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Wie bekommt man eine unerfüllte Liebe aus seinem Herzen?

9 Antworten19'653 AufrufeGestartet von finnchen ·

finnchenThemenstart
#1
Hallo Ihr Lieben,

angestoßen durch Lilianes Beitrag „Vier Jahre später“ werfe ich mal die Frage in die Runde, wie man es schafft, sich Gefühle für einen Mann, der definitiv nichts von einem wissen möchte, endlich aus dem Herzen zu reißen.

Kurzer Überblick:

  • Ich habe ihn vor über einem Jahr kennengelernt
  • Für mich war es Liebe auf den ersten Blick


  • Wir flirteten verbal heftig, körperlich war nicht mehr als ein paar harmlose Umarmungen und Wangenküsschen
  • Danach nur noch losen, unregelmäßigen Kontakt, und da von ihm nicht mehr kam, wusste ich,dass er nichts von mir wissen möchte
  • Ein Treffen dann vor 8 Monaten, bei dem er sich jedoch anders verhielt, und mich wie seine Freundin behandelte
  • Danach jedoch wieder völlige Funkstille
  • Da wir über 100 km voneinander entfernt wohnen, laufen wir uns nie zufällig über den Weg
  • Das letzten Mal gesehen habe ich ihn im Mai, seitdem auch per Telefon, Mail oder SMS nichts mehr von ihm gehört, obwohl ich ihm zweimal geschrieben habe
Zusammenfassend: Ich habe ihm zwar niemals gesagt oder deutlich gezeigt, welche Gefühle ich für ihn hege, aber sein monatelanges Schweigen und Nicht-Anworten auf Grußmails oder SMS sagt deutlich genug, dass ich ihm gleichgültig bin.

Im vergangenen Frühjahr war er übrigens noch Single (kann sich ja bis heute geändert haben), ich bin allerdings verheiratet, wobei meine Ehe seit Jahren nur noch auf dem Papier besteht. Er weiß es nicht, hat aber mitbekommen, dass ich in meiner Ehe nicht gücklich bin.

Ich weiß, dass ich ihn niemals wiedersehen werde, dennoch vergeht kein Tag, an dem ich nicht an ihn denke. Und so oft träume ich von ihm. Seine Handy-Nr.habe ich inzwischen gelöscht und da diese Nr. nirgends verzeichnet ist, komme ich auch nicht wieder in die Versuchung, mich bei ihm zu melden.

Ist jemand unter Euch, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat? Also, nicht von einem Partner verlassen wurde, und diesen nicht vergessen kann, sondern sich in einen Menschen verliebt hat, der nie mehr als Freundschaft für einen gezeigt hat.

Ich bin übrigens kein Teenie mehr … ;) , obwohl ich mich, was die Gefühle angeht, so fühle, sondern Mitte Vierzig. Er ist zwar acht Jahre jünger, sieht jedoch älter aus (und ich jünger), zudem ist mein Bekanntenkreis zum größten Teil auch jünger. Mein Ehemann übrigens auch. Das war also sicher nicht das Problem.

Wie werde ich die ständigen Gedanken an den Typ, der es gar nicht wert ist, dass er mein Herz beherrscht, ein für alle Mal los?

Bin für jeden Ratschlag/ Tipp dankbar!

Eure

Finnchen

#2
Ach liebe Finnchen

Wenn ich das wüsste, es gibt einfach kein Patentrezept. Mir ergeht es doch genau gleich. Ich kann ihn einfach nicht aus meinem Herzen reissen, obwohl es so aussichtslos ist und ich eigentlich nicht einmal eine Partnerschaft möchte sondern eine tiefe Freundschaft. Doch er beherrscht mein Herz und meine Gedanken, ich weiss auch nicht, wie es geht, hier einen Punkt zu setzen.

Wie ich in meinem Beitrag schrieb- Ablenkung, Arbeit, Gedankenfluss bewusst stoppen, alles schon ausprobiert. Es hilft genau so lange bis ein kurzer Augenblick kommt, in dem sich meine Gedanken wieder ihm zuwenden. Abwarten und Tee trinken, vielleicht hört es eines Tages auf.

