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Verständnislos...

3 Antworten523 AufrufeGestartet von Tüpfli ·

TüpfliThemenstart
#1
Hallo,

ich, 17, bin seit zwei Jahren mit meinem Freund (19) zusammen.

Es ist so, dass seine Kollegen ihm sehr wichtig sind. Manchmal sagte er mir kurzfristig ab, weil seine Freunde ihm an diesem Abend wichtiger waren. Darauf reagierte ich meistens enttäuscht und traurig.

Es ist auch so, dass er in unserer Beziehung "die Hosen anhat" und mehr sagt, wann wir uns treffen, da ich mich ihm mehr anpasse als umgekehrt.

Vor zwei Wochen beendete er aus heiterem Himmel die Beziehung, mit der Begründung, er halte das schlechte Gewissen nicht mehr aus. Ich sei einfach in allem gut und rein und mache nie etwas falsch. Er sei der böse Teil der Beziehung. Er mache mich kaputt und und und...

Er liebe mich über alles, doch er wolle keine Beziehung mehr.

Jetzt, zwei Wochen später, sind wir soweit, dass es keinen Unterschied zwischen Beziehung und Nicht-Beziehug mehr gibt (auch andere Partner sind nicht erlaubt). Es ist alles gleich wie früher... Nur, dass er uns nicht als "zusammen" sieht.

ER will keine Beziehung mehr, weil er dann, wenn er mich wiedereinmal versetzt oder sonst verletzt zu sich selbst sagen kann; "wir sind ja nicht zusammen!" und so sein schlechtes Gewissen wegschiebt.

Jetzt will ich mal fragen;

Versteht ihrgendjemand seine Situation? Ich will sie nämlich auch gerne verstehen, aber wenn mein Freund sie mir erklärt bin ich ratlos.

Danke für eure Hilfe!

#2
Liebe Tüpfli,

er hat also ein schlechtes Gewissen, wenn er eine Verabredung mit seiner festen Freundin wegen seiner Kumpel absagt?!? Und das fällt weg, wenn es nur noch "eine" Freundin ist?!?

Das blöde an der Geschichte ist, dass er das machen kann, weil du mitmachst. Es ist bequem so für ihn. Er hat dir gegenüber keine Verpflichtungen mehr, sondern nur noch seinen Spaß - dann wann er will. Bist du damit glücklich? Ich wäre es nicht!

Dir geht es bestimmt nicht gut damit, oder?

Warum willst du ihn verstehen? Das ist doch genau das, womit er dich dahin bekommen hat... weil du so verständnisvoll bist.

Blöd aber wahr, man kann nicht alles verstehen, nur darauf vertrauen, dass alles einen Sinn macht - manchmal versteht man es nach 2 Wochen, manchmal erst nach 20 Jahren. Beruhigend ist, dass man nicht alles verstehen muss - zumindest nicht alles zwischenmenschliche.

Ich denke, dass es für dich besser wäre, festzustellen was du willst!

Willst du eine Beziehung mit ihm?

Willst du, dass du dich auf ihn verlassen kannst?

Bist du bereit, mit ihm einen Kompromiss zu finden?

Wäre es vielleicht möglich, dass es einen festen Tag in der Woche gibt, der nur für euch ist? Dafür könnte es auch einen festen Tag in der Woche geben, der nur für seine Kumpels ist? Wäre das ein tragbarer Kompromiss?

Ich wünsche dir Mut,

pitsch

#3
Hallo Pitsch,

nein, ich bin so nicht glücklich...

Aber ich weiss nicht ob ich genug Kraft und Durchhaltewillen habe um mit ihm ganz abzuschliessen... Ich bin dann doch wieder diejenige, welche SMS schreibt oder fragt, wann wir uns wiedersehen.

Die Idee mit dem fixen Tag hatte ich auch schon...

Es hat auch eine Zeitlang gut funktioniert, nur jetzt fühlt er sich nicht verpflichtet diesen weiterzuführen...

Eigentlich bin ich mit seinem Entscheid der Verlierer auf der ganzen Ebene.

Aber ich komm' einfach nicht von ihm los...

Grüsse

Tüpfli

#4
Liebe Tüpfli,

ich kann nachvollziehen, dass du dich als "Verlierer" dabei fühlst. Die Kunst ist es, für dich dennoch einen Gewinn herauszuholen. Klingt unmöglich? Ist es aber nicht. Schwer kann es sein, muss es nicht.

Du hast schon einen großen Schritt erreicht, dass du zugibst, dass du so nicht glücklich bist. Das ist die erste erforderliche Einsicht, um aktiv zu werden und etwas zu ändern.

Welche Möglichkeiten hast du?

Du kannst so weiter machen. Ihn anrufen, SMS schreiben, dich mit ihm unverbindlich treffen, eine "Affäre" führen, die mal eine Beziehung war. Das ist Entwöhnung in Etappen. Es geht dir dabei nicht gut und das auf unabsehbare Zeit.

Du kannst deine Freizeit mit anderen Menschen gestalten, mit neuen Hobbies anfangen, dich für ihn rarer machen, dich schützen indem ihr euch auf keinen Fall bei einem von euch zu Hause trefft, wenn überhaupt noch. Auch das ist noch eine Entwöhnung in Etappen, nur schneller und aktiv. Es wird nicht leicht, mit der Zeit jedoch leichter.

Du kannst dein Leben ohne ihn und vor allem ohne Rücksicht auf ihn umgestalten... neue Leute, neue Freizeitaktivitäten, neue Interessen, deine Zukunft gestalten. Das ist die Hammer-Methode nach dem Motto "lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende". Es ist schwerer, eröffnet dir aber neue Perspektiven und die Chance auf eine neue Liebe.

Wie du an dem Thread http://www.liebeskummer.ch/liebeskummer-herzschmerzen/der-kein-kontakt-zum-ex-und-durchhalte-thread_t8848.html erkennen kannst, braucht man dabei Hilfe. Hast du eine beste oder gute Freundin? Rückschläge gehören dazu. Das wichtigste ist, dass du nicht mehr in der "Opfer"-Falle steckst, sondern aktiv wirst.

Ich wünsche dir viel Mut und Kraft,

pitsch

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