Wie damit klar kommen, dass einem die Eltern nicht lieben
5 Antworten1'453 AufrufeGestartet von Limella ·
LimellaThemenstart
Hallo zusammen
Schon mein ganzes Leben lang habe ich damit zu kämpfen, dass mich meine Eltern nicht lieben. Ich bin mit sehr viel Gewalt aufgewachsen; sowohl physischer als auch viel psychischer Gewalt und habe auf der emotionellen Ebene fast gar keine Liebe erfahren dürfen. Mittlerweile bin ich 30, führe mein eigenes Leben und habe auch schon viel erreicht und bin im Prinzip sehr glücklich, nur wirft meine Vergangenheit immer mal wieder einen Schatten auf das Glück.
Kennt jemand das Gefühl und hat mir vielleicht einen Tipp wie ich dieses schmerzliche Gefühl ohne Eltern dazu stehen vielleicht besser ertragen kann? Manchmal reicht es nur schon, irgendwo eine glückliche Familie zu sehen und schon ist da diese Traurigkeit. Oder einfach nur der Wunsch, dass da mal jemand ist, der einem von Herzen in den Arm nimmt.
Ich lebe zwar mit meinem Partner zusammen und fühl mich auch sehr glücklich mit ihm, aber irgendwie bin ich immer noch auf der Suche nach Ersatz für die fehlenden Eltern. Sprich ich versuche auch immer wieder z.B. in Vereinen den Kontakt zu älteren Personen herzustellen, einfach nur um etwas mit ihnen zu sprechen.
Gruss Limella
Schon mein ganzes Leben lang habe ich damit zu kämpfen, dass mich meine Eltern nicht lieben. Ich bin mit sehr viel Gewalt aufgewachsen; sowohl physischer als auch viel psychischer Gewalt und habe auf der emotionellen Ebene fast gar keine Liebe erfahren dürfen. Mittlerweile bin ich 30, führe mein eigenes Leben und habe auch schon viel erreicht und bin im Prinzip sehr glücklich, nur wirft meine Vergangenheit immer mal wieder einen Schatten auf das Glück.
Kennt jemand das Gefühl und hat mir vielleicht einen Tipp wie ich dieses schmerzliche Gefühl ohne Eltern dazu stehen vielleicht besser ertragen kann? Manchmal reicht es nur schon, irgendwo eine glückliche Familie zu sehen und schon ist da diese Traurigkeit. Oder einfach nur der Wunsch, dass da mal jemand ist, der einem von Herzen in den Arm nimmt.
Ich lebe zwar mit meinem Partner zusammen und fühl mich auch sehr glücklich mit ihm, aber irgendwie bin ich immer noch auf der Suche nach Ersatz für die fehlenden Eltern. Sprich ich versuche auch immer wieder z.B. in Vereinen den Kontakt zu älteren Personen herzustellen, einfach nur um etwas mit ihnen zu sprechen.
Gruss Limella
So schmerzhaft es auch ist, aber meine Erfahrung ist auch, dass niemand dieses Loch stopfen kann.
Was du aber versuchen kannst, ist, dir diese Liebe selber zu geben.
Und falls du wütend auf deine Eltern bist, verzeih ihnen. Sie haben das gegeben, was sie zu dieser Zeit konnten. Das liegt aber auch an der Vergangenheit der Eltern, weil auch sie nichts oder nur ganz wenig an Liebe mitbekommen haben.
Was du aber versuchen kannst, ist, dir diese Liebe selber zu geben.
Und falls du wütend auf deine Eltern bist, verzeih ihnen. Sie haben das gegeben, was sie zu dieser Zeit konnten. Das liegt aber auch an der Vergangenheit der Eltern, weil auch sie nichts oder nur ganz wenig an Liebe mitbekommen haben.
Liebe Limella,
erstmal tut es mir sehr leid, dass du diese schmerzlichen Erfahrungen machen musstest und du kannst wirklich stolz auf dich sein, dass du so viel erreicht hast. So ernüchternd es auch klingen mag, aber glaub mir: ich kenne nur wenige Familien, in deinen absolute Harmonie herrscht und die völlig frei von Problemen sind. Mach dir in jedem Fall bewusst, dass der lieblose Umfang durch deine Eltern nichts mit deinem Wert als Mensch zu tun hast und du absolut liebenswert bist.
