Zum Inhalt springen

Weiß nicht, was ich tun soll

13 Antworten1'152 AufrufeGestartet von Yaara ·

YaaraThemenstart
#1
Hallo,

ich bin neu hier. Bitte, bitte helft mir weiter, ich weiß nicht, was ich tun soll.

Mein Ex-Freund, von dem ich seit zwei Jahren getrennt bin, hat sich nun in eine andere verliebt, ist aber nicht in der Lage, eine Beziehung mit ihr anzubahnen, obwohl sie sich eindeutig auch für ihn interessiert. Tja, und da wir immer noch beste Freunde sind, kommt er damit natürlich zu mir.

Ich habe versucht, ihm Mut zuzusprechen, ihn zu trösten, mir meine eigenen verletzten Gefühle nicht anmerken zu lassen, aber so langsam komme ich echt an meine Grenzen. Ich empfinde immer noch sehr viel für ihn und wenn wir uns gelegentlich treffen, endet es früher oder später immer in Zärtlichkeiten und Sex. Ich bin mir sicher, dass er mich nicht bloß ausnutzt, sondern dass auch seinerseits Gefühle dahinterstehen, wenn er mit mir schläft.

Aber jetzt hat er sich eben in eine andere verliebt und das bricht mir das Herz. Ich kann es kaum ertragen, bin abwechselnd rasend eifersüchtig, todtraurig oder verzweifelt und dazwischen immer wieder ein Stückchen unverbesserliche Hoffnung.

Wäre es vielleicht am besten für mich, den Kontakt erst mal abzubrechen? Ich möchte ihn eigentlich als Freund nicht verlieren, er ist der wichtigste Mensch für mich, und ich habe außer ihm nicht viele Freunde. Ich bin seit vielen Jahren psychisch krank und lebe deswegen sehr zurückgezogen. Ich wäre furchtbar einsam ohne ihn, aber so ist das ja auch kein Zustand.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich es durchhalten kann, überhaupt keinen Kontakt zu ihm zu haben, aber wir könnten zumindest unsere Treffen einstellen. Bisher hat es mir immer gut getan, von ihm im Arm gehalten zu werden, aber jetzt muss ich ständig daran denken, dass er viel lieber eine andere im Arm halten würde und komme mir vor wie 2. Wahl.

Was würdet ihr mir raten? Und wie lenkt man sich bloß ab? Ich versuche schon den ganzen Tag, mich abzulenken und nicht in heilloser Trauer zu versinken, aber das gelingt mir nicht wirklich und meine depressive Grunderkrankung lässt mich mal wieder alles in düstersten Farben sehen. Mir ist schmerzlich bewusst, dass ich zu wenig Freunde habe, mit denen ich reden kann. Und die wollen sich auch nicht ständig meinen Seelenmüll anhören (das tun sie eh oft genug, ich habe ja immer wieder mal Phasen, in denen es mir sehr schlecht geht).

*schnief*

LG

Yaara

#2
Hallo !

Das ist schon ein bischen eine unglückliche Lage, in der du gerade bist. Aber es gibt immer einen Weg !

Normalerweise würde ich, nach dem Lesen deiner Geschichte, sagen, dass es da beste wäre wenn du gegenüber deinem Ex-Freund auf Abstand gehst. Denn er scheint sich selbst über seine Gefühle nicht ganz klar zu sein, wenn er einerseits eine Andere liebt, mit ihr eine Beziehung aufbauen will und andererseits Sex usw. mit dir hat. Du solltest meiner Meinung nach sehr vorsichtig sein. Ich kenne deinen Ex-Freund natürlich nicht, aber es gibt Menschen die es ausnutzen, wenn der Andere nach einer Trennung immer noch so viel Gefühle für ihn hat. Ich hoffe dass es nicht so ist. Möglicherweise weiss er einfach selbst nicht recht was er will.

Aber egal aus welchem Grund er sich jetzt so verhält, für dich kann sein Verhalten in jedem Fall sehr verletzend sein. Denn wenn du sagst, dass er sich wirklich in die Andere verliebt hat und dich auch noch um Rat fragt, wie er die Beziehung aufbauen soll, dann glaube ich ehrlich gesagt nicht, dass er zu dir zurückkehren will. Ich kann mir vorstellen wie hart es ist. Zu gern würde man glauben, dass es nochmals klappen könnte. Man sagt ja: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich will dich jetzt damit nicht noch mehr fertig machen ! Sicher nicht ! Hoffnung ist eine gute Sache, sie hilft einem. Aber eine Hoffnung die plötzlich auf einen Schlag zestört wird, ist etwas sehr schlimmes.

Du kannst es mal so sehen. Auf der einen Seite bist du, der du dir deiner Gefühle gegenüber deinem Ex-Freund im Klaren bist. Du liebst ihn. (Denke ich mal aus dem Text).

