenso und wir schliefen. wieder weit weg nebeneinander.

am nächsten tag, an dem ich endgütlig fahren wollte, sagte er mir plötzlich beim essen, dass ich mich mit einem freund von ihm gestern über filme unterhalten hatte. vollkommen aus dem kontext heraus. ich sagte, dass es vorgestern gewesen sei und er stritt diese vollkommen uninteressante tatsache ab und bestand darauf, dass es "gestern" war. ich sagte nichts dazu. jedenfalls wollte dieser freund mir schreiben. ich wunderte mich, da wir uns gerademal 15 minuten unterhalten haben. L* entgegnete forsch und sagte ein wenig arrogant, ich solle bloß keine angst haben, er hätte schließlich eine freundin. ich sagte, dass ich das wissen würde und dass ich sie mag. er lästerte ein wenig über sie.

er schlug vor, einen film zu sehen, was mich sehr verwunderte, da es helligter tag war und wir beide zu tun hatten. das treffen wurde auf den nachmittag verschoben, da er eine verabredung vergessen hatte. wie abgemacht rief er mich an. ich fuhr wieder zu ihm, wir gingen in die videothek und es war auf diesem weg das erste mal, dass wir vollkommen unezwungen miteinander geredetet hatten. er erzählte mir von seiner familiären situation und ich freute mich über dieses vertrauen zu mir. als ich wieder bei ihm waren, stand ich vor dem spiegel und regte mich über meine haare auf. daraufhin sagte er "du siehst aus, wie meine exfreundin". ich traute meinen ohren nicht. dann zeigte er mir noch ein bild von ihr. ich verneinte und er sagte "also im dunkeln seht ihr bleibe gleich aus". ich fragte noch, wie lange das her sei und wie lange die beiden zusammen waren. mehr nicht. wir schauten den film an. komischerweise noch das making of und redeten so gut, wie gar nicht miteinander. desweiteren fiel mir auf (wir studieren das gleiche, haben aber zwei vollkommen verschiedene schwerpunkte), dass er in seinem fachgebiet ein wenig arrogant mir gegenüber war. es gab zwei momente, in denen ich mir vorkam, wie zu meiner mündlich diplomprüfung. diese art, nach gewissen fachlichen dingen zu fragen empfand ich als sehr unreif und unangenehm. schließlich weiß ich auch, dass er nicht die geringste ahnung von meinem fachbegiet hat - daher würde mir auch nie einfallen, ihn so bloßzustellen. er weiß, dass ich viel studiert habe und studiere und hat wohl auch mitbekommen, dass ich ein sehr aktiver und ehrgeiziger mensch bin. vielleicht fühlte er sich ein wenig auf den schlips getreten. (?) als ich dann meine bedenken zu meiner spätabendlichen abreise äußerte, reagierte er sehr sehr ekelhaft. ich hätte ich einem üblen kaff, mitten in der nacht alleine mitsamt gepäck eine halbe stunde auf den anschlusszug warten müssen, außerdem war meine entscheidung so kurzfristig, dass ich niemanden wirklich noch fragen konnte, ob ich abgeholt werden könne. daraufhin sagte L*, ich würde diese halbe stunde aufenthalt schon hinbekommen und ob ich denn keine freunde hätte, die mich abholen könnten. ich war einfach schockiert und schlecht gelaunt über meine eigene verpeiltheit und über diese kommentare. er fragte mich noch, was ich denn jetzt machen würde und ich sagte, dass ich wohl ein wenig schlafen oder spazieren gehen würde, in der hoffung, dass wir gemeinsam an die luft gehen. er sagte nichts und ich fragte, was er jetzt vorhätte und er sagte mit einem wort "arbeiten" .