Wirklich frei wurde ich damals von meiner ersten grossen Liebe, um die ich Jahre trauerte, erst als etwas Neues in mein Leben trat. Erst dann konnte ich ganz loslassen. Und von diesem Neuen, das durch verschiedene Umstände nicht sehr lange hielt, konnte ich auch erst wirklich Abschied nehmen, nachdem ich mich wieder neu verliebte. Jetzt stehe ich da und weiss, dass ich erneut darauf warten muss, dass mein Herz wieder im Normaltakt schlägt.

Ich bin übrigens auch kein Teenie mehr, habe sogar noch ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel als Du. Wenn es passiert, passierts, das ist halt so. Mir kommt dabei immer die Geschichte von einem Hund in den Sinn (nicht dass ich uns mit Hunden vergleiche, bewahre, aber der Sinn dahinter kann auch auf uns zutreffen):

Ein Hund findet einen vergrabenen Knochen. Er beisst sich daran fest. Sein Herrchen versucht, ihm den Knochen wegzunehmen, denn der ist voller Dreck und wer weiss, was das überhaupt für ein Knochen ist. Doch sobald sich sein Meister nähert knurrt der Hund sein Herrchen böse an. Mit allen Tricks versucht der gute Mann, dass der Hund den Knochen los lässt, doch keiner seiner Versuche wurde von Erfolg gekrönt. Erst als er dem Hund ein Stück saftiges Fleisch hinhält, lässt der Hund den Knochen wie von selbst los.

Die Moral von der Geschichte? Erst muss etwas Besseres kommen, um das Alte loslassen zu können. Doch man muss das Alte loslassen, um das Neue ergreifen zu können.

Nimm es, wie es kommt, das ist mein einziger Rat an Dich.

#3
Liebe Ditta,

ganz lieben Dank für Deine Antwort! Der Vergleich mit dem Hund ist sehr gut!

Habe mir gerade Dein Posting und die Beiträge dazu durchgelesen - ach, es tut mir leid, dass es Dir (auch) so schlecht geht. Ich kann mir auch vorstellen, dass Du große Probleme hast, diesen Mann aus Deinem Herzen zu bekommen, da Du ihn ja regelmäßig siehst. Ich habe jetzt "meinen" seit 3 Monaten nicht mehr gesehen - davor gab es auch Zeiten von mehreren Monaten, in denen kein Kontakt bestand - trotzdem kreisen meine Gedanken ständig um ihn. Da er durch seinen Beruf ständig auf Europas Straßen unterwegs ist, mache ich mir auch Sorgen und hoffe, dass ihm nichts passiert.

Es ist einfach verrückt - bei jedem Kleidungsstück, das ich anziehe, denke ich daran, dass ich auch getragen habe, als wir uns sahen. Nun kann ich diese Klamotten aber nicht alle entsorgen ... ;) Zum einem, weil sie mir gefallen, zum anderen natürlich auch aus finanziellen Gründen.

Auch sonst gibt es beinahe täglich Situationen, die mich an ihn erinnern ...

Was mich an der ganzen Sache besonders frustirert, ist, dass eine Beziehung zwischen uns durchaus möglich wäre. Er Single, ich bin eigentlich schon lange (emotional schon seit Jahren) von meinem Mann getrennt, habe einen Job, den ich auch an seinem Wohnort ausüben könnte, wir haben viele gemeinsame Interessen (aber auch unterschiedliche) und sind beide Menschen, die in einer Partnerschaft einen gewissen Freiraum brauchen (damit meine ich jetzt nicht sexuell, sondern dass beide Partner durchaus auch mal was ohne den anderen unternehmen). Ich könnte ihn sogar in seinem Job unterstützen, so, wie er mich bei meinem. Zudem engagieren wir uns beide ehrenamtlich in verschiedenen Vereinen, für was ein Partner auch Verständnis haben muss.

Was soll's? Es ist müßig, sich weiter darüber den Kopf zu zerbrechen - ER MAG MICH EINFACH NICHT!

