Wer hatte eine Fernbeziehung und lebt nun glücklich zusammen?
7 Antworten4'604 AufrufeGestartet von Jaydee ·
JaydeeThemenstart
Hallo Leute. Ich bin neu hier im Forum. Zur Zeit bin ich etwas ratlos, und auf der Suche nach Gleichgesinnten Leuten, mit denen ich meine Erfahrungen austauschen kann. Gerne würde ich Leute kennen lernen, die mir ihre Geschichte schildern würden. Denn ich frage mich manchmal, ob ich zu kompliziert oder einfach nur realistisch bin. Mein Freund lebt in Brasilien, wir sind seit über einem Jahr zusammen und haben davon 6 Monate zusammen in der Schweiz gelebt, bei mir.
An und für sich lief alles ok, aber es gab auch grosse Hürden. Es dauerte eine Weile, bis wir an die Kultur und Mentalität des anderen uns gewöhnen konnten. Womit ich persönlich jedoch ein Problem hatte war: ich bin meinem Freund haushoch überlegen, in vielerlei Dingen. Es fängt schon bei der Bildung an. Dazu bin ich selbständig, habe ein eigenes Geschäft, kann Verantwortung übernehmen und organisieren. Er hingegen ist eher einfach, hat wenig Ahnung vom modernen Leben, hatte oft keine eigene Meinung sondern sagte immer das gleiche wie ich. Er tappste oft fast hilflos in unserer hektischen Welt umher, und war völlig auf mich angewiesen. Mit der Zeit verlor ich fast schon den Respekt, weil es eben nichts gab, was er besser oder genau so gut konnte wie ich. Dazu kommt noch, dass ich nicht sehr geduldig bin, und es mir oft noch peinlich ist, wenn er etwas tat, was sich in der "bünzligen" Schweiz nicht gehört.
Dazu kommt noch das Problem mit meiner Familie. Ich war verheiratet, habe meinen Mann für meinen Freund verlassen. Mein Mann konnte so gut wie alles und verdiente auch gut. Aber jetzt habe ich halt einen, der nichts kann, gemäss meinen Eltern. Den könne ich nur gebrauchen für ins Bett, und sonst kann der mir gar nichts bieten und das würde nie funktionieren. So meine Eltern.
Mein Freund ist sicherlich keiner von den 99%, die sich eine Frau aus Europa suchen um es hier besser zu haben. Ich denke, ich bin nicht mehr so naiv mit 31 Jahren, und habe keine schlechte Menschenkenntnis, und bin auch ziemlich realistisch. Wenn ich auch nur einen einzigen Moment lange einen Grund gehabt hätte zu zweifeln, dass er mich ausnutzt, dann hätte ich ihn in den nächsten Flieger gesetzt. Aber die Art, wie mich mein Freund behandelte, lässt sich nur durch Liebe definieren. Es war mir manchmal schon fast zuviel, seine Anhänglichkeit, jede freie Minute kuscheln zu wollen, obwohl man ja auch noch andere Verpflichtungen hat ;-)
Mein Freund ist nun wieder zu Hause, bei seiner Familie. Jetzt, wo ich wieder alleine bin, habe ich Zeit um nachzudenken. Und ich komme nicht weiter irgendwie. Ich liebe ihn sehr, ich gehe fast zugrunde ohne ihn hier, vor Einsamkeit, vor Sehnsucht nach ihm. Aber als er hier war, wünschte ich mir manchmal, dass er nicht da wäre, da ich keine freie Minute für mich alleine hatte. Ich frage mich nun, wie es weitergehen würde, wenn mein Freund wieder kommt. Was soll er hier denn arbeiten? In einer Fabrik...ich denke, woanders hätte er Anfangs kaum eine Chance. Und er würde immer in meinem Schatten stehen, weniger verdienen und viel unselbständiger sein als ich. Macht ihn das auf Dauer nicht auch unglücklich? Mein Freund sagte mir oft, er brauche nichts in seinem Leben, ausser mir. Er brauche keinen guten Lohn, und auch keine schöne, teure Wohnung. Er sagte mir oft, dass wir seinetwegen in eine billigere Wohnung ziehen können, ihm sei egal wo wir wohnen, hauptsache er könne mit mir zusammen sein. Wir machten einige Ausflüge, in die Berge, und auch nach Deutschland, nach Berlin, und er sagte immer wieder, dass das alles nicht sein müsse, er sei nicht hier wegen den Bergen oder Städten, sondern wegen mir. Er ist wirklich sehr liebenswürdig, das pure Gegenteil von meinem Ex Mann. Aber kann man von Liebe alleine leben? Wisst Ihr, was ich meine?