Auf der anderen Seite ist die "Andere", die dein Ex offensichtlich liebt und mit der er eine Beziehung haben will.

Und dazwischen ist dein Ex Freund und irgendwann wird er sich für eine von euch entscheiden müssen. Du hoffst natürlich, dass er sich noch mal für dich entscheiden wird, das ist normal, ich glaube jeder würde dies in deiner Lage hoffen. Aber ich habe aus deinem Text das Gefühl, das deine Hoffnung enttäuscht werden wird und ich finde gerade jemand der psychische Probleme hat, sollte sich eine solche Verletzung unbedingt ersparen. Gerade du hast es verdient einen Partner zu finden der DICH liebt.

Deshalb würde ich persöhlich dir empfehlen vielleicht mal ein ganz offenes Gespräch mit deinem Ex zu führen. Sag ihm, dass du ihn noch immer liebst und frag ihn dann nach seinen Gefühlen. Wenn er dir dann sagt, dass er die "Andere" wirklich liebt oder sich zwischen euch nicht sicher ist, dann denke ich ist es an der Zeit für dich ihn zu vergessen und vorwärts zu schauen. Ich weiss, dass das für dich fast unmöglich ist, weil du, wie du gesagt hast einen sehr kleinen Freundeskreis hast. Aber diese Bezieung zu deinem Ex wird dir so nur weh tun und nichts bringen, nicht solange du noch mehr als die reine Freundschaft von ihm willst.

Am besten sagts du ihm, das du auf Abstand gehen möchtest, weil du dich sonst nur wieder in ihn verliebst. Wenn er Charakter hat, wird er deinen Wunsch respektieren. Wichtig ist dann aber, dass du dann auch auf Abstand gehst, komplett, ganz oder gar nicht. Auch wenn es verdammt hart ist.

Was deinen Freundeskreis angeht, finde ich es wichtig, dass gerade jemand mit psychischen Problemen sich nicht zurückzieht, sondern versucht offener zu werden, unter die Leute zu gehen, neue Kontakte zu knüpfen. Ich weiss, ich kann das hier leicht sagen, ich bin ja nicht du. Aber versuch es. Ich weiss nicht ob du wegen deiner Probleme in einer Therapie bist, oder warst , wenn nicht, wäre das sicher auch eine grosse Hilfe für dich. (Das mit der Therapie darft du aber nicht falsch verstehen, ich sage nicht das du eine brauchst, ich kenne dich ja schliesslich nicht, aber es ist wichtig, dass du mit jemandem reden kannst.)

Ok jetzt habe ich viel geschrieben, ich hoffe du weisst was ich sagen wollte :D

Kopf hoch, schau nach vorn, lass dich nicht von negativen Gedanken überfluten, versuch Positiv zu denken (auch wenns schwer ist).

Ich wünsch dir eine gute Zeit

freerider

#3
Hi Freerider,

vielen Dank für deine Antwort. Für dein junges Alter bist du erstaunlich reif. Ich dagegen habe oft das Gefühl, emotional auf dem Entwicklungsstand einer 4jährigen stehengeblieben zu sein. Rein vom Verstand her sehe ich es genauso wie du, aber ich kriege meine Emotionen nicht unter Kontrolle und handele oft impulsiv und ärgere mich hinterher darüber.

Ganz so eindeutig und klar ist die Lage allerdings auch nicht. Er will keine Beziehung mit der anderen, warum auch immer. Er sagt, er ist für sowas nicht gemacht, hält das Gefühlschaos nicht aus, was auch immer. Sie hat ihm mehr als eine Vorlage gegeben, sie hatten auch schon regen E-Mail-Kontakt, den er dann aber abrupt abgebrochen hat. Daraufhin war sie wohl gekränkt und hat erst mal nicht mehr mit ihm geredet (es ist eine Arbeitskollegin), das konnte er dann auch wieder nur sehr schlecht aushalten. Er will nicht, dass sie sauer auf ihn ist, aber er will auch keine Beziehung mit ihr. Eine Beziehung führen an sich ist kein Problem, aber den Weg dahin schafft er nicht. Das war bei uns damals auch ein totales Drama.

Von Liebe kann man da, glaube ich, noch nicht sprechen, aber er ist auf jeden Fall verliebt in sie. Er sagt, er könne sich schlecht gegen dieses Gefühl wehren, aber er würde schätzen, in 2-3 Monaten sei es wieder vorbei und dann würde es ihm wieder gut gehen.