Du schreibst, dass Dein Chef weiß, was Du für ihn empfindest. War es Dir ein Bedürfniss, es ihm zu sagen, obwohl Du wusstest, dass es nichts zwischen Euch wird? Ich denke nämlich darüber nach, ob ich es "meinem" sagen soll. Auf keinen Fall aber schriftlich, sondern nur persönlich, ich möchte ihm dabei in die Augen sehen können. Natürlich blamiere ich mich damit unsäglich, denn ich glaube nicht, dass er bisher weiß, wie stark ich für ihn empfinde. Das ich ihn mag, ja klar, aber nicht, wie tief meine Gefühle gehen. Ich überlege halt, ob es helfen würde, wenn er mir ganz direkt ins Gesicht sagt: "Vergiss es! Mit uns wird es nie etwas werden!" Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Da wir bis auf eine Person (durch die ich ihn auch kennen gelernt habe) keine gemeinsamen Bekannten haben, könnte es mir ja dann auch gleichgültig sein, wenn er mein "Geständnis" herumstratscht. Mein Stolz sagt mir jedoch, eine solche Aktion tunlichst zu unterlassen.

Übrgens - vor 25 Jahren war ich auch mal in einem Schwulen verliebt. Da er es damals jedoch verheimlichte, und auch sonst nichts schwules an sich hat, wusste ich es mehrere Monate lang nicht. Als ich es dann jedoch erfuhr - direkt von ihm, denn er merkte, wie ich für ihn empfand - und mir klipp und klar sagte, dass er zu 100% schwul ist und sich niemals mit einer Frau einlassen wird, waren meine Gefühle schlagartig vorbei. Aber damals war ich halt auch noch jünger, und ich glaube, je älter man wird, desto intensiver werden auch die Gefühle.

So, jetzt aber genug gelabbert! Ich denke an Dich, liebe Ditta, und wünsche Dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit.

Grüßchen

Finnchen

bearbeitet #4
Liebes finnchen

Danke für Deine Antwort. Ja es war mir ein grosses Bedürfnis, vor allem auch darum, dass er weiss, wie es um mich steht. Wir treffen uns einmal wöchentlich für einen Informationsaustausch, dabei reagierte ich einige Male für ihn recht komisch, so dass er mich ganz erstaunt anblickte und auch schon nachfragte, was denn los sei. Dies ging soweit, dass ich mich einmal bei einer gleichgestellten Arbeitskollegin ausheulte, weil ich eine Aussage von ihm in den falschen Hals bekam und sie dann dies meinem Chef zurück meldete. Natürlich erzählte ich ihr nichts von meinen Gefühlen, nur das ich ein Problem habe. Da war für mich klar, dass er wissen muss, warum ich nicht immer der Situation angemessen reagiere. Er hält beruflich sehr viel von mir, sagt und zeigt mir das auch immer wieder (manchaml bekomme ich fast das Gefühl, dass ich etwas bevorzugt behandelt werde). Er fördert mich und wollte unbedingt, dass ich eine Kaderstelle erhalte (bin als "normale" Mitarbeiterin gleich ins mittlere Kader befördert worden). Dies schreibe ich absolut nicht zum Angeben, sondern einfach um zu zeigen, dass er mir sehr viel Wertschätzung entgegenbrachte und immer noch bringt, was mich natürlich sehr freute - und wahrscheinlich auch mit ein Grund war, dass ich mich in ihn verschoss.

Ob Du Dich blamieren wirst? Ich weiss nicht recht, muss man/frau sich für seine Gefühle schämen? Ich denke nicht, denn die kommen doch einfach in einem hoch. Es kommt darauf an, wie man/frau mit diesen Gefühlen umgeht. Jemanden zu lieben ist doch eines der schönsten Gefühle, das es gibt, da finde ich Scham völlig unangebracht. Für mich persönlich ist es wirklich einfacher zu wissen woran ich bin, auch wenn es noch so weh tut.

Auch ich dachte lange darüber nach, was ist, wenn er es rumerzählt, wie stehe ich denn da. Doch Du hättest Dich sicher nicht in ihn verliebt, wenn er solch ein A....... wäre (verzeih diesen Ausdruck). Und weisst Du denn sicher, dass er dich nicht mag? Mir helfen Geschichten, Zitate und Sprüche oft weiter und ich empfinde, dass ich sehr oft genau zum richtigen Zeitpunkt solch einen Hinweis erhalte. eines dieser Zitate (eine Aussage aus irgendeiner Fernsehserie) war:

Es versucht zu haben und zu scheitern ist immer noch besser, als es nie versucht zu haben, zumindest in der Liebe.