Ich habe ja nun den Alltag mit ihm kennen gelernt. 6 Monate zusammen zu leben, so lernt man sich schon kennen. Es ist aussergewöhnlich, dass er halt immer zu Hause war, wenn ich nach Hause kam, weil er ja als Tourist nicht arbeiten kann. Aber wenn er denn mal Arbeit hätte, dann wäre er ja auch nicht permanent zu Hause, und ich hätte auch mal mehr Freiraum. Aber wie würde unsere Zukunft aussehen? Würde er glücklich werden hier? Manchmal überlege ich mir sogar, eines Tages mit ihm in seine Heimat zu ziehen. Aber ich müsste alles, was ich hier aufgebaut habe, verkaufen. Und das wäre sowas von schade. Denn es steckt viel harte Arbeit dahinter. Nein das geht nicht...ich kann meine Existenz nicht aufgeben nur für ein Leben an der Sonne mit ihm. Wir haben doch auch hier eine Chance verdient, oder nicht? Leider glaubt niemand aus meinem Umfeld, dass das gut gehen wird.
Ich würde gerne Erfahrungen hören von Leuten, die ihre Liebe ebenfalls in weiter Ferne kennen gelernt haben, und die nun heute zusammen leben, und es trotz kultureller Unterschiede und verschiedener Mentalität und Bildungs-Stand trotzdem ganz gut klappt. Ich kann einfach nicht akzeptieren, dass ich einfach so auf mein Umfeld hören soll, nur weil die nichts von der ganzen Sache halten. Es ist doch mein Leben. Ich freue mich auf Eure Berichte.
An und für sich lief alles ok, aber es gab auch grosse Hürden. Es dauerte eine Weile, bis wir an die Kultur und Mentalität des anderen uns gewöhnen konnten. Womit ich persönlich jedoch ein Problem hatte war: ich bin meinem Freund haushoch überlegen, in vielerlei Dingen. Es fängt schon bei der Bildung an. Dazu bin ich selbständig, habe ein eigenes Geschäft, kann Verantwortung übernehmen und organisieren. Er hingegen ist eher einfach, hat wenig Ahnung vom modernen Leben, hatte oft keine eigene Meinung sondern sagte immer das gleiche wie ich. Er tappste oft fast hilflos in unserer hektischen Welt umher, und war völlig auf mich angewiesen. Mit der Zeit verlor ich fast schon den Respekt, weil es eben nichts gab, was er besser oder genau so gut konnte wie ich. Dazu kommt noch, dass ich nicht sehr geduldig bin, und es mir oft noch peinlich ist, wenn er etwas tat, was sich in der "bünzligen" Schweiz nicht gehört.
Dazu kommt noch das Problem mit meiner Familie. Ich war verheiratet, habe meinen Mann für meinen Freund verlassen. Mein Mann konnte so gut wie alles und verdiente auch gut. Aber jetzt habe ich halt einen, der nichts kann, gemäss meinen Eltern. Den könne ich nur gebrauchen für ins Bett, und sonst kann der mir gar nichts bieten und das würde nie funktionieren. So meine Eltern.