dass ich mich über meine verplantheit ärgere, sagte ich ihm und fragte, ob denn abends irgendwas los wäre. er sagte, dass man vielleicht auf eine party gehen könnte. ich tat das ab (hoffentlich) und sagte, ich würde ihn anrufen, wenn ich eine entscheidung gefällt hätte. wir verabschiedeten uns komisch. ich konnte ihn in diesem moment nicht mehr ertragen. er gab mir die hand und versuchte spielerisch, sie zu küssen, die umarmung war auch sehr peinlich. es erschien mir von uns beiden sehr unsicher und total blöd. ich wollte einfach nur noch raus.

mit schlechter laune fuhr ich zurück zu S* und erzählte alles. außerdem erzählte ich das noch unserem gemeinsamen freund M*, der das alles überhaupt nicht glauben konnte.

am abend versuchte ich also, L* vom telefon meiner freundin (kostenlos) anzurufen. es ging nur der anrufbeantworter ran. nach einer weile rief er zurück. ich bat meine freundin sofort, kein wort von mir zu erwähnen. sie sagte ihm, dass wir vorhätten, bei M* im garten zu sitzen und dann überlegen würden, nochmal wegzugehen. (die beiden haben sich in diesen sechs tagen auch erst kennengelernt und haben sich vor allem nur zwei mal gesehen in verbindung mit M* und mir). L* sagte, er würde auch kommen, aber erst später, was in mir wieder hoffnung geweckt hatte, da schließlich keine wirklich verbindung da war, außer mir. L* kam wirklich erst eine stunde später. als er angekommen war, war ich mit dem rad kurz an der luft. ich kam wieder und entdeckte ihn mit einer freundin (die freundin, über die er ein paar stunden zuvor hergezogen hat). ich setzte mich dazu. allerdings habe ich einen stuhl platz gelassen. warum auch immer. die anderen beiden kamen dazu und wir haben uns überlegt (S* ist psychologin), dass wir einen kleinen test machen, da S* sagte, dass paare, die schon lange&glücklich zusammen sind, sich auch ähnlich sehen. S* fragte nach freiwilligen und ich war sofort dabei und fragte sie, ob wir nicht gemeinsam den test machen wollen. daraufhin sagte L*, er würde mitmachen. und siehe da. 4 von 5 punkten stimmten überein. L* tat das ab und sagte, dass das doch bestimmt bei allen funktionieren würde. das verletzte mich. ab und an ging ich aus dem raum, da es mir zu blöd war, mit allen anderen auf den bildschirm zu starren (wir haben danach sämtliche konstellationen ausprobiert). der abend war irgendwie sehr merkwürdig. und ich weiß nicht, ob es an mir lag oder an ihm. reaktion und aktion.

als das spiel dann vorbei war, nahmen L* und seine gute freundin ihre sachen und wollten gehen. bei M* war komischerweise für mich das gästebett bereits bezogen. ich packte ebenfalls meine sachen zusammen. meine freundin S*, M* und L* waren allein im raum. L* setzte sich auf das bett und S* sprach ihn a darauf an, dass er gerade ihr bett einweihen würde. er schaute ein wenig verwundert und fragte nach. S* sagte ihm, dass sie da schlafen würde, da keine bahn mehr fährt und sie sonst 2h lang laufen müsse. sie fragte ihn irgendwas bezüglich des übernachtens. L* sagte, dass er und ich uns nichts ausgemacht hätten, aber dass es kein problem wäre, wenn ich bei ihm übernachten würde. als ich in den raum kam, war L* im flur. S* sagte mir, ich würde wohl bei L* schlafen und ich regte mich darüber auf, was denn (vor allem nach diesem merkwürdigen abend&nachmittag) das alles soll, dass hinter meinem rücken irgendwelche absprachen über mich gehalten werden und dass ich auf jeden fall ihren schlüssel mitnehmen würde, um alleine bei ihr zu schlafen. schließlich wurde mir nichts persönlich angeboten. ich fühlte mich ein wenig hintergangen und empfand alles als eine selbstverständlichkeit, die es für mich nicht war. eine selbstverständlichkeit, die ein gewisses vertrauen und vor allem gewohnheit voraussetzt. L* fragte mich selbst nochmal, wo ich denn schlafen würde. ich sagte, ich hätte den schlüssel von S* und hatte eigentlich vor, dort zu schlafen, aber ich wisse es noch nicht genau. zu dritt gingen wir fast schweigend zum auto. ich war mit dem drahtesel unterwegs. L* sagte noch, er könne mir auch erklären, in welche richtung ich dann fahren müsse. ich sagte ihm, dass ich am überlegen wäre, doch bei ihm zu schlafen, da ich mich recht unwohl allein in der wohnung fühlen würde. er tat das mit einem scherz ab und sagte, dass tshirt würde noch da liegen. wir trafen uns also bei ihm. er und seine gute freundin warteten im auto auf meine ankunft.