Und auf Deinen Stolz kannst Du nicht bauen, denn der zerbricht nur zu schnell. Im Gegenteil, Du darfst stolz auf Dich sein, wenn Du es schaffst, Klarheit in Deine Geschichte rein zu bringen. Weisst Du, es geht mir nicht wirklich schlecht. Ja es tut unendlich weh, doch ich bin so froh darum, dass ich endlich wieder Orientierung in meinem Leben erhielt. Das Luftschlösser bauen bringt eh nichts, denn je höher diese gebaut werden, desto tiefer fällt man.

Übrigens einfach noch zur Klärung. Ich wollte und will nie eine Partnerschaft mit ihm eingehen. Er ist verheiratet und ich gönne ihm von ganzem Herzen sein Glück. Was ich bei ihm empfinde ist ein grenzenloses Vertrauen, das ich in meinem bisherigen Leben erst einmal erlebte. Ich fühle mich seelenverwandt mit ihm, erlebe immer wieder, dass wir eine ähnliche Denkweise haben, ähnliche Geschichten erlebten und auch ähnliche Vorlieben und Abneigungen zeigen.

Aber eben, er ist mein Chef und für ihn kommt eine private Beziehung (auch Freundschaft) aus dem geschäftlichen Umfeld nicht infrage, da grenzt er sich klar ab. Trotzdem empfinde ich soviel Liebe für ihn, dass es mich manchmal fast zerreisst.

Ich hoffe und wünsche Dir von Herzen, dass du weiter kommst. .....Und denk daran, zu lieben ist immer noch besser, als nie geliebt zu haben.

Ich drück Dich :trost:

Ditta

Hi Finnchen,

ich las gerade Deinen Beitrag beim rächer und musste laut auflachen :D Was schreibst Du dort so schön? Die meisten Wirrungen entstehen weil man nicht miteinander spricht. Wieso gibst Du anderen diesen Rat und befolgst ihn selber nicht? ;)

B52
#5
Was soll's? Es ist müßig, sich weiter darüber den Kopf zu zerbrechen - ER MAG MICH EINFACH NICHT!
ja ist es :-)- aber dass er dich überhaupt nicht mag, glaube ich auch wieder nicht.

Da du in deiner ehe nicht glücklich bist (warum trennst du dich eigentlich nicht?) hast du sehnsucht nach einem dich liebenden partner- sehr verständlich.

Nur muss dein gegenüber ja wohl das gleiche wollen, und der kandidat, den du da hast, der will wohl nicht. Evtl. hat ihn natürlich auch abgeschreckt, dass du verheiratet bist und er hat gar nicht in erwägung gezogen, dass du als "frau" für ihn in frage kommst? Aber wenn er von beginn an "feuer gefangen" hätte, hätte er das ganze wohl forciert.

Wie du ihn vergisst? Immer dran denken, dass er dich nicht will und außerdem:

Das mit deiner ehe auf die reihe bekommen- denn sowas ist kein zustand und verwirrt nicht nur dich gefühlsmäßig, sondern auch dein umfeld.

B.

#6
ich las gerade Deinen Beitrag beim rächer und musste laut auflachen :D Was schreibst Du dort so schön? Die meisten Wirrungen entstehen weil man nicht miteinander spricht. Wieso gibst Du anderen diesen Rat und befolgst ihn selber nicht? ;)

#7
Da du in deiner ehe nicht glücklich bist (warum trennst du dich eigentlich nicht?) hast du sehnsucht nach einem dich liebenden partner- sehr verständlich.

Tja, liebe® B 52, damit hast Du zweifelsohne Recht. Obwohl mein Mann und ich seit ca. 6 Jahren nur noch in einer Zweckgemeinschaft zusammenleben, dachte ich nie an Trennung. Es gab auch in den ganzen Jahren niemand anderen für mich, nicht einmal der kleinste Flirt. Nicht, dass es keine Gelegenheiten dazu gegeben hätte (ich gehe viel mit Freundinnen fort und war mit diesem auch schon mehrmals ohne meinen Mann im Urlaub), aber ich bin kein Typ, der einfach nur so flirtet. Darum hat mich ja die Begegnung mit dem Mann im letzten Sommer derart aus der Bahn geworfen.