Mein Freund ist sicherlich keiner von den 99%, die sich eine Frau aus Europa suchen um es hier besser zu haben. Ich denke, ich bin nicht mehr so naiv mit 31 Jahren, und habe keine schlechte Menschenkenntnis, und bin auch ziemlich realistisch. Wenn ich auch nur einen einzigen Moment lange einen Grund gehabt hätte zu zweifeln, dass er mich ausnutzt, dann hätte ich ihn in den nächsten Flieger gesetzt. Aber die Art, wie mich mein Freund behandelte, lässt sich nur durch Liebe definieren. Es war mir manchmal schon fast zuviel, seine Anhänglichkeit, jede freie Minute kuscheln zu wollen, obwohl man ja auch noch andere Verpflichtungen hat ;-)
Mein Freund ist nun wieder zu Hause, bei seiner Familie. Jetzt, wo ich wieder alleine bin, habe ich Zeit um nachzudenken. Und ich komme nicht weiter irgendwie. Ich liebe ihn sehr, ich gehe fast zugrunde ohne ihn hier, vor Einsamkeit, vor Sehnsucht nach ihm. Aber als er hier war, wünschte ich mir manchmal, dass er nicht da wäre, da ich keine freie Minute für mich alleine hatte. Ich frage mich nun, wie es weitergehen würde, wenn mein Freund wieder kommt. Was soll er hier denn arbeiten? In einer Fabrik...ich denke, woanders hätte er Anfangs kaum eine Chance. Und er würde immer in meinem Schatten stehen, weniger verdienen und viel unselbständiger sein als ich. Macht ihn das auf Dauer nicht auch unglücklich? Mein Freund sagte mir oft, er brauche nichts in seinem Leben, ausser mir. Er brauche keinen guten Lohn, und auch keine schöne, teure Wohnung. Er sagte mir oft, dass wir seinetwegen in eine billigere Wohnung ziehen können, ihm sei egal wo wir wohnen, hauptsache er könne mit mir zusammen sein. Wir machten einige Ausflüge, in die Berge, und auch nach Deutschland, nach Berlin, und er sagte immer wieder, dass das alles nicht sein müsse, er sei nicht hier wegen den Bergen oder Städten, sondern wegen mir. Er ist wirklich sehr liebenswürdig, das pure Gegenteil von meinem Ex Mann. Aber kann man von Liebe alleine leben? Wisst Ihr, was ich meine?
Ich habe ja nun den Alltag mit ihm kennen gelernt. 6 Monate zusammen zu leben, so lernt man sich schon kennen. Es ist aussergewöhnlich, dass er halt immer zu Hause war, wenn ich nach Hause kam, weil er ja als Tourist nicht arbeiten kann. Aber wenn er denn mal Arbeit hätte, dann wäre er ja auch nicht permanent zu Hause, und ich hätte auch mal mehr Freiraum. Aber wie würde unsere Zukunft aussehen? Würde er glücklich werden hier? Manchmal überlege ich mir sogar, eines Tages mit ihm in seine Heimat zu ziehen. Aber ich müsste alles, was ich hier aufgebaut habe, verkaufen. Und das wäre sowas von schade. Denn es steckt viel harte Arbeit dahinter. Nein das geht nicht...ich kann meine Existenz nicht aufgeben nur für ein Leben an der Sonne mit ihm. Wir haben doch auch hier eine Chance verdient, oder nicht? Leider glaubt niemand aus meinem Umfeld, dass das gut gehen wird.
Ich würde gerne Erfahrungen hören von Leuten, die ihre Liebe ebenfalls in weiter Ferne kennen gelernt haben, und die nun heute zusammen leben, und es trotz kultureller Unterschiede und verschiedener Mentalität und Bildungs-Stand trotzdem ganz gut klappt. Ich kann einfach nicht akzeptieren, dass ich einfach so auf mein Umfeld hören soll, nur weil die nichts von der ganzen Sache halten. Es ist doch mein Leben. Ich freue mich auf Eure Berichte.
Ich kann dir nicht wirklich helfen, denn ich bin noch nicht soweit, aber trotzdem in einer ähnlichen Lage mit ähnlichen Gedanken. Ich sehe es bei meiner Philippinischen Freundin auch ein wenig so kommen, wenn sie mal hier ist und hoffe doch es kommt besser.