Hast du denn beispielsweise wirklich gute Freunde an deiner Seite oder einen Partner, der dich stützt?
Diese können dir den Halt geben, den du brauchst. Man sagt ja nicht umsonst: Freunde sind die Familie, die man sich aussucht.
Alles Liebe!
Kerstin
erstmal tut es mir sehr leid, dass du diese schmerzlichen Erfahrungen machen musstest und du kannst wirklich stolz auf dich sein, dass du so viel erreicht hast. So ernüchternd es auch klingen mag, aber glaub mir: ich kenne nur wenige Familien, in deinen absolute Harmonie herrscht und die völlig frei von Problemen sind. Mach dir in jedem Fall bewusst, dass der lieblose Umfang durch deine Eltern nichts mit deinem Wert als Mensch zu tun hast und du absolut liebenswert bist.
Hast du denn beispielsweise wirklich gute Freunde an deiner Seite oder einen Partner, der dich stützt?
Diese können dir den Halt geben, den du brauchst. Man sagt ja nicht umsonst: Freunde sind die Familie, die man sich aussucht.
Alles Liebe!
Kerstin
Hallo Limella,
leider kenne ich ein Gefühl, welches deinem vielleicht nahe kommt.
Ich möchte wohl nicht behaupten, dass mich meine Eltern nicht liebten (mein Vater ist seit über zehn Jahren tot), aber sie waren hoffnungslos mit ihrem Alltag und Leben überfordert und hatten es selbst nie gelernt, Liebe zu erfahren und Liebe zu zeigen und uns zu lehren, Liebe weiterzugeben.
Dies führte dazu, dass sie nicht in der Lage waren das Fundament zu bauen, dass jedes Kind für sein erwachsenes Leben benötigt. Bereits als Kind fühlte ich mich einerseits ständig für meine Eltern verantwortlich und suchte andererseits nach der notwendigen Liebe. Kam dann noch Alkohol ins Spiel, war auch noch Gewalt (ebenfalls körperlich + psychisch) an der Tagesordnung.
Mich hat (unter anderem) diese Kindheit in eine langwierige psychische Störung geführt, die 20 Jahre meines Lebens bestimmt hat. Essstörung, Alkohol, Selbstverletzung.
Da bin ich jetzt durch, seit gut 15 Jahren bin ich recht stabil (Rückfälle gehören da immer dazu) und habe mich sogar zu einem bewusst fröhlichen und lebensbejahenden Menschen entwickelt.
Nur eine Sache bekomme ich nicht in den Griff – das mit dem fehlenden Fundament. Diese Wahrnehmung ist völlig ambivalent zu der oben genannten Stabilität und dennoch ist sie immer da.
Egal was mir passiert, mit welcher Situation ich konfrontiert bin, immer ist da das Gefühl, mein Leben wäre auf Treibsand gebaut. Da ist kein Halt, kein fester Boden unter mir. Ich fühle keinen Sicherheit in mir, die ich aus mir selbst ziehen kann. Ich schaffe es leider auch nicht, diesen Halt aus guten Beziehungen zu ziehen.
Ich weiß jetzt nicht, wie weit dir diese meine Geschichte etwas hilft oder dich trösten kann. Keinesfalls möchte ich dein Thema für mich verwenden. Das ist mir halt jetzt eingefallen, als ich deine kurze Geschichte gelesen habe.
Alles Gute
leider kenne ich ein Gefühl, welches deinem vielleicht nahe kommt.
Ich möchte wohl nicht behaupten, dass mich meine Eltern nicht liebten (mein Vater ist seit über zehn Jahren tot), aber sie waren hoffnungslos mit ihrem Alltag und Leben überfordert und hatten es selbst nie gelernt, Liebe zu erfahren und Liebe zu zeigen und uns zu lehren, Liebe weiterzugeben.