Da ich ebenfalls auch kein Typ bin, der sich - was Gefühle angeht - gut verstellen kann, hat mein Mann natürlich gemerkt, dass etwas im Busch ist. Er weiß von dem anderen, und auch, dass ich ihn wegen dem sofort verlassen würde. Erst vor zwei Monaten habe ich meinen Mann vorgeschlagen, mir eine eigene Wohnung zu suchen, das hat er aber vehement abgelehnt. Wir haben auch keine Kinder, wäre also kein Problem. Mein Mann sagt jedoch, dass er mich nach wie vor liebt und sich ein Leben ohne mich nicht vorstellen kann, und dass ich doch alles habe, was ich will - einen tollen Beruf, der seit meiner Kindheit mein Traumberuf und mehr Berufung für mich ist, als nur ein Job, ein schönes Haus mit Garten, keine finanziellen Sorgen, einen großen Bekanntenkreis und einen kleinen, aber feinen Freundeskreis, dazu noch ein Hobby, dass ich zusammen mit meinem Mann auspbe, und auf das ich - ehrlicherweise - nicht verzichten möchte.

Mein Mann hält Gefühle für romantischen Quatsch, er ist ein richtiger Kopfmensch. Für ihn ist es wichtiger, dass das Umfeld stimmt, als irgendwelche "blödsinnigen" Schmetterlinge im Bauch. Wenn er bemerkt, dass ich wegen des anderen mal wieder traurig bin, dann tröstet er mich sogar! Er ist kein bisschen eifersüchtig und meinte nur, als er es erfuhr, dass ich ihm nicht gehöre und dass er mich nicht halten könne, wenn ich ihn verlassen wolle. Es wäre zwar schade, aber nicht zu ändern. Hatte ich bis dato noch Gefühle für meinen Mann, dann sind sie spätestens dann gestorben, denn deutlicher konnte er mir nicht zeigen, dass ich für ihn nur die Funktion der Haushälterin, Köchin und Hobbypartnerin darstelle.

Wenn ich mich jetzt also trenne, verliere ich nur. Okay, vielleicht wäre ich aber auch freier, und erhalte die Chance, jemanden kennen zu lernen, der mich ebenso liebt, wie ich ihn.

Auf jeden Fall trage ich mich schon mit dem Gedanken, zu gehen. Habe auch schon Wohnungsanzeigen gelesen, aber irgendwie kann ich es mir (noch) nicht vorstellen, wieder in einer Mietwohnung zu leben, denn ich mag unser Haus und den Garten schon sehr. Ich glaube jedoch, früher oder später - wahrscheinlich früher - wird es einen großen Knall geben und dann bin ich weg. Gleichgültig, wie es dann weitergeht.

So,jetzt muss ich noch etwas arbeiten ...

Ich danke Euch von ganzen Herzen! Es ist so schön festzustellen, dass man mit seinen Problemen nicht allein ist.

Grüßchen

Finnchen

#8
Liebes Finnchen

Auf der einen Seite kann ich verstehen, dass Du all die Bequemlichkeiten und Annehmlichkeiten nicht aufgeben möchtest, warum auch? Dein Mann scheint es ja nicht sonderlich zu stören, dass Du ihn nicht mehr liebst und Du mehr oder weniger Deine eigenen Wege gehst. Und Dich scheint es nicht sonderlich zu stören, dass er Dich quasi als Haushälterin und Aushängeschild "missbraucht". So wie mir scheint, lebt ihr mehr wie Bruder und Schwester oder wie in einer WG zusammen. So lange dies für Euch beide stimmt, wieso solltet Ihr etwas ändern?

Trotzdem denke ich, dass Du nicht ehrlich zu Dir selber bist. Du würdest zwar einiges an "Luxus" verlieren, wenn Du ausziehst, doch ist Dir die Freiheit nicht viel mehr wert? Frei sein auch für eine neue Liebe? Die innere Leere ist auch mit noch so viel Besitztum nicht zu überbrücken, Beispiele aus dem Prominentenleben gibt es genug. Natürlich lenkt Dich Dein Hobby, Dein Garten, Dein Haus und all die Vergnügungen von Deiner Einsamkeit ab. Doch ich glaube, Du würdest viel mehr gewinnen, wenn Du einen sauberen Schlussstrich ziehst. Vielleicht sogar Deine grosse Liebe, denk an die Geschichte mit dem Hund.