Ja also ich finde nicht, dass du auf deine Verwandten/Bekannten hören solltest, aber du solltest auch nicht einfach aus Trotz an der Beziehung festhalten, wenn es nicht geht. Hör auf dein Herz. Ich denke wenn du ihn liebst solltest Du ihn erstmal akzeptieren wie er ist, aber auch probieren ihm zu helfen sich zu entwicklen. Überleg dir mal, was er hier tun könnte. Fabrik wär wohl nicht so gut, da geht er doch ein, oder? Tanzlehrer oder so wär schon besser, falls er tanzen kann. Zuerst aber mal Sprachschule.
Und mal kritisch: wenn er dir die Liebe gibt, du du bei deinem Mann vermisst hast. erklärt das zwar einiges, aber für eine längere Beziehung reicht es wahrscheinlich noch nicht. Du solltest ihm schon wenigstens deine Erwartungen auch mitteilen können und er sollte sich dann auch ein wenig bemühen sie zu erfüllen. Aber eben kulturelle unterschiede etc. ich kann es gut nachfühlen, meine Freundin mag meistens auch nicht die guten Ideen umsetzen, die ich für sie hab.
Ja also ich finde nicht, dass du auf deine Verwandten/Bekannten hören solltest, aber du solltest auch nicht einfach aus Trotz an der Beziehung festhalten, wenn es nicht geht. Hör auf dein Herz. Ich denke wenn du ihn liebst solltest Du ihn erstmal akzeptieren wie er ist, aber auch probieren ihm zu helfen sich zu entwicklen. Überleg dir mal, was er hier tun könnte. Fabrik wär wohl nicht so gut, da geht er doch ein, oder? Tanzlehrer oder so wär schon besser, falls er tanzen kann. Zuerst aber mal Sprachschule.
Und mal kritisch: wenn er dir die Liebe gibt, du du bei deinem Mann vermisst hast. erklärt das zwar einiges, aber für eine längere Beziehung reicht es wahrscheinlich noch nicht. Du solltest ihm schon wenigstens deine Erwartungen auch mitteilen können und er sollte sich dann auch ein wenig bemühen sie zu erfüllen. Aber eben kulturelle unterschiede etc. ich kann es gut nachfühlen, meine Freundin mag meistens auch nicht die guten Ideen umsetzen, die ich für sie hab.
Hallo Pinky,
danke für Deine Nachricht! Ich habe mir darüber auch schon Gedanken gemacht, wegen Fabrik und so...dass er dabei gelangweilt und unmotiviert werden könnte. Eine Sprachschule zuerst, das ist klar. Aber danach? Er kann nicht tanzen, ich denke, er könnte in der Schweiz nicht mal kellnern, obwohl er das in Brasilien ja immer gemacht hat. Er müsste richtig gut Deutsch können zum Kellnern, zudem hat er Schwierigkeiten mit Mathematik. Ich kann mir deshalb momenten nicht wirklich viel anderes vorstellen als Küchenhilfe, Fabrik oder in einer Gärtnerei zu arbeiten...ich denke, allzu grosse Perspektiven hätte er hier nicht. Ich denke, es ist einfacher für eine Frau, die nach Europa kommt, denn die Frauen sind eh meist mehr im Haushalt tätig, oder können irgendetwas mit Kosmetik lernen. Aber für einen Mann wirds einfach schwierig, vor allem so ohne Ausbildung.
danke für Deine Nachricht! Ich habe mir darüber auch schon Gedanken gemacht, wegen Fabrik und so...dass er dabei gelangweilt und unmotiviert werden könnte. Eine Sprachschule zuerst, das ist klar. Aber danach? Er kann nicht tanzen, ich denke, er könnte in der Schweiz nicht mal kellnern, obwohl er das in Brasilien ja immer gemacht hat. Er müsste richtig gut Deutsch können zum Kellnern, zudem hat er Schwierigkeiten mit Mathematik. Ich kann mir deshalb momenten nicht wirklich viel anderes vorstellen als Küchenhilfe, Fabrik oder in einer Gärtnerei zu arbeiten...ich denke, allzu grosse Perspektiven hätte er hier nicht. Ich denke, es ist einfacher für eine Frau, die nach Europa kommt, denn die Frauen sind eh meist mehr im Haushalt tätig, oder können irgendetwas mit Kosmetik lernen. Aber für einen Mann wirds einfach schwierig, vor allem so ohne Ausbildung.
