Was fühlte sie wirklich? - verdammt lang
9 Antworten1'334 AufrufeGestartet von sven1982 ·
sven1982Themenstart
Hallo,
bisher kannte ich dieses Forum nur weil ich ab und an Einträge von Freunden und Bekannten gelesen habe, die mir erzählt hatten hier über ihre Probleme zu schreiben. Meist half es mir dabei die Person in ihrer Situation besser zu verstehen. Nun schreibe auch ich zumindest einen einzigen, wahrscheinlich sehr langen Beitrag. Ich hoffe, dass mir allein das Schreiben über die Ereignisse der letzten Zeit irgendwie weiterhilft – ich muss mich einfach irgendwie ausdrücken. Vielleicht wühlt sich ja auch tatsächlich jemand durch mein, voraussichtlich an vielen Stellen konfuses Getippe durch und kann mir irgendwas Hilfreiches dazu sagen – obwohl ich niemandem zumuten möchte alles zu lesen.
Es fing alles vor ca. 5 Monaten an. Ich hielt mich in einem dieser Riesenchats auf. Obschon ich das sicher bekannte „Knuddelknutschflirt-Gechattet“ immer nur lästig und albern fand, mich daran auch nie beteiligte, hatte mich die lange Weile für einige Zeit an den PC getrieben. Ohne wirklich auf ein sinnvolles Gespräch zu hoffen, sprach ich ein Mädel an, dessen Nick ich irgendwie niedlich fand.
Nun ist also bekannt, es geht um eine Internetbekanntschaft. Man mag darüber denken wie man will. Ich hätte, unter anderen Umständen, so was für reichlich naiv gehalten. Auch jetzt noch kommt mir der Gedanke irgendwie albern vor. Ich möchte die ganze Geschichte aber dennoch so wiedergeben, wie sie abgelaufen ist. Es mag sich dann jeder sein eigenes Urteil über die Größe meiner Naivität bilden. ;)
Zunächst mal passierte nicht viel. Wir unterhielten uns nett, sie war mir sympathisch. Nach kurzer Zeit tauschten wir ICQ-Nummern aus und unterhielten uns auf diesem Wege weiter. Ich war ohnehin froh aus der Atmosphäre dieses „Flirt-Chats“ rauszukommen. Das Gespräch lief ungewöhnlich offen, was bestimmte Themengebiete angeht. Sie machte auf mich zu diesem Zeitpunkt den Eindruck einer sicher sehr attraktiven und selbstsicheren jungen Frau, für die Spaß am Leben insb. Spaß mit anderen in ihrem Lebensabschnitt eine bedeutende Rolle spielte – an festen Bindungen eher uninteressiert. Ich dachte auch nicht weiter drüber nach. Zum einen ging es für mich tatsächlich nur darum mir irgendwie mit einer Unterhaltung den Nachmittag zu vertreiben, zum anderen war für mich eine ganz andere Frau brandaktuell. Abgesehen davon, war ich der Meinung, dass die Umstände des Kennenlernens und die große Distanz andere Gedanken ohnehin ausgeschlossen hätte. Kurz gesagt: Interesse bei Null.
Dementsprechend passierte auch lange überhaupt nichts weiter. Ich sah sie ab und an online, während ich irgendwas im Netz suchte oder Dinge für die Uni schrieb, sprach sie aber eigentlich nie an. Ich war eben auch nebenbei mit dem Aufbau einer deutlich realeren Beziehung beschäftigt. Als sich dabei erste Probleme einstellten, nutze ich die Gelegenheit mir bei ihr einfach mal ne weibliche Meinung zu holen. Sie war bemühte mir „zuzuhören“ und die Situation zu verstehen. Langsam bröckelte meine erste Einschätzung von ihr ein wenig. Es passierte dann wieder über längere Zeit nichts. Ich war damit beschäftigt mich heftig in das besagte „reale“ Mädchen zu verlieben. Telefonierte Nächte lang, schrieb und bekam emotionsgeladene Briefe und E-Mails und war trotz der schwierigen Lebenssituation, in der sie sich befand und die unsere „Beziehung“ (oder was mal eine werden sollte) früh belastete, einfach glücklich. Für meine Begriffe sehr spät kam dann ihre Erkenntnis, dass wohl eine Beziehung zu mir doch nicht möglich sei. Ihr sei das Aussehen ihres Partners eben doch wichtiger als sie zunächst geglaubt hatte. Sicher verständlich, dass das für mich ein übler Schlag ins Gesicht war und ich die nächsten Wochen und Monate mit ausreichend Liebeskummer verbrachte. Ich war am Boden, verunsichert, ziellos, tieftraurig und mein Selbstwertgefühl erreichte den Tiefpunkt. Rückblickend war das vielleicht meine bisher demütigenstet Erfahrung. In dieser Zeit fingen wir an uns öfter zu unterhalten. Meist „jammerte“ ich ihr wohl die Ohren voll. Aber wir lernten uns besser kennen und auch sie erzählte von einer gerade aktuellen „Männergeschichte“ in die sie mit, aus meiner Sicht beeindruckendem Mut, gestartet war. Ich war neugierig und versuchte dem, was sie so erzählte, sehr genau zuzuhören. Meiner Ansicht nach lief sie einem ziemlichen Arsch hinterher, dessen Interessen durch sein Verhalten so offensichtlich wurden, dass es einen nur so ansprang. Das sagte ich ihr auch, zumindest in abgeschwächter Form. Ich wollte mich aufgrund von Erzählungen auf große Distanz nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Am Ende sollte ich wohl recht behalten. Sie tat mir leid. Inzwischen hielt ich sie auch nicht mehr für das „Spaß-Mädel“ vom Anfang unserer Bekanntschaft, sondern vielmehr für eine liebe, intelligente junge Frau, die irgendwie doch auf der Suche nach jemandem zu sein scheint, der mehr in ihr sieht als nur eine kurze Bettgeschichte. Sie machte immer deutlich, dass ihr solche Erfahrungen wenig ausmachten und versuchte den Eindruck zu vermitteln, dass sie dabei ja auch ihren Spaß gehabt habe und die Sache damit eben gut sei. Bis heute weiß ich nicht, ob das wirklich so einfach für sie ist. Ich glaub sie hat mir nie die Möglichkeit gegeben, sie wirklich zu verstehen. Umgekehrt war’s aber leider nicht anders. Vielleicht ist es hauptsächlich das, was uns später zum Verhängnis wurde.
In der kommenden Zeit lief erst mal alles so weiter. Ich unterhielt mich gern mit ihr, oft über viele Stunden und allzu oft auch, wenn ich eigentlich andere Dinge hätte tun sollen. Obwohl ich sie lieb gewonnen hatte, gab es da von meiner Seite lange Zeit kein weiteres Interesse. Ich gar nicht darüber nach, wie gut ich mich mit ihr unterhalten konnte. Viel zu sehr war ich auch noch mit der Verarbeitung der letzten Enttäuschung beschäftigt. Es ging einige Zeit ins Land, ich weiß gar nicht mehr genau wie viel, bevor ich sie nach ihrer Handynummer fragte. Die Gespräche wurde immer häufiger und dauerten oft bis in die Nacht. Irgendwann dann das erste Telefonat. Etwas ernüchternd. Viel reden konnten wir zunächst nicht. Ich erkannte mich selbst nicht wieder. Ich war schweigsam, übertrieben zurückhaltend, geradezu ängstlich. Auch sie wirkte auf mich sehr „sachlich-distanziert“, was mich wohl nur noch mehr verunsicherte. Kaum möglich ungezwungen zu plaudern. Trotzdem hielten wir recht lange durch und ich war sicher sie zu mögen. Gleichzeitig aber auch verwundert darüber, dass sie anscheinend auch an mir weiterhin Interesse hatte. Immerhin fand ich, mich nicht sonderlich interessant gegeben zu haben.
Kurz darauf folgte ein Gespräch mit einem guten Freund. Ich erzählte ihm die Geschichte und bat um seine Meinung. Er kam sofort auf ein Thema zu sprechen, das ich bisher immer weggeschoben hatte: Fotos. Natürlich völlig zu recht. Es war lächerlich irgendwelche ernsten Überlegungen anzustellen ohne Fotos ausgetauscht zu haben. Aber ich wollte gar keine ernsten Überlegungen anstellen. In meiner Situation konnte ich so ziemlich alles gebrauchen, nur keine interessante Frau die mir sagt „Du bist nett, aber ich find dich nich attraktiv.“. Wozu also das Risiko einer weiteren Demütigung eingehen, dachte ich mir. Wir lassen alles wie es ist und Gefühle werden nicht zugelassen - ohnehin Quatsch bei der Entfernung. Mein Freund fand das unglaubwürdig. Es dauerte auch nicht lange und ich merke, dass er wohl recht hatte. Natürlich war die Entwicklung dieser Gefühle nicht zu verhindern. Einige Zeit verdrängte ich ihre Existenz. Ich wollte mich nicht erneut verletzlich machen. Besonders nicht in so einer ungewöhnlichen Konstellation in der die Frau genau das nicht von mir kannte, das beim letzten Mal mein Schwachpunkt war – mein Aussehen.
(...)
bisher kannte ich dieses Forum nur weil ich ab und an Einträge von Freunden und Bekannten gelesen habe, die mir erzählt hatten hier über ihre Probleme zu schreiben. Meist half es mir dabei die Person in ihrer Situation besser zu verstehen. Nun schreibe auch ich zumindest einen einzigen, wahrscheinlich sehr langen Beitrag. Ich hoffe, dass mir allein das Schreiben über die Ereignisse der letzten Zeit irgendwie weiterhilft – ich muss mich einfach irgendwie ausdrücken. Vielleicht wühlt sich ja auch tatsächlich jemand durch mein, voraussichtlich an vielen Stellen konfuses Getippe durch und kann mir irgendwas Hilfreiches dazu sagen – obwohl ich niemandem zumuten möchte alles zu lesen.
Es fing alles vor ca. 5 Monaten an. Ich hielt mich in einem dieser Riesenchats auf. Obschon ich das sicher bekannte „Knuddelknutschflirt-Gechattet“ immer nur lästig und albern fand, mich daran auch nie beteiligte, hatte mich die lange Weile für einige Zeit an den PC getrieben. Ohne wirklich auf ein sinnvolles Gespräch zu hoffen, sprach ich ein Mädel an, dessen Nick ich irgendwie niedlich fand.
Nun ist also bekannt, es geht um eine Internetbekanntschaft. Man mag darüber denken wie man will. Ich hätte, unter anderen Umständen, so was für reichlich naiv gehalten. Auch jetzt noch kommt mir der Gedanke irgendwie albern vor. Ich möchte die ganze Geschichte aber dennoch so wiedergeben, wie sie abgelaufen ist. Es mag sich dann jeder sein eigenes Urteil über die Größe meiner Naivität bilden. ;)
Zunächst mal passierte nicht viel. Wir unterhielten uns nett, sie war mir sympathisch. Nach kurzer Zeit tauschten wir ICQ-Nummern aus und unterhielten uns auf diesem Wege weiter. Ich war ohnehin froh aus der Atmosphäre dieses „Flirt-Chats“ rauszukommen. Das Gespräch lief ungewöhnlich offen, was bestimmte Themengebiete angeht. Sie machte auf mich zu diesem Zeitpunkt den Eindruck einer sicher sehr attraktiven und selbstsicheren jungen Frau, für die Spaß am Leben insb. Spaß mit anderen in ihrem Lebensabschnitt eine bedeutende Rolle spielte – an festen Bindungen eher uninteressiert. Ich dachte auch nicht weiter drüber nach. Zum einen ging es für mich tatsächlich nur darum mir irgendwie mit einer Unterhaltung den Nachmittag zu vertreiben, zum anderen war für mich eine ganz andere Frau brandaktuell. Abgesehen davon, war ich der Meinung, dass die Umstände des Kennenlernens und die große Distanz andere Gedanken ohnehin ausgeschlossen hätte. Kurz gesagt: Interesse bei Null.
Dementsprechend passierte auch lange überhaupt nichts weiter. Ich sah sie ab und an online, während ich irgendwas im Netz suchte oder Dinge für die Uni schrieb, sprach sie aber eigentlich nie an. Ich war eben auch nebenbei mit dem Aufbau einer deutlich realeren Beziehung beschäftigt. Als sich dabei erste Probleme einstellten, nutze ich die Gelegenheit mir bei ihr einfach mal ne weibliche Meinung zu holen. Sie war bemühte mir „zuzuhören“ und die Situation zu verstehen. Langsam bröckelte meine erste Einschätzung von ihr ein wenig. Es passierte dann wieder über längere Zeit nichts. Ich war damit beschäftigt mich heftig in das besagte „reale“ Mädchen zu verlieben. Telefonierte Nächte lang, schrieb und bekam emotionsgeladene Briefe und E-Mails und war trotz der schwierigen Lebenssituation, in der sie sich befand und die unsere „Beziehung“ (oder was mal eine werden sollte) früh belastete, einfach glücklich. Für meine Begriffe sehr spät kam dann ihre Erkenntnis, dass wohl eine Beziehung zu mir doch nicht möglich sei. Ihr sei das Aussehen ihres Partners eben doch wichtiger als sie zunächst geglaubt hatte. Sicher verständlich, dass das für mich ein übler Schlag ins Gesicht war und ich die nächsten Wochen und Monate mit ausreichend Liebeskummer verbrachte. Ich war am Boden, verunsichert, ziellos, tieftraurig und mein Selbstwertgefühl erreichte den Tiefpunkt. Rückblickend war das vielleicht meine bisher demütigenstet Erfahrung. In dieser Zeit fingen wir an uns öfter zu unterhalten. Meist „jammerte“ ich ihr wohl die Ohren voll. Aber wir lernten uns besser kennen und auch sie erzählte von einer gerade aktuellen „Männergeschichte“ in die sie mit, aus meiner Sicht beeindruckendem Mut, gestartet war. Ich war neugierig und versuchte dem, was sie so erzählte, sehr genau zuzuhören. Meiner Ansicht nach lief sie einem ziemlichen Arsch hinterher, dessen Interessen durch sein Verhalten so offensichtlich wurden, dass es einen nur so ansprang. Das sagte ich ihr auch, zumindest in abgeschwächter Form. Ich wollte mich aufgrund von Erzählungen auf große Distanz nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Am Ende sollte ich wohl recht behalten. Sie tat mir leid. Inzwischen hielt ich sie auch nicht mehr für das „Spaß-Mädel“ vom Anfang unserer Bekanntschaft, sondern vielmehr für eine liebe, intelligente junge Frau, die irgendwie doch auf der Suche nach jemandem zu sein scheint, der mehr in ihr sieht als nur eine kurze Bettgeschichte. Sie machte immer deutlich, dass ihr solche Erfahrungen wenig ausmachten und versuchte den Eindruck zu vermitteln, dass sie dabei ja auch ihren Spaß gehabt habe und die Sache damit eben gut sei. Bis heute weiß ich nicht, ob das wirklich so einfach für sie ist. Ich glaub sie hat mir nie die Möglichkeit gegeben, sie wirklich zu verstehen. Umgekehrt war’s aber leider nicht anders. Vielleicht ist es hauptsächlich das, was uns später zum Verhängnis wurde.