Ich könnte mir schon vorstellen, dass sich Deine Ehrlichkeit auszahlen wird. Wieso sollte sich Deine Liebe auf Dich einlassen, vielleicht denkt er ja, dass Du nur die Bequemlichkeit suchst und Du lieber ein Luxusleben geniesst als klar Schiff zu machen? Bist Du schon bereit, loszulassen, Dich einzusetzen und auch Unannehmlichkeiten auf Dich zu nehmen? Wie soll er Dir vertrauen können? Du kannst doch nicht von einem ins andere gemachte Nest ziehen.

Ich weiss, es sind harte Worte. Ich möchte Dich jedoch aufrütteln, damit Du erkennen kannst, was Dir wirklich wichtig ist. Solange Du Dir beide Optionen offen lässt, wirst Du immer hin und her gerissen sein. Finde für Dich heraus, was Du wirklich willst. Du kannst die schönste Aussicht nur geniessen, wenn Du den steinigen Weg nach oben auf Dich nimmst. Mit dem Lift nach oben fahren bringt nicht die gleiche Befriedigung und Glücksgefühle.

Ich hoffe und wünsche für Dich, dass du Deinen Weg gehst. Noch ein Spruch für Dich:

Wer liebt lebt da, wo er liebt, nicht da, wo er lebt (Augustinus Aurelius)

Sei geknuddelt (und veilleicht auch etwas wach gerüttelt)

Alles Liebe Ditta

#9
Wie werde ich die ständigen Gedanken an den Typ, der es gar nicht wert ist, dass er mein Herz beherrscht, ein für alle Mal los?
Sobald Du mit Deinem Leben zufrieden und glücklich bist, wirst Du nicht mehr zulassen, dass ein Mann der unerreichbar ist, Deine Gefühle so beherrschen kann.

Du hälst Dich an den äusseren Sicherheiten fest. Ist das aber nicht nur eine Scheinsicherheit?

Ist es nicht viel wichtiger, dass man die innere Sicherheit findet und all das Äussere loslassen kann?

Was bedeuten all die materiellen Sachen, wenn man das Leben nicht mehr fühlt?

Ich wünsche Dir alles Gute

#10
Ihr Lieben,

sorry, ich war am Wochenende nicht am PC. Nicht, dass Ihr denkt, ich antwortete jetzt nicht mehr, weil Ihr so ehrliche und richtige Worte geschrieben habt ... :)

Ihr habt - mal wieder ... :) - Recht. Genau das würde ich mir auch raten, wenn ich jemand Fremdes wäre ... :) Nein, im Ernst, ich weiß, dass ich nicht so den Rest meines Lebens verbringen möchte und mache mir schon Gedanken über eine Veränderung. Am liebsten würde ich auswandern - wäre auch ohne Probleme möglich, denn ich würde in ein EU Land gehen, dessen Sprache ich sehr gut beherrsche, wo ich seit vielen Jahren gute Freunde habe und zudem bin ich selbstständig und kann meinen Beruf mittels PC und Internet überall auf der Welt ausüben, und in diesem Land ganz besonders, weil mein Job etwas mit dem Land zu tun hat.

Leider kann ich aber derzeit nicht gehen, da ich eine pflegebedürftige Mutter (Pflegestufe II) habe, die ich nicht allein lassen kann. Und ich bin halt (noch) nicht bereit, hier in Deutschland mein Geld und auch meine Kraft in einen Neubeginn zu stecken, denn ich dann lieber im Ausland machen möchte, wenn meine Mutter gestorben ist.

Ich weiß, das klingt jetzt ziemlich hart und abgebrüht, und in den letzten Monaten ist mir bewusst geworden, dass ein Neuanfang in D wohl doch das Beste wäre. Ich glaube, ich schrieb schon mal, dass ich nächste Woche in Urlaub fahre (zusammen mit meinem Mann und seiner Mutter, die aber eine ganz arg Liebe ist!), und ich mir dann Gedanken machte, wie es wietergehen soll.

Ich danke Euch von ganzen Herzen für Eure Zeit, Anteilnahme und Eure offenen und ehrlichen Worte! Schönrederei nutzt ja niemanden etwas ... :)

So, jetzt muss ich den Rest des Tages arbeiten. Wie es halt so ist - für dem Urlaub müssen noch 1000 Dinge erledigt werden.

Liebe Grüße

Finnchen

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