Ich finde es furchtbar traurig, dass er sich selbst so im Weg steht und hab wirklich alles versucht, um ihm zu helfen. Ich will ja nicht, dass er unglücklich ist. Aber ich möchte ihn auch nicht verlieren und das ist eben meine größte Sorge, dass er dann so mit ihr beschäftigt ist und auf Wolke 7 schwebt, dass er mich vergisst und ich ihm einfach nicht mehr wichtig bin. Er sagt zwar, das würde nicht passieren, aber ich bin mir da nicht so sicher. Sie wäre bestimmt auch alles andere als begeistert, wenn er intensiven Kontakt zu seiner Ex-Freundin aufrecht erhält (selbst wenn es wirklich nur auf rein freundschaftlicher Ebene wäre).

Über meine Gefühle für ihn bin ich mir auch nicht ganz im Klaren: ich habe das Gefühl, dass ich ihn erst so richtig liebe, seit Schluss ist. Vorher waren meine Gefühle sehr schwankend, zeitweise konnte ich kaum etwas für ihn fühlen, worunter er sehr gelitten hat (was aber mit meiner Erkrankung zusammen hängt, denke ich). Ich bin mir gar nicht sicher, was passieren würde, wenn wir tatsächlich wieder zusammen kämen: ob meine Liebe dann nicht ganz schnell wieder abflauen würde. Mir geht es ja auch erst so schlecht mit der Situation, seit ich weiß, dass er in eine andere verliebt ist, für jemand anders stärkere Gefühle hat als für mich. Bisher war ich immer noch der wichtigste Mensch in seinem Leben und war mir seiner sozusagen sicher. Sicher, dass er für mich da ist, mir zuhört, wenn ich ihn brauche. Ich glaube, DAVOR habe ich in erster Linie Angst, dass er dann nicht mehr für mich da ist. Aber es tut auch schrecklich weh, dass er eine andere lieber hat als mich, ich kann es kaum ertragen. Ach, ich weiß nicht, was ich fühle...

Ich habe ein Riesen-Problem damit, verlassen zu werden bzw. einen Menschen zu verlieren, und das hängt wohl mit meiner Geschichte zusammen. Meine Mutter hat uns einmal verlassen, als ich klein war. Sie ist zwar nach ein paar Wochen zurückgekommen, aber sie war danach anders, nie wieder so wie vorher. Dann hatte sie jahrelang schwere Depressionen, ich bin aufgewachsen mit dem Spruch "ich spring gleich aus dem Fenster". Ich hatte oft Panik, wenn sie aus dem Haus ging, dass sie nicht wiederkommen würde. Tatsächlich umgebracht hat sich dann mein Vater, das war ebenfalls ein Riesen-Schock für mich.

Ich habe schon viele Therapien hinter mir, war auch schon 4 mal stationär in Behandlung. Mir geht es auch schon viel, viel besser als früher, seit einem Jahre arbeite ich sogar halbtags. Aber bestimmte Ängste sind geblieben, verfolgen mich bis heute und dann bin ich jedesmal hilflos wie ein kleines Kind und klammere mich an andere Menschen.

Im Januar habe ich einen Termin bei einer neuen Therapeutin, ich freue mich richtig darauf, obwohl so eine Therapie alles andere als ein Spaziergang ist. Aber dann habe ich wenigstens jemanden, mit dem ich offen über alles reden kann, ohne mich schämen zu müssen.

Ich habe ihm übrigens gestern gesagt, dass ich eine Kontaktpause möchte. Er war betrübt darüber, konnte es aber verstehen. Er hat mich allerdings darum gebeten, ab und zu ein kleines Lebenszeichen von mir zu geben, er würde sich sonst Sorgen machen. Und ich musste ihm versprechen, dass ich mich bei ihm melde, wenn es mir aus irgendwelchen anderen Gründen schlecht geht, die nichts mit ihm zu tun haben.

Ich bin mal gespannt, wie lange ich das aushalte. Heute morgen war ich schon wieder nahe daran, ihn anzurufen, habs dann aber doch gelassen. Mir ist richtig schlecht, ich habe Kopfschmerzen und bin so traurig und verzweifelt und habe solche Angst. Vielleicht stellt er jetzt fest, dass das Leben ohne mich ganz angenehm ist? Am schwersten ist, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und mir meinen Kummer nicht anmerken zu lassen. Meine Tochter freut sich so auf Weihnachten, das möchte ich nicht kaputt machen.

Naja, ich werde es überleben. Ich habe schon viel schlimmere Dinge überlebt.

Ui, ist ganz schön lang geworden, sorry. Vielen dank für Lesen (wer bis hierhin gekommen ist =) ).

LG

Yaara

#4
hallo yaara

darf ich fragen, wieso ihr euch damals getrennt habt?

und weiss er von deinen gefühlen gegenüber dir?

einen schönen abend

gruss

ibr

#5
Hallo Yaara,

Was du als Kind erleben musstest ist echt total traurig ! Sowas hinterlässt Spuren. Tust mir echt leid.