In der kommenden Zeit lief erst mal alles so weiter. Ich unterhielt mich gern mit ihr, oft über viele Stunden und allzu oft auch, wenn ich eigentlich andere Dinge hätte tun sollen. Obwohl ich sie lieb gewonnen hatte, gab es da von meiner Seite lange Zeit kein weiteres Interesse. Ich gar nicht darüber nach, wie gut ich mich mit ihr unterhalten konnte. Viel zu sehr war ich auch noch mit der Verarbeitung der letzten Enttäuschung beschäftigt. Es ging einige Zeit ins Land, ich weiß gar nicht mehr genau wie viel, bevor ich sie nach ihrer Handynummer fragte. Die Gespräche wurde immer häufiger und dauerten oft bis in die Nacht. Irgendwann dann das erste Telefonat. Etwas ernüchternd. Viel reden konnten wir zunächst nicht. Ich erkannte mich selbst nicht wieder. Ich war schweigsam, übertrieben zurückhaltend, geradezu ängstlich. Auch sie wirkte auf mich sehr „sachlich-distanziert“, was mich wohl nur noch mehr verunsicherte. Kaum möglich ungezwungen zu plaudern. Trotzdem hielten wir recht lange durch und ich war sicher sie zu mögen. Gleichzeitig aber auch verwundert darüber, dass sie anscheinend auch an mir weiterhin Interesse hatte. Immerhin fand ich, mich nicht sonderlich interessant gegeben zu haben.
Kurz darauf folgte ein Gespräch mit einem guten Freund. Ich erzählte ihm die Geschichte und bat um seine Meinung. Er kam sofort auf ein Thema zu sprechen, das ich bisher immer weggeschoben hatte: Fotos. Natürlich völlig zu recht. Es war lächerlich irgendwelche ernsten Überlegungen anzustellen ohne Fotos ausgetauscht zu haben. Aber ich wollte gar keine ernsten Überlegungen anstellen. In meiner Situation konnte ich so ziemlich alles gebrauchen, nur keine interessante Frau die mir sagt „Du bist nett, aber ich find dich nich attraktiv.“. Wozu also das Risiko einer weiteren Demütigung eingehen, dachte ich mir. Wir lassen alles wie es ist und Gefühle werden nicht zugelassen - ohnehin Quatsch bei der Entfernung. Mein Freund fand das unglaubwürdig. Es dauerte auch nicht lange und ich merke, dass er wohl recht hatte. Natürlich war die Entwicklung dieser Gefühle nicht zu verhindern. Einige Zeit verdrängte ich ihre Existenz. Ich wollte mich nicht erneut verletzlich machen. Besonders nicht in so einer ungewöhnlichen Konstellation in der die Frau genau das nicht von mir kannte, das beim letzten Mal mein Schwachpunkt war – mein Aussehen.
(...)
sven1982
Teil 2
Irgendwann beschloss ich dann doch es hinter mich zu bringen , wir tauschten Fotos aus. Vielleicht hätte ich so ziemlich jedes Foto ansprechend gefunden, das sie mir geschickt hätte. Sie war toll und ihr Aussehen war mir ehrlich gesagt weitestgehend egal. Sie gefiel mir auch optisch, eigentlich noch besser als erwartet und ich musste nun die Reaktion auf mein Foto abwarten. Tatsächlich schien sich zwischen uns nichts geändert zu haben. Ich war erleichtert, aber dennoch weiterhin in gewisser Weise gehemmt. Kaum war diese Hürde genommen, suchte ich mir neue „Bremsklötze“ und versuchte meine Gefühle für sie zurückzudrängen. Immerhin war das nur ein Foto und wir kannten uns nur vom Telefon. Beim letzten Mal war mehr von mir bekannt als nur ein Foto und es gab dennoch die totale Bruchlandung. Außerdem war ich da noch „ich selbst“. Diesmal war ich ein verunsicherter Typ, der nicht in der Lage war in irgendeiner Weise auf sie einzugehen und statt dessen immer nur auf Bestätigung wartete.
Ich stand völlig neben mir, war wie vernebelt sobald ich mit ihr telefonierte. Konnte nicht klar denken, nicht klar sprechen und ganz besonders meine Gefühle (egal für wen oder was) nicht richtig ausdrücken. Keine Ahnung wie sehr auffiel, dass ich die meiste Zeit eigentlich mehr mechanisch reagierte und irritiert versuchte rauszufinden was los war anstatt vernünftig im Gespräch mit ihr zu interagieren. Ihr Interesse an mir schien jedenfalls bestehen zu bleiben.
Noch schwieriger wurde die Situation weil sie aus meiner Sicht ebenfalls Probleme damit hatte ihre Gefühle zu zeigen. Hin und wieder sagte sie gefühlvolle Dinge (bzw. schrieb sie die hauptsächlich), aber ihre Art mir gegenüber ließ mich häufig zweifeln. Wir machten es uns wohl gegenseitig schwer und obwohl ich eigentlich die ganze Zeit die Hauptschuld für die Situation bei mir sah, war es mir einfach nicht möglich diese merkwürdige Blockierung loszuwerden. (Rückblickend bin ich enttäuscht darüber, dass ich es auch zu späteren Zeitpunkten nie geschafft habe meine Selbstsicherheit wiederzufinden und ihr etwas Halt zu geben, ich hatte anderes von mir erwartet.) Mit fortschreitender Zeit gab es dann aber doch Momente, die Auftrieb brachten. Momente, die einen Eindruck davon vermittelten, wie es wohl ist, wenn wir „normal“ („unblockiert“) miteinander über irgendetwas ganz alltägliches sprechen. Zwar nur kurz, aber dennoch aus meiner Sicht schön genug diesen ganzen Krampf zu rechtfertigen. Mittlerweile gehörte sie längst zu meinem Tagesablauf. Ich wartete ständig auf eine Nachricht von ihr, freute mich auf den Abend um dann wieder viel zu lange mit ihr zu reden und viel zu wenig Schlaf zu bekommen. Eine schöne Zeit!
Es hätte allerdings nichts gegeben, das sie hätte sagen oder tun können um den Knoten endgültig zum Platzen zu bringen. Dazu war ein Treffen mit anschließender „Bestätigung“ nötig.
Ohnehin war ein Treffen mehr als überfällig. Wir hatten uns nie gesehen und dennoch erklärten wir uns gegenseitig ineinander verliebt zu sein. Zumindest was mich betrifft, war es die Wahrheit. Wir verabredeten uns, entschieden uns für 2 Tage – also eine Übernachtung. Ursprünglich wollte ich das erste Treffen auf einige Stunden begrenzen, aber der Gedanke mich zumindest mal an einem Abend nicht von ihr losreißen zu müssen erschien mir dann doch recht verlockend.
Einige Tage vor dem Treffen wurde mir schlagartig bewusst, wie wichtig sie mir wirklich schon war. Kein Kuss, keine Umarmung, nicht einmal eine Berührung aber ich hatte das Gefühl, dass vom Verlauf dieses Treffens für mich „alles“ abhing. Bis morgens um 5 lag ich wach, „prüfte“ immer wieder meine Gefühle für sie. Das Ergebnis blieb das gleiche und irgendwie schwankte ich zwischen Glück und Wut darüber, mich schon wieder so verletzbar gemacht zu haben – dann auch noch auf diese Art.
An diesem Punkt beginnt die Geschichte emotional-paradox zu werden. Der Tag des Treffens rückte näher und während mir mein Gegenüber erzählte immer nervöser zu werden, wollte sich bei mir keine Aufregung einstellen. Was ich fühlte, waren meine Zuneigung zu ihr und eine diffuse Angst. Alles schien jedoch irgendwie zu verblassen. Am morgen der Abfahrt noch einmal heftige Unsicherheit über mein Aussehen, meine Klamotten, dann im Zug nur noch immer kleiner werdende Emotionsinsel, die ich vergeblich versuche festzuhalten.
Als ich am Zielbahnhof aussteige, bin ich völlig gelähmt, regelrecht apathisch. Ich erlebe diese irritierende Situation, die ich bereits von unseren ersten Telefonaten kannte, nur ungleich stärker. Nach kurzer Suche kommt sie auf mich zu. Ich erkenne sie sofort. Die Fotos hatten das Original ganz gut wiedergegeben. Sie ist kein Model, aber wirklich mein „Typ“. Also perfekt. Dennoch fühle ich alles nur sehr unwirklich, wie hinter einem grauen Schleier.
Ich hatte mir vorgenommen sie, wenn es die Situation hergibt, lange zu umarmen, ihr Gesicht zu streicheln, vielleicht was Liebes zu sagen. Aber nichts davon passiert. Für mich läuft alles wie ein Film vorüber. Ich kann nicht einmal denken. Nach sehr kurzer Umarmung stehe ich wieder neben ihr und höre mich irgendwas belangloses über die Gleisangabe sagen. Ich könnte mich dafür verprügeln. Da war dieses tolle Mädchen auf das ich mich so lange gefreut hatte und ich tat absolut nichts. Sie muss enttäuscht gewesen sein.
Total antriebslos lief ich neben ihr her, keine überschwängliche Freude, kein Herzklopfen, kein Zittern, keine Emotion. Ich nahm nicht mal mein Umfeld war – alles im Nebel. Wir aßen bei Burg King. Was auf dem Weg dorthin passiert ist, weiß ich nicht mehr – einfach weg. Erinnere mich nur noch daran einige Male dicht neben ihr gegangen zu sein um meine Hand in die Nähe von ihrer zu bringen – sie nahm sie nicht. Die nächste Zeit lief das Treffen, das wir uns beide völlig anders vorgestellt hatten so weiter. Sie musste mich wohl geradezu hinter sich herschleifen. Mir war alles egal, ich sprach kaum und ihre Enttäuschung über mein Verhalten dürfte grenzenlos gewesen sein. Nach einiger Zeit kamen wir dann bei ihr zuhause an und gingen kurz darauf mit ihrem Hund spazieren. In dieser Phase merkte ich zumindest langsam, dass irgendwas passieren musste um den Tag noch zu retten. Sie war süß. Zupfte kurz an meiner Jacke rum, ließ im Gespräch durchblicken, dass noch Hoffnung besteht aus uns was werden zu lassen. Meine Gefühle für sie kamen endlich wieder durch. Ich hätte sie am liebsten sofort geküsst, umarmt, ihre Hand genommen oder wenigstens endlich vernünftig mit ihr gesprochen. Ich wollte, aber ich konnte nicht! Das war keine Feigheit. Es war wie eine Barriere gegen die meine Gefühle anrannten, die sie aber nicht überwinden konnten. Noch immer konnte ich keinen klaren Gedanken fassen, mich auf nichts konzentrieren. Ich war gar nicht in der Lage wirklich bewusst darüber nachzudenken was nun zu tun sei. So sehr ich es auch versuchte, ich bekam weder die Kontrolle über mich und erst recht nicht über die Situation. Völlig bizarr, kann das irgendjemand nachvollziehen? Na ja, ich kann’s ja selber nicht.
Wieder bei ihr angekommen saßen wir nebeneinander auf dem Sofa. Die Hände dicht nebeneinander, natürlich hatte sie sich langsam zu mir rüber lehnen müssen. Inzwischen das wohl Hunderste Zeichen von ihr, auf das ich einfach nur hätte reagieren müssen. Während ich anfing an mir zu verzweifeln, machte sie dem ganzen ein Ende und kuschelte sich einfach an mich. Beim Gedanken an diesen Moment könnte ich immer noch vor Glück durch die Zimmerdecke schießen! Leider würde ich, den Ausgang der Geschichte kennend, 2 Sekunden später ziemlich hart auf meinem Teppich landen. Endlich hatte ich die Möglichkeit ihr zu zeigen, was ich empfand. Wir umarmten, streichelten und küssten uns. Ich hoffte irgendwie das sie die ganze vorherige Situation einfach verstehen würde, auch ohne Worte. Was hätte ich auch sagen soll? Vielleicht so was wie: Ich bin nicht immer so, ich hab seit heute morgen nur einfach nichts gefühlt und mein IQ liegt gerade bei 65?
Das Wichtigste war ja nun geklärt, wir wollten zusammen sein. Nun musste ich mich nur noch, um eine wesentliche Belastung erleichtert, an meiner Barriere
vorbeiarbeiten und endlich frei mit ihr reden. Ich beobachtete sie, fragte was sie gerade denke. Ihre Antworten waren knapp und ausweichend. Allein der Tonfall sagte mir, dass offensichtlich wohl doch nicht alles so einfach werden würde. Ich hatte den Eindruck, dass sie versuchte Smalltalk zu führen, war anscheinend der Meinung man müsse jetzt zwanglos über irgendwas reden können. Ich versuchte das Thema auf uns bringen, wollte die Situation klären, wollte mich erklären. So recht wusste keiner was er sagen sollte. Sie wollte mich nicht an sich ranlassen und ich konnte in dieser Situation nicht einfach über irgendwas reden. Wir fuhren uns fest. Natürlich hätte ich spätestens jetzt souverän reagieren müssen, ihr Sicherheit geben, kam aber einfach nicht aus dem Ganzen raus. Sie wurde ihrerseits auch zunehmend ruhiger. Wahrscheinlich wussten wir beide einfach nicht woran wir waren. Das setzte sich über den ganzen, restlichen Tag fort. Ich suchte in ihrem Verhalten und ihren Aussagen Anhaltspunkte, wollte wissen was sie über die Situation dachte. Sie wirkte distanziert, eigentlich schien ihr das alles irgendwie egal zu sein. Dennoch kam sie oft zu mir, umarmte mich, küsste mich, nahm meine Hand. Ich tat dasselbe, ich war glücklich in ihrer Nähe.
Der Tag ging irgendwie vorüber, ich kann mich kaum an Einzelheiten erinnern – alles verblasst. Wir gingen früh schlafen, sie hatte wohl zu recht die Nase voll von mir und meiner Lethargie.
Irgendwann beschloss ich dann doch es hinter mich zu bringen , wir tauschten Fotos aus. Vielleicht hätte ich so ziemlich jedes Foto ansprechend gefunden, das sie mir geschickt hätte. Sie war toll und ihr Aussehen war mir ehrlich gesagt weitestgehend egal. Sie gefiel mir auch optisch, eigentlich noch besser als erwartet und ich musste nun die Reaktion auf mein Foto abwarten. Tatsächlich schien sich zwischen uns nichts geändert zu haben. Ich war erleichtert, aber dennoch weiterhin in gewisser Weise gehemmt. Kaum war diese Hürde genommen, suchte ich mir neue „Bremsklötze“ und versuchte meine Gefühle für sie zurückzudrängen. Immerhin war das nur ein Foto und wir kannten uns nur vom Telefon. Beim letzten Mal war mehr von mir bekannt als nur ein Foto und es gab dennoch die totale Bruchlandung. Außerdem war ich da noch „ich selbst“. Diesmal war ich ein verunsicherter Typ, der nicht in der Lage war in irgendeiner Weise auf sie einzugehen und statt dessen immer nur auf Bestätigung wartete.
Ich stand völlig neben mir, war wie vernebelt sobald ich mit ihr telefonierte. Konnte nicht klar denken, nicht klar sprechen und ganz besonders meine Gefühle (egal für wen oder was) nicht richtig ausdrücken. Keine Ahnung wie sehr auffiel, dass ich die meiste Zeit eigentlich mehr mechanisch reagierte und irritiert versuchte rauszufinden was los war anstatt vernünftig im Gespräch mit ihr zu interagieren. Ihr Interesse an mir schien jedenfalls bestehen zu bleiben.