Dies führte dazu, dass sie nicht in der Lage waren das Fundament zu bauen, dass jedes Kind für sein erwachsenes Leben benötigt. Bereits als Kind fühlte ich mich einerseits ständig für meine Eltern verantwortlich und suchte andererseits nach der notwendigen Liebe. Kam dann noch Alkohol ins Spiel, war auch noch Gewalt (ebenfalls körperlich + psychisch) an der Tagesordnung.
Mich hat (unter anderem) diese Kindheit in eine langwierige psychische Störung geführt, die 20 Jahre meines Lebens bestimmt hat. Essstörung, Alkohol, Selbstverletzung.
Da bin ich jetzt durch, seit gut 15 Jahren bin ich recht stabil (Rückfälle gehören da immer dazu) und habe mich sogar zu einem bewusst fröhlichen und lebensbejahenden Menschen entwickelt.
Nur eine Sache bekomme ich nicht in den Griff – das mit dem fehlenden Fundament. Diese Wahrnehmung ist völlig ambivalent zu der oben genannten Stabilität und dennoch ist sie immer da.
Egal was mir passiert, mit welcher Situation ich konfrontiert bin, immer ist da das Gefühl, mein Leben wäre auf Treibsand gebaut. Da ist kein Halt, kein fester Boden unter mir. Ich fühle keinen Sicherheit in mir, die ich aus mir selbst ziehen kann. Ich schaffe es leider auch nicht, diesen Halt aus guten Beziehungen zu ziehen.
Ich weiß jetzt nicht, wie weit dir diese meine Geschichte etwas hilft oder dich trösten kann. Keinesfalls möchte ich dein Thema für mich verwenden. Das ist mir halt jetzt eingefallen, als ich deine kurze Geschichte gelesen habe.
Alles Gute
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bearbeitet #5
Man bekommt Liebe - wie alles im Leben - dann am meisten, wenn man sie zuerst schenkt. Es fehlt dir nicht an Liebe. Liebe gibt es zuhauf.
Was dir fehlt, ist der Glaube daran, dass du sie schon empfangen hast, und zwar soviel Liebe wie du möchtest und brauchst.
Du brauchst dich nur zu trauen, die Wahrheit anzunehmen: Dass du mehr geliebt wirst als du dir jemals vorstellen kannst. Du warst und wirst immer geliebt sein. Von deinem ersten bis zu deinem letzten Atemzug.
Es hilft auch, wenn du dir selbst und deinen Eltern vergibst. Mach dich wirklich frei von der Vergangenheit, indem du dich von ihr verabschiedest und dankbar für sie bist.
Danke ihr, dass sie dich zu dem Menschen gemacht hat, der du heute bist. Dass du genau jetzt in deinem Leben bist, wo du bist. Dass du überhaupt bist.
Das allein ist Beweis genug, wie sehr du geliebt wirst.
Du hast jederzeit die Möglichkeit, vollkommen glücklich zu sein und das zu bekommen, was du dir schon lange wünschst.
Wenn du deinen "Elternersatz" suchst und dir im Inneren ganz sicher bist, dass er bald bei dir sein wird, dann wird er dich finden. Er ist schon auf dem Weg zu dir.
Was dir fehlt, ist der Glaube daran, dass du sie schon empfangen hast, und zwar soviel Liebe wie du möchtest und brauchst.
Du brauchst dich nur zu trauen, die Wahrheit anzunehmen: Dass du mehr geliebt wirst als du dir jemals vorstellen kannst. Du warst und wirst immer geliebt sein. Von deinem ersten bis zu deinem letzten Atemzug.
Es hilft auch, wenn du dir selbst und deinen Eltern vergibst. Mach dich wirklich frei von der Vergangenheit, indem du dich von ihr verabschiedest und dankbar für sie bist.
Danke ihr, dass sie dich zu dem Menschen gemacht hat, der du heute bist. Dass du genau jetzt in deinem Leben bist, wo du bist. Dass du überhaupt bist.
Das allein ist Beweis genug, wie sehr du geliebt wirst.
Du hast jederzeit die Möglichkeit, vollkommen glücklich zu sein und das zu bekommen, was du dir schon lange wünschst.
Wenn du deinen "Elternersatz" suchst und dir im Inneren ganz sicher bist, dass er bald bei dir sein wird, dann wird er dich finden. Er ist schon auf dem Weg zu dir.