wir redeten kein wort. ich stand mit dem rücken zur tür am fenster und schaute hinaus, bis ich bemerkte, dass hinter mir nur das licht ausging und L* sich zu bett legte. kein wort. nichts. ich konnte trotz meiner müdigkeit nicht schlafen. ging raus in die küche - in der hoffnung, er würde vielleicht nachkommen, was er nicht tat. ich ging zurück ins bett. irgendwann weckte ich ihn kurz, um ihm zu sagen, dass mir kalt sei, ob wir nicht die decken tauschen könnten (in der nacht zuvor war mir auch kalt und er sagte am nächsten morgen, dass ich ihn doch hätte wecken können). das war sehr merkwürdig, da ich nicht recht wusste, was die aktion mit dem deckentausch sollte. irgendwie tauschten wir ganz komisch. ich weiß nicht, ob es einbildung war, doch ein wenig wusste ich nicht weiter, da wir zeitgleich getauscht hatten und auf einmal recht nahe beieinander waren und seine bewegungen vielleicht nach einer einladung aussahen. ich weiß es nicht. am nächsten tag bin ich vor ihm aufgestanden. stand fertig da. er war wach und schaute mich an. ich fragte ihn, ob wir noch eine tasse tee trinken würden oder ob er noch weiterschlafen wolle. er schlug tee vor. eine halbe stunde lang saßen wir so da,hörten musik und schwiegen. irgendwann begann er, mich lange anzusschauen. ich traute mich nicht recht (trauma), aber beim dritten anlauf, konnte ich ihm dann endlich über meine teetasse hinweg lange anschauen. mindestens 10s hingen wir so herum. bis er dann fragte, ob ich denn tee wohl nicht schaffen würde.

die zeit drängte, langsam musste ich los. plötzlich begann er, sich mit mir zu unterhalten. fragte etwas persönliches. ich tat das wieder mit einem satz ab. am ende alberten wir herum und der ganze abschied wurde irgendwie total ins lächerliche gezogen. ich sagte, dass ich wohl nächste woche vielleicht wieder da wäre und er sagte, während er quatsch gemacht hat, dass ich dann anrufen solle.

sonst nichts. ich fragte ihn wenigstens noch, ob er icq hätte. er sagte, er wäre bei skype, wobei S* sagte, dass er da noch nicht mal unter seinem richtigen namen wäre. (wie solle ich ihn denn dann finden?)

ich meldete mich nach meiner rückkehr zu hause in einem netzwerkt an, bei dem ich wusste, dass er und viele meiner freunde da auch sind. ich addete ihn. er bestätigte und schrieb auf meine pinnwand "sehr ergiebig, deine infos!" (ich habe bei interessen etc. nur kurzen und bündigen blödsinn hingeschrieben). ich freute mich und empfand das als spaß und schrieb zurück, dass das alles ganz und gar meiner persönlichkeit entspricht, "meinst´e nicht? :)" . es kam nichts zurück.

meine freundin S. schrieb ihm eine nachricht, in der sie allgemeines verpackte und ein wenig vorsichtig nachhaken wollte, was denn nun sei, da ich ihr nichts erzählen würde. er schrieb in einem spaßigen unterton zurück, dass sie schon konkreter fragen müsse. das tat sie. plötzlich fing er an zu chatten und ballerte richtig los.