Noch schwieriger wurde die Situation weil sie aus meiner Sicht ebenfalls Probleme damit hatte ihre Gefühle zu zeigen. Hin und wieder sagte sie gefühlvolle Dinge (bzw. schrieb sie die hauptsächlich), aber ihre Art mir gegenüber ließ mich häufig zweifeln. Wir machten es uns wohl gegenseitig schwer und obwohl ich eigentlich die ganze Zeit die Hauptschuld für die Situation bei mir sah, war es mir einfach nicht möglich diese merkwürdige Blockierung loszuwerden. (Rückblickend bin ich enttäuscht darüber, dass ich es auch zu späteren Zeitpunkten nie geschafft habe meine Selbstsicherheit wiederzufinden und ihr etwas Halt zu geben, ich hatte anderes von mir erwartet.) Mit fortschreitender Zeit gab es dann aber doch Momente, die Auftrieb brachten. Momente, die einen Eindruck davon vermittelten, wie es wohl ist, wenn wir „normal“ („unblockiert“) miteinander über irgendetwas ganz alltägliches sprechen. Zwar nur kurz, aber dennoch aus meiner Sicht schön genug diesen ganzen Krampf zu rechtfertigen. Mittlerweile gehörte sie längst zu meinem Tagesablauf. Ich wartete ständig auf eine Nachricht von ihr, freute mich auf den Abend um dann wieder viel zu lange mit ihr zu reden und viel zu wenig Schlaf zu bekommen. Eine schöne Zeit!
Es hätte allerdings nichts gegeben, das sie hätte sagen oder tun können um den Knoten endgültig zum Platzen zu bringen. Dazu war ein Treffen mit anschließender „Bestätigung“ nötig.
Ohnehin war ein Treffen mehr als überfällig. Wir hatten uns nie gesehen und dennoch erklärten wir uns gegenseitig ineinander verliebt zu sein. Zumindest was mich betrifft, war es die Wahrheit. Wir verabredeten uns, entschieden uns für 2 Tage – also eine Übernachtung. Ursprünglich wollte ich das erste Treffen auf einige Stunden begrenzen, aber der Gedanke mich zumindest mal an einem Abend nicht von ihr losreißen zu müssen erschien mir dann doch recht verlockend.
Einige Tage vor dem Treffen wurde mir schlagartig bewusst, wie wichtig sie mir wirklich schon war. Kein Kuss, keine Umarmung, nicht einmal eine Berührung aber ich hatte das Gefühl, dass vom Verlauf dieses Treffens für mich „alles“ abhing. Bis morgens um 5 lag ich wach, „prüfte“ immer wieder meine Gefühle für sie. Das Ergebnis blieb das gleiche und irgendwie schwankte ich zwischen Glück und Wut darüber, mich schon wieder so verletzbar gemacht zu haben – dann auch noch auf diese Art.
An diesem Punkt beginnt die Geschichte emotional-paradox zu werden. Der Tag des Treffens rückte näher und während mir mein Gegenüber erzählte immer nervöser zu werden, wollte sich bei mir keine Aufregung einstellen. Was ich fühlte, waren meine Zuneigung zu ihr und eine diffuse Angst. Alles schien jedoch irgendwie zu verblassen. Am morgen der Abfahrt noch einmal heftige Unsicherheit über mein Aussehen, meine Klamotten, dann im Zug nur noch immer kleiner werdende Emotionsinsel, die ich vergeblich versuche festzuhalten.
Als ich am Zielbahnhof aussteige, bin ich völlig gelähmt, regelrecht apathisch. Ich erlebe diese irritierende Situation, die ich bereits von unseren ersten Telefonaten kannte, nur ungleich stärker. Nach kurzer Suche kommt sie auf mich zu. Ich erkenne sie sofort. Die Fotos hatten das Original ganz gut wiedergegeben. Sie ist kein Model, aber wirklich mein „Typ“. Also perfekt. Dennoch fühle ich alles nur sehr unwirklich, wie hinter einem grauen Schleier.
Ich hatte mir vorgenommen sie, wenn es die Situation hergibt, lange zu umarmen, ihr Gesicht zu streicheln, vielleicht was Liebes zu sagen. Aber nichts davon passiert. Für mich läuft alles wie ein Film vorüber. Ich kann nicht einmal denken. Nach sehr kurzer Umarmung stehe ich wieder neben ihr und höre mich irgendwas belangloses über die Gleisangabe sagen. Ich könnte mich dafür verprügeln. Da war dieses tolle Mädchen auf das ich mich so lange gefreut hatte und ich tat absolut nichts. Sie muss enttäuscht gewesen sein.
Total antriebslos lief ich neben ihr her, keine überschwängliche Freude, kein Herzklopfen, kein Zittern, keine Emotion. Ich nahm nicht mal mein Umfeld war – alles im Nebel. Wir aßen bei Burg King. Was auf dem Weg dorthin passiert ist, weiß ich nicht mehr – einfach weg. Erinnere mich nur noch daran einige Male dicht neben ihr gegangen zu sein um meine Hand in die Nähe von ihrer zu bringen – sie nahm sie nicht. Die nächste Zeit lief das Treffen, das wir uns beide völlig anders vorgestellt hatten so weiter. Sie musste mich wohl geradezu hinter sich herschleifen. Mir war alles egal, ich sprach kaum und ihre Enttäuschung über mein Verhalten dürfte grenzenlos gewesen sein. Nach einiger Zeit kamen wir dann bei ihr zuhause an und gingen kurz darauf mit ihrem Hund spazieren. In dieser Phase merkte ich zumindest langsam, dass irgendwas passieren musste um den Tag noch zu retten. Sie war süß. Zupfte kurz an meiner Jacke rum, ließ im Gespräch durchblicken, dass noch Hoffnung besteht aus uns was werden zu lassen. Meine Gefühle für sie kamen endlich wieder durch. Ich hätte sie am liebsten sofort geküsst, umarmt, ihre Hand genommen oder wenigstens endlich vernünftig mit ihr gesprochen. Ich wollte, aber ich konnte nicht! Das war keine Feigheit. Es war wie eine Barriere gegen die meine Gefühle anrannten, die sie aber nicht überwinden konnten. Noch immer konnte ich keinen klaren Gedanken fassen, mich auf nichts konzentrieren. Ich war gar nicht in der Lage wirklich bewusst darüber nachzudenken was nun zu tun sei. So sehr ich es auch versuchte, ich bekam weder die Kontrolle über mich und erst recht nicht über die Situation. Völlig bizarr, kann das irgendjemand nachvollziehen? Na ja, ich kann’s ja selber nicht.
Wieder bei ihr angekommen saßen wir nebeneinander auf dem Sofa. Die Hände dicht nebeneinander, natürlich hatte sie sich langsam zu mir rüber lehnen müssen. Inzwischen das wohl Hunderste Zeichen von ihr, auf das ich einfach nur hätte reagieren müssen. Während ich anfing an mir zu verzweifeln, machte sie dem ganzen ein Ende und kuschelte sich einfach an mich. Beim Gedanken an diesen Moment könnte ich immer noch vor Glück durch die Zimmerdecke schießen! Leider würde ich, den Ausgang der Geschichte kennend, 2 Sekunden später ziemlich hart auf meinem Teppich landen. Endlich hatte ich die Möglichkeit ihr zu zeigen, was ich empfand. Wir umarmten, streichelten und küssten uns. Ich hoffte irgendwie das sie die ganze vorherige Situation einfach verstehen würde, auch ohne Worte. Was hätte ich auch sagen soll? Vielleicht so was wie: Ich bin nicht immer so, ich hab seit heute morgen nur einfach nichts gefühlt und mein IQ liegt gerade bei 65?
Das Wichtigste war ja nun geklärt, wir wollten zusammen sein. Nun musste ich mich nur noch, um eine wesentliche Belastung erleichtert, an meiner Barriere
vorbeiarbeiten und endlich frei mit ihr reden. Ich beobachtete sie, fragte was sie gerade denke. Ihre Antworten waren knapp und ausweichend. Allein der Tonfall sagte mir, dass offensichtlich wohl doch nicht alles so einfach werden würde. Ich hatte den Eindruck, dass sie versuchte Smalltalk zu führen, war anscheinend der Meinung man müsse jetzt zwanglos über irgendwas reden können. Ich versuchte das Thema auf uns bringen, wollte die Situation klären, wollte mich erklären. So recht wusste keiner was er sagen sollte. Sie wollte mich nicht an sich ranlassen und ich konnte in dieser Situation nicht einfach über irgendwas reden. Wir fuhren uns fest. Natürlich hätte ich spätestens jetzt souverän reagieren müssen, ihr Sicherheit geben, kam aber einfach nicht aus dem Ganzen raus. Sie wurde ihrerseits auch zunehmend ruhiger. Wahrscheinlich wussten wir beide einfach nicht woran wir waren. Das setzte sich über den ganzen, restlichen Tag fort. Ich suchte in ihrem Verhalten und ihren Aussagen Anhaltspunkte, wollte wissen was sie über die Situation dachte. Sie wirkte distanziert, eigentlich schien ihr das alles irgendwie egal zu sein. Dennoch kam sie oft zu mir, umarmte mich, küsste mich, nahm meine Hand. Ich tat dasselbe, ich war glücklich in ihrer Nähe.
Der Tag ging irgendwie vorüber, ich kann mich kaum an Einzelheiten erinnern – alles verblasst. Wir gingen früh schlafen, sie hatte wohl zu recht die Nase voll von mir und meiner Lethargie.
sven1982
Teil 3
Wir schliefen in einem Bett. Als ich mich zu ihr legte und in ihr Gesicht sah, flogen sofort wieder 100 Schmetterlinge durch meinen Bauch. Obwohl ich mir vorher fest vorgenommen hatte auf keinen Fall Sex mit ihr zu haben, kam es doch dazu. Aus irgendeinem Grund hatte ich gehofft damit die Situation zu entspannen. Das ging natürlich schief. Sie schien völlig leidenschaftslos, ich wusste nicht mal ob sie überhaupt irgendwas gespürt hatte. Sie drehte sich einfach weg. Es war nun alles nur noch schlimmer. Ich hatte nicht nur schon den ganzen Tag über versagt, sondern nun auch noch im Bett.
Auf Nachfrage sagte sie mir an diesem Abend glücklich zu sein und sich eine Beziehung vorstellen zu können. Natürlich wollte ich nichts anderes als sie glücklich machen, aber ich glaubte ihr kein Wort.
Am nächsten Morgen wieder Sex. Irgendwie fand ich was gut machen zu müssen, ich wollte das sie sich in meiner Nähe wohl fühlt. Diesmal schien sie zumindest etwas Spaß zu haben. Trotzdem keine Besserung. Wir sprachen nicht, lagen teilweise auf verschiedenen Seiten des Bettes. Aus Spaß versuchte ich ihr die Decke wegzuziehen. Sie schien genervt zu sein. Ich war völlig hilflos, stand irgendwann auf. Wieder alles im Nebel, dazu noch ein ohnehin matschiger Kopf dank viel zu langen Schlafens. Ich versuchte den Kopf frei zu kriegen, endlich klar zu denken. Für einige Minuten wollte ich aufgeben, ich wusste nicht was ich noch tun sollte. Fühlte mich niedergeschlagen, richtig depressiv. Die Situation war mehr als irritierend. Ich wollte zu ihr gehen und ihr sagen, dass so alles keinen Sinn machen würde, die Sache einfach beenden. Als ich sie sah, war der Gedanke sofort vergessen. Nicht weil ich Angst hatte sie zu enttäuschen, ich war sicher sie hätte mir zugestimmt. Nein, es ging um all die ungezählten Stunden am PC und Telefon in denen ich mich in sie verliebt hatte, um die zahlreichen SMS von denen jede einzelne meine Laune gehoben hatte, den Klang ihrer Stimme, ihr wunderschönes Gesicht. Um das Mädchen, das mich glücklich macht.
Es dreht sich in diesen zwei heillos verworrenen Tagen nicht um ein Problem zwischen ihr und mir. Nicht darum, dass eben in der Realität alles anders war. Es ging um eine emotional schwer verständliche Situation, in die wir beide wohl aufgrund der Gesamtumstände und insb. aufgrund meines Problems hineingeschlittert waren und aus der wir für den Moment einfach nicht mehr herauskamen. Vielleicht hatten wir die Latte auch einfach zu hoch gehängt und uns überfordert. Wenn sie nur annähernd so viel für mich empfand, wie ich für sie, durften wir nicht wegwerfen was wir hatten. Viel zu großartig wäre das, was wir bekommen könnten.
Sie schlug vor spazieren zu gehen. Während wir gingen sprach ich sie erneut an. Ich musste herausfinden was sie über alles dachte. Sie sprach über Probleme, welche die Entfernung mit sich bringe. Darüber, dass sie nicht wisse ob das zwischen uns reicht, es aber auch nicht einfach so enden solle. Ich argumentierte zaghaft dagegen, wusste einfach nicht wie ich ihr alles erklären sollte, erneut war ich hilflos. Die Stimmung zwischen uns war erdrückend. In dieser Lage hatten wir keine Chance, wir brauchten Abstand und beide etwas Zeit. Ich wusste mir nicht anders zu helfen als sie an mich zu ziehen und zu küssen. Im weiteren Gespräch wurde immer deutlicher, dass bei ihr die Tendenz bestand alles zu beenden. Sehr schmerzhaft. Ich wollte ihr auf keinen Fall noch einmal körperlich nahe kommen. Jede Berührung von ihr machte jetzt alles nur noch schwerer. Ich litt schrecklich als sie mich tröstend umarmte.
Später noch einmal als sie sich, bereits wieder in der Wohnung angekommen, an mich lehnte. Alles was ich wollte war meinen Arm um sie zu legen, dennoch musste ich mich dagegen wehren.
Kurz darauf saß ich an ihrem PC um die nächste Bahnverbindung zu suchen. Sie stand hinter mir - berührte meinen Nacken. Ich ertrug das einfach nicht. Egal ob nur zum Trost oder nicht, ich brauchte ihre Nähe. Minutenlang hielt ich sie fest. Wusste nicht ob ich glücklich, tieftraurig oder wütend sein sollte. Warum tat sie mir das an? Hatte sie Mitleid mit mir oder empfand sie wie ich? Es dauerte einige Zeit bis ich mich durchrang und fragte was sie fühle.
Die Antwort: „Ich hab dich lieb.“ Ich hätte heulen können.
Sie fuhr mich zum Bahnhof. Im Auto nahm sie oft meine Hand. Die Atmosphäre war so beklemmend wie zuvor und ich versuchte mich an den Gedanken zu gewöhnen sie nie wieder zu sehen. Schlimm... dazu immer wieder die Wärme ihrer Hand. Eine emotionale Achterbahnfahrt. Spätestens jetzt war ich ein Häufchen Elend ohne einen Funken Selbstbewusstsein. Ganz sicher hatte ich nichts mehr an mir, das eine Frau interessant finden konnte. Wahrscheinlich war das aber schon vorher nicht anders gewesen. Bis zur Abfahrt redete ich unsicher komisches Zeug.
Am Bahnsteig umarmte und küsste sie mich noch einmal lange. Ich sagte, ihr eine Mail schreiben zu wollen und hoffe das sie diese lesen würde.
Um für uns überhaupt noch eine Chance sehen zu können, musste sie die Möglichkeit bekommen mich zu verstehen und ich hoffte ihr diese mit etwas Abstand geben zu können.
Der Klang ihrer Stimme, ihre ganze Art sagten mir aber bereits, dass sie mit mir abgeschlossen hatte. Alles was da noch zu sein schien war eine Art Fürsorgepflicht für mich, bis ich im Zug und somit auch endlich wieder aus ihrem Leben verschwunden war.
Kurz vorm Einstieg ein letzter Blick zurück. Das war’s dann also – wir würden uns nie wieder sehen.