Hmm Ehrlich gesagt weiss ich eigentlich bei deinem Problem auch nicht so recht weiter. Es ist offensichtlich noch viel komplizierter als ich gedacht habe.

Dein EX-Freund errinert mich ein bisschen an mich selbst, zumindest was das aufbauen einer Beziehung anbelangt. :D

Aus deiner Antwort entnehme ich, dass nicht nur dein Ex sondern auch du selbst Probleme damit habt eure Gefühle einzuordnen.(Bitte um Korrektur, wenn ich mich irre :rolleyes: ) Für mich als Ausenstehender ist es deshalb sehr schwierig dir hier einen nützlichen Tipp zu geben.

Vielleicht solltest du dich mal ganz nüchtern Fragen was du möchtest. (Das hast du wahrscheindlich schon getan.) Einerseits möchtest du ja deinem Ex Freund helfen, seine Probleme mit der Bezieungen zu der anderen Frau zu überwinden, weil du möchtest, dass er glücklich ist. Und Andererseits möchtest du aber wieder eine Liebesbeziehung zu ihm aufbauen.(Bitte erneut um Korrektur, wenn ich mich täusche :D ) Meiner Meinung nach geht beides zusammen ziemlich schlecht.

Aber wie gesagt, ich kann mich als Aussenstehender viel zu wenig in dich reinversetzten um zu verstehen was bei dir Gefühlsmässig abgeht.

Deshalb kann ich dir nur nochmals sagen, das du unbedingt darauf achten solltest, dass du am Ende dieser "Geschichte" nicht plötzlich die Leidtragende bist. Den Rest denke ich, musst du für dich selbst entscheiden, du kennst dich selbst am besten und weisst am ehesten, was dir gut tut und was nicht. :)

Vor allem hast du viel mehr Lebenserfahrung als ich junger Spund :D Deshalb denke ich, wirst du die richtige Entscheidung treffen !

Verdam... ist schon wieder so lang geworden :D

Ich wünsch dir frohe Festtage !

freerider

#6
hey also ich rate dir aus , wirklich eigender erfahrung was auch noch nicht lange her ist, brech erstmal den kontakt ab.

meine freundin hat auch einen neuen, versucht sich aber auch hin und wieder mal zu melden, ich geh nie ran weil es einfach nur weh tut, mensch sie hat mich betrogen...

klar ich sitzte auch hier rum und denke oft an sie, habe hoffnung das sie wieder kommt,aber wenn es so sein sollte bringt es was??

wohl eher nicht.

bei mir ist es jetzt 2 wochen her, wir haben 3 jahre zusammen gekebt, und es hat alles wunderbar geklappt, nur das sie mich ketztes jahr 2 wochen vor weinachten schonmal betrogen hat und nach 3 monaten wieder kam.

ich habe es ihr damals verziehen , es war anfangs sehr schwer zu vergessen das sie einen anderen hatte, sie wollte auch nie darüber reden, aber ehrlich , ich bin nie wirklich darüber hin weg gekommen.

klar habe ich sie über alles geliebt, und tue das auch jetzt noch, aber mal ehrlich soll ich mich noch weiter kaputt machen...

ich hätte jeder zeit um sie gekämpft alles für sie getan, aber was bringt das wenn nichts zurück kommt?

und hey, ich gehe sehr viel mit freunden weg, rede viel mit denen darüber, das tut dann immer gut, wenn ich alleine bin zebrache ich mir nur den kopf darüber..

geh raus unter leute.......

#7
Hallo @all,

es ist wirklich toll, dass es dieses Forum gibt! Es tut gut, sich seinen Kummer von der Seele zu schreiben und wenn einem dann noch jemand zuhört, einen tröstet, sieht man gleich nicht mehr so schwarz. Mir geht es echt schon ein wenig besser, auch wenn ich immer noch sehr oft an ihn denken muss und verzweifelte Momente habe.

@ratlos: Er hat mich damals verlassen, weil er keine gemeinsame Zukunft mehr für uns gesehen hat. Wir wohnen 60 km voneinander entfernt und haben also eine Fernbeziehung geführt (wenn auch eine eher nahe Fernbeziehung =) ). Ich wohne mit meiner Tochter bei meiner Mutter, meistens kam er zu Besuch, weil seine Wohnung einfach zu klein für drei ist. Das hat natürlich irgendwann genervt und zu Spannungen geführt. Er hat von Anfang an gesagt, dass er sowas nicht ewig machen will. Nach einem Jahr wollten wir zusammenziehen, konnten uns aber nicht so recht auf einen Wohnort einigen. Ich wollte gerne in meinem Ort wohnen bleiben, weil ich - auch im Hinblick auf eine spätere Arbeitstätigkeit (ich hab damals noch studiert) - auf die Unterstützung meiner Mutter bei der Betreuung meiner Tochter angewiesen bin. Er wiederum hatte keine Lust darauf, jeden Tag zur Arbei zu pendeln.