Hallo Jaydee
Ich habe 10 Monate eine Fernbeziehung zwischen USA und Deutschland gefuehrt. Vor ca. 14 Monaten haben wir geheiratet und ich bin zu meinem Mann in die USA gezogen. Anfangs war es wirklich sehr schwer fuer mich... obwohl der kulturelle Unterschied nicht so gross war wie in deinem oder Pinkys Fall, war es doch eine riesige Umstellung. Ich habe meine gesamtes Leben in Deutschland aufgeben muessen (Familie, Freunde, Wohnung, Auto - und vor allem: meine Selbststaendigkeit!). Das war nicht einfach und ich habe mich anfangs oft allein gefuehlt.
Heute bin ich sehr gluecklich und habe mich an mein Leben in den USA gewöhnt und könnte mir auch nicht mehr vorstellen zurück nach Deutschland zu gehen.
Was mir allerdings ein wenig zu denken gibt in deiner Situation ist, dass du ja schon während seinem Urlaub etwas "erdrückt" warst... Sollte er wirklich zu dir ziehen denke ich dass auch ihr eine schwere Zeit vor euch habt und euch darauf einstellen muesst! Wovon würde er denn leben und würde er direkt ein Arbeitsvisum bekommen? Bei uns war es nämlich so, dass ich die ersten 6 Monate nicht arbeiten durfte bis ich meine Greencard hatte und solange mussten wir vom Gehalt meines Mannes leben... So wie sich das angehört hat möchtest du auch nicht unbedingt finanziell für ihn verantwortlich sein.
Welche Sprache sprecht ihr eigentlich miteinander (rein aus Interesse)?
LG
Engelchen
Ich habe 10 Monate eine Fernbeziehung zwischen USA und Deutschland gefuehrt. Vor ca. 14 Monaten haben wir geheiratet und ich bin zu meinem Mann in die USA gezogen. Anfangs war es wirklich sehr schwer fuer mich... obwohl der kulturelle Unterschied nicht so gross war wie in deinem oder Pinkys Fall, war es doch eine riesige Umstellung. Ich habe meine gesamtes Leben in Deutschland aufgeben muessen (Familie, Freunde, Wohnung, Auto - und vor allem: meine Selbststaendigkeit!). Das war nicht einfach und ich habe mich anfangs oft allein gefuehlt.
Heute bin ich sehr gluecklich und habe mich an mein Leben in den USA gewöhnt und könnte mir auch nicht mehr vorstellen zurück nach Deutschland zu gehen.
Was mir allerdings ein wenig zu denken gibt in deiner Situation ist, dass du ja schon während seinem Urlaub etwas "erdrückt" warst... Sollte er wirklich zu dir ziehen denke ich dass auch ihr eine schwere Zeit vor euch habt und euch darauf einstellen muesst! Wovon würde er denn leben und würde er direkt ein Arbeitsvisum bekommen? Bei uns war es nämlich so, dass ich die ersten 6 Monate nicht arbeiten durfte bis ich meine Greencard hatte und solange mussten wir vom Gehalt meines Mannes leben... So wie sich das angehört hat möchtest du auch nicht unbedingt finanziell für ihn verantwortlich sein.
Welche Sprache sprecht ihr eigentlich miteinander (rein aus Interesse)?
LG
Engelchen
Hallo Engelchen!
Vielen Dank für Deine Antwort!
Weisst Du, mir passieren immer so seltsame Dinge...mein Ex Mann war Australier. Er kam meinetwegen in die Schweiz, aber er fasste sehr schnell Fuss hier.