Die Heimfahrt war ruhig. Natürlich war ich niedergeschlagen aber irgendwie auch froh endlich aus dieser erdrückenden Lage herausgekommen zu sein. Mit jedem Kilometer Richtung Heimat wurde mein Kopf langsam freier. Endlich konnte ich wieder klar denken, verstand mein Verhalten aber dennoch oder, besser gesagt, erst recht selber nicht. Ich überlegte wie das alles auf sie gewirkt haben musste. Wahrscheinlich meinte sie, dass wir beide eben einfach nicht miteinander reden können und somit nicht zusammen passen. Zwischen uns würde es aus ihrer Sicht sicher immer so sein und ich würde immer dieser langweilige, wortkarge Typ sein, mit dem nichts anzufangen war.
Je länger ich nachdachte desto weniger verstand ich mich und desto klarer wurde mir, dass alles was ich brauchte, um meine Gehemmtheit und Beschränktheit ihr gegenüber endlich loszuwerden, nicht mehr war als eine letzte Bestätigung von ihr nach meiner Rückkehr. Wenn sie am Abend immer noch Gefühle für mich hatte, wären alle Komplexe, die ich in den letzten Monaten so feinsäuberlich aufgebaut und gepflegt hatte mit einem Schlag vergessen gewesen und sie hätte mich – so blöd das auch klingen mag – so erlebt wie ich wirklich bin.
Aber wie wahrscheinlich war das? Genau genommen hatte sie ja nur einen „Schatten“ meiner Persönlichkeit erlebt. Selbst in den Telefonaten vorher war ich über lange Zeit immer nur abwesend und introvertiert gewesen – ständig in der Angst irgendwann doch von ihr zurückgewiesen zu werden. Alles was ich in den letzten zwei Tagen getan hatte, war den Sex zwischen uns zu initiieren. Mein Gott, wie arm! Dabei ging es mir nicht um Sex, ich war nicht zu ihr gefahren um mir Befriedigung zu holen. Es ging ausschließlich um sie.
Alles stand auf der Kippe, mein Glück stand auf der Kippe. Panik stieg in mir auf. Wie konnte ich das relativer? Ihr zeigen, dass eine Beziehung zwischen uns völlig anders sein würde als sie glaubt? Da würde eine Mail nicht reichen. Gab es überhaupt etwas das reichte?
Zuhause angekommen zunächst ein ausgedehnter Anruf von meiner Exfreundin. Sie wollte mich am nächsten Tag treffen, ich sagte zu – zumindest etwas Ablenkung. Danach ein Gespräch mit meinen Eltern, es ging um einige Probleme die sich in den zwei Tagen meiner Abwesenheit ergeben hatten. Im Anschluss kam ich endlich an den PC. Sie war bereits online. Im Gespräch war sie anders als gewohnt, richtig fremd. Jeder belanglose Satz tat weh. Ich fragte sie ob sie irgendwas auf dem Herzen habe, das sie mir sagen wollte. Sie verneinte das. Natürlich gab es da etwas! Ich versuchte mit ihr über die vergangen zwei Tage zu sprechen, machte Erklärungsversuche. Sie blockte völlig ab, war verletzend distanziert. Bei mir ging alles drunter und drüber. Es durfte nicht vorbei sein, ich musste sie irgendwie dazu bringen mir in Ruhe zuzuhören. Aber ich konnte ja nicht mal in Ruhe reden. Sie schrieb das eben alles so merkwürdig gewesen sein und ich mich anscheinend nicht mal über sie gefreut habe. Es gebe keine Möglichkeit das irgendwie zu ändern. Ob sie mir denn was vorspielen solle?
Ich musste mit ihr reden, ihre Stimme hören die mir das alles bestätigte. Am Telefon war sie grausam kühl. Das Chaos in meinem Kopf brach völlig aus. Ich redete nur noch wirres Zeug, irgendwas über Liebe, das ich selbst nicht begriff. Fragte ob sie denn nicht verstehen würde was das für mich bedeutet? - Wie sollte sie?
Ich hasse es mir so die Blöße zu geben. Das letzte und bisher einzige Mal, dass ich derart meinen Stolz verloren hab, liegt viele Jahre zurück.
Irgendwie wurde ich den Eindruck nicht los, dass sie fast amüsiert über mein hilfloses Gerede war – „Der arme Versager hat mich gern, HAHA!“. Ich legte auf - sofort danach wieder an den PC. Am meisten tat mir in diesem Moment nicht ihre Entscheidung, sonder vielmehr ihre Art weh. Wir hatten in den letzten Monaten eine Vertrauensbasis geschaffen, die sie nun radikal verließ. Sie erklärte mir nicht warum sie so entschieden hatte, nicht was sie gefühlt hatte, aus meiner Sicht versuchte sie nicht einmal behutsam mit mir umzugehen. Kurze, eindeutige Antworten, keine Gefühlsregung. Sie schien mich nur loswerden zu wollen – wie eine lästige Klette.
Wir schliefen in einem Bett. Als ich mich zu ihr legte und in ihr Gesicht sah, flogen sofort wieder 100 Schmetterlinge durch meinen Bauch. Obwohl ich mir vorher fest vorgenommen hatte auf keinen Fall Sex mit ihr zu haben, kam es doch dazu. Aus irgendeinem Grund hatte ich gehofft damit die Situation zu entspannen. Das ging natürlich schief. Sie schien völlig leidenschaftslos, ich wusste nicht mal ob sie überhaupt irgendwas gespürt hatte. Sie drehte sich einfach weg. Es war nun alles nur noch schlimmer. Ich hatte nicht nur schon den ganzen Tag über versagt, sondern nun auch noch im Bett.
Auf Nachfrage sagte sie mir an diesem Abend glücklich zu sein und sich eine Beziehung vorstellen zu können. Natürlich wollte ich nichts anderes als sie glücklich machen, aber ich glaubte ihr kein Wort.
Am nächsten Morgen wieder Sex. Irgendwie fand ich was gut machen zu müssen, ich wollte das sie sich in meiner Nähe wohl fühlt. Diesmal schien sie zumindest etwas Spaß zu haben. Trotzdem keine Besserung. Wir sprachen nicht, lagen teilweise auf verschiedenen Seiten des Bettes. Aus Spaß versuchte ich ihr die Decke wegzuziehen. Sie schien genervt zu sein. Ich war völlig hilflos, stand irgendwann auf. Wieder alles im Nebel, dazu noch ein ohnehin matschiger Kopf dank viel zu langen Schlafens. Ich versuchte den Kopf frei zu kriegen, endlich klar zu denken. Für einige Minuten wollte ich aufgeben, ich wusste nicht was ich noch tun sollte. Fühlte mich niedergeschlagen, richtig depressiv. Die Situation war mehr als irritierend. Ich wollte zu ihr gehen und ihr sagen, dass so alles keinen Sinn machen würde, die Sache einfach beenden. Als ich sie sah, war der Gedanke sofort vergessen. Nicht weil ich Angst hatte sie zu enttäuschen, ich war sicher sie hätte mir zugestimmt. Nein, es ging um all die ungezählten Stunden am PC und Telefon in denen ich mich in sie verliebt hatte, um die zahlreichen SMS von denen jede einzelne meine Laune gehoben hatte, den Klang ihrer Stimme, ihr wunderschönes Gesicht. Um das Mädchen, das mich glücklich macht.
Es dreht sich in diesen zwei heillos verworrenen Tagen nicht um ein Problem zwischen ihr und mir. Nicht darum, dass eben in der Realität alles anders war. Es ging um eine emotional schwer verständliche Situation, in die wir beide wohl aufgrund der Gesamtumstände und insb. aufgrund meines Problems hineingeschlittert waren und aus der wir für den Moment einfach nicht mehr herauskamen. Vielleicht hatten wir die Latte auch einfach zu hoch gehängt und uns überfordert. Wenn sie nur annähernd so viel für mich empfand, wie ich für sie, durften wir nicht wegwerfen was wir hatten. Viel zu großartig wäre das, was wir bekommen könnten.
Sie schlug vor spazieren zu gehen. Während wir gingen sprach ich sie erneut an. Ich musste herausfinden was sie über alles dachte. Sie sprach über Probleme, welche die Entfernung mit sich bringe. Darüber, dass sie nicht wisse ob das zwischen uns reicht, es aber auch nicht einfach so enden solle. Ich argumentierte zaghaft dagegen, wusste einfach nicht wie ich ihr alles erklären sollte, erneut war ich hilflos. Die Stimmung zwischen uns war erdrückend. In dieser Lage hatten wir keine Chance, wir brauchten Abstand und beide etwas Zeit. Ich wusste mir nicht anders zu helfen als sie an mich zu ziehen und zu küssen. Im weiteren Gespräch wurde immer deutlicher, dass bei ihr die Tendenz bestand alles zu beenden. Sehr schmerzhaft. Ich wollte ihr auf keinen Fall noch einmal körperlich nahe kommen. Jede Berührung von ihr machte jetzt alles nur noch schwerer. Ich litt schrecklich als sie mich tröstend umarmte.
Später noch einmal als sie sich, bereits wieder in der Wohnung angekommen, an mich lehnte. Alles was ich wollte war meinen Arm um sie zu legen, dennoch musste ich mich dagegen wehren.
Kurz darauf saß ich an ihrem PC um die nächste Bahnverbindung zu suchen. Sie stand hinter mir - berührte meinen Nacken. Ich ertrug das einfach nicht. Egal ob nur zum Trost oder nicht, ich brauchte ihre Nähe. Minutenlang hielt ich sie fest. Wusste nicht ob ich glücklich, tieftraurig oder wütend sein sollte. Warum tat sie mir das an? Hatte sie Mitleid mit mir oder empfand sie wie ich? Es dauerte einige Zeit bis ich mich durchrang und fragte was sie fühle.
Die Antwort: „Ich hab dich lieb.“ Ich hätte heulen können.
Sie fuhr mich zum Bahnhof. Im Auto nahm sie oft meine Hand. Die Atmosphäre war so beklemmend wie zuvor und ich versuchte mich an den Gedanken zu gewöhnen sie nie wieder zu sehen. Schlimm... dazu immer wieder die Wärme ihrer Hand. Eine emotionale Achterbahnfahrt. Spätestens jetzt war ich ein Häufchen Elend ohne einen Funken Selbstbewusstsein. Ganz sicher hatte ich nichts mehr an mir, das eine Frau interessant finden konnte. Wahrscheinlich war das aber schon vorher nicht anders gewesen. Bis zur Abfahrt redete ich unsicher komisches Zeug.
Am Bahnsteig umarmte und küsste sie mich noch einmal lange. Ich sagte, ihr eine Mail schreiben zu wollen und hoffe das sie diese lesen würde.
Um für uns überhaupt noch eine Chance sehen zu können, musste sie die Möglichkeit bekommen mich zu verstehen und ich hoffte ihr diese mit etwas Abstand geben zu können.
Der Klang ihrer Stimme, ihre ganze Art sagten mir aber bereits, dass sie mit mir abgeschlossen hatte. Alles was da noch zu sein schien war eine Art Fürsorgepflicht für mich, bis ich im Zug und somit auch endlich wieder aus ihrem Leben verschwunden war.
Kurz vorm Einstieg ein letzter Blick zurück. Das war’s dann also – wir würden uns nie wieder sehen.
Die Heimfahrt war ruhig. Natürlich war ich niedergeschlagen aber irgendwie auch froh endlich aus dieser erdrückenden Lage herausgekommen zu sein. Mit jedem Kilometer Richtung Heimat wurde mein Kopf langsam freier. Endlich konnte ich wieder klar denken, verstand mein Verhalten aber dennoch oder, besser gesagt, erst recht selber nicht. Ich überlegte wie das alles auf sie gewirkt haben musste. Wahrscheinlich meinte sie, dass wir beide eben einfach nicht miteinander reden können und somit nicht zusammen passen. Zwischen uns würde es aus ihrer Sicht sicher immer so sein und ich würde immer dieser langweilige, wortkarge Typ sein, mit dem nichts anzufangen war.
Je länger ich nachdachte desto weniger verstand ich mich und desto klarer wurde mir, dass alles was ich brauchte, um meine Gehemmtheit und Beschränktheit ihr gegenüber endlich loszuwerden, nicht mehr war als eine letzte Bestätigung von ihr nach meiner Rückkehr. Wenn sie am Abend immer noch Gefühle für mich hatte, wären alle Komplexe, die ich in den letzten Monaten so feinsäuberlich aufgebaut und gepflegt hatte mit einem Schlag vergessen gewesen und sie hätte mich – so blöd das auch klingen mag – so erlebt wie ich wirklich bin.
Aber wie wahrscheinlich war das? Genau genommen hatte sie ja nur einen „Schatten“ meiner Persönlichkeit erlebt. Selbst in den Telefonaten vorher war ich über lange Zeit immer nur abwesend und introvertiert gewesen – ständig in der Angst irgendwann doch von ihr zurückgewiesen zu werden. Alles was ich in den letzten zwei Tagen getan hatte, war den Sex zwischen uns zu initiieren. Mein Gott, wie arm! Dabei ging es mir nicht um Sex, ich war nicht zu ihr gefahren um mir Befriedigung zu holen. Es ging ausschließlich um sie.
Alles stand auf der Kippe, mein Glück stand auf der Kippe. Panik stieg in mir auf. Wie konnte ich das relativer? Ihr zeigen, dass eine Beziehung zwischen uns völlig anders sein würde als sie glaubt? Da würde eine Mail nicht reichen. Gab es überhaupt etwas das reichte?
Zuhause angekommen zunächst ein ausgedehnter Anruf von meiner Exfreundin. Sie wollte mich am nächsten Tag treffen, ich sagte zu – zumindest etwas Ablenkung. Danach ein Gespräch mit meinen Eltern, es ging um einige Probleme die sich in den zwei Tagen meiner Abwesenheit ergeben hatten. Im Anschluss kam ich endlich an den PC. Sie war bereits online. Im Gespräch war sie anders als gewohnt, richtig fremd. Jeder belanglose Satz tat weh. Ich fragte sie ob sie irgendwas auf dem Herzen habe, das sie mir sagen wollte. Sie verneinte das. Natürlich gab es da etwas! Ich versuchte mit ihr über die vergangen zwei Tage zu sprechen, machte Erklärungsversuche. Sie blockte völlig ab, war verletzend distanziert. Bei mir ging alles drunter und drüber. Es durfte nicht vorbei sein, ich musste sie irgendwie dazu bringen mir in Ruhe zuzuhören. Aber ich konnte ja nicht mal in Ruhe reden. Sie schrieb das eben alles so merkwürdig gewesen sein und ich mich anscheinend nicht mal über sie gefreut habe. Es gebe keine Möglichkeit das irgendwie zu ändern. Ob sie mir denn was vorspielen solle?
Ich musste mit ihr reden, ihre Stimme hören die mir das alles bestätigte. Am Telefon war sie grausam kühl. Das Chaos in meinem Kopf brach völlig aus. Ich redete nur noch wirres Zeug, irgendwas über Liebe, das ich selbst nicht begriff. Fragte ob sie denn nicht verstehen würde was das für mich bedeutet? - Wie sollte sie?
Ich hasse es mir so die Blöße zu geben. Das letzte und bisher einzige Mal, dass ich derart meinen Stolz verloren hab, liegt viele Jahre zurück.