Noch bevor wir diese Frage geklärt hatten, fing es an, mir schlechter zu gehen (wie meistens im Winter), so dass ich in eine Klinik gegangen bin. Als ich nach 3 Monaten wiederkam, war an Zusammenziehen erst mal nicht zu denken; ich war froh, wenn ich meinen Alltag halbwegs gebacken bekam. Und dann sagte er irgendwann zu mir, dass es für mich wohl besser wäre, bei meiner Mutter wohnen zu bleiben. Das wollte ich auf keinen Fall, ich wollte gerne mit ihm zusammen leben. Aber er meinte, das überfordere mich und er wolle nicht dabei zusehen müssen, wie ich zugrunde gehe. Das könne er nicht aushalten. Von diesem Standpunkt ist er auch nicht mehr abgerückt, selbst als ich allmählich kleine Fortschritte gemacht habe. Das kann man jetzt feige finden oder auch nicht, jedenfalls war das der Anfang vom Ende. Ca. ein halbes Jahr später war es dann ganz aus, er wollte diese Beziehung so einfach nicht mehr führen und hat keine Chance auf Veränderung gesehen.

weiss er von deinen gefühlen gegenüber dir?
Ich nehme an, du meinst meine Gefühle gegenüber ihm? Ja, davon weiß er. Ich weiß aber nicht, wie ernst er es nimmt, wenn ich ihm sage, dass ich ihn liebe. Er weiß von meinen Gefühlsschwankungen und verbucht es vielleicht einfach unter einem Zärtlichkeitsausbruch (das kommt bei mir schon mal vor :D ). Er weiß aber mit Sicherheit, dass er mir sehr, sehr wichtig ist.

Einerseits möchtest du ja deinem Ex Freund helfen, seine Probleme mit der Bezieungen zu der anderen Frau zu überwinden, weil du möchtest, dass er glücklich ist. Und Andererseits möchtest du aber wieder eine Liebesbeziehung zu ihm aufbauen.
Ja, das ist genau der Knackpunkt. Ich möchte ihm helfen, weil ich es gar nicht mitansehen kann, wie er sich quält. Und ich denke, es ist doch gar nicht nötig, dass DREI Menschen leiden, wo doch eigentlich nur EINE leiden müsste. Ob ich noch mal eine Liebesbeziehung mit ihm möchte, weiß ich eben nicht genau, vielleicht habe ich einfach nur Angst davor, ihn zu verlieren und das könnte ich nicht verkraften. Ich kann mit ihm über ALLES reden und es gibt keinen Menschen, der mich so gut kennt wie er. Ganz allgemein sehne ich mich natürlich sehr nach einer Beziehung, aber ich bin mir nicht sicher, ob es lange gut gehen würde. Ich glaube, ich muss erst mal lernen, alleine besser zurecht zu kommen, sonst wird es wieder so eine blöde Abhängigkeitskiste (denn das war/ist es letztendlich).

Ich versuche, es nicht nur als Verlust, sondern auch als Chance für mich zu sehen, mich weiter von meinen Ängsten zu befreien.

LG und trotz allem frohe Weihnachten euch allen,

eine schon viel zuversichtlichere Yaara

#8
MistMistMist, ich habe gerade einen großen Fehler begangen :mauer: . Ich habe ihm per SMS frohe Weihnachten gewünscht. Und jetzt merke ich, wie ich auf Antwort warte und schon wieder die Gedanken in meinem Kopf rotieren. Vielleicht liegt er jetzt gerade mit der anderen im Bett? Küsst sie? Aua.

Aber es wäre mir so unhöflich vorgekommen, ihm nicht frohe Weihnachten zu wünschen.

Das kann ja was werden heute. Würde mich am liebsten im Bett verkriechen und :heulen: .

#9
manche SMS werden vom Gegenüber ignoriert ;)

#10
Hallo Xantu,

er hat sie nicht ignoriert, sondern mir kurze Zeit später ebenfalls frohe Weihnachten gewünscht. Wir haben gestern sogar zweimal kurz telefoniert.

Ich habe mir jetzt wieder die Erlaubnis erteilt, ihn anzurufen, weil ich gemerkt habe, dass mich dieses absolute Kontaktverbot total unter Druck setzt und mich erst recht ständig an ihn denken lässt. Seitdem geht es mir viel besser und ich habe gar kein so großes Bedürfnis danach, ihn anzurufen (habs auch noch nicht getan). Ich würde ja doch wieder nur darauf warten, dass er mir etwas sagt, was er nicht sagen wird - oder etwas, was ich nicht hören will. Das muss ich mir dann auch nicht antun.