Arbeiten kann man in der Schweiz, sobald man verheiratet ist, sofern man eine Arbeit findet. Ich denke hier ist das weniger kompliziert als in den USA. Betreffend finanzielle Situation: klar müsste er für einige Zeit auf meine Kosten leben, sowie bereits in den letzten 6 Monaten als er hier war. Das ist für mich weniger das Problem, da ich das finanziell verkraften kann. Was mir mehr Mühe bereitet ist zum Beispiel aber, dass ich sehr gerne reise, das ist meine Leidenschaft seit meiner Kindheit, und dafür arbeite ich auch viel, damit ich mir das leisten kann. Wenn mein Freund aber hier mit mir wohnt und arbeiten wird, dann kann ich mir wohl ferne Reisen nicht mehr leisten, weil das ja bedeuten würde, ich müsste ihm die Ferien spendieren, denn er wird kaum genug verdienen, dass für ihn eine Reise drin liegt mit seinem Gehalt. Ich weiss, man muss Kompromisse eingehen. Man kann nicht alles haben.
Aber ich kann momenten meine Prioritäten nicht ganz abwägen. Möchte ich lieber ein Leben mit dem Menschen, den ich liebe, oder möchte ich ein Leben in Einsamkeit, und trauere ihm den Rest meines Lebens hinterher und unseren Erinnerungen, nur damit ich jedes Jahr meine Ferien durchziehen kann? Ich weiss dafür manchmal auch fast keine Lösung. Man hat sich herauf gearbeitet, kann sich nun einiges leisten, und möchte ungern wieder zurück stecken. Ich verdiene nicht genug, dass ich es mir leisten kann, ihm seinen Urlaub zu finanzieren, und zudem will er das auch nicht. Er hat mich nie auch nur um einen Rappen gebeten, und betonte immer wieder, dass er das Reisen in seinem Leben überhaupt nicht braucht. Ich hingegen habe die Ansicht, dass man nicht nur arbeitet, um Rechnungen zu bezahlen, sondern auch, um sich etwas zu gönnen. Und wir haben hier in der kalten Schweiz schon genug trübe Monate wo man nichts machen kann ausser vor dem Fernseher zu sitzen.
Vielen Dank für Deine Antwort!
Weisst Du, mir passieren immer so seltsame Dinge...mein Ex Mann war Australier. Er kam meinetwegen in die Schweiz, aber er fasste sehr schnell Fuss hier.
Arbeiten kann man in der Schweiz, sobald man verheiratet ist, sofern man eine Arbeit findet. Ich denke hier ist das weniger kompliziert als in den USA. Betreffend finanzielle Situation: klar müsste er für einige Zeit auf meine Kosten leben, sowie bereits in den letzten 6 Monaten als er hier war. Das ist für mich weniger das Problem, da ich das finanziell verkraften kann. Was mir mehr Mühe bereitet ist zum Beispiel aber, dass ich sehr gerne reise, das ist meine Leidenschaft seit meiner Kindheit, und dafür arbeite ich auch viel, damit ich mir das leisten kann. Wenn mein Freund aber hier mit mir wohnt und arbeiten wird, dann kann ich mir wohl ferne Reisen nicht mehr leisten, weil das ja bedeuten würde, ich müsste ihm die Ferien spendieren, denn er wird kaum genug verdienen, dass für ihn eine Reise drin liegt mit seinem Gehalt. Ich weiss, man muss Kompromisse eingehen. Man kann nicht alles haben.
Aber ich kann momenten meine Prioritäten nicht ganz abwägen. Möchte ich lieber ein Leben mit dem Menschen, den ich liebe, oder möchte ich ein Leben in Einsamkeit, und trauere ihm den Rest meines Lebens hinterher und unseren Erinnerungen, nur damit ich jedes Jahr meine Ferien durchziehen kann? Ich weiss dafür manchmal auch fast keine Lösung. Man hat sich herauf gearbeitet, kann sich nun einiges leisten, und möchte ungern wieder zurück stecken. Ich verdiene nicht genug, dass ich es mir leisten kann, ihm seinen Urlaub zu finanzieren, und zudem will er das auch nicht. Er hat mich nie auch nur um einen Rappen gebeten, und betonte immer wieder, dass er das Reisen in seinem Leben überhaupt nicht braucht. Ich hingegen habe die Ansicht, dass man nicht nur arbeitet, um Rechnungen zu bezahlen, sondern auch, um sich etwas zu gönnen. Und wir haben hier in der kalten Schweiz schon genug trübe Monate wo man nichts machen kann ausser vor dem Fernseher zu sitzen.