Irgendwie wurde ich den Eindruck nicht los, dass sie fast amüsiert über mein hilfloses Gerede war – „Der arme Versager hat mich gern, HAHA!“. Ich legte auf - sofort danach wieder an den PC. Am meisten tat mir in diesem Moment nicht ihre Entscheidung, sonder vielmehr ihre Art weh. Wir hatten in den letzten Monaten eine Vertrauensbasis geschaffen, die sie nun radikal verließ. Sie erklärte mir nicht warum sie so entschieden hatte, nicht was sie gefühlt hatte, aus meiner Sicht versuchte sie nicht einmal behutsam mit mir umzugehen. Kurze, eindeutige Antworten, keine Gefühlsregung. Sie schien mich nur loswerden zu wollen – wie eine lästige Klette.
sven1982
Teil 4
Ich hab so was oft erlebt, am eigen Leib oder im Freundeskreis und nie verstanden wie man so mit einem Menschen umgehen kann, der einen gern hat. Natürlich fühlt man sich in dem Moment vom anderen eigeengt und unter Druck gesetzt, will weg von ihm. Trotzdem empfand ich es immer als schlimm jemanden so verletzen zu müssen und hab meist lange Gespräche geführt, manchmal Erklärungsbriefe geschrieben – besonders dann, wenn ich selbst etwas für mein Gegenüber empfand. Ihre Absage an mich war inhaltlich auf wenige Zeilen zu bringen. Allen Erklärungsversuchen von meiner Seite wurde kurz widersprochen. Es gab nichts mehr zu reden.
Ich hatte ihr vertraut! Nicht darauf, dass sie mich irgendwann lieben würde, nicht einmal darauf, dass alles wahr war was sie über ihre Gefühle zu mir gesagt hatte. Aber darauf, dass sie im Falle eines Fehlschlages vernünftig mit mir umgehen würde, ohne mich unnötig zu verletzen. Das hatte ich nicht erwartet, nicht von ihr! Vor wenigen Stunden hatte sie mich noch geküsst, immer wieder mein Hand genommen. Jetzt wollte sie offensichtlich nicht mal mehr meine Mail abwarten, hatte überhaupt kein Interesse daran mich zu verstehen oder auch nur mit mir zu reden. Weil ich nicht auf Anhieb so funktioniert hatte, wie ich sollte, hatte ich nun anscheinend keinen Wert mehr für sie. Ich war maßlos enttäuscht, völlig fassungslos saß ich lange Zeit auf meinem Bett. Irgendwann schlief ich erschöpft ein. Der einsetzende Schlaf war wie Balsam, endlich Ruhe.
Um 5:00 Uhr wachte ich plötzlich auf, war hellwach. Sofort der schmerzliche Gedanke an sie. Wieder so von ihr behandelt zu werden, alleine ihren Namen in meiner ICQ-Liste zu lesen, stellte ich mir unerträglich vor. Schnell schaltete ich den PC an und entfernte sie ohne groß nachzudenken aus meiner Liste, im Anschluss löschte ich ihre Handynummer. Danach schlief ich wieder.
Der nächste Morgen verlief entsprechend. Ich brachte mich immer wieder zum Einschlafen, nur um nicht nachdenken zu müssen. Zur Arbeit (neben dem Studium) kam ich natürlich zu spät und versäumte einen Termin, den ich für einen Kunden wahrnehmen sollte, aber längst vergessen hatte. Kaum war ich da, klingelte auch schon das Telefon. „Herr X, wir verstehen uns und sie wissen, dass man mit mir auch mal einen Spaß machen kann...aber bei so was verstehe ich keinen Spaß!“ Das konnte ich jetzt gebrauchen... Mein Freund und „Chef“ bat um den Hörer, er sagte es sei sein Fehler gewesen. Er habe mir nicht deutlich gesagt wann der Termin am Morgen gewesen sei. Das war ungewöhnlich. Sah ich so mitgenommen aus, dass man mir spontan helfen musste? Ich ging in den Nebenraum und rauchte – was ich in diesen Tagen ohnehin schon viel zu viel getan hatte. Nach der Mittagspause wurde es ruhig. Wir kamen ins Gespräch über diese Sache. Ich erzählte grob was passiert war. Er fragte ob ich denn sicher sei, dass sie überhaupt Emotionen gehabt habe. Manche Leute spielten diese einfach nur sehr perfekt vor. Ich fühlte mich unverstanden.
Am frühen Nachmittag das Treffen mit meiner Exfreundin. Sie sah gut aus. Schlank, attraktiv angezogen, nach allem was man so erkennen konnte hatte sie wohl auch was für ihre Bauchform getan... In jedem Fall konnte sie sich sehen lassen. Wir verbrachten den restlichen Tag zusammen. Die Atmosphäre war locker und angenehm. Wir lachten und redeten viel, ein super Nachmittag. Gegen Abend fuhren wir noch zu mir um einen Film zu gucken. Sie erzählte von Beziehungsversuchen, die sie mit anderen Männern unternommen hatte. Davon was ihr dort gefehlt, das es aber in der Beziehung mit mir gegeben habe. Sie schmeichelte mir, wollte mich zurück. Ich dachte daran, dass ich dem Mädchen, bei dem ich jetzt am liebsten wäre, nichts von den Dingen gegeben habe, die meine Exfreundin anscheinend an mir so schätzt. Statt dessen nur die Reindefinition eines „Verlierers“.
Mein Exfreundin küsste mich, möchte, wenn schon keine Beziehung drin ist, zumindest mit mir schlafen. Eigentlich sollte das wohl „ok“ sein. Unser Sex lief immer gut, aber ihre Nähe war mir unangenehm. Sobald ich die Augen schloss, sah ich ein anderes Gesicht vor mir...
Am folgenden Morgen fuhr ich früh zu einem Freund. Zufälliger Weise war er gerade in einer zumindest grob vergleichbaren Situation wie ich noch zwei Tage zuvor. Er verbrachte das Wochenende mit einem Mädchen, das weit entfernt wohnte, früher einmal in seinem Wohnort gelebt hatte und jetzt Verwandte besucht. Die beiden hatten sich schon vor einigen Wochen verabredet und der erste Tag lag nun hinter ihm. Obwohl auf den ersten Blick alles gut gelaufen zu sein schien, war er nicht wirklich zufrieden. Man war sich näher gekommen, auch körperlich. (Er hatte das Eis gebrochen indem er ihr einen Screenshot aus einem 3D-Shooter gezeigt hatte, auf dem er einen Typen, mittels einer Armbrust, mit dem Arsch an die Wand getackert hatte. Lol, ich mag die kranken Eigenarten meiner Freunde.) Trotz dieser sicher sehr romantischen Situation war die Atmosphäre zwischen den beiden wohl ebenfalls irgendwie merkwürdig gewesen. Es sei gut, dass sie nun erst einmal wieder bei ihren Verwandten sei. Beide könnten so in Ruhe nachdenken und etwas später ganz neu aufeinander zugehen. Wenn selbst die beiden sich festfuhren, obwohl sicher weder sie noch er in einer vergleichbar bizarren Lagen waren wie ich, wie wichtig wäre dann etwas Abstand in meinem Fall gewesen? Mein Eindruck von der Heimfahrt bestätigte sich, räumliche Distanz scheint in solchen Situationen oft sehr hilfreich, vielleicht unumgänglich zu sein.
Wieder zuhause angekommen, beginne ich mit diesem Forumseintrag. Erneut habe ich das Gefühl mich nicht richtig ausdrücken zu können – wenigstens schreiben hatte ich doch eigentlich immer gekonnt! Ich bleibe nicht lange und fahre zu dem Freund, der mir schon „damals“ prophezeit hat mich in sie zu verlieben.
Eigentlich möchte ich nun wirklich nicht mehr über die Ereignisse der letzten Tage sprechen, aber natürlich verlangt auch er einen ausgiebigen Bericht über meinen „Ausflug“.
Die Eckpfeiler der Geschichte sind schnell erzählt. Er interessiert sich besonders für den morgen des ersten Tages, für diese Lethargie. Während ich versuche zu beschreiben grinst er, lacht irgendwann. So was kannte er genau, beschriebt mit einigen wenigen treffenden Worten viel besser wie ich mich gefühlt hatte, als ich das gekonnt hätte. Das sei eine Depression. Irgendwann sei der Verstand eben der Meinung, das sei jetzt mal genug Quälerei gewesen und schalte einfach ab. Sicher eine sehr laienhaft Formulierung – machte aber auf mich irgendwie Sinn. Ich wusste, dass er psychische Probleme hatte, er musste deshalb sogar das Abitur aufgeben. Er hatte in all den Jahren unserer gemeinsamen Jugend bis heute nie eine Beziehung geführt. Während wir alle um ihn herum Freundinnen anschleppten (der eine mehr, der andere weniger), blieb er mit Ausnahme kurzer „Gastspiele“ immer alleine. Dabei ist er ein wirklich attraktiver Typ. Mittelgroß, schlank, ein trainierter Oberkörper, solide und sicher im Auftreten. Zumindest anfänglich schien es auch immer wieder Interesse gegeben zu haben. Es hielt aber nie länger als 2-3 Treffen vor. Nun verstand ich warum. Er hatte recht früh sehr unerfreuliche Erfahrungen gemacht und ging dementsprechend unsicher in die nächsten Versuche. Je mehr er sich für ein Mädchen interessierte, desto schwerer war es für ihn ihr seine Zuneigung zu zeigen. Je mehr er sie mochte, desto mehr schien sie ihm nach außen hin egal zu sein. Seine Angst vor Zurückweisung führte zu genau der befürchteten Zurückweisung. Die Frauen fühlten sich belanglos in seiner Gegenwart, waren gelangweilt und gaben den Versuch ihm näher zu kommen bald wieder auf. Bevor er mit offenen Karten spielen konnte oder genug Vertrauen gefasst hatte um endlich aus dieser Lage heraus zu kommen, waren sie schon wieder weg. Ich verstand das nie, kannte ihn anders.
Ich erinnerte mich an einen gemeinsamen Abend, der inzwischen ca. 2 Jahre zurück liegt. Er versuchte völlig verzweifelt per SMS seinen längsten Beziehungsversuch (ca. 2 Wochen...) zu retten. Er erzählte wie großartig dieses Mädchen gewesen sei und das sie ihm nun einfach nicht glauben wollte das er etwas für sie empfinde. Er sei aus ihrer Sicht immer nur gelangweilt gewesen, hätte ihr nie gezeigt, dass sie ihm irgendwas bedeute, dass ihm überhaupt irgendwas etwas bedeute. Als er bemerkt hatte wie ernst die Sache war, überschlug er sich regelrecht mit Gefühlsbekundungen – es war zu spät. Irgendwann gab es solche Versuche nicht mehr. Jetzt erzählte er mir, dass es bei jedem Mal nur schlimmer geworden sei. Die Lustlosigkeit habe sich irgendwann auf alles ausgedehnt, er hab keinen Sinn im Alltag gesehen. Seit einigen Wochen lässt er seine Depression behandeln.
Ich hab so was oft erlebt, am eigen Leib oder im Freundeskreis und nie verstanden wie man so mit einem Menschen umgehen kann, der einen gern hat. Natürlich fühlt man sich in dem Moment vom anderen eigeengt und unter Druck gesetzt, will weg von ihm. Trotzdem empfand ich es immer als schlimm jemanden so verletzen zu müssen und hab meist lange Gespräche geführt, manchmal Erklärungsbriefe geschrieben – besonders dann, wenn ich selbst etwas für mein Gegenüber empfand. Ihre Absage an mich war inhaltlich auf wenige Zeilen zu bringen. Allen Erklärungsversuchen von meiner Seite wurde kurz widersprochen. Es gab nichts mehr zu reden.
Ich hatte ihr vertraut! Nicht darauf, dass sie mich irgendwann lieben würde, nicht einmal darauf, dass alles wahr war was sie über ihre Gefühle zu mir gesagt hatte. Aber darauf, dass sie im Falle eines Fehlschlages vernünftig mit mir umgehen würde, ohne mich unnötig zu verletzen. Das hatte ich nicht erwartet, nicht von ihr! Vor wenigen Stunden hatte sie mich noch geküsst, immer wieder mein Hand genommen. Jetzt wollte sie offensichtlich nicht mal mehr meine Mail abwarten, hatte überhaupt kein Interesse daran mich zu verstehen oder auch nur mit mir zu reden. Weil ich nicht auf Anhieb so funktioniert hatte, wie ich sollte, hatte ich nun anscheinend keinen Wert mehr für sie. Ich war maßlos enttäuscht, völlig fassungslos saß ich lange Zeit auf meinem Bett. Irgendwann schlief ich erschöpft ein. Der einsetzende Schlaf war wie Balsam, endlich Ruhe.
Um 5:00 Uhr wachte ich plötzlich auf, war hellwach. Sofort der schmerzliche Gedanke an sie. Wieder so von ihr behandelt zu werden, alleine ihren Namen in meiner ICQ-Liste zu lesen, stellte ich mir unerträglich vor. Schnell schaltete ich den PC an und entfernte sie ohne groß nachzudenken aus meiner Liste, im Anschluss löschte ich ihre Handynummer. Danach schlief ich wieder.
Der nächste Morgen verlief entsprechend. Ich brachte mich immer wieder zum Einschlafen, nur um nicht nachdenken zu müssen. Zur Arbeit (neben dem Studium) kam ich natürlich zu spät und versäumte einen Termin, den ich für einen Kunden wahrnehmen sollte, aber längst vergessen hatte. Kaum war ich da, klingelte auch schon das Telefon. „Herr X, wir verstehen uns und sie wissen, dass man mit mir auch mal einen Spaß machen kann...aber bei so was verstehe ich keinen Spaß!“ Das konnte ich jetzt gebrauchen... Mein Freund und „Chef“ bat um den Hörer, er sagte es sei sein Fehler gewesen. Er habe mir nicht deutlich gesagt wann der Termin am Morgen gewesen sei. Das war ungewöhnlich. Sah ich so mitgenommen aus, dass man mir spontan helfen musste? Ich ging in den Nebenraum und rauchte – was ich in diesen Tagen ohnehin schon viel zu viel getan hatte. Nach der Mittagspause wurde es ruhig. Wir kamen ins Gespräch über diese Sache. Ich erzählte grob was passiert war. Er fragte ob ich denn sicher sei, dass sie überhaupt Emotionen gehabt habe. Manche Leute spielten diese einfach nur sehr perfekt vor. Ich fühlte mich unverstanden.
Am frühen Nachmittag das Treffen mit meiner Exfreundin. Sie sah gut aus. Schlank, attraktiv angezogen, nach allem was man so erkennen konnte hatte sie wohl auch was für ihre Bauchform getan... In jedem Fall konnte sie sich sehen lassen. Wir verbrachten den restlichen Tag zusammen. Die Atmosphäre war locker und angenehm. Wir lachten und redeten viel, ein super Nachmittag. Gegen Abend fuhren wir noch zu mir um einen Film zu gucken. Sie erzählte von Beziehungsversuchen, die sie mit anderen Männern unternommen hatte. Davon was ihr dort gefehlt, das es aber in der Beziehung mit mir gegeben habe. Sie schmeichelte mir, wollte mich zurück. Ich dachte daran, dass ich dem Mädchen, bei dem ich jetzt am liebsten wäre, nichts von den Dingen gegeben habe, die meine Exfreundin anscheinend an mir so schätzt. Statt dessen nur die Reindefinition eines „Verlierers“.
Mein Exfreundin küsste mich, möchte, wenn schon keine Beziehung drin ist, zumindest mit mir schlafen. Eigentlich sollte das wohl „ok“ sein. Unser Sex lief immer gut, aber ihre Nähe war mir unangenehm. Sobald ich die Augen schloss, sah ich ein anderes Gesicht vor mir...