Mir geht es echt viel besser als gestern. Zum Glück hat mich gestern abend unser Hund vor den Tränen gerettet. Er musste, als wir gerade feierlich dasaßen und gesungen haben, Wildsau spielen und hat energisch sein Körbchen auseinandergenommen, sein Kissen geschüttelt und durchs ganze Wohnzimmer gezerrt. Da musste selbst ich dann lachen. Gut, dass es Tiere gibt :) .

LG

Yaara

#11
zwinker, es freut mich sehr, daß es bei Dir so ausging ;)

René

#12
Oh mann, zwischenzeitlich habe ich echt schon geglaubt, es wäre ausgestanden, aber jetzt ist wieder alles ganz schrecklich.

Die von mir gewünschte Kontaktpause zu Weihnachten hielt genau 4 Tage, dann rief er mich ständig an (ich sehe das in meiner Fritz-Box) und ich konnte es mir nicht verkneifen, irgendwann darauf einzugehen.

Und es dauerte gar nicht lange, dann lagen wir wieder nebeneinander im Bett. Ich habe ihn dann irgendwann gefragt, ob er denn was dagegen hätte, dass ich andere Männer kennenlerne. Er sagte erst "nein", aber als er merkte, dass das eine durchaus konkrete Frage war (ich habe jemanden kennengelernt), war er total fertig und dann wollte ER den Kontakt abbrechen, weil er meinte, das könne er nicht aushalten.

Das hat mich nun wiederum sehr fertig gemacht, dieses Gefühl, ihn nicht anrufen zu dürfen, ist ganz schrecklich. Ich habe es nur ein paar Tage geschafft, dann rief ich ihn an. Er war erst sehr gereizt und abweisend, dann fing er an zu weinen...und erzählte mir, nun hätte er gar niemanden mehr. Nachdem er sowieso schon verzweifelt war, weil ich "mich von ihm entfernte", hat er ihr eine mail geschrieben und seine Gefühle offenbart - und bekam die Antwort, dass sie einen anderen kennengelernt hätte.

Mich hat das ehrlich gesagt ziemlich froh gemacht - aber nicht lange, denn 3 Tage später schrieb sie ihn an und wollte das alles noch mal mit ihm bereden. Schrieb, dass sie verwirrt sei usw.

Er meinte dann, es führe wohl kein Weg daran vorbei, dass sie sich treffen, um diesen Schwebezustand zu beenden. Am Samstag haben sie sich getroffen. Es ist zwar nichts passiert, aber se war wohl "nett" und sie wollten sich wieder treffen. Seitdem bin ich nur noch am Heulen. Gestern war er dann bei mir, wollte mit mir reden. Ich habe die ganze Zeit nur geweint und er hat mich getröstet. Hat mir gesagt, dass ich der wichtigste Mensch für ihn sei, dass er mich so lieb hätte und mich nicht verlieren wolle. Dass kein anderer Mensch ihn so glücklich und so traurig machen könne wie ich. Er hat mir gestanden, dass sie sich gestern schon wieder getroffen hätten, einen Kaffee getrunken haben. Es ist wieder nichts passiert und er meinte, vielleicht würde es sich jetzt von alleine wieder abkühlen. Es sei zwar nicht unangenehm gewesen, aber er würde nicht mit ihr warm werden. Und sie haben kein neues Treffen ausgemacht. Dennoch konnte er sich gestern noch nicht gegen sie entscheiden bzw. für mich entscheiden. Er sagte, wenn er das nicht gemacht hätte - sie getroffen hätte - hätte er immerzu daran denken müssen. Heute möchte er über die ganze Sache nachdenken.

Ich verstehe das alles nicht. Wie kann er mir sagen, ich sei der wichtigste Mensch usw. und gleichzeitig riskieren, dass er mich verliert? Wir haben uns gestern so leidenschaftlich geküsst und so verzweifelt geliebt, und trotzdem kann er diese Sache mit ihr noch nicht aufgeben. Er kann sich nicht für sie, aber auch noch nicht gegen sie entscheiden. Ich habe das Gefühl, dass er mehr oder weniger abwartet und ihr die Entscheidung überlässt.

Wir haben jetzt ausgemacht, dass wir bis Ende Januar Kontaktpause haben. Ich weiß, dass es anders nicht geht, aber ich weiß nicht, wie ich das aushalten soll. Ich muss ständig daran denken, male mir die schlimmsten Sachen aus (es ist unerträglich, sich vorzustellen, wie er sie küsst). Ich habe so schreckliche Angstzustände. Ich habe das Gefühl, ohne ihn nicht leben zu können. Und gleichzeitig bin ich so verletzt, fühle mich verarxxt, obwohl ich weiß, dass er ehrlich zu mir ist und das, was er sagt, auch so meint. Aber warum riskiert er dann die Sache mit uns, wenn ich ihm so wichtig bin? Er sagt immer, dass es anders nicht geht, ist das wirklich so?