er machte ihr den vorwurf, dass er bei der dritte übernachtung von ihr bedrängt worden sei, dass ich bei ihm schlafen solle. (zumal er mich persönlich nochmal darauf angesprochen hatte) desweiteren sagte er, dass ich 22 sei und man mir das auch anmerken würde (sowas habe ich noch nie von jemandem gehört. normalerweise schätzen mich alle auf ende 20. außerdem weiß er nicht das geringste über mich - meiner meinung nach) . S. sagte ihm, dass sie den eindruck hätte, dass bei ihm gefühle wären und er machte sie total runter. er könne mich außerdem nicht riechen. "er wäre nett gewesen". sie sagte, ich bräuchte zeit, um mich anzuvertrauen und dass ich eine sehr harte zeit hinter mir hätte. er sagte, dass es nichts zu sache tun würde. sie sagte ihm, er hätte bei mir in diesen tagen nur an der oberfläche gekratzt und wir müssten uns einfach mal ein paar stunden alleine unterhalten. er sagte, dass er das begriffen hätte und dass man darauf eine freundschaft aufbauen könnte. er war richtig agressiv. sie sprach ihn auf diesen satz mit "noch nicht freundin" an. er ging sie wieder an und sagte, dass er zwar nicht wisse, was er gesagt hätte, "aber das garantiert nicht". (wie gesagt, ich wurde von etlichen leuten deshalb angesprochen). vollkommen bösartig hat er über mich gesprochen. sagte, dass die erste übernachtung höflichkeit gewesen wäre, die zweite war dann "warum nicht" und die dritte empfand er als unangenehm. wobei ich dann nicht ganz verstehe, warum er dann (aufgrund des tees) wollte, dass ich noch bleibe. er sagte noch zu S., dass sie mich schon darauf vorbereiten könne. sie sagte, es sei "sein bier". daraufhin meinte er, dass er sich auf gar keinen fall bei mir melden würde und dass ich zu ihm kommen müsse. außerdem sagte er, ich sei auf einem weg, ich solle mich nicht ändern, aber er ist "der see" und ich bin "der fluss" und er würde sich überlegen, sich auch mal an den strand zu setzen. diese metapher empfinde ich an dieser stelle als unglaublich anmaßend, da er nicht das geringste über mich weiß. einfach nichts.

nun. ich verstehe überhaupt nichts mehr. ich weiß, dass ich sehr eklig und abweisend sein kann. aber ganz allein meine schuld kann es doch nicht sein.

ich weiß, das klingt alles nach kindergarten. aber mich emotional auf jemanden einzualssen, ist für mich, nach allem, was ich erlebt habe, ein großer kraftakt.

es war alles gut. bis zu diesem freitag, bei dem ich mich frage, warum er überhaupt noch am abend gekommen ist. wir haben uns kennengelernt und haben vollkommen aus dem nichts heraus 6 tage miteinander verbacht. und nun sowas. ich begreife nichts mehr. er sagt freundschaft, benimmt sich aber, wie ein idiot. er antwortet nicht auf meine lustige nachricht, er will sich unter keinen umständen bei mir melden.

die welt ist klein. ich weiß, dass wir in meiner stadt viele gemeinsame bekannte haben. ich kann mir diesen rabiaten umschwung nur dadurch erklären, dass ihm irgendjemand wtas über meine "dunkle vergangenheit" gesagt hat.

ich bin kaputt.

vielleicht kann mir hier jemand etwas erklären.

ich bin zu gar nichts mehr in der lage.

danke für´s durchlesen.

lc

#2
Hallo leaclara

du bist durch dein Traumata ein sehr introvertierter und Mentaler Typ geworden. Allenfalls basierend auf Ironie. Die Verletzungen hast du nie wirklich geheilt. Darum konnest du dich auch nicht auf eine emotionale Beziehung...nicht mal in den Anfängen einlassen.

Dies läßt jedoch bei deinem Gegenüber das Gefühl, dass du eigentlich gar nicht willst.

Somit liegt es an dir. Denn das Interesse von Ihm war ja durchaus da.