Am folgenden Morgen fuhr ich früh zu einem Freund. Zufälliger Weise war er gerade in einer zumindest grob vergleichbaren Situation wie ich noch zwei Tage zuvor. Er verbrachte das Wochenende mit einem Mädchen, das weit entfernt wohnte, früher einmal in seinem Wohnort gelebt hatte und jetzt Verwandte besucht. Die beiden hatten sich schon vor einigen Wochen verabredet und der erste Tag lag nun hinter ihm. Obwohl auf den ersten Blick alles gut gelaufen zu sein schien, war er nicht wirklich zufrieden. Man war sich näher gekommen, auch körperlich. (Er hatte das Eis gebrochen indem er ihr einen Screenshot aus einem 3D-Shooter gezeigt hatte, auf dem er einen Typen, mittels einer Armbrust, mit dem Arsch an die Wand getackert hatte. Lol, ich mag die kranken Eigenarten meiner Freunde.) Trotz dieser sicher sehr romantischen Situation war die Atmosphäre zwischen den beiden wohl ebenfalls irgendwie merkwürdig gewesen. Es sei gut, dass sie nun erst einmal wieder bei ihren Verwandten sei. Beide könnten so in Ruhe nachdenken und etwas später ganz neu aufeinander zugehen. Wenn selbst die beiden sich festfuhren, obwohl sicher weder sie noch er in einer vergleichbar bizarren Lagen waren wie ich, wie wichtig wäre dann etwas Abstand in meinem Fall gewesen? Mein Eindruck von der Heimfahrt bestätigte sich, räumliche Distanz scheint in solchen Situationen oft sehr hilfreich, vielleicht unumgänglich zu sein.
Wieder zuhause angekommen, beginne ich mit diesem Forumseintrag. Erneut habe ich das Gefühl mich nicht richtig ausdrücken zu können – wenigstens schreiben hatte ich doch eigentlich immer gekonnt! Ich bleibe nicht lange und fahre zu dem Freund, der mir schon „damals“ prophezeit hat mich in sie zu verlieben.
Eigentlich möchte ich nun wirklich nicht mehr über die Ereignisse der letzten Tage sprechen, aber natürlich verlangt auch er einen ausgiebigen Bericht über meinen „Ausflug“.
Die Eckpfeiler der Geschichte sind schnell erzählt. Er interessiert sich besonders für den morgen des ersten Tages, für diese Lethargie. Während ich versuche zu beschreiben grinst er, lacht irgendwann. So was kannte er genau, beschriebt mit einigen wenigen treffenden Worten viel besser wie ich mich gefühlt hatte, als ich das gekonnt hätte. Das sei eine Depression. Irgendwann sei der Verstand eben der Meinung, das sei jetzt mal genug Quälerei gewesen und schalte einfach ab. Sicher eine sehr laienhaft Formulierung – machte aber auf mich irgendwie Sinn. Ich wusste, dass er psychische Probleme hatte, er musste deshalb sogar das Abitur aufgeben. Er hatte in all den Jahren unserer gemeinsamen Jugend bis heute nie eine Beziehung geführt. Während wir alle um ihn herum Freundinnen anschleppten (der eine mehr, der andere weniger), blieb er mit Ausnahme kurzer „Gastspiele“ immer alleine. Dabei ist er ein wirklich attraktiver Typ. Mittelgroß, schlank, ein trainierter Oberkörper, solide und sicher im Auftreten. Zumindest anfänglich schien es auch immer wieder Interesse gegeben zu haben. Es hielt aber nie länger als 2-3 Treffen vor. Nun verstand ich warum. Er hatte recht früh sehr unerfreuliche Erfahrungen gemacht und ging dementsprechend unsicher in die nächsten Versuche. Je mehr er sich für ein Mädchen interessierte, desto schwerer war es für ihn ihr seine Zuneigung zu zeigen. Je mehr er sie mochte, desto mehr schien sie ihm nach außen hin egal zu sein. Seine Angst vor Zurückweisung führte zu genau der befürchteten Zurückweisung. Die Frauen fühlten sich belanglos in seiner Gegenwart, waren gelangweilt und gaben den Versuch ihm näher zu kommen bald wieder auf. Bevor er mit offenen Karten spielen konnte oder genug Vertrauen gefasst hatte um endlich aus dieser Lage heraus zu kommen, waren sie schon wieder weg. Ich verstand das nie, kannte ihn anders.
Ich erinnerte mich an einen gemeinsamen Abend, der inzwischen ca. 2 Jahre zurück liegt. Er versuchte völlig verzweifelt per SMS seinen längsten Beziehungsversuch (ca. 2 Wochen...) zu retten. Er erzählte wie großartig dieses Mädchen gewesen sei und das sie ihm nun einfach nicht glauben wollte das er etwas für sie empfinde. Er sei aus ihrer Sicht immer nur gelangweilt gewesen, hätte ihr nie gezeigt, dass sie ihm irgendwas bedeute, dass ihm überhaupt irgendwas etwas bedeute. Als er bemerkt hatte wie ernst die Sache war, überschlug er sich regelrecht mit Gefühlsbekundungen – es war zu spät. Irgendwann gab es solche Versuche nicht mehr. Jetzt erzählte er mir, dass es bei jedem Mal nur schlimmer geworden sei. Die Lustlosigkeit habe sich irgendwann auf alles ausgedehnt, er hab keinen Sinn im Alltag gesehen. Seit einigen Wochen lässt er seine Depression behandeln.
sven1982
Teil 5
Ich sprach über die Position, in der ich mich ihr gegenüber jetzt befand. Natürlich wollte ich eine Beziehung zu ihr, keine Frage. Meine Gefühle für sie stimmten und das passiert, obwohl in letzter Zeit zwei mal kurz hintereinander, nicht häufig. Es gab dieses Problem zwischen uns eigentlich nicht, nicht wenn sie in Erinnerung an all die Wochen und Monate vorher ein letztes Mal Vertrauen hätte. Nüchtern betrachtet konnte sie das natürlich nicht. Ihrer Ansicht nach hatten wir uns auf große Distanz ein Luftschloss gebaut, das der Realität eben nicht stand hielt. Sie hatte ein Bild von mir, das im Lichte der Realität nur so zerfiel. Zum ersten mal hätte ich einen Sinn darin gesehen, trotz Zurückweisung um eine Beziehung zu kämpfen. Ich hätte alles getan, wenn ich nur irgendeine Möglichkeit gesehen hätte. Aber es gab keine. Zuhören wollte sie mir nicht. Selbst wenn sie sich Zeit für mich genommen hätte, hätte sie wohl nichts von meinem konfusen Gerede verstehen können. Es wäre ihr unerklärlich gewesen warum ich aus einer so eindeutigen Situation so einen unübersichtlichen Müll machen muss. Und selbst wenn sie es verstanden hätte, wäre sie nur umso mehr von meiner Weinerlichkeit abgestoßen gewesen.
Keine Frau hat Interesse an einem Partner, den sie zu Beginn einer Beziehung erst mühsam wieder herstellen muss, bevor er zu „gebrauchen“ ist. Ganz besonders Sie scheint mir keine Frau zu sein, die Weichheit und Schwäche an ihrem Partner attraktiv finden würde...
Mein Freund versuchte mich aufzumuntern. Ich solle sie einfach anrufen und auf ein klärendes Gespräch bestehen. Das machte für mich alles keinen Sinn mehr. Sie hatte ihre Entscheidung getroffen und ich konnte sie ja auch irgendwie verstehen. Abgesehen davon war alles, was ich noch von ihr hatte, ihre Mailadresse. Im Verlauf dieses Gespräches fragte er irgendwann so beiläufig und selbstverständlich, dass ich mir zunächst nichts weiter dabei dachte, nach ihrem Nachnamen und dem Namen ihrer Mutter.
Ich fuhr nach Hause und schrieb weiter an diesem Eintrag. Am Abend kamen er und ein anderer Freund vorbei. Sie wollten mit mir was trinken fahren, ich bräuchte jetzt mal Ablenkung. Auf der Fahrt wurde schnell klar, dass wir nichts trinken fuhren. Es ging Richtung Autobahn – zu ihr. Ich versuchte die beiden von der Idee abzubringen. Wollte klar machen, dass das keinen Sinn habe, dass sie ja keine Ahnung hätten wie jämmerlich mein Auftritt wirklich gewesen war. Aber sie waren fest entschlossen. Sie hätten anhand des Namens ihrer Mutter die genaue Adresse rausbekommen und würden mich jetzt erst vor ihrer Tür wieder aus dem Auto lassen. Was die fortgeschrittene Zeit anging, so hätte man sie schon per SMS vorbereitet. Es sei zu wichtig um es nicht zu versuchen, jetzt müsse ich offen mit ihr reden und würde im schlimmsten Fall zumindest endlich eine Erklärung bekommen und sie vielleicht besser verstehen können. Ich gewöhnte mich an den Gedanken sie bald noch mal wiederzusehen, er war angenehm. Wahrscheinlich hatten die beiden recht. Wenn es irgendeine Chance gab, dann diese. Alles wurde hektisch, man verfuhr sich natürlich, suchte Hilfe bei der Polizei. Zurück im Auto mit 5 Einzelkarten sollte der Weg nun zu finden sein. Ich war hellwach, euphorisch, schrecklich nervös, die volle Ladung Emotionen – jetzt fühlte ich mich endlich so, wie ich mich schon vor drei Tagen im Zug hätte fühlen sollen. Wenn irgendwas von dem wahr war, was sie über ihre Gefühle zu mir gesagt hatte, wenn sie wirklich in mich verliebt war, dann würde ich sie jetzt nicht so einfach abhauen lassen. Diesmal nicht! Wir hatten den Weg gefunden, die Gegend kam mir langsam bekannt vor. Ich wurde immer aufgeregter. Nicht weit vom Ziel entfernt, bekam mein Freund auf dem Rücksitz eine SMS. Langes Schweigen, dann las er langsam und deutlich vor „Vergiss es! Ich will keine Beziehung zu ihm und daran wird sich nichts ändern. Ich werde nicht mit ihm reden!“.
Wieder Schweigen. Meine Aufforderung nun sofort umzudrehen wurde diesmal nicht diskutiert...
Ohne eine Wort gings ziemlich rasant zurück. Mit vielem hatte ich gerechnet, aber nicht damit, dass sie mich einfach wieder wegschicken würde. Wie kann man jemanden wegschicken, der gerade 170km gefahren ist nur um mit einem zu sprechen? Wie kann man jemanden wegschicken, dem man gut 48 Stunden zuvor noch versichert hat Gefühle für ihn zu haben? Ich versuchte sie zu verstehen, aber keine Chance. Wie sehr musste ich sie abstoßen, dass sie glaubte so mit mir umgehen zu müssen? Sie musste mich angelogen haben, ein perfides Spiel!
Während ich noch immer versuche zu begreifen was passiert ist, höre ich die fassungslose Stimme des Freundes vom Rücksitz „Das gibt’s doch nich!“. Der Freund am Steuer bringt uns in Rekordzeit zurück. Der letzte Weg vor der Heimkehr führt uns zur Tankstelle. Gut 50 Euro weg. „Das war’s wert!“, findet unser Fahrer.
Die Fahrt endet bei mir. Wir trinken noch was, versuchen wie üblich zu quatschen. Das Gespräch läuft auf eins der „Lieblingsthemen“ unserer Gruppe hinaus. Die Frauengeschichten des Freundes „vom Rücksitz“. Wir hatten tatsächlich schon seit Wochen nichts mehr gehört. Ein nicht haltbarer Zustand... In der letzten Zeit waren ihm zwei Mädels „zum Opfer“ gefallen. Durchschnittlich. Zumindest eine davon sei wirklich lieb und interessant gewesen. Auf meine Nachfrage, was denn so besonderes an ihr gewesen sei, höre ich eine umfassende Beschreibung ihrer körperlichen Vorzüge – alles wie immer. Er redet weiter über guten Sex und das es mit ihr vielleicht länger halten könnte. Immer wieder sieht er zu mir rüber, scheint meinen gewohnten Widerspruch zu vermissen.
Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen uns beiden. Ihm fliegt, als einem Typ mit der Ausstrahlung von Ralf Bauer, Sympathie (insbesondere weibliche) zu sobald er einen Raum betritt. Ich habe immer das Gefühl gehabt mir Zuneigung jeder Art erarbeiten zu müssen. Für ihn endet eine Beziehung beim ersten ernsthaften Problem und am nächsten Tag beginnt eine neue. Ich versuche an Beziehungen jeder Art zunächst einmal festzuhalten und an ihnen zu arbeiten. In den aller meisten Fällen sind sie es wert.
Wie sah sie das eigentlich? Offensichtlich anderes.
An diesem Abend gewinnt mein Freund das Streitgespräch, das seit vielen Jahren irgendwie immer Dreh- und Reibungspunkt unserer Freundschaft gewesen ist. Eigentlich führte ich es gar nicht mehr, ich blieb einfach „liegen“. Keine Lust mehr den naiven Romantiker zu geben, der am Ende doch nur wieder von allen belächelt wird.
Nachdem die beiden gefahren sind, ziehe ich mein Resümee. Was bleibt?
Zunächst einmal eine Tüte Kekse, die ich von meinem Besuch bei ihr mitgebracht habe – schmecken nich besonders, irgendwie pappig.
Dann der Verlust von 50 Euro, die ich den beiden an diesem Abend natürlich noch ersetzte. Im weiteren einige echte Freunde, die nun an meiner Menschenkenntnis zweifeln, eine schreckliche Sehnsucht, die hoffentlich bald vergeht und die Erkenntnis das Vertrauen besonders dann leicht zu einer Schwäche wird, wenn man bereits geschwächt ist.
Ich werde mich nicht mehr bei ihr melden. Sie würde es nicht wollen und ich möchte es mir nicht antun. Alles was ich erreichen würde, wäre nur ihrer Reflex mich wegzustoßen zu verstärken. Irgendwann werden Sehnsucht und Enttäuschung nachlassen, genauso wie ich irgendwann diese Tüte mit pappigen Keksen geleert haben werde. Es tut mir nur leid, dass ich die Chance vertan habe herauszufinden ob wir vielleicht richtig füreinander sind. Obwohl ich zugeben muss, dass wir beide uns eigentlich kaum kannten, bleibt doch der Eindruck, dass sie es hätte sein können. Wir hätten glücklich werden können. Ich hab sie wohl endgültig vom Gegenteil überzeugt.
Diese Zeilen bringen mich zum Ausgangspunkt des Eintrags zurück. Zur Albernheit solcher Worte angesichts der Situation. Aber so fühle ich nun mal, ich kann es nicht ändern.
Was ich jetzt noch möchte ist ihr Verhalten verstehen. Was hat sie dazu gebracht so zu reagieren? War ihr bereits am morgen unseres ersten Treffens klar, dass aus uns nichts werden würde? War alles nur Zeitvertreib? Wenn nicht, wieso dann diese drastische Abweisung im Anschluss? Was hat sie wohl wirklich gefühlt?
Vielen Dank fürs Lesen und sorry für die unnötigen Ausschweifungen, (falls dieser Mammuttext denn überhaupt im Forum verbleibt...)
Sven
Ich sprach über die Position, in der ich mich ihr gegenüber jetzt befand. Natürlich wollte ich eine Beziehung zu ihr, keine Frage. Meine Gefühle für sie stimmten und das passiert, obwohl in letzter Zeit zwei mal kurz hintereinander, nicht häufig. Es gab dieses Problem zwischen uns eigentlich nicht, nicht wenn sie in Erinnerung an all die Wochen und Monate vorher ein letztes Mal Vertrauen hätte. Nüchtern betrachtet konnte sie das natürlich nicht. Ihrer Ansicht nach hatten wir uns auf große Distanz ein Luftschloss gebaut, das der Realität eben nicht stand hielt. Sie hatte ein Bild von mir, das im Lichte der Realität nur so zerfiel. Zum ersten mal hätte ich einen Sinn darin gesehen, trotz Zurückweisung um eine Beziehung zu kämpfen. Ich hätte alles getan, wenn ich nur irgendeine Möglichkeit gesehen hätte. Aber es gab keine. Zuhören wollte sie mir nicht. Selbst wenn sie sich Zeit für mich genommen hätte, hätte sie wohl nichts von meinem konfusen Gerede verstehen können. Es wäre ihr unerklärlich gewesen warum ich aus einer so eindeutigen Situation so einen unübersichtlichen Müll machen muss. Und selbst wenn sie es verstanden hätte, wäre sie nur umso mehr von meiner Weinerlichkeit abgestoßen gewesen.