Er hat mir mal erzählt, dass er in der Oberstufe in ein Mädchen aus seiner Stufe verliebt war. Sie hat ihm auch Avancen gemacht, war aber noch mit ihrem Freund zusammen, obwohl es heftig zwischen ihnen kriselte. Er konnte das nicht akzeptieren, hat sich zurückgezogen. Aber er hat noch JAHRE daran gelitten, daran denken müssen. Sowas will er jetzt wohl vermeiden.

Ach, ich weiß nicht, ich kann es verstehen und irgendwie auch nicht. Und vor allem weiß ich nicht, was ich tun soll. Ihn ein für allemal abschreiben? Abwarten, wie sich die Sache weiterentwickelt? Aber selbst wenn das mit ihr jetzt nichts wird, hätte ich immer Angst, dass sowas nochmal passiert.

Ist es eigentlich möglich, jemanden zu lieben und sich trotzdem in einen anderen zu verlieben? Geht das?

Yaara

#13
Auch wenn das hier immer mehr zum Selbstgespräch ausartet, möchte ich mir meinen Kummer gerne von der Seele schreiben.

Seit 2 Wochen ist es mehr oder weniger vorbei - d.h. ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass das mit uns beiden noch mal was wird, aufgehört, um ihn zu kämpfen und es akzeptiert, dass es vorbei ist. Es ging mir grottenschlecht; nicht nur psychisch, sondern auch körperlich. Extreme Übelkeit und Bauchschmerzen, Dauerdurchfall, Zittern, Schwindel...bin schließlich zu meinem Psychodoc, der mir geraten hat, die Antidepressivadosis zu erhöhen und mir noch was Beruhigendes aufgeschrieben hat (was ich aber gar nicht genommen habe). Zum Glück habe ich dadurch wenigstens die körperlichen Symptome in den Griff bekommen. Leider schlafe ich immer noch extrem schlecht, kann ewig nicht einschlafen und wache schon nach kurzer Zeit wieder auf. Das verstärkt meine Angstzustände und niedergedrückte Stimmung, ein blöder Teufelskreis.

Mir kommen auch nicht mehr bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit die Tränen. Trotzdem bin ich immer wieder der Verzweiflung nahe. Ich vermisse ihn so sehr, muss ständig an ihn (oder schlimmer noch: an sie beide und was sie womöglich gerade treiben) denken. Er war ja auch meine Hauptbezugsperson, jetzt habe ich niemanden mehr, dem ich einfach ALLES erzählen kann. Ich weiß gar nicht, wie ich mein Leben aushalten soll, wenn mich niemand mehr in den Arm nimmt. Ich habe Angst, dass das jetzt immer so bleibt. Ich habe eine so große Sehnsucht nach menschlicher Nähe, Vertrauen, nach jemandem, der micht festhält...

Ich versuche, ihn nicht anzurufen und habe auch ihn darum gebeten, sich nicht bei mir zu melden, weil das alles nur noch schlimmer macht (er hat geweint, als ich ihm erklärt habe, wie ich mich im Moment fühle). Aber natürlich kann keiner von uns beiden sich 100%ig dran halten und so haben wir letzte Woche doch zwei mal telefoniert und gestern auch...es ist wie Gift und Heilmittel zugleich, es wühlt mich total auf, aber beruhigt mich gleichzeitig - ich kann es schwer beschreiben.

Warum scheisst der Teufel eigentlich immer auf den größten Haufen? Ich bin schon so oft im Leben in einer Sackgasse gelandet, habe mich unter größten Anstrengungen immer wieder aus tiefsten Tiefen befreit...ich habe das Gefühl, ich kann einfach nicht mehr. Habe keine Lust mehr, mich erneut aufzuraffen, ich lande ja doch immer wieder im Dreck. Als ich gestern im U-Bahnhof stand und die Bahn einfuhr, hatte ich auf einmal den Impuls, mich davor zu werfen. Ich hatte größte Mühe, dem Impuls NICHT Folge zu leisten. Das hat mich so erschreckt. Ich habe eine Tochter, habe Verantwortung, DARF nicht aufgeben.