Nur wie würdest du es empfinden, wenn jemand so zurückhaltend ist zu dir?

Lass deine Gefühle zu. Weine, fall ihm um den Hals....Erzähle.. Ganz egal was er daraus machen sollte....es muss endlich mal raus.

Er will sich unter keinen Umständen bei dir melden um DICH zu fordern. Er will DEINE Emotionen. Er antwortet nicht auf deine "Lustige Nachricht" weil sie einfach nicht die Wahrheit ist.. ER will Dich...sonst nichts.

Alles liebe

Staubkorn

#3
puh...mensch bist du ausdauernd im schreiben.. :P

Hmm... ich studiere zwar psychologie aber das ist alles wirklich ein wenig verworren.

Ich kann gut verstehen warum du nicht weiter weißt. Ebenfalls kann ich die ängste verstehen die du hast dich jemandem anzuvertrauen. (die hab ich selbst auch )

Ich denke es gibt zwei standpunkte bzw. lösungsansätze zu deinem problem.

Die erste:

Er hat sechs tage mit dir verbracht und denkt eine freundschaft ist möglich?! Hallo?! Kein Mann macht sechs tage was mit einer frau, lässt sie bei sich schlafen etc.

Wenn er kein Interesse haben würden an dir dann hätte er das alles nicht getan. Die Tee geschichte zum Beispiel. Und als reine Höflichkeit würde ich das auch nicht abtun. Er hat schließlich zeit mir dir verbracht und sie anscheinend auch genossen. Darauf lassen ja wohl mehrere sachen schließen.

Jedoch hast du ja selbst gemerkt das du dich abweisend verhalten hast. Vielleicht hat er das ganze falsch verstanden und denkt jetzt für dich war das alles nichts, und um sich nicht lächerlich zu machen sagt er jetzt das er auch nichts von dir will.

Deshalb lässt er dich vielleicht auch mit der Nachricht hängen, weil er abwartet was du tust. Ob du dich nochmal bei ihm meldest oder nicht?!

meistens denken männer zwar nicht so weit aber man weiß nie.

Schreib ihm nochmal oder ruf ihn an. Ich mein was hast du zu verlieren außer ein wenig deines stolzes?!

Wenn du ihm erklärst das für dich das alles nicht so einfach ist wegen deiner vergangenheit und du deshalb oft so zurückhaltend bist, dass du ihn aber magst und dich fragst ob er vielleicht auch interesse hätte noch einmal was mit dir allein zu machen. Entweder er sagt "Hmm.. sorry aber für mich war das alles nur aus freundschaft" dann weißt du bescheid, du kannst die sache abhaken und musst dir nicht stundenlang gedanken machen.

Aber vielleicht sagt er ja auch, dass er dich gerne näher kennenlernen würde.

Wer weiß?!

Die zweite möglichkeit ist:

Du hakst den typen gleich ab. Wenn du es mal erwähnt haben solltest das du eine schwere vergangenheit hattest und wenn deine freundin schonmal so was angedeutet hat dann müsste er es ja begriffen haben. Warum ist er dann immernoch so´?! Entweder er hat es nur als ausrede angesehen, oder es interessiert ihn nicht. Und wenn das so ist dann ist er ein idiot. DU brauchst einen mann der dich versteht. Dem du dich anvertrauen kannst und der auf deine Vergangenheit Rücksicht nimmt...

Sehr komplizierte sache das alles. Liebe halt, würd ich sagen.

Ich denke du solltest mal über möglichkeit 1 nachdenken. Ich habe es schon oft erlebt das mann und frau sich einfach vollkommen falsch verstanden haben. Bei mir und meinem Freund war das am anfang nur so. Bevor ich angefangen habe ihm immer klar zu sagen was ich denke und empfinde. Das ist schwer aber so kann man missverständnisse vermeiden.

Männer verstehen keine zweideutigen hinweise, das ist psychologisch bewiesen. Sie denken einfach, nicht um ecken.... Leider... :P

Liebe grüße!!

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