Keine Frau hat Interesse an einem Partner, den sie zu Beginn einer Beziehung erst mühsam wieder herstellen muss, bevor er zu „gebrauchen“ ist. Ganz besonders Sie scheint mir keine Frau zu sein, die Weichheit und Schwäche an ihrem Partner attraktiv finden würde...
Mein Freund versuchte mich aufzumuntern. Ich solle sie einfach anrufen und auf ein klärendes Gespräch bestehen. Das machte für mich alles keinen Sinn mehr. Sie hatte ihre Entscheidung getroffen und ich konnte sie ja auch irgendwie verstehen. Abgesehen davon war alles, was ich noch von ihr hatte, ihre Mailadresse. Im Verlauf dieses Gespräches fragte er irgendwann so beiläufig und selbstverständlich, dass ich mir zunächst nichts weiter dabei dachte, nach ihrem Nachnamen und dem Namen ihrer Mutter.
Ich fuhr nach Hause und schrieb weiter an diesem Eintrag. Am Abend kamen er und ein anderer Freund vorbei. Sie wollten mit mir was trinken fahren, ich bräuchte jetzt mal Ablenkung. Auf der Fahrt wurde schnell klar, dass wir nichts trinken fuhren. Es ging Richtung Autobahn – zu ihr. Ich versuchte die beiden von der Idee abzubringen. Wollte klar machen, dass das keinen Sinn habe, dass sie ja keine Ahnung hätten wie jämmerlich mein Auftritt wirklich gewesen war. Aber sie waren fest entschlossen. Sie hätten anhand des Namens ihrer Mutter die genaue Adresse rausbekommen und würden mich jetzt erst vor ihrer Tür wieder aus dem Auto lassen. Was die fortgeschrittene Zeit anging, so hätte man sie schon per SMS vorbereitet. Es sei zu wichtig um es nicht zu versuchen, jetzt müsse ich offen mit ihr reden und würde im schlimmsten Fall zumindest endlich eine Erklärung bekommen und sie vielleicht besser verstehen können. Ich gewöhnte mich an den Gedanken sie bald noch mal wiederzusehen, er war angenehm. Wahrscheinlich hatten die beiden recht. Wenn es irgendeine Chance gab, dann diese. Alles wurde hektisch, man verfuhr sich natürlich, suchte Hilfe bei der Polizei. Zurück im Auto mit 5 Einzelkarten sollte der Weg nun zu finden sein. Ich war hellwach, euphorisch, schrecklich nervös, die volle Ladung Emotionen – jetzt fühlte ich mich endlich so, wie ich mich schon vor drei Tagen im Zug hätte fühlen sollen. Wenn irgendwas von dem wahr war, was sie über ihre Gefühle zu mir gesagt hatte, wenn sie wirklich in mich verliebt war, dann würde ich sie jetzt nicht so einfach abhauen lassen. Diesmal nicht! Wir hatten den Weg gefunden, die Gegend kam mir langsam bekannt vor. Ich wurde immer aufgeregter. Nicht weit vom Ziel entfernt, bekam mein Freund auf dem Rücksitz eine SMS. Langes Schweigen, dann las er langsam und deutlich vor „Vergiss es! Ich will keine Beziehung zu ihm und daran wird sich nichts ändern. Ich werde nicht mit ihm reden!“.
Wieder Schweigen. Meine Aufforderung nun sofort umzudrehen wurde diesmal nicht diskutiert...
Ohne eine Wort gings ziemlich rasant zurück. Mit vielem hatte ich gerechnet, aber nicht damit, dass sie mich einfach wieder wegschicken würde. Wie kann man jemanden wegschicken, der gerade 170km gefahren ist nur um mit einem zu sprechen? Wie kann man jemanden wegschicken, dem man gut 48 Stunden zuvor noch versichert hat Gefühle für ihn zu haben? Ich versuchte sie zu verstehen, aber keine Chance. Wie sehr musste ich sie abstoßen, dass sie glaubte so mit mir umgehen zu müssen? Sie musste mich angelogen haben, ein perfides Spiel!
Während ich noch immer versuche zu begreifen was passiert ist, höre ich die fassungslose Stimme des Freundes vom Rücksitz „Das gibt’s doch nich!“. Der Freund am Steuer bringt uns in Rekordzeit zurück. Der letzte Weg vor der Heimkehr führt uns zur Tankstelle. Gut 50 Euro weg. „Das war’s wert!“, findet unser Fahrer.
Die Fahrt endet bei mir. Wir trinken noch was, versuchen wie üblich zu quatschen. Das Gespräch läuft auf eins der „Lieblingsthemen“ unserer Gruppe hinaus. Die Frauengeschichten des Freundes „vom Rücksitz“. Wir hatten tatsächlich schon seit Wochen nichts mehr gehört. Ein nicht haltbarer Zustand... In der letzten Zeit waren ihm zwei Mädels „zum Opfer“ gefallen. Durchschnittlich. Zumindest eine davon sei wirklich lieb und interessant gewesen. Auf meine Nachfrage, was denn so besonderes an ihr gewesen sei, höre ich eine umfassende Beschreibung ihrer körperlichen Vorzüge – alles wie immer. Er redet weiter über guten Sex und das es mit ihr vielleicht länger halten könnte. Immer wieder sieht er zu mir rüber, scheint meinen gewohnten Widerspruch zu vermissen.
Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen uns beiden. Ihm fliegt, als einem Typ mit der Ausstrahlung von Ralf Bauer, Sympathie (insbesondere weibliche) zu sobald er einen Raum betritt. Ich habe immer das Gefühl gehabt mir Zuneigung jeder Art erarbeiten zu müssen. Für ihn endet eine Beziehung beim ersten ernsthaften Problem und am nächsten Tag beginnt eine neue. Ich versuche an Beziehungen jeder Art zunächst einmal festzuhalten und an ihnen zu arbeiten. In den aller meisten Fällen sind sie es wert.
Wie sah sie das eigentlich? Offensichtlich anderes.
An diesem Abend gewinnt mein Freund das Streitgespräch, das seit vielen Jahren irgendwie immer Dreh- und Reibungspunkt unserer Freundschaft gewesen ist. Eigentlich führte ich es gar nicht mehr, ich blieb einfach „liegen“. Keine Lust mehr den naiven Romantiker zu geben, der am Ende doch nur wieder von allen belächelt wird.
Nachdem die beiden gefahren sind, ziehe ich mein Resümee. Was bleibt?
Zunächst einmal eine Tüte Kekse, die ich von meinem Besuch bei ihr mitgebracht habe – schmecken nich besonders, irgendwie pappig.
Dann der Verlust von 50 Euro, die ich den beiden an diesem Abend natürlich noch ersetzte. Im weiteren einige echte Freunde, die nun an meiner Menschenkenntnis zweifeln, eine schreckliche Sehnsucht, die hoffentlich bald vergeht und die Erkenntnis das Vertrauen besonders dann leicht zu einer Schwäche wird, wenn man bereits geschwächt ist.
Ich werde mich nicht mehr bei ihr melden. Sie würde es nicht wollen und ich möchte es mir nicht antun. Alles was ich erreichen würde, wäre nur ihrer Reflex mich wegzustoßen zu verstärken. Irgendwann werden Sehnsucht und Enttäuschung nachlassen, genauso wie ich irgendwann diese Tüte mit pappigen Keksen geleert haben werde. Es tut mir nur leid, dass ich die Chance vertan habe herauszufinden ob wir vielleicht richtig füreinander sind. Obwohl ich zugeben muss, dass wir beide uns eigentlich kaum kannten, bleibt doch der Eindruck, dass sie es hätte sein können. Wir hätten glücklich werden können. Ich hab sie wohl endgültig vom Gegenteil überzeugt.
Diese Zeilen bringen mich zum Ausgangspunkt des Eintrags zurück. Zur Albernheit solcher Worte angesichts der Situation. Aber so fühle ich nun mal, ich kann es nicht ändern.
Was ich jetzt noch möchte ist ihr Verhalten verstehen. Was hat sie dazu gebracht so zu reagieren? War ihr bereits am morgen unseres ersten Treffens klar, dass aus uns nichts werden würde? War alles nur Zeitvertreib? Wenn nicht, wieso dann diese drastische Abweisung im Anschluss? Was hat sie wohl wirklich gefühlt?
Vielen Dank fürs Lesen und sorry für die unnötigen Ausschweifungen, (falls dieser Mammuttext denn überhaupt im Forum verbleibt...)
Sven
Hallo Sven
bin auch erst seit kurzem im forum dabei und surfe nun duch die ganzen einträge und suche anschluß an die gespräche.
Dein text hat mich sehr mitgenommen...
jemand, der so etwas durchgemacht hat und nun noch den mut hat öffentlich darüber zu schreiben, dem gebührt viel resepkt...
fals das alles wahr ist, was du geschrieben hast, dann hast du leider eine frau kennengelernt, die (jetzt sehr banal gesagt) kein bock auf ne beziehung hat.vielleicht wurde sie vorher mal entäuscht und sucht jetzt eben nur "das eine". nun wäre nur noch zu klären ob sie dir die gefühle absichtlich vorgespielt hat um dich zu bekommen, oder war sie wirklich verliebt und hat nur in letzter sekunde nen rückziher gemacht...
das weiß nur sie.
bin auch leider kein experte in diesen dingen, daher besteht die große wahrscheinlichkeit, das ich entweder deinen text falsch interpretiere bzw am thema vorbeirede.
aber vielleicht hab ich doch mal was produktives geschrieben, was dir vielleicht ne neue ansicht bringt.
Kamille
bin auch erst seit kurzem im forum dabei und surfe nun duch die ganzen einträge und suche anschluß an die gespräche.
Dein text hat mich sehr mitgenommen...
jemand, der so etwas durchgemacht hat und nun noch den mut hat öffentlich darüber zu schreiben, dem gebührt viel resepkt...
fals das alles wahr ist, was du geschrieben hast, dann hast du leider eine frau kennengelernt, die (jetzt sehr banal gesagt) kein bock auf ne beziehung hat.vielleicht wurde sie vorher mal entäuscht und sucht jetzt eben nur "das eine". nun wäre nur noch zu klären ob sie dir die gefühle absichtlich vorgespielt hat um dich zu bekommen, oder war sie wirklich verliebt und hat nur in letzter sekunde nen rückziher gemacht...
das weiß nur sie.
bin auch leider kein experte in diesen dingen, daher besteht die große wahrscheinlichkeit, das ich entweder deinen text falsch interpretiere bzw am thema vorbeirede.
aber vielleicht hab ich doch mal was produktives geschrieben, was dir vielleicht ne neue ansicht bringt.
Kamille
Leuchte01
Hallo Sven,
also was ich schon mal absolut gar nicht nachvollziehen kann ist die Sache mit dem "Ich will keine Beziehung..." - das wusste Dein Mädel bestimmt eher, falls es ernst gemeint war und sie sich nicht nur verletzt gefühlt hat.
Was die andere Sache betrifft von wegen körperlicher Nähe, ich weiß nicht wie sie sich verhalten hat und ob sie sich vielleicht etwas gewehrt hat, keine Ahnung.
Nur finde ich dass man auch in Punkto Sex ehrlich sein sollte...
Komisch finde ich, dass sie immer wieder Deine Nähe gesucht hat, von wegen Hand nehmen, ankuscheln usw. aber dann umgekehrt keine Gefühle gezeigt hat aber dann doch wieder meinte "ich hab dich lieb" .... für mich passt das alles nicht so ganz zusamme!! Ich bin zwar eine Frau, aber nachvollziehen kann ich das nicht wirklich ... was die Sache mit dem Bett betrifft wäre es vielleicht einfacher gewesen mal drüber zu reden über die ganze Situation vorher - schließlich hat kaum einer von euch kaum was über seine Gefühle zu dem anderen gesagt.
Nun zu Dir, Sven, Nervosität ist das eine und Schmetterlinge das andere. Beides gehört irgendwo zusammen. Ein Ding der Unmöglichkeit, dass es anders ist - denn wie will man sonst "Liebe" definieren wenn es keine Schmetterlinge oder keine Nervosität gäbe?? Ich weiß, das ist nicht alles was dazu gehört, aber doch schon mal ein Teil!!
Was ich auch nicht begreife, dass man zumindest das ankuscheln usw. nicht gleich erwidert wenn man Gefühle hat. Man mag noch so nervös sein oder nicht klar denken können. Mag eine Blockade sein.
Dass man sich allein durch Telefonate und emails verlieben kann - davon bin ich mittlerweile auch überzeugt, selbst wenn man den anderen noch nicht, bzw. nur ein Foto gesehen hat.
Sicher kann es sein, dass wenn man sich dann sieht das alles total anders ist - aber ich finde das ziemlich extrem - heftigst.
Was soll ich nun noch sagen.... sie ist eine Frau, wie ich auch, aber ihr Verhalten kann ich nicht so richtig nachvolliehen....
Was Du nun weiter tust, ist Deine Entscheidung ....
Leuchte01
also was ich schon mal absolut gar nicht nachvollziehen kann ist die Sache mit dem "Ich will keine Beziehung..." - das wusste Dein Mädel bestimmt eher, falls es ernst gemeint war und sie sich nicht nur verletzt gefühlt hat.
Was die andere Sache betrifft von wegen körperlicher Nähe, ich weiß nicht wie sie sich verhalten hat und ob sie sich vielleicht etwas gewehrt hat, keine Ahnung.
Nur finde ich dass man auch in Punkto Sex ehrlich sein sollte...
Komisch finde ich, dass sie immer wieder Deine Nähe gesucht hat, von wegen Hand nehmen, ankuscheln usw. aber dann umgekehrt keine Gefühle gezeigt hat aber dann doch wieder meinte "ich hab dich lieb" .... für mich passt das alles nicht so ganz zusamme!! Ich bin zwar eine Frau, aber nachvollziehen kann ich das nicht wirklich ... was die Sache mit dem Bett betrifft wäre es vielleicht einfacher gewesen mal drüber zu reden über die ganze Situation vorher - schließlich hat kaum einer von euch kaum was über seine Gefühle zu dem anderen gesagt.
Nun zu Dir, Sven, Nervosität ist das eine und Schmetterlinge das andere. Beides gehört irgendwo zusammen. Ein Ding der Unmöglichkeit, dass es anders ist - denn wie will man sonst "Liebe" definieren wenn es keine Schmetterlinge oder keine Nervosität gäbe?? Ich weiß, das ist nicht alles was dazu gehört, aber doch schon mal ein Teil!!
Was ich auch nicht begreife, dass man zumindest das ankuscheln usw. nicht gleich erwidert wenn man Gefühle hat. Man mag noch so nervös sein oder nicht klar denken können. Mag eine Blockade sein.
Dass man sich allein durch Telefonate und emails verlieben kann - davon bin ich mittlerweile auch überzeugt, selbst wenn man den anderen noch nicht, bzw. nur ein Foto gesehen hat.
Sicher kann es sein, dass wenn man sich dann sieht das alles total anders ist - aber ich finde das ziemlich extrem - heftigst.