Apropos Sprache: wir sprechen portugiesisch miteinander. Ich habe es gelernt seit ich ihn kennen gelernt habe. Also vorher schon, aber seitdem noch viel besser. Sprachen waren noch nie meine Probleme. ;-)
Das kann ich sehr gut verstehen. Reisen gehört auch eine meiner Leidenschaften. Aber ich denke dafür gibt es doch auch eine Lösung. Vielleicht günstigere Reiseziele oder eben darauf hinsparen und seltener reisen.
LG
Engelchen
Möchte ich lieber ein Leben mit dem Menschen, den ich liebe, oder möchte ich ein Leben in Einsamkeit, und trauere ihm den Rest meines Lebens hinterher und unseren Erinnerungen, nur damit ich jedes Jahr meine Ferien durchziehen kann?Also für mich hört sich dass danach an als hättest du dir die Antwort selbst schon gegeben...
Aber ich kann momenten meine Prioritäten nicht ganz abwägen.Musst du das denn? Also ich meine, eilt deine Entscheidung? Das ist ein wirklich grosser Schritt und solange du Zweifel hast würde ich ihn nicht gehen...
LG
Engelchen
Du musst dir einfach gut überlegen, was du willst. Denn z.B. ein grosser Unterschied in der Bildung kann langfristig ein echtes Problem werden. Du sagst ja, dass du generell ihm sehr überlegen bist. Was kann er dir denn dann geben in einer Beziehung? Liebe allein wird auf Dauer nicht reichen, würde ich sagen. Und das er quasi die "Hausfrauenrolle" übernimmt kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, wäre aber ein Variante. Deshalb geht ja der umgekehrte Fall meistens auch besser (Also 1.Welt Mann mit 3. Welt Frau).
Das entscheidende ist aber schon, ob du Ihn auf Dauer lieben kannst, obwohl er so anders ist und ohne ihn ändern zu wollen. Und auch ob du von deinem hohen Ross der "Überlegenheit" runterkommen kannst. Den mit der Einstellung kann ich mir nicht vorstellen, dass das gut geht. Andererseits hast du halt auch ziemlich Verantwortung, wenn du einen Mensch so "entwurzelst" und er ist drauf angewiesen, dass du ihn bestmöglich unterstützt. Z.B. wäre es auch ganz gut, du könntest ihn mit anderen Exil-Brasilianern in Kontakt bringen.
Was aber dein Dilemma auch sein könnte: der Freund gibt dir zwar, was du in der Ehe vermisst hast. Aber er kann dir nicht alles geben, was du langfristig in einer Beziehung brauchst.
Nimm dir Zeit, deine Gedanken und Gefühlen nachzugehen.
Das entscheidende ist aber schon, ob du Ihn auf Dauer lieben kannst, obwohl er so anders ist und ohne ihn ändern zu wollen. Und auch ob du von deinem hohen Ross der "Überlegenheit" runterkommen kannst. Den mit der Einstellung kann ich mir nicht vorstellen, dass das gut geht. Andererseits hast du halt auch ziemlich Verantwortung, wenn du einen Mensch so "entwurzelst" und er ist drauf angewiesen, dass du ihn bestmöglich unterstützt. Z.B. wäre es auch ganz gut, du könntest ihn mit anderen Exil-Brasilianern in Kontakt bringen.
Was aber dein Dilemma auch sein könnte: der Freund gibt dir zwar, was du in der Ehe vermisst hast. Aber er kann dir nicht alles geben, was du langfristig in einer Beziehung brauchst.
Nimm dir Zeit, deine Gedanken und Gefühlen nachzugehen.
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