Meine Ma ist nicht wirklich eine Hilfe. Ich habe es leider nicht geschafft, vor ihr zu verbergen, wie schlecht es mir geht und ihr von meinem Kummer erzählt. Erst war sie ganz verständnisvoll, nahm mich in den Arm usw. Aber schon am nächsten Tag - als ich mich krank gemeldet habe, weil ich nicht in der Lage war, arbeiten zu gehen - hat sie mich zur Sau gemacht. Ich solle mich gefälligst mal zusammenreißen, mich nicht so gehen lassen, ich würde alle anderen mit in den Abgrund ziehen etc.. Was soll ich daraufhin sagen? Dass ich mich bereits jeden verdammten Tag zusammenreiße, so gut es eben geht, und das schon sei JAHREN? Dass meine Akkus im Moment einfach komplett leer sind? Ich habe es vorgezogen, mich nicht zu verteidigen, das hat eh keinen Sinn bei ihr. Hab ihr nur gesagt, dass sie mich bitte einfach in Ruhe lassen soll.

Hab mich bei einer Kontaktbörse angemeldet. Nicht, um mir gleich den Nächsten zu angeln (das geht gar nicht), sondern um allgemein mehr Kontakte zu haben. Einfach so, zum Ausgehen, Reden...Ist aber gar nicht so einfach. Ich gerate immer wieder in Erklärungsnot, weil ich ständig darauf achten muss, heikle Themen/Erlebnisse in meinem Leben zu umschiffen, um die Leute nicht gleich komplett abzuschrecken. Dummerweise ziehen sich diese Dinge aber wie ein roter Faden durch mein Leben. Ich merke auch, dass ich schnell frustriert/enttäuscht bin, wenn ich nicht sofort Antwort bekomme, dabei antworte ich selber nicht auf alle mails...

Immerhin habe ich in den letzten zwei Wochen viele Dinge in Angriff genommen, um die ich mich schon lange kümmern wollte, aber ewig vor mir hergeschoben hab. Außerdem haben mich heute mehrere Leute (Männer ;-)) angelächelt. Das ist doch schon mal was. Zwischendurch gelingt es mir auch, das Ganze positiv zu sehen, als Chance, mich weiterzuentwickeln, mit dem Alleinsein besser zurecht zu kommen. Wenn da nur nicht immer wieder diese Abstürze ins Bodenlose wären. Ich hoffe, dass es mit der Zeit immer seltener passiert und irgendwann ganz aufhört. Am liebsten würde ich die Zeit um ein halbes Jahr vordrehen oder sie einfach verschlafen. Aber das geht wohl allen mit Liebeskummer so. Es tröstet mich, dass das eine Erfahrung ist, die alle machen, dass ich damit nicht allein bin.

Yaara

#14
Oh GOTT, warum tue ich mir das an??? Er hat mich vorhin angerufen und ich gehe natürlich ran :mauer: . Und jetzt weiß ich lauter Sachen, die ich eigentlich gar nicht wissen wollte - bzw. die ich natürlich um jeden Preis wissen wollte, die mir aber nicht gut tun. Tja, ein Zurück gibt es definitiv nicht mehr. Hört sich eher so an, als ob das eine längere Sache wird...ich könnte echt kotzen jetzt.

Dabei würde ich ihn jetzt sowieso nicht mehr zurück haben wollen, ich könnte ihm gar nicht mehr vertrauen. Aber warum kann ich ihm dann sein Glück nicht gönnen?

Es war irgendwie schön, mit ihm zu reden, seine Stimme zu hören. Wir verstehen uns immer noch so gut. Ich kann ihn einfach nicht hassen. Er ist kein *********. Er war immer ehrlich zu mir.

Ich hab solche Panik, jetzt für immer und ewig allein bleiben zu müssen. Angst, dass mich niemand lieb haben kann mit meiner verkorksten Vergangenheit und einem ganzen Rucksack voller Probleme. Er sagt, das sei Unsinn, und solche Leute bräuchte ich sowieso nicht, die deswegen nichts mit mir zu tun haben wollten. Das ist alles leicht gesagt, aber ich fühle mich so einsam.

Der Knaller ist ja, dass seine Neue doch tatsächlich ansatzweise das Gleiche hat und deswegen auch schon mal in Therapie war. Allerdings nicht so schlimm wie bei mir. Tja, er zieht das wohl magisch an. Er sagte mir auch schon gleich nach dem ersten oder zweiten Treffen "ich glaube, die hat sowas Ähnliches wie du".

Was mich irgendwie ein bisschen tröstet, ist, dass sie ihn wohl schon ziemlich lange toll findet, aber da war er ja noch mit mir fest zusammen. Sie musste also auch länger auf ihr Glück warten. Ich meine nämlich immer, dass bei allen anderen alles immer ganz reibungslos funktioniert und die immer sofort bekommen, was bzw. wen sie wollen.

Ich muss mich jetzt mal wieder abregen, eigentlich wollte ich morgen mal ausgeschlafen zur Arbeit gehen...das wird wohl nichts.

Seite 1 von 1 · 14 Beiträge in diesem Thema