Was soll ich nun noch sagen.... sie ist eine Frau, wie ich auch, aber ihr Verhalten kann ich nicht so richtig nachvolliehen....
Was Du nun weiter tust, ist Deine Entscheidung ....
Leuchte01
Hey sven..
Ich muss sagen ich hab deine Story wirklich mit Spannung gelesen...fast wie ein Roman...man will einfach wissen wie es ausgeht! Ich finde wirklich das du jemand ganz besonderes bist!!! Anfangs dachte ich wirklich...wow was für eine Liebesgeschichte!...Aber man muss ja wirklich mit Trauer feststellen, dass alles anders kam als du es dir vorgestellt hast! Sicher kann ich nicht das fühlen, was du durchgemacht hast aber ich kann dich immerhin verstehen und und dir wenigstens etwas nachfühlen! Mich hat es dann schon etwas geschockt wie sie sich so verhalten hat! Sicher hast du es hr nicht leicht gemacht mit deinem Verhalten am Anfang aber ich denke für so etwas sollte man doch Verständnis aufbringen! Hast du ihr denn mal von deinen Gefühlen erzählt? Also das dein Selbstbewusstsein nicht so dolle ist? Und das du Angst hast, dass dir das Selbe nocheinmal passiert? Ich denke wennn sie das gewusst hätte, hätte sie sicher anders reagiert und dich vielleicht etwas besser verstanden!...Ich kann es jetz mal so aus der Sicht einer Frau sagen...Ich hätte mich auch unwohl gefühlt ...ich mein bei dieser ganzen Bedrücktheit...aber mal ganz ehrlich...wenn ich jemanden liebe bzw. etwas für den anderen empfinde, dann lass ich ihn nicht so auflaufen wie sie es nun bei dir getan hat! Vielleicht war es auch ein Fehler von dir so früh mit ihr ins Bett zu gehen! Für dich hat das doch alles nur schlimmer gemacht oder? Und wenn sie dich wirklich lieben würde, hätte sie auch drauf verzichten können!...Aber es ist halt passiert und ich kann mir vorstellen wie unsicher du hinterher warst, als sie dann so kühl war! WIe sie wirklich tickt...das weiß nur sie selbst und das kann dir auch hier keiner beantworten! Verstehen kann ich sie nicht...Aber ich denke mal sie hat sowas sicher nochnie erlebt...das ihr jemand so weh tut! Und glaub mir, irgendwann wird sie es am eigenen Leib erfahren und vielleicht denkt sie dann auch an dich und merkt wie sehr sie dich verletzt hat! SO schwer es die fällt und es wird sicher eine Zeit brauchen...vergiss sie..denn du hast sicher etwas besseres verdient! Und das sage ich, obwohl ich dich nicht kenne!!!
Ich hoffe ich konnte dir wenigstens ein bisschen weiter helfen...und wenn du jemanden zum reden brauchst dann schreib einfach!
Gruß *Heartbattle*
Ich muss sagen ich hab deine Story wirklich mit Spannung gelesen...fast wie ein Roman...man will einfach wissen wie es ausgeht! Ich finde wirklich das du jemand ganz besonderes bist!!! Anfangs dachte ich wirklich...wow was für eine Liebesgeschichte!...Aber man muss ja wirklich mit Trauer feststellen, dass alles anders kam als du es dir vorgestellt hast! Sicher kann ich nicht das fühlen, was du durchgemacht hast aber ich kann dich immerhin verstehen und und dir wenigstens etwas nachfühlen! Mich hat es dann schon etwas geschockt wie sie sich so verhalten hat! Sicher hast du es hr nicht leicht gemacht mit deinem Verhalten am Anfang aber ich denke für so etwas sollte man doch Verständnis aufbringen! Hast du ihr denn mal von deinen Gefühlen erzählt? Also das dein Selbstbewusstsein nicht so dolle ist? Und das du Angst hast, dass dir das Selbe nocheinmal passiert? Ich denke wennn sie das gewusst hätte, hätte sie sicher anders reagiert und dich vielleicht etwas besser verstanden!...Ich kann es jetz mal so aus der Sicht einer Frau sagen...Ich hätte mich auch unwohl gefühlt ...ich mein bei dieser ganzen Bedrücktheit...aber mal ganz ehrlich...wenn ich jemanden liebe bzw. etwas für den anderen empfinde, dann lass ich ihn nicht so auflaufen wie sie es nun bei dir getan hat! Vielleicht war es auch ein Fehler von dir so früh mit ihr ins Bett zu gehen! Für dich hat das doch alles nur schlimmer gemacht oder? Und wenn sie dich wirklich lieben würde, hätte sie auch drauf verzichten können!...Aber es ist halt passiert und ich kann mir vorstellen wie unsicher du hinterher warst, als sie dann so kühl war! WIe sie wirklich tickt...das weiß nur sie selbst und das kann dir auch hier keiner beantworten! Verstehen kann ich sie nicht...Aber ich denke mal sie hat sowas sicher nochnie erlebt...das ihr jemand so weh tut! Und glaub mir, irgendwann wird sie es am eigenen Leib erfahren und vielleicht denkt sie dann auch an dich und merkt wie sehr sie dich verletzt hat! SO schwer es die fällt und es wird sicher eine Zeit brauchen...vergiss sie..denn du hast sicher etwas besseres verdient! Und das sage ich, obwohl ich dich nicht kenne!!!
Ich hoffe ich konnte dir wenigstens ein bisschen weiter helfen...und wenn du jemanden zum reden brauchst dann schreib einfach!
Gruß *Heartbattle*
sven1982
Hallo,
erst mal vielen Dank für die netten Antworten und natürlich auch überhaupt fürs Lesen, allein das dürfte ja einige Zeit in Anspruch genommen haben. Ich hatte schon befrüchtet, dass sich diesen Riesentext niemand antun, und mein stundenlanges Getippe völlig ohne Resonanz bleiben würde. Aber es scheint sich tatsächlich gelohnt zu haben. Zum einen weil ich, wie gesagt, einfach mal über alles schreiben musste und zum anderen weil in einigen eurer Antworten wirklich was für mich hilfreiches steht. Vorab schon mal der Hiweis, dass ich in meinen Antworten nun nicht erneut derat ausschweife. Also keine Sorge. ;)
Ehrlich gesagt, bin ich mit den Geflogenheiten hier im Forum nich so ganz vertraut. Ich zitiere jetzt also einfach mal nacheinander einige Aussagen und beantworte alles mehr oder weniger zusammen.
Natürlich denke ich immer noch, dass es unter normalen Umständen alles ganz anders hätte laufen können und möchte am liebsten die Zeit zurückdrehen...
So, von Fruehling kein Zitat. Darauf antworte ich frei. Abgesehn von deiner Bewertung meiner Person, (die mir natürlich sehr schmeichelt - vielen Dank), schreibst du an vielen Punkten wohl das, was auch mir mein Gefühl sagt. Ich glaube ich wollte es einfach nur nochmal von jemandem so hören/lesen. Wahrscheinlich hätte sie mich schon am ersten Tag am liebsten wieder nach Hause geschickt, weil das was sie sah/traf nicht mit dem Bild überein stimme, dass sie vorher von mir im Kopf hatte. Es ist nur wirklich hart sich zu sagen, dass alles was danach noch kam - jede Berührung, das "ich hab dich lieb" - einfach nur aus der Angst entstanden sein soll mir die Wahrheit zu sagen. Vielleicht sogar von Mitleid getragen war.
Eigentlich will ich es auch noch nicht so ganz glauben. Und selbst wenn es so war, hätte ich ihr unter normalen Umständen gereicht oder gabs von vornherein keine Chance? Quälende Fragen, die mir aber selbstverständlich keiner beantworten kann, ich weiß...
erst mal vielen Dank für die netten Antworten und natürlich auch überhaupt fürs Lesen, allein das dürfte ja einige Zeit in Anspruch genommen haben. Ich hatte schon befrüchtet, dass sich diesen Riesentext niemand antun, und mein stundenlanges Getippe völlig ohne Resonanz bleiben würde. Aber es scheint sich tatsächlich gelohnt zu haben. Zum einen weil ich, wie gesagt, einfach mal über alles schreiben musste und zum anderen weil in einigen eurer Antworten wirklich was für mich hilfreiches steht. Vorab schon mal der Hiweis, dass ich in meinen Antworten nun nicht erneut derat ausschweife. Also keine Sorge. ;)
Ehrlich gesagt, bin ich mit den Geflogenheiten hier im Forum nich so ganz vertraut. Ich zitiere jetzt also einfach mal nacheinander einige Aussagen und beantworte alles mehr oder weniger zusammen.
Kamillefals das alles wahr ist, was du geschrieben hast, dann hast du leider eine frau kennengelernt, die (jetzt sehr banal gesagt) kein bock auf ne beziehung hat.vielleicht wurde sie vorher mal entäuscht und sucht jetzt eben nur "das eine".Ehrlich gesagt halte ich das für unwahrscheinlich. Ich bin zwar nicht klein, dicklich und gänzlich ohne sportliche Aktivität, aber es wäre für sie kein Problem bei "Bedarf" kurzfristig jemanden mit einem höheren Grad an "sexueller Verwertbarkeit" zu finden. Warum hätte sie diesen Aufwand betreiben sollen ohne ne Beziehung anzustreiben?
*Heartbattle*Hast du ihr denn mal von deinen Gefühlen erzählt? Also das dein Selbstbewusstsein nicht so dolle ist? Und das du Angst hast, dass dir das Selbe nocheinmal passiert? Ich denke wennn sie das gewusst hätte, hätte sie sicher anders reagiert und dich vielleicht etwas besser verstanden!Also sie wußte natürlich von meiner letzte Erfahrung und kannte auch den Grund fürs scheitern. Ich hab ihr oft erzählt, dass es aus Angst vor einem erneuten Erlebnis dieser Art schwieirg für mich sei Gefühle wieder zuzulassen. Wie sehr mich das aber tatsächlich hemmte, war mir ja im Vorfeld gar nich klar. Genau genommen war das ne psychische Ausnahmesituation - ich hoffe zumindest, dass es ne Ausnahme bleibt. ;) Hätte ich damit gerechnet, dass mich das so sehr beeinträchtig, häte ich sie ganz bestimmt vorgewarnt.
Natürlich denke ich immer noch, dass es unter normalen Umständen alles ganz anders hätte laufen können und möchte am liebsten die Zeit zurückdrehen...
*Heartbattle*Vielleicht war es auch ein Fehler von dir so früh mit ihr ins Bett zu gehen! Für dich hat das doch alles nur schlimmer gemacht oder?Natürlich war es das! In jedem Fall! Selbst wenn es hinterher funktioniert hätte, glaube ich, dass wir uns einen besonderen Moment genommen hätten - obwohl das natürlich zu beheben gewesen wäre. Die ausweglose Lage hat der Fehlschlag beim Sex, wie beschrieben, nur noch verschärft. Insb. deshalb weil man nun noch glauben musste auch im Bett nicht zu harmonieren. Tatsächlich hatte ich auch mit so nem miesen Ergebnis nicht gerechnet, bisher sahn meine Erfahrungen da anders aus. Das lag aber ziemlich sicher wiederum nicht an uns, sondern an dieser völlig kranken Situation. Meiner Ansicht nach wären wir unter anderen Umständen ganz gut miteinander "ausgekommen". Sie würde das aber wohl anders sehen...
So, von Fruehling kein Zitat. Darauf antworte ich frei. Abgesehn von deiner Bewertung meiner Person, (die mir natürlich sehr schmeichelt - vielen Dank), schreibst du an vielen Punkten wohl das, was auch mir mein Gefühl sagt. Ich glaube ich wollte es einfach nur nochmal von jemandem so hören/lesen. Wahrscheinlich hätte sie mich schon am ersten Tag am liebsten wieder nach Hause geschickt, weil das was sie sah/traf nicht mit dem Bild überein stimme, dass sie vorher von mir im Kopf hatte. Es ist nur wirklich hart sich zu sagen, dass alles was danach noch kam - jede Berührung, das "ich hab dich lieb" - einfach nur aus der Angst entstanden sein soll mir die Wahrheit zu sagen. Vielleicht sogar von Mitleid getragen war.
Eigentlich will ich es auch noch nicht so ganz glauben. Und selbst wenn es so war, hätte ich ihr unter normalen Umständen gereicht oder gabs von vornherein keine Chance? Quälende Fragen, die mir aber selbstverständlich keiner beantworten kann, ich weiß...
sven1982
Original von Fruehlingob mitleid oder angst oder sonst was- spielt es erlich gesagt überhaupt keine rolle, findest du das nciht auch?????Stimmt schon. Am Ende zählt nur, dass da offensichtlich nix war. Verstehen warum man jemandem 2 Tage lang was vormacht werde ich aber wohl trotzdem nich...Wenns denn so war und sie ihre Entscheidung nicht wirklich erst kurz vor der Abfahrt getroffen hat.
fakt ist....,
falls sie dich lieben würde,würde sich dich so lieben wie du bist mit all dem,was dich ausmacht,dazu gehören jede menge macken,kanten,fehler,schwächen usw.
es muss im übrigen,nciht unbediengt die angst sein,die du meinst. man kann auch sich nicht trauen,weil man dem anderen n icht weh tun möchte.
das wäre für mich z.b. sehr schlimm.
Original von Fruehlingzu meinen vorredner kann ich nur eins sagen:In diesem Teil deines Eintrags kann ich dir nich ganz folgen. Du meinst, dass es auch nichts bringen würde ihr alles zu erklären, weil sie sich für das angeknackste Wrack ohnehin nicht interessieren würde?
was glaubst du,Sven, würde eine frau von einem mann fasziniert,der mit 2 beinen im leben steht und weiß,was er ist,der einen ungebrochenen rückgrat besitzt oder von einem mann,der ihr erzählt,wie unsicher er ist, und wie schwach sein selbstbewusstsein ist, wie angeknackst sein selbstvertrauen usw ist???????
meinst du,das würde dann alles erklären und dich liebenswürdiger machen?????
Mit allem anderen du sicher recht - das war mir eigentlich schon lange klar. Dennoch gut das mal so direkt gesagt zu bekommen. Aus meiner Sicht war nur wohl eben der Ausweg aus dem ganzen die Zuneigung der richtigen Frau. Und der wärs ja auch gewesen, zumindest partiell - ih glaube nicht das ich das große Klammern angefangen hätte. Dennoch ist mein Lösungsweg offensichtlich der falsche. Sollte wohl an mir arbeiten um dann die richtige zu finden und mir nicht einreden die richtige finden zu müssen um an mir arbeiten zu können....
Original von Fruehlingund ich habe noch eine fragte.....Zunächst mal war da vielleicht immer noch die Hoffnung das alles irgendwie zu retten is. Dann hab ich mich natürlich auch verdammt wohl in ihrer Nähe gefühlt, eben einfach nur weil wir endlich zusammen waren und zuletzt und das ist wohl der wesentliche Teil war ich in der von mir beschriebenen Apathie kaum dazu fähig die Lage auch nur annähernd richtig einzuordnen.
warum eigentlich bei dem ganzen noch da geblieben,wenn du dich nciht wohl mit ihr fühltest???warum hast du deinem bauchgefühl nicht gefolgt???
warum hast du ihr nicht gesagt, weißt du was, es war keine gute idee, heute uns zu treffen, wir vertagen es lieber....
du hast immer die macht,dein leben zu gestalten!!!
du bist in deinem leben, der schauspieler, der drehbuchautor,der regiseur usw...
Seite 1 von 1 · 10 Beiträge in diesem Thema