Vielen herzlichen Dank für eure Antworten! Ich habe einige Punkte von euch aufgenommen und versuche mich im Leben daran zu erinnern / mich daran zu richten. Es stimmt, dass nicht alle Familien glücklich sind. Hier muss ich mich wohl immer wieder an der eigenen Nase nehmen und mein idyllisches Bild von glücklichen Familien korrigieren. Habe in der letzten Zeit auch immer wieder etwas vorsichtig mit Freunden darüber gesprochen und gemerkt, dass auch bei ihnen zu Hause nicht alles perfekt verlief.
Ersatzeltern würde ich mir gerne suchen, nur weiss ich bis jetzt nicht wie, bzw. bisher hats auch nicht funktioniert. Vieleicht sollte ich das einfach auf mich zukommen lassen und mal schauen ob es irgendwo von alleine möglich wird.
Freunde habe ich einige gute, nur rede ich mit ihnen nur selten oder gar nie von meiner Vergangenheit. Viele wissen noch nicht mal davon. Ich habe dies immer bewusst verschwiegen, um möglichst "normal" behandelt zu werden. Mittlerweile bin ich zwar erwachsener geworden und hätte auch den Mut mit einem Freund darüber zu sprechen, nur würde ich das nur bei neuen Freunden machen und nicht bei bestehenden. Wäre ja komisch wenn ich nach so vielen Jahren plötzlich davon anfangen würde. Oder es fehlt mir hier nach wie vor an Reifeprozess, um auch mit einem bereits vorhandenen Freund darüber zu sprechen.
Freunde sind schon immer etwas wie Familie für mich gewesen und bedeuten mir sehr viel. Vieleicht sollte ich den Fokus mehr auf die Freunde legen, als mir immernoch Ersatzeltern suchen zu wollen.
Danke auch dir Herzblume für deine Worte. Versuche jetzt so offen wie möglich zu sein, um diese vorhandene Liebe zu spüren und auch zu beachten. Eigentlich stimmt es, es liegt wohl am fehlenden Glauben. Auch hast du Recht, dass mich meine Eltern zu dem Menschen gemacht haben, den ich jetzt bin. Ich arbeite seit längerem daran, dies so zu akzeptieren. Muss hier aber wohl noch etwas länger daran arbeien.
Von dem her danke nochmals allen für eure Worte!
Lieber Gruss Limella
Ersatzeltern würde ich mir gerne suchen, nur weiss ich bis jetzt nicht wie, bzw. bisher hats auch nicht funktioniert. Vieleicht sollte ich das einfach auf mich zukommen lassen und mal schauen ob es irgendwo von alleine möglich wird.
Freunde habe ich einige gute, nur rede ich mit ihnen nur selten oder gar nie von meiner Vergangenheit. Viele wissen noch nicht mal davon. Ich habe dies immer bewusst verschwiegen, um möglichst "normal" behandelt zu werden. Mittlerweile bin ich zwar erwachsener geworden und hätte auch den Mut mit einem Freund darüber zu sprechen, nur würde ich das nur bei neuen Freunden machen und nicht bei bestehenden. Wäre ja komisch wenn ich nach so vielen Jahren plötzlich davon anfangen würde. Oder es fehlt mir hier nach wie vor an Reifeprozess, um auch mit einem bereits vorhandenen Freund darüber zu sprechen.
Freunde sind schon immer etwas wie Familie für mich gewesen und bedeuten mir sehr viel. Vieleicht sollte ich den Fokus mehr auf die Freunde legen, als mir immernoch Ersatzeltern suchen zu wollen.
Danke auch dir Herzblume für deine Worte. Versuche jetzt so offen wie möglich zu sein, um diese vorhandene Liebe zu spüren und auch zu beachten. Eigentlich stimmt es, es liegt wohl am fehlenden Glauben. Auch hast du Recht, dass mich meine Eltern zu dem Menschen gemacht haben, den ich jetzt bin. Ich arbeite seit längerem daran, dies so zu akzeptieren. Muss hier aber wohl noch etwas länger daran arbeien.
Von dem her danke nochmals allen für eure Worte!
Lieber Gruss Limella
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